Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 15 (20.2.1934)
- Date
- 1934-02-20
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1י§ 20 .15 •זא. w. 1934;JÜDISCHE rundschaö Seite 3 11,linlf» IlHS,״.»'־ 1,1! ■י 1*ויז־׳י!!, 1. v<>r. *> wirj eit Diwirt» ffi/icll l,;tl״r wirk- -0<!ת1ז Groß. *I eilen Lehen זיזי <lic ח mit enlieit Ischen ei «Iss I Zeit v ercill(T h /io. di/ien Agu- Cstlos n die t tim! tin<T ich in fluten fmmg werfi die «11d!'״. tische Jahre II hei 11 bei ( tll ■- sil'il t: die luden 1 sler lic so nß in 1erfl Ju-?lieltichaf- Prä- Koniden olitik sehr in ווי j rdo), da ml (fett• eiten irr• nu.ir einer •tklrr :engt ,1 iß en «Irr itctc sehe ißt’11!mir, ci'tc hielt י־*:.יר. hierder mit 1t er• ׳ordcs, enssich, dl er ant• 11 f ■ha» i׳hi* nein ung auf■ lest• ‘g<״־ dem ver• 1 iC irao Jerichos Auferstehung Von t>r. 1.1 «st C o 11 n - W | e n e r, /um it London. ersten Abbildungen vor- Abbildungen in der ״lllu- Wir haben schon vor einiger '/,eit (Nr. 102 vor Ja, ,1er Jü,lisch,•n ihm,Ischl, 11") milgeleilt, daß Prof, (inr.slmiß jetzt f(ncn netten llertcht über sein!* Ausgrabungen in Jerusalem •utl' י! ’*^י* gahnisse seiner frilhrrvtt Arbeiten hat Pro/, (larslang in einem — seinerzeil in der Jüdischen Jtuadsi'bau ״י*״ Huche i'oiiruhttion nf fiihte Histon'" 1*b'ucrgtdegt' Diene Ausgrabungen sind 5cgimtlcrs bedeutungsvoll, weil sie ein Uvhl auf 4lw älteste jüdische <icsrhiehle werfen und in vieler Beziehung die Angaben des biblischen Berichtes, der ältesten jüdischen deschiebt ssrhrcilmng, bestätigen. Iin nachfolgenden Artikel gibt der bekannte Kunsthistoriker einen Ueberhlieh Ober die letzlen Begebnisse dieser archäologischen Arbeiten. Beil. Wer je auf dem Hügel von Jericho gestanden bat, ntuß ergriffen gewesen sein von dein landschaftlichen und gcscltichtlirlicn ׳ Eindruck der Stätte. Bildhaft klar wird die Bcdeuftitig, die die Bibel gerade diesem Platz beilegt. Seine Erobertmg gab den Schlüssel zum Lande Kanaan in die Hände Jnstias. Zu unser» Lüfien liegt die Jordan-Lbene mit der grünen Oase des modernen Ortes, dessen Orangen übrigens die schönsten sind, die ich in Palästina gekostet habe. Jenseits erheben sieh die verbrannten <iebirgsliänge des Landes der Ammoniter. Und die Straße, attf der wir kanten, ist ein schmaler und gefährlicher Weg durch Wüstenland ins Herz Kan,uns und Jerusalem ist sein nächstes Ziel. Wer Jericho besaß, besaß das Land westlich des Jordan. An dieser Stelle ist schon mehrfach gegraben worden. Vor mehr als 2(1 Jahren schürften dort gemeinsam Sellin und Watzing er. Dessen erfahrene Hand erdffnetc schon einen guten Linblick in den eigentümlichen und komplizierten Gang der Futwickltmg, den die aufeinanderfolgenden Besiedlungen des Hügels bedeuten. Er legte schon die Konstruktion der t!ngeheiirett Mauern klar und die keramischen Typen, die hier ganz andere sind, als an den Fundstätten im Inneren des Landes. Jericho nimmt durchaus eine Sonderstellung ein, wie cs bei solchen Grenzburgen nicht ganz selten ist. Seil 1028 gräbt (iarstang an dieser Stätte, Professor der Archäologie an der