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Jüdische Rundschau · 1934-02-16 · Heft 14 (16.2.1934) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 14 (16.2.1934)
Date
1934-02-16
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 jüdische Rundschau Palästina und das Mossul - Ocl Von Marcel Lew. I. nie Mitteilungen des Herrn Dr. Alfred Marcus in Nr. 12 dieser Zeitschrift bedürfen einiger Ergänzungen. Was zu nächst den Zeitpunkt der Fertigstellung der pipe-line nach I laifa anhclniigt, so berichtet hierüber dir ״Internationale Petroleum- Korrespondenz“ am 1. Februar 1931; ״Wie ein hoher Funktionär der Irak-Regierung vor einigen Tagen in London erklärt hat, sollen die beiden Oelleilungeii aus dem Mossulgobict nach dem Mittelmccr kurz vor der Vollendung stellen und in etwa zwei Monaten in Betrieb genommen werden “ Mit der lletricbscroff- 111mg ist also gegen den 1. Ap!iI dieses Jahres zu rechnen, Herr Dr. Manns macht mit Recht darauf aufmerksam, dall ״die Untersrhrcitimg der ursprünglich für notwendig gehaltenen Zeiträume um etwa die Hälfte“ auffällig sei und nicht mit einer Vorrechiiiing in den Haufristen erklärt werden könne. Hinzu kommt aber ein weiterer wichtiger Umstand. Die IPK teilt über das Leistungsvermögen der neuen pipe-line ebenfalls am 1. Februar 1931 mit: ״Die Jahresleistung der insgesamt 1130 Meilen langen pipe-line soll 1,'! Millionen Tonnen betragen, also um 1,5 Mil* lioncit Tonnen die Mindestinengc übersteigen, zu deren Förderang sieh die Iraq Petroleum Co. verpflichtet hat." Somit mul) fest gestellt werden, d a IS d i e R 0 11 r I e i t u 11 g 11 i c 111 nur c r 11 e 111 i e 11 schneller als vor a n s e h 1 n g t ge 11 a 111 worden ist, s o 11 <1 e r 11 a 11 c 11 111 e 11 r, u 1! d z w a r erheblieh in e 11 r als 11 r s p r ti n g I i e 11 vorgesehen Ir a 11 s - portieren kann. Man wird wohl in der Annahme nicht fehl gdien, dal) beide Sachverhalte in Beziehung zueinander zu setzen sind und gemeinsame Ursachen haben. Was diese anbelangt, so trifft siuivrlirh die bereits erwähnte Bnnerkmig zu, dal) sie nicht in irrtümlicher Kalkulation zu stieben sein werden. Herr Dr. Marcus meint nun, daß ,.als Erklärutig lediglich politische Motive“ Weihen, die er als ״allgemeinstratcgische Gesichtspunkte“ umselireihg denn: ״ökonomische Gründe liällen eher dafür gesprochen, den Hau der Leitun gen noch über die Vertragsfristen hinaus zu verzögern...“ Sind Hypothese, ihre Voraussetzungen und Schlußfolgerungen richtig? Der Bau der pipe-line geht, wie sieli schon aus ihrer bis in die Kriegszeit reichenden Geschichte ergibt, zu ein ein nicht unerheblichen Teil auf strategische Erwägungen zurück. Hiermit ist aber ober Baubcsciiletiitigung und Mehrleistung selbst noch nichts allsgesagt. Auch Pr. Marcus begründet nur den Hau mul nicht sein Plus. F'raglos hat die Verschärfung der politischen Verhältnisse in Asien und Europa hierzu mit beigetragen. Aber ebenso zweifelsfrei scheint festzustelien, daß diese Erklärung allein nicht ausreicht. Die Zuspitzung der politischen Ocgeiisät/c vollzieht sieh gegenwärtig weniger in den am Mittolmoer gelegenen Ländern als vielmehr innerhalb des imlisi It-ciiinesiseli-japanisclieii