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Jüdische Rundschau · 1934-02-23 · Heft 16 (23.2.1934) · page 14

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 16 (23.2.1934)
Date
1934-02-23
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 'JÜDISCHE RUNDSCHAU Mütter und Spottgedichte gedruckt, Münzen mit seinem Pertrat geprägt. Die Geschichte der großen jüdischen Oemcimle in Amsterdam mit Ihren Synagogen und berühmten Gelehrten JMenas.se b. Israel, Ephraim Bonns, Bnrucli Spino/n), seinen interessanton Grabsteinen wird durch Itildor veranschaulicht, die Entwicklung der Prager Gemeinde, das Gesicht der polnisehrii und russischer! Großpemeimleii wird lebendig, die Entwicklung seit der Emanzipation, seit Moses Mcmleisohn una der Tilgung des Synliediions in Paris (1807); alle fuhren* den Persönlichkeiten des Judentums sind in dieser Sammlung Vertreten, die jedem Forschenden unentgeltlich zugänglich ist. Daß das in Vitrinen und Schaukästen ausgestellte Kult* ß־ c rät alle Erscheinungsformen erfaßt, von der Hsominibuchse bis zur Mcuorah, vom gestickten Thoravorhang und den gemalten Thorawim prln Ins zur vollständigen Synagogen• eiiirichtiing (Rekonstruktion einer miirki.sclicn Synagoge), kann als bekannt vorausgesetzt werden, ebenso daß bei Aufstellung der Stinke keine beschrankende Auswahl nach I torlo'.nfts• ländern getroffen wurde. Neben Stücken deutscher Provenienz sieht man solche aus Italien, Holland, Polen und Rußland, wobei gerade die Abweichungen im Ornament und Im Detail bet gleich bleibender Grundform stilgeschichtliche und kul* tische Differenzierungen beweisen. Das Berliner Jüdische Mnscnin würde aber schier Auf* gäbe, ein umfassendes Bild von dem gesamten Kunstschaffen des jüdischen Volkes zu geben, nur unvollkommen gerecht werden, wenn es die Beziehung zur Kunst der Gegen* wart außer acht ließe. Gerade dadurch unterscheidet sielt dieses Museum von allen anderen Sammlungen gleicher Art, daß es sich nicht mit Retrospektivem allein begnügt, sondern daß es fördernd und erziehend wirken will und sich nicht scheut, _ die Probleme der modernen jüdischen Kunst zur Diskussion zu stellen. Man hat der modernen jüdischen Malerei und Plastik zwei grolle Sale cingcräumt tmd alle Richtungen und Stile, angefangen bei dem Impressionismus Max t iebermanns und endigend bei der jüngsten Formenspräche eines Menkes oder Bnrc/insky sind vertreten. Das Jüdische Museum, das in seinen neuen, hellen und luftigen Räumen wirklich einen lebendigen Eindruck macht und nichts von der gefürchteten ״Mii.seumsluft", trotz Schätzen mit mehr als tOOOjähriger Geschichte nichts von Moder mul Atter spüren läßt, will neue Wege einschlagcn, um die Beziehungen zwischen Kunst und Publikum noch enger und lebensvoller zu gestalten. Fine Möglichkeit hierzu bic.ci der Jüdische M uscumsvcrcin, der Freunde und Gönner des Museums zusammenfaßt und dem das Museum einen großen Teil seiner wertvollsten Stücke vordankt, bin weiterer Schritt dazu sollen gesellige Vcranstaltiingcn in den Räumen des Museums bieten, die Künstler, Laien und Fachleute zu Vorträgen und Aussprachen zusamnicnführcn sollen. Erna Stein. Musikleben in }ezusaleiti (II.) Noch einmal: das Konservatorium. Das Jerusalemer ״Conscrvatory for Music", von dessen Anfängen wir in unserem vorigen Brief berichten konnten, steht seit einigen Tagen unter dem Patronat des High Com miss io- 1! e r s, dein die Schule auch ein größeres Geldgeschenk verdankt. Das Institut hat etwa 120 Schüler und ca. 