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Jüdische Rundschau · 1934-01-26 · Heft 8 (26.1.1934) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 8 (26.1.1934)
Date
1934-01-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 jüdische Rundschau Nr. 8, 26.1.1934 ß I i, # Aktion dieser Art nur dann einen Sinn haben kann, wenn cs Ihr gelingt, die englische öffentliche Meinung und die maßgehenden Kreise Englands für eine neue Politik zu gewinnen. Unter diesem Gesichtspunkt ist es interessant festzustcllcn, d;|ß erste Resonanz auf die revisionistische Aktion in der englischen 11,resse weder sehr ermutigend (irr die Revisionisten, noch sehr iiiit/lich für den Zionismus ist. Pie englisäie Wochenschrift ״The Near East and india", von der behauptet wird, sie stehe dem englischen Kolonialamt nahe, schreibt in ihrer Ausgabe vom 18. Januar in einem dem Pakisti na* Problem gewidmeten Leitartikel, in dessen ersten Teil die arabischen Demonstrationen als künstlich gemacht, unecht und unklug verurteilt werden: ״W ״Ille nt n 11 die Revisionisten ernst nehmen, dann müßte jede Hoffnung für den allmählichen i r f <> 1 g des J ii d i s 111 ׳ e n N a t i o n 11 111 e i m 8 n 11 f g ״ g r!! c n e r d e!1. Dem Ansjuurtt, 11.1 H P.diiMiiin und Tramj״ril.1׳nieu ein jiidi-1 her Sinnt sein müssen, würde dns Gewissen der Welt unvermeidtieh sieh widetselten, umt wenn man tugeben müßte, itntt die Palästina-Angelegenheiten aul dieses Ziel lojUciicni, dann wäre tlic (•Ordnung frir Herndigung des Mnndnles und fiir Ucbcrgabc des Landes an die Araber unwiderstehlich. GliicklRlii-rn-cishe lehnt der gesunde Sinn Her grollen Mehrheit der Juden den kopflosen Bombast der Revisionisten ab; so kann die brilisehe Regierung auch die Extremisten unter den Moslems abweisen, die nicht weniger darauf bestehen, daß die ilallour-Peldnrnlion, sogar wie jetzt interpretiert, imbillig, onrerhtmä 1'ig und »ehiidlirh ist, tinrl daß Großbritannien sie entwerler nntitillioren oder der wnrhsenden Fcindsehaft der ganzen islamischen Weh gewärtig sein müßte. Es ist eine kuriose Eigenart der Situation in Palästina, daß keine der beiden Hauptgruppch, Juden und Araber, sich über ihr begrenztes Gesichtsfeld erheben kann. Die Araber, trotz ihrer großen zahlenmäßigen Ueberiegenheit, 'gehen an, die jüdische Emigration zu fürchten, obwohl sie schwerlich nachvoVon könnten, daß sie ihnen ernste Nachteile gebracht hat, und obwohl sie cinschen, daß der ökonomisrhe Wohlstand Palästinas ausschließlich dem jüdischen Kcic 11tum und der britischen Administration zu danken ist. Es bedürfte eines Mannes von Weitblick im nrnbisrhen Lager, um das Volk zu lehren, den vollen Nutzen aus den ihnen zugcfnllencn außergewöhnlichen Vorteilen zu ziehen. Die Juden auf der anderen Seite wissen sehr wohl, (laß sie das Versprechen ihres Nationaihcims ausschließlich Großbritannien zu danken haben; daß, wäre das Versprechen nicht 1917, bevor die Welt die Möglichkeit, eines arabischen Nationalismus begriffen hatte, gcgelren worden, heutzutage fraglos eine jüdische Einwanderung gegen den Willen der Einwohner Palästina.