Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 12 (9.2.1934)
- Date
- 1934-02-09
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 JODISCHE RUNDSCHAU ״liechaluz/' in Frankreich Pariser Briet s.tt. Paris, Ende Januar. Die Ch.iluzbcwcgting ist für Frankreich neu. Der 11״ echaluz“ in Frankreich zählt jetzt 15׳h Mitglieder; von dieser Zahl sind 50 französische Süiatsangehöi igo, von denen die meisten nur französisch verstehen, d. h. entweder alteingesessen oder vollständig der französischen Kultur ein* gegliedert sind. Die restlichen 100 sind entweder vor mehre• ren Jahren oder erst vor wenigen Monaten ins Land gekommen. 75״;« der Mitglieder befinden sielt in der liachscharali, davon eine erdrückende Mehrheit in lamlwirtsehaft* lieber und der kleine Rest in handwerklicher Ausbildung. Bemerkenswert ist, daß auch 10 ״eingeborene“ Mitglieder in die 1 laclischarah gegangen sind. Die Mitglieder sind in Ortsgruppen /usainmciigcfaßt. Fs bestehen solche in Paris, N a ח c y, 1, y o 11, T o 111 o 11 s e. S I r a II b u r g, C a e n und in Nimc-s. Provisorische Ortsgruppen befinden sieh in Metz, Lille, V a 1 e n c i e n 11 e s und in Lens. Die Exekutive bestellt ans fünf Mitgliedern, von denen drei das Pariser Zentlalbiiro leiten. In Toulouse ist ein Bcth Chaiuz (Chahi/heini) geschaffen worden. L'in Sicilluiigspiiiikt mit 15 Mitgliedern bestellt in Altwies (Departement Mosclkü, wo eine (iarienbauschtilc eingerichtet wurde. Ein Patronalskomitee, in welchem Juden aus Metz, Tliionvillc und l.uxemhurg sitzen, fördert diesen Siedhiiigsptmid. Eine andere Siedlung ist in Nazareth (Süd- Correze) gelegen. Dort fand auc,h im Dezember die erste Konferenz des französischen ״licclialuz" statt. Sic umfallt 75 Hektar Land. Das Out ist von einem nichtjüdisclieii Eigentümer für neun Jahre gepachtet. 18׳ Mitglieder im Alter von 17—30 Jahren, darunter ehemalige Akademiker lind Mädchen, gcnicllen unter Oberleitung des Eigentümers tiie nötige Ausbildung. Die Siedlung verfügt über moderne landwirtschaftliche Maschinen, besitzt 15 Kühe, Ochsen und Geflügel. Die Belegschaft soll auf (15 Personen gesteigert werden. Einige Hektar der Siedlung sind für Weinbau reserviert. Die Ausbildungszeit soll mindestens ein Jahr betragen. Eine dritte Siedlung, der Kibbuz Migdal, befindet sich in der Nähe von Tours und umfaßt 45 Personen, fliese Zahl soll gleichfalls auf 65 gesteigert werden. Die Siedlung verfügt über •IO Hektar Boden. Erwähnenswert für diese Siedlung ist eine Fischzuchtanlage und eine eigene Wcinkcitcrci. Außerdem wird liehen Obstzucht und Futtcrnnbau auch Kaninelienzinht betrieben. Fine weitere Siedlung, der Kibbuz. Oiiiljali, liegt in der Nähe von Gabors (Departement Lot; Siahvrstfrankreich, nördlich von Toulouse). Dort befinden sich 12 Leute. Alle diese Siedlungen sind natürlich vorerst Defizitwirt• schäften und werden erst nach der ersten Ernte auf größere Hilfeleistung aus öffentlichen Mitteln verzichten können. Vorläufig aber finden sie, dank dem Charakter der in den Siedhingen geleisteten Erzielmngs- und Umschichtiuigsarbcit, die Unterstützung einiger Komitees und Organisationen. Leicht ist es nicht gefallen, sofort dieser Förderung teilhaftig zu werden. Aber die geleistete Arbeit und der Ernst des Strcbcns erzwangen sich Achtung. Außer den größeren Siedlungen bestehen noch viele ״Bnüernzciitrcn“, d. h. Punkte, in denen 2—1 Clialuzim in einem Dorfe konzentriert sind. Ucberdics befinden sich 24 