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Jüdische Rundschau · 1934-02-09 · Heft 12 (9.2.1934) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 12 (9.2.1934)
Date
1934-02-09
Page
– (sequence 7)
Language
German
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nuar. dieses dessen für die niß■ als jiclmifj laffung Autor •cform• nudelt. hi: In Icntmn Cippnr, ׳ Sohn Bauer Sohn, ■n סין• i von m zur leiden, über flrmni m im r und chuiz• t war nicht Land »iclers Dia• rtrSpr* jeutet 1 den PP״r* t im )!Idef dem ntritt 1 be• jt im pätef e be• 11nC«• nien, »gen, ciu^ Be•!der« J. Nr. 12, 9. H. 1934 jüdische Rundschau Seite 7 Apollonia, Sidni Ali und Herzliah Eine Wanderung vor den Toren Tel-Awlw». Von Simon Mcnczer, Tcl-Awiw. Von Jatfa. jiulisclicn Siedlungen und arabischen Dörfern umgrenzt, bleibt T c I - A w i w für seine zukünftige Ent•;,iddtini־'־יי' ז״״ ׳ schmale Sandstreifen im Norden längs der vferc>k11ste offen. So reizt es manchmal auch den ein-;'ewnen Tel-Awiwcr, die asphaltierten Straßen der Stadt ״״ verlassen und einige Stunden zu Fuß den unwirtlichen « fr׳ an der Küste zu wandern, um das Rcservegeliinde dieser 5(,Jt kcmicnzulerncn. Am hihi is eh eil, langsam dahiiifliencndcn Jarkonfluß, uj wohin vorläufig die letzten Ausliiufcr Tel-Awiws reichen, i5t cs nicht mehr so ruhig und idyllisch, wie vor drei oder vier Jahren. Neue Arbeitersiedlungen, Kleinwohnungen und . Werkstätten dehnen sich hart bis an den Jarkon heran, und 1)55 moderne städtische Schlachthaus, das zwischen Jarkoninumhiug und Meer angelegte weite Stadion, wo die erste Makkabiadc stattfand und die ersten Bauten des Messe- «lindes, weisen darauf hin, daß der Jarkon nicht mehr die Orenre Td-Awiws sein kann. Lädt man sich von den jungen jüdischen Fischern und Bootsleuten über den Jarkon setzen, so gewahrt man rechts j,is an den Horizont grünendes Kulturland und links bis zur Meeresküste gelbe pflanzenlose Sandhiigcl, Nach der Meinung v0n Geologen führt der Nil im Laufe der Jahrtausende unceheure Sandmassen dem Mittelländischen Meere zu, die die Wellen ans Land spülen und die Winde landeinwärts tragen, je weniger nun landwirtschaftliche Kultur betrieben wurde, desto mehr versandete das Küstengebiet. Jenseits des Jarkons zieht der erste Sandhiigcl, dem man begegnet, durch eine auf einem Sockel nihende, drei Meter kolic St an d s ä u 1 c die Aufmerksamkeit des Wanderers auf sich. Eine in englischer und hebräischer Sprache cingcmcißelte Inschrift kündet den Tag an, an dem im Jahre 1017 eine englische Brigade nach achtmonatlichen Stellungskämpfen diese befestigte Briickcnkopfstcllung eroberte. Je weiter man nach Norden in dieser sandigen Einöde vorwärts geht, desto empfindlicher peitschen an einem rauhen jag Meeresbrisc, Landwind und Saruikörncheii das Gesicht, wie wenn die Natur den Menschen für das Betreten dieser einsamen Pfade bestrafen wollte. Immer beschwerlicher wird das Gehen in dem abwechselnd von Mcereswcllcn gcwascherem und von Sonnenstrahlen getrocknetem Sandboden; nur liier und da wird die gelbe Eintönigkeit durch das Skelett eines Kamels oder eines Esels unterbrochen, die gegen ihre Herren und die ewig-schwere Last sieh stumm auflehnten und für alle Ewigkeit in den Sand sich betteten. Nach fast dreistündiger Wanderung wird man von machtigen