Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 11 (6.2.1934)
- Date
- 1934-02-06
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Sehe 2 jodische Rundschau sonst gewiß schon andere Interessenten für Palästina vorhanden gewesen waren. Man kannte bei Beginn der Arbeit nicht die Voraussetzungen der Kolonisation und gelangte erst allmählich so weit, mir Dinge voraiisherechncn zu können. All das, was heute existiert, ist In jahrzehntelanger Arbeit entstanden. Herr Bluiueulckl zeigte au Ihuul einer Reihe von Be i * p i e l c n, welche Schwierigkeiten insbesondere bei der Inndwfrtschnftliehen Kolonisation zu überwinden waren. Die Ausstellung soll nicht mir zeigen, was vorhanden ist, sondern midi, was sein kann, weil in unserer Arbeit eine starke Dynamik enthalten ist. D11 r c 11 d i e j (i d i s c 11 e n Leistungen in P all»- s t i 11 a Ist die Mehrheit der Juden überzeugt worden und iist 11 c 11 i e zur Mitarbeit bereit. Unser höchstes Out ist die Entschlossenheit der Menschen in Palästina selbst. Auf sic wird es ankommen. Nach der mit lebhaftem Beifall niifgcnoiiimenen Rede Bintnenfelds sprach als Vertreter Palästinas Herr S c 11 k o 1 n 1 k (Daganiah) in hebräischer Sprache. Seine Rede, die von Dr. Ascher ins Deutsche übersetzt wurde, stellte einen Dank an die dar, die im Sinne der alten Verbindung des jüdischen Volkes mit Palästina gearbeitet haben, wenn sie die Möglichkeit gaben, Palästina hier in gewissem Sinne kenneimilcrnen. Im Namen der Gäste und insbesondere des Vorstandes der Berliner Jüdischen Gemeinde dankte Direktor Stahl für die Einladung und wies darauf hin, daß die Gemeinde ihr Interesse an der Ausstellung dadurch bekundet habe, daß sie Leihgaben aus ihrem Museum für sie zur Verfügung stellte. Er freue sieb, hier sehen zu können, was in Palästina durch Fleiß und Energie geschaffen worden ist. Der Gemeinde- Vorstand bringe der Arbeit in und für Palästina das größte Interesse entgegen und wünsche der Ausstellung und der gesamten Arbeit vollen Erfolg. Hierauf fand unter Leitung von Dr. As eher eine Füllrung der Gäste durch die Ausstellung statt. * Ein Rundgang durch die Ausstellung Im Vestibül des Logeuhauses schaffen vier Riesenphotos: Jerusalem, Haifa, die Zentrale Kraltstation Tcl-Or und die Siedlung Kfar Jccheskicl sofort eine gewisse Stimmung. Ein Obelisk trägt den Namen der Ausstellung ״Ercz-lsrael, das Land der Juden“, das Ricscmiiodell der blauen KKI.-Büchse betont die Idee der ,,Erlösung des Bodens“ durch die jiidisehe Gesamtheit. Bei dieser Gelegenheit erfährt man auch, daß der KKI. einen Wettbewerb fiir die Besucher der Ausstellung veranstaltet. Beim Aufstieg /um ersten Stock füllt das Auge auf die Worte des sterbenden Faust, Goethes Verherrlichung nationaler Siedlung, ein gutes, symbolhaftes Motto. Das erste Stockwerk ist der jüdischen Arbeit in Palästina selbst gewidmet. Im W a nd c 1 g a 11 g finden wir Bildcrscrien, die einen ersten Eindruck von Palästina geben sollen. Der Vorsaal zeigt Land und Leute in Palästina. Wir finden arc 11 ä o I o gi s c 11 e Stücke aus dem Museum der Berliner Jüdischen Gemeinde, eine Münzen- und Markensammlung, ferner eine plastische, eine geographische und eine historische Karte von Palästina. Die Bevölkerungsstatistik wird mit Hilfe von Mengenbiklerii, die von Ottc Wallisch ausgearbeitet sind, vorgeführt. Mehrere Bildtafeln zeigen die verschiedenartigen