Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 16 (23.2.1934)
- Date
- 1934-02-23
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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jüdische Rundschau Seite 7 jjg ן, Mn beides liehen, rächte Menligkcit /ciif t dem weiter waren Villen Ent- ־ und 10 7U stver-?hört; den (IC- I 1:0mich eben, sein, düng s. — ihnes :!tritt t für isten die I ein e zu 1ani• D. Soll, :her. ,* 1«. n »• 1934 ~\r * r ist seinerzeit _ den Zustrom von jüdischen s.n. Paris, im Februar 1934. hier darauf hingewiesen worden, daß . - Auswanderern aus Deutschder französischen Oelfentlichluit die Juden ,grolle ','if‘1 geworden «im•• Her Weg von der Reportage bis zur ' icn Brtrachtimg war lang. Noch fehlt cs nn einer grimd* ״I ausführlichen Darlegung, aber wenn nicht alle Zcitriigeii, werden bald auch ernste Bücher über die 1110j11(|e1dr.1!:e vemffnitlieht werden, Momentan ist das :Ln erreicht, «lull sielt die ernste״ Revuen das Thema 4 j,״|r11fr;1ße“ angelegen sein lassen. Die leide und viel- .״ interessanteste Publikation dieser Art ist int altehrdiccn ״M crcu re de Irancc" in der Ausgabe vom ' i'ciiruaf ei schiene II. Der Aufsatz fuhrt den litcl ״Le i^lfrine Jttit soliiblc ״(übt cs für die Jinlcnfratfe |risungDer Autor, O, Weiter, ist kein Professor .. Oficntahdik und hat mutmaßlich auch nicht die in frmi- ,\i<chcr Sprache vorhandenen grundlegenden Werke über ‘;,Judentum gelesen. Dafür scheint er die modernen poli- .ulten l’roblcine, die mit der Judenfrage Zusammenhängen, 4 f0 genauer zu kennen. Fr gliedert seinen umfangreichen Vji'eiU m *frei 1 eile. Interessant ist, dal] er sich die Ter- «״iiloRie ״Arb ז und Juden" zueigen macht und darauf ver- 4tft, die in Frankreich sonst übliche Unterscheidung Chnskn - Israeliten" zu gebrauchen. ' ersten Kapitel seiner Untersuchung schildert er die Cifsehichtc der indischen Diaspora bis zur Gegenwart. Fr edlt lest, da II die lihcralisiische Auffassung der Juden frage ,-hon Her Vergangenheit angchört, wenn auch gegenwärtig ,j einigen über,•»!•demokratischen Staaten Westeuropas die ״,« dtr fran/iisischen Revolution 1791 zuerst vorgenoinmenc fiunripat'״״ der Juden noch voll in ricltung ist. Zwischen Ufn und Ariern gehe es nicht wegzulctignendc Verschiedfr.heitcn. Das soll, nach der Meinung des Autors, kein Wert-;f*fil darstellen. Aber cs wäre ein Widerspruch zu den Tatyditii, wollte man die konventionelle liberale Phase von :er Cilf ich n rt i gk e i t der Juden und Nichtjuden gedan- 411« wiederholen. Fs ist selbstverständlich, daß Weiter je Entwicklung der jüdischen Emanzipation 111 erster Reihe 8׳ Frankreich exemplifiziert. Was er darüber schreibt, verdient, iwiptcns auszugsweise wiedergegeben zu werden. ״Oer Traum des Liberalismus‘‘, heißt cs, ״war, aus dem! Jen einen Vollbürger zu machen._ Aber der Liberalismus •>jpe sich in diesem Traume wie in vielen anderenmehr!;ei als voraiissehcnd. Achnlich wie das Christentum in sei- "וו Anfängen aus allen Menschen Brüder in Oott machen wlite, war der Liberalismus bestrebt, alle Menschen zu iiilcrn in der Freiheit umziigestrdtcn. Aber.ebenso wie der Jude cs abpclchnt batte, in der christlichen Welt ngf/ugclicii, «teerte er sich mich, in der liberalen Welt zu verschwinden. Zain zw eitert Male im l aufe seiner Diasporagrschichtc stieß er die Arme weg, die sich ihm cntgegcnstrcckten; er wollte rächt für die ihm angebotenen Rechte den Preis eines Vorlichtes auf seine Rasse bezahlen. Dabei war «lic Gelegenheit »günstig! In der