Ruiuenbauten, die von einem Hügel aus die ga117.e Gegend beherrschen, überrascht, weil inan sie ain allerwenigsten an dieser Stelle vermutete. Starke, gut erhaltene Bösenungsmnuern, Reste von dicken Wänden, die weithin unter den Saaten der Felder zerstreut sind, breite Kanäle mit dem Ausgang zum Meer, dazwischen abgebrochene Marmorsäulen, die aus den Wänden wie ein Rumpf ohne Kopt hervorstecken, weit ins Meer vorgeschobene Teile von Festungswüilen, die sich von der Ferne wie Diiiosaurierköpfc jnsthen und um die vergeblich seit zwei Jahrtausenden die Fluten gurgelnd und schäumend ankämpfen, erinnern an die einstige römische Küsten- und Fcstungsstadt Apollonia. Ursprünglich glaubte man hier die Festung Antipatros (die in der Nahe l’etnch-Tikwahs gelegen ist) gefunden zu haben, doch eine in Opern entdeckte Inschrift, wo das alfkanannitische und hebräische Wort ,.Reschef“ mit Apollo übersetzt wird und der daran ankliiigcnüe arabische Ortsname ״Arssuf“, bestätigen die Annahme, daß hier Apollonias Ruinen liegen. Im Mittelaller wurde dieser strategische Ort abwechselnd von Kreuzfahrern und Muselmännern erobert und befestigt, und noch heute kann man diese Spuren deutlich erkennen. In den zwei Hochsonunermonatcn verladen von hier die Beduinen und Fellachen die roten Zuckermelonen der Ebene nach dem Norden des Landes. Unweit Apollonia, immer mehr nach Norden, fällt auf einer Anhöhe eine weiße viereckige Moschee auf, deren Turmspitzen auch in Tel-Awiw zu sehen sind. Sidni AU heißt das kleine arabische Dorf nach seinem heiligen Schutzpatron, dem ״geliebten Ali“, der in der Moschee begraben nt. Als in allen Zeiten — wie die arabische Sage berichtet — der wilde Lrobererkönig Taras Uulbas auf seinem Siegeszug durchs Land bis vor Sidni Alis Tore kam und seine Geschosse zu schleudern begann, verschwanden sic spurlos, ohne dalt die Stadt und deren Einwohner Schaden litten. Taras Bulbas zürnte lauge Zeit und konnte sich des Rätsels Deutung nicht erklären, bis ihm bekannt wurde, daß der ™tige Ali alle Geschosse aulfange und verschlinge. Der König ließ ihn vor sich rufen und Sidni Ali willigte ein, die 51״dt zu übergeben, wenn der König eine große Moschee erbauen werde, um die Einwohner zu Allahs Dienst und zu Ruten Tuten anzueifern. Zum Dank wurde Sidni Ali von 5einen Mitbürgern in dieser Moschee begraben und der Ort Jach ihm benannt. Der Eingang in die Moschee und in das Mgc Grab des geliebten Ali ist jedoch Juden und Christen ',«boten. Gegenwärtig hat hier der Moslcmitische Oberrat *me religiöse Schule errichtet und den heiligen Ort in ein [digiös-nationalcs Zentrum verwandelt. Die dem Dorf ge״ ™renden Roden, die Vakufeigentum sind, liegen zum großen •eile brach, , Durch sandige Feldwege und zwischen steinharten Erd* Wumpen erreicht man nach einem halbstündigen Gang die jüdische Kolonie Herzliah, die einzige nach Theodor rtcrzi benannte Siedlung des Landes, Als ich vor sieben Rnren diesen Teil der schon von den Propheten ihrer •"fuchtbarkeit wegen gepriesenen Scharoncbenc besuchte, "aren weit und breit nicht nur die Lilien des Scharon, •pudern auch kein Stroh- und Grashalm zu sehen und des jwlits beschlichen heulend Schakale und Hyänen die Ba- ״iken. Heute ist Herzliah ein großer grüner Orangengarten* “tr allein im kommenden Jahr eine Vicrtclmillion Kisten