Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 14 (16.2.1934)
- Date
- 1934-02-16
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 14. 16■ 11. jüdische Rundschau Seite 3 1931 M (11. Au, . -״״ II "1 Jii’l •ן d A״'"> u I'l <1r;|.1.1 0111׳ rt dm, 1,' •*'׳־־•-ul, •imiili.. ,־יי׳ •ן irnliin..,.״ ״׳ י יn״i1 Mrt'ini,״ ־'':crde; N (• rr f P ‘I״״ in,! Arbeiter. ihrer <|cr;״lE des so. mal ס «I1ejt 1)rinMnni Wehn!;1111״ Re: icit ver. "geführt iicnUbcn s e h en A 1!;• r. :t.it iIm 'be und eil. Iler sie die lau löse ’itiisrlien tvickoln 111 r.iiic :rdellen. elc der ■' ü 11 n- ׳r spon. die Ur< mit' mir utiert in titgcfülil 5 könne;.:an/cn Juden iisse ein;er dem .,n. Vize• kgewicgen die , rrgrifi ,. L'rivl.i- Tribüne;idiii'ller welchen lit rech• 1(1 ohne .11 ß ich, ii auch ) 11,11 i unsere ׳ du יי׳ :cn u 1״ 1e,1 lind Sowohl itiscl.cn g vf c r ind ich werden :1111 sic 1 befin• . S 0 m• 1»r vor. ifstclien r Vater r nicht li'ieken, Und 11 rankte Itc von de sich ckt ׳־“ r Irptc 11“ mul ar sei. te (he 1 l.niul, stlicltcn c Frau, ldiiccr I sonst :11; die re, ihc drehte r. Man Int die irn zu; d. סוייי ein;׳'««״ vas,s י, s (leid CU die;r (ia-t :11 neu• 1s de!״ _ cm In den ,nipion■ reiicitt'׳ ois der tt. Pf l hoch, den• Von Dr. Franz Meyer, Mitglied der Rcichsvcrtretung. Die Sitzung des Beirates der Rcichsvertretung kann eine wichtige Etappe in dem Qestaltungs- und Umforniungspro/eß des deutschen Judentums werden, sofern der Sinn der Fntsclicidung. die die maßgebenden jüdisehen Organisationen getroffen haben, von der jüdischen ()Öffentlichkeit verstanden wird und wenn die Reichs- Vertretung das ihr übertragene Mandat mit Festigkeit und Entschlossenheit nusführt. In dem offiziellen Communiqud der Reichsvertretung, aus dem wir in der letzten Nummer bereits die einstimmig angenommene Resolution abgedruckt haben, heißt cs: ״Die Verhandlungen wurden von dem einmütigen Willen getragen, der heutigen Notzeit des deutschen Judentums mit jüdischer Solidarität zu begegnen. Allseitig wurde betont, daß die Rcichsvcrtretung der Zustimmung der ganzen jüdischen ()Öffentlichkeit sicher sein darf, wenn sic den fclnlicitswillen des deutschen Judentums In der praktischen Arbeit verwirklicht und Ilm notfalls gegenüber Widerstunden mit Festigkeit durchsetzt.“ Der deutsche Zionismus hat seit jeher die Schaffung jüdischer Ocsamtorganisatioiien und insbesondere einer Rcichsorgnnisation der deutschen Juden gefordert, ohwohl er wußte, daß er dadurch vor die schwierige Aufgabe gestellt wurde, mit den anderen jüdischen Riehhingen Zusammenarbeiten zu müssen, die von grundsätz• lieh andersartigen Auffassungen ausgehen. Maßgebend hierfür war die Erkenntnis, daß die erste Voraussetzung für eine Gesundung[ des jüdischen Lebens der Widerstand gegen den Zerfall aller jüdischen Gemeinschafts-Bindungen, der Kampf gegen die Atomisierung des jüdischen Lebens sein mußte. In der jetzigen Notzeit, in der sich die deutschen Juden als eine verschwindende Minderheit vor ungeheure Aufgaben gestellt sehen, ist eine Zusammenfassung aller jüdischen Kräfte selbstverständliche Pflicht. Gegenüber den auch heute noch vorhandenen zentrifugalen Kräften, die nicht davor zurücksclircckcn, andere