ersten Hälfte des vorangcgangcnen Jahrhaaderts, als der Liberalismus noch »las naive Vertrauen der_ Jugend besaß, war die Bewegung, welche die Christen den" Juden entgcgcnfiilirlc, ohne Hintergedanken. Selbst die Kirdien, die katholische und die protestantische,!legten ihn rieht. Alle Tore, alle Laufbahnen standen den neuen Bür-;ern offen. Sogar der Adel rezipierte die Juden: der Kaiser vn Oesterreich verlieh dem Gründer des Hauses Rothschild 1:01 Frdherrentitcl, und die Mitgift der reichen jüdischen Bfflkiertochtcr vergoldeten die Wappen der Herzoge und Oralen. Nichts schien einer vollständigen Assimilicrung der Juden entgegcnzustchen, welche Franzosen, Engländer und Deutsche israelitischer Konfession wurden. Jedoch — das alte semitische Ferment blieb lebendig. Hit antike Rasse leistete den Vorteilen Widerstand, wie kt sic 11 einst den Verfolgungen überlegen gezeigt hatte: in einem Salon verriet der Jude ebensowenig sein Blut wie «einem Mct/gcrladcn. Aber, merkwürdige Neuheit, er erweckte den An sehe in, cs zu verraten. Denn jkich den Christen kümmerte er sich mehr um materielle Interessen, als um seinen Glauben. Das Wohlleben eines Ka- EÜstcn erschien ihm anziehender als die Beobachtung der JO Ochotr mul Verhole der Tiiora. Cr war aus dem räum- Wien Ghetto geschritten und er errichtete für sich ein itiora- -«lies Ghetto. Er gab vor, ein Kind des Landes zu sein, in äfnt er geboren wurde, lilicb jedoch im Herzen ein Sohn Jikobs, Wenn er auch nicht mehr die Kascliruth beobachtete, m ließ er seine Sühne beschneiden. Assimilation wurde für S" Täuschung. Er wurde ein Kryptojude analog den M8ran- Wn in Spanien und Portugal, die die Taufe dem Tode vorwFn und die, obwohl sic zur Messe gingen, durch Genera* *wen dm hebräischen Glauben beobachteten._ So brachte die ffffnwärtige Epoche, indem sie Um befreite, den Juden 1! eine fatale Lage. l)ie Beziehungen, die den Juden an den whtjuden knüpfen, sind auf einer Lüge begründet, w׳ahsie früher, obwohl odios, aufrichtig waren. Beide Par* wifn verachteten einander und vermieden außerhalb der un- Wingt notwendigen Handelsbeziehungen jeden Kontakt. Die* *״Zustand hat sieh übrigens bis zum heutigen Tage in osteuropn und in der Levante erhalten, wo die Emanzipation ,w oberflächlich blieb und den Juden nicht dazu führte, tune religiösen Traditionen aufzugeben ,. 1״i zweiten Kapitel seiner Untersuchung geht der Autor ך die Wirkung des Nconationalisnuis hinsichtlich^ der judi- W!tn Situation ein: ״Es genügt tatsächlich heute nicht mehr, *'"Franzose zu sein. Man muß ein ,guter‘ Franzose sein; der wutsche muß ein ,wahrer‘ Deutscher *ein. Der Italiener muß ™«isMme1 sein und der Amerikaner hundertprozentig, wichcrwcisc ffcniifft es nicht mehr, ein Israelit zu sein, man wieder Jude werden wie im Mittelalter, Man muß da« ühetto Wieder auf bauen... oder Palästina. Weiter schildert dann, wie der Zionismus dazu beihat, auf die Judenfrage neues Licht zu werfen. 7!r Zionismus war wie ein Stein, der in den ruhigen Weiher pj assimilierten Judentums geschleudert wurde. Die Assi- *"!״nten sahen ihren Traum eines friedlichen Lebens, Seite ,!! Seite mit den toleranten Ariern, dahinschwinden.... jlfSf ״zionistischen Narren‘‘ schrien an allen Straßenecken, 1,d1e Jaden das Recht haben, ein Volk zu sein tmdj mehr *"!י, ei״ eigenes Land zu haben. Welche Verirrung ״ den 2'״. eines Rothschild, der Mitglied des Jakeyklubs S'r in denen eines Dreyfus, der der ranghltcste Präfljt dos obersten Gerichtes in Paris ist! . , Im drillen Teile seiner Untersuchung schlägt Melier mne ««ting vor, Es ,ibt ״ach j!