Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1934-03-09 · Heft 20 (9.3.1934) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 20 (9.3.1934)
Date
1934-03-09
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2651273-2653452-2653471--24921-2682029
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 20, 9. Hi. ]934 .» Li \ l0 «•ä ftül Lj w *J u Jf׳;, J Hie ״Frankfurter Zeitung“ vom 6. 3. beschäftigt sieh In einem größeren Aufsatz mit der Frage der Anfechtung von Mise 11 c h 1־n und den hier/ti bisher ergangenen Urteilen, Einleitend wird in diesem Artikel das Karlsruher Urteil behandelt, iiber das wir in unserer letzten Ausgabe berichtetem. Fs heißt hierzu in dem Aufsatz der ״Frank* furter Zeitung“: .,Das Oberi nndcscc rieht in Karlsruhe 11,1 ׳t, wie hei eil s kurz Rcinelilet, unter <lem 2. Mitra 1931׳ eine »tischjüdische M i s e 11 e h e »tif (he Auteehninr’skht^e wt .;nt 111 tun es über die lleileiimiij; ties K11sv<1|׳rin/i|1s und 11er R,1>!!,eve1schicdt11׳hrii «ufgelitsl. Aus der ISeeiiiitihm,; sind nur einige S.ilze ()deutlich bekannt ttetvoitlen, weit he iltireh tliie .Schaue Ix'.omln■« daun »1dhdlen, wenn in.Ml sie Inil ,Atuiniting1 ״’׳n״l.'>g,'lk’1Hh‘r Skllrn in Aer^ien U Iniugl. t)ie 1'ue.eltct'k'nde Stehe lautet: ,Man Ival heute etkitnnl, tlitiS «litt jiidi t he K.t e liinsit InItrli des llluies, des Ulianiktei י, der lYr.-nnliflikch und der Leltensiiuifasstmjj elwits g.in* ttndere. ist ab; die tirisehe Rasse, uml daß eine Vcrliiiitlutij* mit einem A11;;ehn 1 ie:en dieser Kasse nicht nur nicht wünschenswert, Mindern vetdcrliheh, unnatürlich und widrrnutiitheh ist, weil sic den Arier als einzelnen, n.tnieiillirli »lier midi in seiner Kigi'iiM'li.tU. als \'n!k,|4ent*''se11 in die tlelnhr bringf, seiner Rasse tltid seitietit Vnlkstttm irt'tml /.tt Weiden nnd dattiher hiimttt itttSreinde Kinder «11 erzaaijM'it. I »er (ie|:en,alz der Kasan, wie er heute eikaimt. ist, ist ein m> Ii1׳h;(׳l11'1nlrr, daß er kaum norli «u einer Iahe »wischen Ariern und Nültnirieru ftthiett wild.‘ Die I!ezeie|1nt111jj »|s ,wid! rnatiirlit h‘ gellt unseres VV1. •■11■, ülrer all das hiuau׳■, was bisher ztr diesem Thema gesagt worden ist. Sie he:.tg! jediiiUlU •als Weiinrlril weit mehr als die urtweifclhaft zu• treffende f-'cst Stellung, daß M isrltelien den Grundsätzen nationalsozialistischer Wclhiiiscliatmiig und damit tlenen tles neuen Sumte:, nicht ent sptci In•tt. Wie dem attrlt sein mag, das (tlierlsmiksgesich!. hat dahin t'iif'i'hiedm, daß der Kläger Irei Keimlnis der Walnm Sachlage tlte Klm nichl geahlnssett halH'n wurde. Und!laß damit die Voiau t■ Iziinj; de. ij 1333 15(111. gcß«'lx׳l1 sei. Das Urteil, welches das ,Aklen/eieheit 2 /br 203/33 liilirt, ist noeli niebt reeiil •krä frig; darr t tlierlandesgarielit Itat viehnebr weg,■11 der gi tmtlstitzliehen He* drultinp seiner KiiKelicidung die Revision und damit eine abschließende Entscheidung des Reichsgerichts zugelasscn.“ r\ ,ך. ,י^י״ץ';;, L.j /* . ,׳׳' ' Z,־.,,«.: 1.1 sd! Nach einer I)arstcllum׳ der mit der Auflösung einer Ehe verbundenen reclitlieheii Probleme und «kr verschiedenen in eien bisherigen Urteilen ztrnt Ausdruck gekommenen Standpunkte schließt der Aufsatz mit folgenden Sätzen: ״Im ganzen i'-t jedoch 11!t/amc׳h1m׳n, daß, soweit c« hei dem gellenden Kreltl veilileiht, eine Aliferhltutg von AI isehelieit, <110 in Kennt ult der Ahstiimrnimg der Ehegatten geschlossen wurden, künftig nicht mehr möglich sein wird, soweit die Anfechtung«• klage lucht schon cingercicht. ist. Es wurde schon erwähnt, daß § 1330 H(;H. eine Frist von jcrlts Moriitlen fiir die Anfcelihing nitrit Entdeckung des Irrtums setzt. Das Kirmmeigerieht hat in einem weiteren IlescliluS vom 2, 12. 