Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 17 (27.2.1934)
- Date
- 1934-02-27
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 :JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 17» 27. H, 1934 H W 1 - J \ \ . v».‘יי• VjV *41' ־׳< \ v •/ יי׳ < i. זה;:;*5 u*» ישה /*י ry!M U*rr^K •«ך Uwa^|>ij fopSy*n / הי־ג אר־ן י אי/ז*יע1 ירדגומםאתנקממנ״ן .* גמול לוכלא׳בי נעעני yun1־־jr w גייר nnti •^ןזנ-פי׳סד־־־מעןר 4בל*ליה0 וזארידהוע«*/^ »יהי* יזס ן»׳st ר vpa< מוגז* * בדזךסררכיחיחידי 1»רורוחרסו 8״1ת5גמז«ז*י1ד בייכח אפה**ב04־*י גרידבז—־יןב1י<ן י׳/ .ברוך גי׳יך ־גידיו מידס גרוגזזבדזי1זגי־וברז «סתי• . . גרודים גתב-ים גרוג׳םבדי׳שי* אחי #וחור wr* ההן גלזרה »*ודה ן1ר1דיז זרפי tKsmi ס* *hrtvw «סן <י>י/«׳■ ך4*<מא£ילא בע\* ד אי אי«"׳ <ן׳יי* מ./יר0 1 40 . % J *{י־תדז") tv,nS»x ך"« 1/ , V : < L w, ■ 4־1 עצר־* \|| קי״יגלגס׳ע!י^.!1!ג~\^?־"1סג/י"^ לגב 1הי<£ אדרזיגי ס׳נד־־־־־־דיך: ך• ן * «־ V*»♦« מילה!•! •י:,־“:.וו:*סי0 רדדi:.j /*3« »י,1;יצי. *5.J) V׳ / N %, *׳ ״.f r;>j , * ’״ - 4 | IM»\ ttfjl f, ׳ ־.| Jlt יל■*־.:.«'* IW Mi , ■ '!vA «׳,וייותי! זעגרן■; ' |/ הי:׳׳ ״ . .y}\ ׳0*f^ ז<י **׳״#- “►ו Schl 11 fi teil einer Megilla des Andreas Marceli (aus der Kunstsammlung der Jüdischen Gemeinde Berlin) reisten weiter, bis... bis wir zu einer Stelle kamen, wo es nicht weiter ging, Olt irgendeine Brücke schadhaft, oder ob dem Lokomotivführer die (iednld .1־usgcgang111־ war, konnte man nicht fest stellen. Plötzlich, irgendwo auf der Strecke, hieß es: Sehh!If! Und dabei blieb es. Wo waren wir? Niemand wußte es mul kein Mensch kam des Weges, der 1ms Auskunft gegeben hätte. Unweit des Hahngclciscs lief eine Straße. Wir beschlossen, Kundschafter aus/uscliickcii. Nach langem Warten kamen die Späher zurück. Sic hatten in der Ferne einen Kirchturm gesehen. Also, irgendeine menschliche Siedlung. Unter der last des (je• päcks stöhnend, setzte sich unsere Kolonne in Bewegung. Ls war spät nachmittags und wir stapften durch unvorstellbaren Morast. Spät abends erreichten wir die Siedlung. Irgendein Oehirgsstädtchen in Karpatliorußlaiul. Vergebens strenge icli mein Gedächtnis an, um mich an den Namen zu erinnern. Unser Aufzug׳ erregte Sensation. Aus den Hütten traten die Einwoliner hauptsächlich Juden, und bald waren wir umlagert. ״Ausgerechnet am P11 r i m hat es Euch hierher verschlagen“, sagten uns die Leute. So erfuhren wir denn das Datum und wie lange unsere Reise gedauert hatte. Fs Uhlen lauler arme Leute in jenem Städtchen, aber bereitwillig gewährten sie uns Unterkunft. Auch sie wußten nicht, was in der Welt vorging, sie wußten nur, daß bis vor kurzem die (iegeiul zu Ungarn gehört hatte; von wem sie jetzt beherrscht wurden, war ihnen nicht bekannt, und überdies interessierte sie das an diesem Tage wenig, denn der ganze Ort fieberte in Erwartung des Puriinballcs, der am Abend im Wirtshaus stattfimlen sollte und zu dem wir Gestrandeten eingelailen wurden. Erinnert Ihr Euch mwh aus der Schulzeit an das Gedieht vom Manne im Svrerlaml, der sein Kamel am llalftcrband führte? Das Kamel wurde wild, der Mann fiel in einen Brunnenschacht, blieb an einem Strauch hängen, an dessen Wurzeln zwei Mäuse, eine weiße und eine schwarze, nagten, so daß mit absoluter Gewißheit damit zu rechnen war, daß der Strauch samt dem Mann in den Abgrund versinken werde. In dieser Situation bemerkte der Mann am Strauche Beeren; da vergaß er alle Gefahr und alle Bedrohung und naschte von den Früchten. An die