Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 19 (6.3.1934)
- Date
- 1934-03-06
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Wohl keine jüdische Organisatbn hat so viele ׳riiftc verloren wie die Fraucuarbeitsgeinciiischaft für Pal«, ,jjtia, und es war nicht zu verwundern, daß die Arbeit mir unter größten Schwierigkeiten wieder in (lang 711 bringen w,1r. Fast alte Gruppen waren zusammen geschmolzen, und es fehlte an Frauen, die geschult genug waren, tun neue Gruppen n! schaffen, propagandistisch . »der organisatorisch 711 wirken. Soweit die Mitglieder zinnistisch geschult waren, trauten sic jieh nicht 711, die. Arbeit selbständig :1n/upackcn oder 711 Irftrn. Audi die Hilfe, die man von regelmäßigen Palästina• Berichten der ehemaligen Mitarbeiterinnen erwartet hatte, blich fast ganz ans. Als man erkennen mußte, daß die Arbeit auf nll/11 wenig Schultern Ing, entstand die Notwendigkeit, einen neuen Mit• jrbciterslanwn 711 schaffen. Fin Schulungskurs für Gruppen- Ifitcrlnnon wurde in Berlin!111 Dezember begonnen, zu dem lieh 15 Teilnehmerinnen meldeten, darunter solche, die schon lange in der zionistischen Arbeit stellen, wie auch andere, die bisher den Idingen wohl interessiert, aber mehr passiv ffgem'ihcrgestandcn hatten. Das Schwierigste war, neben der Vermittlung des Stoffes und der Arbeitsmethoden, das Selbstvertrauen der Teilnehmerinnen zu stärken. Aber gerade unter diesen Frauen haben wir ausgezeichnete Mitarbeiterinnen geftindm. Die Teilnehmerinnen, die sicli als geeignet erwiesen, wurden nach fünfwöchiger intensiver Arbeit, mit einem sorgjani entworfenen Arbeitsplan ausgesfnttet, auf die Gruppen verteilt• Während die Kursgcincinschaft zunächst dreimal wächentlich gearbeitet batte, kommt sic jetzt 1 ■!tägig und bald mir noch einmal im Monat zusammen. Im Herbst soll der Kurs wiederholt werden. Fine grolle Freude bedeutet die Fntdeckung einiger Frauen, die ihre Gruppen hervorragend leiten. Aber unendlich viel bleibt noch'711 tun. In Berlin allein wären noch Hunderte von Frauen zu erfassen. In allen Gemeinden warten sie darauf, aus ihrer Isoliertheit herotisrajelangcii. Fs ist niederdrikkcird zu sehen, wie sehr es uns an Menschen fehlt. Das gilt genau so für das Reich. In allen Städten wird berichtet, wie schwer die Situation sei. Fast immer machen eine, zwei oder bestenfalls drei Frauen unter schwersten Opfern die ganze Arbeit. Wir befinden uns beute i»1 einer seltsamen Situation. Die Menschen sind müde, die Offenheit der Seelen für die zioulstischcn ideen und ideale ist schon wieder von einem Schleier verhängt. Man flicht in die Erstarrung, in die Gewöhnung. Wenn wir das verhüten wollten, wir müßten unsere Kräfte um das Hundertfache steigern! Die Frauen der Wizo in Deutschland rufen daher allen deutschen Jüdinnen 711: Kommt 7u uns! Erkennt, was eure Kinder von euch fordern! Macht euer Haus jüdisch! Helft euren Kindern zu einem aufrechten Dasein, indem Ihr ihnen zeigt, wo sie wurzeln! Wendet euch an uns, meldet euch bei der Frauen- *rbcltsgcrnclnsehaft für Palästina! Die Frau als Glied zwischen den Generationen Ballte richtunggebend sein für das kommende Geschlecht, und s> mit gestaltend für da* Angesicht ihres Volkes. Die jüdische Frau kann und wird sich dieser Erkenntnis nicht entziehen. Sie muß sich nur ihrer Kraft wieder bewußt werden, ihrer Kraft und auch ihrer Verantwortung. Beides wird wachsen, wenn sie aus Innerstem heraus bemüht ist, sich zu bewähren. M arg. Moses. * Wir bringen nachstehend einen Bericht über Wizo-Arbeit in Reich, der Zeugnis nblcgf davon, daß die Frauen allerorts bemüht sind, den Palästinaaufhaii zu fördern, daß sie jfidische Feste feiern und gemeinsam lernen. Die Wizo-Gruppe in Beutlien (O.