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Jüdische Rundschau · 1934-02-13 · Heft 13 (13.2.1934) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 13 (13.2.1934)
Date
1934-02-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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'11■.״ זו!i l'P. d. B, t' <•«(, i.k lie; 29. 11. irlth.f , Z.11,1 'c־n, t\r '.'Ire ׳mit. '1'■״ Üfirl״. oifi ne Art «־iinlf, M >r r.";;ur en!: י >!.)'! 1:1, tfr, 1׳״ für <i!e s׳'l'fü| fin!׳. rkt. »rt, <1;, t der üLrrnr'!m)f>n c Ar (;u. | e ן ״1> ח. 111. I inhu| den |l(K|fn ן •R!:nippm " cli .1 r t i ן zum illirt. tiori'11 mul Geht lallt, <1 dadurch liUri usw, lirlii’ sich 1 Gefallenen jüdischer die ilcut• K für das 1c Zweckt :hen Sache en für das weiter als s f r a p c n liehen von rden, Der getik nisfluden, die tu innerst!3.!3. II. 1934 jüdische Rundschau h>!(4 S hI IsiIIjI»^ tkioäf Erste Sitzung des Beirates den pnlier, psseii Hirt Klee, nt er jTu< des jmii• 5011/1 eine־ eine Lauf• dt Nimes, \11walt zuj 1 i sc 11 en' hren noch te Genfer ipnlit hclic M a r 1 i n Inder war Zionismin r rin Vorllicli einer Palli'-tiii.i ifhaiiirerk n in Genf Mandates Ion der, :wort auf!eit tiber- :rchnnpcti •in c &)׳m• ,ו nies 0־ in Berlin. rcluihdic bgeh alte״ bruar die der F'lteile nid nistisehcr lie M<'S• I mR »״;׳ In 11R (tff Steil Bf ״ S c 1111 1 amg d« ׳ hat uff | a״pc(1n1• .*; weil1'11' 'יי n tjoth^' iter )CMS״ ist schrei^״ , Phil״״:;11 rt, ״ AäciL־I1c״' fü x In«*5 ־״ werdflt •n Rsf. i betrag ן IO« eine , Harr-ef : itwort^ rieht ff־ lie ein״ per ״Heirat der Reiehsvertretung der deutschen Juden" ■ tjt in seiner ersten Sitzung am 11. d. M. folgende von Herren Justizrat Julius llroduit/, Professor Martin |)r. Georg Hirschlaml, Rabbiner f)r, Hahn- ״mm.!1י'•, I loinmel-Sdiweiiifiirt Rabb. l)r. liorovitz-Frarik- (,jri ,1. Alhnt Josoph-1 «indau, Mnnnali Knrminski, Dr, Klee. 1זי• I «1 l.öweustdn Kom.-Rat B. A. Maver-Mainz, 0|,frst!a״des1׳erH־l1tsrai Dr. Neumeyer, Prof. Stein-Karlsruhe, pr,!leimkli Ster״, Max Warliurg, Kammergcriclilsrat Leo tt'olff ciniicbrachtc Resolution einstimmig angc* jomiiten: Plc Art und Weise, In der innerhalb der deutschen judenilei* in der letzten Zeit vielfach Inncrjüdlsclic Ausclnandcrsct/unßcn geführt worden sind, veranlaßt den Beirat der Reiclisvertretung der deutschen Juden z.u fotgender Erklärung: Die Reiclisvertretung der deutschen Juden beruht auf der Ucbcrzcugiing, daß die Gegenwart über alles Trennendc im Weltanschaulichen hinweg in der praktischen Arbeit die geschlossene Einheit des deutschen Judentums gebietet. Man dieses in sich auch noch so stark gegliedert sein, keine Richtung darf hoffen, durch rücksichtslose Vertretung einseitiger Grundsätze und Interessen, auch nuf so viel zu gewinnen wie eine Zerspaltung des dcutsehen Judentums der Gesamtheit, aber auch in ihr selbst, schadet. Alle Kräfte müssen dem einen Ziel dienen, daß jeder deutsche Jude im Vaferlandc nicht nur seinen Lebensrauen findet, sondern seine jüdische Uchcrz.eugung auch offen und frei bekennen und betätigen kann. Die Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen weltanschaulichen Strtimungen, die nicht unterbunden w׳crpcrt sollen, dürfen die durch die notwendige Solidarität gcmi'cncii Grenzen nicht überschreiten. Der Beirat fordert deshalb die Reiclisvertretung der deutschen Juden auf, dne Llnrlclitung zur Schlichtung von Streitfällen zwischen jüdischen Verbänden, Gruppen, Institutionen und Zeitungen zu schaffen. Die Rclcbsvcrtretun!