« nicht, sanktioniert werden würde; und daß die einzige Hoffnung für die dauernde Entwicklung des Nationalheims in harmonischer Zusammenarbeit mit den Arabern liegt. Aber der politische Zionismus j»t, trotz seiner glänzenden Errungenschaften bei der Erriolitting des Xationalheims, viel mehr liescltäftigt mit seinen Bcsehwerden gegen die Palastinaregierung, welche allein zwischen dein Nationalheim und einer tragischen Austreibung durch Araber steht, als mit der Anbahnung guter Beziehungen zu den Arabern. Solange dieser ZtMnml bestellt, kann keine entschiedene Acndcrung der Situation cintrcten.“ Gegen diese Stellungnahme des englischen Blattes läßt sich vom jüdischen Standpunkt vieles cinwcnden. Bei der gegenseifigen Abrechnung vergißt die Zeitschrift zu erwähnen, daß auch die englische Mandatarmacht sehr wesentliche- Vorteile aus der jüdischen Einwanderung gezogen hat, und daß die glänzende Finanzlage des Landes, über die dieselbe Nummer der Zeitschrift an anderer Stelle berichtet, der Regierung ihre Arbeit sehr erleichtert. Wir können es auch nicht hijjnehmcn, ,,daß einfach gesagt wird, heutzutage, würdg dje Balföiir-Dpklaration nicht gegeben werden; denn obwohl in der bewegten Kriegsziit sicherlich'ein solcher Akt cljer'im Bereich’jler' Wirk-‘ lichkeit lag, so darf doch auch nicht verkannt’werden,daß das Judenproblcm noch niemals — auch während tles Krieges nicht — in solcher Schärfe vor der ganzen Welt stand wie heute. Aber es ist müßig, darüber zu streiten; die Tatsache ' der Oalfour-Deklaration und des Nationaihcims ist nicht mehr aus der Welt zu schaffen. Daß die Sache des Nationaihcims durch solche Aktionen, wie die Revisionisten sie unternehmen, gefördert wird, glauben wir nicht. Aber es bedarf der größten staatsmännischen Begabungen, die der Zionisnius aufzuweistn hat, um aus der Sackgasse, die durch die Verstimmung zwischen’ England und den Juden entstanden ist, herauszukommen und den Aufbau des Nationalheims wieder in das geordnete Strombett solider Entwicklung und friedlichen Einvernehmens zu leiten. r׳ ~יי - 1—!1־• r־j n r־e m;.>■•' j!! 't;י' י'— י י' ״' "/Pr־r|j‘ * } ׳׳־,, .׳* ׳ * s ,4׳ ״׳V, i . l״J!7,& ־־,1 ״-J 4v.. fc״*» Die Zeitschrift ״Die Kirchenmusik“, Organ für die •vangclisr.lu’ii Kirchenmiisiker, für ihre Aufgaben und ihre Stau- ,lesfragen (Verantw. Schriftleiter: Dr. Franz. Haclmiaint, Berlin-, , Finkenkriig) bringt in ihrer Ausgabe vom Januar 1934 einen Aufsatz ״Ha fiel« ja hl", der für uns Juden recht intcrcssant ist, weil liier in der Diskussion über ein in die deutsche• . Sprache ,cingcdriinßcnes hebräisches Wort sich die Tiefe der gegenwärtigen kulturellen und geistigen Gärungen offenhart. In dem Artikel, der mit B. gezeichnet ist, heißt cs: ״Der t>m׳k!«r einer hölieren l.ehramätik in Berti!» bemirtilc mit .eine״ Srlifilcrn den Gollesdienxf. Vor Beginn desselben ging er znm f H‘i1,־!irhen und rneldetr ihm ,seine Anwesenheit und (he Keiner Schiller; er fügte hinzu, ein ß er aber (Ins Ha II ein ja in der Liturgie nicht zu hören würuehe, widrigcnhilb er mit seinen .Schülern die Kin.'he verbissen würde. Der Oeivlllche erklärte ihm, daß die Liturgie nicht geändert werden kann und bat den Herrn, seinen Platz mit seinen Schülern (Wh wenigstens nm Ausgang