Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 20 (9.3.1934)
- Date
- 1934-03-09
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 20, 9■ UI. 1934 jüdische Rundschau Seite 3 u-\ u ’ 1־' ucri. ,:1 > ' i k ג l'Hi, ,,״״ יי••■ 'U. 11. AI-, ,V'1.1׳ ״'״; 11 |mr. ,"'י.. r, י־ lu ll'M' crtit!'1111־. •Usdi 11 (.■ i< r I i c h c 'ffll ( II Sagen »eh ,H'h ' «.Inn!!. ir I lilf«. fte die׳« ,r 1 ׳eri rinc es im,^ < r ,11 i c hiii? im lieh ist. DZC§ H Julia » v s k y, 1 Ober. Gei! «:11 k 1;* 1< e dnetitcr Angc- R ixenigericlit ו verlas ■tavvkv, um, in;eit der Ulalyse ' Stirnnt vor, su 111>m en llc* *•11 rdri! pi k ו•!r Atvlul als er .'iinlms 11׳ ,'US je iles f, nie• Is 110•!nimmt seines s, der die •en schm! gehen tidigrr er I rwisse leihe :itiiluis?lügen Mm!1• •?"ווו!)!puren hülfen 1 ent• ist Ititl eines r zuwahr. 1 «1Cischid oder Vor• mler• dir* echte , der vor• , das hat, •rietol־ x11־111 ׳ d i« tuten An־ sind wer• dein!geg• (eine lish'J ׳ l.r* ver• . cf zur •; an StßC- < der hdul •In וס ■den. ein roffs li d Kaleidoskop des Touristen (Von unserem palästinensischen Korrespondenten.) g. L. Tel• A wi w, 1. Mürz 1931. fcl.Awiw Tnurisleii/eit. Besucher uns allen Ländern der Welt eilen ,(,ifdi |',1l;isfina. I״ den ohneihcs zu engen Strallen Tel-Awiws Hr.iNLTt 1l»׳r Verkehr, (I.1H m.'itt schon beim Zusehen nnpst*!ן|)ן meiden kumi. I)ie (-luiuHeuie arbeiten mit Hochdrucks n!e llnteK sind so voll, (hilf es wie ein (inadeu^esehenk er- ,clM'int, «'in /iiiiiuer zu bekommen. Das Fieber der Konjunktur jehrint 1:nnalhgt gegenüber dem Wirbel, der jetzt eiuset/t. jicMidiei an den historischen Stellen, in den Siedlungen, bei dtit Arl'i'ilcrgnippi'M, in den Theater״, in den Cafes. Alles jfheitit 11!it Volldampf, und keiner weilt, wo er eigentlich die 7,jt /nr Atl'cii hcniehmcn soll,,.. Per '1011,1 ist geht ilureli die Strallen von Tel-Awiw und Plilt 1-ich leicht srhwimllig. So sieht also diese Stadt aus? j'reilkh, er hat viel von Tel-Awiw gehört, er hat davon ge• Ich'ii, er hat immer wieder seihst dämm er/äldt. Aber so hat ״,'in siel! die Snelie doeli nie 11t vorgestellt. Dieser Betrieb, (li,sr neuen I äden, dieses Tempo, das alle mitreiltt. IS Hegt amii gerade ein frisehgewasrhener, liinvalirsehciiilieh blauer Himmel wie eine Glocke über dem ganzen Bilde, denn מ ist eine Pause in den Winterregen eingetretoi, und da ficht alles aus, als ul» es so etwas wie Regen überhaupt iiidil P•''י11׳ ן s jsj kein Lrltoliingsiirluub, solch eine Touristenreise, [־s gibt viel zu viel ״zu hm“, Da linifl man von einem Empfang beim l’niigcniicister zu einer Itesiehtiirimg in einer Fabrik, da pendelt 111,111 zwischen ״()lieg Schabhath" mit einer Rede von Bialik als I lölwputikt und einem arabischen Kabarett in Jaffa. Ra ist man am Vormittag iin Auto durch die Kolonien (;rfalireii, hat glcichniällig das Pack haus in Rrehowoth, die Kinder in Ben-ScheiiK'ii und die Truthühner in Mikwch-Jisrael bewundert. Schon beginnt alles im Kopfe ein biltehcn durcheinander zu gehen, (int, wenn man einmal eine Stunde ruhig in itcn I icgistiililen am Strande ausruhen kann, mit dem Blick aut die Silhouette von Jaffa und den Rücken der lärmenden Stadt /iigcwandt. Wie in einem Kaleidoskop wechseln vor dem (niste die Bilder. Da ölliien sieh vor dem eilenden Wagen die weiten Stricken des Scharon mit ihren unübersehbaren Pflanzungen. Man sicht die kahlen Dunen am I lori/out, einen Streifen jlashlancn