1833 (30 W OflfM/33) l«־- rein einmal eine E r i ■1 I v c r s ii tt m n i s feslgeslelll, ohwohl es in diesem In• oiidrren Enlle «len Hrginn de« Eristablaules nt if den 7. ■Mai verlegte, hi jedem!11*'׳ wäre cs danach lilr die Einifiebiing einer neuen Anfcchlmigsklage zu spät, ob nitm non d< n Novemlwr 1033 oder, wie l>r. (Irußendorf in tler ״Deutschen Justiz“, den Oktober als AbUufsterinin bevorzugen mag. Und obgleich cs im Einzelfalle von jedem Standpunkt aus, nuelt von dein des!Nicht triers selbst, ftag'irU crselteinen mag, ob es tidibjjcr wäre, einen Ehcgntloii gewisserrn*ßetl jwtutgsweise zu halten, der sieh den Sorgen, dir. eine Mischehe mit sieh bringen kann, entziehen müclile, oikr ob ei nicht vielleiebt besser wäre, die Trennung der Ela• unter Atifliiti'dting der Ifntcrhnlb,pfllcht zu Ctinigliehen — im Interes-a! der Elte als Institution und als Atiulmrk einer für viele mehr als weltlichen C.emeintrhnft, mörhte man es doch begrüßen, wenn es dabei verbliebe, daß ittieh die Eltepartnrr der Mhrhehri« schweren: Zeilen ebenso zusammen zu trugen lut Heu, wie ihnen die ('׳cmcin.rltaft früherer Tage selbstverständlich erschien." * Der ״Völkische Beobachter" vom 7. 3. veräffentlicht gleichfalls das Karlsruher Urteil und sagt hlernt u. a. folgendes: ״Diese Eni■ a'lieitlimg bl getadez.tt ein Murkstein in der deutschen Recht',ci'srhirlilc, Sic bringt, alt erste den Knwgcdnnkcn «irh im Khcrceht zur Geltung und beweist, daß die Gerichte bei richtiger Recht■ nnwendung der itationalsoiialistischeiv Weltanschauung zum Durchbruch verhelfen können.“ Gegen Nichtarier auf den Bühnen Amtlich wird in 11 ß c t c i 11: ״Der Reiclisniinistcr fiir Volksaufk lärmig und Propaganda hat an die Landesrcgierunßeri folgendes Ersuchen gerichtet: _ltt zunehmendem Maße wird beobachtet, daß Nichtaricr, die bereits verschwunden und größtenteils offenbar ins Ausland geflüchtet waren, in Theatern, Varietes, Kabaretts usw. wieder anftreten. Ich weise darauf hin, daß das Auftreten auf deutschen Bühnen ton der Zugehörigkeit 7. n c i 11 e m der F a c ii v c r b ä n d e der ReichstheatcrUamincr abhängig ist (8 4 der 1. Durchführungsverordnting 7.um Rcicliskulturkaimncrgcset/., Reichs- Gesetzblatt I S. 797) und daß Nichtariern die Aufnähme in diese Verbünde gemäß S 10 der be zeichneten Verordnung re ge I müßig verweigert wir d. Ich bitte deshalb, die Polizeibehörden anzuweisen, in alten in Frage kommenden Fällen den Nachweis der Vcrhandszugehörigkeit zu verlangen und, wenn er nicht erbracht werden kann, das Auftreten zu verhindern. Ich steile weiter anheim, Fälle, in denen eine Verbandsangeliürigkcit nachgcwiesen wird, zur Kenntnis des Prüsldeuten der Rcichsllieatcrk,immer zai bringen, damit der Fall einer Nachprüfung unterzogen wird. Ich bitte um nachdrückliche Durchführung meines Ersuchens. Es darf nicht dahin kommen, daß sich das Publihum gegen das Auftreten von Elementen, von denen cs bereits befreit zu sein glaubte, mit Selbsthilfe zur Wehr setzt." Erste Gruppe religiöser Jugendlicher aus Deutschland in Etc/. Israel. Am letzten