Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 13 (13.2.1934)
- Date
- 1934-02-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2651273-2653452-2653464--24810-2681911- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 13, 13. II.!934 mögen ein zu den Völkern Europas nicht völlig passender Baustein sein — wir selbst empfinden es am allermeisten, daß die Jahrtausende, die unsere Geschichte iiltcr Ist als die der europäischen Völker, uns in besonderer Weise geprägt haben, und wir fühlen daher, ohne daß wir rassische Merkmale dazu lieraiizuzieiieii brauchen, den Unterschied zwischen uns und der Umwelt; aber wir sehen, wenn wir in die jüdische Vergangenheit zurückblicken und wenn wir die Lage der Juden in der Gegenwart bctrachten, nichts, was die Perspektive bestätigen könnte, cs gäbe eine Entwicklung zur ״Weltherrschaft“ des jiidischen Volkes. Mögen Juden auch auf Teilgebieten im Lehen einzelner Völker nennenswerten Einfluß erlangt haben, stets gab es andere nicht minder wichtige Teilgebiete, auf denen sie gar nicht oder kaum tätig waren — ein Blick in die Geschichte des deutschen Volkes auch in den allerletzten Jahrzehnten bestätigt diesen .Satz. Aus diesem Grunde können wir nicht dein Gedanken beipflichten, daß das Verhältnis der Juden zu den Völkern unter dem Gesetz ewiger Spannung steht. Wold gibt es Spannungen zwischen den Völkern und so auch zwischen den Juden und den anderen menschlichen Gruppen, aber diese Spannungen können und müssen auf ein Nor malm aß zurüekgeiülirt werden. Dazu ist unser Wille und Mitarbeit auf beiden Seiten notsvendig. In erster Linie gilt es, die Grenzen auf/uzcigcn, die im Zusammenleben verschiedener Gruppen notwendig bcstellen müssen, soll ein friedliches Beieinander möglich sein. Darüber hinaus ist es die Au fgabc der Juden, sich selbst einen Status auf der Erde zu verschaffen, der!licht mir ihre eigene Existenz sichert, sondern auch den Völkern zeigt, wohin die Bestrebungen der Juden gehen, nämlich nicht Herrschaft irgendwelcher Art über andere auszuüben, sondern Herr über sich selbst zu sein. Dann und nur dann wird das Maß von Affekten, das heute Juden und Nichtjuden voneinander trennt, auf ein normales Mali zurückgeführt werden können. K. L. Deutscher Export nach Palästina Die ״Zentralstelle für Interessenten der Leipziger Messe L. V.“ veröffentlicht in ihrem Januarlieft einen Artikel ״Deutscher Export nach der Levante im Lichte der Leipziger Messe“, worin die Bedeutung des Exports nach der Levante dargestellt wird. 111 der Statistik wird auch Palästina aufgeführt. Pahci wird dargelegt, daß Persien und Palästina im Jahre 1<I'S2 ungefähr den gleichen Gesamtimport hatten, während sich aber in Persien der Import auf 9 Millionen Einwohner verteile, hat Palästina nur 1,1 Million Einwohner. Daraus ergibt sich für Palästina ein Einfuhrwert je Kopf von gut 7•/;! Pld. Slcrlg. (rund 110 R1M.), eine im Grient sonst nirgends erreichte Zahl. Gerade dieser letztgenannte Markt weist mach eine zweite Eigentümlichkeit auf, nämlich eine starke Einfuhrslcigenmg in neuester. Zeit bei besonderer Begünstigung der deutschen Erzeugnisse. Von 1931 bis 1932 ist Palästinas Import von 5010 auf 7 77000(1 Pfd. Sterlg. nngcwachscn, davon aus Deutschland von 038 185 auf 775071 Pfd. Sterlg., was also fast 10 "0 der palästinensischen Gesamteinfuhr aiisinacht. Somit ist Deutschland nächst der — hauptsächlich mit eien Regierungsaufträgen bedachten ־-- Mandatarmacht England und den Nachbarstaaten Aegypten und Syrien der wichtigste Lieferant der aufwärts zielenden palä* stinciisischen Volkswirtschaft. 