Universität Liverpool, Er hat vor kurzem den ersten ausführlichen Bericht über die Arbeiten dieses Jahres erstattet und die gelegt. (Bericht in der ״Times“, strated London News"). Die Sehichtcnfolge ist jetzt ganz klar erkennbar. Die Stadt, die Jostta eroberte, war dir■ vierte Siedlung auf diesem Hügel, unter ihr lagen schon drei altere Städte, die einander abgclüst halten, ()eher jeder nntergegangenen hatten sich neue Bewohner angcsiedclt. Seit etwa 2500 v. Ohr. war der Hügel mehr als ein Jahrtausend hindurch nie ohne Bedeu- <011 g gewesen. Von der ältesten Besiedlung sind nur Spuren erhalten. Litt einfacher Wall umgab sie, dessen Konstruktion an baby- Ionische Befestigungen erinnert. Die Tongefäßc, die überall in der Welt die Hauptmasse der Funde ausmachen, weil sic die am hantigsten hcrgestcllten Gegenstände des täglichen Bedarfes waren, wurden damals noch mit der Hand geformt und waren ganz schmucklos. [Tic Bevölkerung muß arm und ohne kulturelles Interesse, ohne Freude an reicheren Formen und!<11nsflrris1־]>c111 Schmuck gewesen sein. Doch war sic nicht die älteste in der Gegend. Schon Jahrhunderte früher batten sich an der Wasserquellc Jcricbows, die überhaupt citt wichtiger Anlaß zur Siedlung an dieser Stelle war und die heute die Flka-Onellc heißt, Menschen niedergelassen. Fs war damals eine Zeit, die noch den Stein, d;1s uächstlicgendc Material, zu Werkzeugen zurecht selling, und die wir deshalb Steinzeit nennen. Doch scheint diese Besiedlung nicht bis zum cigcntliehen Siarlthiigel gereicht zu Italien. Diese Quelle war für die Bewohner des Hügels wichtig. Kaftintl'ich in Kriegszeifen mttfSle der Zugang zu ihr sicher sein, damit der Feind nicht der Stadt das Wasser absdtuciden konnte. Die nächste Besiedlung des Hügels nahm darauf Rücksicht. Sie führte ihre Mauern, die etwa drei Meter dick waren, bis nahe an die Quelle heran und hatte den schmalen Zugang zu ihr durch eine enorme Bastion von etwa 18 Meier Länge gesichert. Die Stadt selbst war sehr gewachsen. Sie nahm jetzt mit etwa 3 Hektar Umfang einen erheblichen Teil des Hügels ein. Die Geräte der Bewohner waren jetzt, in der Mitte der sogenannten Bronzezeit, weit besser gearbeitet, wie überhaupt das KuKurnivea» sich gehoben hatte. Garstang hat glücklicherweise den Begrähnisplatz dieser Zeit gefunden. Ba man sich bei diesen Völkern das Lehen nach «lein lode nicht anders vorztistcllen vermochte, als das auf der Erde, gab mau den Toten Speise und Trank ins Grab mit Uns sind infolge dieser Sitte Unmengen von Gefäßen geblichen, in die man die Nahrung legte. An dem Bcgräbuisplatz, «len die Bevölkcnmg Jerichos in dieser Zeit benutzte, wurden nicht weniger als 7(« Tongcfiißc gefunden. Auf manchen sind Gc- Stehler und andere menschliche Formen angedetriet, Diese Be- (Trähiiissfäffe selbst war. ebenso wie die anderen älteren Brüher lerirhos, eine bloße Felsenhöhle, wie die Höhle Machpclali, die Abraham als Grabstätte für sich und sein Geschlecht erwarb. Tatsächlich gehörte diese Siedlung «ler Patriarclienzeit Sie hat bis etwa 18(« v. dir. bestanden.