* dar! aber auch äußersten Faiies nicht zögern, der jüdischen OeffcnMichkeit den bekannt zu geben, der gleichwohl fernerhin den Frieden und die Einheit der dcutsehen Judenheit gefährdet. Einer würdigen Zukunft des ganzen deutschen Juden(ums soll unsere Arbeit gewidmet sein! Es ist sehr zu begrüßen, daß die Reiehsvertretung mit einer Erklärung, deren Ernst nicht zu verkennen ist. in das imicrjtidische Leben eingegriffen hat. In der letzten Zeit waren von einzelnen Gruppen im inncrjüdischen Kampf Methoden angewendet worden, die jeder be* dauern mußte, dem an einer sachlichen Auseinandersctzung innerhalb des deutschen Judentums gelegen war. Daß der Beirat, dem Vertreter aller jüdischen Riebtungen angeboren, die Einrichtung einer Schiedsrichterliehen Instanz, innerhalb der Reiclisvertretung beantragt, beweist den allgemeinen Wunsch, der Reichsvertretung eine Stärkung ihrer Autorität zuteil werden zu lassen. Wir nehmen als selbstverständlich an, daß eine derartige Schlichtungsinstanz u. a. auch mit aller Entschicdenheit den Versuchen einer Diffamierung anderer jüdischcr Gruppen cntgcgcntrcten wird. Gewisse Entglci- Hingen der letzten Zeit werden dann hoffentlich nicht wieder Vorkommen. Die Reichsvertretung muß von den verschiedenen jüdischen Richtungen und Verbänden als ein echtes B ü n d n i s aufgefaßt werden, das — bei Wahrung der Freiheit der Anschauung — auf gegenzeitigem Respekt beruht. Eine solche Kooperation kann auch auf die Formen der innerjüdischen Auscinändersct/uiig nicht ohne Einfluß sein. Wir haben seit dem Umsturz in Deutschland die Errichtung einer kraftvollen, wirklich führenden Zentralstelle im deutschen Judentum verlangt, und wir haben, *die jetzige Reiclisvertretung gebildet wurde, ihr Ent- Mehr« begrüßt und ihre Arbeit unterstützt. Wir glauben, daß die Reiclisvertretung erst am Beginn ihrer Tätigkät stellt und daß gewaltige Aufgaben, nicht nur der Führung■ nach außen, sondern auch der Erziehung der deutschen judenheit, vor ihr liegen. Nichts wäre verdcrbliclicr, als wenn die deutschen Juden wieder in eine Haltung der Selbstzufriedenheit und Selbstgefälligkeit verfielen, wie sic für die vergangene bürgerliche Epoche Hiaraktcristisch war. Wir werden von unserer Reichs- Vertretung noch sehr viel verlangen und f o r - der 11 müssen, und wir glauben, daß die ernste AnsPanming aller jüdische״ Kräfte dazu gehört, um den deutschen Juden die Haltung zu geben, die sie in einem kritischen Moment ihrer Geschichte zeigen müssen. Die Aussprache am Sonntag hat gezeigt, daß in den ״'fisten praktischen Fragen eine weitgehende Ucbercin- *mmimg zwischen den Vertretern aller Richtungen vor- ״anden ist, und ebenso wurde die Notwendigkeit einer Hrihcitlielien Haltung und die Vermeidung von unsachl'flicn innerjüdischen Kämpfen übereinstimmend gefordfrt. Trotzdem kann man sicli des Eindruckes nicht er- »ehren, daß in manchen Teilen der deutschen Juden * Stil