Meeres dahinter. Man siebt schwarze Beduinenzelte und vornehme Villenbaiitcn, man holpert über löcherige Steige und biegt über samtglatle Slralien, Und immer wieder am Abend die Stadt, diese lebendige, überkhemlige Stadt, mit ihren Menschen, den Bekannten, die man überall tritfft, die schwirrt von Arbeit, von Sorgen, Interessen und Projekten. Man starrt auf die schwingenden Räder der l.ichtrcklamc und gesteht es sieh noch einmal: so habe ich mir diese Stad t, dieses Land nicht vorgestcllt.... ״Mein Boden״ Und dann mitten in dcrallgeinciiieti Jagd kommt der Ton* rist irgendwo attfs Land hinaus, steigt aus dem Auto, sicht sich um, zieht eine Karte zu Rate. Lir sieht eine grüne Rieht׳ und wundert sich -- zuerst wagt er aber nicht zu fragen. Das also hier ist seine Pflanzung. Seit J.-hrcn hat er den Kauf hier geplant, ihn mit viel Alulie und noch mehr Korrespondenz vorhereilet 11ml perfekt gemacht und sehlielllieh seine ()langen pflanzen lassen. Jetzt soll er also diese seine Pflanzling sehen, kr will es sich nicht eingeslehen, aber der erste Anblick ist Enttäuschung. Irgendwie hat man sielt Reihen von Bäumen vorgestcllt mul jetzt.... I>a sieht man ein grünes Leid vor sieh, das eher einer Weide ähnelt als einer Ohstanlage, und der begleitende Fachmann spricht von den ikiimii'ii? Schließlich erklärt man, das, was er sicht, ist nur der ünmdi'mgcr und die kleinen Stecklinge, die dazwischen in Keilten stellen, das sind die llämnc! Nun ja, man muH cs also glauben, aber es ist doch etwas unbehaglich. Und erst als man in eine andere Pflanzung mit ihm geht, die zwei Jahre alter ist, wo man in der Tat die dichtbelaubten Bäume sieht, da fängt der Tourist an, sich über seine Pflanzung zu freuen, finian wird ihm sein Anteil an der grollen Anlage bcschriebeit, er sicht den freien Platz, wo er einmal sein Haus hauen soll und wo heute nichts zu sehen ist als ein paar (irasbiiseliel, untermischt mit den unwahrscheinlich roten Anemonen. Und plötzlich erscheint dieses Fleckchen harter Erde wie der ruhende Pol in dem sich drehenden Kaleidoskop Palästina. Es hat vviilil seinen besonderen Klang, wenn jemand da stellt und sich sagt, das ist also mein Boden. Spekulation Investitionen und Geschäfte, sie hissen den Touristen nicht los, sobald er in die Strallen der Städte ׳uniokkehrt. Ist ihm schon vorher etwas wirr im Kopf, so packt ilm jetzt ein tichtiyet Schwindel. 1!!- stürzt von allen Seiten auf ihn ein, Angcholc von Plant,igeii, von Bauplätzen, von Beteiligungen, weim man die Agenten hört, ist alles eine ganz sichere Sache Und rentiert sich zu lü, zu 15, nein zu '2t 1 Prozent. Das (idd sefteint einfach auf der Strafte zu liegen. Alle Bauplätze, die an- Kfboten werden, liegen natürlich ״in Tel-Awiw“, und wenn das doch zu unwahrscheinlich ist, dann 5 oder 10 oder 15 Mimiten davon entfernt. Wenn mau sich aber mit Plänen und Prospekten nicht begnügen will, dann wird mau in ein Aulo ersetzt und in rasendem Tempo hinausgefahreii, und die Erliiutcmngeii strömen wie ein Platzregen im Winter. Mau ist über Chaussee gefahren, dann über sehr holprige Wege und durch sprilzcmlc Sdiimitzlnclieu und schließlich — ist das immer noch 10 Minuten von Tel-Awiw? — steht man auf mmni gelben Diiiieiistieifeii und sieht zuerst einmal — nichts, ״hrr dann kommt es: hier ist der Plan und da kommt die Hatiptstrallc mul liier die Allee, mul wem! man es ganz, besouders gid getroffen