20 Lehrer jetzt. Es versteht sich von selbst, daß die Einnahmen nur einen kleinen Prozentsatz der Ausgaben betragen: so ist man auf Mäzene angewiesen. Einer der letzten großzügigen Gönner war Huh e r m a!111, der sein letztes Konzert — in dem überfüllten Auditorium des V. M. C. A, — zugunsten des Konservatoriums gab. Zu Ehren der ‘Anwesenheit Hubermann* wurde ein feierlieber Empfang veranstaltet, der durch eine Ansprache des Uni* vcrsit;itsk;1117lers Magncs eine besonders feierliche Note erhielt. — Jacques Thibaud stattete dem Konservatorium einen Besuch ab. Es hat sich indessen ein großer Kreis um die Schule gebildet und Pläne aller Arten werden durchgeführt. Als Anfang einer Abteilung für jüdische und orientalische Musik wird Alice Jacoh-I.oewcnson im Rahmen der Schule einen Vortragszyklus über jüdische Musik geben, der in den nächsten Tagen beginnt. Einmal Thibaud und viermal Hubermann: Mit dieser Proportion soll nicht etwa gesagt werden, daß der große französische Geiger hier nicht einen riesigen Erfolg gehabt hat: seine unerhörte Meisterschaft, sein cisklarcs und dabei elegantes, immer stilsichcrcs Spiel hat eine zahlreiche musikbegeisterte Hörcrsebar herbeigelockt und entzückt. H ubermann jedoch ist seit vielen Jahren der erklärte Liebling des palästinensischen Publikums. Dazu kommt, daß er in diesem Jahr durch die anspruchsvollen, neueingewanderten deutschen Juden eine Zuhörerschaft hatte wie noch nie, daß er selber ungeheuer mitgerissen und wunderbar ״in Form״ war, kurz. — seine Konzerte waren bis jetzt das größte künstlerische und gesellschaftliche Ereignis der Saison — man riß sielt um die Plätze, die Säle (von denen jeder über 1000 Personen faßt) waren viel zu klein, au der Kasse, in den Vorräumen war ein solches Gewimmel, das man kaum bis zu seinem Platz vordringen konnte. Wir erleben in Hubermann immer von neuem einen der geistvollsten Violinisten, die es heute gibt; einen Grad von künst*!irischer Scnsivitüt wie er in unserer allzu sachlichen Zeit fast schon verlorengegangen ist. Wir sind glücklich, in Hubermann den־ Musiker zu haben, der — wie nur wenige heute — die Fälligkeit (und den Mut) hat, seinem Menschentum durch seine Kunst Ausdruck zu verleihen. Den Abschluß von Hubermanns Jerusalemer Konzerten bildetc ein Beethoven-Abend mit einigen der schönsten Kammerniusikwcrken. Zu dein großen Erfolg trug die Mitwirkung der ausgezeichneten Künstler: Thelma J eil in, Emil Hauser, Wolfgang Schocken sowie der immer treue Begleiter Siegfried Scliultzc ein gut Teil bei. Alice Jacob-Loewenson. Jüdische Sctialiplstten . Jedidia Gorochov: ״Schir hagammal", ״Bemerchav haemek“ (Columbia DF 634). Zwei hochbegabte und wunderschöne neu-palästinensische Volkslieder — man weiß nicht, ob sie mehr jüdisch oder mehr arabisch sind. Synngogale Anklänge. Ausgezeichnete Harmoniesation und Instrumentierung. Chaguli Schmu ei Darsi: ״Eloha j a vl samach Icwawi“, ״jawo hagoel jawo liagoel“ (Polyphon V 48 488). —* Typische orientalisch-jüdische Volkslieder religiösen Inlialts, stark assimiliert. Melodisch interessant, mit orien« talischen Instrumenten begleitet. Viktor Chenkine: ״Avlnu malkenu“, ״Bim Barn“, ..Chan* son sans Parolcs“, ״Vun wannen kommt a Jid״ (Collection ״Mismor“, Ss 1612/13/14/15). M. Kourganoff: ״Eli Eli“, ״Wos wet saln met Israel“ (Musik von Dyck), Ss 1457/58. Die neuen Schallplutten der Edition Salabert bringen Chassidischcs, Cabaret, Minhag Aschkenasi und Minnag sefardi, Volkstümliches in teilweise sehr guten Bearbeitungen. Eine Anzahl der Aufnahmen sind im eleiehest Vertag gedruckt worden — eine sehr gute laeet A. J.