zu nehmen, um arge .Störungen zu vermeiden. ... Es ist in jeder Weise und mit Dunk zu begrüßen, daß die deutsche Erde von den ,verunreinigende!», chemischen Einwirkungen einer jeuncssc juivn in i.itcrnftjr, Kunst, Musik,, Theater, Rundfunk, Gesellschaft, Wirtschaftsleben j littw, befreit ist, und ihrem Weitersvirken eine ),).!sis deu!sehjtr Art cntgegengehnltcn ,wird. Das Beitürfui's nach Reinlichkeit ,Rt eine notwendige Rankt iot», um •Leib lind. Seele,, Herz nud ,,Geist, Äuge, Ohf, N״«' *U'entlasten von den 'Miasmen der Sümpfe. Wir teilen siuiiiiL dasselbe , Gefühl, - (las, die Propheten des Alten Testaments, ein Jesajas, ein Jeremias in so gewaltiger Sprache ihrem verlogenen Volke seinerzeit zum Ausdruck gebracht Indien. Aber' cs ist zugleich nllorcrjitcstc deutsche Art, die Reinlichkeit 1•riidht Hilf die flaut zu besriiriinken, d. h. ob• und 1m<z!1Kchcidcn( . sondern . den Prozeß , in dns Innere zu verlegen und hier seine Situation 1m Zusammenhang des Wcltganzen, in Zu- *ammenhnng mit Gott: zu erkennen. Wir wollen uns den Säuberung*- prozeß nicht so leicht vorstelten, und es uns auch nicht so leicht machen. ... Gerade wer sich mit der Runenschrift besehiiitigt und hierbei nicht bloß liest, was er lesen will, wird eine universale Gemeinschaft der Urvorstellungcn der Menschheit finden. •Und ■ wer dann außerdem in der• Sprachforschung der Lauf- und Sprnchbildimg narhgeht, dem werden sich wunderbare ZtuammcnhMngc erschließen, die gerade hinsichtlich des Gottesnamens die Völker als miteinander verbunden erscheinen Insscun.N'ach Hermann Wirth blickten die altnordischen Völker zu->dem• Gatte des Jahres je nach der Jahreszeit verschieden nuf und riefen ihn unter verschiedenen Namen an: mit ARISTOKRATIE . Die allen, Begriffe von Aristokratie und Demokratie hoben heule wieder, wie so oft In der Geschichte, viel von Ihrem Inhalt Und. Ihrer Bedeutung verloren. 5fe haben Im Gange der Zelten, und so auch In unserer» Tagen, dann vornehmlich Ihren Sinn clngcbQßl, wenn sie Ihre Eigentümlichkeit, In der sie Ihr Recht und ihre Aufgabe besitzen, ׳ verkannt! oder ׳ mißdeutet hallen( Demokratie bezeichne! einen Ausgangspunkt! um. wellerzugehen» um aufzuslelgen, Aristokroüe./eln, A1»!iclt.r»1)Hci1>״elnon.,arraS<hte1t (Ploln.״Jedo »vor» beiden vcHüfd ihr jWeich tjfid Verrät ihPetV ChnräkfHy WeWn' 1(4'dä*' '»ein , will,; was die׳ondjere Jfi^wenj» ql*o 3}״em0kr»l|e, Jr^*!,th bf - .frledigt,vs<A'10ni-wv;?Igle ,»ein ünsLcina AirtMohwU«׳ n•* Neuem begehrend, auch wetteifern will. Beginnt eine Demokratie Bequem- Ildikeli und Arrfvler/heit 1Zu pflegen und elni Aristokratie Neid und Eifersucht zü hegen, Ist,0150 jene ohne den Mut zu Weiterem, Höherem, Fernerem und diese ohne, den Mut zu dem, was sie geworden, zu dem, wohin sic gestellt Ist, dann sind »te Ihrer selbst, Ihres Wertes ledig geworden. Wir haben es ln Deutschland in Jahren, die ver• gangen sind, beobachten können. , , Auch von unserem jödlsthen Geschick spricht dies alles zu uns. Wir haben es, zumal ln unserer Zell, pft sthmerzlld» entbehren müssen, dab uns In Deutschland, vielleicht Im Unterschiede zu manchem anderen Lande, eine jüdische ״ArtStokratie" fehlt. Sie Ist uns ver• loren gegangen, well die »IW, die Personen und die Häuser, die r״ * UZ- ,13 AI. nach (1er Wintcrsonncnwcudi•. mit Kl im Krühjalir, sommrr mit II und dann rum Winter mit den dunklen ■ uik! Ul 1m. Und figenliiiiilicli, es kommen mich die«; gekehrt vom Ls, Le, Li,!