Montag traf die erste Gruppe religiöser Jugendlicher ans Deutschland in Erez Israel ein. Es handelt sieh um eine Gruppe von Jugendlichen, die an tler Hnmiwcrkersehule des Technikums in Haifa ausgchildet wer״ den. Ziel dieser jugendlichen ist es, sich neben der beruflichen Ausbildung eine gute Kenntnis der traditionell-jüdischen Rii״ dungsgiiter ־ anzueignen, um sielt dann der religiös-zionistisehen Arbeiterschaft cinzuglicdcrn. Kapitän Umberto Steindlers hundertste Fahrt. Es gibt in Palästina viele Juden, die mit Stolz von dem jüdischen Kommandanten der ״I t a I i a“, Kapitän Umberto Steind״ ler, sprechen, dessen Freundlichkeit vielen die Ueberfabrt erleichtert hat. Ain 12. März kann Kapitän Stcimllcr nun das Jubiläum seiner 1110, Fahrt auf der Linie Triest—Haifa begehen. Kapitän Steindler ist ein ״alter‘‘ Seefahrer. Er hat vor vierzig Jahren seine Sccmannslaufbalin beim Lloyd Tricstino begonnen 11ml ist seitdem immer treu in seinem Dienste geblieben, Von den ersten Jahren seiner Karriere beginnt auch sein Interesse für das jüdische Aufbauwerk in Palästina. Vor 35 Jahren war er als Offizier auf den Schiffen, welche die ersten Pioniere von Odessa nach Jaffa Iransportierten, und schon damals war er ihnen in jeder Weise behilflich, um ihnen die Beschwerden der Reise zu erleichtern. Fünfzigtausend Passagiere, meist Juden, sind auf ihren Reisen von Kommandant Steindler ins Land gebracht worden. also fast ein Sechstel der jüdischen Bevölkerung Palästinas. Am 1, August 1933 konnte Kommandant Steindler den Hafen Haifas tatsächlich eröffnen (wenn auch die ofl'izivile Einweihung erst am 31. Oktober stattgefunden 11,1t), denn die ״Ilalia“ pvnr «las erste Schiff, da!? in den neuen Hafen eingefahren ist und an dem neuen Kai angelegt hat. Da״ mals wurde Kapitän Steindler in «las Goldene Buch des Keren Kajcnictli eingetragen. Fanny Dessau, Haifa. Tanzabend in Tel-Awiw, Ruth Sorel-Abramowitsch und George üroke verfügen über eine seltene technische Meister- Schaft, ihre Kunst ist ungcinciu gepflegt, ästhetisch, auf Schönbeit der Bewegung eingestellt, bis in die kleinste Phase durchdacht. Sorcis Tanz ״Mutter“ ist erfüllt von Weiblichkeit, ״Salome“ — als Kontrast — im Aufbau ausgezeichnet gesteigert, ihr ״Tanz nach einem Gemälde von Pis,׳mellj“, eine Dame mit Blume, wunderbar in seiner Bildliafligkeit und gleichzeitigen Bewegtheit, üroke zeigt in zwei technischen Tänzen seine Sprung-Künste und in ״Pctntschka“ seine Gestaitungsfäliigkeit. Sein Tanz ״An der Maschine“ ist männlich tiiul ausdrucksvoll, wahrend er im ״Vcnctianisehcn Lied“, mit dem der Abend von Sorei und ihm ciugeleitet wird, zu feminin wirkt. Dieser Eindruck wird vermutlich zum wesentlieben Teil dadurch liervorgerufen, daß Orakc genau die gleichen Figuren und Seitritte tanzt, wie Sorei; «iariu liegt für ihn eine Gefahr. Ausgezeichnet die drei übrigen Tänze, in denen das Paar zusammen auf der Bühne stellt Die den Abend schließende ״Baucrn-Suitc“ könnte «furch eine Um- Stellung der einzelnen Stücke eine Steigerung erfahren. Manfred Geis, ,Deutsch“ iilid ״National“ in der Firmenbezeichnung Die ״Deutsche Justiz“, «las amtliche Organ des Rcichsministers «ler Justiz, des preußischen Justizministers und «Ics bayerischen Justi/mlnisters, bringt in ihrer Nummer vom 2. März einen Artikel des Ministerialrats Krieger, in dem die Frage, in welchen Fällen einer Firma die Bezeichnung