Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 13 (13.2.1934)
- Date
- 1934-02-13
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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jüdische Rundschau Seite 7 t ihrer?״• Mr״, •I f111׳f»!.n sii'h v״,; 'P dir ‘brr (|,״ |t 1י'1,ג II1111 *־ her-!'! .,‘illt'H, 1-1i*Ih״; ׳) i'V,*ls wi(; ins H(ס 1|׳!! 111*111־ eins Kranke!, ulil ״acll *erias). —r|) ן nsn ^סן *t'i hrslef P •־• ־» c h. iixh'mng nur ein inilliclin, n;;t*ml(־n 1(1 7«ar Iklassifje IchiaiM:(, li :-t• he. m durch die die O v m tä mtlichc r Zu/iig!freudig, c r b I eiclit mir jut ans- 1 in der besclici• , sofern Sprache }agegen 11a ment• d 1111711• auch in Pforten üioty•!tzimgcn Nf. 13, 13■ II1934 unsere Mädchen nur schwer entschlienen. Ein Wort 'fr WarmififJ an altere Frauen, die mit der Absicht, hier einen Mittaff n 11 sc h zu ,begründen, heruberkommen wollen. Dies ״,!• eine Zeitlang eine ganz gute Verdienstchance und bot mancher Mutter, che ihre Kinder 11 er im Existenzkampf nicht hr!3stcn vvolHc, tlic Moglicnkeit, sich auf diese Weise müh^elitf Len Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Aber es bestehen bereits eine so grolle Anzahl solcher Privat-Mittngstische und l Fall einer St.1!r״.'j 1«״ der Einwanderung wäre mit einem Abflauen dieser Möglichkeiten zu rechnen. Die handwerklichen Frauenberufe zeigen fol* ״indes Bild: In der Bekleidungsindustrie sind für erstklassige ״,().Schneiderinnen, die langjährige Praxis in feinen Hodcatcliers nachwciscn können, noch Möglichkeiten vorhan* den, i״ geringem Umfang für gute Konfcktions- <chn cid er innen. Eur Putzmacherinnen ist der Arbeitsniarkt schon eingeengt. Sehr gesucht werden Näherin- ״cn hir die in der Wäscliekonfcktion verwendeten großen (lektrischcn Maschinen (Overloek und Zickzack), sowie Nähe- ■innen an den amerikanischen Maschinen für Trikotagcn und juch Strickerinnen. Kürschner! 11 nen und Pelz- ״,)herinnen können nur in geringer Anzahl eingestellt »erden, dagegen ist für wirklich gut ausgcbildete Wäsche-!innen und Büglerinnen nach wie vor noch Bedarf, Im Baugewerbe können Mädchen als Fliesen- [egerlnnen und Anstrcicherinnen Beschäftigung linden. Da für diese Berufe eine Ausbildung in Deutschl)ml nicht möglich ist und auch die gesteigerte Einwanderung von Frauen im Laufe der letzten Monate das Bestreben, neue Arbeitsgebiete für die Frau zu erobern, wieder in den ■Vorderwund gerückt hat, will die ״Wizo“ durch Handwerksmeister (ine Anzahl von Mädchen in diese Arbeiten unterweisen lassen, ebenso auch In Po I 81 er a r b e i t e 11 und der Anfertldunp v o n Matratzen und Steppdecken. Die hierfür gezahlten Löhne nach vollendeter Ausbildung sind aber recht erring. Ebenso erhalten Mädchen nur bei niedrigen Löhnen Arbeit in jenen handwerklichen Berufen, wo die männliche Konkurrenz in Frage kommt, wie 1. B. ßuehbinderinnen und P 0 I i c r e r i n n c n in Möbeltischlereien. Als Fabrikarbeiterinnen sind Mädchen beschäftigt vor 3!lcm in der Textilindustrie, in den Webereien, bei Trikotagcn (Kleider- und Wäsehestrickercien) und bei der Strumpferzeugung. Zurzeit ist der Beschäftigungs- «ad schwächer, weil die Saison vorüber ist, in 1—2 Monaten ist mit einem Anschwcllen der Arbeit zu rechnen. Auch durch die Eröffnung einer neuen Strumpffabrik