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Jüdische Rundschau · 1934-02-16 · Heft 14 (16.2.1934) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 14 (16.2.1934)
Date
1934-02-16
Page
– (sequence 7)
Language
German
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"t'railc für dos lte;:n11Hl cn Vrr• ei' ״Am '111 Teil 'in, eine Dichter, ei Ihm• i ter/cn seinem uml 7u sit 1111111׳ ו Malte K'1'rsrht, :i Vrr• ',er /in• e schon! I rolm untreu, fest, en1׳ ab in vor- 011, »1er 1ms zu her ,in• onisten, e culm enilicht,;lien in t“ un<i eihonde glaube es /eitnnssiofl ml kh, i dieser 1 ließ. 1111 be• iliothek ו. Wir n Pro- 1 Mit- I überifm,1תח, Var al* ckannt. ss'!1'־ l/o als llisclll*11 , I nde r fünf• ,1• verrme/)0 ,111 die 011 500 , einer ,se.-iite■ hei Rem 'orsel'l׳ chicliie er B£* Abdul 11 Vcr; nerreit Aller־ idißtr* lelluuÄ et. 16 ,14 •זא• n, 1934 Deutsch-jüdische Emigranten in England , ,. .. . , London, Ende Januar. Die Verb all msse der etwa 3500 jetzt in England befLnd- 001 drnlscli-jmlisdmn Emigranten beginnen allmählich etwas MchskblUb'r werden. Die inntcriclic Lage dieser Emi- «rauten w;1r nu r 11n iimls so unßiinstijr wie in Frankreich, Ja die englische I inwaiulcmtigsbcliürdc von vornherein if11l5c11-jiidi'(־be Ankon1111h11(re mir passieren ließ, wenn sic dcli iil'l'r. ausreichende (leldinillcl answeisen konnten; und iiifli in diesem I nlle wurde die Aufentlinltshowillitruiif^ in der prcci mir hir cm bis zwei Atonale erteilt unter der Ite• (jinfiimih weder be/nlillc noch unbezahlte Stellungen aiinchmcn 0 wollen. Ein großer Teil derer, die in der IToffnunrr, Irgend- ׳״ekln’ ftkllmtgeii in der Wirlsclinft finden zu können, seit dem Frühjahr 10 iJ hierher kamen, hat i.11 /wischen wieder das Land v c r I a s 8 c 11. Selbst, wo sich schon eine Stellung {,et, durfte sie ohne ofh/iellc Arbcitscrlaubnis nicht nngctreten werden. So sind nur ganz wenige, mit ausgezeichneten jpf/ialkniiiinisseii oder besonders guten Beziehungen, einst- ״dien uiilcrgekoimiien. Der (irolileil der heute anwesenden ״Refugees“ setzt sich jus jüngeren Menschen zusammen, die ihre Ausbildung liier zu Emk’ fuhren b/w. den neuen Anforderungen gcmiill umstellen mul erweitern. In Sprachschulen, in den Instituten furSIcnographic lind Schreibmaschine macht sich das ״deutsche flemenl" besonders stark _ bemerkbar. Aber aucli ganz, spe- •jcllen und teilw eise neuartigen Ausbildungen, angefangen von Konserven- und Konfitüren Zubereitung bis hinauf zu den Künsten hat man sieh zugcwaiult. An den Universitäten studieren allein gegen 250 deutsche Mediziner, ohne aber damit ein Anrecht auf spätere Niederlassung zu erwerben, [ine Reihe von Uriiversiläis-Assi.stcnten aus allen Fakultäten hat durch Bewilligung von Stipendien Gelegenheit zu privaten Forsrlinngai erhalten. Daniher hinaus hält sidi eine Anzahl von deutschen Juden vorübergehend hier auf, um englische Sprache und englisches Lehen keimen/uleriu'ii, bevor sie nach Palästina oder anderen Ucbcrsccländcrn aus wandern. In manchen Lallen führt sie auch nur die Hoffnung hierher, von London aus diesen Weg leichter zu linden als von [)cutschlaml. Man wird wohl kmitn fehlgchcn, wenn man die geistige ftfu.1tinn dieser Menschen kurz, mit einer gewissen Leerheit kennzeichnet: Sie vergessen das Alte, ohne immer enttprcclieinkii _Lrs.1t/. und Anschluß an das englische innere üben zu finden, ja ohne ihn immer zu suchen. Der geistige Halt, den das Judentum geben könnte, ist mir bei einem kleineren Teil vorauszusetzen. Eine ständig wachsende