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Jüdische Rundschau · 1934-01-30 · Heft 9 (30.1.1934) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 9 (30.1.1934)
Date
1934-01-30
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 0 ן DI SCH E RUNDSCHAU Nr. 9, 30.1.1934 Provinzzeitungen wie ״Westdeutscher Beobachter“, ״Dortmunder Generalanzeiger1‘ u. a. einen Aufsatz ״Warum wir Antisemiten bleiben“, worin die!einschlägigen Punkte des nationalsozialistischen Pro• grammes zitiert und als weiter maßgebend erklärt werden. Ktibc schreibt: ״Per fade soll nicht glauben, daß er Im Hiiler-Dcutscii* land die alte Rolle spielen kann.“ Die Rolle des Juden im neuen Deutschland, dessen erster Jahrestag jetzt begangen wird, wird in der Tat eine andere sein müssen. Die endgültige Form Ist, wie Dr. Orati schreibt, noch nicht gefunden. Aber wir glauben, daß sich diese Form finden ließe, wenn die Juden positiv bei der Lösung dieser auch für das neue Deutschland lästigen Frage mitarbeiteten. Diese Mitarbeit kann nur in einer einzigen Form geschehen, die gleichzeitig den Grundsätzen des neuen Staates und der Würde des Judentums entspricht: die Juden müssen Juden sein. Max Brod hat in seinem neuen Roman, dessen Titel ״Die Frau, diu nicht enttäuscht“ das Wesentliche des Inhalts nicht erraten läßt, die Gestalt des ,,D ist a n z- Deutschen“ geschaffen; er zeigt einen jüdischen Schriftsteller, der nach hartem Ringen sein jüdisches Selbstbcwußtsein findet. Man würde wünschen, daß auch Nichtjuden lesen, was dieser Dichter in seinen Dialogen über die Judenfrage und in den jüdischen Typen, die er vorfiihrt, lebensnah zu klären vermag. Vor allem aber wird dies für viele Juden erleuchtend sein. Das Judentum kann heute keine Apologetik mehr treiben; es kommt auf eines an: Wesentlich werden! Wesentlich werden aber können wir Juden nur als Juden. Da wir immer wieder hören müssen, der Jude sei der Träger des Materialismus, sei hier erwähnt, wie ein Jude, der ein leidenschaftlicher Gegner des Materialismus ist, die ahgclaufcnc Epoche charak« tcrisiert. Karl Joel schreibt in dem letzten Abschnitt seines erwähnten Werkes: ״Stefan George sprach einmal von der ״berlinisch-cnt- Kotierten Welt“. Diese Entgötterung schien sich zu vollenden, als Nietzsche ansrief: ״Gott ist tot.“ Aber mit Gott starb nicht mir ein Wesen, das Weltwcsen, sondern die Wesentlichkeit überhaupt, und es blieben nur Erscheinungen in Beziehungen, nur Blätter, Spinoza würde sagen, nur ״Modi ohne Substanz“. Demi mit dein Hochwert und dem Allwesen starben die Wesen überhaupt, und der ganze Positivismiis ist ja im Grunde nur eine Antimetaphysik, ist mit der Entwertung zugleich eine E n t vv e s e n t1 i c h u 11 g. Denn auch die Setzung von Wesenheiten ist eine Auszclclinung, sozusagen eine Adelsströrming.“ Das Jahr, das nun vergangen ist, hat uns geholfen, ״wesentlich zu werden“. Der jüdische Optimismus erscheint iimner in zweierlei Gestalt, einerseits als die klagliehe Hoffnung, aus einer Klemme doch irgendwie geschickt entschlüpfen zu können, andererseits als der ewige und große Glaube an den Menschen, der ״im Ebenbikle Gottes“ geschaffen ist. ,,Wer hier rüttelt, der rüttelt wohl nicht am Wandel der Weltanschauung, sondern atn Unwandelbaren“ (Karl Joci). Und der Glaube an das Beste im Menschen wird sich uns erfüllen, wenn wir an das Echte in uns appellieren, aus einem blassen theoretischen Judentum zu einer vollen jüdischen LebensWirklichkeit streben, die uns allen anderen Mächten und allen anderen Völkern gegenüber lcgitimieren wird. Die Täfiung des Einifiräiiienliilfswerks London, 29. Januar. (J.T.A.) Am Montag, dem 29. Januar,_ haben in London die Beratungen des Hochkommissars für Einigrantenfürsorgc, James G. MacDotiald, mit dein engeren Ausschuß des Beirats der jüdischen Hilfs- Organisationen, bestehend aus den Vertretern der Jewisli Agency, des Joint Distribution Committee und der lea begonnen. An! Dienstag, dem 31). Januar, wird die Konferenz MacDon&ltls mit der Ständigen Kommission des Verwaltungsrates des Emigrantcnliilfswcrks unter ■dem Vorsitz von Lord Cecil eröffnet werden. In einem. Gespräch mit dem JTA.