Geschichte ist eine Moral gehängt: Dieser Mann;ms Syrerland, bist Du, lieber Leser. Der Strauch ist das Leben, die Mäuse sind Tag und Nacht, und der Bniimeugrund ist der Tod. Auf unseren besonderen Fall in den Karpathen, im kleinen Judenstädtchen eines Nie-!nnudslamlcs übertragen, waren wir Syrer geworden. Vergessen war die Not, vergessen die Kälte und der Hunger, vergessen der ungewisse morgige Tag — wir nahmen freudig die Einladuug zum Purimball an, und rasch setzte jeder von uns in dem ihm zugewiesenen Elcndsquarticr auch sein Acußcres instand; das Innere war durch den Uebergang aus den Lastwaggons in dachbedeckte Behausungen schon ohne besondere Anstrengung feiertäglich gestimmt. Als wir ins ״Ballhaus" kamen - in die Schankstube des Gasthauses da waren schon viele 1.eilte da, draußen und drinnen. Draußen die Kinder und die ganz alten und drinnen die mittleren Jahrgänge. Sowohl die eigentlichen wie die Zaungäste vollfiihrten einen Heidenspektakel mit selbst angefertigten ,,Ratschen“, Graper genannt. Genau besehen war es ein Masken- und Kostümhall. Die Larven waren irgendwelche Tuchfetzen mit zwei Löchern für die Augen, und die Kostüme waren hauptsächlich Baueriitrachfen. Das militarisehe Element überwog. Um jene Zeit trug jedermann Uniform, weil mau einfach weder Geld noch die Möglichkeit hatte, *sich Zivilkleider zu beschaffen. Jedenfalls herrschte das Feldgrau und der Militiirschiiitt vor. Und was für Uniformen waren da zu sehen! ()österreichische, deutsche, türkische, rumänische, italienische und sehr viel russische. Hinter diesen Uniformen verbargen sich etwa nicht Türken, Rumänen oder Italiener, sondern meistens Juden und Nichtjuden aus dem Städtchen und dessen nächster Umgebung. Die Uniformen stammten von Kriegsteilnehmern, die die verschiedenen Stiickc aufgelesen hatten und sie nach Hause mitbrachtcn. Das Publikum war sehr gemischt. Juden, Ungarn, Rutheneu, Zigeuner, viele russische Kriegsgefangene, einige Deutsehe und sogar ein Amerikaner. Auf welche Weise und wann dieses bunte Gemisch in die Gegend gewirbelt wurde, das festzustellen wäre vergebliche Mühe gewesen. Die Zahl der Nicht- Juden überwog. Warum diese Veranstaltung Purimball genannt wurde, war auch nicht ganz klar. An Purim erinnerte mir das Datum und ein dralles Bauernmädchen, das als ״Königin Esther“ ausstaffiert war. Arrangeur des Festes war ein russisch-jüdischer Kriegsgefangener, seines Zeichens Drogist, der im Städtchen hängen geblieben war, offenbar wegen der ״Königin Fsthcr“. Der Drogist hatte darauf bestanden, daß die Veranstaltung als Pari m hall aufgezogen werde. Wir ließen es dabei bewenden und stürzten uns in den Strudel der Freude. Diese aber war wirklich groß. Fine Zigeunerkapelle spielte schweißtriefend. Ungeheure Mengen S/ainorodncr, einer Art Tokavmvein, trugen dazu hei, die Stimmung zu heben, Ein wahres Sprachciibabcl durclisclivviirte den Kann. Das Publikum vor dem Gasthaus nahm lebhaften Anteil an den Ereignissen im Saale. Höhepunkte waren nationale Solotänze. Der Drogist und die ״Königin Esther“ tanzten der Reihe nach einen ungarischen ״Cznrdns“ mul einen russischen ״Kosak“. Ein amlerer Kriegsgefangener absolvierte einen walacliischcn Tanz. Eine Gruppe demonstrierte einen ״Chassidischeu“. Allmählich benebelten siel! die Sinne vieler Festgäste. Einige fielen um und entschliefen selig. Die Musik, das- Oesclirei, der Tanz und der Jubel dauerten bis Zinn