als ״<lcu t sc 11“ oder ״national“ gestattet werden soll, untersucht wird. Auch die ״Wochenschau“ derseihen Nummer beschäftigt sich mit «liescm Problem. Es wird dar,tut hiiigewiescn, <1:111 verschiedene Kreise derOeffentliehkeit sich gegen die Aufhebung eines von einem Amts- und .Landgericht gegen eine Firma erlassenen Verbots, die Be/ciclinimg ״deutsch“ in ihrer Firmenbezeichnung zu füllreu, durch das Kammergericht mit der Begründung gewandt haben, die Bezeichnung ״deutsch“ oder ״national“ lasse amteliuien, es handle sich um eine Firma, die ausgesprochen deutschen Charakter habe und deren Inhaber arisch sei. Hierzu bemerkt die ״Deutsche Justiz“: ״l’olliia-l! t'isriicinl e« 11 llerditig« «tltnn wt.׳>l«'re« wiiiiselirtiswert, «laß di׳' Ifezt'ii'lmtmg ״dctt('.cl 1" oder ״itniimv,tl“ otkr g.tr ״tialiomil- Mt7i.di.tl.rl1" ml tvrilcr gnn* verahwindrt, «Inmit di■׳:«• pnlitisirhrn I1!.'׳m1l)(7׳.t׳icf1m1ngcn nicht tu tirndmesscrn wirtsrhaftlh'hcn Amelien« mißbraucht wcrilcn, oder »laß sic sielt nur jemand beilegen darf, der .־irisch isl und narh der :tllgcincincn V'olhsmitchatmng in seinem ('׳cschältsgrünrcn wie in seinem ltandchgcbict den Voraussetzungen eines chrlwrcn deutschen Kaufmannes entspricht. Wirtschaftlich da- Regen ist es notwendig, bei bestehenden Firmen nicht durch plötj. liehe Einführung netter ('!nindtiitze über Firmcnbeiciehnungen eine Unruhe oder lliisichcrheit Itorvorztinifen, wie sie etwa entstehen würde, wenn alle tlic zahlreichen Gesellschaften, die in ihrer Firineuhcretclmung /.it-iitie, wie ,.deutsch“ usw., hnltcn, gezwungen wür- «Ion, diese «uitwcckr iihcrlumpt ahtulegen oder jedcnlall« dann zu beseitigen, weit״ etwa «lio «turn Erfordernis«« nicht restlos gegeben sind, wenngleich die Firma wcitcrwirtschaltcn darf.“ Vom Herzl-Archiv Das H erzl-Arc 11 ir״ Komitee ersucht um Ver* öffciitliclumg folgender Fcstslcllungcn: In versclitedenen jüdischen Blättern sind Nachrichten über die Hebe rf ü ii run g der Gebeine Herzls nach P a 1 ä s t i 11 a tt!1 tl über da* H erzl-Archiv er״ schienen, die unrichtig sind. Die Kommission, die sich mit der Uebcrfiihrung der Gebeine Herzfs noch Palästina befaßt, wurde vom 18. Zionistenkotigreß in Prag eingesetzt. Diese Kommission wird im Einvernehmen mit den zionistischen Instanzen Ort und Zeit «ler I leberfnhniiij׳ bestimmen. Die Mitteilung, daß ein Be- Schluß vorliegt, das l lcr/1-Archiv von Wien nach Palästina zu überführen und der Universität zu übergeben, ist Vollständig unrichtig. «׳. Tuäaf imläufig9 ׳-f5UU4 AnacSgen •Schluß! Für die Dienstag-Ausgabe H o n 1 a g 10 Uhr für jede Art von Amdgen FQr die Frellafl-Auiflohe Mittwoch 15 Uhr fßr allgemeine Amelgen Donnerstag 10 Uhr für Familien-Anzeigen Anzeigen •Verwaltung! BoUh $ 15, fSlmekeshafk 10 Zweite Annahme •Stelle! BcaHh Sk/66, SdküiccCMihc^c 2? .’ ----- Durch »eine vcrh.illiiismüllig geringe Zahl, Wf)j,1 sl auch wegen der Abgelegenheit von den Zciitrc״ j,״.; ’;'cr Siedlutig in 1;11חון«ת, dann aber sicher ebenso sehr;11'״' tler Ökonomischen Silmfioti dieser I.ander, die s|jc 1! *:f frage nicht so stark in den Vordergrund treten l:t|H über das Judcutmii in Skmidiimvien wenig bekannt,’ Un' Wenn wir liier ririmnl von l'initland, tias sicher!