hat, spaziert das Theater gleich hinterher. Ls ist nichts zu sehen? Nun ja, iווו Moment, mag das wold 8? sein, aller hier wird die neue Stadt entstehen und hier ist 9nc ,he wiederkehrende Möglichkeit, sich einen festen Punkt l-amle als Eigentum zu erwerben (und noch ganz billig dazu) und schließlich, wenn der Tourist immer noch zögert: V nicht Tel-Awiw noch vor sehr kurzen Jahrzehnten auch One Saiulwüste? Der Tourist muß «las zugehen, in diesem kaiulc kann man nichts wissen, besonders nicht heute, zurzeit der Hochkonjunktur, und bisher scheinen immer noch diese Iianfastcn niit ihren Alleen und Theatern in der Sandwüstc rechtbehalten zu haben. Wer kann heute irgend etwas auch ״ur mit annähernder Sicherheit Voraussagen? ln(l schließlich Purim! . '•!1»״ endlich der ereignisreiche Tag, zu dem diese Tou* 'dmimasseii hierher gekommen sind ans den verschiedensten amlcrn der Welt. Aus allen Städten und Kolonien Palästinas m>mt es zusammen, die ohnedies volle und laute Stadt scheint uhrztifticTtcij und versinkt in einer wahren Orgie des Lärms. ’m Eröffnungstage des Festes stauen sich Zelmtausende vor ״r am freien Platz aufgebanten Bühne, die Lichter funkeln, das ruerwerk prasselt. Das Gedränge ist phantastisch. Die ohne- « engen Plätze und Straßen sind diesem Mcnschenmccr Re wachsen, umfaßen kann keiner, denn man steht Kopf n Knpf,!)je NCUC״t <(!,. Touristen, werden ängstlich, aber s״LuUe Tcl-Awiwer beruhigt sic: in dieser Stadl pflegt bei Wh«! Gelegenheiten nichts zu passieren. Die Menge behalt 1 “«מ größten Gedränge ihren Humor und ihre halb iro* der ״roten Kuli“ Alt drille der ,,Artm Vurschiolh" wird an die* sein ,Schnhhnlh neben dem hm/emieil ]VnclirnnlmeliniU der Abschnitt von der ״rolen Kult" (IV. II. M. XIX. 1—22) verlesen, dessen [nlmll die Vorschrillen hilden, einem int kultischen Sinne unrein gvtvordvncn Menschen seinen Jleitiheilsehnrnh/er zurückzugebvn. Die Gesetze zur Wiederherstellung der kultischen Reinheit sind in sich so widerspruchsvoll und so eigenartig, daß sie sich jeder rationalen Sinmleutung verschließen. Sic liefern — mit einigen nmlercn — dm Beweis, «lall es verfehlt und 1111• zulässig ist, 11 ,ו s System der Thora mit der Ratio allein erfassen zu wollen. Bei diesen Vorschriften heißt es ausdrücklich: ״Ein Gesetz ist es von mir, und cs ist Dir nicht erlaubt, darüber nacli/tulenken.“ Ja, selbst König Salomo, so erzählt die Agadalt, hat, wenn er auch alle Probleme gelöst mul den Sinn aller Mi/wotli zu «leiden wußte, das Gesetz von der ״roten Kuh“ nicht erklären können. I licnliircli veranlaßt hat er misgcriifen: ״All dies versuchte ich durch Weisheit (zu verstehen), cs aber (das Gesetz von «1er ,roten Kuli') ist fern von mir“ (Kohelcth VII, 21). Pemiacl! hat es nicht an Versuchen gefeldt, eine Begriindung für all die Handlungen zu gehen, die an mul mit der ״roten Kuli“ vorgeuoninieu wurden. Besonders int eressant ist die von Rasch i angeführte Deutung des Rabbi ,Mosche I ladarschim. Er will der ״roten Kuh" die Aufgabe zuweisen, als Sülme zu dienen für das Vergelten «les gol- «lenen Kalbes. Ein Vergleich: Der Sohn einer Magd hat den Palast «les Königs beschmutzt. Man sagt daun, seine Mutter soii kommen tmd den Schmutz entfernen. So komme die Kuh und sülme für das Kalb. Es werden von Rabbi Mosche 1 ladarschai! bis ins kleinste die Parallelen zwischen den Vorschriftci» der ״roten Kuh“ und der Handlungsweise beim goldenen Kalb