1111 Laufe von .1933 hat sich diese Entwicklung noch stärker ausgeprägt, in! Zusammenhange mit der starken Einwanderung, insbesondere von Kauf•!eilten und Industriellen aus Deutschland, die sich auch in ihrem neuen Wirkungskreise der bewährten Bezugsquellen gern weiter bedienen. Iin englischen Unterbaus richtete D. E. Snmcrvillc an die Regierung die Frage, oh sic im Hinblick auf die wachsende Bedeutung des englischen Handels mit Palästina und den Palästina benachbarten Ländern die Ernennung eines H a n d e 1 s k o m 111 i s s a r s mit dem Sitze in Tel- Awi w erwägen wolle. Der Staatssekretär fiir Ucbcrscchandcl, Dr. Bürgin, erwiderte, die Regierung habe bereits bcschlossen, einen Handelsagenten für Palästina zu ernennen. Dieser wird noch vor Beginn der Lcvnntc-Mcsac 19.14 seinen Posten anlrcten. Wo der Kommissar seinen Sitz haben wird, sei noch nicht bestimmt, jedenfalls aber werde er sich auch von Zeit zu Zeit in Tcl-Awiw aufhaiten. Einkommen Steuer in Palästina? Wie a111tlir.11 mitgeteilt wird, wurde von der Palästina-Regierutig eine Kommission eingesetzt, die sich mit der Frage der Einführung einer Einkommensteuer in Palästina zu bcfassen hat. Der Kommission gehören an der Schatzmeister der Palästina-Regierung Johnson, Leiter des Haudels-Departments Stead und der DislnUskomntissar für Jerusalem Camphell, ferner ein zu diesem Zweck aus London eingetroffener Beamter des britischen Schatzamtes Huntington, der als Berater fungieren soll. Die Frage der Einführung einer Einkommensteuer in Palästina ist bereits vor zwei Jahren erörtert worden. Von jiklischer Seite wurden erhebliche Bedenken gegen diesen Schritt der Regierung gellend gemacht, und der wand Leumi, das oberste Organ der palästinensischen Judenheit, hat sich ebenso gegen die Einführung der Einkommensteuer ausgesprochen wie verschiedene zionistische Instanzen. 111 der ״Jüdischen Rundschau“ wurden seinerzeit die für und die gegen diesen Plan der Regierung sprechenden Argumente ausführlich dargelegt. e1־ ד j ״׳׳/ ך־—׳, ך— f J o י* . 4 I i! v*•״! ' t #V *«w.״, "s, .־׳׳׳“'*”״•־ /•**,x ' ß ׳ J %<0> Die ״Berliner B ö r s c n z e 11 u 11 g“ vom 9. 2, vor- L>f fönt licht unler der Uehersclirift ״Die Jude 11 im Weit* krieg“ einen Artikel, der sich mit den im Oktober 1933 vom R 1־ i c 11 s a rc 11 i v veröffentlichten amtlichen Statistiken über die Beteiligung der Juden!1111 Kriege mul den hin- Wendungen des ״Reielislmiidcs jüdischer Frontsoldaten“ gegen die Richtigkeit der amtlichen Statistik beschäftigt. Wie das Blatt hierzu nnfiihrt, hat der Präsident ries Reichsarchivs nochmals die Umstände nacliprüfcn lassen, unter denen die amtliche Statistik des ehemaligen Kriegsministcriuiu» und die vom Rcichshmid jüdischer Frontsoldaten aufgestellte Liste der jüdischen Gefallenen entstanden sind. Diese Nach- Prüfung kommt zu dein Ergebnis, daß die amtliche Statistik des elieinaligcn Kricgsmlnisterimus mich weiterhin die Grund* läge für die Beantwortung der!Tage über den Anteil der deutschen Juden am Kriege zu bilden hat. 1 in einzelnen sind nach dem genannten Blatt folgende Erläuterungen bemerkenswert: ״Wie Ix'kiiimt, liHrug der Anteil der Juden « 11 der 11 e v ii 1 k c 1 11 n g < 11 ■s Deuhelien Ki'iclics Ihü der U'IUrn Volkszählung vor dem Kriege, nlso 11m 1, Dezember 1010: 0,04 l’mzrnt. Mithin miißle «Iso 1x4 der» Todesopfern de» Krieges der jüdische Anteil elrrnfnlh 0,04 0/0 betragen. Wie aber »teht es in Wirklichkeil? Da ergibt sich: nach der Sliilbiik de» Krieg .minisl.