Clialuzim in Einzelsteilen. Die Pariser Zentrale steht mit allen Mitgliedern in ständiger Verbindung. Die jungen jüdischen Landarheiter linden überall Sympathie, die mancherorts mit Mitleid gemischt ist. An einigen Stellen werden sic als Deutsche betrachtet und stoßen auf Mißtrauen. Die Hcchaliizbewcgiiiig stellt, ungeachtet der erzielten Erfolge, in Frankreich dennoch erst am Beginn ihrer Entwickhmg. Eine (iesellseliaft der ״Freunde des Hechaluz." (Amis du Hchahitz) ist in Bildung begriffen. Man kann mit Bestimmtheit erwarten, daß diese Gesellschaft im Laufe der Zeit in lioliem Maße die Mittel bercitstellen wird, um das konstruktive Werk der planmäßigen Selbsthilfe, wie sie im Hechaluz vorbildlich demonstriert wird, zu sichern. Indem neuen Heft des T e 1 - A w i w e r St ad t a n z ei gers fordert Bürgermeister Dizengofi die Stadtbevölkerung auf, sich bereit zu halten zum Empfang der für die Frühjahrsfeierlichkeiteil erwarteten zahlreichen Gäste. ln eigener Sache Als eine Wirkung der Ereignisse des letzlcn Jahres hat das j ü 11 i s c 11 c Zeit 1111 g 8 w c s e n in I)nilschlatid eine liciiierkniMvcrk׳ Entfaltung erfahren. Das jüdische Publikum, das, mit Ausnahme der jüdisch interessierten und parteimaüig .organisierten Gruppen, sich wenig um jüdische Dinge kiimnierti', begann plötzlich zu verstehen, daß diese Dinge ihr eigenes!.eben eng angelien lind (lall in der jüdischen Zeitung die wirklichen Fragen ihres Lehens behandelt werden. Das neu erwachte Interesse am Judentum ließ auch viele, die früher keine jüdischen Zeitungen gelesen haben, zu einen solchen greifen. Wir können wohl ohne Uebcrtrcihung objektiv feststcllm, daß die ״Jüd. Rundschau" es war, die im jüdischen Publikum ein besonders starkes Echo fand. 111 Deutschland gibt cs heute mehrere jüdische Zeit* Schriften mit größerem oder kleinerem Wirkimgin I! 1s und auch mit verschicdcnarligcn Funktionen. Je nach der Ideolo* gischen Richtung, die eine Zeitung vertritt, ist cs unvcrmcidlieh, (lall von Zeit zu Zeit eine geistige Auscinandcrsot/ung über die jüdischen Probleme auch zwischen den Zeitungen staltfiink'f. Das jüdfbehe Lesepuhlikiim In Deutschland ist im allgemeinen so reif, um beurteilen zu können, welche Anschaumigen ihm mehr Zusagen. Wir glauben, daß eine in anständiger Form geführte geistige Auseinandersetzung die Wurde des jüdischen Lebens nicht beeinträchtigt. Jede Zeitung ist aber nicht nur ein geistiges Instru in e 111, sondern auch ein O c sc h Ii 11 8 u n t c r n c h men und die geschäftliche Leitung arbeitet im allgemeinen unabhängig von der geistigen Leitung. Durch das neue Gesetz über A n z. c i g c!1 - W e r b 11 n g sind auf einem wichtigen Gebiete des geschäftlichen Teils der Zeitungen neue Verhältnisse geschaffen worden, denen sich sowohl das Publikum als auch die Anzeigcn-Werbung erst allmählich anpaßt. Es liegt nahe, daß auf diesem Gebiete ein gewisser Wettbewerb zwischen den jüdischen Zeitungen Platz greift. Das Werberat-( iesetz bestimmt u. a., daß jede Zeitung ihre Durchschnitts-Auflagen Ziffer wahrheitsgemäß angeben muß. Dabei wird ein Unterschied zwischen ״Zeitung“ und ״Zeitschrift“ gemacht. Zeitschrift ist jede periodische Druck- Schrift, die nicht öfter als einmal wöchentlich erscheint; diese muß die Durchschnittsanfiage für das letzte Vierteljahr aiigeben. Zeitung hingegen ist eine Druckschrift, die minbestens zweimal wöchentlich erscheint; hei ihr gilt die Aufingcn/iffer für den letzten