-S.) veranstaltete am 31. 1. eine Ghamisehah Assnr Hcscbwat-Feicr. Die Kinder boten am Vortage Körbchen mit Früchten an und machten so den Sinn des Festes populär, Beim Fest selbst, wirkten Lva Frankel und I'va Pr/vstichcr, Frau Hanna Schweizer und Frau Frankel mit. Die Wizo-Bililstreifen ״Die jüdische I rau im Aufbau von Erez Israel“ und ״Nnlialal wird Bnrmizwali“ *1mlm von Fräulein Helga Weißcnberg erklärt. In Breslau laufen mehrere Arbeitsgemeinschaften und ׳in hebräischer Kurs. Die Vorträge sind sehr gut besucht. Hie umliegenden Städte werden von Breslau aus bcsttcht; öfter wurden die Palästina-Bildstreifen gezeigt. Die Kurse au der jüdischen Haushaltimgsseluile dienen zum Teil der I aiMnavorbereitnng, In Dessau sprach am 24. 1. Frau Margarete Moses (Berlin) über die Grundlagen der Arbeit. Der Vortrag bat der *im neue Mitglieder und zahlreiche Sympathien gewonnen. , ln Düsseldorf veranstalteten am 20. 2. Wizo und indischer Frauenbund zusammen einen Nachmittag mit dem Thema ״Von der Wizoarbeit“, bei dem Frau C. Moers heim, ™ו Dr. Coblcnz und Heinz Seidenberg sprachen. Ein Wizo- Bildstreifen wurde vorgeführt. Die Orlsgruppe Ensen veranstaltete am 11• 2. einen Vortrag y״n Frau Margarete Moses. Die Veranstaltung wurde ,v°״ Frau Gertrud Cohn (Essen) eröffnet. Der Vortrag hintermR einen starken Eindruck und führte zum Anschluß einer Ktilie von Frauen. ״ In Frankfurt a. M. finden Arbeitsgemeinschaften und "wtragsveranstaltungen statt, die von etwa 150 Personen be- •tickt werden. Im Augenblick findet ein KKL-Fclinhingskiirsus *’®tt. Die Wizo interessiert sich auch für den Pal.istinakurs an "tr jüdischen I iaushaltuiigsschule lind bemüht sich um das Beth Clialuz. . ״ . In Gießen hat die Wizogrtippe seit ihrer Gründung i kn Oktober 1933 intensiv gearbeitet. Fs finden englische und : kfntäisciie Sprachkurse statt, und es besteht ein jüdischer , Mnderßarten. Die wichtigsten Veranstaltungen waren •'1״ Vor-! 21.'״®׳ Dr. Pomcranz (Frankfurt a. M.), ein Musiktmd Re-; j*'*t10nsnbcn<] Vorträge von Herrn Jakobi (Frankfurt a. M.)f 1 y{ff״ Dzialowsky (Frankfurt a. M.), von hehrer Neumann und i |**pssor Guthmann (Frankfurt a. M.). Gemeinsam mit dem! wurde eine Chnmikkahfeier veranstaltet.. 5 .4 Am 23• 1. sprach Frau Margarete Moses in Halber- ' über die Aufgaben der jüdischen Frau m der heutigen i ,1*tio״■ Ihr Vortrag bildete den Auftakt zu einer inten- « Arbeit der Gruppe. , , ■ Die Wizo Hamburg veranstaltet Scliueiderkurse und KhH*ich "m tlie Gli.ilu/arheit. Zum 15. Scbwat wmdc ein I Irlf ■r fst ״eranstaltet. Am 15. Februar sprach Kurt Blumen« 1m Kreise der Wizo. 5 J> Hannover sprach Frau Margarete Moses imt *s PBem Erfolg, Die Kinder feierten den 15, Schwat. E111 Proij yon Frau’ Nora Schleißner fand besondere Anerkennung. 1 jo Bei einem Teenachmittag in K a r 1 s ז u h e sprach am *״ Mittrr Pollak (Berlin). Es wurden eme Anzalil neuer! 1״KHedcr geworben . *wS' Köln” Wizo veranstaltete:am ״•£'»«* .1 ..