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Jüdische Rundschau · 1934-03-02 · Heft 18 (2.3.1934) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 18 (2.3.1934)
Date
1934-03-02
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seit« 2 JcniS'OHE RUNDSCHAU griffen »Ich befinden, die längst van der Allgemeinheit •I* antiquiert empfunden werden, Ai» dieser Idealisierung der Umwelt wächst ein« Mcall*lcrtmg der «lj!t>11C!1 Gemeinschaft heraus. Sie hat nichts mit jener .־inileren Tatsache zu tun, «Jab jede«» Volk ln sieh einen Wert verspürt, den es der Welt ZU schenken bereit Ist, und den e* uns den autonom«־» Kräften seines 1 cbens nährt. Was hier als Idealisierung des Eigenen auf* tritt, ist vielmehr orieiifiei'l «11 den M a li 11 ü b e 11 der Um* weit. An jene Umwelt, die man als den höchsten Ausdruck der menschlichen Entwicklung empfindet, *ich anztip,iiscn, »Ich in sie ein/iipliedcTii, km!» ja nur möglich sein, wenn man ihr ״cbcnlu'irlig“ Ist. Und so entsteht die Theorie, daß sieh die ,,messianische Sendung des Judentums“ in dem Aufgehen in der Umwelt erfüllt, und die Juden zu nichts verpflichtet, als der Tatsache gerecht zu werden, daß sie von der Geschichte bis zu dem Aut!enlrlicke aufgt׳*p״rt worden sind, in dein sie sich in die Umwelt eingliedern können. So entstellt jener ״Ih•• glückiingt-walin“, der Anlaß zu «ilbmigsvolleii Reden und schwerstes Hemmnis gegenüber wirklichem jüdischem Tim ist. Hin letztes Element der A*similatio11sidc;>logic entsteht *elillelilieli nicht «n «ehr 111» dem Innern de« Juden• 111111 s heraus uU aim den ii 11 U e r e 11 V e r 11 li 11111» 1 e 11. Den Juden West• und Mitteleuropas wurde die Euiitnzlpalion von einer Zelt gegeben, die bereit war, den Juden als Men *clien alle« zu gewähren, den Juden aU Volk dagegen nichts. So verlangte der Staat als Trüger der Emanzipation ausdrücklich oder stillschweigend von den Juden, daß sic ihre Eigenarten und ihr Eigenleben mehr 04er weniger auf gaben und sieh atomisiert in die staatliche Gemeinschaft eimrd■ Juden. Er liegnmi eben, die Juden ״nn *ich heran zu «ssi• miliercu“. Es ist klar, daß aiieii von dieser Seile die Assimi׳ lationsidcnlogie der Juden stärkste Antriebskräfte erhielt und eine bestimmte Prägung!111 nn 11111. Dns ErlclniU der jiingsten Vergangenheit hat Bowihl auf den verschiedenen Gebieten, die den natürlichen Assi• m i I ה t i o n s p r o z c II mismacheu, wie arte)) im Hinblick auf die einzelnen Züge der A s s i 111 i );1t i o 11 s i d c o! 0 g i c eine schwere Erschütterung für die deutschen Juden mit sieh ge• bracht. Das Verhältnis der amlcrsartigeji Minderheit zur Mehrheit ist klarer ,־!!»gegrenzt worden, die ftk )iioiniselie Wurzellosigkeit der Juden trat deutlich zutage, aus dem p> litischen Lehen des Staates wurden sie als aktive Elemente ausgeschnltet, ihre geistige Aiulcrsnillgkeit wird trotz dem bisherigen Assimilationsprozeß mul seinen Erfolgen stark empfunden. Wenn heult* ein Teil der deutsche!! Juden seine Hoffnungen allein auf eine ,,neue Emanzipation“ setzt, die allerdings keine Emanzipation des einzelnen Ju• den, sondern der Juden als Gruppe *ein soll, dann sollte er nicht dem Irrtum erliegen, von einem Eingreifen der Umwelt eine entscheidende Wandlung in seiner Lage zu erwarten. Es kommt darauf au, welchen konkreten Inhalt eine derartige neue Emanzipation haben soll. Mit einer Eingliederung der Juden i!1 die produktiven Schichten der Bevölkerung ist es, selbst wenn man diese praktisch iiir möglich liält, noch nicht getan, da auch ,1;1!