Anzahl beginnt instinktiv diese vorhandene Lücke m fühlen und, oft führerlos, den Anschluß an das Jüdische m suchen. Die Bedeutung, die eine erzieherische zionistische Arbeit Hir diese Menschen haben könnte, ist evident. Ein (rroßer Teil der Jugend, dieselben Menschen oft, mit denen wir noch vor einem Jahr vom KJV. und anderen Organi* Mtioncii aus mit Argumenten ringen mußten, ist heute bereits zionistisch und macht liier seine 1״ lachscharah“ durch, aut welchem Gebiete auch immer. Aber auch von diesen sind noch nicht alle entschlossen, nach Ablauf der kurzen Ausbildungszeit in England, die ein Jahr nicht übersteigt, den Weg nacli Palästina *zu suchen. Hier greift jetzt das ״Jcwidi Rrfiigecs Committee“ im Einvernehmen mit zioimti'clien Stellen ein. Es wurde an alle, die durch dieses Komitee Lehrstellen erhalten haben, in einem Brief auf die Bedeutung Palästinas für ihre Zukunft hi »gewiesen. Anfang Februar wird demselben Kreise diese Situation durch einen Vortrag und die Aufführung des Palästina-Films noch einmal eindringlich vor Augen geliihrt werden. Neben den 20 Jungen, die von dem Komitee in St. Albans (Nähe London) auf einem landwirtschaftlichen Mustergut MRezcifhnd untergcbracht sind, wird in diesen Tagen für die Mitglieder des ״Heclialuz“ ein Hachscharahzentrum in der l'mgehimg von Manchester eröffnet. Während der größte Teil der Jugend sich auf dem Wege י״זיז Judentum befindet, läßt sich daneben ein Kreis von Menschen, besonders älteren, beobachten, die nur sehr langom neuen Boden unter den Füßen gewinnen. Oft machen »t es sich über Gebühr schwer und verleugnen auch damit keineswegs den Bezirk ihrer Herkunft. (Uns wird alles schwer wd wir werden über allem schwer, hat Goethe von den Deutschen gesagt.) Aber wie immer bei schwierigen Fragen und hcsomio's im Falle der Assimilation, verbirgt sich auch Wer liiiiirr großem Aufwand viel geistige Acngstliclikcit. Obwohl hir diese Menschen, wie sie seihst wissen, dne ״me Assimilation außer Frage stellt, verharren sie In einem Zustand der Eulscliciilungslosigkeit lind Unsicherheit, ohne *kh zu zionistischen Erkenntnissen durch/uringen. Aber auch erschütternde Fälle von Gedankenlosigkeit bifiben dem Beobachter nicht erspart. Folgendes Beispiel 'ci hier genannt, weil es für viele ähnliche Fälle spricht. ehemaliger Student aus Deutschland beginnt hier Philo- '״eie zu studieren, um in England Lehrer zu werden. Wenn m?״ ihn fragt, ob er glaubt, sich so assimilieren zu können, mc cs notwendig ist, um englischen Kindern englische Kultur Mhc/ubritigen, sagt er: ״Ich weiß, daß ich vielleicht in t״l|gcn Jahren so weit sein werde, auch England verlassen zu 11״**cn. Deshalb lerne ich gleichzeitig möglichst viele andere Sprachen solcher Länder, die vom Antisemitismus noch länger 'gehont bleiben werden: Wenn ich in Schweden nicht 1,'dir bleiben kann, gehe ich nach Portugal und bleibe dort {1"'Re Jahre. Mit vielen Sprachen werde ich schon durchs u"fn kommen.“ Hier bietet sich eine Karikatur der Assi- ״»lationsideologie, die ein Jahrhundert jüdischen Denkens Wicrrschte:!5ei der Unsicherheit des Versuchs, im engüs'h'״ Volk imterzutauclien, rechnet man von vornherein Ü' ,.dcr Möglichkeit und Notwendigkeit spaterer ,,Assiwati״״.,״״ und richtet sich darauf ein. Mail behalt immer “ocl\> sozusagen, eine Assimilation in der Reserve, t In 1 rkiiminis dieser Situation vieler emigrierter Juden;cpnn eine ״Gruppe junger Zionisten“ Ende Juni v. J. ihre , ,H1L nachdem sich erwiesen hatte, daß die englisch-jüdi• ct,t» Organisationen für diese neuen Aufgaben aus mancher• lc1 Gründen nicht so geeignet waren. , , . . Die Aufgabe war und ist: Den hiesigen deutschen Juden regelmäßige Stelle der Zusammenkunft zu schaffen, *° ׳he Situation (ihre Herkunft und Zukunft) besprochen ״erden kann. Es gilt einerseits, vor neuen Assi in ilationsvcr* *uchen zu warnen, andererseits diejenigen, die nach Palästina wollen, darauf vorzubereiten. Dieser Zweiteilung gemäß .teliseltcu wir an unseren wöchentlichen Abenden zwischen £!