aufgewieser» (s. den Raschi-Kommcntar zu dieser Stelle). Der Abschnitt wir«l regelmäßig ungefähr 30 Tage vor «lern Peßachfcste verlesen, lim die Tud»11 zu veranlassen, sich mit «ler im Wasser gelösten Asche der ״roten Kuh“ bcsprengen zu lassen und dadurch rein zu werden. Denn nur in Reinheit durfte das Pcßachopfcr geschlachtet werden. Von besonderem Interesse und auch Von besonderer Aktualitat ist die II a ft a r a h, die an diesem Sclmbbath verlesen wird. Nicht nur die Worte: ,,Ich sprenge auf Euch reines Wasser, daß Ihr rein werdet", sind es, die die Weisen bestimmt haben, gerade diese Dafür,th für «lic ״Parsclinth Para“ zu wählen. Die Wald ist auch Inhaltlich zutiefst begründet. P c ß a c 11 ist das Fest der jüdischen Volkswmlung, Und so führt lins diese Haftarah aus dem Propheten jechcskcl, der seine Prophezeiung in der Galuth gesprechen hat, in jedem Jahr kurz vor Pcßach eindringlich die Elemente des jüdischen Nalionalismus und der jüdKchcn Aulgabe vor Augen. Die Volkwcrdmig und «lic Rückkehr aus der Galuth in die Heimat lircz Israel ist mir dann möglieh und bedeutungsvoll, wenn mit einer Neuordnung des jüdischen Lebens auf allen Gebieten begonnen wird. Fs muß die Rückkehr zum Judentum der Rückkehr ins Judenland vorangehen; es muß erkannt werden, daß das, was zur Gallith geführt hat, nicht wieder vorherrschend sein dar[, wenn das jüdische Volk nach I!!׳.׳ Israel zuriiekgekehrl. ״Nicht um Euretwillen tu ich'«, Haus Israel, sondern für den Namen meiner lleiligtmg," Die Ligenart «les jüdischen Nationalismus besteht «larh., daß er fern ist von jeder Sclbstcrhöhung des jüdischen Volkes; nicht das Volk, sondern Gott wird gepriesen, der das Volk für seine Sünden straft und cs dann trotzdem er* löst, ohne aber seine Sündhaftigkeit hinwcg/uletigncn. Hierin liegt auch die Erklärung für «las so häufig mißverstandene Wort von der ״Auscrwäliltheit“ des jüdischen Volkes. Dieses Wort ist nicht ein Zeichen nationaler Uebcrheblichkcit, son- «lern im Gegenteil ein Ausdruck der Zuversicht, daß (rotz der menschlichen Kleinheit «ies Volkes Gott die Erlösmig bringen wird. Nirgends kommt dieser Gedanke so eindringlich zum Ausdruck, wie in dem Kapitel des Probeten Jechcskcl, das den Text für die dieswöchige Haftara ildet. Wir glauben daher, daß es am Platze ist, diese Haftara vollinhaltlich wiederzugeben. Nncbsteneud geben wir die oben zitierte Haftarah für den Schabbath Parschah Parah in der Ucbersetzung von Buber* Rosenzweig wieder: SKINK 150,1•' geschah zu mir, ipraeh: Ml'DM hf'Hlnl!!), die «om Ihm« ,lisrael, da 5!״ auf ihrem Boden noch laßen, hrinakclli 11 si>׳ ihn mit ihrem Weg, mit ihren Grschsftcn, gleich «lein Makel der MnnaUsondrtmg ist ihr Weg mir vorm Antlilz gewesen. Da gnli ich iihor sin meinn Grinmighit um das 151111, das sie vergimen im!.and und daß sie hrnnakrllen inil ihren Brock- Idi'Hzfii. 1 älter dp Wollslämino zerstreute ich nie, in die Länder wurden sie geworfelt, uarli ihrem Weg, naeli ihren Gesrhlittrn habe ich sie gerichtet. Als sie aber /n de״ Wellst,1imtnen kamen, wohin si״ gelmiiiirieii waren, stehlen sie dm Namen meiner Heiligung preis, indem in.iii ״,ו! ilmrn sprach: ״SEIN Volk sind diese, aus seine״! Land mußten *in fahrenI" Da d ,tHt'iin זיח him’I» düs Vmim'hs niti'H'r I!(1ili^ung* fl1־n prc',*'«.1rlh1‘n <!i1» vnm M.