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Jüdische Rundschau · 1934-03-09 · Heft 20 (9.3.1934) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 20 (9.3.1934)
Date
1934-03-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
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jüdische Rundschau Seite 5 ן ן;<׳ 1 ■?111 11! 0 r ‘ in l<>!{׳,, * JihU״׳. I lst iiiis r, l*<" •־er «11 ׳ h r n ■<’״ (Ire! mehliger Itlft •HVf> Kreise II unter e״ Weg : O nie, : inner(; Rt'tiiellt vie wir ri>. das nhreliit 1 inner- ח Ii|.1;r( dk11־>.<־ rüliereu -’Rn die Kt die clit*־, t,i 11. erbeten anderer 11«, den Wände. IlM’t /(e, :11. i),r lim die einem <11״ne11, fnr jii- 11־ sieh innvini 1• viel-!der 1r" rr.'-i-isc Bmlmvisclicn zorbcu, len so- : Antin darn, daß ,Juden ien an all sic hediiitiseniileswig I . * I- ein.ark cs:»ml stände 1. (In bt, ist ach in ׳ Pnrt; sie ß das!mark irseils 1s im' 11 im hier eßen. lsätz« ktioil e itt t erktioil Illentirnl dort; stellt jzim,!Iben Ver« Benneit imen ויוון ff cnen 1t in ihre lebt, hebrlatl* I oft den, iten- «len sehr lund creti sich will. iwri ihne seit bis ist JJ SS tio« das in 17Uder, inte neu tin* tinir zu* I. ,UjOIWj__ Zum ■י״• Todcsto)! von Ludw. Aug. Frankl per Begründer der Läinel-Schule in Jerusalem Mit dein Wiederaufbau Palästinas ist der Name des am ״ M.irz IP'I verstorben er! Dichters ludw. Au g. Frankl .wjr<m1thar verknüpft: I־r;1nkl war ein Vorkämpfer für ein neues 1"Llios Kulturleben in Palästina zu einer Zeit, als man sonst {!״ ״,״och kaum dachte. pf,111kl, von Haus aus Mediziner - 1810 zu Clirast In oji-ncii geboren — verstand es, das Leben zu meistern. Frühmit allerlei poeiisaten Arbeiten beschäftigt, brachte er ״ beilieh zu keinem durcliselilagniden I rfolge. Felix Dahn,!erden Umgang mit Lr.mkl zu seiium ״allcrcrfreiilichstcn Er-;itticrimi,'1'11“ rechnet, nennt ihn ein ״liebenswürdiges lyrisches Talent“. Um ihm die erforderliche Mulle zu seinen literarischen Arbeiten zu gewahren, stellte ihn die Wiener KuHusgemeindc 1 ünrmlii rktor an. Als solcher reiste er im Jahre 185h im Auftrag■‘* der Frau Elise 11 e r z geh. Edle v o 11 L ii 111 c I nach ״ji-1-liiw, um in Jerusalem eine dein Andenken ihres Vaters ״weihte Schule, die auch seinen Namen tragt, zu begründen. L daliin hellen sich Ellern dafür bezahlen, wenn sie ihre 1,1,1,ler einem ־-- mehr als niangelliaften — Unterricht zu- ,iihrten! Dein Wiener Doktor begegneten sie mit dem größten Milli rauen; sie brandmarkten ihn sogar als einen ״Reformer“. fr,1111.1 ließ sieh nicht beirren, um so mehr, als die österrricliisclio Regierung sein Unternehmen förderte, weil Oester- Juch mittels der Juden seinen Einfluß im Vorderen Orient fiebern wollte. Die Regierung übernahm das Protektorat, j13S österreichische• Konsulat in Jerusalem die Oberaufsicht ,Her die bei der Begründung von 40 Kindern besuchte sjmon Edler von Eämelsche Lehr- und Wohltatigkeitsanstalt״ jjjcnn die mitlellosen Zöglinge erhielten hier außer freiem t'ntcrriclit auch Beköstigung 11ml Kleidung). Ohne den festen KucUialt hei der österreichischen Regierung wäre cs dem (,leinen Doktor den ״drei Schult großen Frankl“ nennt ihn ,potlbeli der Dichter Adam Midier-( iutienbriiiin — niemals cdiiiigen. die noch heute, _ allerdings in veränderter Form (.