-L4 ׳ י*, n H.1334 )uuauua suu tiu » Von Manfred Oeis Tel-Awlw, im Februar 1034. Fast zur gleichen Stunde, da In Wirklichkeit in Pari» aut den Straften Unruhen stattfinden, erscheint auf der palästinensischen Bühne diese» Dokument der französischen RevolutionK-Epoche. Büchner schrieb nicht nur ein meisterhaft gebaute» Stück mit Rollen, wie jeder Schauspieler sic sich wünscht, er gab darüber hinaus in kleinen EinzelzÜgen und in einem einzigartig geschliffenen Dialog ein Bild des französischen Menschen jener Zeit. Seine Sprachscliöpfung Ist eine der stärksten, die die neuere deutsche Dr.imcnliteratiir aufzuweisen hat. Avigdor I I a rn c 1 r I gelang es, eine brauchbare hebräische lleberset/img zu liefern, da« geniale Sprachfeuerwerk des Originals wiederzugeben ist ihm nicht gelungen. Regisseur der Aufführung ist Friedrich Lobe, hinreichend bekannt durch sein Wirken als Schauspieler und Regisseur an deutschen Bühnen, Er nimmt den Extrakt de« Danton-Dramas, läßt Nebenfiguren und deren Szenen ver- .schwinden und verändert so das von Büchner kunstvoll zusammengesetzte Mosaik, Einige Streichungen wünscht man sich jedoch zurück. Schon in der Berliner Karl Heinz Martin-Inszenierung bedauerte man da« Fehlen de» letzten Aktschlusses, «!er der Lucilc gehört. Die Schauspielerin Barkait, der diese Rolle anvertraut war, bewährte sieh so gm in ihrem Auftritt vor Camilles Kerker, daß an ihren Fähigkeiten dieser Schluß wohl nicht gescheitert wäre. Mit einer eindrucksvollen stummen Szene läßt Lobe «las Spiel beginnen. Sein Bemühen um die Schauspieler bleibt währen«( des ganzen Abends spürbar. Die Ergebnisse sind unterschiedlich. Ausgezeichnet «lic Marlon der Lea De g»- nit. Man sah diese Darstellerin noch nie *o frei, »o beherrscht in der Bewegung und so fern vom Gebrauch billiger Mittel. Die Julie der Frau Schlonski wirkt indessen nicht ganz, überzeugend. Bel den Männcrrollen machen sich Hcsetzimgslclilcr oder einfach Mangel am not* wendigen Schauspieler-Material bemerkbar. Fast unerträglich der St. Just, der pausenlos »eine Rede licruntcrlciert, offenbar den Sinn seiner Sätze und die Bedeutung seiner Rolle nicht erfassend. C 11 a I f i als Lcgcndrc befriedigt und verdient ein besonderes Lob für gute und technisch cinwamlfreie Tongebung, womit cs fast ausnahm los bei den anderen Vertretern der Hauptrollen schlimm bestellt ist. Baraban als Robospicrrc hat sich eine Art Kopfstimme zureebtgemacht, deren permanenten Gebrauch er selbst nicht durchhält, und die dem Ohr des Zuhörers nicht gerade wohltut. Wenn er im Drama von seinen Gegnern mit einem ״keifenden alten Weibe“ verglichen wird, so bedeutet das nicht, daß der Darsteller selbst den Feminismus noch überparodieren soll. Robospicrrc war ein bezwingender Redner, Baraban ist es nicht. tJebcrhaupt sind den rednerischen Anforderungen der tragenden Rollen nur die wenigsten gewachsen. Danton, von dein cs bei Büchner heißt, er habe ״gewaltige Glieder'׳, ist Ccchowal, auf den diese Definition sicher nicht zu* trifft. Er ist ein ״hagerer״ Danton, das Ucber-Männliehe strahlt von ihm bestimmt nicht aus. Auch ist er kein. Redner. Sein Plädoyer vor dem Tribunal beginnt er bereit» mit Gebrüll statt mit Rulic und hat sich schon stimmlich übernommen, bevor ihm die erste rednerische Steigerung gelungen ist. Der Monolog im Kerker (״will denn die Uhr nicht ruhen?