«|ו die Probiente des Zusammenlebens, wenn' mich 'in " gewisser Ab• Wandlung gegen bisher, bestellen bleiben. Aus diesem Grunde liegt es im Interesse der geistigen Klarheit in der Lebens• fülming der deutschen Juden, wenn diese erkennen, daß sie ein (1 a i!11 h s c 11 i c k s a 1 zu tragen haben״ dns stets die Gefährdung durch Eingriffe von außen und durch Innere Auflösung mit sieli bringt. Dieses Schicksal 711 gestalten, ist gewiß unser aller Aufgabe, es grundsätzlich 111111 endgültig zu wandeln, ist «her nur dann und mir für die gegeben, die den Weg licrmis aus der Zerstreuung zur neuen Smiiiiihmg des jüdischen Volkes auf seinem alten Boden betreten. Von diesem KraHzentrum und den mit Ihm verbundenen jüdischen Gruppen kann allein der Impuls aus• gehen, um auch das Judentum der Gaiüth mit neuem Leben zu erfüllen. K. L, Gedenkfeier» zum Todestag Trumpeldors Jerusalem, 27. Februar. (J.T. A.) Anläßlich der 14. Wiederkehr des Tmleiij.iges Josef Trumpeldors, der 1920 bei der Verteidigung von Td-Chai gefallen ist, hat das Er/icliungsdepartnieiit des Waad Eeumi ungeordnet, 1*‘dl i» allen Schulen Vorträge über Tnimpcklor gehalten werden, Der vor kurzem j!! Klar Giindi stattgefimdm'n Ent• hüllung des Im Auftrag von Lord Mddiett und der Histadrutli von A. Melnikoff geschaffenen T r u m p e 1 d o r ־ I) e 11 k mals wohnten Teilnehmer an den Kämpfen von Tel-Cltal, Mitglieder ihr Jetvlsli Agency, des Waad Lctiiul und de* Denkiualkomitees hei. Hubermann über Palästina London, 25. Pcbrjiar. (J.T, A.) Auf einem zu Ehret! Bronlsiaw I Itibennanns, der soeben von einer Konzert• tournee durch Pulilsliim nach Europa /urückgekehrt (st, von Mr*. I) o u g d a 1 e und Mrs. L y t tl e t o 11 verunstal. tctei! Empfang *(bilderte der Künstle•/ *eine Eindrücke von dem jüdischen Aufbauwerk. Ich komme au* einem Lande, rrkiiirfe er 11, a., das wahr• Luftig als ein Paradies auf Erden gelte» kamt, Ich bin überzeugter Eurnpiier und war niemals vm! dem Gc* danken begeistert, daß das europäischeste Volk der Welt, die Juden, in ein asiatisches Land gehen solle. Aber das, was ich in Palästina gesehen habe, hat mich begeistert. Nirgendwo niider* kann man »oliMen Ideelisiim«, (solchen Enthusiasmus finden wie dort. Gewiß, einzelne Idealisten gibt cs überall. Aber ei» Masten ul e a i i * m 1! 8, ein kol• icktiver Idealismus, wie er in Palästina besteht, kann in keinem anderen lande der Weit gefunden werden. Da* ist einer der Gründe, warum ich nicht länger irgendeine U«. Vereinbarkeit zwischen meinem Europäerin!» tutd dem Palästlna-Gedankeii empfinde. Wat ich in Palästina gesehen habe, scheint mir wie ein neue* tuui besseren Europa. iaiiscmitlscfie Geberlille an der Bukarests Universität Bukarest. 