־u1s Jfi!»rnpl unlor dun WHhl.'iininon, wohin g^kom* »uni w.1rrn. n.iruin sjirich /hui Haus Jisrarl: So vprirht niHn IHrr, KH: Nirhi um rnn'twillrn tu Irin, lim .lisrnrl, smiflpm für 111*11 Namen meiner llfilipnng, dun ihr prrisstellte! unter den Stimmen, wohin ihr gekommen seid. Krlieili!.-• n will ich meinen großen Namen, den unter den Wel'sHmmen iireisgesiellten, den ihr preislichU'i in ihrer mitte. Bann »verden die VVcllsIHnime erkennen, daß 1(111 es hin —- F.rlnuten von meinem Herrn, IHM —, wann ich mich *n eurli vor ihren Augen erlieilige. Ich nehtnn euch aus den WellsUimmen. ich hole zuhauf euch au» allen Lltndern und lass•• eueh kommen zu eurem Boden. Ich sprenge reines Wasser auf euch, daß dir rein werdet: von all euren (temakrlungen, vnn all euren Brerkklützen reinige ieh euch. Ich gehn euch ein neues Herz, einen neuen (■cial gehe ieh rurh in da« Innre, das Herz von Stein schaff ich euch 111■ eurem Fleisch weg und gehe emli «du Herz von Fleisch. Meinen (Rist gehn ieh euch in das Innre, ich mache, daß ihr geht in meinen Gesetzen und meine Recht»geheißo wahret und sie zur Tat macht. Bann siedelt ihr in dem Land, das ich gab eurer! Vitlern lind wrrdet mir zum Volk und ich werde eurli zum Gott: ieh befreie roch vnn all euren Makeln. Ich rufe d<’1n Getreide und lasse es sich mehren, Hunger gehe ich nie über euch, ich lasse sich mehren die Frucht der Bäume, das Gedeihen des Felds, damit ihr nicht mehr hinnrhtnen müsset »inirr den Meltstäminen den Schimpf de! Hungers. Bann gedenkt ihr eurer argen Wege, eurer Geschäfte, die nirbt gut gewejen sind, und ekeln wird cs euch vor euch selber um eure Verfehlungen, um eure Greuel. Nicht um eure( willen t!1 ich — Lrlauten von meinem Herrn, IHM —*! das sei euch kund! Schämt euch, errötet ob euren Wegen, Baus Jiirach! So spricht mein Herr, LH: Am Lag, da ieh euch reinigo von all euren Verfehlungen Und neu besiedle, die Städte und die Oednissn werden «uferliaut, und das vrrstar'rlr Land wird hcarkerl, statt es Slarrnii war vor aller Wanderer Augen, dann wird man sprechen: ״dieses «erstarrte Land da, wie der (!arten von Eden ist es geworden, die verödeten Städte, die «erstarrten, die ni'dergerißnen, iimwehrt nun sind sie besiedelt!'‘ Dann werden die Stämme erkennen, die rings «im euch übcrbliehrn, daß 1( dl es hin, der die grsrhlei fte״ «uferbaute, der dss Vcrslarrte wiederbepflanzte: Kill bin es, der« redet, der» tut. Jocheskel, Kap. 36, Vers 16—36 nische 1;imic, «s gibt keine Betrunkenen und daher auch keilte Schlägereien, keinen Zank. Das, Was man Ordnung nennt, gibt es freilich auch nicht, ni.111 sieht kaum Poli/oi, wenn sic aui'li scharf die Dinge überwacht, und der erstaunte Tourist muß zugelieii, es geht auch so. Ohne viel Befehle und genaue Regelung, jeder hilft sich seihst und nimmt ein wenig Rücksicht auf den andern, nimmt «•in paar Püffe 11ml Stöße nicht tragisch. Und auch dieses Jahr wie immer ist diese gewaltige, fröhliche mul dabei vernünftige Menge «ler größte Eindruck «lieses Festes. Bis spät in die Nacht liinein tanzen die jungen auf den Straßen, spielen in allen Häusern die Grammophone, arbeiten «lie l.ntdspreehcr der Radios. So mancher hat «liescs Mal nicht viel übrig gehabt für Purim. Es ist keine Zeit, um jüdische Feste znt feiern, zu schwer liegt das Schicksal über den jtidcnhciten aller Länder. Und in Palästina selbst schwirrt die I lochkoiijunktur, wer hat da Zeit zu Spielen timl Belustigungen? Nun, das Experiment zeigle, daß man eben Zeit haben muß. Wenn man sehr viel Arbeit hat, so