in Rainat-Öan, dem Industrievorort von Tcl-Awiw, werden eine Anzahl neuer Arbeitsplätze geschaffen werden. An den großen Webereimsschinen arbeiten ausschließlich Männer, die Frauen werden mehr hei den Vorbcrcitungsarbciten (Spulen) und bei der Weiterverarbeitung (Zuschneiden, Nähen an den Overloek- Maschine«, Bügeln usw.) verwendet. Der Minimallohn in der Zeit des Anlernens ist 10—12 Piaster, der Maximallohn bei großer Fertigkeit um 25 Piaster. Zur Bekämpfung des niedrigen Minimallohncs plant die Gewerkschaft der Textilarbeiter, das, Anlcrncri der ungelernten Kräfte in Fachkursen selbst zu iibcnichmen. In der Schokolade 11 Industrie, sowie m der Konfitüren- und Konscrvcninduotrfc wer• den jetzt keine nennenswerten Neucinstcllungen vorrenommen. Eine neue Schokoladenfabrik ist lin Bau, die auch für den Export arbeiten will. Man rechnet, daß etwa 60—CO Mädchen in ihr Beschäftigung finden werden. Auch In der Tabak in• <111 s f r i e uml der Kart o 1111 a g e n i 11 d 11 s t r i c finden jetzt keine Neiiaufiiahmeii statt. doch wird durch Erweiterung zweier bereits bestehenden Betriebe in einigen Monaten einer nicht tllzti großen Anzahl von Mädchen Beschäftigung geboten Werden. Ehe Anfangslölinc in den letztgenannten Industrien bewegen sich zwischen 10—13 Piaster, der Maximallohn von 1(> (in der Knrtonnagciiindustric) bis etwa 22—25 Piaster. Höhere Löhne für Frauen sind ganz vereinzelt. Dieser Ucherhllck zeigt, daß die Aufnahmefähigkeit Palästinas für die angeführten städtischen Berufe — mit Aus- «nlime der Hauswirtschaft — eine beschrankte ist. Daß cs einzelnen Frauen von besonderer beruflicher Lciatungskraft dennoch gelingt, sieh im Laufe der Zeit durchzusetzen, soll nicht unerwähnt bleiben, schon als Ansporn, das Höchstmaß an beruflichem Können anzustreben. Freilich gehört dazu noch ein hoher Grad von Mut, Energie und Entschlossenheit, sowohl zum Durchhalten in schlechten Zeiten, als auch — 1111a dies ist der Kernpunkt — zur Umstellung auf andere Arbeit für kürzere oder längere Zelt oder überhaupt. Dies erfordert eine ernste Selbstpriifuiiß* und Selbstkritik, denn viele Beobachtungen und Erfahrungen mit elngewanderten jungen Mädchen ließen erkennen, daß der ״gute Wille“ allein nicht genügt, sondern daß außer der physischen Leistungsfähigkeit auch die charakterlichen Voraussetzungen für diese Um- Stellung vorhanden sein müssen. Von entscheidendster Bedeutung ist die Umstellung auf die Landarbeit, nicht nur, weil sic ein weites Arbcitsfeld eröffnet für die jungen neuen Einwanderinnen, sondem, auch als Notwendigkeit für das Land selbst. In allen Zweigen der Landwirtschaft fehlt es noch an Arbeitskräften, uml eine Menge der Mädchen, die wochenlang vergebens in der Stadt auf Stellung warten, könnten dort sofort In die Arbeit eingcreiht werden. Aber immer wieder hört man die Klage, daß die Mehrheit der Mädchen aus Deutschland, mit I lechaluz“ vorbereiteten, die gleich Ausnahme der durch den ״ in einen Kibbuz eintreten, die Landarbeit ablehnen und dem Gedanken der Umstellung vom städtischen zum ländlichen Beruf nur schwer zugänglich sind. Hier wäre mit einer großen Erziehungsarbeit seitens der Frauenorganisationen einzusetzen. Und noch ein Wort zur Sprache: es kann nicht ein* dringlich genug jedem Mädchen cingeschärft