Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 11 (6.2.1934)
- Date
- 1934-02-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Die 12*»יח*ו1»ח״MHIlmeier-Zelle HM. —,20, lür SulUn«• «uch« RM. —,10, lür Femlliennechrlehten HM. —JS, Einr«l*n!#l*»n nur *«•!»n Voreue• »ehlun« eul PnmcluwkKcmto Berlin 7161» oder In der Arirrigen-Armehm« Monte( ble Preiteg 9—15 Uhr. Annehmeecblui lür die Dl«n>teg-Aue|ebe Monte( 10 Uhr (Ur die Fteltei-Aaagebe Mittwoch 1) Uhr (Fitnlllemnr«lgt>n ble Donnorrti! 10 Uhr) OicX c^iOc וץל! i r!,־’A o ף 9 9 1s a p nnnf ץ^׳ד Ui! 1 IV \ V \ ( i f .J!!ן 1;' | |! ן v 1C < 1) AJV 3ULj v ,.,.jU S f\ ]?י\,, W«i 9üi Am letzten Sonntag wurde in sämtlichen Räumen des Berliner Logcnbatiscs in der Klciststraße eine Palä• stina-AusstclliniR eröffnet, die von der Ber־ liner 1 io 11 i s t i sc 11 c n V er ci n i gu n g durehgeführt wird. Das Interesse, das dieser Veranstaltung entgegengebracht wurde, zeigt die Bedeutung dieses Versuches |ür das jüdische Leben in Deutschland. Die Palästina-Ausstellung• bildet ein neuartiges, mit den technischen Hilfsmitteln unserer Zeit unternommenes Glied in der Kette der Beziehungen zwischen Erez Israel und dein in der Diaspora lebenden jüdischen Volk. Schon immer war es eine der wichtigsten Aufgaben jeder jüdischen Gemeinde, die lebendigen Bc• Ziehungen zur alten Heimat unseres Volkes aufrecht zu erhalten. Zahlreiche traditionelle Gebrauche entstanden so im Gemeindeleben. Erst un- Itng«t ist die interessante Tatsache bekannt geworden, daß in der Frankfurter Gemeinde — und wahrscheinlich auch anderswo — durch Jalirlmndcrtc im Gotteshaus ein Platz frei blieb, auf den sieh jeder setzte, bevor er das Haus verließ, und daß dieser Platz und der mit ihm verbundene Gebrauch, dein Gedenken an Zion, an das verlorene Jerusalem geweiht war. Die Verehrung, die allem erwiesen wurde, was aus Palästina kam oder irgendwie mit dem Lande unserer großen Vergangenheit und unserer schöpferischen Leistungen für die gesamte Menschheit verknüpft war, zeigte sich dann, wenn Sendboten aus Erez Israel in eine Getneinde kamen, wenn ein ״Schaliach“ gleichsam etwas von dem Hauch des Landes Palästina in eine Gallithgemeinde hineintrug. Und nicht weniger wie der Gesandte des Landes, der durch Jahrhunderte hindurch zumeist um materieller Forderungen willen die jüdischen Gemeinden besuchte, wurden diejenigen geehrt, die in ihrem Alter nach Erez Israel gezogen waren, um dort zu ״lernen“ und im Boden des Landes begraben zu werden. Man empfand sic als wertvolle Repräsentanten der cigc- Mn Gemeinde an dem Punkt der Erde, nach dem sich nicht nur beim Gebet der Sinn der Juden •hinwandte. Der Zionismus hat all diese Gebräuche und die Gefühle, die in ihnen lebendig waren, in eine neue Form gegossen. Er hat verhindert, daß in einer Zeit der Auflösung menschlicher Gemeinschaften, der Atomisierung des Judentums und der Entwurzelung seiner Menschen aus dem Boden ihrer geschichtlichen Verknüpfung diese faden, die nach Erez Israel liinführten, zerrissen wurden. Er hat sie aus ihrer Erstarrung gelöst, in die sie geraten «aren, weil sic allmählich aus dem Zentrum des jüdiseben Denkens und Fiihlcns verdrängt wurden und nicht mehr eine konkrete Beziehung zum Leben des Tages besaßen. Die Gesandten Palästinas, die Sendtaten aus Erez Israel berichteten nun nicht mehr nur v°n einem Leben, das in sich beruhte und nur nach innen gewandt war, sondern von einem neuen Wer• den, von den Taten einer jungen Generation auf dem alten Boden. Und diejenigen, die hinauszogen, um in Erez Israel zu leben, taten dies gewiß im Bewußtsein, Vertreter ihrer Gemeinde zu bleiben, aber zugleich tat dem Willen, ein schöpferisches Judentum voller Zukmiftshoffnungcn auf/uricliten. Das deutsche Judentum wurde bis vor Ver- "ältnismäßig kurzer Zeit von dieser neuen Beziehung?wischen der jüdischen Diaspora und den Juden Erez Israels mir wenig berührt. Die Zahl derer, die aus den Gemeinden Deutschlands in Palästina lebten, war gering, ‘ta Kreis fast auf Jugendliche beschränkt, so daß 1ta Beziehung, soweit sie überhaupt vorhanden war, einen etwas abgeblaßten, mein׳ ideologischen Charakter b«MS. Dics 1,at sich in der jüngsten Vergangenheit feindlich geändert. Keine Gemeinde in Deutschland, *ta nicht frühere Angehörige in Palästina hat, kaum 11׳ne jüdische Familie, die nicht durch Verwandte “ta Freunde mit dem neuen Leben in