(•(telicihle, seit 1018 der Zionistischen Organisation unterstellte Schule ins Lehen zu rufen. Auf Frankls Anregung entstand später die Jüdische Blin- <!r1M11sl,1lt auf der Hohen Warle bei Wien; er c׳hielt hierauf ]gfi den erblichen Adel mit dem Prädikat ״von llochwart“. Frank! hat seine Erfalmmgen in Palästina in einem zwei- Endigen, von heißer Liebe zum Judentum durchwehten Werk ״Nach Jerusalem!“ (1858) :niedergelegt, das der Judenheit die Augen filier die Verwahrlosung ihrer palästinensischen Brüder öffnete'. ״Geht ihnen Arbeit, daß sie arbeiten lernen, kauft ihnen Archer, daß sie im Schweiße ihres Angesichtes, wie es der Herr will, ihr Brot crackern um( aus einer Kolonie von Bettlern eine edle (iemeinde werden und den Namen des Herrn heiligen!“ fordert er. ״Fleiß und Kenntnis sind hier — »1c überall — die Zauberstäbe, welche reiche Ernten frisch wd reich liervorlocken, Accker und Gärten sprießen noch vom biblischen Segen; selbst die steinigen Berge, die Felsen, die rin langes Barbarentum brach stehen ließ, zieren sich jetzt mit Maulbcer- und Rcbcnpflanzungen, welche die — Griechen pllanzcn.“ Ebenso verlangt er, daß die Palästinaspenden nur für produktive Zwecke nutzbar gemacht werden sollten: ״Fs sollte (Esel/ sein, daß fortan jeder, «ler nach Jerusalem einwandert, einen — wenn auch noch so mäßigen, aber bcstimmten — VcrmögensbesHz aufwiese, oder daß er ein Handwerker oder ein Ackerbauer sei.“ Prof. Eugen Wölbe. Wandlung einer Zeitschrift Zn den leizien Hellen de» ״Morgen**! * Nachdem mehrere Hefte der Monatsschrift ״Der Mo rfen“ unter der neuen Leitung von Dr. Eva Reichmannjungmann vorliegen, läßt sich deutlich die Wandlung erkennen, die diese vor 9 Jahren von Julius Goldstern gegründete Zeitschrift erfahren hat. War tlie Gesamttcndcnz in früheren Zeiten eine stark assimilatorische, so ist nun, wanlaßt durch die Ereignisse des letzten Jahres und den geistige־» Umbruch im deutschen Judentum, eine deutlich mdere Richtung ciiigescblagen worden. In größerem Maße äh zuvor kommen jetzt im ״Morgen“ nicht nur die Vertretendes liberalen Judentums, sondern auch Repräsentanten de! Zionismus und dein Palästiiiagedaiikeii verbundene Kreise m Worte. 111 kurzen Hinweisen haben wir schon in den vergangenen Monaten aut diese Tatsache aufmerksam geweht. Insbesondere galt dies für das Januarheft, in dem Friedrich Brodnitz in einem Aufsatz mit dem Titel: ״Schmelzrngtl t'aEistina“ zu den Fragen des palästinensischen Auf- «ns Stellung nahm. U. a. befaßte er sich in diesem Aufsatz ״'• dem Verhältnis zwischen Religion und dem neu wer- ״enden nationalen Bewußtsein, wobei er zu dem Resultat 1״ln! daß ״was früher getrennt war lind dem Westjuden heute?st ganz getrennt ist, tlie Sphäre des religiösen und tag- Wen Lebens, hier von selbst wieder zusammenwächst“. p.lc״t uninteressant waren auch die Bemerkungen über die Unordnung der Einwanderer aus Deutschland in das Ge- Sämtiebcn, über die ״Assimilationskraft“, die von den engen Pbrnsgcmeinschafteii auf dem Lande ausgeht, und über die wiehungeii zwischen luden und Arabern, von der Brodnitz ״tint, daß die ״soziologische Aiiglekliung langsam erfolgt, *Wr deutlich erkennbar" sei. Auch im Febrnarbeft finden sich einige bemerkenswerte AWsät/e, In einem Aufsatz von Erwin Baer: ״Zur Frage des Nischen Volkes" wird versucht, diesen Begriff aus den •mwanktingen des Tagcspebrauchs herauszuheben und einer karung nahezuhringeii. Der Autor kommt zu dem Schluß: 4'Js Wesentliche ist, daß alle politischen Bewegungen des jndcntitms ... sieh als vergänglich erwiesen haben, während -ifn aut die Dauer das Religiöse ... als der feste Halt er- ,■!5st ‘Er es über alle Zeiten liiiiwegtrug“. — Außerordent- |C" aufschlußreich für die innere Entwicklung unserer Hpnd ist die Zusammenstellung von Schtilaiifsätzeii jüdischer 'fiuik'r durch Fritz Friedlander. Ans fast aßen Acnßcrungcn . M>t sich eine durchaus palästinozeiitrischc Haltung der LnFcn> ‘Be es fast allgemein als selbstverständlich emp* p . .,!י daß sie ihre Zukunft in Palästina auf hauen werden, ifk •■■‘iluJ':r meint, es handle sich um durchschnittlich Vier* 1׳1״1״,.ן,uiffe, von kleinbürgerlicher, teilweise ostjüdischer Her- , ״n, die fast durchweg unter dem Einfluß zionistisch- Mischer Erziehung stehen, weshalb er eine VerallgemeivnrU״n <*t's Hildes nicht anerkennen will. Aufschlußreich sind d״״ a K,1״ die Berutsziele, die in den Aufsätzen genannt wer* ן""• '■schier, Elektrotechniker, Optiker, Bäcker, Schneider, jiempner, einer will Beamter, ein anderer Bibliothekar werder , 1es dürfte wohl das normale Bild der Berufswünsche . ' heutigen jüdischen Jugend sein. — Nicht uninteressant Mr,11'? 1״״c Arbeit von Siegfried Ucka über den ״Kampfer diE r T 1(1 11 er Art, wie die Bibel den Kampf Moses um j. Erkenntnis der Wesenheit Gottes darstellt, will Ucko H״fuWlsser Hinsicht eine Verbindung mit Platos bekanntem ist erblicken. ״Das Transzendente der Dinge e-.mtr das im Abglanz zugängliche, das Transzendente.des S«is *י Qott, wird dem Mosche zugewiesen.“ י• ^"ין־י^ Einige Zitate aus seinen Werken /)1c nachstehende Zusammenstellung von einigen '/.italcn ans den zionistischen Werken und Tagebüchern Theodor iivrzis ist der .’)!)findigen Gesamtausgabe ent• nommen, die fler Jild. Verlag, Berlin, letzt hermtsgibl■ Der I. Band, tlie ״'Zionistischen Schriften", gelangt in den nächsten Tagen zur Ausgabe. Er umfaßt 5f Stücke, darunter fünfzehn bisher unbekannte bzw. nach nicht auf genommene. H 7e aktuell und zeitgemäß gerade heule lferzln Schriften sind, die vor dreißig und vierzig Jahren gesclu iel>en iviirdcn, kann der Leser der noch folgenden Sammlung einzelner Auszüge selbst entnehmen, (Red.) Die Judenfrage _Die Jmlcntrnge besteht. Es wäre töricht sic zu leugnen. Sie ist ein verschlepptes Stück Mittelalter, mit dem die Kultur- Völker auch heule heim besten Willen noch nicht fertig werden konnten. Den großmütigen Willen zeigten sie ja, als sic uns emanzipierten. I sie Judcnfrngc besteht überall, wo Juden in merklicher Anzahl leben. Wo sic nicht ist, da wird sic durch luuwandermle Juden ciiigesehlcppt. Wir ziehen natürlich dahin, wo man uns nicht verfolgt; durch unser Erscheinen entsteht dann die Verfolgung. (1805.) Eine Warnung vor achiunddreifMg Jahren Ich halte die Judnifrage für äußerst ernst. Wer da glaubt, daß die Jiidcnhclze eine vorübergehende Mode ist, irrt schwer. Es 11111II aus liefen ( iiiiiuleil immer ärger werden, bis zur unver- Kindlichen Revolution. — Manche Juden glauben freilich, daß die Gefahr nicht mehr da ist, wenn sic die Augen /!!drücken. (Aus einein Brief an Baron Albert Rothschild vom 28. Juni 1805.) Der geschichtliche Sinn der Emanzipation Fs konnte nicht der geschichtliche Sinn der Emanzipation sein, daß wir;»!