Bevölkenmgstypen des Landes. Das Kernstück der Ausstellung, der Hauptsaal, ist in eine ganze Reihe von Kojen eingeteilt, über denen große Schriltlafeln mit Zitaten aus der Bibel und aus Reden von Hcr/I und Wciztiianii zu sehen sind. Die eine Seite des Saales ist ganz und gar der L;1 n d w i r t s c h a f t gewidmet, die andere Seite den übrigen Zweigen des Aufbau- Werkes. Beginnen wir zunächst mit der letztgenannten Abtciluug, so finden wir hier eine Koje über Verkehrs wesen, die an Hand von Bildern, statistischen Tafeln und ModcSIcn den Schiffsverkehr, Eisenbahn und Postwesen, Straßennetz, Motorisierung des Landes und Flugverbindungen enthält. — Die zweite Koje ist den palästinensischen Städten gewidmet, in der Hauptsache durch eine geschickte Kontrastierung von Alt-Jerusalem und dem neuen Tcl-Awiw. Eine hebräische Plakatsäule die eine Anzahl sehr gelungener Originalplakate aus Palästina trägt, überragt das bunte Bild. ־— Ein schönes Modell zeigt in der folgenden Koje den Unterschied zwischen altem und neuem Bauen in Palästina. Auch hier geben die ausgestellten Gegenstände ein lebendiges Bild von dem Stand des Bauwesens. — H a n d e 1 und Industrie ist der folgende Abschnitt gewidmet. Hier fällt besonders ein Modell auf, das die Elektrifizierung des Landes zeigt. — Die letzte Koje bringt dann Dar- Stellungen über Schule, Hygiene und Sport und insbesondere die Hebräische Universität. Die gegenüberliegende Seite des Saales ist der landwirtschaftlichen Kolonisation gewidmet. Wir sehen liier die Entwicklung vom Zelt über die Baracke zum Dort, dargestellt an Modellen von Giwath Brcnner und Betli Alfa. Der Wasserturm, das neue Wahrzeichen des palästinensischen Dorfes, beherrscht diesen Teil der Aus- Stellung. Ganz besonders wird auch der Orangenbau gezeigt und die Bedeutung der nationalen Kolonisation. Der z w ei t e V o r s a a I in diesem Stockwerk ist der Ar* beit des Keren Hajcssod und des Keren Knjcincth gewidmet. Hier fallen die besonders gelungenen Methoden auf, mit denen die Wirksamkeit dieser beiden Fonds vor Augen }geführt wird. Ein Kabinettstück der Darstellungskunst ist die Koje des Keren Kajemeth, die, wie der Hauptteil der Planung der Ausstellung, von Dr. Emst Mechner stammt. Wir begeben uns nunmehr zurück in die unteren R ä u m e, die der Arbeit für E r c z I s r ael gewidmet sind. Im Vorraum Ausstellungen verschiedener Firmen, die mit Palästina zusammenhängende Gewerbe betreiben. Der G a r t e 11 s a a I zeigt die Entwicklung des Zionismus u n d d c r Zionistischen Organisation. Hier sehen wir die Geschichte der zionistischen Bewegung, insbesondere auch Dokumente aus der Zeit Theodor Hcrzls, Bilder der großen zionistischen Denker, Dokumente der Verwirklichung des Basler Programmes und Hinweise aut die zionistische Arbeit in Deutschland. Eine Gedenksäule erinnert an die Toten der palästinensischen Pionierbewegung. Dcr rote S a a 1 schließlich ist der zionistischen Arbeit in Berlin zugcdacht. Er gibt einen kurzen Ueberblick über die Arbeit des Zentralbüros in der Mcinekestraße; B. Z. V., Jugendbiinde, Bar Kochba, Hechaluz usw. werden in interessanten Statistiken und Schaubildern gezeigt und ihre Bedeutung dadurch erläutert. , Die Ausstellung zeichnet sich durch eine Fülle des Matenah*; aus, ohne daß dadurch eine verwirrende Vielfalt erzeugt wird. Schon am ersten Tage erschienen über 1200 Besucher, und man konnte feststellen, daß sie alle mit dem größten Interesse die gezeigten Objekte studierten, Nr. H, W34 |j"'■ ך•/ ״ I \ **״ וי־זן ך f;T 1 ►ךף ייןק ןן־ן ךך Ä fn יי 3״׳ r׳| |J r-m ׳׳H r «. 