werden, wie wichtig es ist, mit dem Erlernen der hebräischen Sprache rechtzeitig zu beginnen. Wenn sie es nicht tut, wird ihr nicht nur der Existenzkampf unendlich erschwert, sondern sie ist auch ausgeschlossen vom kulturellen Leben und der Entwicklung im lande. Dr. Ina Britschgl-Schimtner, Tel-Awiw. u הדן t c r ti f e re, seih• I, nach , *Höfelnküchcn icht 1111• gen, die hei der •eis. Sic 5 II,1115־• •n einer mimr/u len jtin• 1 finden, gkeiten. s wäre, 1 ihrem Ist. Die (iskursc Mangel en bc• |, WOZU ssicrtcn r süßer worden ■ig, und reichen;rgrnße p i e r :rplaüe, werden s überedeckst einem Müssen, rtiernnf uf wird Stücke Mitte -11 und ßssig fen ein “eig in Kupferna 11 die Dann hervor, cihrimß ( Stäb«•־ welche iniinef en 51c rtaiiddi s Fett! Teiff•;weichrstiieke ui will! mit die gspcise Ispeise, sie j« Jcnt• Bamberg Dank den Bemühungen des Vorstandes der Kultusgemeinde, Dr. Morgcnroth und des Bezirksrabbiners _ Dr. Kutten, gelang es vor einiger Zeit, die gesamte jüdische Jugend einmal wöchentlich zu einem gemeinsamen Abend zusamrneii/ubringen. Im Verlauf des 1. Quartals wurden zahlreiche interessante Vorträge geboten. Als besondere Feier fand In der großen Synagoge eine Weihestunde statt. Umrahmt von zwei Gesängen von Kantor Lent sowie einem Harmoniumspiel (K. Kleestadt) sprach zuerst Dr. Morgcnroth. Daran schloß sich ein Vortrag von Pred. Hirsch (Coburg) über jüdisclien Gottesdienst und jüdische Jugend. Bocholt i. Wcstf. Der Jüdische Frauenverein hielt seine Gencraiversammhmg ab. Nach Erledigung der Tagesordnung wurde die Bildung einer Arbeitsgemeinschaft beschlossen. An den ersten beiden Nachmittagen zeigte Frau Dr. Meyerhardt den Bildstreifen des KKL ״Tel-Awiw und die Orangenkiistc“. Bei der dritten Zusammenkunft sprach Frau Lotte Herz in einem Zyklus über die jüdischen Feiertage über ״Peßach und Peßachbrauche". Dresden Aut Veranlassung des ״Vorbereitenden Ausschusses zur Gründung einer jüdischen Schule in Dresden" hielt _ am Jan. in der Synagoge Dr. Friedrich Brodnitz einen Vortrag über ״Die Aufgaben einer jüdischen Schule". Essen Die Jüdische Künsticrgruppe ist mit ihrem dritten Pro-?r«11n an die Oeffcntliclikeit getreten. Der erste Teil des •foffrainms brachte eine geschickte Zusammenstellung von «?eimer-Liedern und Tiinzen aus bekannten Opern und Operetten. Beschäftigt waren die Damen Klein, Frohsinn, ™ine, und die Herren Schüler, Hcrzfcld, Ooldeck, Oallmann, jk'clianow und Eckstein. Im zweiten Teil gab es ein Kleinkunstprogramm. Zum ersten Male hörten wir Kate Frohsinn ״ Vorträgen. Dr. A. ragen. Frankfurt n. M. .. Seit einer Reihe von Jahren veranstaltet die Gesellschaft 1“!,Jüdische Volksbildung eine Cliamischah Assar-Fcier. Im ״mtclpunkt der diesjährigen Darbietung stand eine Ansprache!^Rabbiner Dr. Hoffman n, der die Bedeutung des {?* Schwnt erklärte. Eine vortreffliche Umrahmung erhielt ehe 'frranstallung durch die ausgezeichneten Gcsangsvortrage von ״״erkniitor E. Groß und des Knabenchors der Synagoge am?0״«:platz unter Leitung von Dr. E h r e n r e i c h. Im zwei en!Cll(! zogen die Knaben mit dem Marschhed ״Nafol nafla 1llrch den Saal. Sie führten darauf ein kleines Spiel auf, in ״»״ die vier Brüder aus der Hagadah auftraten und mit ,.Clj' Chor ein munteres Gespräch führten. Jüdische Volks- Boiler wurden dabei zum Vortrag gebracht. Der Höhepunkt Fröhlichkeit wurde erreicht, ah Dr. Ehrenreich samt- ק« Kindern im Saal den Kehrreim des Chamischah Assar- IC0CS ״Jssru Sussim“ cinstudicrte. '•י5 •׳• Hall טו! Der Hermann Schey-Abend wurde für die vielen, die pKomnten waren, zu einem Erlebnis. Ein besonderer kunst- Wclier Höhepunkt war die Arie aus ״Messias". Ersch״tte; aber auch Aufrichtung bereiteten dem Hörer ״Arioso!