■ 1 it! 111s 11)40 3011111 7 000, 1d»o 0,38 0/0, nach der jiidi .eheu LUte 1 843 308 zu 10 000, »Iw. 0,54 «,׳#, oder e» hüllen im 1' r o z e 111 u 11 1 v e r 11» 11 ח i * zur 11 (• Völker u 11 g statt 7000 b 1 w. 10 000 eigentlich 17 OOQ jüdische Gefallene gezählt werden müssen. Im Verhältnis der Juden zur Gosumtbcvhlkerung bleibt das jüdische Hhiiopfer abo auf jeden Fall um etwas mehr oder um etwas weniger als die Hälfte ihres pflielihnSißigcn Anteils jstmirk! I lic Annahme, daß es sich bei der jüdischen Gefallenenliste w e 11 i g e r u m fiel si 1. als tl m tendenziöse /, w c e k c 11 an de 11, Ll dun11׳ die Vorgesehiehtr, wie sie sieh nun den Akten des K1h gsimni ,h riums ergibt, nur zu begründet. Die Vorgänge waren in kurzer hbloiLeber Fassung folgende: 1. Znlitri ielie Beschwerden beim Kriegsminlstcrium über syslemaliM In s I )rücken der Juden von der Kampffront, über Bevorzugung jüdischer Reklamationen pp, 2. Dnterrii ׳liluiig »los Kriegstninisleriinns über eine weitverzweigte jfldisebe Oiganiaitioii fiir Sammlung »tat Kitschen Material* zwecks Vergrößerung des jüdischen Einflusses nach dem Kriege, 3. Nach Durchführung der Statistik durch das Kriegsministerium Drehungen1 von jüdischer Seile, daß der Erfolg der Kriegsanleihe infolge allgemeiner Empörung der Judeiisclmft von Frankfurt 0• M. in Fluge ge.lelit sei. 4. I leminzial innen aller inügliehen Behörden durch die Juden beim Reichskanzler, Reichstag und Kriegsmiuistcrium filier ״jurlenfeindliche“ Maßnahmen. So z. B. Denunzicrttng de» Generalkotnmando» des stellv. 1. AK. wegen Entfernung jüdischer Soldaten von ihren ״rosten“, wozu dieses Generalkommando dem Kricgsininiste• rium unler dein 20. September 1017 niehlele: ״F» f׳rf,m,|e in den Gr,! hüftszuiiiii! in der Truln-Fi׳.•־Ahl, 1: jg j! ״!* ן; beim Gouvernement .gcrielit König ■berg 24 <>/״ Juden!“ ׳ 0. Nach dem Kriege V11 in 110, die Slalislik de-, Krii •>!׳ ,]״! (iuns•* »I i null ■emii hell hinzu׳ h Ih n, j,1 sogar mit den ־)fi!,jftftl 'י des Kileg-'inini.Uriiim׳(, die mit der Statistik hätten Indiskret' begehen können. ׳ 1 ״"rnk 1 ur zu .sprechen“ (Itiief des M. <). R r'* hei״ vom 20. Juli 1020). ' ״l׳' 0. Zintickw'cisiing der Viudäclitlgimg״׳ gegen die 81״(],!^ , k rmo. oiotiBlaroioi(, *h,vni, 1. I«, f. . * Krirg-mlimteriui»» durch ilen Riiebswehrminisler N’oske utmr 1020, wobei es inhi der i’rozenlsalz von 3,2 n «m 29. T, 111 י nr 1020, wobei es mb׳re,,nn! i-t, daß als ehuüp unriel ־ J lg« Zfh■ 0 gefallenen jüdischen < >f(i/icren, Artm 1 und Iteamlen als ,,?.11 1 1! 0יו gegrillcn1 m, dni! klit h fes'geslellt Wlifj * 7. Erneute Ziidlekwei nng jüdischer Anklagen durch den Rfid,, wchrniini-tcr f!eliier am 20. Juli 1020, wobei die völlig oilrne Alt der Erhellungen liervoigcbolien und erm■ut feOge teilt wtird« d«[ mir In einem l'nll« ein litliim untcilaufen sei, uml zwar z'ijunitf, der Juden, ln der jtidLehcn (i. ■ 1,111. ׳111׳ n!