•׳>, Lu, Wir begegnen hier der de* GcUestmmerw, zu denen nun eben auch das hebra dat mohammedanische AH.111 gehören -- nicht tm Hod. La,!01! g 'י'“tr! cn Br ütbikiu "*cl'e El » getrennt v!,״ » Welt der Walhalla. Wer uuf diese Lautlormen achtet, dtm!m 1 ailffttllrn, d!!ß in allen der Kon.onnnt I, steht. Es würde יי weit führt׳(!, wollte ich dem Wesen diese» gclicimnisvulleti ]j *Inhr״ in der Sprache der Volker narligclirn, ׳Aber i׳l! Hinweisen auf das Hordersrhe Tn״• Licht, Liebe,!,eben.!.!••-er tiefe Verbindung,״׳ iihnru zu lassen. I’!1 1 das .,!׳ eicentlii h ein Direktor wis-,.11,!«׳vor er in ni! hi gen! fl U'-h. 1״f um dfrt ׳־.ו״1ז י taktvoller Welse wie einer 1111, der Schar der cltüiklen Aa-cn das \V11ndcrwort ,Hnllrltija losstiirmt, in dem da» All mit **f'"‘ hohen und tiefen seelischen und geistigen Bewegungen seinen ^"י kalisehen Ausdruck in unerreichter Srhnnlieit gefunden hat l'o wo Musiker an dieses Wort herankommeti, da öffnen sirj! g,” alle Quelle״ de»!•ebens.“ ״Halldttjah“ ist ein h c 11 r ä i s c 11 e s Wor t, dessen war liehe Uebcrsctning lautet ״Preiset Gott“ und das, nach sei״' Verwendung in unserem jüdischen Buch der Psalmen J schließen, in der aitjüdischen Liturpie einen besonderen chorü sehen Anruf darstellte. Es ist ein Ausdruck des tiherströme'■'.' den Dankes an Gott, der freudigen l.chensbejahung, 4 Glaubens an den Schöpfer. Luther hat dieses Wort in Bibelübersetzung• un übersetzt gelassen, und so ist die«; Hebraismus ähnlich wie andere Hebraistnen (z. B. das Wor •״Amen“) in der deutschen Sprache heimisch geworden. D? .vorstehend zitierte Aufsatz tritt für die Beibehaltung 4 Wortes, das einen ganz besonderen Gefühlston hat, ein Ate es fällt uns Juden auf, mit wie weithergehoiter Br Erfindung: diese Beibehaltung gerechtfertigt wird. Wenn de Verfasser des Artikels außerdem bemerkt, daß Jesaja w; Jeretnia gegen Entartuugscrscheinungen im jüdischen V’cü aufgetreten sind, so ist hierzu zu bemerken, daß Jesaja »d Jercmia, die zweifellos Vollblutjuden waren, von glühende Liebe zu ihrem Volk beseelt, alles geißelten, was sie do'r Schlechtes vorfanden. Wir Juden haben es stets als die betondere Eigenart des Judentums emnfunden, daß das ethisch( Pathos großer Juden, die nach außen unbedingt für ihr Voll eintratenj im inneren sich gegen die Entartung im ei gern! Volk richtete. das hatten sein können und hälfen sein sollen, nldil vermodila Ihren Platz Ceilzuhalten, Sie wußten nicht oder sie versaßen, di wer die Tradition auffllbt. dadurch auch den Adel fortgibt; sie habe: Ihn damit, oft fast desselben Tages, an dem sie Ihn erhalten halt(! auch abgetan. Jeder kennt Namen des Beweises. Von einem jadiidiea Baron, einem echten Aristokraten, Ist erzählt, daß er seinem Johte. der »einem Judentum den Rücken kehren wollte, geschrieben ha: ״Wenn die Ehre tu dir nicht spricht, so sollte wenigstens die Klag• heit dir etwas sagen; Jetzt bist du einer unter dreien und, weet es viel ist, unter fünfen. Was wirst du dann sein? Einer von fis.1(• 'lausend 1“ Alle diese «ntadelten Adligen haften' des Stolzes lief itt ^•elbeP ermangelt', sie Wünschten, ln die Linie der tlebrlger» i» trete .