(hören sollten, Juden z« sein, denn wir wurden zuriiekgestoßen, als wir uns mit den anderen vermischen wollten. Der geschichtliche Sinn der Emanzipation mußte vielmehr sein, daß wir unserem befreiten Volkstum eine Heimstatte bereiten sollen. Das hätten wir früher nicht vermocht; wir können es jetzt, wenn wir cs mit aller Kraft wollen, (1808.) Der Lebenswille de» jüdischen Volke» Ich weiß nicht, wieviel mir das Schicksal von der Vcrwirklichiing unserer klcc zu sehen noch gestatten wird, ob ich dabei sein werde, wenn das jüdische Volk anfangen wird, das Land unserer Väter urbar mul gesund zu machen, Straßen, Häfen, Bahnen, Kanäle, Wasserleitungen, Häuser, schöne Städte und den Tempel zu bauen. Aber das weiß ich, daß ich au jenem Augustsonntag 1807 in Basel etwas sehr Großes erlebt habe, vielleicht das Größte, was cs in der ganzen Beweguug geben kann. Das jüdische Volk fand sich an dein Tage wieder. Zweihundert Vertreter von Vereinen aus der ganzen Welt versammelten sich in Basel und sic erklärten schluchzend und jauchzend, daß es noch immer ein jüdisches Volk gebe, daß dieses Volk nicht untergegangen ist und nicht untergehen Will. (1807.) Die Staahidee Niemand ist stark oder reich genug, um ein Volk von einem Wohnort nach einem anderen zu versetzen. Das vermag nur eine Idee. Die Staatsidee hat wohl eine solche Oewalt, (1805.) Fortbestand der Diaspora Ich glaube nicht an die Ausführung des Gedankens, wie teil ihn in meiner Schrift ״Der Judcustaat“ entworfen. Aber ich glaube, daß der Jmleiistnat entstellen wird, unter teilweisem Fortbestände der Diaspora, weil in solcher Diaspora jetzt alle Völker leben. (1800.) Vorahnung de» Pal&siina - Mandat» Ich werde wohl auch den Charter einmal in einem ganz unvorhergesehenen Augenblick bekommen — wenn überhaupt. Wenn wir ihn nämlich nicht erst nach der Teilung der Türkei von den Mächten bekommen werden. (Februar 1W2.) England — der archimedische Punkt Vom ersten Augenblick an, wo ich in die Bewegung eintrat, war meine Aufmerksamkeit nach England gerichtet, weil ich bei der allgemeinen Lage der Dinge dort den archimedisclicn Punkt sah, wo der Hebel anzusetzen sei. (Fcbr. 1808.) Zwanzig Jahre vor der Baifour ־ Deklaralion Ob cs ein Tory oder ein Whig sein wird, der mit der Jttdenfrnge auch ein Stuck der Orientfrage zu lösen unternimmt, er wird das Werk eines Staatsmannes im großen Stile tun, und er kann sicher sein, daß die Welt, soweit sie zivilisiert ist, seinen Worten und Taten mit Teilnahme, vielleicht mit Bewunderung folgen wird. Von Anfang au war ich der Ansicht, daß eine diplomatische Initiative von England werde kommen müssen, weil England, wenn es •- gleichsam in der Luftlinic — nach Indien blickt, Palästina streifen muß, und weil Engl and heute noch eine gewisse ״serenitv“ in der Au(- fassung der Judcnfrnge besitzt. (November 1807.) Theodor Herzl, der Mernch und Kämpfer Ich glaube, meine Wirkung als Führer ist darauf z*rikkzuführen, daß ich, der ich als Mensch und Schriftsteller 80 viele Fehler habe und hatte und so viele Fehler und Dummheiten beging, in der zionistischen