°n1stisch. ideologischen und mehr praktischen Palästina- ‘״'men. Neben Vorträgen und Aussprachen mit Berl Katzf S0I\ Dr. Ernst Simon, Dr. Hantke und anderen, beteihgb,־LSlch dic Mitglieder an der Ausgestaltung durch eigene ״״*ussionen, Mitwirkung an einer gesprochenen Zeitung, bunten jüdischen Literaturabend, einem Chor. Es wurden neuerdings hebräische Abend Kurse '1״gerichtet, die dreimal wöchentlich •tattfmden und gut 0®sucht sind AtJ'j der bi St. Albans bestehenden 1״jdwlrtschaftl^hoi 1״,bildungsstelle von 20!unendlichen wurden ebenfalls «uf Pcr Verbund der pal/islincmi:tchcn Pflanzer (Hilarhduth He-iharim) hielt Ende Januar seine Jahreshan/erenz in Tel- /1wi’(u ab. Der Vorsitzende des Verbandes, Mascha Smilnnslti, auch als Schriftsteller bekannt, hielt eine umfassende Er• öfftnmgsrcdc, die in der Zeitschrift ״Hauslenai" veröffeilt• licht wird. H ir entnehmen dieser Eröffnungsrede folgende interessante Stellen: Das vergangene Jahr, 80 führte Smllanskl aus, wnr wegen des Regcinn.ingels eines der schlechtesten Jahre der palästinensischen I amlwirtschaft. Körncrboucmlcn Landwirten ging es so_ schlecht, daß sie kaum ihr I.chen fristen konnten und sich ihr Bestand an Vieh und Geflügel verkleinerte. Nicht viel besser ging es den Obstbauern. Die Trauben und die Mandeln mißlangen, und alle Früchte waren wegen der 1 rocke!,heit klein mul verdorrten oft schon an den Bäumen. Demgegenüber haben sich dic Marktverhiiltitissc besonders für Wein etwas verbessert infolge des Mehrverbrauchs auf dem lokalen Markt, wozu jetzt die Hoffnung einer Einfuhr nach Amerika tritt. Nicht betroffen waren die gemischten Wirtschaften, insbesondere diejenigen, die genügend Wasser haben, aus Quellen mul Brunnen das zu ersetzen, was an Regenwasser fehlt; der Absatz dieser Wirtschäften ist außerordentlich gewachsen, insbesondere dank der neuen Alijali. Am wenigsten von allen waren aber die Orang c 11 p f I a n z e r betroffen, dic vom Regen nicht abhängig sind. Für die Or.nigenpflan/er ist nicht die Dürre dic Hauptsorge, sondern die M ה r k t f r a g e. Die Konkurrenz auf den Märkten wirs( von Jahr zu Jahr schärfer. Die Zollmnuern, die Land um Land anfrichtet, wirken aut den Absatz ungünstig, ebenso_ die Dcvisen-Zwaiigswirtschaft. Die Regierung versagt leider nt der Unterstützung des Kampfes um einen Absatz der Palästina-Produkte, sogar in England. Dabei steigt die Produktion immer mehr. Bereits bei der sechsten Million be- Regnen wir auf den Märkten grollen Schwierigkeiten und dabei werden wir in Kürze 20 Millionen Kisten produzieren, selbst wenn wir nicht einen einzigen neuem Baum pflanzen. in der letzten Zeit hat sich wieder eine recht merkbare Landflucht entwickelt. Alte landwirtschaftliche Arbeiter gingen in die Stadt, weil die Anziehungskraft der hohen Löhne im Baugewerbe zu stark war. So waren auch die Landwirte gezwungen, relativ hohe Löhne an ungeübte Arbeiter zu zahlen. Wenn inan oft den Vorwurf hört, daß in den Pflanzimgskolonien nur tausend neue jüdische Arbeiter untergekommen sind, so sollte man nicht