Bucht tragen wird. Verschämt blicken die zerstreuten Land- ״mischen zwischen den Bäumen der Plantagen hervor, wie "tnn sie die Harmonie des grünen Landschaftsbildes stören "!11״Rn! Klar und würzig ist die Luft Herziiahs und an 2n1fjcn wenigen, sehr durchsichtigen Frühlingstagen kann am Horizont sogar das dreizackige Haupt des schnee״ ״!Weckten Hermon in Oaliläa an Syriens Grenze unter״ 1״!.'ulen. Einige von den Archäologen der Hebräischen! Universität entdeckte Gräber mit verschiedenen Geräten aus! “cr Zeit des zweiten Tempels und die noch heute in Ver״ :!'.ndu"B stehende, von den Römern angelegte lange Kanal״ 7.V. Entwässerungsanlage erinnern' daran, daß in uralten! Wlt«n kulturtreibende Menschen hier lebten und wohnten. ח •n ft *4$ Von C. Z. Klötzel, Jerusalem. Vor drei Jahren war ich zum,erstenmal ln Mlsra. Es war die erste Kwuzah, die ich kcnucnlcrntc. Wir'fuhren von Haifa aus hin, in einem kleinen, klapprigen Auto, in das soviel Menschen mit ihrem Oepiiek hincingcpfcrcht wurden, wie gerade in der gleichen Richtung reisen wollten. Bei voller Dunkelheit kamen wir in Misra an. Man hatte mich gebeten, einen Vortrag zu halten, und wir gingen sofort ln den Versammlungsraum. Es war die Ellbarackc, ein gar nicht sehr großes, stall,־irtigcs Gebäude, von der Gemütlichkeit eines Wachlokals. Zwei blakende Petroleumlampen die Beleuchtung, der einzige ״Luxus“ ein altes, verheultes Grammophon. Später zeigte mau mir Misra im Mondschein. Wir gingen tu den weinberg, nfkn große, dunkle Trauben, und zwischen dem Pflücken wiesen stolze Hände immer wieder in den silbernen Glanz der Landschaft. Sic wiesen auf Felder, eine kleine Baumschule, Bienenkörbe — vor allem ober immer wieder auf Stellen in der Nähe der vier, fünf Baracken, deren graues Holz im Mondschein seltsam leuchtete, ״Hier soll der Kuhstall hin.... und hier der Backofen,... und dort das Kinderhaus... auch ein Pfcrdestall wird• gebaut werden . .. ״ ״In lmndertiindzwanzig Jahren I“ Tief die Stimme eines Zweiflers dazwischen. Und die Leute von Misra lachten über die Schlösser, die sie im Mondschein bauten, und wir gingen schlafen in den Baracken, durch deren Spalten der Sommerwind drang.... 8 So war cs vor dref Jahren. Diesmal, als man mich wieder nach Misra einlud, fuhr man nicht mehr in einem kleinen Mietsauto hin, sondern mit dein fahrplanmäßigen Autobus der jüdischen Verkehrs-Kooperative ״fcgged“, ab Jerusalem Autohahnhof 11,45 Uhr vormittags, Er rast mit beängstigender Schnelligkeit über die Serpentinen des Gebirges Ephraim, durch Sch’chem (Nablus), über dem einst Segen und Fluch von den Bergen Garizim und Ebal klangen, zwischen denen es liegt, durch Jciiin, ein wunderschönes Arabcrnest mit Palmen und einer alten Moschee, nach Afule, das cigentlieh Ir Jesrcel heißen soll und als die ״Stadt des Emek“ gedacht war. Fünf Kilometer hinter Afule, dicht vor der Weggabelung nach Haifa und nach Tiberias, setzt der Autobus mich ab. Rechts, links, hinter mir: das Emek, smaragdgrün und schokoladebrnun, je nachdem die Felder schon in der Wintersaat stehen oder erst gepflügt sind. Vor mir der Gebirgszug, auf dessen Kamm Nazareth liegt wie eine Gralsburg, clnge״ schlossen von feierlichen dunklen Zypressen. Und wo, bitte, liegt Misra? Ich stehe auf der Chaussee, und rechter Hand wie linker Hand