27, Februar. (J. T. A.) An der medizittisehen Fakultät der Universität Bukarest kam es zu sntisemi• tisch«n Unruhen, bei denen etwa W--M christliche Studenten über ihre jüdischen Kommilitonen hcrfielcn und sic inlUhandeiten. דז ך B ג (Von unserem paläHiiicnsiscilOi Korrespomlentcn.) g. J. Tel-Avviw, M. Februar 1934. Vom Kalltfelien *111* Solzwflsie Rege« i» Jerusalem, Das Pümter glänzt in der Nässe, eine unbehagliche )׳'eiiebligkeit diirduiiingt Häuser, Kleider, Stiefel, Wer es sieh leisten kann, sitzt be11a|!liVh 11111er seinem Offelten. Ein paar Schneeflocken tanzen weiß durch die Luft und zerschmelzen in der zähen braunen Sauce, die die Gehsteige überdeckt, Spritzend *cblilngdt sieh das Auto aus der Stadt heran», an der großen Mauer vorbei, man bat «einen Blick auf das goldene Tor und den Tempelplatz, auf «de Zypressen vom Gelhsejnmie, Der iibmnel biyjiimt' *ich zu kläret», In einer brausenden Fahrt gleitet der Wagen in weniger als einer Stunde 1(K)0 Meier auf immer neuen Serpentinen in die Tiefe, Dir ihr ge Vrlieinen *ich um den Wagen zu drehen, immer neue Rucken tnurlicii u 11 f, alle* int karstig und grau, »in paar!•lecken gell) vermehren 110111־ die Tro*ll«)sigl1eit, Nur an den Ost• und Südseiten sieht nt an im longzam diirehbreclicmleii Somumliebt eine dünne grüne Decke «ieli auf den kargen Boden breiten, Der Karst beginnt den Frühling, mitten Im Januar. Noch ein paar Regen, noch ein paar Sonnentage und dio*e *o trostlose jmläische Wüste überzieht sich mit einer Flut von 8p»1 liehen! Gm* und!)unten Blumen, aus Ihrem Grau und Gelb Wird Rot und Violett. Es ist wie ein P,׳u־oxI»1nus des Blühen«. Aber er ist kurz. Ein paar Monate nur; dann brennt «ile wilde Sonne dieser Abhänge den Boden kahl, bäckt ihn zu stein• harten Scholien, verschließt ihn und läßt kaum kärgliche Speise für ein paar bedürfnislose Ziegen, Esel und Kamele. Die kahlen Berge riechen nach Oesebiclde, wie die Mauer, v.'ic der Tempel in der Stadt auf dem Kalkfelsen, von dem wir kommen. Hier sind die Orte der Propheten, hier «sind Stellen aus der JesusgescliiehU*. liier haben die Römer eine Straße durch die Wildnis gebahnt. Bei Windungen sieht man unten im Absturz den grünen Streife» des Jordan und einen Zipfel des Toten Meeres, Die Serpentinen folge» sich uimiifliöriidi, eine lialsbn'clieriselicr als die andere und landen un< Mt der bergiimfalltm Ebene, 11! der Jericho liegt, Eine neue Straße biegt hier »b, blau und glatt asphaltiert wie der Berg• weg. Steppe reibt *ich an Bergtvüsle; der Boden glitzert von Salz, Keine Vegetation, ein paar Doriistriiuelicr, selten da* grau zerzauste Gins, Weiße .Schnecken wie Blumen am Dorrt־ Strauch. I in paar halbverhungerte Kamele, die auch aus diesen drohenden, saftlosen Hornsträuchern noch Nahrung ziehen. Der TeufeUiee Abrupt endet der Weg am Ufer «le* Toten Meeres, Die Sonne ist jetzt Herr über die Wolken geworden und blau• silbern liegt «las Becken in seinem Ring von Bergen. Die ־trausjonimiBdie» Hügelketten sind nackt, ihre Linien lagern sich scharf übereinander ohne die rundende weiche Decke eines Waldes. 11! dieser Landschaft, die kein Grün kennt, spielen die.!;»rinnt in.einem wahren T{1mne|, Farben, die tonst nie zu finden sind. Auf der Terra»*!