Komplexes. Die gcheimnisvolle I lotlenkoiiferenz in Singaporc ließ viele auf horchen. Wenn aber I VlilkalktilalioiH'ti aiissclieiden und strategische Gründe allein für eine plausible Erklärung nicht genügen, so muß doch, wohl oder übd, der wirtschaftliche Faktor eine Rolle spielen. Hierfür spricht noch ein weiterer Umstand In der neuen Shell-Raffinerie in II a i f a sollen jährlich nur ca. '200 000 Tonnen zur Verarbeitung gelangen. Da die Gesamtproduktion aber ■1,5 Millionen Tonnen betragen wird, wird also der weitaus größte Teil au den Endpunkten der Leitungen nicht weiter verarbeitet werden. Wäre das strategische Motiv das entschcidende, so müßte logischerweise das Rohöl in viel stärkerem Ausmaß als projektiert seine Weiterverarbeitung im Lande erfahren. II. Die Ausschaltung des wirtschaftlichen Faktors begründet Dr. Marcus mit dem Hinweis, dal) ״die Verhältnisse in der internationalen Eidölwiiischaft im Laufe der letzten Jahre alles andere als glänzend waren... Die Erdölkottfercnzen konnten zur Hebung des Marktes 'nielit sehr beitragen. Die Preise lagen unter einem unerhörten Druck ..." Fs ist hier nicht der Raum, im einzelnen nadizuwcisen, daß die Schlußfolgerungen aus dem dargestcllicn Sachverhalt nicht die von Herrn Dr. Marcus gezogenen sein müssen. Wäre nämlich die von ihm zwar nicht ausgesprochene, so doch stets vorausgesetzte Regel zutreffend, daß Preisdruck Prodoktionsciüsehräiikimg zur Folge haben muh, so wäre allerdings die Beschleunigung des Baus und die Mehrloistuiig der pipe-line unverständlich. Es ist aber gerade ein Zeichen unserer Zeit, dal) Produktions• und Absatzpl.uumg in internationalem MaHslab weiter denn je ist, lind dal) Preiskämpfe sein־ häufig von Prodiiktionsstcigerungcn begleitet sind. Das Mossttlöl konkurriert mit der rumänischen und russisrhen Produktion, die seit den letzten Jahren sich in aufsteigeuder Linie befinden. Es hat den Vorteil geringerer Gcstclumgskosten und — von llnifa aus - - des kleineren Transportweges, also auch den der ITachtvei'giinstignng. Wer aber kommt als Abu eh 111 er in Betracht? Es 1111111 hei dieser Frage beachtet werden, daß cs sich tun Rohöl bandelt, der Import ,־»Iso an das Vorhandensein von Raffinerien, Stätten der Woiterverarheitnng gebunden ist. In zahlreichen Ländern bestellt eine starke Tendenz der Errichtung eigener Rnffiu.itionszciitr011. Während bisher sich die Raffinerie im Pi'odiiktionsland befand, macht sich 'gegenwärtig eine Strömung geltend, vornehmlich aus Gründen der nationalen Wirtschaft <iic Verarbeituiigsstättcn in das jeweilige Koiisumgebiet zu verlegen und dementsprechend statt vernrbeiteter Produkte das miverarhcitctc Rohöl zu beziehen. Der hervorragendste Exponent dieser Anschauungen ist Frankreich. Und hier dürfte auch der Schlüssel zum Verständnis der Situation zu finden sein. ״Die französische Oelpolitik war nicht nur die treibende Kraft bei der vorzeitigen Aufschließung der Irak- Vorkommen. Sie 11:1t auch den Anstoß gegeben für das Entstehen einer mächtigen Raffiiiationsiiidustrie im eigenen Lande, die geradezu prädestiniert ist für die Verarbeitung des Mossul- Öls. Schon heute ist die Raffinationskapazität Frankreichs mit rund 1,8׳ Millionen Tonnen größer als die vorgesehenen Ir,״.!:- Verschiffungen.