Sache reinen Herzens und ganz selbstlos war. (Januar 1<)02.) * Der Zionismus war der Sabbat meines Lebens. Man wird erst würdigen, was ich geleistet habe, wenn ein anderer Führer kommen wird. Standhaft war ich in den schlimmsten Tagen, ruhig in den besten. Es gehört auch was dazu: schweigen, wenn inan den Enthusiasmus durch ein Wort erregen könnte. Den Mut der Leute wachhaiten, auch wenn man innerlich erregt ist. (Februar 1898.) Bhc^ccuv die JlcdcdcUoH Zum Schulproblem der deutschen Aiijah Half a, den 23. Februar 1934. Sehr geehrte Redaktion! Dr. Mayer (Tci-Awiw) schrieb kürzlich über die Sclnvicrigkeiten, die sich bei der Eingliederung der deutschsprcchen• den Kinder in die hebräisch-palästinensischen Schulen ergehen. Ich habe den Eindruck, als oh die erwähnten Ausführungen vielleicht für Tcl-Awiw, aber nicht in demselben Maße für Haifa und viele andere Orte gelten. Ich habe dem Unterrieht in ganz, verschiedenen Schulen!ungewohnt mul kannte die Erfahrung machen, daß sehr viele aus Deutschland kom* inende Kinder sieh schnell und reibungslos eingeliigt haben. Diese Beobachtung ist mir von zahlreichen Eltern bestätigt worden. Daß Dr. Mayer allerdings in gewissem Sinne recht hat mit der Behauptung, daß für viele Kinder er liebliche Schwierigkeiten bei der Einschulung bestehen, muß auch ich /iigeben. In einem Punkte jedoch hin ich grundsätzlich anderer Meinung als Dr. Mayer. Ich sehe die Unterbringung in einer Uehergaiigsscluilc nicht als Regelfall an. sondern ich halte es nach wie vor für das beste, Knaben und Mädchen, besonders solche jüngeren Alters, sofort in die seit langem hier bestehenden Schulen eiiizuglicdcrn. Aber eines ist unbedingte Voraussetzung: Jeder, der sein Kind in eine der hiesigen allgemeinen Schulen schicken will, muß sich vorher über folgende, überaus wichtige Fragen klar werden: 1. Sind Vorkenntnis.se in der hebräischen Sprache vorhanden? 2. Hat das Kind eine zionistische oder religiöspositive jüdische Erziehung genossen? 3. ist das Kind in seelischer Hinsicht empfindlich oder robust, schließt cs sich schnell an fremde Kinder an, kann es sieh leicht in völlig neue Verhältnisse lügen? •1. Was für eine Erziehung ist dem Kinde angemessen, - braucht es Freiheit oder straffe Disziplin? 5. Muß größeres Gewicht auf individuelle Behandlung oder auf Gemeinschaftserziehung gelegt werden? -־ Dazu kommen noch zwei wichtige objektive Gesichtspunkte: Will man durch Eingliederung in eine allgemeine Schule die schnelle Hehiaisiennig des neucingcwandertcu Kindes erzielen, so muß die Mehrzahl der Klassengenossen Hebräisch als Muttersprache sprechen. Wie sicht aber die Wirklichkeit aus? Durch die große Zahl von Netimimeldungen ist in maneben Klassen die Zahl der deutsel!sprechenden Kinder so hoch, daß diese kaum das Bewußtsein einer hebräischen Umgebung haben. Diese Uebcrtüllung bringt es andererseits bisweilen mit sieb, daß Eltern ihr Kind nicht in der geeigneten Schule uiiterbringcii können, und es dann in eine andersgeartete Schule geben, weil zufällig ein Platz, frei ist. Auf diese Weise können späterhin pädagogische Schwierig* keiten entstehen, die eigentlich mit der Sprache selbst nichts VOnALPINCS HNABENIN3TITUT o Z0־ G ERBE ^ייי8!)!)