5 irnU *aki# & A fr■•*»ZU & Kit l? vüiiU t Z 1W LLi m l .« sj 4**.* V J L, U k.,4 k , » im" Wu Bericht des Ausiedlungsbüros der Jcwish Agency Das von der Jcwish Agency for Palestlne eingesetzte 7. e 111 r a I h 11 r «> t ü r die Ausiedlung deutscher J1111 e 11 i 11 P ,11־ ä s t i 11 a Imt soeben einen Bericht über seine Eiligkeit in der Zeit vom Oktober bis Dezember 1933 voröflcniliclil. In dem Bericht wird 11. a. folgendes ausgeführt: Bis Ende Dezember 1911 batte Palästina mindestens 9000 Juden aus Deutschland auf genommen, von denen heute bereits ein großer Teil vollständig in da* Wirtschaftsleben des_ Landes eingeordnet ist, während alle übrigen, soweit sie geeignete Elemente für das jüdische Lehen In Palästina dar- »teilen, die beste Aussicht haben, Innerhalb weniger Monate nach ihrer Ankunft dauernd eingeordnet zu sein. Von den 0000 Juden aus Deutschland befinden sich etwa 1000 in Jerusalem, 1000 in Haifa, mehr als 2000 in den kleinereii Städten und Dörfern und der Rest in Tcl-Awiw. Zumim 111 e!1 mit den 2000 deutschen Juden, die bereits früher im Laude ansässig waren, beträgt die Anzahl der deutschen Juden in Palästina also jetzt gegen HO(», d. h. etwa 8"/״ der gesamten jüdischen Einwanderung nach Palästina seit dein Jahre 1919, Als geeignetes E In w n 1t dc rungs e 1 cm ent fiir Palästina betrachtet das Zentrnlbiiro in erster Linie die jüngere Generation zwischen 16 und 3!) Jahren, Menschen, die entweder in der Lage sind, bei ihrer Berufswahl die besonderen Verhältnisse Palästinas zu herticksichtigen, oder heute noch imstande sind, ihren bisherigen Beruf zu wechseln und einen für ein Lehen in Palästina geeigneten Beruf zu ergreifen. Voraussetzung ist, daß cs sich um Menschen hanvielt, die gesund und Kräftig, also physisch geeignet sind, darüber hinaus aber — mich wenn sie bisher dem Palästina- Gedanken indifferent oder ablehnend gegerbt borstanden — jetzt wenigstens entschlossen sind, sieh auch psychisch fn das neue jüdische Leben Palästinas citmiordncit. Eine zweite Kategorie, »leien Einwanderung und dauernde Scßhattniadumg in Palästina möglich sein wird, sind ältere Menschen, sofern sie über ein wirkliches Kapital — etwa von C 3000 aufwärts — verfügen und dieses Kapital vorsichtig verwalten und erst dann in landwirtschaftlichen oder Industriellen und kaufmännischen Untcriieluniiiigcn anlcgen, wenn sic aus cigcner Erfahrung »las Land und seine besonderen Wirtschaftliehen Verhältnisse kcnnengelernt haben. Problematisch erscheint vorläufig noch die Einordnung jener älteren Mensehen, die /war nach der Terminologie der Palästina-Regierung Kapitalisten sind, in Wahrheit aber nur über sehr hescheidene Geldmittel von etwa ■C 1600 verfügen, besonders dann, wenn es sielt um Personen handelt, die zu alt sind, um sieh beruflich auf eigene Betätigung in der Landwirtschaft oder im Handwerk unmistclleit. Die Ilauptsorge des Zentralbiiros galt von Anfang an der jüngeren Generation, ihrer Ucberfiihrung nach Palästina und ihrer Ausiedlung. Dabei war es klar, daß auch in dieser Hinsicht äußere Umstände vorhanden sind, die dazu zwingen, Schritt fiir Schritt vorzugehen und auch fiir die jüdische Jugend aus Deutschland nicht eine Totallösung