Morgengrauen. Keiner dachte auch nur an die michsieu Stunden, man war einfach da und freute sieh. Was kümmerte es einen, daß inan von aller Welt losgerissen war, ״daß inan kam und nicht wußte woher, daß man ging und nicht wußte wohin“. Nur daß man sielt, anders als Angelus Silesius, gar nicht wunderte, daß inan so fröhlich war. Trotzdem die Gesellschaft reichlich bunt und durch die Kricgsereignisse und Zufälle zusainincngewcld war und nicht gerade aus den ruhigsten und gesittetsten Elementen. unter den Zeitgenossen bestand; trotzdem eigentlich keine richtige Obrigkeit vorhanden war und das Städtchen einer einsamen Insel im Meer des Ungewissen glich, kam es während der ganzen llalluaclit zu keinem Zwischenfall, der das Eingreifen des Wirtes, des Ballregisseurs oder gar der Polizei —• ich weiß nicht, oh eine solche überhaupt existierte — nötig gcmacht hätte. Allotria, Gehopse, Gesang, Angchcitcrtscin gab es — aber keine gewalttätigen Explosionen. Als der Morgen heraufzog, lud uns der Drogist, zu einem Frühstück in sein Quartier. Geräumig war es bei ihm nicht, aber die Stimmung dadurch keineswegs becinträchtigt. Anstatt zu unseren Gastgebern zu gehen, blieben wir beim Drogisten, und auf der harten Diele seines einzigen Wohnraums schliefen wir unsere Müdigkeit und den Rausch der Ballnacht aus. Dam! aber kam der graue Alltag, Es dauerte sehr lange, bis wir nach unsäglichen Midien wieder in Gegenden kamen, wo cs regelrechten Balniverkehr und eine richtige Obrigkeit gab. Die Erinnerung an den P u r i in b a 11 in Niemands- I a n d bewahrten wir aber als Gedenken an einen Ausflug auf eine Insel der Seligen. m.W. Kunstbücher Hermann Grimm, I.chcn Michelangelos. Plmldon-Vcrlng Wien. Mil )0(1 Bildern in Kupfertiefdruck und einer F'alttafcl. Preis 4,80 RM. Das Leben und Werk Michelangelos bezeichnet nicht nur einen Höhepunkt abendländischer Kultur, sondern es ist zugleich ein Dokument des unvergleichlichen Einflusses unserer Bibel auf den europäischen Geist. Wir Juden selbst vermögen 1ms, wenn wir an Gestalten wie Moses, Joremia, Jesaja 11. a. (lenke״, kaum mehr der Vorstellung der entsprechenden Figuren Michelangelos zu entsehlagcn. So ist dieses einzigartige Genie ein Zeuge, für die Bedeutung der jüdischen geistigen Uehcrlicfening für die Groilfatcn europäischer Kunst. Es ist eine bewundernswerte Leistung des Pliaidon-Vi’rlages, daß er seinen übrigem schönen Ausgaben null auch dieses berühmte Werk Hermann Grimms in einem ganz nuistergültigen Bande anreiht. Ein Puch von *XX) Seiten, tadellos gedruckt, das gesamte Werk Michelangelos auf Kupfertief- (Iriicktafclu enthaltend, wird für den Preis von 4,80 KM. gehoteil. Dies ist eine vcriegerisclic Tat, die Dank und Allerkeunung verdient. Die Stilarten der bildenden Kunst im Wandel von zwei Jahrtausenden. Von Max Dcri. Mit 48 Abb, Berlin, Deutsches Vcrlagslians Bong Pc Co. Preis 4,80 RM, Stilgcschichtc ist Ge'ustesgeschiclitc, denn der Baustil jeder Epoche ist ihre formgewordene Religiosität, Dcri versteht diese geistigen Hintergründe aufzudecken und 80 ist dieses Buch nicht bloß beschreibend und unterrichtend über den Formwmidcl, sondern zugleich ein kurzer Leitfaden über zweitausend Jahre geistiger Wandlung. Dieses populäre und doch niveauhaftc Buch wir^i zur Orientierung vielen gute Dienste leisten. Die Juden der Gegenwart Soeben erschien eine englische Ausgabe a, großen Werkes von Arthur R 11 p 11 i n über die