ו - te m1|׳kI wird die St ״ ti 0 ik Kiiegsininisleriinns als gänzli! 11 falo li kurz abg! lau un<l (l״ eigene jüdi'.t lie Zählung sehr ges! bi• kt der fuErhc Ans־ (!eit! #m," 111 her .Milarheil des Z e n t r 11 I n a c 11 w c i se a m t s erwerkt. Tat 'üehlii h hat das Zent ralmu׳liweiseamt after erklärt, da{ ״ keinerlei Verantwortung ihr die Richtigkeit (allfnenlistai de.» Keiehsbitndc» judi.dier Ermil .uidaten übernehmt« könne.“ Wir liaht'ii unsererseits initiier betont, dall die Arju.j m e 1t t n t i o 11 mit der Zahl <1 e r gefallenen deui'l sehen Juden nicht unserem Geschmack entspricht. Elnn־,' sind all diese Berechnungen auf einem schwankenden Bode gebaut, weil es natürlich darauf ankommt, Bcvölkeningsgruppr• j zu vergleichen, die ihrer inneren Struktur nach gl e icharti« 1 sind, so eiaß 7. B. die Tatsache, daß die Juden zum fibc* wiegenden Teil der städtischen Bevölkerung angeboren 11n׳( Insbesondere aus Großstädten stammen, ins Gewicht fallt’ ferner ihre berufliche Struktur, ihr Altersaufbau und dadurch ihre Beteiligung au den wehrfähigen Alterssclik'hten us» Erst unter Berücksichtigung all dieser Faktoren ließe sich י fesfstellen, ob der jüdische Anteil au der Zahl der Gefallen«: dem Durchschnitt entspricht. Man sollte aber von jüdischtr Seite endlich damit Schluß machen, die Opfer, die die deut-1 selten Juden in scihstver.sfämliidieT Pflichterfüllung für ds; Vaterland im Kriege gebracht haben, für apologetische Zwecks) auszuwerten. Das liegt weder im Interesse der jüdischen Sache seihst, noch auch im Sinne derjenigen, die ihr Leben für d« Vaterland hingegeben haben und dabei an nichts weiter 1is ihre Pflicht dncliten. Takt- und G e s c h m a c k s f r agcit I müssen eben auch und besonders im Zusammenleben vor| Menschengruppen verschiedener Art beachtet werden. Der Versuch, auf solchen Statistiken politische Apologetik 1uf׳| zuhaucn, f 1111 rt zu Diskussionen, die allen den Juden, dit teuere Angehörige im Kriege verloren ltabcn, zu innerst wchtun müssen. , Lbr Leipziger Messe Besucher. Aus Leserkreisen in Lcipzig vvird uns auf verschiedene Anfragen geschrieben, daß der jüdische Besucher der Leipziger Frühjahrsmesse, der bei jüdischen Familien wohnen möchte, sich an Hand der Messe-Vermietungskurtc des Mcssc-Vcnnietungs-Wohnungstinchwciscs darüber informieren kann, wo er derartige Quartiere bekommt; bei jüdischen Wohnungsinhabern ist die Bezeichnung ״christlich“ auf der Karte durchgcstrichen. Die BeUitigunf) von Juden ln Kulturberulen. Aut einer atu 7. Februar itn Rciclisministerium für Volksatifklü rutig und Propaganda ahgchaltcncn Tagung der l’riisideuten und Präsidialrütc der in der Rdeltskulturkamnicr zusainiiH'ngeschlossciH'ii Faciikammern sprach Reichsminister 1) r. Goebbels über den ständischen Auf- . hau der K u 11 u r h c r it f e. U. a. kam der Minister auch auf die Betätigung <1 er Juden itn Kulturleben zu sprechen und führte hierzu gemäß den ZcHungsbcrichlcn aus: ״Ich habe mit Befremden fcstgcstcllt, daß die aus anderen Berufen nach und nach hinausgcdriinßtcn J11 Jen mangels eines Arlerparagraplicn Im Kulturleben eine neue Bctiiiigiingsmöglicbkeit suchen. Es gibt keine unmittelbare gesetzliche Möglichkeit, einen Arierparagraphon in der RcichskulUtrkammer und den