“) war indiskutabel. Würde die palästinensische The.1ter-״P01itik“ einen Austausch von Schauspielern gesiatten (was sie leider nicht tut), man hätte einen Danton ge* habt: den Iiahimah-Schatispielcr Mcskin. Auch 0,1 b a i findet für den Camille, den typischsten Franzosen «les Stückes, nicht den richtigen Ton. Sein Angstschrei im Kerker wirkt eher komisch als erschütternd, ln kleineren Rollen fällt Sklartsch als besondere Begabung auf. Mit dieser Aufführung setzt ״Ohcl״ den in der ״Drei- Groschen-Oper“ mit Erfolg begonnenen Weg fort. Mit natiirlieh geschminkten Gesichtern bewegen sich die Schauspieler ohne Exzentrik auf der Bühne. Man kann sie dazu beglückwünschen und Urnen raten diese Linie beizubehaiten. Bei intensivster Arbeit, die nicht zuletzt der Wiedergewinnung der natürlichen Stimmlage gewidmet *ein muß, wird es ihnen vielleicht bald gelingen, sich über das Mittelmaß hinaus* Zuspielen. Das Bühnenbild besorgte Rudi Feld. Er teilte die Bühne in Kammern auf, von denen nur Jeweils eine belichtet wird, soweit es sich um Zimmcrszcncu handelt. Die Oberbühnc benutzte er mir bei dem Gerichtsbild, um dort den Prasidentensitz zu schaffen. Straßenauftritte spielen auf der Vorderbühne, während eine Hauswand die Kammern schließt. Eine Treppe links vorne dient gleichzeitig auch als Tribüne für das Volk während der Verhandlung im Justizpalast. Das alle» ist sehr sauber und einwandfrei gemacht. Der technische Apparat klappt gut und die Drehscheibe erübrigt sich. Aber große Bildausmalic können nicht erreicht werden. Die Salons bleiben puppenstubenhaft. Den Darstellern scheint die Decke auf den Kopf zu sinken und sie haben keinen Raum um sich. Hätte der Danton wirklich ״gewaltige Glie* der״, die Möbel müßten unter ihm zusammenbrechen. JSilfcclie!•las Der letzte Satz meiner Konzert bcspreelmng in Nr_ , ״Jüdischen Rumlschau“, der lautete, daß man ״wird ,|a, gehen müssen, die jungen jüdischen Komponisten d«x |Ja! und Auslandes den jüdischen Hörern nahe zu hrj,!״t, ״' I hat mir einige Anfragen eingetragen, ich möchte doch*' y ' j men solcher Komponisten bekannt );eben. Bevor k:l! :׳ tue, möchte ich, um Mißverständnisse zu vermeiden, n0,aj| einmal betonen, daß auch wir Juden das uberkonm1t,, musikalische Kulturgut aller Länder und Völker pf|cJe sollen, insonderheit in Deutschland die Musik des 111״!״״ (Händel, Bach und ihre Vorläufer), der Wiener Klassik!!!^ gar Min. der Romantik bis einschließlich Hans Plitzncr. Es hatte keinen Sinn, sich hier in ein geistig« Ghetto cinzukap Aber da 111:111 von den Programmen so gut wie aller In Deutschland die Werke der Komponisten jüdischer!״ן* kunft völlig verbannt hat, ist es nicht nur eine Ehrc1m|jKflt' sondern, um das Schaffen jüdischer Musiker zu fördern anzuregen, eine unbedingte Notwendigkeit ih,. Werke aufzuführen. Dabei muß fn Kauf genommen werden* daß ein Teil dieser jüdischen schöpferischen Musiker an der Spitze des neuzeitlichen Miisikschatfcns steht; und wem! m׳t Arnold Schönberg manche nicht einverstanden sind 5״ muß diesem bedeutendsten aller jetzt leitenden jüdi.schen Komponisten unbedingt in jüdischen Konzerten ein ird;״ Raum cingcräumt werden. ' Schönberg gehört bereits zu den Bekannten oder Berühm. ten; ich nenne von eben solchen, die gepflegt werden müssen! Bernhard S c k! c s, Maurice R a v e I, Darius M i I It a ud, ,\(0ןזן Castein tiovo-T edesco, Ernest Bloch, Ernst loch Kurt W c i i 1 und Egon W c 11 e s z. "* Ganz besonders wurde in Rußland versucht, eine jüdisch, nationale Kunstmusik bewußt zu schaffen, liier sind nennen: Joel Eng ei, der die Musik nun ״Dyhuk“ ge«t!ric, ben hat, Joseph Achrori, M i I n c r, Michail Cin e jnin die Brtider Gregory und Alexander Kr!in und des Ict!! teren Sohn Julian und Alexander W'cprik. Alle diese zwischen 1880 und 1000 Geborenen haben Musik jeder 09t, tung, auch Lieder mit Klavier und Orcli ster sowie Chor, werke geschrieben. Ein weiterer lntercss.