logie der Juden der Gegenwart" im Verlag McMillan (v (\ St. Marlin's Street, London (Preis 15 Sh.). Das Buch ״ebr,« zu der vom Professor der modernen Geschichte an der |u? versität Manchester, E. B. N a m i v r, herausgegebenen <4:,, ״Studien zur modernen Geschichte". Namicr, der hekaontlirh selbst Zionist ist, hat der englischen Ausgabe ein VomJ vorangesebiekt, in welch cm er ausfuhrt, daß das Anwarfu״ des Antisemitismus auf der Welt eine Information der ()e(ffl!j liclikeit über jüdische Dinge not wendig macht. Daher *ei daJ Buch von Ruppin besonders willkommen zu heißen, weil ״ eine Fülle von objektivem Material ausbreitet. Vor allem aher so sagt Namicr, will das Buch de״ Juden selbst Kenntnisse vermitteln. Die englisclisprecliciuie Jiidcnscliaft ist heute relativ größte Bruchteil der (icsamtjudcnlicit. Die Juden aber obwohl sie sich bisher vielfach nicht um Jüdisches gckiim! inert bähen, müssen heute cinsehcn, daß ihr Los 1!*^’ Fildes in ihrer eigenen Hand liegt. Der I lerausgeber pohm!. siert in seiner E'iiilcilting gegen die Assimilations-Theorien,(j!f keine Lösung der Jitdenfrage bringen können, und zeigt) in. wiefern das nationale Programm und insbesondere der Zfo. riismus einen Ausw eg bietet. In dem Werk von Ruppin seihst das in der deutschen Ausgabe bereits IQ'30 ahgcschlowcn vorlag, sind in der englischen Ausgabe auch die ntutyw Ereignisse *eit PHD berücksichtigt. Die Herstellung des Papiers Eine geschichtliche Erinnerung Die alten Aegyptcr müssen sehr tüchtige Kaufleute und Propagandisten gewesen sein._ Heber ein Jahrtausend beliefe:■ ton sie die alte Welt mit ihrem Papier, das sie aus de: Papyrus stände berst eilten; nur sie allein können es machen so ließen sic die Welt wissen, weil das Geheimnis im K!|l wasser läge. Ein solcher Papierbogen kostete damals ungefähr 4 Mark, dafür konnte man mir eine Seite beschreiben, »eil die Schrift auf der arideren Seife durchkam; die üricdi« aher setzten einem ihrer Landsleute ein Denkmal, weil t: durch ein l.eimverfahrcn dies verhinderte. Im Jahre 152 n. (ihr. erfand der Chinese Tsai-itu! die heule in der ganzen Weit gebräuchliche Herstellungsart dn Papiers aus Lumpen. Ihn das siebente Jahrhundert kam du chinesische Methode ins Ausland, was der ägyptischen d«t Garaus machte. Ucber Samarkand und Damaskus kam di׳ Fabrikation mit Lumpen durch die Araber nach Spanien und von dort nach den übriger! Teilen Europas. Und im Jahre 1120 schrieb der Abt Peter von Clugny eine Anklage gegen die Juden, weil sic ״Papier aus Abschabscl alter Lumpen (ex rasurls vetcrum pannorum) und anderen gemeinen Dingen‘‘!!erstellten. Und jetzt, nach 800 Jahren, wird immer noch das Papier aus Lumpen fabriziert! Es wäre für einen Historiker eine dankbare Aufgabe festzustellen, nicht, welche Vorwürfe man im laufe der Jahrhunderte gemacht bat, sondern, welche Vorwürfe man den Juden eigentlich nicht gemacht hat. Bücherschau Paul Wiegier, Das Haus an der Moldau. Roman. Ernst Rn• woldt Verlag. Berlin PHI. Paul Wiegier bat vor dem Krieg eine Reihe von j»hrcn in Prag gelebt und die eigentümliche Atmosphäre dieser national gemischten Stadt, in der eine neue Periode eurem• isclier Politik sich ankümligt, in sieh aufgenommen. Nun hat er einen Roman geschrieben, der ein Unikum darstellt, in dem mit größter Präzision die Topographie der Stadt, mit unzähligen VorkriegH-Straßcniiainen, Häliscrbeselircibimgen 11, .1, in die Darstellung aufgemmuneii