^mfaft .f^gene, zu,,5eln,l4qRien ,#le Andere sej^. hi einem liegt der eigentliche Grund für die Verkehrung des Weit» einst und Jetzt. Es kann keine wahre Aristokratie und auch kB? wahre Demokralle geben ohne die Religiosität, ohne die Beilehug zu Gott oder, was dasselbe besagt, ohne das Bewußtsein der h rufung, des Auftrages. Jede Aristokratie und ebenso jede Derne-; kratie Ist, wenn sie nicht mehr fromm war, zur bloßen 5d»au«׳rt geworden, die dann zerfiel, oder die ein Windstoß stürzte. Uebr all gilt es »0, und zwiefach gilt es im Judentum. Ohne die Ver• bundenhelt mit Gott, ohne die Frömmigkeit können wir Juden ktw Demokratie haben und können wir keine Aristokratie haben, Vergangenheit spricht davon, und es Ist ein Wort auch von unit» Zukunft, , _ . Leo öaeek. Die Arlosoroff״ Morduntersucliung Jaffa, 23. Januar. (J. T. A.) Im Untersuchungsverfahren gegen Stavsky und Genossen wurde abermals eine Verbandlung abgehalten. Die Taktik der Verteidigung geht dahin, die Behauptung Frau Arlosoroffs, sie hätte bei der Identifizierungs- Vorführung Stavskys als einen der Attentäter wiedererkannt, zu entkräften. Zu. diesem Zwecke wurde von der Verteidigung in der letzten Verhandlung der Detektiv Isaak Steinberg .als Zeuge geführt. Die weiteren Zeugen, die vernommen wurden, befaßten sich mit Einzelheiten der von den Spurensuchern gemachten Aussagen. Zusammenarbeit; von Acrzten Der Amlslcitcr der Berliner, Aerztescliaft, Dr. Villa in, hat (it. ״Aerztcblatt für Berlin" vom 20. Januar 1931) eine •Anordnung über die Zusammenarbeit zwisehen arischen und nichtarischen Acrzt e n i n Pr i vatk li 11 נ k en und Krankenhäusern getroffen, ln dieser Anordnung heißt es: ״ln der Frage der Zusammenarbeit zwischen arischen •lind nichtarischen Acrzten in Privatkliniken und Krankenhäusern sind folgende Grundsätze anzuwenden: ,, 1. Ist die Klinik oder das Krankenhaus im Besitz eines Arztes, So finden die Grundsätze für die Zusammenarbeit zwischen arischen und nichtarischen Acrzten Anwendung für .das Verhältnis zwischen dem besitzenden Arzt und denjenigen Acrzten, die in dieser Klinik oder in diesem Krankenhaus Kranke behandeln, 2. Ist der Besitzer nicht Arzt, aber nicht arisch, so werden sich arische Aerzte, die in dieser Anstalt Kranjce behandeln •wollen, so• verhalten,,wie sie das auch anderen Einrichtungen gegenüber tun, die sich in nichtarischen Händen befinden., 3. Für das Verhältnis zwischen Acrzten untereinander,,die, gleichzeitig in einer Privatklinik oder einer -Krankenanstalt, ohne festangestellt zu sein, arbeiten, gelten die, Richtlinien über die Zusammenarbeit zwischen arischen und nichtarischen Acrzten. Soweit also eine Zusammenarbeit zwischen-arischen und nichtarischen Acrzten bei ihrer Tätigkeit in der gleichen Anstalt nicht in Frage kommt,, ist gegen eine gleichzeitige Tätigkeit in derselben Anstalt nichts einzuwenden. Die Girund- Sätze über die Zusammenarbeit zwischen arischen