י . , Dann trat Jericho in seilte glänzendste Epoche ein. Sie hat schon niiinittclbare Beziehungen zur Geschichte Israels und Aegyptens, Kanaan fing an, sehr wichtig für die polttischen Vorgänge in Vorderasien zu werden. Man wußte das schon seit einiger Zeit. Garstangs Grabungen haben cs in trn- «wart et er Weise bestätigt. Es handelt sich um folgendes: Gegen 1800 v. Chr. war Aegyptens Selbständigkeit durch finen Einbruch von Fremd Völkern vernichtet worden, die wir die ״Hyksos“ nennen. Sie kamen von Norden 11er und rcst- 'iierten in einer Stadt, die ganz an der Nordgrenze Aegyptens I8R. Wir wissen wenig über sic. Reitergräber, die vor einiger Zeit in Kanaan auf gedeckt worden sind und in «laten die Pferde in den Gräbern der Krieger iiiitbcstatiet worden *acen, sind auf sic bezogen worden. Es wird schon seit einiger Zeit angenommen, daß Hyksos und Israeliten zu derselben Völkergruppe gehörten, und daß die Einwanderung r,tls nach Aegypten mit den Zügen der H y k?,ns in Z n s a nt tu c rt It a 11 g s t e 111. Wenn Joseph in Gosen 'hr Sl,11(11,iller war, wird manches verständlich, wa« unilaik- ”*r scheint, wenn man an Pharaonen von der Bedeutung Und Macht eines Raumes dachte. . » Garst,u,gs Funde in Jericho haben nun eine uit erwartete Bestätigung für diese Annahmen er Reben. Die muß eine wichtige Station auf der Ftappe״Straße gew”en sein, (0,ן die Hyksos zwischen Aegypten und Kanaan flnterhielten. F.8 haben sich in «lieser Schicht des Jericho- [%els etwa 100 Skarabäen gefunden, ägyptische Amulette in Käferforin die häufig Königsnamcn tragen. Hier kommen Hyksosnamcn vor. Auch der Palast des Residenten ist »n *ז»חי Grundlinien aufgedeckt worden. Er enthielt nicht wemals 60 Vorrats räume, wie überhaupt das Jendio dKSM Zeit den Eindruck eines wahren Militarmagazins macht, ts ״״den auch schöne Bronzcwaffcn gefunden. Jetzt hatte sich ^1e Stadt über den ganzen Hügel ausgcbreitet und die Mauer tchloB vorsichtshalber die Quelle mit cm. ..Diese bedeutende Stadt wurde gegen 1600 v. Chr. zer *?*,fraglos von den ersten Pharaonen d.es "'u£n י*** Aegyptens Macht wiederhcrstellten und die Hyksos v ׳, ^יי*־־׳^ ץ■1"■» «יין ץי**״־״ן ך*-ץ 4 3־.״.. * ai Li iw« .־*Li Wm 1 '« Tu ^***-« **ij f*• #״<jr \י*ייי׳ו^ ׳Tw r/ ויו ד» %• . a ׳tu'׳;. Die Vcihamllmißrii, die mit den Regleruugsstellcii wegen Ernetiemiip der bestehenden Trans tcricgehing seit einiger Zeit gelüiiil wurden, sind zu einem vorläufigen Abschluß gelangt. Die neue Regelung ist in dein nachstehend voll• inhaltlich wicdcigcgehcncn Runderlaß der Reichs* stelle I ü r Devisenbewirtschaftung vom 13, Februar 1031 — Nr. 12/31 — erfolgt: ״Rcichsstellc für Devisenbewirtschaftung. Runderlaß Nr. 12 ,14 im Anschluß an Runderlaß 8/34 und 54/33. 1. Verhandlungen mit den an dem Palästina-Abkommen (Runderlaß 54/33 Ziffer 1) beteiligten jüdischen Stellen haben zu der Vereinbarung geführt, daß die für das Sonderkonto I getroffene Regelung für weitere 3,5 Mlll. Reichsmark beliieiialtcn wird. Bezüglich des Sonderkontos II sind noch Verbandhingen In der Schwebe! Genehmigungen zur Einzahlung auf Sonderkonto II sind daher bis auf weiteres nicht zu erteilen. 