-Vertreter erklärte Emigrnnteiikoinmissar James G. MacDonald, die Beratungen des Ständigen Ausschusses würden von Dienstag bis!Donnerstag dauern. Den wichtigsten Punkt der Tagesordnung bildet die Frage der Versorgung der Ausgewanderten mit Pässen. Ferner werden in der Konferenz eine Reihe von Plänen zur S e ß h a f t in ac hu n g einzelner Personen und ganzer Gruppen beraten werden. Schließlich werde sich die Konferenz auch mit der Frage der i! e r u f s u 111 s c h i c 111 u n g 0118 Deutsch■ land Ausgewanderter Personen befassen. Der Bericht der Murison ־ Kommission J c r u s a I c m, 26. Januar. (J. T. A.) In dem Bericht der Mu r i 8 o 11 K o in m i s s i o 11 über das Verhalten der Polizei während der vorjährigen Araber-Dcmonstatioiien wird die Ansicht zum Ausdruck gebracht, daß die Polizei, wo es nur irgend möglich war, mit Zurückhaltung und Schonung vorgegangen ist. Sie habe, bevor sie zur Gewaltanwendung überging, an die Menge die Aufforderung gerichtet, sich zu zerstreuen, und habe versucht, durch Zureden einzuwirken. Die vor der Kommission gemachten Aussagen hätten keinen einzigen Fall zutage gefördert, in dem die Polizei von den Bestimmungen ihrer Dienstanweisung abgewichcn wäre. Treue, Mut und Umsicht der Mannschaften aller Grade seien, so wird in dem Bericht ausgeführt, höchst lobenswert gewesen, die vom Kornmnndantcii der Palästina-Polizei, Spicer, und seinen Offizieren geleistete Schulungsarbeit verdiene volles Vertrauen. , Pie Murison-Konunission, die aus Sir James William Murison und dem Generalstaatsanwalt von Palästina, Trtisted, bestand, war eingesetzt worden, um ״den genauen Verlaut und die Art der Ereignisse in der Zeit vom 13. Oktober bis zum 3. November und die durch sie bedingten Vcrlustc an Menschenleben und Eigeutumsbcschädigungen“ festzustcllen, da von arabischer Seite heftige Anklagen gegen die PoUz« gerichtet worden waren. t n״ |t| je״־■• f« י׳ f-1 ij L y \j J * ikjt Ä4 וןך״י”־ו ך״ ״r ך**/ ד־ -*f I (L-*lImJt j t ׳ i ן» ןךי. .1 , > K, J *..* »k ךיי׳*י/ i׳,־ ^.*4 k *J w ^ץיי"■"׳ Pf* «»ך t jj L** tM ן 1 Das Zenlralbiiro der Zionistischen Organisation und der Jewisli Agency für Palästina veröffentlicht die lolgondc Erkliirung: Zur jüngsten Ankündigung der ״Wcltunion der Zionisten- RevisioiiisSen“, daß sie die Absicht hat, «Ine gegen die Polltik der britischen Regierung als Mandatarmacht für Palästina gerichtcle Petition In Gang zu setzen, hält die Zionistische Organisation und die Jcwlsh Agency für Palästlnn es für richtig zu erklären, daß sie diese Aktion miß* billigt und sowohl für die zionistische Bewegung wie für den Aufbau des Jüdischen Nationalen Heimes für scliädlieh bclr,■leidet. Die Jcwkh Agency ist die einzige Körperschaft, welche Im Mandat als Vertretung der jüdischen Interessen in bezug auf die Errichtung des Jüdischen Nationalen Helmes in Palästina anerkannt ist. Die Jcwlsh Agency allein ist berufen, die jüdische Politik gegenüber der Mandatarmacht zu führen und keine andere Körperschaft kann den Ansprucli erheben, im Namen des jüdischen Volkes auf die- »cm Gebiete politisch handeln zu dürfen. Die Revisionist!