“ (IPK, 1. 2. 1934.) Eine halbstaatliche Großraffineric in Le Havre wurde kürzlich im Hau beendet, und die Errichtung einer zweiten in Marseille begonnen. Heide werden von einer Tochtergesellschaft, der die französische Irak-Bcleiligimg verwaltenden Compagnie Fran^aise des Petrolcs, die halbstaatlichen Charakter trägt, betrieben. Zu den Oelproduktionsländern, die bisher Frankreich versorgten, gehörte auch Rußland, dessen Konkurrenz Länder mit größerer Entfernung (USA, Niedcrländisch-Indicn usw ) immer drückender empfinden. Die Standard- und Shell-Gruppen, gleichfalls an der Iraq Pctroleum Co. beteiligt, dürften durch die frachtlieh günstiger gelegenen Mossul und Haifa ihren Stand verbessern. Line ähnliche Situation wie heute in Frankreich kann sich morgen in Italien ergeben. Es wird schon vom Bau netter Ratfincrie,mlngen gesprochen. Auch hier würde das Iraköl dann ein gewichtiges Wort inilzuspreclieii haben. Wenn auch nicht angenommen werden kann, daß das Mosstilöl einen starken Preissturz, verursachen wird — es ist marktmäßig nicht frei, sondern konzerngebunden — so ist es dennoch allein durch rechtzeitiges Einsdialtcii in die Marktbezichungen in der Lage, das Vordringen russischer und rumänischer Ware zu behindern, und den Weltkonzcrnen der Standard und Shell Märkte zu erhalten und verlorene weder zu erobern, ganz abgesellen davon, da» nunmehr ein Druckmittel in die Hand derjenigen gegeben ist, die die Russen und Rumänen zu größerer Zu seinem 60. Geburtstag Von Dr. A 1tro 11 Eliasberg, Tcl-Awiw Theodor '/JorisH! der am 17, 11. M■ 60 Jahre alt wird, sieht mitten im Lehen ties jüdischen Palästinas. 1 Vir haben einen seiner engeren Jagend genossen ersucht, aus diesem Anlaß unseren Lesern riehen einer Würdigung lies Mannes einige ficrsiinlich gefärbte Erinnerungen an die Entsiehungs• zeit des '/Jonismus in Deutschland :11 gehen. Zugleich spreehett wir und mit uns alle deutsehen Zionisten dem alten Ereuwl Zioeisti die herzlichsten (Hüclnvßnsehe aus. Herl. Der Mann Ls ist nicht leicht, ein Bild dieser farbigen, cuergicgeladenen,!ebenst runkenen Persönlichkeit zu gestalten. Der Künstler, der unermüdliche Arbeiter, fängt die Wdt mit allen Sinnen ein, durch alle Kanäle und verarbeitet sie zu einem Lcbeuswerk von fruchtbarem Reichtum. Vielleicht ist es gerade dieser ununterbrochene Lebensstrom, der Theodor /locistis eigentümliche Wirkung auf Menschen erklärt. Unzählig seine, ich will nicht sagen: Freunde — auch Zioeisti kann nur wenige, wirkliche, dieser spärlichen Mensclu'iigalluitg sein nennen ״ wohl aber solche, die er an zieht, die seinen Umgang als Bereicherung empfinden, die die Erinnerung au seine sprühende, quellnule IJnterhallung nicht missen möchten, mit ihren bald feilten, bald barocken Formulieriiugeii, ihren aus allen Sprach-!