vergessen, daß zugleich tausende an Stelle der in dic Stadt gezogenen eingestellt wurden. Auch das Kapital, das eine Zeltlang von der Pßanznngswirtscliait nngc/ogcn wurde, wendet sich wieder mehr der Stadt zu. Die Erweiterung der ländlichen Wirtschaft stößt auf Schwierigkeiten. Die Erwerbung von Boden ist viel schwerer geworden als früher und die Landspekulation wirkt sich ungünstig aus. Aber auch In «ler Land Wirtschaft gibt es Lichtblicke. Zunächst haben die sehr starken Regengüsse des Mon a t s J a n 11 a r einen wahren Segen gebracht, wie wir ihn schon jahrelang nicht aufzuweisen hatten. Vielleicht also wird das jetzige Jahr das erste von sieben fetten Rcßcnjahrcn sein. Alle Anzeichen weisen darauf hin, daß cs ein sehr günstiger, J״hr werden wird. Und nicht nur der Regen war ausgiebig, sondern mich die Brunnenbohrung war erfolgrcich. Das Jahr 5603 wird in der Geschichte Pa last i 11 as als das ״Jahr des Wassers" verzcich• net sein. In Untergaliläa wurde Wasser gefunden, und der ganze Bezirk stellt dadurch im Anfang einer neuen Aufwärtscntwicklung. Auch im Emck hat man an mehreren Stellen Wasser gefunden. Diese Funde, verbunden mit der Hoffnung auf weitere Wasserentdeckimgen, sind imstande, den ganzen Charakter des Landes von Grund aufm ändern und nettes Leben zu bringen. Nicht tvur die Pflan• zungswirtschaft, auch die Vichwirtschaft wird dadurch außer• ordentlich gehoben. Auch neue Zweige der Landwirtschaft werden cittgeführt werden. Aufgabe des Pflanzcrvcrbaude* ist es, diese Möglichkeiten voll nusnrmitzcn. Im weiteren Verlaufe seines Referates besprach der Redner die Erweiterung der Kooperativen der Pflanzerwirtschaftcn, die Auswirkungen des neuen Gesetzes über «Ile Dorf-Vcrwalhing, ferner Steuer- und Zollfragen. Dic Hoffnung, daß der Konferenz bereits über die Gründung einer Pflanzer• bank berichtet werden wird, hat sich nicht verwirklicht. Nach Erörterung einiger technischer Fragen der Landwirtschaft geht dann der Redner auf verschiedene politisch« Fragen ein. Man wirft mir vor, so führte er aus, daß Ich die Regiertmg ״unterstütze״. Wir sind wirklich pro-britisch. Es ist unsere tiefste Uebcrzeugung, «laß nur bei Kooperation mit der britischen Regierung wir Hoffnungen auf unsere Zukutift im Lande haben. Kein anderes Volk von allen Völkern der Welt kann uns hier beistehen. Diese Einsicht aber verbindert uns nicht, auch die Fehl er der Regierung zu sehen und das, was gegen unser Interesse ist, zu kritisieren. Und trotzdem anerkennen wir auch diejenigen richtigen und ge• rechten Handlungen der Regierung, die nicht zu unserem Nutzen sind. Wir sind zwar der Meinung, daß die Regierung mehr Einreise-Erlaubnisse geben sollte, aber den Begriff der ״illegalen" Einwanderung als solchen können wir nicht bekämpfen. Statt der Regierung das Recht abzu* sprechen, überhaupt von illegaler El׳ Wanderung zu reden, hätte man lieber alle Bemühungen darauf verwenden sollen, den Rahmen der legalen Einwanderung zu erweitern. Seit den Lagen Herzig und Achad Maams haben wir selbst uns stets gegen heimliche Einwanderung aus ge- 8 p r oc h cn. Wir können nicht sagen, «laß eine heim liehe Ueberschreitung der Grenzen gesetzmäßig Pt. Dagegen können wir rillt aller Offenheit uns gegen die Mittel aussprechen, die «lie Regierung zur Bekämpfung der illegalen Einwanderung angewandt hat. Die Einwanderung muß notwendigerweise sich immer Ln den Grenzen der Fassungskraft des Landes halten. Unsere Aufgabe ist es, «IIesc Fassungskraft zu vergrößern. Die Regierung hat zur Erweiterung der Eassungskraft