״״ drei Sorten von J"dc"-.(‘c ®JiiniiFicrteii, dic Krvntoiuden und die nationalen oder dek a- ״'»״ Juden Demgemäß müsse dic Lösung dre.gesta -g t. c assimilierten Juden werden, seiner Meinung nach, u'Vf1' letzten Bindungen an ihre Vergangenheit aufgeben. SU*1«• somit kein besonderes Problem. Was die Kryp o belangt, 60 ist dic Lösung schwieriger; d«m b«1d « •? Kategorie von Juden spielt doppelte Heuchelei eine Rolle. ^ltr gibt vor, keine Bedeutung dem Umstande beizu!"?5*!,י daß der kryptojude ein Jude ist, und der Kryji fojuden zwingen, ihre Maske, die niemanden mehr täuscht, ahzuk'ßcn. Eines der Haiiptargumentc des westlichen Anti* scinitismus ist der Vorwurf, daß diese iieiuiliciieii Juden eine Maske tragen. Es gilt, auch die Möglichkeit' eines derartigen Vorwurfes /tun Verschwinden zu bringen. Der Ursprung der krvptojiidischen Lüge ist ein persönliches Intcresse: man will die materiellen Vorteile eines Vollbiirpcrs genießen, ohne auf sein Judentum zu verzichten. Wie kann man den Krvptojudcu dazu bringen, sich zur Wahrlich zu bekennen? Einzig und allein, wenn mau Ihm ״gleichwertige Vorteile hiclcl, die er durch eine I lämllerlist sieh zu ver- *chaffcii verstanden hat.“ Man muß ihm eine Staatsbürgersebaft geben, die offiziell anerkannt mul geschützt ist. Das heißt, man muß die jüdische Nationalität schnf* 1 c n (Nntioimlitö im Französischen ist sowohl ״Voikszugebö- , rigkeit“ wie auch ״Staatsbürgerschaft"). Diese Nationalität *oh nicht nur ״moralischer“, sondern auch juristischer Art sein. Dazu gehört die Schaffung eines Staates. Dieser Staat muß so rasch wie möglich entstehen. Nach des Autors Meinung ist es wenig wahrscheinlich, daß Pa* lästina jemals zur Ginne ein Judenstaat werden könnte. Aber schon heute kann man aus Tel-Awiw und dessen Uingcbung einen souveränen Judenstaat machen, der das Recht hätte, jedem Juden, welcher dieses wünscht, dic jüdische Staatsbürgerschaft zu verleihen. Wenn der jüdische Staat geschaffen ist, so wird es nach Weiter vier Kategorien von Juden geben: erstens dic im jüdischen Staat wolmlmftcn luden; zweitens die in den yersehiedeuen Ländern wohnenden Juden, welche den Wunsch äußern, Bürger des neuen Staates zu werden, drittens jene Juden, die Bürger ihrer Wolinliinder sind, aber in diesen Ländern eine durch internationale Verträge geschützte riatlanalc Minderheit darstellen und viertens die assimilierten Juden, Staatsbürger ihrer Wobnländer und durch nichts von den anderen Burgern jener Länder unterschieden. Diese Regelang muß, von jüdischer Seite aus gesehen, durchaus auf Freiwilligkeit beruhen, damit sie Bestand habe. Sie würde vor allem dic Lüge der Kryptojudcn zum Verschwinden bringen. Fs sei darauf verzichtet, mit dem Autor zu polemisieren. Es gemmc der Hinweis, daß er sich seine Sache sehr leicht macht. Seine Betrachtungsweise bleibt an der O h c r f I M c 11 e haften. Die judenfragc ist nicht nur eine Frage der Staatsbürgerschaft und des Reisepasses. Sie Ist vorwiegend eine sozialnkonomlschc lind kulturelle. Mit juristischcn Formeln ist dein ewigen Problem des jüdischen Volkes in der Diaspora nicht bei ulkommen. Aber immerhin bleibt es von großem Interesse, daß ein Nichtjude in der repräsentativen Revue Frankreichs, angeregt durch die auf dic Juden bezüglichen Vorgänge In Deutschland, sich bemüßigt fühlt, die Judenfragc in einer Welse zu bchandeln, wie sie bisher hierzulande nicht üblich gewesen ist. Der vorstehende