״?־■Handel und der Psalm 22 von Bloch. Die vier biblischen n,,... uiiu uer!'saun ** ־—״ •־<״-, •״־'״*״ *•״י —nt■.*■.״ V,CSonKe von Dvorak waren besonders am Platze. |vc" sie wurden mit meisterlicher Vollendung vorgetragen. ״£r ^bend konnte nicht trefflicher geschossen werden als Mu1־l״er Wiederholung des Liedes von Schubert ״An die Am Flügel begleitete Kapellmeister Leo^ Schon- Hameln a. d. Weser Dr. Sulkc, Hannover, sprach anf 3. Februar im Rahmen eines Ocineindcabcnds tibcT seine Rciscdntlrücke in Ercz Israel, in Verbindung mit der Vorführung eines Filmstreifens. Die zahlreich erschienenen Ciemclndcmitglieder und Gäste aus der näheren Umgehung folgten den interessanten Ausführungen des Redners mit großem Interesse. Ilildcshcim Zu einer Feierstunde fand sich die hiesige Gemeinde hei einem Konzert zusammen, das von dem Boris Kroyt- Quartett, bestehend aus den Herren Kroyt, Ruhmann. Weiden und Bernstein, ausgeführt wurde. Mozarts Strcichmiartett D-moll, Streicliquartett G-moll von Debussy und das Haydn- Quartett G־dur wurden gleich hervorragend aufgeführt. K.M. Ilindcnburg O.-S. Lotte Schwarz-Rosenbauiri trug auf einem Rezitation!־ abend ״Ernstes und Heiteres" vor. Rabb. Dr. Kaatz dankte ihr. — Der Ortsring jüdischer Jugendvereine trat mit einem inforinationsahcnd über ״Berufswahl und Berufsumsehichtung" vor die Mitglieder der Jüdischen Gemeinde. Nach einleitenden Worten von Rabb. Dr. Victor hielt Dr. Willi Colin (Breslau) einen Vortrag über ״Benifsumschichtung". Herbert Lcwln (Breslau) ergänzte ihn durch Hinweise auf die in Oberschlcsien in Angriff genommene Berufsumsehich* tung. Bad Nauheim Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage unserer Oemci'iidc hnt sich hier in den letzten Monaten ein reges geistiges Lehen entwickelt. Es finden fast jeden Abend der Woche Arbcitsgemeinschnftcn, Singabende und Lehrkurse statt, in denen Hebräisch für Anfänger und Fortgeschrittene gelehrt und gelernt wird. Besondere Anziehungskraft hat ein Gcschlchtskurs. Persönliche und sachliche Beziehungen verbinden uns mit dem Jüdischen Lehrhaiis FTnnkfurt, von dem wir fruchtbare Anrcgungen empfangen. Die hiesigen Kurse stehen unter der Leitung des Lehrers der Gemeinde, Karl Bettmann. Wiesbaden Stadt- und Rczirksrahbiner Dr. Lazarus hielt Im ״Jtidisehen Lehrhaiis" unter dem Motto ״Einführung ins Judentum“ vier Vorträge. Sämtliche Vortragsabende waren überfüllt. 