״'«( Kulturborucn geschöpften Bildern und Gleichnissen. /loeisti ist ein ״ohev liabrioth", ein Mensehenfreund, der die Menschen sucht. Mit jedem spricht er, jeden hört er in seiner Sprache. Mit dem Trödler in der (iipsstraße, während er ״- nicht allzu teuer — einen Biedermaiersehrnnk ersteht, mit der alten Fifclhäueriu, mit der er einen vielstümligcu Abend allein va bringt, Nicht ganz allein, stumme /engen waten zugegen: mehrere Flaschen Ahrwcin, die in der Unterhaltung förmlich aiifgiugeu. Und wie zärtlich hing an ihm der Gynäkologe der Berliner Universität, der gütige alte Kauz, der prächtige Leopold 1 atidnti. Und man kam gern zu ihm. 1111 Verlauf eines Jahres konnte man bei /locistis wohl jeden treffen, der irgendwie zum Zionismus gehörte oder wenigstens des ncujiidisclien Geistes 11auch verspürt hatte. Die wunderbaren Freitagabende der Vorkriegszeit! Salon? Nein, dieser Ausdruck ist zu pompös für die Geselligkeit, die Zlocistis pflegten. Aber ein Zentrum, ein geistiges, eilt menschliches. Daher seine HesUiumung zum Helfer, zum Beichtiger. Heute, wie vor 10 Jahren, wandern viele zu ihm. denen es nach Rat hungert, nach Aussprache dürstet. Sie finden ein hörendes Ohr, ein erschlossenes llcrz, ein kluges Wort. Una es ist kein Zufall, daß in einem tragischen Moment diese Beziehung der Vielen zu dem Lilien einen gültigen Ausdruck fand: die deutschen Einwanderer in Paliistin.״ haben gerade Theodor Zioeisti den Vorsitz der ״Hitachd׳ ' ()lei Germania‘׳ nnvcrtrnut. Zionistische Praxis!11 eiviertel seines Lebens fast stellt er im Dienste des Wiederaufbaus von Volk und Land. Schon auf den Oberklasseii des Gymnasiums, dann als junger Student hat er zionistisch gearbeitet, schreibend, reitend, orgauisicmul, agitierend. Seine sichtbar nachwirkende Leistling aus jener Zeit ist die Begründung der ״Vereinigung jüdischer Studenten“ au der Universität Berlin, die Zelle des K. J.V., das die ganze eigentümliche Struktur ries deutselten Zionisums entscheidend bestimmte. Aber gibt cs ein Feld /ionistisoher Aufgaben, das nicht seine Spuren aufwiesc? Hat er nicht 1012 rlic ״Poscner Resolution“ eingebraeht, die zum erstenmal den westeuropäischen Zionisten zwingen wollte, aus seiner Ueberzctiguiig praktische Konsequenzen zu ziehen durch Schaffung persönlicher, will sagen: wirtschaftlicher Interessen in Palästina? Und wer hatte die Initiative zu der ersten Palüstinaf.ihrt der K.J.V.er im Jahre 1913 ergriffen, die ohne den Krieg eine beispiellose Verknüpfung des dcutsehen Zionismus mit I'rcz Israel zur Folge gehabt hätte? Streng genommen bricht Zlocistis Arbeit im deutschen Zionismus mit dem Kriege ab. Im Herbst 1014 meldete er sich als Militärarzt zur türkischen Armee und ninelitc alle Schrecken jenes Winterfeldzugs nach Armenien durch. Im November verabschiedeten wir uns, einige Freunde, von ihm in einem seiner Lokale, irgendwo in der Mohrenstraße, ״Schwarzes Ferkel‘' hieß' cs, glaube ich. Cliaraktcristisch xvar für den Jubilar seine Kenntnis der Berliner Gaststätte»• und ihrer respektiven Spezialitäten. Ein Privatissimum über Herstellung, Lagerung, Bezug und Genuß der Berliner ,,Weiße“ ist mir im Gedächtnis geblieben. Bei jener Gelegenheit snrach Zioeisti ein unheimlich kluges, ein visionäres Wort: ״Dieser Krieg dauert hundert Jahre, und unsere Generation ist hin.