- »che Union kann keineswegs sich dieses Recht anmaßen und die Exekutive hält es für notwendig, zu betonen, daß die Petlt'onsbewcgung in keiner Weise die Unterstützung oder Zustimmung der zuständigen zionistischen Instanzen findet. Diese Srmdcrnktion stellt sich als eine Herausforderung der Beschlüsse des letzten Zionlstcnkonßresscs dar und steht deshalb Im Widerspruch zu der Verfassung der Zionistischen Organisation. pen Gefühlen des jüdischen Volkes ln der ganzen Welt hinsichtlich der letzten Ereignisse In Palästina Ist In nutorltativer Welse Ausdruck gegeben worden in der Erklärung, welche die Exekutive am 15. November 1933 in Jerusalem veröffentlicht hat. Die Jcwlsh Agency ist unablässig bemüht, die Rechte des jüdischen Volkes ln bezug auf Palä* sthia zu wahren. Alle ihro Energien sind darauf gerichtet, die Erfüllung des feierlichen Versprechens, welches dem jüdischen Volke Im Mandat gegeben wurde, sowie der Vcrpfltchtimgcn, die aus diesem Versprechen fließen, zu sichern. Insbesondere bezieht sich das auf die Erlangung einer Ver• größerung der Jüdischen Immigration nach Paliistina bis zum Maximum der Aulnahme!äl1i״|<cn ,1, Landes — einer Aufnahmefähigkeit, welche dauernd <w die konstruktiven Bemühungen des jüdischen Volkes au« dehnt wird. Aber nur die Jewish Agency Ist, sowohl in ן!"!’ Eigenschaft als rcchlllcli anerkannte Vertretung des jüdisch .f Volkes ln bezug aul Palästina als auch dank Ihrer g״naut״ Kenntnis aller Einzelheiten der Situation, dazu berufe״־ F entscheiden, welche Schritte In jedem Zeitpunkte unternom men werden »ollen, um diese Ziele zu erreichen. In fo Ausübung ihres Rechtes und ihrer Pflicht, .ווו der Rcgierun« so oft cs die Umstünde erfordern, Kritik zu üben, stiit/t je! doch die Jcwlsh Agency ihre Politik auf B e z ie h u n 0igegenseitiger Kooperation zwischen der Man datarmacht und dem jüdischen Volke. f)]c״ Haftung ist vom Zionistischen Kongreß und dem Council der Jewish Agency bestätigt worden und sie bildet die wesen!, liclio Grundlage der jüdischen Tätigkeit in Palästina. Die Jewlih Agency Ist der Meinung, daß eine konstruktive und entschlossene Politik auf der Basis einer solchen Koopcra. tion den sichersten Weg zur Verwirklichung der Jüdischen Bestrebungen In Palästina bildet. Die nngckllndlgte Sondcraktlon der Revisionistischen Union hat den Zweck, diese Politik zu unter, graben und weit davon entfernt, von wirklichem polltl. schon Werte zu sein, kann diese Aktion nur die Interessen des Jüdischen Nationalen Heimes schädigen. Die Zionistische Organisation und die Jewish Agency ver■ trauen darauf, daß Zionisten und Juden sich durch leere demonstrative Gesten nicht werden verführen lassen und fordern sic auf, ihre konstruktiven Bemühungen zu® Aufbau von Palästina fortzusetzen. Cxekuüve der Zionistischen Organisation Exekutive der fewish Agency für Palästina London, 23. Januar 1934. Die Erklärung der Exekutive wird auszugsweise in de» Londoner ״Times“ vom 26. Januar veröffentlicht. Verhaftung von Arabern im Arlosoroff״Mordprozefj Jaffa, 25. Januar. (J.T.A.) In der letzten Verhandlung brachte Rechtsanwalt Horacc Samuel den Verdacht zum Ausdruck, daß die Mörder Dr. Arlosoroff» Araber gewesen seien. Rechtsanwalt Samuel erklärte, er habe vom Staatsanwalt in Jerusalem erfahren, daß 1111 Zusammenhang mit der Ermordung Dr. Ariosoroll* zwei Araber, Abdul Madscht Dalhcndl Bukharl und Darwisch Al Kurdl, verhaltet wurden, und daß der erste ein zweimal mit seiner Unterschrift bekräftigtes Geständnis abgelegt habe, er sei derjenige, der Dr. Arlosoroff ins Gesicht geleuchtet nahe, als der zweite Attentäter auf ihn schoß. Rechtsanwalt Samuel verlangte, daß ihm die Polizei Einblick in die Akten gewähre und daß