muß man ein paar Nächte ohne zu schlafen miskoinmen. Und «Irr Druck, der über «len Juden liegt - man muß auch einmal für ein paar Tage vergessen, sich freuen, «irr Aktualität etwas Gutes abgewinncii. Da ziehen im Karnevalsan/tig die Stämme Israels, wie sie in Palästina waren, jeder mit seinem Symbol, am Schlüsse der Priesters!,׳unin l.cvi mit allen Insignien seiner Würde. Und an diesen fröhlichen und farbigen Zug schließen sich «lie Stämme Israels von heute: Rußland, Polen, Amerika, jetlcs Land mit seinen eigenen Kümmernissen, das westeuropäische Judentum mit seiner Assimilation, halb ironisch und halb tragisch zog «las ganze Volk in der Zerstreuung vorbei, Und schließlich als Abschluß Palästina mit seiner S.andwirtschaft und seinen städtischen Bautat, mit Häusern und Autos, Das Kaleidoskop dreht sich, noch ein Tag des Tcl-Awiwer Lebens und die Touristenströme flicBcii weiter, nach Jeriisalcm, das sie gleichmütig aufnimmt, wie cs schon Jahrhunderte hindurch Menschen aufgenommen hat, in die blühen- «km Frühlmgslamtschaftcu Samanas und Galiläas, wo die neue Zivilisation «len Boden ändert. 0^Dr. äBufict• 2Wjc11S»arfj, 2(1tftionöf)rtu3~w \י״א iJ»״*׳ 4!critu M t r«, nurtltrfuubsmns 100 11«!.?! <»te<wtr<r 1T0S || j iuncit» u. 2ü0f)1!uttfl€t»erft<if|. | Regierungskommlssion znr Förderung der Palästina ■Touristik 'crusalem, 5. März. (J. T. A.) Auf Anregung des Oberkommissars Sir Arthur Wauchopc wurde hei der Pa• lästina-Regicrung eine Kommission gcbihlet, die die Aufgäbe hat, zwecks Förderung des Touristenverkehrs eine Reihe praktischer Vorschläge, sowie einen Plan zur Durchführung einer entsprechenden Propaganda im Auslande auszuarbeiten. Zum Vorsitzenden der Kommission wurde der Einwanderungskommissar il y a m s o n bestimmt. Diese Meldung stellt in einem merkwimligen Widerspruch zu den letzten Maßnahmen der Palästina-Regierung auf dem Gebiete des Touristenverkehrs. Wie soll es möglich sein, den für das Land und seine Lntwicidung so außerordentlich bedeutsamen Touristenverkehr zu steigern, wenn gleichzeitig A n o r «111 u n g c 11 getrof• fen werden, die es nur einer kleinen Zahl von Touristen möglich machen, Palästiuareiscu aus/u* führen? In der Praxis wirken sich die Bestimmungen, die von jedem Touristen eine H i 111 er Jeg u 11 g von L (1t) als Sicherheit «laftir verlangen, daß er das Land nach Ablauf von i20 Tagen wieder verlassen wird, dahin aus, daß aus «len wichtigsten europäischen Lämlern kaum noch Reisende Palästina besuchen können. Und wenn auch für diejenigen Touristen, die die Sehiffsreisc erster Klasse zurikklcgen, eine Ausnahmebestimmung gilt, so ist «lie Zahl dieser Touristen doch nur sehr gering. Es ist besonders hedauerlieh, daß diese Maßnahmen der Palästiiiaregicruiig in einec Zeit getroffen worden sind, in der im lliuhliek auf die Pcßachtagc und «lic bevorstehende Levaittemessc it! Tel-Awiw ein besonders großer Touristenverkehr zu erwarten gewesen wäre, der dem Lande großen Nutzen gebracht hätte. Wir hoffen, daß die Palästina-Regierung diese Zusammenhänge doch noch erkennen wird, so daß die jclzt neu ernannte Konimission ein wirkliches Arbeitsfeld für ihre Tätigkeit vorfindet. Hfcrr Hyamson, der Vorsitzende der Kommission, wird bei seiner Beschäftigung mit der Materie gewiß zu dem Schluß gedrängt werden, daß die Bedeutung der Touristik für Palästina die Maßnahmen der Regierung keinesfalls als gerechtfertigt erscheinen läßt.