Monat. Schon äußerlich ist der Unterschied gekennzeichnet, indem ,,Zeitungen“ weiße und ״Zeitschriften“ grüne Werbetarife haben müssen. Wir haben mm die Beobachtung gemacht, daß der Anzcipcii-Werbcdicnst auch der jüdischen Zeitungen Deutschlands beflissen ist, die für ihn günstigen Momente gerade seines Blattes hervorzuheben, Fs sind dabei oft Wendungen gebraucht worden, die deutlich darauf abzieltcn, die anderen jüdischen Zcitungen als weniger wertvolle Inscrtionsorgane erscheinen zu lassen. Solche Wendungen haben dann auch zu Gegenerkläningcii geführt und einen Zustand geschaffen, der nach unserer Meinung hätte vermieden werden sollen und vermieden werden können. Denn cs ist nicht nötig und nicht förderlich, einen Konkurrenzkampf zwischen den Zeitungen aut diese Weise zu entfesseln; wir vermuten, daß im allgemeinen die Redaktionen diesen Kleinkrieg der Anzeigen* Abteilungen nicht gern sehen. Sollte cs nicht möglich sein, dem cntgcgcnzuarbeitcn? Wir würden Vorschlägen, daß innerhalb des jüdischen Zeitungswesens auch bei der Werbung alle Argumente ausgcschaitct werden, die durch Superlative die Flölierwcrtigkcit des eigenen Blattes auf Kosten anderer jüdischer Blätter erweisen sollen. Auch unsere eigene Werbenbtcilung bat nach dieser Richtung wohl nicht immer das uns genehme Maß gehalten. Das altes Ist verständlich aus dem begreiflichen Wunsch nach geschäftlichem Erfolg. Aber der Inserent weiß im allgemeinen ganz gut, welche Bedcutung ein Blatt hat, in dem er eine Anzeige veröffentlichen will, und das Gegeneinanderarbeiten der Zeitungen könnte einen Zustand des fortwährenden Replizierens und Duniizierens herauf beschwören, der besser unterbleiben sollte. David T. Willcntz, ein führender Anwalt und demokratischer Politiker, ist zum Oberstaatsanwalt des Stsa• tes New Jersey ernannt worden. Willentz ist orthodoxer Jude. Vielfachen Wömthen unserer Imerenfen folijerul, haben wir Im Zeilun1|*vteriel von Grob-Berlin eine *welle Annahme-Stelle für Anzeigen eingerichtet. I n unserer Zentrale werden die GcichSItsdunden verlängert. Beide Annahme-Steilen sind geöffnet ab!.Februar :934; 9-ntJlU 4׳. TieiUty MÜäufty v, 9-15 Uh, Anleihen Schluß! Für die Dienstag-Ausgabe: Honlag 10 Fßr die Freitag-Ausgabe: Mlhwoch!5 Uhr Für FamiUen-Anielgen: Donnerstag!0 Uhr tlH'zd’-AH'ZßityZH ÜUMUkUmtlfa hu4 (j.uj£*% vvJUzAifye, Zahlung! Postscheckkonto Berlin 7101» Anzeigen ־ Verwaltung ׳ —— ■n.» fr Mll .Mm.! Die Einwanderung ans Deutschland nach Amerika1 New York 5. Februar. (J.T. A.) Die von der nmcrikjr.i. schyii Regierung vor kurzem «״gekündigte Milderung beide i l.indhabung der E i n vv a n d e r 11 n g s b e s t i m ווו u n g c n h Fällen, wo es sich um Einwanderer aus Deutschland handelt, wurde neuerlich in einer Erklärung hervorgcliok:, die der Leiter des Reclitsbiiros im Staatsnmt für Finwand!’ rting und Arbeit Charles Wyzanski, auf der in New York ahgchaltcncn Konferenz der liebrcw Immigrant Aid Socie,! (H1AS) abgegeben hat. Der Vertreter des Staatsamtes t׳• klarte, daß Masseneinwandcrung in die Vereinigten Staat« mit Rücksicht auf die wirtschaftlichen Verhältnisse zwar ni* möglich sei. daß aber die Emwandorimgsgesct/e in humanen: Weise als bisher gcliamlhabt werden sollen. Was die Ns, cinwandcrcr betreffe, so sei es zweckmäßig, in höherem Mil« ihre Niederlassung im Innern des Landes als in groß« Städten zu ermutigen. ArbeUerkontllkt In Petach Ttkwah Jerusalem, 6. Februar. (J.T.A.) Der in einem Peiaü Tikwaer Industriebetrieb vor kurzem wegen der Hcschäf;!