2. Wie für die Auswanderung im allgemeinen (vgl. , Runderlaß 8/34), so macht die angespannte Devlsenlagc Im besonderen auch für die Auswanderung nach Palästina gewisse Beschränkungen erforderlich. Da die Rcrcitstcllung der Vorzclgcgeldcr von CP IflOft für jeden Atiswandcrer erhebliche Dcviscnbefrägc erfordert, muß Ich Wert darauf legen, daß bei der Auswanderung einer mehrköpfigen Familie das Vorzcigcgcld möglichst nur einmal In Anspruch genommen wird. Ich ordne daher folgendes an: Die Genehmigung zum Erwerb von CP 10041 In bar (Vorzcigcgcld) ist zu versagen, wenn der Devisenstelle bekannt ist, daß die auswandernde Person In auf- oder absteigender Linie mit jemandem verwandt Ist, der selbst oder dessen Ehegatte unter Mitnahme des Vorzcigegcldes nach Palästina auswandert oder seit dem 1. August 1931 ausgewandert ist. Das gleiche gilt für die Geschwister, die vor der Auswanderung in einem gemeinsamen Haushalt gelebt haben. In diesen Füllen Ist auf Antrag an Stelle des Erwerbs und der Ausfuhr von CP 1000 die Einzahlung von!5 000 RM. auf das Sonderkonto I hei der Relchshitlptbank zu genehmigen. Die Erteilung dieser Genehmigung ist nicht von der Beibringung der Einreise-Erlaubnis nach Palästina oder der sonstigen letzten Beweismittel für die Auswanderung abhängig zu machen. Das Rcidishank- Direktorium hat sich bereit erklärt, In Fällen, In denen solche Einzahler durch Gutschrift der Palästinensischen Treuliand-GcscIlsclialt mit den über Sonderkonto I Uberführten Beträgen ganz, oder teilweise anbictuugsplllchtig werden, entsprechend der in Runderlaß 54 33 Ziffer 1 für das Sonderkonto IF getroffenen Regelung den Pllichtigen diese Guthaben zunächst auf 6 Monate zu belassen. Falls nach voller Ucbcrfiihrung der auf Sonderkonto I eingezahlten 15 000 RM. an den CP 1000 Vorzcigcgcld etwas fehlt, ist die Genehmigung zur Ausfuhr des Fehlbetrages In einem CP-Schcck auf eine palästinensische Bank zu erteilen. Die Entscheidung über Härtclillle behalte Ich mir vor.“ Aus dem Erlaß ist zu ersehen, «laß cs für Auswanderer nach Palästina Im wesentlichen bei der bisherigen Regching bleibt. Die in dein Erlaß vorgesehenen Ausnahmen entsprechen /tun Teil der bisherigen Praxis der Devisaibewirtschaftungsstellen, zufolge deren bei naher Verwandtschaf( des Answandernden mit einem bereits misgewanderten ״Kapitalisten“ der Betrag von CP HUK) nicht abermals zur Barmitnahme freigegeben, sondern meist ein entsprechender Markbetrag zur Einzaldung auf Sonderkonto I genehmigt wurde. Diese Regelung ist nunmehr für Verwandte in auf- und absteigender Linie sowie für Geschwister endgültig vorgesehen, für letztere aber mir dann, wenn sie vor «ler Aus- Wanderung in einem gemeinsamen Haushalt gelebt haben. Anträge über die Durchführung dieser Regelung sowie über die damit verbundenen Fragen der Einwanderung für Palästina sind an das P a I ä s t i n a - A in t, Berlin W 15, Mcinekcstr. 