angcsclilossenen Vcrbänden eiiizufiihren. Es darf aber nun nicht geschehen, daß am Ende alle Juden, die aus den Beamten-, Rechtsanwalts-, Acrztc- oder Schriftlciterhcrufcn ausgcschletlen sind, allmählich in den Kulturbcrufcn auftauchcn. Dies zu verhindern, gibt uns das Gesetz die Möglichkeit. Wenn jemand aus bestimmten Gründen als unzuverlässig oder ungeeignet angesehen werden muß, kann man 111m die Mitgliedschaft in den Verbänden verweigern, und nach meiner Ansicht und Erfahrung Ist ein jüdischer Zeitgenosse im allgemeinen ungeeignet, Deutschlands Kulturgut zu verwalten!" Bei der Versammlung der ״Reiclisfacliscliaft Film“ am 9. d. M. sprntli Reiclisniinister üocbbcls u. a. von den Aufgaben, die sicli auf dem Gebiet des Films nach Ucbcrnalimc der Macht durch den Nationalsozialismus ergaben. Dabei führte er aus: 17.1״s WichtigUr, was vorab gelüst werden mußte, war die Frage der Organi«nlfern, ohne daß wir uns allerdings der Illusion hing.ilxii, daß durch die Organisation allein eine Ankurblung vollzogen werden könnt«'. , . . Die zweite Folgerung, die wir ziehen imißlen, war die Ausschaltung der Juden. Das mag hier uml da zu einer meiisehiiohen Tragödie fuhren. Das kamt uns aber m» leicht nicht berühren, da in den vergangenen 14 Ja Irren auch manelie menschliche Tragödie zu verzeichnen war, die in den» Falle aber nicht di« Juden, sondern um betraf. Damit war schon jungen deutschen Talenten wcnigMriw der Weg freigemarht, sich zu l.H1wegen.“ Die Eingliederung der Handelsvertreter Die ״Deutsche 1 inndclsvcrireter-Zeiruiig“ Berlin vom 3. Februar meldet, daß der Präsident des Centralverb,indes Deutscher I landclsvcrtreter-Vcrcine Pg. Wilhelm Meyer, Hanliovcr, zusammen mit den beiden anderen Präsidenten Pg. Adolf Laurenze, Berlin, und Pg. Wilhelm Schlosser, Leipzig, am 29, Januar 1934 nach neuen Verhandlungen die Satzung des Reichsverbandes Deutscher Handelsvertreter und Gescliäftsreisender (RDI1G.) anerkannt und erklärt hat, daß die arischen Mitglieder des Gcntralverbandes Deutscher HandcIsvertreter-Vcreiuc bei g I c i c 11 z c i t i g c r Auflösung des C e 111 r a 1 v e r b a 11 d e 8 in den RDHG. zu überfüll re 11 s i 11 d. Gleichzeitig werden die arischen Mitglieder des Gentnilverbandes Deutscher Hamlelsvertrder-Vcreine aufgerufen, dem Führer der Hnuptgrupnc Hnndeisvcrfreier im RIM IO. in den neuen Rctchsvcrhaml zu folgc^, Da die Zahl der jüdischen Handelsvertreter nicht unerheblich sein dürfte, erhebt sich demnach die Frage, in welcher Form ihre Eingliederung in den organisatorischen Neuaufbau der deutschen Wirtschaft erfolgen kann. Nach einer Meldung der ״Berliner Börscn-Zcitung“ vom 8. 2. fand unler dem Vorsitz des Direktors Schmidt von der Rdehsstelle für das Auswaiideruiigswcscn in Halle eine Tag u n g der größeren Auswandererbcratungsstellen im Reiche statt. Einen breiten Raum nahm in den Verhandlungen die Jutlen-Auswanderung und die Mitgabe von Devisen an Auswanderer ein. ln aller Kürze Der neue französische Ministerpräsident Doumerpt hat sicli zu wiederholten Gclegi-niu'iten als Freund des Jud־ I sehen Nationallicims in Palastiii.i bekannt. 1893 als Sohn rinr | protestantischen Kleinpächters geboren, begann er seine Um!