“ Zu zwanzig Prozent hat er bereits Recht behalten. Zioeisti hoffte, auf dem türkischen Kriegsschauplatz irgcmlwie mit Palästina in Berührung zu kommen. So •weit ich unterrichtet bin,־ konnte er seine guten, durch erfolgreiche Krjcgslazarcttpraxis (organisatorisch und medizinisch) erworbenen Beziehungen zugunsten des Jisclntw verwerten. Damals reifte der Entschluß, nach Palästina zu tibcrsictlcln, der erst 1020 ausgefühlt werden konnte. Die Familie war eine der ersten der neuen Aiijali. Das Land war verwüstet, alles muBte von neuem begonnen werden. Welches dankbare Fehl für Männer seiner Art! Fr stürzte sielt in die Gemeinde• arheit von Tcl-Awiw, zunächst in die Organisierung des Sanitätswesens. Vorgcnrhcitct in gewissem Sinne hatte er dafür durch die Herausgabe der ״Aufgaben des Sanitiitswesens in Palästina“, eines Sammelwerks, an dem die Besten jener hoffnungsreichen Epoche mitarbeiteten, und das ich zu verlegen die Ehre hatte. Vielleicht ist hei dieser ״Gegenwarisarbeit“ der eigen!- liehe ״Zionismus" etwas in den Hintergrund getreten, eine bedauerliche Begleiterscheinung des Aufbaus. Mit vielen itn lischmv teilt Zioeisti die Ansicht, daß mit dem Betreten Palästinas die ,,idealistisch-romantische'׳ Zeit für den Einzclucn zu Ende geht. Manche Gebrechen des Jischuw sind auf diesen verhängnisvollen Irrtum zuriiekzufübren. Es ist nicht angebracht, mit dem Jubilar darüber zu rechten. Gewisse Anzeichen lassen eine Umkehr in diesen Dingen erhoffen. Nr■ 14, 16. II, 1934 ״Keren 1 lajcssod“ und ,.Keren Kajciietli" entfalten gerad» jetzt eine dankenswerte Initiative, Aus der Sorge für du Tages Notdurft mag dein Jisclntw der Sin» für den Urgrund des Aufbaus wieder aufgehen. Literatur Lines meiner allerersten Vcrlagswcrkc im Jüdischen Ver• I tg (1012) war die Sammlung von Zlocistis Gedichten ״An Tor des Abends“. Mag das große Publikum diesem Teil seines l.cbcnscrtrags nicht ganz gerecht geworden sein, eint Gemeinde empfänglicher (icmülcr stand zu ihren) Dichter. Und Tatsache ist es, daß mehrere seiner Lieder hei Hun• dcrten von Gelegenheiten gesungen wurden, junge Herren erhebend und begeisternd. Zlocistis lyrischer (irundton drückt sich auch in seinem Stil aus. Eilte Stimmung, eine vage Vision mögen ab und n den straffen Gedanken׳:•,mg, die Konstruktion der Darstcllunt in den Konturen verwischen. Aber in weit höherem Maße wird seine Schreibweise von einer Treffsicherheit beherrscht Namentlich bei abschließenden Formulierungen, bei Ver• gleichen und Beziehungen. Seine schriftstellerische Laufbahn durfte mit der zio• iiistische» ungefähr zusamtiienfallen. Der S 'itiler mußte sdw sehr früh für sich selber sorgen. Viel journalistische Froh war zu leisten. Aber seilen wohl wurde er sich ganz untre! die persönliche, die Form wurde gewahrt. Vor kurzem stellte Jacob Gcr/on in der ״J. R.“ fcf, daß Zioeisti cs war, der ihm die Wald des ״Jidisclten" »h Doktorarbeit nahegelegt hatte. Auch dies war kein vn• cinzcltcr Einfall, sondern Ausdruck einer Konzeption, der wissenschaftlichen Erforschung des neuen Judentums n dienen und zugleich eine junge Forschergeneration heran■ bilden zu helfen. Zioeisti war einer der ersten Westzionistfl! die das Jidische als Er/iehungsfaktor erkannten. Seine gut« Verdeutschungen, zuerst in ״Ost und West“ veröffentlicht, erschienen daun mit einer sinnigen