der altvaterischen Gcmeindestube noch nicht S״nz überwunden ist. Das Wort ״jung und alt“ tauchte j^f und wurde zurückgewiesen, wir glauben in diesem Gremium mit Recht. Und dennoch ist eine junge Generation jnt Judentum da, die einen neuen Typus Jude ״®präsentiert, der in den offiziellen Repräsentanzen noch ״wht hinreichend zum Ausdruck kommt. Die Reichs- Vertretung muß das ihre tun, damit dieses neue Juj^ntum Gestalt gewinnen kann. Die Rekhsvertre- "*״ff kann nach dieser harmonisch verlaufenen Tagung , Arbeit auf breiter Grundlage weiterführen. , Nachstehend geben wir noch einen gedrängten Ver- 5«ndlungsbericht. , . , ltllDer Beirat der Reiehsvertretung d er'd*״*• £5* "luden trat am Sonntag, dem "• f®Hruar, zm seiner י0"" ׳ Sitzuncr in Berlin zusammen. Er besteht aus folgenden Mitgliedern: Frau LIsc Bcrgmann-Liutphcim, Dr. Hermann Hei lak-lh r|in-l lalensec, Rechtsanwalt Dr. Walter Bcrlin-Nnrnberg, Jnsti/mt Dr. Blau-Frankfurt a. M., Wilhelm Breslauer i. Fa. B, Bresiaiier-Loip/iß, Justizrat Dr. Julius Brodnitz- Berlin-Wilmersdorf, Prof. Dr. Martin Bnbcr-I Icppenheim a. d. Bergstraße, k'ahb, Dr. Pinclias Cohn-Frankfurt a. M., Rechtsanvvalt David-Hamburg (als vorläufiger Nachfolger des Herrn Alfred l.evi, Mitglieds der seitherigen Reiclisvertretung), Prof. Do Jsmnr Flhngen-Berlin, (ielieimrat Prof. Dr. Fnlf<cnhcim- Königsberg i. Pr., Rabb. Dr. (ialliiicr-Berliii-Charlbg. (Mit- Kliod der seitherigen Reiehsvertretung). Dr. Hermann Oerson- Berlin, Geheimrat Goldfeld-Breslau, Dr. Carl Goldsclimidt- Leipzig (Mitgl. d. seither. Rckhsvertrtg.), Rabb. Dr. Hugo Hahn-Essen, Dr. Georg Hirschland I. Fa. Simon Ilirschlami- Iisseu, Justizrat Dr. I iominci-Schwcinfiirth, Rabb. Dr. Horo* vitz-Frankfurt a. M. (Mitgi. d. seither. Reiehsvertrtg,), Kommerzienrat Joscpli-l.andau, Hanna Karniinski-Bcrlin, Rechtsanwalt Dr. Klee-Berlin (Mitgl. d. seither. Reiehsvertrtg.), Rechtsanwalt Bruno Kleytf-Berlin, Justizrat Koclmianii-Giciwitz, M. Lcßinanii-Hambtirg, Leopold Levi-Stuttgart (als vorläufiger Nachfolger des Herrn Dr. Otto Hirsch, Mitglied d. seither. Reiehsvertrtg.), Dr. Leo Lowcnstcin-Berlin, Wilhelm Marcus-Berlin, Anitsgerichtsrat I>, Otto May-Köln, Prof. Dr. Moses-Mannheim, Prof, Dr. Carl Nnihcrg-Berlin, Oberst• lanricsgerichtsrat Dr. Ncumcyer-Müiichcn (Mitgl. d. seither. Reiehsvertrtg.), K0111.-R. ii. A. Mayer-Mainz (Mitgl. d. scith. Rckhsvertrtg.), Prof. Dr. Eugen Mittwoch-Berlin, Dr. Peritz• Stettin, Dr. I'rich Roscnbliitli-Üeriin, Jacob Rosenheim-Frank• furt a. M., Max Samuel-Rostock (Milgl. d. seither. Rcichsvcrtrctmig), Frau Ottilie Schöucwald-Iiocbum, Adolf Schoycr- Berlin (Mitgl. d, scitlier. Reiehsvertrtg.), Rcclitsnuwalt Mein• rieh Stern-Berlin, Krehtsanwnlt Hugo Stein-Karlsruhe, Prof, F>r. Nathan Stein-KarIsrulic (Mitgl, d. seither. Reiehsvertrtg.), Rabh. I)r, Unna-Manuheim, Rabb, Dr. Vogeisteln-Breslau (als Nachfolger des Herrn Rabb. Dr. Bacck, Mitglieds d. seither. Reiehsvertrtg.), Max M. Warburg-Hamburg, Dr. Robert Wcitsch-Borlin, Prof. Dr. Wiilstätkr-Mttnclien, Dr. Franz Wolf-Frankfurt a. M., Kammergeriehtsrat Leo Wolff-Rcrlin *Mitglied d. seither. Reiehsvertrtg.), Bruno Woyda-Bcrlin (Mitglied d. seither. Rckhsvertrtg.L Der Präsident der