Aufsatz im ״Mcrcurc lc France" gab auch Anlaß zu einer Stellungnahme des von Mussolini gegründeten offiziellen Organs der fasclilsflschcn Partei ״I1 Pop 0 10 d’Italia“. Die luden frage, so schreibt das Blatt, sei von größter Aktualität für ganz Europa. Zu den Bestrebungen, *lie Judenfrage durch Schaffung eines Nation,1111 eims in Palästina zu lösen, wird in dem Aufsatz Im ״Pop010 d’ltnlia“ bemerkt, der Begriff ״Nationalheim" sei zweideutig lind von! politischen Standpunkt aus bedeutungslos. Eine gewisse Lösung hätte die Schaffung eines wirklichen Judenstaates ln Palästina bedeutet. Bcziiglich der anderen in ״Mercurc de France“ erwähnten Lösuiigsvcrsuchc, wie Zuerkennung der palästinensischen Staatsangehörigkeit, Assimilation tisw., heißt es" in dem Artikcl des italienischen Blattes, derartige Lösungsmöglichkeiten mögen von einem juristischen Standpunkt zutreffend sein, seien jedoch in der Praxis schwer durchführbar. Judendebatte fn Argentinien Die katholische, antisemitisch eingestellte Zeitschrift ״Schönere Zukunft“ in Wien vom 11. 2. herichfet auf Grund eines Artikels von J. O. Franceschi, dem Herausgeber des ״Critcrio“ der führenden Wochenschrift der Katholiken Argentiniens, filier dic ludenfragc in Argentinien. Der Grund für das Anftauchcn dieser Frage in Südamerika sei das ständige Anwachsen der Zahl der jüdischen Zuwandcrer in den letzten Jahrzehnten. Das Ergebnis war, daß Buenos Aires in dic Reihe der jüdischen Weltstädte empor* rückte. Dic hebräische Invasion habe eine Welle des Antiscinitismus entfacht, dic sich heute noch nicht in Gewalttaten Luft mache, wohl aber in zahllosen Artikeln und Flugblättern. Dic Judenfragc sei für die Katholiken Argentiniens, das bis 1919 einen Antisemitismus überhaupt nicht gekannt hat, keine religiöse, sondern vor allem eine mora- Tische und wirtschaftliche Frage. Als Hauptgründe der wachsenden Abneigung gibt Franccschi das F.intrelen zahlreicher religiös entwurzelt er Juden für die extrem kommunistische So/ialrcvolution an; sodann den ״hebrä- 11 c 11 I m p e r i <11 i s in u s“, der cs mit sich bringe, daß Juden trotz aller inneren Spaltungen stets eine gemein 1s c die Seiner In Tel-Awiw ist der Schriftsteller Heinrich York- Steiner im 75. Lebensjahre gestorben. York-Stcincr, der zu »len Mitarbeitern Theodor llcrzis gehörte, hat in der ersten Zeit des Zionismus eine hervorragende Rolle gespielt, Von Ihm war der PI1111 zur Gründung der jüdischen K o 10 11 i <11 b a n k ausgrgangen, auch an der Gründung des zionistischen Zcntralorgans ״Die Welt" halle er bedeu* temlen Anteil. Die zionistische Literatur verdankt ihm vor allem die Novelle ״Der Talmud-Bauer". 1928 erschien sein Werk über die Judenfragc ״Die Kunst als Jude zu leben“. RomSnlschcr Inncnniinlsler gegen Antisemitismus Bukarest, 18. Februar. (J. T. A.) In der rumänischen Kammer gab Innenminister I. Inculetz als Fntgeg* muig auf eine Rede Prof. Olicorge Cuzas, des Sohnes des Führers der Liga für national-christliche Verteidigung, Prof. A. C. Cu/a, eine Erklärung ab, in der er sich in sehr bestimulier Form dagegen wandte, daß dic Cuzistcn 80 tun, als hätten sie ein Monopol auf Nationalismus. Alle natlo* aalen Einrichtungen in Rumänien seien von seiner Partei, den Liberalen, geschaffen worden. Im Anschluß daran sagte der Minister: ״Was trennt utis von den Cuzistcn? Sic sind Antisemiten — wir sind cs nicht, sic wollen die Juden zuriickdräiigen, ja selbst vernichten. Wir lehnen jedwede Vernicklung ab; wir kennen nur ,rumänische Bürger gleichen Rechtes.