Einleitung versehen «1 Buchform unter dem Titel ״Aus einer stillen Welt“ und wurden viel gelesen. Um Moses Heß Wenn man Zioeisti fragte, worin er denn das Bleibend( in seinem vielgestaltigen Wirken sieht, so würde er, glaubt ich, antworten: in der Arbeit um Moses Heß. Ich weiß nicht, ob Zioeisti der erste war, der Moses Hd kannte. Unbestreitbar ist cs aber, daß er ihn für die Wisse«• Schaft entdeckt hat. Fr hat ״Rom und Jerusalem“ aus da Quellen der Persönlichkeit seines Schöpfers begriffen um mehr noch, er hat es in den großen Zusammenhang zflt' genössiscltcn Denkens und Geschehens gestellt. In den Weihnachtsferien 1808 09 stattete eine KommM«״ des neu gegründeten VjSt Leipzig, darunter Bubcr und ״A dem Berliner Muttcrvercin einen Antrittsbesuch ah. Bei dir'״ Gelegenheit hörten wir zum erstenmal von Moses rin• Das 'Buch war total vergriffen und im Antiquariat un״■ kannt. Das Exemplar der Leipziger IJiiiversitätsbiblioiM* wurde als Rarität nicht ohne weiteres ausgeliehen. erhielten cs aber durch Vermittlung des nachmaligen fcssors Kahn, Lektor fiir Talmud Wissenschaft inm arbciler Gustav Dahlmanns. Wir lasen das Buch 'Jm', redeten den Inhaber der Buchhandlung M. W. Kaufman eine Neuauflage zu veranstalten, für die ״unser“ ExcntpUr Vorlage diente. So wurde ״Rom und Jerusalem“ nckati־ /.loeisti aber wandte sielt der Erforschung von }R*s ׳, diseher Publizistik zu. HHI5 gab er dessen ,Aufsätze ״Jüdische Schriften“ mit einer umfangreichen biograplm״׳ Einleitung heraus. Diese Arbeit hat er nie aufgegeben, r.n des Krieges verabredeten wir die Veranstaltung einer ti bändigen Gesamtausgabe. Acnderung der Verhältnisse hinderten die Ausführung des Planes. Aber das lntcrme seines Aufenthalts in Deutschland benutzte Zioeisti, um obenerwähnte Einleitung zu einem stattlichen Band von! Seiten umzuarbeiten. Gegenwärtig arbeitet Zioeisti an ci neuen Fassung der Biographie für eine hebräische, Ausc ׳ So wird das Beste dessen, was Theodor Zioeisti m hc' Bemühen und inniger Liebe über jüdische Dinge ertop j erdacht, empfunden, erschaut, für die jüdische uesem erhalten werden. Nachgiebigkeit in den offen gebliebenen Fragen der letzten Erdöikonfcrcnzen zu veranlassen wünschen. III. Die Zentren der internationalen Oclpoiitlk erhalten durch ein neu entstehendes weiteren Zuwachs: Haifa. Diesen Faktor werden die Mächte und das Oclkapital in Rechnung zu setzen haben. Das aber interessiert uns nicht nur so, wie uns jede wirtschafHielte Entwicklung in Palästina Interessiert. Es hat auch politische Bedeutung: Das Interesse der englischen Mandatarmacht au Palästina dürfte sich neu verstärken. Abdul Mcdschld hält am Widerruf lest Jaffa, 13. Februar. (J.T.A.) Trotz (■indringlKh^Ji; fragung durch den Verteidiger Horacc Samuel 111יי! yeI.1 ׳ Mcdscltid auch in der am 12. Februar durdigcfunH״{j j handiung bei seiner Behauptung, das von ihm s ^|(f.; abgegebene Geständnis sei falsch gewesen, dings mußte er unter dein Kreuzverhör des »en Einzelheiten seiner früheren Angaben richtigstcllcn• C1 ־ A.wiwer Museum wurde die AusstrM eines palästinensischen Malers, Elias N c u n a a n, eröffnt« r'f i

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