10, zu richten. Die Verhandlungen wegen der Errichtung eines neuen Sonderkontos II, das auch «lenen, die erst später auswandern wollen, die Möglichkeit zur späteren Exist«mzgründutig in Palästina gibt, sind noch im Gange. Nach Abschluß dieser Verhandlungen wird rechtzeitig eine Veröffentlichung des Ergebnisses erfolgen. jaglen. Fs muß damit Zusammenhängen, daß Israel in Aegyp* teil in Dienstbarkeit geriet. Diese Zeit zeichnet sich auch In Jericho deutlich ab. Die Stadt ist merklich kleiner geworden. Sie hat nur noch die Hälfte des Umfanges, den sie zur Zeit ihrer höchsten Blüte besaß. Die alten Mauern lagen in Trümmern. Schließlich wurde eine Doppclmaucr errichtet, tun die Stadt neu zu sichern, tu den Funden äußerst sich deutlich die Einbeziehung Kanaans in die ungeheure Maclitsphäre Aegyptens. Die Vasen nehmen Formen an, die typisch cyprisch sind und uns auch in Aegypten begegnen. Manche von ihnen haben Tiergestatt, etwa die eines Vogels. Wieder begleiten die Skarabäen den geschichtlichen Weg. Es begegnen die Namen der Königin llatsrhcpsiit, die wohl die glänzendste geschichtliche Ersclieiuung dieser Zeit war und ihres Bruders und Verdrängers Thutmcs III. eines berühmten Helden, der Kanaan auf seinen Kriegsfahrten mehrfach durchzogen hat. Und nun ein sehr interessantes Faktum: «lic jüngsten dieser Skarabäen ,tragen den Namen Atncuophis III. Damit entscheidet sich eine Frage, die für die Geschichte Israels so wichtig ist, wie keine anslcrc, nämlich die Frage nach der Zeit, in der Josua Kanaan eigentlich eroberte. Jetzt ist klargestellt, daß die Eroberung Jerichos tatsächlich gleichzeitig mit den Unruhen ist, die in Kanaan niishraelien, als «lic schwache Herrschaft Anienopliis IV., des seltsamen Ketzers auf dem ägyptischen Thron, die Zügel fahren ließ. Diese sehr kleingewordene Stadt Jericho war es, die Josua er- «ibcrfc. Merkwürdig ist dabei, «laß die Mauern tatsächlich eingestür/t sind. Garstang glaubt, daß der biblische Bericht die Erinnerung an ein Erdbeben wach hält. Jedenfalls ist keine Untenninierung «ler Mauern erfolgt. Und auch das bestätigt die Wahrheit der biblischen Bc* lichte, daß nach «ler Eroberung «lie Stätte von Jericho unbebaut lag, bis dann in der Zeit «Ics Königs Ahab Chicl van Bethel sie wieder befestigte. Die kolossale Mauer, die er haute, ist schon bei der früheren Ausgrabung untersucht worden. Cliicl hat geradezu den Hügel neu aufgebaut. Er hat «lic ganzie alte Stadt zugrscliüttct, »1111 den Grund zu seiner Mauer zu haben, die als etwas unsäglich Grauenvolles erschien. ״Mit Ablram, seinem Erstgeborenen, legte er ihren Grund, und mit Scgub, seinem Jüngsten, stellte er ihre Tore hin, nach dem Worte des Ewigen, das er geredet durch Josua, den Sohn Nuns.“ Das Wachstum Tel-Awiws Td-Awiw, 15. Februar. (J. T. A.) Die Zahl der Häuser im Stadtgebiet von Tcl-Awiw ist von 50 I. J. 1009, dem Jahre der Gründung der Stadt, auf ■1172 im vergangenen Jahr gestiegen. Der IT.iehciiinhalt des Stadtgebiets ist von 109 Dtmam bei der Gründung auf (ירי« Dimani I. J. 1932 angewachsen. Der Aushau «ler Stadt geht aus folgenden Ziffern hervor: 1909: 50 Häuser, 109 Dunam: 1911: 139 Häuser, 991 Dunam; 1919 : 200 Häuser; 1021: 1131 Dunam; 1923: 1471 Häuser: 1927: 378t Häuser; 