des Landes nichts beigotrngen, und dies ist ihr elgentliehe* Vergehen gegen uim und unser Werk. Sie vernachlässigt Ihre Pflichten, wenn sie nicht für die Verbreitung der Landes- Produkte auf dem Weltmarkt Sorge trägt. _Wir anerkennen auch hundertprozentig den Willen der Regierung, die Interessen der arabischen Pächter zu verteidigen, damit sie nicht von ihren Pachtboden vertrieben werden. Dies ist eine Pflicht der Regierung jedes zivilisierten Landes. Aber das Gesetz, das dic Regierung hierüber erlassen hat, erfüllt nicht seinen Zweck, sondern trägt nur noch mehr Verwirrung herein. Es schuf eine große Rcchtsunsichcrheit, Bodenbesitzer tragen Bedenken, ihren Boden zu verpack!• tcn. Man fürchtet sich, Investitionen zu machen, Bodenverkauf Ist erschwert, sogar innerhalb der Kolonien. Das ,ist eine Drosselung jeder Entwicklung und nicht ״Fürsorge für den Pächter“. Wir billigen durchaus den Wunsch der Regierung, eine Verständigung zwischen uns und den Arabern lierhcizuführen. Dic zwei Nachbarvölker können nicht dauernd im Kriegszustand nebeneinander leben. Aber wir können nicht zustimmen, wenn die Araber auf unsere Kosten versöhnt werden sollen. Daher wenden wir uns dagegen, wenn die Regierting bcrcits_ gewährte Zertifikate, die mit der Fassungskraft des Landes in Einklang stellen, unter dem Druck der Araber zurückzieht. _ Unsere grundsätzlich pro-britische Einstellung macht uns nicht blind gegen die uns behindernden und störenden Maßnahmen der Regierung. Aber von hier bis 711 den fortwährenden Protesten u!1d ausfälligen Reden, bis zu den eingeschlagenen Fensterscheiben bei britischen Konsulaten und Demonstrationen in Tel-Awiw ist noch ein sehr weiter Weg. Zum Schluß besprach Smilanski noch die innerjüdischen und innerzionistischen Verhältnisse. Die Konferenz faßte eine Reihe von Resolutionen, die sich mit den verschiedenen Arbeitsgebieten belassen. In einer Resolution wird der Wunsch ausgesprochen, daß der gegenwärtige Zustand in der Zionistischen Organisation und ihren Institutionen geändert werde, und «lie Leitung des Verbandes erhält den Auftrag, ״zusammen mit allen anderen Kreisen״ auf eine Armierung hinzuarbeiten. Diese Resolution ist wohl dahin zu verstehen, daß eine U m blldting der Exekutive angestrebt wird. In einer anderen Resolution wird an alle Mitglieder de« Verbandes die Aufforderung gerichtet, den Kreis der jüdischen Arbeit in den jüdischen Siedlungen zu vergrößern. Die Kon• ferenz gibt ihrem Bedauern über die häufigen Arbeiterkon• fliktc Ausdruck und nimmt dabei gegen die Arbeiterorgani• salion Stellung. Der Verband sei bereit, bei einer Ncngcstal• tung der Beziehungen In bezug auf die jüdische Arbeit mitzuwirkeit. Die palästinensische Orangenernie Die ״Frankfurter Zeitung“ vom 9. 2. veröffentlicht einen Bericht über die palästinensische Orangenernte. Es heißt darin: ״Die landwirtschaftliche Abteilung der palästinensischen Mandatsverwaltung schätzt dic «liesjährige Ernte auf 6 Mill. Kisten gegen 4,5 Mili. I. V. und erst 3 Mill. vor zwei Jahren. Verschifft wurden bis zutn 7, Jan. 1,60 Mill. Kisten (i. V. in der ganzen Saison bis Anfang April 4,2 Mill., bis Anfang Januar 1,1 Mill. Kisten). Trotz der ungünstigen Witterung im Dezember liegen die Ausfuhrergeb• nisse der diesjährigen Saison also schon wesentlich höher als im Vorjahre. Allerdings ist auch dic Absatzorganisation verbessert. Besonders dic Sortierung der Früchte erfolgt jetzt bei den größeren Gesellschaften nicht mehr von Hand, sondern mit Hilfe von Maschinen, die Im Lande entwickelt