Juden preis-?!!gehen, wenn sic nur glauben, damit die eigenen Anjünger besserstcllen zu können, muß eine autoritative Instanz bestehen, die den Gedanken wirklicher Solidaritat vertritt und durchsetzt: jener Solidarität, die die Autorität der Leitung unbedingt anerkennt und jede Sonderaktion unterläßt. In der Sitzung des Beirates haben die zionistischen Mitglieder diesen Gedanken der echten Solidarität mit Nachdruck vertreten und die allgemeine und stark betonte Zustimmung in diesem Kreise gefunden. Die Rcichsvcrtretung batte bei ihrer Gründung mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Es ist ihr gelungen, im Laufe der inzwischen verstrichenen Monate das Einvernehmen mit dem Vorstand der Berliner Jüdischen Oemcinde herzustcllcn. Die Sitzung des Beirates wird hoffentlich einen Schlußstrich hinter die Auseinander- Setzung ziehen, die durch die merkwürdige Politik des Reiehshundes jüdischer Frontsoldaten hervorgerufen wurde, der zwar in der Reichsvertretung repräsentiert war und dieser auch in der Griindungssitzung seine Unterstützung zugesagt hatte, in seiner Presse aber und seinen Versammlungen in scharfer Form gegen die Seichsvertretung polemisierte und insbesondere die in einer Gesamtinstanz, unerläßliche Kooperation mit den Zionisten ablchnte. Die Zionisten haben im Laufe dieser Auseinander- Setzung keinen Zweifel darüber gelassen, daß die Solidarität den jüdischen Gruppen Verpflichtungen im Rahmen der Reichsvertretung auferlcgt, die eine einseitige Politik, also die Vorherrschaft einer Gruppe über die andere, ausschücßen. Die Annahme der Resolution im Beirat und die starke Betonung der Autorität der Reichsvertretung gegenüber innerjiidisclien Störenfrieden bedeutet eine Anerkennung dieser von zionistischer Seite stets vertretenen Aufhssung. Wir Zionisten können an der Tätigkeit der Reichs- Vertretung um so eher rückhaltlos teilnehmcii, als sie r״ ihrem praktischen Programm weitgehend auf Oedanken beruht, die schon früher von zionistischer Seite ak Richtlinien für das Verhalten der deutschen Juden 3118gesprochen worden waren. Wir haben nach dem Umsturz darauf hingewiesen, daß, unabhängig von den Persönlichen Anschauungen, durch die Macht der Tat- Sachen zwangsläufig und schicksalsmäßig alle deutschen Juden auf eine jüdische Plattform gedrängt sind, von der aus es eine Reihe von Postulaten aufzustcllen gilt: Jir hatten die jüdische Ehre zu verteidigen, indem wir gegenüber jeder Diffamierung den Juden- Bolz erwecken und dartun, daß unsere auch von uns anerkannte ״Andersartigkeit״ nicht ״Minderwertigkeit״ Bedeutet; wir hatten ferner in Deutschland um die Eraltung der jüdischen Existenz durch Eintreten "זי die Freiheit ehrlicher Betätigung auf dem Gebiete der Wirtschaft und Arbeit zu sorgen; wir hatten. auf ™Iturellem Gebiet für den Aufbau eines jüdisc|1 en Erzic 11 ungswesens zu sorgen nicht nur, ״dl auf diesem Gebiet die Grenzziehung am nachdrückichsten erfolgte, sondern auch weil wir nur durch w‘ederbclebung der jüdischen kulturellen Werte jenes und aufrechte Judentum schaffen können, das unser ״«d unsere Hoffnung ist; und wir vertraten schließ- P den Standpunkt einer geordneten Auswan ־ r,er״ng für jene Juden, insbesondere Jugendlichen, die 7 Existenz in Deutschland nicht mehr finden können. ,.