״ im Ziisniiimcnliaiur mit Osteuropa /u würdigen ist ah Ji ' 1 fto leben von den dmo lfHiti() Juden der tibr’iee1"1 ״ ״״.!der allein etwa «)00 In Dänemark. Schon hei ״״'ht ״ Bekanntschaft mit ihnen bemerkt man mehr als andc ״ ־ dall es hier zwei, gleichsam exzentrische K r gibt, die sieh seiieinbar gerade jetzt - ■ sicher . *' dem Emil ruck der letzten Ereignisse — bc1״ulu׳n. einen w r zueinander ztt finden. . Tier eine bestellt aus Menselien, die schon viele (״,-״ rationell lang im I.mide lohc 11, zu dein sie eine starke jnn, Bezit'lutug gewotiucit lialtfit. Dieser ״״He Jisclmw" bei den Mitbürgern großes Ansehen - - womit, wie ״ sehen werden, nicht etwa von dem ,־tiidcren k'rei? rt'ז Gegenteil behauptet werden soll — und fühlt sich ah«״!״« als Bestandteil den d.iuhrticn Volkes. VPenti es auch jnn.; halb dieses Kreises Mrimmgsvcrscliicdenlteiteii geben m״' so entspricht seine Grundhaltung doch, wenn man dies״ Vergleich einmal an wenden darf, sehr stark der frühem, Haltung des C.-V. ״ Unler den Berufen dieser ״dmiischen“ Juden spidcu 3;. a k ,1 «I e m 1 s c 11 e n eine recht große Rolle, daneben ist d!. Zahl der Kaufiettle beträchtlich. Wenn sie mich im selbstn tilgen Handwerk und einigen rinderen Fächern vertrete» sind, so übersteigt ihre Zahl dabei sicher nicht die anderer Länder, Ganz anders sicht es bei dem zweiten Kreise au« <u wir erwähnten. Als vor 2h 27 Jahren die grolle Wände, rung der Juden Osteuropas nach Amerika cinictrtf’ wählte ein Teil von ihnen den Weg über Slaiiilnuvien, lu Grund dafür war der, ׳faß vielen das Geld fehlte, um 4 Reisekosten zu bestreiten, und sie hofften, dort bei einem Aufenthalt Geld für die Weiterreise verdienen zu kfmm'n Ais sich dann zeigte, daß die l:xistcu/111öglicI1keiten für jul dische Handwerker und um solche imudeHc cs «kt! bei diesen Menschen fast ausschließlich - - in Skamlinavio» gut war, blieben viele, uml so kommt es, dal! heule vielleicht die Hälfte der dänischen Juden als ״Eingcwainicrt!“ von der anderen Hälfte mit einer gewissen, möglicherweise sogar unbewußten, (icnng'.cltätzung in bezug .111 f ihre Roden• stamligkcit betrachtet wird. Diese Ostjuden haben inzwischen zum großen Teil dir dänische Staatsangehörigkeit erworben, die matt mach ISjälirigein Aufenthalt erholt, und genießen s> mit alle staatsbürgerlichen Rechte. Nun erlicht sielt die Frage: Gibt es in Dänemark Anti• semitismus und welche Bedeutung bat er? Wenn man darauf antworten soll, so muß zunächst erwähnt werden, daß ן,Juden in Dänemark“ so gut wie identisch sind mit ״Juden m Kopenhagen“. Wohl gibt cs auch einzelne Familien m anderen Orten, doch ist ilire Zahl so unbedeutend, «laB sie praktisch gar keine Rolle spielt; d, 11. eine der Vorhcduigungen für eine generalisierende Ausbreitung des Anlitcffli• tisnuis fehlt, wenn auch in Südjutlaud von Nord-Schleswig 11er antisemitische Ideen Anhänger fanden. Lin zweiter Faktor, der der Ausbreitung des Antisemitismus in Danettutk entgegenwirkt, mag die relativ gute ökonomische Gesamt- Situation des Landes sein, das im großen ganzen imstande ist, allen Bürgern eine Evistenzmöglichkeit zu bieten. (In Schweden, wo es eine fühlbare Arbeitslosigkeit gibt, ist auch «ler Antisemitisums viel stärker.) Fs gibt jedoch auch in Däiwmark eine, zwar sehr kleine, nationalsozialistische Partoi, deren Programm dem deutschen Vorbild entspricht; sie hat zwar ein eigenes Organ ״Kämpen“ (Der Kampf), ist jedoch über Kopenhagen hinaus wenig verbreitet. Aus dem Gesagten wird einerseits verständlich, daß das Interesse für jüdische Fragen bei den Juden in Dänemark lange Zeit in den Hintergrund treten konnte, andererseits begreifen wir, daß die Steigerung tles Antisemitismus im benachbarten Deutschland und seine ersten Anzeichen im eigenen Lande nicht nur starke Beunruhigung, sondern hier lind da auch nützlich׳« Selbstbesinnung zutage treten ließen. Audi hierbei erwies sich wiederum die absolut gegen«.!!