“ Jubiläumskonferenz der wesfgalizisciten Zionisten Krakau, 20. Februar. (J. T. A.) In Anwesenheit von 287 Delegierten aus 105 Städten wurde in Krakau die 15. Iah• rcskon'ercnz der Zionistischen Organisation Westgaiiziens als Jiihillitimskonierenz eröffnet, fm Mit• teipunkt der Eröffnungssitzung stand eine Ansprache des Vor* sitzenden des Jüdischen Kinns im Sejm, Oberrabbiner Dr. Osias Thon. Der Redner wies auf die Gefahren hin, die aus der Zersplitterung in den zionistischen Reihen entstehen können. Deshalb müßten sieh alle zionistischen Richtungen Im Interesse des gesamten Volkes zusammenschließen. Diesen Appell richtete Dr. Thon an alle Oruppen und Fraktionen mit Ausnahme der Revisionisten. Im Namen des Zionistischen Aktioni-Coniitees wurde die Konferenz vom Direktor des Hebräischen Gymnasiums in Tel-Awiw, Dr. Ben* zion Mosainaohn, begrüßt. ut1W־i.'1 J0! als ob er sich von dein Arier >־־ ״; _,. h 5!״'M'de. ״Diese geschmacklose lOmodie widert oft Dk* Juden an, sogar aus der Schichte der Assunil Jtt5hrt״Smf*una der Kryptojude״. dJ«ser ״ChamMex- -- ist eine dringatde Aufgabe. Man muß die Kryr keiner Weise der Assiinilanten." ehren- ►n.“ Chamäleone des Jugendlichen nicht Landarbeit in Pasamc Front gegen alle Niclitjuden bilden, und so diese zur Abwehr gegen den jüdischen Wirtscliaftsimpcriallsmus heraus* fordern. Als dritten Grund nennt er das rücksichtslose Ein* dringen der Juden in die freien Berufe und ihren zersetzenden Einfluß in Kino, Kunst und Literatur. Am gefähr* liebsten aber erscheint ihm für den jungen Staat, wo sich Menschen aus allen Rassen und Stämmen erst zu einer natio* nalcn Einheit verschmelzen müssen, ihre völkische Ab* sonderung. Dic Lösung der Frage sieht der Verfasser in der These von der völligen Assimilation. Diese sei indes nur möglich, wenn das Judentum seine revolutionären Ideen, sein rücksichtsloses Eindringen in die freien Berufe und in dic nationale Kultur sowie seinen ״Charakter als Kolonie im Staate“ aufgebe. Andernfalls sei eine Katastrophe zu befürchten, da das argentinische Volk ״die Kolonie‘‘ eines Tages aus seinen Volksgrenzen ausschciden würde. In einer amtlichen Verlautbarung werden neue Be• Stimmungen für die Einwanderung nach Ar• gentin icn bckaimtgcgcbcn, die Erleichterungen gegen* über den bisher geltenden Bestimmungen darstellen. Die neue Verordnung tritt am 7, März in Kraft. Zwischenfall im Kabarett Die ״Deutsche Zeitung“, Berlin, vom 16. 2. berichtet über einen Zwischenfall, der sich im ״Kabarett der Komiker“ in Berlin zugetragen hat, u. a. wie folgt; ״Nachdem schon bei den Darbietungen de« Tlnrem F.Iorell ein leichtes Unbehagen der Besucher zu verspüren war, steigerte sich dies Gefühl im Verlauf der Vorstellung immer mehr. Als dann gsr Willy Rosen erschien und seinen Unsinn hcriuleicrn begann, erhob sich Gute Ablehnung, die von Pfui-Rufcn und Rufen ״Juden raus!" unterbrochen wurde. In einem kuren Pfeifkonzert zog «ich Rosen schleunigst lurück, *« sichtlich zar Beruhigung der empSrten Besucher beitrug. Die Mehrzahl hatte jedoch genug, von dieser Art Kleinkunst und verlieft fluchtartig das Hau».“ , Juden und Landwirtschaft Die Zeitung ״Der Deutsche‘', Berlin, vom 18. 