** Palästina werk ist für uns mehr als eines der f'tle der Auswanderung, es ist für uns die zentrale der jüdischen Wiedergeburt; gerade darum aber ry-*.—^ jyt,י.. #*יי״ r,׳׳ י V... V ✓ך ןי?י!ן ג"-/!•־" r ,־׳ Vs״., i N.. t, .31״ k . Die zionistische Bewegung ist als die elementare Reaktion auf die Jinlenfrngc seitens derjenigen Teile des jüdischen Volkes entstunden, die die Jmlemiot an Ihrem eigenen Körper besonder» schmerzlich empfanden oder deren seelische Struktur fehl genug war, um auch dann die Unerträglichkeit der jüdischen Lage zu empfinden, wenn die;inHeren Lebeiisbcduiguiigen nicht 1111• günstig erschienen. Dieser Charakter des Zionismus als einer spontane n R c g 1111 g i in Gefühl des Volke» brachte es von allem Anfang au mit sich, daß er sich zugleich gegen die Methode 11 wandte, mit denen die Judenlicit bisher nach außen repräsentiert wurde, und die zugleich im Innern eine Art von ״Machtausübimg“ über große Teile des jüdischen Volkes bedeuteten. Heule nun scheint die Diskussion über den Kampf gegen jene, die das Gcsamtproblem der Jtulcnfragc nicht sehen wollen, aber durch ihre Stellung in der Umwelt doch zur verantwortlichen jüdischen Arbeit sich legitimiert glauben oder dafür angesehen werden, neue Aktualität zu gewinnen. Da» Schicksal des deutschen J 11 d e n 111111 s hat der Welt klar gemacht, wie verhängnisvoll der Weg alt jener jüdischen Kreise war, die hofften, durch den Versuch der Assimilation die Jmlcnfragc zu lösen. Die Hoffnungen der Assi- 11111 a t i o n s i 11 d z u s a m m e 11 g c b r o c 11 c n, ln Deutschland schwiegen ihre Anhänger einige Zeit lang, bis sic aus der Betäubung, in die sic geraten waren, allmählich wieder erwachten. ln der jüdischen Welt draußen jedoch glauben d I e Kreise, die nichts von einem erneuerten jüdischen Lehen wissen wollen, daß auch dieses Ereignis Ihnen eine Gelegenheit bietet, um Ihre Ansprüche auf Führung im jüdischen Leben zu bekräftigen. So ist es dazu gekommen, daß die Hilfsaktionen, die für die deutschen Juden dureligeführt werden, zu einem erlieblichen Teil unter der Führung von Gruppen stehen, die man von früher 11er gut kennt, und die alles andere als die legitimen Vertreter der wirklichen jüdischen Interessen sind, ln den westlichen Ländern Europas und in Amerika begegnen uns immer wieder eine Reihe von kleinen Gruppen und einzeinen Persönlichkeiten, die sich berechtigt glauben, als Mandatare ohne Auftrag zu handeln. Wir würden gewiß nichts dagegen cinwcndcn, wenn Männer mit Initiative lind jüdischem Wollen daran gingen, eine wichtige Arbeit in Angriff zu nchmen, ohne daß erst ein schwerfälliger Apparat in Bewegung gesetzt wird. Aber es scheint uns, daß es sich hierbei nicht um eine Vereinfachung der Arbeit handelt, sondern im Oegcntdl um ein Gewirr gegeneinander arbeitender Interessen und persönlicher Bestrebungen, und daß dadurch Hemmungen entstehen, die letzten Endes auf Kosten der deutschen Juden zu buchen sind. Jeder einzelne und jede Gruppe von denen, die an diesen Arbeiten beteiligt sind, bemüht sich, ein besonderes Projekt auszuarbeiten, mit dessen Hilfe man für