die beiden Araber verhaftet und zunächst in der laufenden Untersurlumg als wichtige Zeugen vernommen werden. Ferner verlangte der Verteidiger, daß die von der Polizei gefundenen Rcvolverkugeln, von denen man annelunc, daß sic dem aus dem Körner Dr. Arlosoroffs entfernten Projektil entsprechen, dein Gericht vorgelegt werden. Der Leiter der Kriminalabteilung der Palästina-Polizei, Hauptmann Rice erklärte, er sei nicht in der Lage, dem Verlangen der Verteidigung zu entsprechen, da die U!11 cr su c 111111 g noch geheim sei. Der Vorsitzende, Richter B o d i 11 v, bemerkte, es stehe Ihm kein Mittel zur Verfügung, die Polizei zur Erfüllung der Bitte der Vcrtcidiguug zu zwingen. Er legte dem Verteidiger nahe, die Rcgistraturbenmten der Jerusalemer Polizei •ub poena vorladen zu lassen. Am folgenden Tage äußerte sich Polizeihauptinann Rice zu den Ausführungen des Rechtsanwalts Horace Samuel. Er erklärte, die Aussage Abdul Madschis sei voll von Wider- Sprüchen und anscheinend falsch! doch werde die Untersuchung über seine Angaben am Montag beginnen. Der zweite Araber, Issa Darwisch aus Jaffa, der angeblich auf Dr. Arlosoroff geschossen haben soll, sei im Juli verhaftet, später freigelassen, aber auf Grund von Angaben Abdul Madschis in diesem Monat wieder in Haft genommen worden. Ursprünglich sei der Araber im Zusnmmcnliang mit einem Blutrachemord an einem anderen Araber verhaftet worden. Mitgefangenen habe Abdul Madschis es.igt, er hätte Arlosoroff getötet. Vor dem vernehmenden oli/eibe,•unten erklärte er später, daß er und Issa Darwisch am Strande ein jüdisches Mädchen überfallen wollten, doch sei ein Jude ilazwlsclicngctreten, deshalb hätten sie auf ihn geschossen. Rechtsanwalt Sa inucl erklärte, er glaube sieh zu erinnern, daß 1 lauplmann Rico selbst ihm gesagt habe, die Kugeln aus dem Revolver Abdul Madschis seien vom gleichen Kalibev wie die Kugel, durch die Dr. Arlosoroff fiel. Das Verhör nahm hierauf seinen Fortgang. Der Zeuge Josiuth Gliiclantanu aus Kfar Saba bekundete, er habe Rosen- Walt am 16. Juni in der dort stattgefundenen Versammlung von 9.3t) Uhr bis 11 Uhr abends gesehen. Der Orthopäde Dr. Joseph Treu gab ein Gutachten ab, in dein er zu dem Schlüsse kam, daß die Qlpsabgüsse der auf der Mordstelle hintciiassenen Fußspuren den Fußspuren Stavskys nicht entsprechen. Abdm Ma d 9 c 11 i 8011 nunmehr auf Antrag des öffentlichen Anklägers als Zeuge geführt werden. Seine Vernehmung soll erfolgen, sobald die Verteidigung die Ueberprlifung seiner Aussage vollendet haben wird. Gegen die Vorladung weiterer Belastungszeugen hatte die Verteidigung Einspruch erhoben und verlangt, daß lediglich eine schriftliche Erklärung Abdul Madschis dem Gericht vorgelegt werde. Richter Bodiliy entsprach jedoch der Forderung des Anklägers und verfügte die persönliche Vorladung des verhalteten Arabers. Polizeihauptmann Rice erklärt, die Polizei sei fest davon über* zeugt, daß die Angaben Abdul Madschis unwahr sind. Die Polizei werde ihr diesbezügliches Material dem Gericht Vorlage״. Sie sei der Ansicht, daß die Aussage Abdui Madschis vor Gericht für die Aufklärung des Falles Von größter Bedeutung sein werde. Was für Juden gehen nach Palästina? 1111 ״Völkisch cn Beobachte r“ vom 21. Januar ui :; ein Artikel ״Die Hintergründe der Unruhen in Palästina“ abgedruckt, dessen Verfasser, der nicht mit Namen genannt : Ist, nach Angabe der Redaktion ״ein gelehrter Ara• ber, der lange Jahre im höheren englischen Verwaltung!