• gung revisionistischer Arheiter abgebrochene Konflikt, d« zu scharfen Zusammenstößen zwischen denjenigen Arbeiter!, die Mitglieder der allg. Arbeiterorganisation sind und dn dem revisionistischen Arbeiterverband angchörenden Arbeiten geführt hat, ist durch ein schiedsgerichtliches Ver׳ fahren beendet worden. Auf Grund des von beiden Tri■ len angenommenen Schiedsspruches sollen nunmehr 30 « revisionistische Arbeiter sowohl in die Tagwie in die Nachtschichten des Betriebes aufgenommen werden. Die Ar• beit in der Fabrik geht wieder ungestört weiter. W I CM ELM »״־׳TT KAUFHA LJ-/־ «׳ v 4; j .׳ ד; ' ( Ü U BcHin-Schöncbcrg, Hauptstraße 163 ||י,ו'ייייי*ן ,cv יף# יל5־, vot&i 2• bis SS» F6bn13f rjBr!4ii1n«»rRr■? Her in ttar&allio und in SUdfrank- _ rolch Erfolgt* fttifruweiurn hat. MJCht noch einige VERBINDUNGEN seriösea p i e* 111 e tt 1• Refaranrrn *tehen *ur Verfügung. Zu»rhriflen erbeten *n Günter Freymann 8 Boulevard oaroutta-st. Bsrnaöö, Märtel(!• ll«r System«. K«i«f«chrelb- DiMchinen, auch hebr. SchrilL Stet* Gel«öenhe»tcn. Reparaturen preiswert und zuverlässig. WILHELM RIESENFELD Berlin SW 61 GfonbisrenitrsOs 127• .V5 U •rjjmann 5768 .... KSEE&?» - R0IZS3II3 GroOaa Lager In tortinon Ktaton u. Holzwolle, sclinollsto, bllllgsta Mananlortlg. u.Uotorung G23pg iieinss. Inh. M, jacaBawski KU! <10, Hefnestp. 15/18, /CS Hansa 1509 . GCl31.־KÜIIfi ln Jacisema3chinen Schreibmaschinen Aellcilt. 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Frank■ furterStr,לל, E9 Frirdrichsh. 1563 | Lä י»-.i׳■ ״,.,-j In der ״Jüdischen Rundschau11!Inden dl» grdiie leacMung• K11n»t1־r־ide mit Satin von RM. 33.*— Stippd. v. RM. 8. - •n.i Aufarbeit. •H. Dtcken. Umarbeitung-tn von Obrrb^tten *n D««• o*ndmk«n. HHUfat. S€liWmßDf Sn«x Ulwerkitatt €tmriU^ Bismarck• •tr.9IW * Fernapr.: C 4 Wilhelm 1497. &>•« 4»! Dipl., ZlUGNER WialanditraB# 9, I, Tel, J7 Hochm. 22H8. Sport• u.Eatle ttnj^•- niattaga. Padicure ^sTT־ - ..... Unsere tief herabgesetzten Preise bieten eine einmalige Kaufgelegenfieü Rechtcbüro r*• — _ - — kJH .—-— - X«, Ruc Dcaubourg, Pari! III* Talephoni Turblso 14'ל• ihr« kautmirnniscUrn urut jvtri*!. WCTtirn hrsfrn» Rovgslirt^'rrmSi(* 11ir*<,lhfn «Irm Rrcht«bri‘<uw! S. SKOHN’I^^* ■ nvrrtraiirn, draiert rrlmiahr. Friahrun* Ihnen?tißiM« kommt. Mit *llrn Iranr^^nfB־ tlruMii'hrn RoclHaahRoU’grnliritrn vrr1f*u!« h«rrits Hrchtihorairr virlrr cifutwhrf NiotJerla«Hun1;«n jn Frankreich; hf90n״rr» «rfahrrn in der Abladung v. Doktimfntrft allor Art, npr/irll von 0וז#ז*,*י£חיו1)חו1ז privater u. kaufm-inniichrr G«srlh‘‘hsh*׳«♦ Kaufab9chlu'i>1«*n,M1Ptkon1rflktrt1.11י!?חתי' v«rtr1׳g:Pn, Gest h־«l!11vr־rk׳n!lc'n; Sschvrf• »tamliRer inSteueraiuif’hwcnhritrn, Sn1'־**' «rklanntgen, l»tluM/Kvre« 11«or Jslifed’11.11• fiihrurur, C.eivhafta * Lh|1Milsii('m,n• ' |ahretlutchiuhiunc kosirivlo*»« Beratunß, ircmd*pr׳-uhig« G«11־ha^kor' rrspondenr (Krati•*}. Grsthulf«»»!יין ׳ halte* Personal. Die uf! der Umfang meiner Tätigkeit erUuhrO mif! rtKemraaeno Preise 111 gewahren. Beiiehungcn und KapHalifi» Beratungen a)lah«n«11»ch v* |י!* 8 Uhr. Sonntag!ruh von D 12 Uhr. Mittwoch un e n cg«“ י * * * * 1 [T|ו1^/ףזי8י>|4^פיז^( 11 lyllyi"' ־־ ' Steuerherntg ,Hechts- Iveiitand, Hntiavprw Df. Sl&gäart Baat, J1 Bi.m. 2834 irzUich!«prüft J 3 Oliva 4875 för»p,׳U8rM8! Beate \o»tfnlo»e Br* retunf. Offerten unt. I* 55 s. 4. 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