die deutschen Juden und tlas jüdische Volk als ganzes etwas erreichen kann, und so gibt es unter der Fülle der Projekte zumeist nur ein Minim 11 ni an praktischer Arbeit! Ein Bericht unseres Pariscr Korrespondenten, den wir heute veröffentlichen, beleuchtet diese Zustände sehr treffend. Dabei Ist es die Hauptsorge all derer, die dem Zionismus mehr oder weniger feindlich gegenüberstellen, solche Vorschläge zu machen, die möglichst nichts mit Palästina zu tun haben, und man erzeugt die seltsamsten Illusionen ln der jüdlsehen Oeffentdchkcil, Indem man allerlei vage Vor- Stellungen von Kolonisation in LMndcrn, deren Name kaum bekannt Ist, ln ihr erweckt. Die Ursache dieser Palästina-Feindschaft kann wohl nur darin gesucht werden, daß diese Kreise befürchten, bei der Palästina- Arbeit nicht die erste Rolle spielen zu können, sondern sich mit den Zionisten, die über eine größere Erfahrung auf diesem Gebiete verfügen, in den Einfluß teilen zu müssen. Die Zionisten ihrerseits haben durch die Erweiterung der Jewish Agency den Nicht/ionisten bereitwillig ein weitgehendes Mitbestimmungsreeht eingeränmt. Es scheint uns keine sachlichen Argumente zu gehen, die es rechtfertigen konnten, neben der direkten 1 lilfsläligkcit in Dc 111 s c 111 a n d und der Paläs t i n a - A r b e i t illusorischen Projekten naehziigchcn, die ja schon im Zustande der Projektierung gewisse, nicht unerltebliehe Kosten verursachen, was im heutigen Stadium einer Ver- Schleuderung von Volksvcrrnögen gleielikommt. Die jüdische Ocffentlichkeit muß überall, wo Arbeit fürs Volk geleistet wird, darauf bedacht sein, daß sie in einem Geiste erfolgen, der dem Frust der Stunde und den großen Aufgaben angemessen ist, die vor dein jüdischen Volke stehen. Dann wird es auch nicht mehr möglich sein, nebelhafte Projekte gegen Palästina auszuspielen, nachdem dieses Land sich als die einzige Möglichkeit der Seßhaftinachimg einer großen Zahl von Juden auf neuem Boden erwiesen hat. * Die antizionistische Front . s. n. Paris, den 11. Febr. 3t. , Da» ״Comitd National“ in Paris, welches die mittellosen jüdisch-deutschen Auswanderer betreut, verständigte sie hei der Auszahlung der letzten Wochcmmtcrstüt/uiig, daß cs demnächst seine Pforten schließen werde, weil seine (inan• zielten Hilfsmittel erschöpft sind. Von den 1301) jetzt noch Unterstützten sollen, wie das Coniitd aukündigt, bis zum 15. März ungefähr 000 in konstruktiver Weise aus dem Zustand von Almoscncmpfängcrn in einen produktiven Beruf überführt werden. 000 Kranke oder sonst Arbeitsunfähige sollen־ in Altersheime und Asyle der jüdisch-französischen Gemeinden untergchracht werden. Man muß ahwarten, ob ehe neuen Pläne des Comite Nation,•11 Idol! auf dem Papiere bleiben oder zur Durchführung gelange״. Immerhin ist die Lrkcmitiiis des Comite National, daß nur konstruktive Hilfe wahre Hilfe sein kann, zu lohen. Das hat aber von Anfang an, d. 11. schon im Monat April 1033 die Zionistische Organisation sowohl in Palästina wie In allen Ländern, wohin sich Lmigranten gewandt haben, mit Entschiedenheit betont, bevor noch die verschiedenen Hilfsgcsellschaftcn und Organisationen soweit waren, sich zur Veranstaltung gemeinsamer Aussprachen