ן SCHVfElt mit •taaOlchom Diplom. Elamentar- und Gymnasial-Abtollung Sezlona Itallana Purrlfloata. Moderne Sportanlagen and Werkatlttaa zu tun haben, die man aber häufig auf die Sprache zurück« Zufuhren geneigt ist. Wer nach gründlicher Prüfung und Berücksichtigung aller dieser Gesichtspunkte die Frage der sofortigen Eingliederung in eine allgemeine hebräische Schule positiv zu entscheiden vermag und wer außerdem die objektive Möglichkeit hat, das Kind in der gewünschten Schule und Klasse unterzubringen, der soll es unbedingt tun — er wird es nicht bereuen. Wenn aber irgendeine besondere Schwierigkeit auftaucht, sei es die völlige Unkenntnis der hebräischen Sprache, sei cs die persönliche Veranlagung des Kindes oder irgendein anderes, vorhin erwähntes Moment, so kommt eine der bestehenden Ucbergangsschuicn in Frage, die vorübergehend eine Brücke darstcilcn sollen zwischen der bisherigen Erziehung de» Kindes und dein neuen hebräischen Leben In Erez Israel. Hochachtungsvoll Th. D. Eckstein. * Eine Ergänzung Prostkcn (Ostpr.), 7. März 1934« ״Jüdische Rundschau“, Berlin. In Ihrer Ausgabe vom 27. Februar d. J. schreibt der Rezensent des Buches ״Ami Vickers׳‘ von Sinclair Lewis, daß dieser Roman das erste Werk des Verfassers sei, welches eine Frau zum Helden hätte. Diese Angabe ist irrig, da Lewis bereits in dem Roman ״Der Erwerb“ eine Frau all Trägerin der Hauptrolle hat. Hochachtungsvoll Fritz israelski. Ahawah-Zwelglnstitut In Haifa. Den Kinder- und Jugend« heimen ״Ahawah“, Berlin, sind die Zertifikate für eine erste Alijahgruppc von 30 Kindern bewilligt worden. Die lieber« Siedlung erfolgt in den nächsten Wochen. Für dieses Zweig« institut der Ahawali wird sofort und! Ankunft in Palästina ein eigener Bau begonnen, der auf einem vom KKL zur Verfügung gestellten Gelände in der llaila-Bay als Stadtrand- Siedlung errichtet wird. Die Kinder dieser ersten Gruppe rekrutieren sieh aus bisherigen Zöglingen der Ahawah, sowie aus einigen Kindern, die erst zum Zwecke der Mitnahme nach Palästina jii das hiesige Heim aufgenommen worden waren. Die ganze Gruppe hat gemeinsam eine Vorbereitungszeit _ in dein Lrhohiugsheiin Leimitz dnrchgcmacht, die wesentlich auf Hauswirtschaft gerichtet war. Das Heim in Palästina wird so angelegt, daß die Kinder Gelegenheit haben, Garten« bau, Kleintierzucht und etwas Landwirtschaft zu erlernen. Sie sollen je nach Eignung und Neigung in luius- oder landwirt* schädlichen Berufen oder auch in I landwcrkerlehrstellen unter« gebracht werden. Sofort nach Abfaiirt dieser Gruppe wird eine zweite Alijahgruppc gebildet, die so bald wie möglich nachfolgen soll. Zu dieser können geeignete Kinder, soferndie Mittelz uihrerUeberführung nach Palästina vorhanden sind, schon jetzt in der ״Ahawah“ angemeldet werden. Von den in der Ahawali eingerichteten 11 a ebse h a r a 11 ku r s c n für junge Mädchen nähert sich der erste seinem Ende. Die Mädchen erhielten eine gründliche Ausbildung in allen Zwei« gen der Hauswirtschaft (Hauspflege, Küche, .Waschküche, Nähstube usw.). Ein neuer Kursus beginnt am 1, Mai. Er dauert 6 Monate. Anmeldungen werden entgegengenommen. Das auf der Unk Triest—Palästina verkehrende Schiff Üea Lloyd Tricstkio. ״Martha Washington“• ist soeben in »TeLAäIw“ wabenannt ,worden.

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