Reiclisvertretung, Rabbiner Dr. Leo Bacck, führte in seiner Eröffnungsansprache u. a. aus: Der Ernst dieser Zeit spricht zu uns eindringlicher als Worte es vermögen. Wir deutschen Juden sind seelisch, wirtschaftlich und politisch in einer Lage, die ähnlich, fast gleich, derjenigen des deutschen Volkes nach 1018 ist, ais cs seelisch und politisch erfahren mußte, was cs bedeutet, aus einer Gemeinschaft ausgeschlossen zu sein. Das Beispiel des deutschen Volkes lehrt uns, nicht kleinmütig zu verzagen, sondern in ruhiger Arbeit die Ergebnisse der Entwicklung abzmvartcn. Es gibt nur einen Optimismus, nicht denjenigen der Worte, sondern den, der zu arbeiten beginnt. Das I1nnett die deutschen Juden getan. Zeichen mul Zeugnis dieser Arbeit will die Reiclisvertretung sein. Nicht in einem Optimismus der Worte, sondern in einem Optimismus der Erwartung wollen wir uns bewegen, der der Hoffnung Raum gibt, daß auch für uns einst der Tag der moralischen Revision kommen wird. Wir leben in einer Zeit, fuhr Dr. Bacck fort, in der ein Monat in seiner Bedeutung fast einem Jahr gleich ist. Wenn wir für den Tag, für den Monat arbeiten, dann wollen wir uns sagen, daß diese Arbeit dieselbe Kraft und denselben Ernst erfordert, wie sonst Arbeit für Jahre. Wcitausschaticndc Pläne können wir nicht liegen, sondern nur solche für Wochen und Monate. Wir können immer nur für den Tag arbeiten, aber was wir tun, geschieht für Generafio• neu. Alles, was wir tun, empfängt seine Bestimmung davon, wie einst die Geschichte über uns urteilen wird. Das muß auch unseren Brüdern im Auslände gesagt werden. Wir sind dankbar für die uns von ihnen gewährte materielle Hilfe zur Erhaltung unserer sozialen und kulturellen Einrichtungen: aber cs ist dies eine Hilfe, die sic nicht nur uns. sondern auch sich sei 11 st gewähren. Denn das Schicksal der deutschen Juden wird einst das Schicksal aller Juden Europas, vielleicht auch das Palästinas werden. Verlieren wir deutschen Juden die innere Haltung, dann könnte auch der Tag kommen, an dem auch jüdiselte Gemeinschaften des Auslandes in ihren Grundlagen erschüttert werden. Wir tragen das Schicksal der Juden Europas In unserer Entscheidung. Auch für die Zukunft Palästinas ist unser Schicksal von höchster Bedeutung. Palästina kann vor der Gefahr stehen, durch Hemmung der für seine Entwicklung notwendigen jü• dischen Zuwanderung gewissermaßen nusgctrocknrt zu werden, aber auch ein plötzlicher Wassersturz, eine Geher• scliwenimung, würde das Land aufs schwerste gefährden. Mit einem eindringlichen Appell zur Einigkeit und der Bitte, der Reiehsvertretung wie bisher zur Seite zu stehen, schloß Dr. Bacck seine von der Versammlung mit tiefer Bewegung mitgenommene Anspracl..'. Nach einer Begrüßung durch den Vorsitzenden der Berliner Jüdischen Gemeinde, Herrn Stahl, erstattete Ministcrialrat Dr, Otto Hirsch den Bericht über die Tätigkeit des Ausschusses der Reiehsvertretung. Wenn die Tätigkeit der Reiehsvertretung auch weit gesteckt sei, so haiie sic sieh doch grundsätzlich fern von jeder Einwirkung in relioiösen Fragen und selbstverständlich auch von alten Problemen der Staatspolitik. Zur Behandlung der Wirtschaftsfrngc besteht ein besonderer Unterausschuß, der weiter ausgebnut werden soll.!