״*« ,! ** unter dem Titel: ״Ein Oneg Schabbath Im Hechaluz t Fast ein Jahr gibt es nun eine sogenannte ״deutsche“ Alijah . (obwohl die Statistik zeigt, daß von den im letzten Jahre in F.rez Israel Eingewanderten höchstens 20—25 ״/# aus Detitsclrlnml gekommen sind), und viel ist von ihr gesprochen mul geschrieben worden. Jedem die Situation Uebcrdenkemlcn ist cs mm klar, daß Dinge, wie Uebcrsiedlung, Beriifsuinsehlehtung, Neuaufbau einer Existenz und eines Heinis, Einhaltung eines Lebensstandards unter dein bisherigen wirtschaftlichen Niveau Fragen sind, die zu einem wesentlichen Teil von der H a 1! s f r a 11 zu lösen sind. Der Mann kann fast immer nur die materielle Basis schaffen und muß sich weiter auf den Existenzkampf konzentrieren, während die Aufgabe der Frau es ist, mit diesen materiellen Mitteln, beschränkt oder reich* lieh, ein l eben für ihren Kreis aufzuhniien, in vielen t'idlen sogar diese Mittel seihst herbelznschnlfen. Mehr als bisher sollten wir uns doch fragen: wie stellt es um die Lösung dieses Problems in der Reihe der vielen komplizierten Fragen der neuen Alijah? Bevor ich von den Zionistinnen spreche, die aus Deutschland gekommen sind, möchte ich nicht vergessen, einiges von .den sogenannten N i c I11 z i o 11 i s t i n 11 c n zu sagen. Es ist sowieso manchmal schwer, zwischen diesen Gruppen zu unterscheiden. Wenn einmal eine Frau den Mut hat, zu bekennen, dali sie bisher dem Zionismus ziemlich fern gestanden hat, so weiß man, daß man es hier fast immer mit einem imvorcingenommenen Menschen zu tun hat. Sie hat sich nichts oder wenig unter Erez Israel vorgestellt; für sie war es ein Land, in das man miswamlerte, so gut oder so schlecht wie in ein amkres, H,ul bis auf gewisse Ausnahmen erleben wir die incrkwijrdige Tatsache, daß diese zionistisch nicht vorbereiteten Frauen sicli oft besser und leichter in das Lehen hier cinfügcii als .die zionistisch Vorbereiteten. Sie nehmen die Dinge 11ml die Menschen hier gleichgültig, also in geistiger Hinsicht imhiitisch, versuchen ans dem, was sie vorfinden, das Bestmögliche herniiszuliolen, und unter dieser Flesciiäftißung werden sie, wenn sic außerdem noch mit so glühendem Eifer lichräiseh lernen wie so viele, sehr rasch auch Freude und Befriedigung finden, Wie nun sehen wir die Zionistinnen der deutsehen Alijah? Hier sind, bevor wir auf die Sache selbst dngchcn, zwei Gruppen zu unterscheiden: die wirklich bewußten, seit Jahren und manchmal seit Jahrzehnten tätigen Zionistinnen mit ihrer ganzen zionistischen Ideologie und ihrer Immer lebendigen Sehnsucht nach dem Land und die ״Frauen von Zionisten“, d. 11. solche, die aus Liehe zu ihrem Manne und aus gutem Willen zum Mit erleben seiner Ideale glaubten, Zioiiislinncn zu sein und doch in Jahren oder Jahrzehnten guten Willens und ehrlichen Slrebcns aiiclit weitergekommen sind. Beide Frauentypen haben vieles gemeinsam: Das ein wenig zur Gewohnheit gewordene Streben nach l'rcz Israel, ohne damit eine klarere Vorstellung zu verbinden, was Ihnen nun eigen (lieh Erez. Israel bedeuten würde. Sie haben gemein* sau! die Erkenntnis, daß der Zionist hebräisch lernen müsse, aber in den weitaus indsieii Fällen sind sic sieh darüber nicht klar geworden, daß hier im Lande diese Sprache die Sprache Ist für die Straße, Kaufladen, Familie iirul Freundeskreis, für Theater, Vorträge und Schule, kurz für das wirkliche tägliche Leben. Das will heißen, daß ein bißchen Kenntnis der Grammatik oder etwas Lesen oder Sprechen zwar sehr hübsche Anfänge sind, daß sie aber wissen müssen, daß dieses Leben 1111 Lande ihnen verschlossen sein wird, bis sie die Sprache wirklich beherrschen, Sic haben