/• liehe Haltung der beiden erwähnten Kreise. Ihre Reaktion war entgegengesetzt. Die ״dänischen“ Juden empfanden die Ereignisse h Deutschland aufs stärkste, und mit großer Dankbarkeit er׳ kennen wir an, wie schnell uml großzügig ihre Hilfsaktion einsetzte. Wollt in kaum einem anderen Lande hat ein zahlen׳ mäßig so kleiner Kreis «len deutschen Juden so grolle und nützliche Beweise des Hcifcnwotlcns gegeben, wie dort; denn abgesehen von sehr großen Summen, die herfitgestellt wurden, übernahmen «lie dänischen Juden für 150 Ghaluzim, die dort auf Haciiseharah sind, das Patronat. Dieselben Menselien aber, die diesen starken Beweis historischer Ver« bumlenhcit bringen, weigern sich, die symptomatische Be• (ieutung des Antisemitismus in Deutschland anzucrkernien und sind davon überzeugt, daß nur das unkluge Benehmen der Juden in Deutschland seine Ursache war, 111 «lieser Ansicht ring wohl auch ein Teil der Ahnelgwff gegen «lie ״Fmgewamlerten" begmmlcf sein, bei der Zionismus —■ wenn auch in größerem Umfange erst יזו letzter Zeit — Anhänger gefunden hat. Das eben war ihre Art der Reaktion. Sic hatten Aeimlichcs schon zu oft rrPb't um noch an die Ein- oder Zweimaligkeit solcher Ueschin• nisse und den Zufall als seine Lntstehimgsiirsache zu gäaiJbe!1. Bewundernswert auch ihr menschlich rührender und ott die eigenen Kräfte nahezu übersteigender Einsatz für jeden» der zu ihnen kommt. י , Der offiziellen Zionistischen Organisation, etern Zionidm* verein in Kopenhagen, fehlte es an Nachwuchs. Di® lu* dische Jugend ist dort eigentlich der stärkste I'akt«( Assimilation; ein Interesse für jüdische Dinge kennt mit Ausnahme der Orthodoxen -- kaum. Seit einigen Moiutt״ aber bat sich auch das geändert. Unter Führung vor! zweistl1‘ r.!bewußten und arbeitsfreudigen Chawerim hat sich c't'־'u״״ (Hasor’im) gebildet, tler, ähnlich wie die Bünde in and®®®״ Ländern, eine konstruktive Erziehungsarbeit leisten und sl‘j dabei «ics Pfadfiuderttuns als F.rziehungstniUeJ bedienen ״י : Es gibt daneben schon langer eine Jugemlgruppc Haz.air), die aber lediglich einen Cicsclligkcitsvcrcm onn jede spezifisch jüdische Note dnrstdit, und außerdem kurzer Zeit ILmo.tr, «׳inen ״Klub junger Zionisten", ‘W 01 jetzt allerdings noch keine Bedeutung’ erlangen!«»mit®• .. Di« größte jüdische Organisation in Skandinavien 1'^ ״Skaiulinavisk jotiisk Ungdoin Forbtuul“ (S. j. U• u׳. Skand. jüd. Jugend-Verband. Dies ist eine Dadiorgamsaw fast aller skandinavisch-jüdischen Verbände, bei der «nr a Wort ״Ungdom“ — ״Jugend“ im Titel irreführt; c]c,m ‘ der Tat ist SjUF nur dann als ״J״gcnü“-Vcrba״d am״ sprechen, wenn min auf dem Standpunkt steht, daß Bu ' der sich jung fühlt, auch jung ist. Abgesehen davon K<m״' SjUF natürlich im sksnd.-jüd. Leben wichtige Lu»1“10" erfüllen. Daß dies aber nicht geht, liegt daran, dall« “ möglich ist, eine Organisation in einer bestimmten zu führen, wenn in ihr die heterogensten Grupp®» iammengeschlosscn sind. Fritz Jung®*"״‘

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.