1932: 4472 Häuser, 6500 Dunam. Die Zahl der Fabriken und Werkstätten betrug 1932 über '2000; in ihnen waren etwa 718« Menschen heschäftigt. Weitere Tausende von Arbeitern waren beim Hätiscrbau und den mit ihm im Zusammenhang stehenden Berufen, sowie bei öffentlichen Arbeiten tätig. Englands BaumwoUlndiisirie aal der Levante-Messe Im englischen Unterhaus richtete der konservative Abgeordnete Captain Dower an «len Staatssekretär für Uebersreliandcl die Frage, welche Vorkehrungen für «lie Vertretung der englischen!1 a 11 m w o 11 -1 n d u s t r i c auf der bevorstehenden I. evaiite-Mcssc In Tcl-Awiw getroffen worden seien und ob «Irr Staats- Sekretär im 1 linblick auf die Beiladung «les Marktes im Vorderen Orient versichern könne, «laß «liese Gelegenheit in vorteilhaftester Weise nusgeiiiitzt wurde. F'iir «las Staatsamt erklärte Colonel Colville: Um die Ausstellung von Waren aus dein Vereinigten Königreich auf «ler bevorstehenden I cvaute-Messe in Tcl-Awiw zu erleichtern, hat es der Ver band der britischen Industrie unternommen, einen britischen Pavillon auf der Ausstellung zu organisieren. Ich bin dahin informiert, daß besondere Schritte unternommen wurden, um diese wichtige Wcrbrinöglictikcit «len Häusern des Baum- Wollhandels von Laneashire zur Kenntnis zu bringen. Notizen der Woche Mittclmccr-Festspiele Tcl-Awiw 1934 Von Dr. J. Adler, Tel-Awiw. Der Plan der ״Mittclmcer-Fesfspicle Tcl-Awiw 1934“, an* laRlich des 25jährigen Bestehens der Stadt Tcl-Awiw und in engster Verbindung mit der diesjährigen Levante-Messe, hat nunmehr festen Umriß angenommen. Zur Durchführung der Festspiele ist 1m Rahmen des Levante-Mefiamts eine Kunstabteilung geschaffen worden, «Icrcu Leitung in «len Händen von Otto Hans Norden (früher Karlsruhe) liegt. Zum Schauplatz der Festspiele ist definitiv der architektonisch und landschaftlich hervorragend gestaltete ״Platz der jüdischen Nation“ im Zentrum des Mcsscgcländcs bestimmt. Die Aufführungeii werden sich über die gesamte Messedatier (26. April bis 26. Mai) verteilen. Sie gliedern sieb In fünf Gruppen. An der Spitze steht der ״Tag des jii «II selten Liedes“, für den ein Chor «ler 250 besten palästinensischen Sänger linier der musikalischen Leitung des jüdiseh-aincrikaiiisriien Dirigenten Leo Low organisiert worden ist. Das Programm wird sieh über zwei Aiifführiingstagc erstrecken. Der erste wird der religiösen Musik in a eappella-Chüren gewidmet sein, der zweite dem jüdischen Volkslied unter Mitwirkung eines Orchesters, voraussichtlich des gegenwärtig im Aufbau hegriffeneu Palästinensischen Philharmonischen Orchesters, lieber die Mitwirkung bekannter Gesangs-Solisten schweben noch Verhandlungen. Da1 Darbietungen der Vokalmusik wird die Instrumentalmusik folgen; «1er ״Tag der jüdischen Musik“ wird Werke von Rosowsky, Sebönbcrg, Sternberg, Kaminsky und Bloch bringen. Die «Irittc Gruppe wird der ,,Tag des jüdischen Tanzes'' sein, «Icr unter Mit- Wirkung sämtlicher palästinensischen Tanzschulen die Ent- Wicklung des Kunst-Tanzes in Palästina darstellen wird. Die vierte Gruppe ist für den ״Orientalischen