mit einem Schlage 7u versuchen. Ganz abgesehen davon, daß die Palästina-Regierung Einwanderuiigszertifikate mir in einem beschränkten Umfang zur Verfügung stellt, muß auch seitens der Jcwish Agency dafür gesorgt werden, 1. daß das Flnströmen junger arbeitsfähiger Elemente Hatut in Hand mit der Absorptionsfähigkeit des Landes geht, 2. daß das enge Ventil, das der jüdischen Jugend Ost* europas, besonders Polens, durch die Auswanderung nach Palästina geblieben ist, nicht vollständig verschlossen wird, Folgende Projekte und SledlungsmligUchkcItcn werden von der Jerusalemer Stelle zurzeit behandelt: 1. Auf dem Roden des KKL fn der Haifa Bay: 25 Siedlerstcllen ä 20 Dunam, zunächst auf 20 Jahre Pacht; ferner Vorstadtische Siedlungsstellen in vorläufig noch nicht begrenzter Zahl auf demselben Terrain, wobei ein Teil der Siedler einen Dunam, ein weiterer Teil zwei Dunam bekommen soll. 2. Wadi Hawarith: 50 Siedlerstcllen auf Boden des KKL für deutsche Juden, die über ein Eigcnkapital von etwa je £ 500—600 verfügen und deren Ansiedlung mit Hilfe der rlilfsgclder aus Aegypten durchgeführt werden soll. 3. In der Nähe von Haifa: 2000 Dunam KKL-Bodcn, östlich von Jagur, 12 km von Haifa entfernt. 50 Siedlungsein• heitcn von 30—40 Dunam, 4. In der Nähe von Rechoboth: Dort befinden sich bereits 90 neue Einwanderer aus Deutschland. Dieser Ort kann noch eine größere Anzahl von Einwanderern aus Deutschland aufnehmen, wenn der KKL in den Stand gesetzt WH U, 51IIV. 3H II Gtl/Ul VIUI1. /;giih h *Hisnmu^ 250 Dunam fiir die Siedlung liiiizu/ukaiilen. 5. In der Nähe von P e t ,1 c h Tlkwalf: Von «t Bodrnkomplex von etwa 950 Dunam soll eine Flüche 250 Dunam fiir Einwanderer aus Deutschland erworben י% ht kleine Parzellen aufgctcilt werden. Und 6. In der Nahe von Chedcrah: Hier können Sicdlungsciiiheitfii eingerichtet werden. ■50 7. In der Nähe von R!schon le Zion; 159 ״!״ח die in Sicdhuigseinliciteri von 5 und 10 Dunum etngdcili. Gen können. h 1 w<f■ Der erste Schritt auf dem Gebiete der landwirta-kut’ liehen bzw. vorstäiltkdie״ Ausiedlung ist bereits vor 2 ' Monaten getan worden, als sich der KKL bereit erkh״S' ' ׳י"" s;’i״cm Hoden in der Haifa Bay eine, Block von 21 1700 Dunam für die Ausiedlung deutscher Juden z״r y . fügung zu stellen. Das Terrain liegt an der Straße von 111 : nach Akko, etwa 5 km von Haifa entfernt in der Ni ' der Sehchunath Owdim, in der jetzt bereits 290 111,,.,. 1 stehen und in kurzer Zeit noch vielt: weitere? errichtet werden sollen. Auf diesem Terrain wurde der Cm‘,! ־ stein zu einer neuen Siedlung für zunächst 200 Fa!1v!;f, gelegt. Diese 200 Familien erhalten 100 Diiriam in Erbpjfh auf denen sie feste Gebäude errichten können. 25 F.-irniÄ ‘ werden außerdem einen weiteren Dunam, 25 Familien je <£ weitere Dunam auf eine bestimmte Anzahl von Jahren lü■ landwirtschaftliche Nutzung, insbesondere für Gemüsebau uc׳< < Geflügelzucht erhalten. Die 25 Familien mit nur einem Dum- 5 werden rings tim ihr Häuschen einen Garten haben, in de» 1 sic Gemüse für den eigenen Bedarf ziehen können. I! , Einwanderer aus I )rutschland, die älter als '30 Jahr* ■ i sind,!!her eigenes Kapital nicht verlogen und für landwirt', ä< schaff liebe Arbeit und Ansiedluug nicht geeignet sind, habra j nur dann Aussicht auf Einordnung in das palästinensische I Wirtschaftsleben, wenn sic einen Beruf ausüben, fiir den n 1 Beteiiigurigsmögiichkeifrn in Palästina gibt. In erster Link ü kommen hier die Handwerker in Frage. ä f Der Gesamtbetrag, der in den ersten sechs Mona!