׳ bahn als Advokat in der südfraiizödschen Kleinstadt Nirac« wo er, um seine geringen Einkünfte als junger Anwalt rJ verbessern, die Stelle des Sekretärs der dortigen jüdischen Gemeinde annahm. Die Juden von Nitncs bewahren noch| von jener Zeit 11er die beste Erinnerung an ihn. In Zürich verstarb am 7. Februar der bekannte Genfer Völkerbumlpublizist und frühere langjährige nußenpolitotii! Redakteur des ״Journal de Ocneve“ Prof. William Martin im 45. Lebensjahre. Bei den jüdischen Lesern aller Länder war er besonders durch seine Artikel tim! Vorträge über Zionismu‘ und Pa last ina bekannt. Obwohl Nichtjude, war er ein Vor kämpfer der fdec des Jüdischen Nationallicims. Anläßlich eine! Mitteimccrreisc im Frühjahr 1929 hatte er auch Paiästini besucht und in einer Artikelserie das jüdische Aiifbauwjcrl beschrieben. Während der kritischen Palästinadchatten in Gen! trat er stets für die gerechte Handhabung des Manch(« gegenüber den Juden ein. Der frühere Bundespräsident der Schweiz, F. GalondG, hat dem Schweizerischen Zionistenverhand als Antwort au, einen Glückwunsch zum 70. Oehurtstag ein Schreiben über• sandt, worin er die Gelegenheit benutzt, um den liestrchnnges betreffend das Jüdische Nationalhcim in Palästina seine Sy»• pathien zum Ausdruck zu bringen. L>er Hochkommissar für Emigraiitcnfragcn, James 0 Mac Dona Id, ist nach einem kurzen Aufenthalt in Berte Wo er über mit seinem Amt zusammenhängende tccliniscnt Beratungen mit maßgebenden Regierungsstellen ahgehaltw hat, nach England zurückgekehrt und hat am 9. Februar tut Reise in die Vereinigten Staaten angetreten. Nahm״ Sokolow wurde vom Außenminister der nischcn Republik, Oberst Beck, empfangen und erörterte w ihm in längerem Gespräch eine Reihe aktueller zionistisc״*•' und palästinensischer Probleme. Um der jüdischen Bevölkerung in Danzig die MrV liclikcit einer eigenen Entwicklung in der Erziehung Jugend zu gehen, hat der Senat, nach einer Meldung ׳ ״ ״Voss. Ztg.“ vom 11. 2. sieh entschlossen, zun» nächsten P׳ Rciiulutigsicmiifi am 1. April 1931 eine jüdische Senu 1 eitmu ieliten. Diese Neuregelung ist unter Mitwirkung ־ ״ Synagogcn-Gcmcindc geschaffen worden. Der Polizeipräsident in GI a d b a c 11 ־ R h ey d t hat ״it|) einer Meldung der ״Voss. Ztg.“ vom 11. 2. zur Aufrechten)1׳; tung der öffentlichen Ruhe, Ordnung und Sicherheit ang'0״ net, daß sämtlichen j ii d i s e 11 e 11 V e r e i n c n bis auf '1‘1י,״.; verboten ist, Zusammenkünfte in jeder Form, außer dcniö0’1,', dienst in einer Synagoge, zu veranstalten. Hierunter auch die sportliche Betätigung der Sportvereine. Ebenso es untersagt, besondere Propaganda durch Rundschr™ usvv. zu betreiben. Der gegenwärtig I״ Palästina weilende jüdische tiirop Sir E 11 y S. Kadooric hat ■sicli bereit ]׳.!,v״. seine Kosten ein neues Gebäude fiir die Jerusalemer Maj>c ״ schule der Alliance lsraclitc Universelle errichten zu : Das neue Scliulhaus, das in der Jaffastraßc gebaut «ero״ soll, wird in den Elementar- und Handelsschulklassen für 1500 Schülerinnen bieten. Der Kostenvoranschlag W״■•* 30000 Pfund. Im Untcrhause richtete der Abgeordnete David 0r^lf(1 an den Minister für die Kolonien die Frage, ob er ein' kiarung über die Lage in Palästina abzugeben habe. des Kolonialministcrs Sir Philip Cuiiliffe Listcr a0.*!״/:!. Malcolm MacDonald, eine solche Erklärung werde nictti gegeben werden, cs lägen keine Entwicklungen vor, die יי־ Bericht an das Haus rechtfertigen würden.