׳ntcr Russe ist N'i. colai Lopatnikoff, dessen Sinfonie at׳< einem Tonkunst!«, fest des Allgemeinen deutschen Musikvereins großes Auf. sehen erregte, und von dem zahlreiche Kammermusik- und Orchesterwerke vorliegcn. Weiter: Lazarc S a m i n 9 k y, ein Russe, der in Amerika lebt und der unter anderem interessante Ballette nach orientalischen Sujets geschrieben hat; Mor• dcclui Sandberg, der, ebenso wie Erich Walter Stern, berg, in_ Jerusalem lebt, beide Komponisten modernster Art; Mihai Jora, ein rumänischer und Ale an, ein tranzö• Bischer Jude. Von Deutschen seien erwähnt: Heinrich Sclu• lit, München, und Hugo Adler, Mannheim. Das sind natürlich noch längst nicht alle, die ich kenne. Aber cs wird sicher noch eine Anzahl geben, «lic ich nicht kenne, oder von denen man nicht weiß, ob sic jüdischer Her* kunft sind. Ich würde daher nnregen, um diese Liste zu ver• vollständigen, daß fehlende sich melden. Ich möchte im übrigen hier abschließend betonen, da® es durchaus wünschenswert ist, auch das Schatten der der Vergangenheit angchörenden jüdischen Komponisten zu pflegen. Aber man muß ja nicht gerade immer nur wieder und wieder die oft schon bis zum Uebcrdruß gehörten bekanntesten Werke dieser zum Teil großen Meister bringen. Es gibt in dein Schaffen der Saiomonc Rossi-Ebrco und seines Mantuaner Kreises, Offen hach, M c n d e is sehn, Mc ver beer, Haicvy, Gold mark, R u binsttin, Ferdinand Hitler, Joseph Joachim, Ferdinand David, MoscHclcs und Gustav M a it l c r ., . , (gewiß eine bunte Reihe, die aber doch wieder eine gewisse Vielfältigkeit verbürgt) noch genug Unbekanntes, das wert ist, atilge* führt zu werden. Dr. Oscar Guttmann, Ela ftMlscte KnHürband la Bayern Die bayerische Staatsregicrung hat in einem vom bayerlsehen Kultusminister Sehe mm gezeichneten Schreiben der Schaffung des ״Jüdisch en Kulturbunds in Bayern״ zugestimmt. Träger dieses Kulturbundes sind der Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden lind die Ocmeinden selbst. Eine Besucherorganisation wie beim Kulturbund in Preußen und in anderen Teilen des Reiches ist in Bayern nicht vorgesehen. Alle Veranstaltungen und Darbietungen sind ausschließlich auf Gemclndemltglledcr beschränkt und dürfen nur in jüdischen Zeitungen angektindigt werden. Vorn Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden wurden in den Vorstand des Jüdischen Kulturbundes berufen: Konsul Justizrat Dr. Ballin, München, als Vorsitzende^ Rechtsanwalt Dr. Hans Taub, München, Dr. Alfred Eraenket, München. Ztun Geschäftsführer ist Kapellmeister Erich Erck ernannt worden. Die Eröffnungsveranstaltung findet am 25. Fcbruar in der Münchener Hauptsynagoge mit einem Konzert des aus 30 Damen und Herren bestehenden Münchener Kulturbundorchesters statt. Hubermann als Organisator der Philharmonischen <!