liegt je eine Siedlung, aber in keiner von beiden erkenne ich Misra wieder. Rechts drüben liegt etwas, was aussicht wie ein europäisches Dorf״ mit kleinen Häusern und Gehöften rings um ein großes Gebäude, das unbedingt eine Schule sein muß. Das ist keine Kwuzah, das muß ein ״Moschaw“ sein, eine Siedlung auf individueller Grundlage. Sonst könnten auch die Hähne dort drüben nicht von allen Ecken und Enden her krähen, sondern sängen im Chor eines gemeinsamen ״I-ul's“. Also wird es wohl Tel Adaschim sein, zu deutsch: Linscnherg. Nach links gehen? Aber da liegt du..,. Rittergut! Lange Betongebäude, Ställe oder Scheuern, werden überragt von einen! gewaltigen, runden, hochragenden Bau, der selbst den mächtigen NXjasserturm in den Schatten stellt.. Dieser Wasserturm ist das einzige, was an das alte Misra erinnert, aber alte Wasscrtiirme im Emek sehen gleich aus. Wo sind die alten, schindelgrauen Baracken? Wo ist das alte Misra? Ein breiter Zufahrtsweg führt zu dem eisernen Tor in der Umzäunung. Später einmal wird er eine Palmenalice sein. Die Palmen sind schon da, aber vorläufig sehen sie aus wie größenwahnsinnig gewordene Besen, so jung sind sie noch. Ihre Doppelreihe führt rechts und links an Hürden vorbei, in denen Kühe und Schafe sich die nicht sehr warme Wintersonne auf den Buckel scheinen lassen. Die Schafe haben Lämmer, die Kühe blöken und von irgendwoher antworten ihre Kälber, die man von ihnen getrennt hat. Und schon ist plötzlich doch das alte Misra dal Da stehen sic, die vier oder fünf Schindelbaracken, wie sie vor drei Jahren dagestanden haben, wie sie vor zehn Jahren hin״ gebaut wurden, damals, als die Kwuzah gegründet wurde. Damals gab cs nichts außer ihnen, und vor drei Jahren gab es noch nicht viel mehr, heute aber sehen sie aus, als seien sie nur die Bauhütten für all das, was rings um sie entstanden und im Entstehen ist. Denn man hat viel gebaut hl Misra während der letzten drei Jahre, und man baut immer mehr. Das hohe, runde Oehäude, das den Wusserturm in den Schatten stellt, ist der Öctrcide-Silo, einer der größten in Erez Israel. Darunter dehnen sich ein Pfcrdestall, ein älterer Kuhstall und ein ganz neuer, völlig moderner, der in den nächsten Wochen seiner Vollendung entgegengeht, im Hinter״ grtmd, gegen die Baumschule gerückt, erhebt sich ein großes, zweistöckiges Gebäude mit schattigen Veranden: das Kinder״ haus. Daneben ein kleineres, einstöckiges: das erste feste, steinerne Wohnhaus, das diese Kwuzah nach mehr als zehn״ jährigem Bestehen sich leistet. Und gegenüber sind zwei neue Bauten Im Entstehen, zwei weitere Wohnhäuser. Wenn sie fertig sind, werden von den achtzig Mitgliedern der Kwuzah etwa dreißig in steinernen Häusern wohnen können. Die andern? Sic werden es sich dann etwas beauemer machen können in den alten Holzbaracken, die cs wonl noch einmal zehn Jahre aushaiten werden. Allerdings, Baracke C ist schon seit einiger Zeit nicht mehr Spcisfsaai und Versammlungsraum, Dafür gibt cs jetzt ebenfalls ein Steinhaus, einen recht nüchternen Zweckbau, der aber mit seinem großen Koch- und Backofen die Wirt- Schaft mit den Petroleumkochern überflüssig macht. Freilich, elektrisches Licht hat Misra immer noch nicht, die Bcdin״ gütigen für den Anschluß sind zu teuer. Aber im Speisehau» brennt etwas, was aussicht wie eine