« am See sieht man bet Sonnenuntergang auf den Bergen das GollV'iü Braun, Lila tuul Schwarz hniibcrspielen, Rot miß Grau mischen sieh hinein. Der glatte Spiegel mit seinem Schimmern sieht liebiiel! aus und freundlich, aber ein drohender Zug liegt Ether allem. In di« sein Wasser schwimmt kein Fl»c!1, gedeiht keine Pflanze, atmet kein lebendes Wesen. Plc Schönheit der taghellen Mondnächte auf dem Wasser, der Sonnenaufgang über dem Spiegel, der Sonnenuntergang mit «len Farhctiorglcn der Berge — es scheint,;!I* wäre das alle* der Zauber de* Teufels selbst. Wenn er irgendwo zu Hau»e ist, oo muß e* hier sein, in dieser Senke, ein paar hundert Meter unter dem Meeres• spiegel, in diesem öligen dicken Salzwasier, auf dlcacn kahlen Steppen, Keine natürliche Wildnl* lut <*», in der Pflanze und Tier imherührt von meiwehUcher Willkür leben. E* ist die vollendete Unfruchtbarkeit. Kein Wn«*er befruchtet diene Salzsteppe. Mnn muß mideren Boden!!erbringen, wenn man hier ein grünes Blättchen gedeihe» sehen will, Karst, Steppe, Salz und Oede, auch tlic funkelnden Farben lassen die Herrschaft des Teufels nicht vergessen. Aber heute hausen mitten in dieser Satzwi'istc Men• seiten zu I hinderten, Der Hoden ernährt *ic nicht, jedes Körnchen Meid, jede Frucht, jedes Gemüse wird auf Autos Iicrangeachafft, Aller sie sitzet! Itter zu Hunderten und heginnen dem Teufeissce seine Schätze zu entreißen. Weithin am Ufer ziehen sielt die Fabriken, die Werkstätten um! die Arbeiferlager der Palestine Pottash-Compauy, Weithin ziehen sieh die Reservoire, in denen das Wasser verdampft, wie Schnee glitzern tlic Salzkrusten J» der prallen Sonne, lieber die blanke Straße nach Jerusalem sausen die Lastautos mit ihren staubenden Kalisäcken und In den Sommernächten tanzt liier in dem naliegelegciten Restaurant die Unternehmung!!• lustige Eleganz, von Jerusalem zu den Klängen der internatio• iiaieii Grammophon platten. Fs ist schwer, hier zu arbeiten, ei ist noch schwerer, liier zu lebe!!, Die Jordaiuenke stellt Etherall besondere Anfortlerim• gen an den Europäer, Tief unter dem Mecro«*piegcl gelegen, bedrückt ihre glühende Sommerhitze, *etzt die Energie her• unter, verlangt dne lange Gewöhnung, Aber tut den nnderen Stellen des Tales lohnt der Boden die men schliche Mühe mit Ernchtbarkelt, breiten *leb um die Gebäude grillte Felder, spenden Bäume Ihren Schatlcn, geben Blumen Duft tuul Er• frisclmng. liier gibt der Bode!! nichts andere* her nl« Kall und Salz. Nicht mir die Hitze, das Klima, ist ZU ertragen, sondern diese, bezaubernd farbige Oede, die Einsamkeit der Erde, J)k> Arbeiter in «len Werken hätten wohl allen Anspruch darauf, ganz, .beianuler» erstklassige Bed'mguitgcit zu erhalten. Bei andere» wüsten Gegenden dca Laude* bestellt ltnni« «las Bewußtsein und «lic Hoffnung, daß Energie, Wissenschaft und Heiß den Boden verwandeln. Iller wird es immer so bleiben wie es ist. Nur neue Gebäude können dazu kommen und vielleicht hier und da ein kümmerliches Gärtchen, das eich aus ״importierter“ Erde ernährt. Und doch arbeiten Ule Werke. Sie haben Hunderte von Arbeitern, arabische und jüdische. Die Reservoire füllen sich mit dem Meerwasscr, produzieren die Salze, die Arbeiter• Baracken reihen sich in langen Zügen aneinander, die Fabriken lösen das chemisch reine Produkt aus den Mischungen. Und Tag für Tag sausen dieriesigen Lastauto» mit der fertige» Ware den Berg hinauf zur Station ln Jerusalem, wo cs ln die verschiedensten Gegenden der Welt verfrachtet wird. Nr. W, 2, II!,!934 /' Außerhalb der eigentlichen Werkgrenze sind eine pqj!, schul aler, hoher, sonderbar wirkender Gebäude «יי* ז1,וזוז!.