zusammen/״• finden, haben Exponenten des Pnlästina-Aufhaus konstruktive Pläne entworfen und die ersten Maßnahmen ergriffen, damit die größtmöglichste Zahl deiitsch-jüdischer Emigranten nach Palästina gelange und dort in den Pro/cii des Aufbaus eingefügt werde. Es sei nur an die Reise C.haim Ariosoroffs im Mai 1033 durch die Länder Westeuropas erinnert. Im Anschluß an die anticuglisciicn Demonstrationen der Araber im Oktober 1033 kamen die erschwerenden Bcstimmutigen für die Einwanderung nach Palästina, Diese Maßnahmen der Paliistinaregicrung waren mm für alle Gegner der zionistischen Auffassung der Jtulcnfragc mul alle offcnen und heimlichen Feinde des JüdiscItVn Nationallicims das Stichwort, um das alte Spiel wieder atif/unehmcn. Auf einmal tauchten alt-neue Pläne auf: Man begann wieder Territorien zu suchen; mail wiederholte die tausendmal vorgebrachten Einwändc von der Kleinheit Palästinas, von der Unmöglichkeit, dorthin die Millionen auswamlernngsbcdürftiger Juden zu verpflanzen: mau wandte sieh heftig gegen die Abmachungen, einen großen Teil der gesammelten Fonds für den Palästina-Aufbau zu verwenden und schließlich — man schuf in aller Heimlichkeit eine geschlossene antizionistische Front der Notabein, Generalsekretäre und ein- /einer Organisationen, die seit Jahren viel Gesclirci zu erheben pflegen, ohne daß ihre faktischen Leistungen ihnen das Recht geben würden, besonderen Anspruch auf Beachtung zu erheben. Bei der letzten Konferenz des Hochkommissars James MacDonal d in London mit den Vertretern der privaten jüdischen Organisationen spielte sich hinter den Kulissen dieser antizionistische und antipaiä stinensisehe Kampf ab. Mit allen Mitteln versuchten die Vertreter der jüdischen Organisationen, mit Ausnahme Cliaim Weiz* manns lauter Nicht/ionisten, James MacDonald dahin zu becinflusson, daß er in den Vordergrund seiner Bemühungen nicht Palästina rücke. Der ״Joint“ iioß durch den Mund seiner Führer wissen, daß er einen 25 Millionen Dollar- Drive zugunsten der deutsch-jüdischen Emigranten plane. Dieser Betrag solle zur Gänze für Hilfsaktionen außerhalb Palästinas verwendet werden. Natürlich entfachte diese Ankündigung den schärfsten Widerspruch. Der Versuch, im Jahre 1034, bei konstruktiven Aktionen im Interesse jüdiscfier Emigranten Palästina als quaniitc m'gligcable zu behandeln, fand insbesondere bei den Nichtjuden nicht das geringste Verständnis. Unter dem Drucke dieser Stimmung ließen sich die Joint-Vertreier zu Verhandlungen herbei, und sie erklärten, daß eine Abordnung des Joint sich demnächst nach Palästina begeben werde, um die dortigen Verhäitnissc zu studieren. Vom Ergebnis dieses Studiums wird es abhängen, ob und in welchem Maße der ״Joint״ seine noch zu sammelnden Mittel für die Unterbringung deutsch-jüdischer Emigranten in Palästina zur Verfügung stellen wird. Wir sind die letzten, welche die Notwendigkeit der verschiedenstcn Aktionen auch außerhalb Palästinas in Zweifel ziehen, wenn diese auch nur wenigen jüdischen Menschen, und sei cs zeitweilig, Hilfe zu bringen vermögen. Es ist jüdische und zionistische Pllicht, alle Arbeiten zu unter« stützen, welche auf eine Unterbringung und Versorgung