Tag“ bestimmt, unter Beteiligung von Tanz-, Lied- und Spielgemeinsebaften der jemenitischen, kurdischen, persischen und Heimischen Juden Palästinas. Als Krönung «Jes Ganzen ist die fünfte Gruppe dem Schauspiel eingeräumt, in Oest,alt von zwei historischen Revuen, die eine die Geschichte Tcl-Awiws, die andere das Aufbauwerk der jüdischen Arbeitcrschaft darstellend. ״Habimab“ und ״Obel“ haben dafür ihre besten Kräfte zur Verfügung gestellt; außerdem w׳crden erstmalig eine Reihe jüdischer Bühnenkünstler aus Deutsch- Und vor der ,palästinensischen Oeflentlichkeit erscheinen. Naumann ah Erzieher — der Konfektion Der Verband Nalionakkiitsclier Juden hat vor kurzem an eine grtille Zahl jüdischer Konfektionsfirmen ein Rundschreiben gesantlt, dessen Inhalt verdient, «Icr staunenden Um- und Nachwelt bekauntgegeben zu werden. F.s heißt in «liesein Schreiben nach inner Ermahnung zur sozialen und moralischen (iehahriing u. a. wie folgt: ״Insbesondere gehen uns von nichtjüdischer wie jüdischer Seite bewegte Klagen darüber zu, daß «ler ja leider sprichwörtlich gewordene ״Konfckfioiiston“ immer noch niclrt überall einem zurückhaltenden, angemessenen Wesen weichen will. Wir sind davon überzeugt, «laß Sie gleieh uns den dringenden Wunsch liabai, diesem Ucbclst;111<le abzuhclfcn, che es zu spät ist, und bitten Sic daher, alles, was in Ihren Kr.iiten steht, zu tim, uni in allen Fällen, in denen Ihnen derartige Zustände bckannt sind oder werden, kn allseitigen Interesse Abhilfe zu schaffen.“ — Dieses Dokument bedarf wohl keines Korninentars. Herr Dr. Naumann scheint, nachdem er auf dem1 Gebiete der innerjiklischeii Politik keine besonderen Er« folge cinlieimsen konnte, sich numnehr auf das Gebiet der Erziehung begeben zu wollen. Merkwürdige Gcschiditsbctrachtung Die Ereignisse in Oesterreich liabai «Irr jüdischen Presse Anlaß gegeben, über das künltige Schicksal der österreichischen Juden Betrachtungen anmstcllcn. Die_ Frage, oh in Zukunft die Lage dieser jüdischen Gruppe in irgendeiner Form «lerjenigen der deutschen Juden nngaiähcrt werden wird, hat naturgemäß fiir uns außerordentlich großes Interesse. Nichts liegt näher, als in der Auseinandersetzung über die Gl eich her ec h ti gt 1 ngs f ra g c in Oesterreich eine Auswirkung «ler allgemeinen Entwicklung zu sehen, «lie die Lage des jüdischen Volkes in unserer Zeit kennzeichnet. — Wer nun meinen würde, daß diese Brtrachtnngsart in allen jiülisehen Organen zu finden ist, hat sich geirrt. Wir lesen nämlieh in einer jüdischen Zeitung folgende Sülze: ״Sollten wirklieh die österreichischen Juden jetzt Achnlichcs erleben ntiissen wie wir Juden im Reich, so würde darin ein erneutcr Beweis für die deutsch-österreichische Schicksalsgemeinschaftcrblicktwerdenmüs• sen: wie sich die Ocstcrrei eh er, obwohl nicht Angehörige des Deutschen Reiches, als Olieder des deutschen Volkes fühlen, so sind auch die alteingesessenen echten österreichi• sehen Juden nun I n einem engeren Sinne deutsche Juden und mehr als zuvor unsere B rü d e r.“ — Die Logik dieser Sätze sollte einmal 1mt«r• sucht werden I <*!.