ferner gemeinsam eine ln den meisten Fällen streng mitteleuropäische Einstellung mit einem Einschlag von Uelnubeblidikcit, die sich fn der Uebcrzeugung äußert, daß der zivilisatorische Standard von Mitteleuropa allein der Maßslab sei für Kultur, daß alles Abweichende unter diesem Niveau läge, also minderwertig sei. Bei den Zionistenfrauen ist die aus diesen Mängeln resul* tierciulc erste Fiiltätiscliutif' meist nicht von langer Dauer. Sie sind nicht so stark voreingenommen, weil Ihre Vorstellun* gen gewöhnlich nicht so intensiv und nicht *o fundiert waren. Sic sind großenteils bereit, sich den anderen Sitten und Oewohnlichen a 11 zupassen, wenn auch mit Schwierigkeiten, aber doch mit Anpassimgswillen an den Willen des Mannes, hier zu leben und zu bleiben. Und man kann sagen, dal! nacfi den bisherigen Erfahrungen diese Anpassung leichter erfolgt, als *le sieh selbst anfangs dachten ן sobald das Verständnis dafür durch gedrungen Ist, daß 7. B. die Ansprüche der Menschen ans Italien oder Jugoslawien bereits gänzlich andere sind und irntn sich nur einmal auf das Andere cinstcllen muß, wird daa I eben auf einmal viel einfacher und erfreulicher. Mit Hilfe der Kinder, die aus der Schule die Luft von Erez fsrael mitbringen, herrscht bald eine fröhlich-jüdische Atmosphäre 111 dienen Häusern, Drr schwierigste Fall sind ganz zweifellos die ״guten“, «rf.ihienen Zioiiislinncn. Sie mögen c« mir verzeihen — aber manchmal steht man fnssnng-do* vor diesem Resultat langer zionistischer 1:1 zlehung! Sie kommen nicht unwissend wie die Nichtzlonistinnen, nicht unbefangen wie die Zionistenrrauen, — sic kommen ungefüllt mit Vorstellungen, Ein- Stellungen, Ansprüchen, Meinungen, — und sie begreifen nicht, daß alles — aber auch alles ganz anders in der Wirklichkeit ist. Sie haben zwar immer gewußt, daß dieses Land erst aufgebaut wird, aber sie haben niemals die Vorstellung gehabt, daß noch so wenig gebaut worden ist. Sie haben zwar gewußt, daß wir nie nie Einwanderung aus der ganzen Welt zu kontrollieren hatten nach Charakter, Zivilis.ationsst,and, Ueberzenqung, aber sie hatten doch gehofft, daß alle, die bisher hierher kamen, mehr oder weniger ideale, vornehme Natureu waren, die immer sehr adrett und sauber gekleidet waren, 111 ihren Häusern europäische Reinlichkeit hielten, bi ihren ln- »ti tut Ionen vorbildlich ordentlich und reichlich mit Geld versehen waren. Sie wußten zwar, diill aus der (tolnh niemals genug Geld herkam, um das minimalste Aufbauprogramm durchzuführen, aber »le haben doch gehört, daß jetzt Pailistwia das Land (ler ״prosperlty“ ist — und doch, wie viele* Ist ganz ander»! Sie wußten auch, daß niemals genug Menschen herkamen und daß die wenigen, welche kamen, einen zehnfach schwereren Existenzkampf zu bestehen hatten als die weitaus meisten In Europa in derselben Zeit — aber sie hatten doch gedacht, dnß da» Positive, von dem Immer die Rede war, das Vorherrschende sei, und sie müssen nun erkennen, daß dieses nur ein Körnchen in dem wirklichen Alltag und dem nicht *o kleinen Lande Ist, Und anstatt sich selbst die einzig mögliche Antwort 711 gehen: ״Warum bin ich nicht früher hcrgekotnnicn, um seihst alles viel besser gemacht zu haben?