««11• Schaft, Aus Jerusalem wird uns geschrieben: Wahrend seines Aufenthaltes in Palästina entwarf Hubermann «inen großzügig angelegten Plan, um aus dein schon bestehend« Orchester ein musikalis« 11 und künstlerisch vollkommen» Instrument zu machen. Eigene Erfahrungen und genaue In• formationrn dienten ihm dabei als Grundlage, Vor allem aber war es Liebe zum Aufbau von Ercz. Israel, «lie ihn ver* anlaßte, seine Energie auf dies Ziel zu konzentrieren. So berief er am letzten Tage seines Aufenthaltes in Palästina eine Versammlung nach Jerusalem cinv um zur Verwirk׳ lichung seiner Ideen zu schreiten. Er lud neben interessierten Vertretern der maßgebenden Finanzkreisc Mitglieder der schon existierenden Pliillinrmonisclicn Gesellschaft ein, daneben die führenden Musiker aus Jerusalem, Tel-Awiw und Haifa sowie die Kulturkninmission der Arbeiterschaft. Ihnen entwickelte er folgendes Programm: Um das Orchester auf eine künstlerische Höhe zu bringen, müsse zunächst eine An• zahl ausgezeichneter Bläser nach Palästina gebracht werden. Sodann aber steht im Brennpunkt des Interesses vor allein die Dirigentenfrage. Ueber «len jetzigen jungen Leiter der. Phil* harmonischen Konzerte, Fricdlacnder, äußerte er sich m lobenden Worten und erklärte, daß er vorläufig an zweiter Stelle eine sehr positive Arbeit würde leisten können. An den ersten Platz jedoch gehöre ein Meister großen Formats, tf beabsichtige, mit Dirigenten wie (1 ab r i i o w it sch, Do• browen und Stein h erg in Verbindung zu treten, «nt »ie zu veranlassen, während einiger Monate im Jahr cm« orchcstercr/ichemchc Arbeit in Palästina zu übernehme!). Was die materielle Seite des Projekts betreffe, גי sollten •die heute schon existierenden Gelder der Philharmom• sehen Gesellschaft einmal durch sofortige Spenden vermehrt werden (er selbst gab ein Konzert zugunsten der Gesellschaft)! Sodann aber sollten in «len drei Städten Abonnements für cm, zwei oder sogar drei Jahre aufgelegt werden, durch deren Zeichnung sich eine große Anzahl von Menschen verpflichte, die Konzerte «!er Philharmonischen Gesellschaft zu besuchen• Aut diese Weise solle eine Basis für die praktische Arnei! geschaffen werden. — Die Geschäfte <l«r Gesellschaft fahrt ein Vorstand, an dessen Spitze der Bürgermeister von,, , ' Awiw steht. Er wird von einem Wanti von Faehmusiker״ beraten. Zum Vorsitzenden der musikalischen Sektion wurde der Komponist E. W. Sternberg gewählt. *’• Das Kunst-Werk, eine Hilfsaktion für bildende Künstler, fiat in den letzten zwei Monaten seine Postkartenfolge nach Werken jüdischer Maler in mehr als 400 deutschen Gemeinden verbreitet. Mitte Februar erscheint die zweite Kartenfolge mit drei neuen Werken: Meta Cohn-Hendel (Berlin), ״Morgen am Bergsec״; Leo Mayer (Frankfurt a. M.), ״Selbstbildnis von oben“; Julius Rosenbaum (Berlin), ״Joseph wird von seinen Brüdcrh verkauft״. Die Tänzerin D’vorsh Bcrtonoff, liervoTgcgangcn aus der Triimpy-Skoroneil-Schule, hat an dem neuen Konservatorium in Jerusalem einen Lehrauftrag für tänzerische Entwicklung zur Bühne erhalten und ihre Tätigkeit dort bereits aufgenornmen. Der Regisseur Altred Wolf wurde von der Lcitung d{ Jugendsiedlung Bcn-Schcnicn aufgeiordert, das dicsjahuR Festspiel zu Schawuoth zu inszenieren. Hierfür ist I•0״ Landaus ״Flug um die Welt“ in palästinensischer Bearbeitung (gemeinsam mit Dr. Heinrich Infcld) vorgesehen. Einstuaie* runff der Tänze: Tanja Wcllhöhner. In Anwesenheit des italienischen Königs und einer Reih* von *׳,ardinälcn fand in Ro m die Eröffnung der I n t er1'* ״ *®* n&len Ausstellung für religiöse Kunst »»;• der Ausstellung sind auch drei bekannte italicnisch-pdisc Künstler mit einer Anzahl von Werken vertreten. Es s׳n״ , der Maler Aldo Carpi, und die Bildhauer Menasse und Arng״

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