1111 Rahmen der von der ״Nassauloge" mit dem ״Jüdisehen Lehrhaiis“ gemeinsam veranstalteten ״Kult.1rabende" fanden statt: am 7. Januar: Konzert des Frankfurter Kammereliors unter Leitung von Dr. Ehrenreich. Vorträge älterer und moderner svnagognlcr Musik. Am 21. Januar: Rezitation von Alfred Auerbach. Vortrag deutsch-jüdischer Schriftsteller des 10. Jahrhunderts. Konzert unter Mitwirkung von Frmi Steiger- Betzak, Frankfurt a. M. (Violine) und Frl. Adelheid Heß, Köln (Gesang). Frau Alice Oohlschmklt-Metzger war eine anschmiegsame Begleiterin am Klavier. Zum Schluß sei noch berichtet, daß am selben Tage die ״Nassauloge" zusammen mit der ״Vereinigung jüd, Frauen" die Ocmcindemitglleder aus den umliegenden Landkreisen zu einer ״Feierstunde" cingcladcn hatte, die stark besucht wurde. Witten Am 4. Fcbr. veranstaltete die Synagogengemcinde ein Konzert in ihrer Synagoge. Mitwirkende waren neben dem Synagogenchor die Damen Else Koppel (Bochum) und Lotte Sommer (Witten) (Sopran), sowie Kantor Erich Mendel (Bochum), ferner die Organisten Saucrland (Witten) und Rosenthal (Bochum). * Familien-Nachrichien Herr Carl P o s n c r, Breslau, Kaiser-Wilhelm־Stf. 25 a, feiert am 20. Februar den 75. Geburtstag. Herr Elias Berwin, Posen, einer der titelten Bürger der Stadt Posen, feierte kürzlich den 104. Geburtstag. Rückblick 10! die Tagung des Jüdischen Frauenbnndes Der indische Frauenbund besaß bisher eine im jüdischen Oemeiir.cliaftsleben ebenso seltene wie erstrebenswerte Tupend; er bildete eine Arbeitsfront der jüdischen ' rauen, ganz gleich welcher Partei oder Lehensgestnltnng sie sich sonst zugehörig fühlen mochten. Dort einte sich die l iberale mit der Trnditiotisfmien, die Zio* niaiin mit tlcr Rcformjiidin in gemeinsamer Arbeit. Gerade heute, da mm allen solche Einigung mehr als je vonnöten erscheint, zeigt sic «ich uns gefährdet. Worin besteht diese Gefährdung und wie können wir ihr begegnen? Nachdem man in einer von vielen Seiten beanstandete« Wahl, auf deren Einzelheiten hier nicht näher eingegangen werden soll, die Bundesvorsitzende sowie drei Mitglieder des Bundesvorstandes bestimmt hatte, hörte man dort u. a, vortreffliche Berichte über die sehr verdienstliche Arbeit, die in kleinen Gemeinden, in den Ortsgruppen im Reiche für die Erstarkung jüdischen Bewußtseins, für die Berufs- Umschichtung und hauswirtsdmftliche Ausbildung der Frauen geleistet wurde. Gewiß, der Antrag des J.F. B. an den Efzichungs-Ausschuß der Reichsvertrctung, der jüdischen Jugern! nach Schulentlassung ein weibliches hauswirtschaltliebes Lehrjahr zu ermöglichen, Ist aufs lebhafteste zu hegrüßen. Aber schon hier mußte es befremden, daß in allen Diskussionen über Ber u f s u ms c h i c 11111 n g und Neugestaltung der Zukunft unserer lugend das Wort Pa-!ästin a fast geflissentlich vermieden wurde. Und das war, wie uns heute auch die Vertreter der Jugendarbeit bekunden, die der Ansicht sind, daß das Schicksal der jüdischen Jugend sieh auf dem Boden Deutschlands vollenden muß, ein schwerer Fehler. Auch unsere jungen Menschen, denen cs gelingt, sich hier eine Existenz zu schaffen, können den Hinweis auf den Aufbau Ercz Israeli, die größte Tat des jungen Judentums, nicht mehr entbehren. 2u dieser Unterlassungssünde aber kam eine viel bedenkliebere Entgleisung in dem Referat der vielverehrten, jetzt hochbcfagtcn Gründerin des Jüd. Frauenbundes, das sich offen und verhüllt gegen die Jugend- und Kindcr-Alijah richtete. Wer heute die schwere Lebens!)iirdc auf sieb nimmt, sich von seinen Kindern zu trennen, um ihnen in Frez Israel die Möglichkeiten eines freien jüdischen Lebens zu schaffen, der sollte nicht mit ungerecht beurteilenden Worten wie Bequemllchkcit oder Fahrlässigkeit gekennzeichnet werden