“ sind sic nicht nur von der Wirklichkeit enttäuscht, sondern noch von vielem außerdem — so z. B, finden sie es nicht richtig, dafi der Jischuw nicht hell begeistert ist über jeden alten, endlich hergekomtm- 1K11 Zionisten. Cs scheint ihnen nicht in der Ordnung, daß dieser arme Jischuw nicht mehr und bessere Arbeitsmöglichkeltcn für sie vorbereitet hat, daß die Mieten liier plötzlich wie in allen anderen Ländern fn Zeiten der Hochkonjunktur fn. die Höhe gellen, daß die Straßen nicht 90 sauber, (laß die Kinder nicht so europäisch gedrillt, daß die Synagogen nach polnischem Ritus für die Bedürfnisse der bisherigen Flnwohner eingerichtet sind, — dnll die Märkte nicht hygienisch genug, die Restmirants nicht auf Ihren Geschmack eingestellt, die ״Bcdiemuijg" in diesen Gaststätten keineswegs der in deutschen großen Hotels gleicht. Anstatt 711 begreifen, daß diese Dinge alle erst seit ganz kurzer Zeit auch nur zu dieser Stufe gediehen sind, während vorher gar nichts oder nur das Primitivste vorhanden war, und daß es an Ihnen lag, es schon gelt langer Zeit seihst lnlfarbeitend zu verbessern, machen sie den Jischuw verantwortlich für alle Enttäuschungen, die sie infolge ihrer Voreingenommenheiten erleben. Wir hatten die Zionistinnen ganz anders vorhcrelten müssen, um diesc9 zu verhindern. Es wird überall sehr viel Wert auf Propag.1nda.und Mitgliederwerbung gelegt, aber viel weniger auf Information und Aufklärung dieser Mitglieder. Fs ist dann kein Wunder, wenn die alte Zionbfm he!kommt, daß sic darüber enttäuscht Ist, daß man 111er zunächst essen, trinken, schlafen und leben muß wie alle Menschen, und daß diese primitiven Notwendigkeiten auch hier den größten Teil de» Leben* au»• füllen, Nanny Marg11lle1-A11erb»ch, Tel-Awiw. es wirkten mit: F.lsa Kauffmann, Ilse Saß, Kantor Baum, Ernst Drucker und die Herren Biedermann und Ooldberg. Ferner spielten die Mitglieder der Gruppe jüdischer Theaterfreunde unter der Regie von Herrn Outmanii, sowie Mitglieder des Heclmluz, Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. In Königsberg sprach am 3. 2. Frau Martha Schloßberg (Mmicnwerdcr). Am 13. 2. begann Rabb. Dr. Ochs einen Vortragszyklus der jüdischen G esc nächte, der gemeinsam mit dem Jüdischen Frauenbund und der C.-V.-Frauengruppe verallst,iltet wird. fn AI .1 ח n 11 e i 111 sprach Prof. Dr. Moses über die Tätigkeit der Wi zo auf dem Gebiet der Gesundheitsfürsorge In Palästina. Die ncngegriiudete Gruppe Osnabrück trat am 14. 2. mit einem Vortrag von Frau Margarete Moses an die Oeffentlichkcit. Die Vorsitzende, Frau Margarete Fngcrs, leitete die Versammlung ein. Die Gruppe umfaßt bereits 47 Mitglieder. Es wurde ein Kurs unter Leitung von Frau Engcrs eingerichtet. 111 W i 111 c 1 tu s 11 n v c 11 - R ft s t r I ת g c n sprach am 7. 1. Frau Dr. H. Möller (Hamburg). Es wurde eine Gruppe der Wizo unter Leitung von Frau Margot Schulslnger gegründet. Die Wi/ogruppe in Zwickau ist auf 40 Mitglieder angewachsen. Ls finden regelmäßig alle 14 Tage Veranstaltungcu statt, die sehr gut besucht sind. Die Zentralwoiilfahrtsstelle der deutschen Juden benb* sichtigt, wie niitg-'toilt wird, gemeinsam mit der Reichs- Vertretung der deutschen Juden und dem Jüdischen Frauenbund eine Aus hiidungsstätte für jüdische Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen einziirichteu tmd nüt dem ersten Lehrgang Mitte April jn Berlin 711 beginnen. Das Ziel der Ausbildung ist, Kindergärtnerintien und Hortnerinnen für die. Arbeit in Kindertages- Stätten, brzieliungsheiineii, aber auch in Familien, zu befühlgen. Der Lehrgang wird l</a Jahre dauern. Vorbedingung ist abgeschlossene Mitteiscliul- oder Oliersekuiidnreife oder Nach* weis einer