vorsintflutliche Glüh״ lampe, und dein nur ein gewiegter Lanipenfachmann bei״ kommen kann. Die Leute von Misra finden, daß diese» Ding ihre Vorzüge durchaus in» rechte Licht setzt. Es gibt einen ausgedehnten Rundgang durch die Wirtschaft. Da sind Pferde, eine sehr schöne Araberstute zum Reiten dabei. Etwa dreißig Kühe, wenn ich richtig ge״ zählt habe, eine Koppel voller Kälber. Von der Herde noch fetrennt stehen in einem besonderen Stall zwei mausgraue chweizer Kühe, Misras Anteil an einer Herde von fünfzig Stück, die das Emek zu Zuchtzwecken importiert hat. Sobald der neue Stall fertig ist, werden sie ihn beziehen. Zwei״ tausend schneeweiße Leghorn-Hühner nebst den dazugehörig gen Hähnen warten auf reichlichen Zuwachs, der in einem kleinen Sleinlnitischen von vier Brutmaschiimi gerade aus• gebrütet wird. Dutzende von Stucken gibt es mit jetzt schliim• mernden Bienenvölkern. Dazu etwa 51X10 Di in;1111 Hoilert, große Teile davon aber nicht bei der Kolonie, sondern hei Afule und noch entfernter, das, meiste nur in vorläufiger Pacht, nur die 2000 Dumm Nntionalfomlshoden rings um die Siedlung stehen bereits in Erbpacht. Sie hätten gern mehr, Misra hat schon den richtigen bäuerlichen Landhunger. Da auf Expansion wenig Aussicht ist, wird mit allem Nachdruck Inlcnsivierung angostrebt. Man bohrt 'nach Wasser in Misra. Ein Mann aus Köln mit einem wunderbaren elektrischen Apparat hat ihnen eine Stelle bezeichnet, wo in vierzig Meter Tiefe Wasser sein soll. Zweiunddreißtg Meter tief ist das Bohrloch schon, und alle* fiebert, ob man recht behalten wird. Wenn Misra Wasser bekommt..., wenn keine Dürre mehr Mißernten bringen kann ... der lange, manchmal fast verzweifelte Kampf, den die Leute von Misra geführt haben, wäre wahrlich nicht vergeblich gewesen! ״Und wie habt Ihr das alles fertiggebracht?“ frage ich, auf all das zeigend, wovon vor drei Jahren noch nichts vorhanden war. ״Eine gute Ernte..." antwortet man mir,' ״....und der Keren Hajessod .... gehallt haben wir natürlich alles selbst." Aber es ist nicht nur das. Die beiden Wohnhäuser z. B., die crade im Bau sind, haben ihre eigene, sehr charakteristische Jeschichte. Da fuhr ein '׳Mitglied von Misra, einer von seinen Gründern, in privaten Angelegenheiten nach Europa. Sein Aufenthalt dort dehnte sich aus und der Keren Hajessod bat ihn, für ihn Propaganda zu treiben. Der Chawer tat es mit bestem Erfolg — lind der Keren Hajessod zahlte 5000 M. an die Kwuzah. Aber das reichte noch lange nicht. Da stellten die Chawerim 500 Arbeitsstunden zur Verfügung, 500 Stunden ihrer knapp bemessenen Ruhezeit, um die Häuser bauen zu können. Ls wird an ihnen vor und nach der Arbeit geschafft, Misra kennt in Hinsicht auf sie keine Feierstunden und.... keine Feiertage. Wer will ihm daraus einen Vorwurf machen? Sicherlich niemand, der sich einmal aufmerksam die Männer und Frauen nnsieht, die schon seit vielen Jahren in Misra sind. Etwa ein Drittel des ältesten Stammes ist noch vorhanden. Wer Augen im Kopf hat, findet sie bald heraus. Denn die zehn Jahre waren, bis auf die allerletzte Zeit, richtige Kampfjahre. Wer heute zu ihnen kommt und ihr ״Rittergut“ bestaunt, ahnt nicht, welches Uebcrmnß von Entsagung, von Mühsal und Entbehrung in dem steckt, was sie aufgebaut haben. Und cr ahnt vielleicht nicht einmal, was