dftrfen.... wenigstens nicht, so lange der nitjüdische Grundsatz noch bei uns gilt, daß man man keinen verurteilen dürfe, man habe denn an seiner Stelle gestanden. Oanz besonders interessant und lehrreich war es übrigens, dabei zu bemerken, wie sehr auch jene früheren Leiterinnen des J.F.B., die durch Ihre Kinder und jungen Freunde mit den Gegenwartsaufgaben und Zukiinftshoffmingcn der jüdischen Jugend vertraut sind, sieh Innerlich von dieser Anschauung trennten. Nur mit Mühe und durch den selbstlosen Verzicht der 24(*kü4*di@UH$&t Darmitadt• 14. Februar, abends 8.30 Uhr, spricht in den Räumen des Hauses Sanditr. 10 Dr. Emo Serrni, Berlin, über: ״Zionismus ■ am Scheideweg“. —> Oanibrilcki Wiio-Gruppc. Frau Margarete Moses, Berlin, spricht am 14. Februar, abends 8.15 Uhr, im obere« Saal der Synagoge über! ״Die Situation der jüdischen Frau in der heutigen Zeit“. Kurt Blumenfeld in Hannover Am 20. Januar sprach Kurt Blumenfeld vor etwa 500 Zuhörern aus Hannover und den benachbarten Orten. Wir können seine Rede nicht besser charakterisieren, als es ki dem Bericht des Hannoverschen Ocmcindeblattes geschah: ״Dieser Abend des 20, Januar stellt einen weiteren Markstein in der Geschichte des Zionismus in Hannover dar. Er vermittelte Hunderten einfach die Bekanntschaft mit dem Zionisten ... der Vortrag läßt sich einfach nicht so wiedergeben, daß er auch nur ein annäherndes Bild dessen gibt, was der Redner zu bieten hatte. Das wäre selbst dann unmöglich, wenn er hier wörtlich stände. Denn die Stärke dieses 100-Minuten-Referstes lag in der Unmittelbarkeit von Sprechen und Hören, im unwiederbringlich Schöpferischen des Augenblicks, das aus Worten Gedanken, aus Gedanken Bilder formte." Womöglich noch eindrucksvoller sprach Blumenfeld auf einem Keren Hajessod-Zirkel am 21. Januar im Hause von Dr. Emil Rosenbaum. Das erfreuliche Ergebnis der K. H.- Aktion, die Ernst Rosenberg durchführte, wird nicht zum wenigsten diesem Zirkel verdankt. ditefJiasUto deb JkdaUUoH A. Silber, Berlin. Sic haben vollständig recht. Beide deutsehen Chemiker, über die die ״Vossische Zeitung“ in ihrer Ausgabe vom 20. Januar berichtet, Adolf Frank und N. Caro, sind Juden. Richtig ist auch, daß, wie Sie schreiben, in der heutigen Zeit solche Tatsachen besonderer Hervor* hebting bedürfen. L., Hellsberg. Die Bezeichnung יהודית für Hebräisch an der von Ihnen angeführten Stelle sollte nicht bedeuten: ״Die hebräische Sprache", sondern: ״Die Sprache der Judäer", da nach der Teilung des jüdischen Reiches nach dem Tode Salomos ein Teil als Judäa und der zweite Teil als Ephraim bezeichnet wurde. An allen drei angeführten Stellen handelt es sich um Fremdstämmige, die Hebräisch mit יהודית bczeichneu, da sich dies vor den Toren Jerusalems in Judäa ab* gespielt hnt. Dr. Goldstcln, Wiesbaden. Bezüglich der Reichsflucht• Steuer empfehlen wir Ihnen, den Erlaß des Reichsministers der Finanzen S. 1015 A — 215 III — einzusehen, wo Sie alle näheren Angaben über evtl. Freistellung voriinden. Selbstverständlich ist der Erlaß nur im Zusammenhang mit den übrigen allgemeinen Bestimmungen, betreffend die Reichsfluchtsteuer, zu verstehen. Dm, d&s Außau-W&Utef: KEREN KAJEMETH LEJISRAEL JÜDISCHER NATIONALFONDS E.V. Btrila WII» Mebckestr. 11• TeLi Blim.1161. Postscheck-Katt• Btrtt■ Ul 41