worden sind und sich nach den bisherigen Erfahrungen gut bewähren. Dic Verschiffungen Ringen bisher — wie immer — tu ihrem größten Teil nach Deutschland und England. Einige Ladungen wurden in Bremen zu 7,50 bis 10,25 RM, verkauft, meist zwischen 8,25 und 9,50 RM. Früchte mit schlechter Farbe, dic infolge der Trockenheit des vergangenen Herbstes nicht selten sind — der Frührcgen hat außergewöhnlich spät eingesetzt — erzielten zuletzt in Deutschland etwa 6 bis 6,75 RM. In England sind die letzten Ankünfte nach hier vorliegenden telegraphischen Berichten mit 11 8h für 136/I44cr Kisten verkauft worden. Liverpool zahlte für 141er Kisten aber nur etwa 10 sh. Für Grape Fruit wurde in Hüll 13 bis 17 sh je Kiste je nach Qualität bezahlt. Die Nachfrage am englischen Markt wird als gut bezeichnet und das ankommende Material findet schlanke Aufnahme. Am deutschen Markt ist die Nachfrage ebenfalls recht lebhaft, lind man nimmt an, daß die Verschiffungen nach Deutschland aus der diesjährigen Ernte wesentlich höher sein werden als aus der vorjährigen, in der sie 708000 Kisten betrugen. Man rechnet fernerhin mit einer starken Steigerung der Ausfuhr nach Skandinavien, Kanada und Westeuropa.“ Äistdle von 20 Jugendlichen 1 8״ere Veranlassung Kurse eingerichtet Neben den öffentlichen Veranstaltungen haben sich engere Studien zlrkcl hcrnusgebildct, die in den Häusern von Damen der ״Wizo“ stattfinden und In regelmäßigen Abstän• den abgeschlossene Themen behandeln. Die ״Gruppe junger Zionisten" stellt In engem Kontnkt mit der Zionistischen Organisation, besonders mit der studcnlischcn ״Univcrsity Zionist Federation“. Auf der Jahres- Tagung dieses Verbandes in Leeds waren wlf durch einen Delegierten vertreten. Es sei ferner erwähnt, daß wir im engen Kontakt mit der neuentstandenen Ortsgruppe des Heclialuz stellen. Die ״Gruppe junger Zionisten‘1 veranstaltete gemeinsam mit dein Anglo-Palestinian-Club einen Vortragsabend, an dem neben hervorragenden Wissenschaftlern aus Deutschland auch Dr. W ei zmann und Mitglieder der Exekutive tellnahmen. Da der größte Teil der Emigranten jetzt in der Lage Ist, englischen Vorträgen zu folgen, wird das Programm in Zu• kunft auch mit englischen Rednern besetzt werden und die Zusammenarbeit mit den bestehenden en gl Isch-zionUt bchen Gruppen wird sich noch enger als bisher gestalten können. Julius Kolleascher. Kleine Nachrichten Der Obcrkommlssar für Syrien, Graf 11c Märtel, teilte vor seiner Abreise nach Paris der Presse mit, daß mit Rücksicht auf die rapide Entwicklung Palästinas und den Ausbau des Hafens von Haifa Maßnahmen getroffen werden, um auch das syrische Mandatsgebiet zu entwickeln und den Hafen von Beiruth zu erweitern, wofür 40 Millionen Frs. bereitgestellt werden. Außerdem wird irn Hafen von Beiruth eine Freizone für Waren aus Irak und Persien eröffnet und neue Eisenbahnen nach Persien und der Türkei sind projektiert, ebenso werden die Wüstenstraßen nach Damaskus und Bagdad ausgebaut, um den Handel dieses ganzen Hinterlandes nach Beiruth zu ziehen. Hubermann hat Im Verlaufe seiner palästinensischen Tournee In En Charod Im Emek Jcsrccl ein Konzert gegeben, bei dem 1500 Personen der umliegenden Siedlungen anwesend waren. Anschließend fand ein Begrüßungsabend statt, der mit einem Horratanz beendet wurde. Wie das offizielle Organ der Palästina-Regierung mitteilt, hat de. High Commlssloner eine Deportierunga-Order gegen Jona« Baruch samt Frau und sieben Kindern rückgängig gemacht

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