« I für rein charitative Hilfe zugunsten der deutsche: , י Einwanderer in Palästina aufgewandt wurde, beläuft sich ur < die minimale Summe von ein paar hundert Pfund. 11 | den letzten Monaten sind infolge der wachsenden Zahl dr יי jüdischen Immigranten naturgemäß auch die materiellen B!.! dürfnisse fiir soziale Fürsorge gestiegen. Fs handelt sich ' dabei um Unterbringung von Einwanderern unmittelbar nach * ihrer Ankunft, um die Eimiinrticnnig und Betreuung von Kin-!? dern während der ersten Wochen, bis die Eltern Arbeit ge■ j filmten haben, um ärztliche Assistenz und Verpflegung ii ״ Krankheitsfällen usw. \ Neben diesen zurzeit bereits in Angriff genommene! j oder fiir die nächsten Wochen und Monate geplanten Aktionen! beschäftigt sich die Zentralstelle mit einer Reihe große•. '* r e r Pr oj e kt e, die längerer politischer und finanzieller Vor•: \ bcrcitung bedürfen, und deren Realisation daher erst im Faule * von einigen Jahren möglich sein wird. Es handelt sieh hierbei! um die Erwerbung und Kultivierung großer Zusammenhänge«■ ' der Bodenflächcn, deren Erwerb und Urbarmachung schon sei! i Jahren ein Hauptproblem der jüdischen Kolonisation in P*• * lästina bildet. Die Verwirklichung dieser Projekte würde dt, : Aufnahmefähigkeit Palästinas außerordentlich steigern, : An 1 7 finanziellen Mitteln | lind der Zentralstelle bisher folgende Beträge bereits fllxf■ wiesen oder fest /!!gesagt worden, die ausnahmslos aus da Sammlungen des Jahres 19.L1 resultieren (Beträge ln Pfunden): Central British Fund 50 000, Aegypten 23 000, USA. 14 60ö, Südafrika II 750, Argentinien 7700, Italien 6400. Tscheche• Slowakei 5000, Australien, Melbourne 2000, Kanada 250 und Mexico 300; zusammen 121100 Pfund. Die Zentralstelle hatte in den ersten sechs Monaten Ihrer * Tätigkeit einen Betrag von 125 000 Pfund zur Verfügung. Die j Pläne für das neue Finanzjahr, das am 1. April 1934 beginnt, י sehen ein Budget von 250 000 Pfund vor, wovon ela!; Drittel — also 80 000 Pfund — fiir Bodenkäufe, 60Ü ) bis 70000 Pfund für landwirtschaftliche Siedlungen und unjeführ 50 000 Pfund fiir vorstädtische Siedlungen (clnschliefll IndnstrIckrerlife, Vorstadlsiedlungcn und kleine konstruktive Darlehen) verwandt werden sollen. 40 000 Pfund sind für die ן Ausbildung junger , Menschen in Landwirtschaft und Handwerk und für die Errichtung weiterer Wohnhäuser Im An* : Schluß an verschiedene Siedlungen notwendig. Der Rest »Ire benötigt für erste Unterbringung im Lande und VcrpflegunJ der Immigranten, sowie für medizinische und soziale Hill! . und Erziehung. i Die Sorge um die Auswanderung Ein Bericht de* Eml|rantenkommUsar» London, 1. Februar. (J, T. A.) Im Zusammenhang mit der in London ahgehaltcne» Tagung des Ständigen Komitees des Vcrwaltungsrats für das Emigriintcnlülfswcrk und des Büros des dem Omigrniitenkommissar zur Seite gestellten Beirats der Privatorganisationen gibt das Büro des Hochkommissars einen offiziellen Bericht aus, in dem die bisjier im Rahmen des Hilfswerks durchgeführten Arbeiten zusninmcngcfaßt und die für die nächste Zeit in Aussicht genominellen Aktionen bekamitgegebcn werden. ln dem Bericht heißt cs n. n., es sei eine Untersuchung des Problems der Weiterleitung und Seßhaft- 111 ach u 11g der Auswanderer ciurehgeführt