חסי Maßnahmen zu gesünderer Gestaltung der Bcrufsvcrhiiltnissc der deutschen Juden wurde besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Gegen die übrigens _ aussichtslosen Versuche, einen sogenannten jtidischeu Wirtschaftssektor aus der Oesamtwirischaft herauszulösen, müsse entschieden Stellung genommen werden. Der Redner besprach Fragen der Stellung jüdischer Arbeitnehmer und Arbeitgeber in der allgemeinen Arbeitsorganisation. Die Bemühungen müssen darauf gerichtet sein, den deutschen Juden ihren Platz, in Deutschland zu erhalten. Wo aber Aus * Wanderung vor sich gehe, dürfe dies mir planmäßig ge• schclicn. Hier komme dein P a i ä s t i 1: ״ werk größte Bedcutung zu.. Schon die Tatsache des Bestehens dieses Werkes habe sich bisher als eine Kraftquelle für das deutsche Judentum erwiesen. Außerdem sei Palästina das einzige Land, das gegenwärtig größere Einwanderungsinügl bietet. Darüber hinaus aber sollen alle anderen Mögl für Niederlassung in anderen Gebieten geprüft werde ebkeiten chkeiten - ״.-... ..1;..,. Unabhängig von Bleiben oder Auswanderung sei die Notwendigkeit einer Aencierung der Berufsgliederung. Die Reiehsvertretung, fuhr Dr. Hirsch fort, ihre Aufgabe betrachtet, bestellende Schulen und Neugründungen zu erleichtern. Die Frage jüdischen Schule sei heute in positivem habe es als zu erhalten der eigenen Sinne entschieden. Die Schulen sollen im allgemeinen Einheitsschulen für alle Richtungen sein und werden in den meisten Fällen von den Gemeinden verwaltet werden. Als notwendig werde sich die Schaffung von Lehr- und Lernmitteln erweisen. Die Lehrerbildung werde eine doppelte Aufgabe haben: einerseits jüdische Volkssclmllclircr neu aus/ubildcn, andererseits die jüdische Bildung bisher an allgemeinen Schulen tätig gewesener Profanlehrer zu ergänzen. Schließlich behandelte Dr, Hirsch noch Fragen des Gemcindclebcns und der Wohlfahrtspflege der Gemeinde, wobei er die Notwendigkeit der Vermeidung des Parteistreits be* tonte und die Errichtung von Schiedsgerichten innerhalb der Gemeinde anregte. Nach einem kurzen Ueherblick über die Finanzgcbariuig der Reiehsvertretung schloff Dr. Hirsch seinen Bericht mit einem Aufruf zu Solidarität und einem Bekenntnis zum Glauben an die Zukunft dos deutschen Judentums. Herr Borehardt von Zcutr.ilnusschtiB für Hilfe und Aufbau erstattete hierauf ein kurzes Referat über Aufgaben und Ziele der sozialen Arbeit. Im Namen des Reichsaussehusscs der jüdischen Jugendverhnnde sagte Dr. Friedrich Brodnitz, der Rcidisausschiiß sei die erste Spitzenorganisation, die die, Anerkennung durch die maßgebenden offiziellen Stellen gefuiulen hat. Die Jugend sei für die übrige deutsche Judenheit durch die schon vor acht Jahren erfolgte Gründung des Reichs- Ausschusses vorbildlich geworden. Sie habe daher auch den Wunsch, 711 den Gremien der jüdischen Gesamtheit Deutschlands stärker herangezogen zu werden als bisher. In der Aussprache nahm die Frage der Möglichkeit, einheitliche Arbeit bei Wahrung der verschiedenen weitanschaulichen Standpunkte zu sichern, einen breiten Raum ein. Rechtsanwalt Heinrich Stern trat für die Ausbildung von Lehrern religiös-liberaler Richtung