״1ז Iller *oll«1«׳ die verheirateten Arbeiter mdcrgebradit w'erd™ BMitr wohnen sic mit den ander» i» den Baracken de* Werk«' ihre Familien sj/ni vendmit in den Kolonien und Stadt״! (j£j Landes. Sieh nicht nur für die Toiiristensaison der Vt׳i״tfr! g> ino/mte, sonder» für da* ganze ]ihr, für Jahre, ticlkicht fur 1§ Immer, hier jiicdrrkosrit, ist ein großer Entschluß, ( . g, fc' schwer, hier Kinder anf/ii/Ichen, fern von jedem anderen Sk-j! hiiigspmikt, inmitten der Salzsteppe. Aber es ist auch nicM leicht, auf die Dauer getrennt zu leben, sich nur an den Feier* tagen zu sehen. Man will de« Versuch macfi«!. Das Lager »inj wachst־!!. Die Oase Eine Fahrt von ־zwanzig Minuten durch den Kmt un(j es öffnet sich eine neue Welt. Die umliegendeii Berge s״u| dieselben nackten, seltsam geformten KalkhiUhingen, 111;m noch den Tenfelssci־, der 1mm Imklig und blau in der Sonne blinJi’lt. Aber hier strömt lebendiges 1,yße.* Wav-cr, und wo es «äie Steppe berülirt, wird sie zur Oase. Wie ein kltin^!,«radle* breitet Jerlelio belia;4ieli «eine Bananen- und genplantagen an«, läßt «eine hohen P*ime11 gegen «len Ilinimet stehen, nälirt trop'melie und *ul1tr׳»pisehe Früchte. An seliöuen Hat1jrt«traß« liaben «lie Reiclieu au* Jerusalem ih!( Wiiitervillen. Anstatt auf «ler II<»f1c von Jerusalem zu frieren getiU'fkm «lie Ffibrer der aralikc'nen Odfentlirhkcit die WärmJ und den blauen Himmel «ler Jortlarwenke, die hluheiHlt-n Gärten timt «nftigen Früchte. Wo da* Wasser nicht mehr tiingelangt, wird rs wildst kahl tuul Öde, der Karstbode 11 *eldießt sieh wieder zur Steppt, ln wilden Schluchten klafft da» Gebirge auseinander und tief in •eitlen Falten findet man hier einsame Bauten, wie Netter in den Stein gehauen, unzugänglich, öde, verlassen. Kluger sind cs, manche nur mit ganz wenigen Insassen, «lie ()»e der religiösen Tradition hiiten. Fines er zählt die Geschichte de» Propheten Ellscliali, nach dem die Quelle lieillt, der Jericho *ein Lehen verdankt; ein anderes umschließt «len ״Berg der Versuchung״ aus der Jetmsgrichichte. Unendlich einiam hängen diese burgart igen Eie bilde in den Bergsehluchten, kaum zugänglich, im Sommer unter der Sonnenhitze, im Winter unter dem Sturm und stürzenden Regen, Wie an so vielen Stellt•» im Lande liegen die Schichten der Tradition über- und nebeneinander. Jeder Schritt erinnert an Ereignisse* au* grauer Vergangenheit. Man dnrdiklettert die Ruinen «les alten Jericho, der Stadt, die am Eingang der Eroberung Palästinas durch tlic Juden steht. Mm! folgt «len Spuren «1er Propheten, 111,111 geht auf de» Steinen der alten römischen Heerstraße, Wie in groß!