worden. Es habe sich als notwendig hcraiisgcstcllt, neben der Ein- Wanderung nach Palästina, das bisher dauernd einen Zuström von Einwanderern aus Deutschland aufgenommen hat und weiter aufiiimmt, auch die Emigration nach anderen überseeischen Ländern zu organisieren. Das Komitee habe beschlösse״, zum Zweck der Einholung von Informationen über Möglichkeiten der Einwanderung und Ansiedlung eine zentrale Informationsstelle zu errichten. Die Verhandlungen mit Regierungen betreffend die Zulassung von Atiswaiulerergruppcn in die einzelnen Länder sollen vom Hochkommissar in Zusammenarbeit mit derjenigen Organisation b/w. den Organisationen geführt werden, die am besten geeignet erscheinen, mit der betreffenden Regierung zu unterhandeln. Die Durchführung der Siedlung«- aktion seihst soll nach Erzielung entsprechender Vereinbannigen mit der betreffenden Regierung diesen Organisationen tiberlassen bleiben. Das Komitee habe den Vorschlag angenommen, daß der Hochkommissar Verhandlungen mit den Regierungen auch In der Richtung aufnehmen soll, daß Neiieinwanderern Arbeitserlaubnis erteilt werde. Anläßlich seiner letzten Reise in die Vereinigten Staaten habe der Hochkommissar Gelegenheit gehabt, Besprechungcn mit einer Reihe von Vertretern amtlicher Stellen in Washington und Führern der interessierten Privatorganisationen abzuhalten. Er habe den bestimmten Eindruck ge- Wonnen, daß die offiziellen Kreise und die öffentliche Md• nung der Vereinigten Staaten an dem Schicksal der Aiuw«׳; derer aus Deutschland mit Sympathie Anteil nehmen. In ganzen Lande würden Pläne zur Fortsetzung und Erweitern״? der Hilfsarbeit für die Bedürftigen ausgearbeifet. Ati« sei in der amerikanischen Ocffentlichkeit wachsendes Vorstand- ,■ nis dafür fcstzustcllen, daß es sich liier nicht um ein : schließlich oder auch nur vorwiegend jüdisches ProKf11 handelt. Demgemäß sei zu erwarten, daß die führenden Kren'; der amerikanischen Christenheit eine hervorragende Ko!■ j in der llilfsarbcit für die Auswanderer spielen würden. Entsprechend den Intentionen, von denen der Völkerbund bei der Errichtung des llochkoinmissariats geleitet » sei, habe das Komitee entschieden, daß direkte Hl■' : arbeit, Umschultings* und Siedlungsarbeit Aufgabe d : privaten Landes- und Lokalorgan isatiorie n > und daß cs diesen Körperschaften zukomme, Geldmittel aut . bringen und zu verteilen. Damit wurde klargestellt, daß Hochkommissariat seihst sich nicht mit GeldsarnmlU < ■, befassen, sondern daß der High Commissioncr die Hilfst 1■ nen mit seiner moralischen Autorität decken werde. ן Ferner habe das Komitee eine Koordinierung der in ',kW i Ländern eingelöteten Arbeiten zugunsten der Atiswanue ן von hervorragender Bedeutung, Professoren, Dozenten 1 Wissenschaftlern, erwogen. Auch auf diesem Gebiete j notwendig, sämtliche Informationen an einer Stelle zu «am j j und sie an die verschiedenen Zentren in Europa und Am \ weiterzugeben. ] Der von dem Komitee den in Befracht kämmenden gierungen gemachte Vorschlag geht in großen Zügen j ן daß diesen beiden Kategorien von Auswanderern, aje {{f, titäts- und Reisedokumente benötigen, der sogenannte! nationale Pjß ausgestellt werde, der 1927 von t1nfä, <j!! * ferenz des Völkerbundes für Personen eingeführt w״r י; staatenlos sind oder deren Staatsangehörigkeit zweifeln ־ ן (Siehe auch den Artikel ״Worte und Taten“ *״'; der heutigen Nummer.) ' \