ein. Martin Buber forderte über dem bloßen formellen Burgfrieden, den er als einen ״Nof verband“ bezeichn etc, hinaus eine wirkliche Einheit des Judentums, die mir möglich sei als erfülltes Judentum. Jüdische Substanz, die dargclebt wird, wäre solche Einigung. Hei der jüdischen Schule käme es nicht auf die Etikette ihrer Richtung art. Jede wirklich jüdische Schule, das heißt jede w c 8 e n s jüdische, nicht nur reaktive, sondern judcntumserfülltc Schule sei gilt. Die jüdische Schule dürfe nicht als Nachtasyl errichtet werden, sondern als bleibendes Wohnhaus, Der Vorsitzende des Reichsbundes jüdischer Front- Soldaten, Dr. Löwenstein, sagte der Reichsvertretung die Mitarbeit des R. j. F. in der praktischen Arbeit zu. In einer groß angelegten Rede wies der Vorsitzende des Centralvercins deutscher Staatsbürger jiiiliHu'n Glaubens, Justizrat Dr. Julius' Brodnitz, die Notwendigkeit eines Umbaus des ganzen Wirtschaftslebens der Juden Deutschlands nach. Im Hinblick auf diese große Aufgabe habe eine Einheitsfront heute eine viel größere Bedeutung als zu jeder anderen Zeit. Nach einer Reihe weiterer Reden hielt die Schlußrede der Vorsitzende des Verbandes Bayerisch-Israelitischer Gemeinden, Oberlandesgcrichtsrat Dr. Neumeyer, der dem Präsidenten der Reiehsvertretung und den Mitgliedern des Ausschusses den Dank des Beirates aussprach. Schluß der Paläslina-Ausslellung Die Palästina-Schau, die größte und repräsentativste Veranstaltung der Berliner Zionistischen Vereinigung in diesem Arbeitsjahr, wurde nach zehntägiger Dauer Sonntag abend geschlossen. Der letzte Tag hat einen Rekordbesuch von ■1000 Personen aufzmveiscn, so daß das Haus mehrmals wegen Uchcrfüilung geschlossen werden mußte. Im ganzen haben etwa 20 00(1 Besucher die Ausstellung geselten, darunter viele Interessenten, die aus den Städten der Umgebung gekommen waren. Die Ausstellungs-Leitung konnte nochmals die Behörden der jüdischen Gemeinde, für die Extraführungen veranstaltet wurden, unter den Besuchern begrüßen, ebenso einige Logen, Sonntag wurde die Schau au11 ׳ von den Mitgliedern der jüdischen Itcichsvcrtrctung besichtig(. Besonders erfreulich war die starke Teilnahme der Jugendbünde und der jüdischen Schulen. Starken Eindruck machte die lebhafte Beteiligung an der Führung, die von Dr. Kaiccko in hebräischer Sprache vorgenonunen wurde, in geschlossenen Gruppen waren die verschiedensten iüdischeu Verbände erschienen, wie z. B. der neue Verband zionistischer Photo-Amateure und die Angehörigen der jüdischen Taubstummenanstalt Weißcnsec. Die BZV. bemüht sich, passende Räume in einem anderen Stadtteil zu finden und Hort die Ausstellung nochmals eine Woche lang zu zei- gen. Wir werden gegebenenfalls am Freitag eine Ankündigung bringen. Ais nächste Städte im Reiche haben sich Leipzig und Hamburg die Ausstellung gesichert. ■זך• ״PARACELSUS“ im KULTURBUND Im Theater iea ״Kulturbundes deutscher Juden“ wird jetzt Arthur Schnitzlers Ein* ahter ״Paracelsus" aufgeführt (s. ״Jod. Rundschau" Nr. 12). Von links nach rechts: Ruth Reimer (Justins), Fritz Wlsten (Paracelsus), Liselotte Jacob?! (Cäcllia). V , 4״ יH ׳"־ *'!*י^ייי phot SoniMnfeid

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