jüdischcr Emigranten, wo immer, hiiizielcii. Aber hn Jahre 1034, nach mehr als SOiiihriger Kolonisation in Palästina, nach den alle, auch die kiilinslcn Hoffnungen übersteigenden Erfolgen des Palästina-Aufbaus, und in Anbetracht der überragenden historischen Bedeutung des Pal.'istinawcrks für das jüdische Volk kann man nicht ohne Widerspruch dulden, daß das Jüdische Nationalhcim in Palästina in gleichem Atemzuge mit chimärischen Plänen genannt, oder gar Siedlungsprojcktcn in Südfrankreich oder in Angola hintangesetzt werde. Das jüdische Volk wird stell nicht mehr cinredcn lassen, Palliativ-!naßnahmen als vollgültigen Ersatz für ein freies Leben in Erez Israel anzuerkennen. haben wir Zionisten am allerwenigsten ein Interesse, daß überstürzte Einwanderung ungeeigneter Elemente Stoff zu Konflikten und Enttäuschungen bietet. Die hier a u f g e z;i 1111 c n Punkte sind in das Programm der Rcichsvcrtretung übergegangen, wobei selbstverständlich die eine Gruppe diesen, die andere jene« Punkt stärker iiiiaiicicrt. Daß wir als Zionisten eine weitere und größere Auffassung des G e s a!111 p r o h I c ni s der Jtulcnfragc vertreten, daß wir in ganz anderem Maße ols die Reichs- Vertretung cs bisher vermochte oder auch bezweckte, eine Erweckung der jüdischen Seele und eine Aktivierung lebendigen Juden tu ms erstrebei», giht uns unseren gewaltigen zionistischen Aufgabenkreis, erzeugt die Pflicht, immer wieder an die Seele des deutschen Judentums zu appellieren. Die Mitarbeit an der Rcichsvcrtretung ist ein wichtiges Gebiet unserer Tätigkeit, das wir loyal erfüllen. Wir werden es begrüßen, wenn die Autorität der Reichsvertretung gestärkt wird. Zugleich aber geht unsere zionistische Arbeit weiter. Je erfolgreicher wir sie führen, um so fruchtbarer wird auch die Arbeit der Rcichsvcrtretung sein können, in der sich Gruppen verschiedener Weltanschauung zu einer Bündnispolitik echter SoHdarität vereinigen müssen. Polens Gesandter in Rumänien Ober Palästina Bukarest, 7. Februar, fj. T. A.) Der Gesandte Polens in Bukarest, Miroslaw Arciszcwski, sprach vor einem Kreise interessierter Zuhörer über seine letzte Palästill arclse, die er in Gesellschaft jüdischer Palastina-Ein« Wanderer aus Polen gemacht hat. Es hat ihn in Erstaunen gesetzt, mit weicher Kraft und mit welchem Vertrauen namentlich die junge jüdische Generation Palästinas den Weg zu sich selbst sucht und findet, wie wunderbar das Land diese Jugend verwandelt hat. Polen nimmt einen besonders starken Anteil an dem Palästina-Aufbau; die Hälfte aller Palästina-Einwanderer sind polnische Juden. Nacli Ansicht des Gesandten Arciszcwski erfüllt der Zionismus nicht allein die Aufgabe, das Judentum zu verjüngen, er gibt auch den anderen Völkern die Möglichkeit, i h t e Juden« frage zu lösen. Die Ideologie des Zionismus ist überzeugend, sein Ziel ist klar. Die moralischen Triebkräfte sind erstaunlich. In dieser Zeit der Weltwirtschaftskrlsis gibt es in Palästina keine Arbeitslosigkeit. Die wirtschaftliche Ent- Wicklung geht rapide aufwärts, die Städte wachsen stetig, die Elektrifizierung des Landes wird zielbewußt durchgeführt. Die wichtigste Aufgabe muß die Entwicklung der Landwirt« Schaft bleiben.