• dienst stand", ist. In dem Artikel heißt es u. a.1 ״Wenn die unerwiin-uhün oder üio^ewickcncn Juden alle! Länder nach Paläslina kommen, dann kann man für das Land ■ sicher keine herrliche Zukunft propherrien, gloicWnhl ob Unter 'äräkkehcr odrt jüdischer Herrschaft. Selbst wenn einige der nntl FtdiUtina clnwandcrtulrn Juden gute Juden sind, rechnet de Araber damit, daß die grüßte Mehrzahl der jüdischen Elnw® , derer doch unliebsame h'Kkhtlmge, Ausgewiesene ww, lind. Dtl Araber glaubt nicht daran, daß gute und f ü h rende Juden der Welt nach Palästina komme! werden, ob kulturell oder sonstwie; er glaub! vielmehr, di! diejenigen, die nicht: genug Geld in anderen!.ändern verdien« können, oder die von eien anderen Ländern nuqjelricben sind, die dort gehaßt und boykottiert sind und <׳» deshalb nicht mehr bequem linden, in ihrer Umgebung zu bleiben. Br weiß, daß du Eindringlinge Juden sind, die in ihrem nie zu sättigenden Geil u Palästina auf Kosten des Arabers noch mehr zu verdienen je• denken — Verbrecher, Kommunisten, Sträflinge, Gauner!“! Wenn der Verfasser dieses Aufsatzes in Palästina (was , nicht, gesagt wird) im Verwaltungsdienst stand, dann muH ( er wissen, daß die große Mehrheit der nach Palästin»; einwandernden Juden Menschen jüngeren Alters sind, die nu9 heißer Liebe zu ihrem eigenen Volk und in jk™ Wunsche, diesem Volk eine erträgliche und national-schnpft• rische Zukunft zu bauen, den Boden des Landes ihrer Väter bebauen und wieder fruchtbar machen wollen. Diese Juden, die in anderen Ländern Zugang zu Boden und i Arbeit nicht finden können, wollen in Palästina arbeiten; ( eines ihrer Grundgesetze ist die ״S e I b s t a r b e i t“, un״ : sie leisten die ungewohnte Arbeit mit Enthusiasmus. Es; sind diejenigen Elemente, die jedes Volk als seine :5 ״besten“ bezeichnen würde; wobei natürlich von um ו am allerwenigsten _ bestritten wird, daß auch andere T yp«,! wie sic ebenfalls in jedem Volle Vorkommen, in Paktshns 1 zu finden sind. Und wenn die ״unerwünschten und ativ«׳; wiesenen“ Juden nach Palästina kommen, so bedeutet das t nichts anderes, als daß viele Juden von Not g c trieb e מ J werden, von einem Schicksal, das ihnen keine Ruhe in d« l j Landern, in die sie verschlagen wurden, vergönnt; sie können, [ < wenn ihnen eine Heimat gewährt wird, die besten anfhauen- ן den Elemente sein. Durch eine 80 feindselige Beurteilunv | die dieses artikclschrcibcnden Arabers wird man dem schwi:■ ן rigen Pnlästinaproblcm gewiß nicht gerecht, sondern truot ן den Blick des Lesers für die wahre Sachlage. 1 |! Das Urteil weflen der Tel4\vl\vcr Demonstralioncn j Von den wegen Teilnahme an dem Zusammenstoß 1יייו { der Polizei in Tel-Awiw verhafteten jüdischen jungen Leuten | wurden fünfzehn zu Gefängnisstrafen von einem bis zu vier j Monaten verurteilt. Ein sechzehnter Angeklagter mußte eine ן Sicherstellung für die Zeit eines Jahres erlegen. Sämtliche * Verurteilte gehören der revisionistischen Partei an. Frankfurter Rothschild-Bibliothek umbennnnt. D‘e ^rV j hcrrl. Carl von Rothschild’sche Bibliothek ist auf Anor־״ j nung der städtischen Behörden in ״Bibliothek für | Sprachen und Musik (Frh. C. von RothschiUi'sche B״1״ j thek)“ um benannt worden. Die Bibliothek am Hem»" ' J Göring-Ufcr in Frankfurt ist im Jahre 1SS7 von FrCI'r j Louise von Rothschild (gest. 1892) zum Andenken an!, . } Vater gegründet und am 23. Januar 1888 der öffentnen Benutzung übergeben worden. Nach dem Tode des (; herrn Carl von Rothschild waren besonders seine To« ׳! Frau Baronin Salomo» von Rothschild in Paris, Lady '< j »child in London und Baronin James von Rothscn״ ■׳; Pari», an der Erweiterung des Hauses und der Bucht]04 ־ beteiligt. Bekanntlich ist vor einiger Zeit in Frankfurt Main auch die Rothschild-Allee in Karollugcr-Allee ״״ j oanat worden, }

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