Erez Israel ver- «untlcn ist. So ist cs erklärlich, daß heute ein erhöhtes 1ntercssc für Palästina vorhanden ist. Gewiß kann eine Ausstellung auch nur einen ^usschnitt aus den zahlreichen Lebensgebieten getan, die die Totalität des jüdischen Palästina und des andes selbst ausmachen. Diese erste Berliner Pa- 1«lina-Ausstellung ist bei weitem nicht vollständig. Sie 1 |>bt Aus sc h n i 11 e aus dem Leben in Illustration und I ‘3bellen, zum Teil in Modellen, aber es war leider nicht s ‘‘10glich, etwas von Prod ukte n des Landes zu zeigen, Ü‘e ״*an dies gelegentlich schon früher (z. B. in den ן taalel-Ausstellungen) gesehen hat oder im Palästina• Pavillon der britischen Reichsausstellung ln Wembley. Aber auch so bietet die Ausstellung des Sehenswerten und Belehrenden genug. Die Ausstellung zeigt allen, die sehen wollen, was jüdischer Fleiß und jüdische Energie in Palästina bereits zustande gebracht hat. Sie zeigt, daß hier Menschen mit unerschütterlichem Glauben an ein Werk sich allen physischen Arbeiten, ungewohnten Beschäftigungen gewachsen erweisen, und daß das jüdische Volk auf bauend und gesellschaftsbildend sein kann. Die Ausstellung ist keine Ausstellung .von ״Palästina“, denn wichtige Teile Palästinas fehlen, sowohl alle Zweige der englischen Verwaltu ngstätigkeit, als eine Darstellung von Leben und Art der arabischen Landesbevölkerung. Ohne beides ist das heutige Palästina nicht zu denken. Vielleicht hat dies auch die Aussteller bewogen, der Veranstaltung den Namen ״Erez Israel — das Land der Juden“ zu geben. Sie zeigen Erez Israel nur insofern es ״Land der Juden“ ist, aber angesichts der Uninformiertheit weiter Kreise wäre cs doch am Platze gewesen, auch auf die anderen Faktoren wenigstens kurz hinzuweisenj damit nicht der irrige Eindruck entsteht, daß heute Erez Israel ״das Land der Juden“ ist, während es in Wahrheit — auch nach dem Wortlaut der maßgebenden Dokumente — zwar das Land ist, in welchem das Jiidisehe Nationalheim völkerrechtlich gesichert aufgebaut werden soll, das aber heute als Land nicht den Juden gehört. Man soll propagandistische Formulierungen nicht auf die Goldwaage legen, und doch scheint es uns überflüssig, wo es vermeidbar ist, Empfindlichkeiten : ZU erregen Auch ohne solche Ucbertrcibung ist wahrlieh genug zu zeigen, worauf die Juden stolz sein können, und wir hoffen, daß die Ausstellung dazu beitragen wird, diesen Eindruck einer einzigartigen Leistung, eines im heutigen jüdischen Leben mit nichts anderem vergleichbarcn Werkes allen Besuchern der Ausstellung unauslöschlich einzuprägen. Die Veranstalter, die unter großen technischen Schwierigkeiten in unermüdlicher hingebender Arbeit diese erfolgreiche Schau zustande brachten, haben den aufrichtigen Dank aller patästinaliebcndcn Juden Berlins erworben. Die E r ö f f n u n g der Ausstellung fand am Sonntag vormittag vor einem sehr großen Kreis geladener Gäste tm Sitzungssaal des Logcnhauses statt. Man bemerkte die meisten führenden Persönlichkeiten des Berliner Judentums. Der Vor• sitzende der Berliner Zionistischen Vereinigung, Rechtsanwalt Benno Cohn, begrüßte die Erschienenen und erwähnte ins• besondere die Mitglieder der Rcichsvertretung der Deutschen Juden, des Vorstandes der Berliner Jüdischen Gemeinde mit Direktor Stahl an der Spitze und den Vorsitzenden des Ccntralvcrcins Deutscher Staatsbürger Jüdischen Olaubens, JustiZrat Dr. Brodnltz. Rechtsanwalt Cohn wies auf (Jjc Bedeutung einer guten Palä• stinainformation hin. Er legte dar, daß diese Ausstellung ein! gewiß noch vcrbcsscrungstäliigcr, aber jedenfalls der erste Versuch einer umfassenden Palästina-Ausstellung überhaupt ist, da alle ihre Vorgängerinnen in Deutschland und im Auslande sich auf Teilgebiete beschränkt hatten, und dankte den Schöp* fern dieses Unternehmens, insbesondere den Herren T sch ertok, Dr. Mechner und Otte Wallisch, dem künstlerischen Gestalter der Ausstellung. Hierauf hielt Kurt Blumenfeld eine Ansprache, in der er zunächst darauf hlnwies, daß vlcla skeptische Prognosen, die der jüdischen Arbeit in Palästina in früherer Zeit gestellt worden sind, sich bereits als falsch erwiesen haben. Gerade In den Schwierigkeiten, die das Land bot, lag die große Chance für die jüdische Arbeit, da Kurt Blumenfehl spricht ייויייודי ,Hrt x I Ji ז. j. r״ ד א ..*•־* י ״־־׳ 1 IK־ \ /■ I / Dr. E. Ascher erläutert das Modell der Siedlung Beth Alpha