•» Sprüngen entrollt »ich die Ocjsdiicbte der Oase und der umfassende!) Berge, Feld der WDsenschaft An der Straße jiadi Amman, der Hauptstadt TransjorJjntens, üifuet sich ci» Tor in einen Zaubergartat. Picht stehe« die Bananen, Agaven strecken ihre hohe» Blalfrr, Palme» stellen in langen Alleen, Zypressen umsäumi «/iS Zäune. Orangen wechseln mit Grape Fruit und all« Sinkt; von Trope nfrüchten stellen nebeneinander, Papayas und Avo* cados, Mango, ihr Geschmack ist fremd, ihr Aussehen unk׳־ kaiiut. liier war früher ein Garten des türkischen Oberhaupt«) dieser Gegend. Seit ein paar Jahren hat die Regierung dies« Zaubergewirr geordnet und eine Versuchsstation da raus ge• macht. Es soll erforscht werden, was in dieser wilden Sonnen• gegciid diircli reich liehe« Wasser, gute Bearbeitung, durch Wissenschaft, durch Einführung neuer Sorten aus Aegypten, at!« Indien, au« Kalifornien erreicht werden kann. Ger l'eBaebe soll luTitnskoimnen uu» «einem Elend, er soll neue lU'.irkl• itutg, neue Saaten keniieuleriieii. A« «len verschl«le״»ten Ecken Im I.audc sind solche Stationen entstanden und es wer• den immer nette gegründet. Der Obcrkom111ii*ar begünstigt diese Projekte, er treibt mit Energie die Arbeit vorwärli. Während Jericho mit »einen Lelunhäusern, «Kc mit Schilf und gedampftem I Iiick«el gedeckt sind, mit seinem aeltlafemlert Marktplatz, den «elireltemlen Kamelen und Wasserträgern!(•״ Bediiineufraueti wie ein Ausschnitt au* vergangenen Jaltf• hunderten numutet, In den die hupenden Auto* wie ein Ana• chroniiimi* hiiieinplatzen, arbeitet in diesem Garten die m«ler• nisiereiult; Winseitsdtttft. Sie revolutioniert langsam aber sicher die Fehler der Fellachen und mit ihnen ihr ganzes Lebert, ihre Hätiaer, ihre Anschauungen, ihre Begriffe, die Erziehung ihrer Kinder. Das Land In diesem Eckchen der blühenden und wilden Jordan־ senke, an dein metallisch blitzenden Salzsee, in den Kali• werken am Ufer, In der rieselnden Quelle «ler Oase, in den wuchernden Gärten Jerichos, den strengen Klöstern der Berge, drängt *ich wie in einem vielgestaltigen Symbol dieses ganz* sonderbare Land Palästina zusammen, E« ist «las Land, ",o ״Atilch und Honig fließt“, es ist das Land, das ״seine!> wohner Irißt“, tot um die Uier des farbenstrahlcndcn Te»Rb• secs, sprühend von Leben lind Fruchtbarkeit um «lie Quell«״ der Oase, In Jericho k;impfen die Fellachen um ihre ״״che Existenz; am Toten Meer arbeiten die Juden zur Ausbcutt»)» nie berührter Natur:,eliälze, halten arabische und judm™ Arbeiter einem mörderischen Klima und den schweren Arbeit)• Bedingungen stand. In Oase und Wüste schieben *Ich Asphaltiere und die flitzende!! Autos, die Jahrhunderte durch• kreuzen stell, Mittelalterliche Mönchsklöster, biblische Kamel• hirtcu,. moderne Maschinen. Wasserlosc SaDiteppen, biuhc״“c Oasen —das ist das Land, Der NacMolgcr des palästinensischen General-Staatsanwalts London, 28. Februar. (J, T, A.) In! li!11 e r h au* ז^' tete Abg. Oberst Josiait Wedgwood an den Minister 1 die Kolonien die Frage, ob für den vor einiger Zeit einen Uttiall ums Ltbci! gekommenen GeiicralstaaBa1״"״ von Palästina ElHott schon ein Nachfolger ernannt v0״ und wer dieser Nachfolger sei. Für den Kolonienminister wortete Malcolm Mac Donald! Der von dem verdorbener Mr. Elliott innegehabte Posten de! Rcglerimgsanwalt» wm durch Berufung eine* arabischen Beamten n * '״ , יי Muu El Alami besetzt, der einige Jahre iilitdiircn 1 vertretender Kegieruiigsaiiwalt war und in letzter Zeit 0״ High Commissioner als Privatsekretär arbeitet«• . '

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