es selbst heute, unter soviel günstigeren Verhältnissen, bedeutet, in einer Kwuzah wie Misra zu leben. Man muß nur einmal aufmerksam die Gesichter der Frauen anschen. Sie haben alle etwas Herbes, Stilles. Sic setzen ihren Stolz, darein, alle Arbeit zu tun, zu denen eine Frau sich nur irgendwie eignet. Es Ist zurzeit ein bißchen eng in Misra. Denn die Kwuzah hat auch der deutschen Alijah gegenüber ihre Pflicht getan. Im Kinderhaus sind zehn Neuankömmlinge, deren Eltern Irgendwo in Palästina auf Arbcits- und Wohnungssuche sind, und denen man inzwischen die Sorge um ihre Sprößlinge ab״ genommen hat. In den Reihen der Chawerim und Chaweroth aber stehen junge, neue Gesichter, jüdische Jugend aus Deutschland, die hier — wie im ganzen Emek — ihre Hachicharah findet. Man hat sie mit Herzlichkeit aufgenommen, man trachtet, ihnen das Beste von dein beizubringen, was man selbst kann.... und man beobachtet sie heimlich mit großer Aufmerksamkeit. Durch die Kwuzoth gehen ständig eine große Anzahl von Menschen. Wer nach drei, vier Jahren Immer noch da ist, wer ein fünftes und ein sechstes aushält..«« der erst ist gewogen und nicht zu leicht befunden. I Nachrichten der Woche Die britische Gesandtschaft in Warschau hat dem dortigen Palästina-Amt der Zionistischen Organisation mitgeteilt, daß die Garantie des PaUistina-Amtcs an Stelle der rundsätzlich festgesetzten Barkaution von 60 Pfund ei Erteilung von Touristenvisen nach Palästina in Zukunft nicht mehr anerkannt wird. Jeder Tourist, der sich aus Polen nach Palästina begibt, wird nunmehr beim britischen Konsulat den vollen Betrag von 60 Pfund erlegen müssen. Nationaidcmokratische Hochschüler schleuderten in mehrere, vornehmlich von Juden besuchte Warschauer Cat d-Häuser, sowie in mehrere jüdische Geschäfte Stink- und Tränengasbomben. Der Polizei gelang cs, zehn der Täter testzunchmen. in der ״Palcstinc Oazette“, dein Amtsblatt der Regierung, wird soeben eine Liste von 63 jüdischen Aerzten veröffentlicht, die zur Ausübung der Praxis In Palästina neu zugclassen wurden; sie sind zum größten Teil aus Deutsch״ land eingewandert. Die gleiche Ausgabe des Amtsblattes enthält eine Liste von 18 Zahnärzten, die Praxlslfzenzcn crhal« ten haben. Auch sie stammen anscheinend durchweg au» Deutschland. Mit der Ausgabe der neuen Lizenzen haben die für ärztliche Praxis die Zahl von 1124, die für zahnärztliche Praxis 451 erreicht. in Kiew ist der berühmte ״Oornostopoler Rabbi" im Alter von 70 Jahren verstorben. Der ״Oomostopoier'1, der in den.letzten Jahren Rabbiner von Kiew war, hatte sich zur Uebersiedlung nach Palästina vorbereitet. KALENDARIUM 1934 — 7. Woche 5694 — 11. Woche Freilag 9, Februar 24. Schwat משפטים ס׳ שקלים Samstag 10. מברכיו החדש * •25 Neumond'Verkflnd. Sonntag 11. " .»נ Montag IX M " .7ב Dlemlag 13. M * .8ב Mittwoch 14. * .29 א׳ דראש חדש Donnerstag 19. 50. ** 1. Tag Neumond Sabbat-Au1gan|1 Berlin »״, Drealau J*״. Frankfurt a. M. »*>, Manchen »<״. 10. >. 14761 Adolphe Crimleax* der Begründer der Alliance Iiradlle Unlrtrtelle. getlorben. «aiii vsiffji ן n y h ■ ■ xp ■w «a ■-..׳־־ ■ m m ■ai ■ bum M w ■ y i k!■2 9 א— j sa - •*•■1יי O 11 fl ©!31 G A 1! Hip neueiniretende Abonnenten ab sofort bis 31. März 1934 für Einsender dieses Streifens nur RM

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