ist. Dies ist für den Kenner reizvoll, für den Eremden wohl etwas beängstigend. Vom jüdischen Prag, das einen wesentlichen Bcstamlleil der Stadt bildete, ist verhältnismäßig wenig die Rede, mul di passieren manche Schnitzer: es ist unmöglich, am ״langen Tag“ (Jom Kippur) in der Altneiischul betende Juden mit Gehetriernen zu sehen; die Cliewra Kadischa heißt nicht ״Chohharah Keduscliah“. Gelegentlich treten auch jüdische Episodenfiguren auf, z. B. der aus dem Gefängnis befreite fTilsiter, der liier ״Leib Beer“ genannt wird. 111 der versinken• den Welt Altösterreichs mit ihren politischen Spannungen und dein vergeblichen, weil von keiner echten Spontaneität getragenen, Suchen nach neuen Formell begibt sich der mensen• lieb ergreifende Untergang des Dr. Schamlera und seine' Familie. Dies ist mit der Sprachkultur Wieglers so erzaM. daß viele dieses Buch der Traurigkeit liehen werden, weil ft ein Spiegelbild des Lehens ist. *• Ein Buch von Sinclair Lewis. (Ami Vickers, Roman von Sinclair Lewis. Rowohlt-Verlag, Berlin.) In die bunte Reihe der amerikanischen Charaktere, 1״e Sinclair Lewis vor 1ms liiugcstcllt hat, zu dein Schlagwort-Ain rikaner Babbitt, der erbarmungslosen Satire Linier *י:,־”"’" dem Helden Arrowsmith und dem heimlichen Helden 1׳°(*' Worth tritt nun zum ersten Male eine Frau: Ami Vickers,' Mittclwestcii kommend und in den Wirren von Krieg u Nachkriegszeit zur Krankenpflegerin, f;ra11enrechll׳*rm ״ So/ialarbciteriii erwachsen. Vielleicht, daß die vielhcri״'. Verklärung der Frau im amerikanischen Gefühlsleben ״11"״ . Widmung an Dorotliy Thompson, deren ״Kenntnisse und ״ Schläge es ihm ermöglichten, Amis Geschichte /'• schrei»' ן diese Miitclpuiiktsgestalt ein wenig schattenhaft und 'r"'E ziös vorbildlich, nicht ganz so blutvoll wie dic amimi H"‘j Von Sinclair Lewis’Gnaden erstellen ließen; vielleicht aucn.'•׳ der Wunsch, in die verhüllten Schrecken amerikanischer j fängnisse einmal liiiieiiizuleuchten, Lewis den Menscher״'' ■ noch stärker bewegte als Lewis den MonschendarsH Sicher ist, daß Aon trotz ihrer vielfachen Erlebnisse ei» "‘ י blaß bleibt — eben weil der Künstler es gar zu gut ״״ . meinte. Erst als sie ihr Lraucnschicksal vollendet >»'" Manne, den die bürgerliche Gesellschaft verfemt hat, so>} bindet — die Gefängnis-Aufseherin dem ehemaligen ץ ' gelten —, da wächst ihr reifes Menschentum auch ,um llcrz. — Lebendig wie immer hei diesem klarsichtige״ j, oh,achter der menschlichen Tragikomödie sind die, ' huschenden Kleiiibikler aus amerikanischem Alltag jn und Frieden. Viel jüdische Profile darunter, ohne L»'h' ' . auch ohne Haß gezeichnet: so etwa der mitten atlS,j! jCbe quäl heraus tapfere I laiiptmann Rcsnick, dem Anns erste gilt und der sie — ein in amerikanischen Büchern wiedcrkcltrcndcr Zug - ■ am Ende doch verläßt, um ('י fnl Lea zurück/ukclircit; mul die arme Tessie Katz ״״' Uj; orthodoxen Vater und ketzerischen Bräutigam; aber a» ' f prächtige Acr/tin Dr. Malvina Wormser, die Ann mit c K j(f Gefahr aus tiefster Lebensnot hilft. Und ,leider auc ״Kaufmann, der früher einmal arm und jüdisch, »? 5ן״ wohlhabender Mann und Antisemit geworden war und J G״. der Höhe seiner Laufbahn reich und von oben heran , freundlich wurde..." Wir kennen sie alle — und wü ''r(a!|S. teil, sic (mit wenigen Ausnahmen) nie wiederzusehen. י erscheinungen, wie sie im Amerika der Pr0.sl?,c״tLjCn, häufig waren wie bei uns in den vergangenen Jahrzenn