2. «chrcibt unter der Ucberschrilt: ״Juden wollen Landwirtachaft lernen“ folgendes: ״Neuerdings versuchen jüdische Jugendvrrbiinde, — wie aus Mitteilungen von vrrsrhiedeuen Seiten hervnrgeht —, ihre Mitglieder in latidwirls! hsftüchen Lehrstellen Unternihringen. Sie bi«- trn sogar den Landwirten ziemlich erhebliche Gelder •n, falls sie sich bereit erklären *oll»An, einem Jungen Juden die notwendigen Kenntnisse zur Ausliliung des landwirtschaftlichen Berufes beizubringen. Angeblich wollen diese Juden *ich für eine in Palist In« ainzuubende landwirtrrhaftliclic Betätigung vorbereiten. — Es tnag j* in Palästina ein ganz, nettes Bild gehen, wenn der Isisk Trompetenschleim den Acker bebaut und die Rebekka Löwenmaul ihre Ziegen melkt. Unsere deutschen Bauern ab׳ r werden sich dafür bedanken, ihren deutschen Boden auch nur von den Piattfußen de* ״Auswurfs fremder Wüste“ betreten ru lassen.“ Hierzu acl gesagt, daß die jüdischen ״angeblich“ sich für ein Leben der lästina vorbereiten, sondern dies in der Tat durchführen. Wir glauben, daß gerade die mit der schöpferischen Arbeit in Stadt und Land ‘besonders eng verbundenen Kreise des deutschen Volkes für dieses Bemühen der jüdischen^ Jugend, aus dem Zustand der Ausübung mehr oder weniger nur vermittelnder Tätigkeit hcrauszugelangen, Verständnis •ufbrlngen werden. _____ Brief aus Luxemburg Luxemburg, 16. Februar. Die Wiedererstarkung des jüdisch-kulturellen Lebens in Deutschland wirkt sich auch hier aus. Als Hauptträgerin jüdischen Kulturlebens bestellt in Luxemburg dic Societd isradlite de Lecture, dic in diesem Winter eine Reihe sehr interessanter Vorträge Und Darbietungen veranstaltete. Eine besonders gut gelungene Veranstaltung war ein Konzert- und Rezitationsabend unter Mitwirkung der Oberkantoren Naumow Fleischmann (Frankfurt), Hermann Fleischmann (Köln), Kapellmeister Kurt Heinemann (Köln) sowie Martha John-Wien. Das Konzert, das im Anschluß an eine sehr er* folgrciche, vom Jüdischen Kulturbund Rhein-Ruhr veranstaltete Tournee stattfand, brachte ein vielgestaltiges Pro* gramm. Mit ihrem kultivierten Gesangsvortrag und der Klang• fülle ihrer Stimmen ernteten beide Sänger reichen Beifall. Die Begleitung der Gesänge durch Herrn Heinemann war eine Glanzleistung. Die Einflechtung von Rezitationen in die Vortragsfolge gab der Veranstaltung einen eigenen Reiz. Fräulein John verstand e», mit ihren Vorträgen die Zuhörex* «chaft zu begeistern. _________ P• Kleine Nachrichten Das ״Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel“ vom 19. Februar berichtet im Rahmen seiner Rubrik ״Deutsche Bücher in fremdem Gewände 1931“, in der über die fremd* sprachigen Ucbcrsetzungen deutscher Bücher referiert wird, u. a. über die Ucbersetzungen ins Hebräische und Jiddische. Diese Rubrik ist von der Jüdischen National* und Universitätsbibliothek in Jerusalem bearbeitet. Es werden insgesamt 22 Ucbersetzungen ins Hebräische und 23 Ueber* Setzungen ins Jiddische in dieser Zusammenstellung aufgczählt Bei dem Untergang des russischen Eisbrechers ״T sc hei• jus k In‘‘, der von Eismasscn erdrückt wurde, konnte sich die 103köpfigc Besatzung retten, bis auf das Mitglied der Forschungskommission Mogilewitsch, der Jude war. Da ihm dic Ueberwachung der Ausbootung der Lebensmittel* Vorräte und der Forschungsbehclfc oblag, verließ er als letzter das Schiff, wurde aber dabei von zusammenstürzenden Brettern erschlagen. _______ Ehrenamtlich• Mitarbeiter getucM für leichte schriftliche Arbeiten, die evtl, auch tu Hause erledigt werden können, möglichit lür sofort, Meldungen erbeten an die Z.V.f.D., Berlin W IS, Meineke»tr. 10. יי -^***S,״י*ן Dr. fÖfttiec 3(ufiiondljau3 girrt in CO 18, (tMtfiicflenb«mm 106 / Tel. 3 1 <Bt«mar(t 1703 <2p*£iaUtät: Söiflcti» tt. 230!j1ttu186t>ecfteig. ft *eien t« ft e Cebtngunsen '