gleichwertigen Bildung durch die Schulwissenschädliche Vorprüfung und ausreichende hauswirtschaftliche Vorbildung. Nach einem Probemonat, der die hauswirtschaftliehen Kenntnisse fest/ustcllen hat, erfolgt die endgültige Auf« nähme in den Lehrgang. In dem Lehrgang können 15 bi» 20 Schülerinnen als liitcriiatsschüleriiinen und 5—10 Extrane« rinnen aufgenommen werden. Der Pensionspreis beträgt 50 M. monatlich; das Schulgeld 25 M. monatlich. Anmeldungen sind unter Beifügung eines selbstgeschriebenen Lebenslaufs, de» Schul:!bgangszeugnisses und des Nachweises der hauswirtschaftlkhcr. Ausbildung und Betätigung an die Geschäftsstelle des Lehrgangs: Zentralwohlfahrtssielle der deutschen Juden, Beriin-Charlottcnburg 2, Kantstr. 158, oder an den Jf1a1»chen Frauenbund (Rekhsgcschiftsstelk) ebenda za richten. Die Einordnung jugendlicher Einwanderinnen Die ersten Wochen in der neuen Heimat sind für die Jugendliche Chaluzah die schwierigsten, doppelt schwierig, wenn zu der seelischen Problematik Geld- und Wohnung»• mangcl, das große Ucbel von Haifa und Tel-Awiw hinzukommen. Mädchen in einer derartigen Inge sind für jedes freundliche Wort dankbar, allen Ratschlägen und Versprcchungen in besonderem Maße zugänglich. Die einzige Möglichkeit zur Ucherwimlting dieser Schwierigkeiten ist die sofortige Unterbringung der neu ankommemleu Mädchen in eine geordnete Lebens- und Wohngemeinschaft. Die ״Women’s League for Pa lest ine", eine unabhängige amerikanische Frmieugruppe, hat durch den Bau des Bet 11 H a ch a 111 7 o 111 in Haifa vor nicht ganz zwei Jahren den Anfang zur Heberwindimg dieser Bedrohungen geschaffen. Das Heim stellt unter Leitung von Gusta Strumpf. Das Haus entspricht in bezug auf Bau und Einrichtung allen hygienischen und geschmacklichen Zcitforderungen. Leider kann cs trotz seiner drei Stockwerke mir fiinf/ig mädchen aufnehmen. Die Mädchen haben eine verhältnismäßig geringe Miete zu zahlen, die je nach der Bcttcnzahi der Zimmer abgestuft Ist (Zwei-, Drei- und Vicrbcttcnzimmer). Obwohl das Beth Hncl1ah!70th vor allein fiir alleinstehende mittellose Mäddien gedacht ist, ist Verzicht auf die Mictzahlung aus wirtschaftlichcn Gründen für das Heim nicht tragbar und wird aus erzieherischen Gründen vermieden. Die Statistik über Herkunft, Bcrufs-und Alters* schichten sowie über die Dauer derWohnperiodeit im Heime führt zu folgenden Ergebnissen: Von den 250 Bewohnerinnen des Beth Hachaluzoth fn den ersten 20 Monaten seit Bestehen des Heimes (von März 1932 bis Oktober 1933) stammten 130 Mädchen aus Polen, 32 aus Rumänien, 14 aus Galizien, 24 ans Deutschland, 21 aus Oesterreich, 8 aus Rußland, 7 aus Litauen, 3 aus Lettland, 2 atm Ungarn, 2 aus England, 3 aus Amerika, 2 aus der Tsehe* choslowakci, 1 •us Argentinien, 1 aus Jemen, 1 aus Palästina, Fast alle Altersstufen waren vertreten, und zwar waren 4 Mädchen unter 18 Jahren, 17 19-20 Jahre, 39 21-22 Jahre, 4 8 23-24 Jahre, 67 25-26 Jahre, 43 27-29 Jahre, 17 30 bis 34 Jahre, 11 35-39 Jahre, 2 40-44 Jahre, 2 45-50 Jahre alt. Die Berufsschichtung war folgende: 84 Mädchen waren bisher ohne Beruf, 62 Schneiderinnen, 26 Verkäuferinnen und Büroangestellt«, 17 Lehrerinnen, Erzieherinnen, Kindcrgärtne• rinnen, 13 medizinische Helferinnen, 7 Modistinnen, 10 Hausangestcllte, 7 Stickerinnen, 5 Oymnastiklchrerinnen, 3 Strickerinnen, 3 landwirtschaftliche Arbeiterinnen, 1 auf Hachscharoh, 1 Komponist®, 1 Anstreich erin, 1 Bettdcckenarbdterin.; 1 l':!