und nicht• arischen Acrzten kommen nur soweit in Betracht, als es sich um Konsilien über einen Kranken in der Anstalt handelt oder *wenn die Aerzte durch die Verhältnisse der Anstalt gezwungen sind, sich gegenseitig zu assistieren oder zu vertreten. Für; dringliche Fälle gelten die üblichen Ausnahmen." ' Dr. Alfred :'Klee im Direktorium ' der ,Berliner Jüdischen Gemeinde Die Repräsentanten-Versammlung der Jüdischen Gemeinde hat In ihrer am 18, Januar abgehaltenen Sitzung den Führer dor Jüdischen Volkspartei, Dr. Alfred Klee, einstimmig In den Gemeinde Vorstand gewählt. Dr, Klee wird auch ln das Direktorium der Jüdischen Gemeinde Berlin eintreten. ' ' ■ ׳ / Dr, Klee ist «iucr der ältesten und verdientesten Zionisten, Deutschlands,! seit über dreißig Jahren in -der ,zio• nisiischcn Bewegung tätig. Er ist ׳ seit 14 lahren Führer der Jüdischen Volkspartei, ,׳die, aus zionistischer Initiative her• vorgegangen und Von .Zionisten geleitet, im Sinne des jüdisehen Volksgcdnnkcns den• Kampfgegen ,die liberale und assimilatorische Parteilierrschaft in derBerliner Gemeinde aufnahm. Durch das! : Medium der Jüdischen •Volkspartei haben die Berliner Zionisten gemeinsam mit anderen - ge• meinde-poiitisch' ihnen ׳ nahestehenden •Gruppen und Personon jahrelangmit Erfolg die jüdische Geineindepolitik ge- ■führt. Nachdem eine Zeitlang' nie antiliberalen Gruppen gemeinsam eine Mehrheit in der Gemeinde׳ hatten, hat bei den letzten Wahicti im Jahre 1930 die■ liberale Fraktion wieder die Mehrheit'errungen. ■Die zweitgrößte Fraktion׳ und Fiihrcrin der Opposition״ wart jedoch die Jüdische Volkspartcj geblieben. Infolge gewisser unliebsamer. Ereignisse in der Gemeinde und im Zusammenhang mit bestimmten Selbstherrlichen Aktionen' einzelner Führer, der Volkspartci, die von den verantwortlichen Gremien der Zionistischen Vercinigung für Deutschland -nicht gebilligt wurden, ist im letzten Jahre insofern eine Aenderung erfolgt, als ein Teil der Frakti<m<;״c1toss1:m der,'jüdischen Volkspartei diese Fraktion verließen und eine eigene.Zionistische Fraktion bildeten, die sich f — zum Ujitqrscliibd von. der Volkspartei —der Disziplin der Zionistischen Organisation unterstellte.; Den letzten Anlaß' zu dieser Entwicklurig gab, wie , erinnerlich, eine Aktion des Herrn, Kareski, ,der,,gemeinsam mit r.cvisionistischcn Jugendlichen, die in das picustgebäudc der Jüdischen Gemeinde cingcdrüngcn' waren, gewaltsame 'Erfüllung der von ihm gestellten Person,ilfordcrungqn , erzwingen wollte, wodurch sogar ein Eingreifen der Polizei nötig geworden war. Dieses Vorgehen wurde von der Zionistischen Vereinigung für Deutschland mißbilligt,, von •der Volkspartei Jedoch.nicht desavouiert. Seitdem ■gibtv es neben der ■Volkspartei .eine Zionistische Fraktion in der- Repräsentanten-Versammlung, deren .Führet: ddc♦•• $iqgfri»rht,s! bekanntlich׳ kürzlich sein -Amt als Mitglied des Direktoriums der Gemeinde u ן Protest gegen die einseitige Parteiherrschaft der Liberal« ) niederlegte. Der iin Anschluß daran in der Berliner Gemeind' j attsgcbrochene Konflikt ist keineswegs zum Abschluß gehn;: 1 Im Gegenteil, in der gleichen Repräsentanten-Vcrsammlirf 's die Dr. Klee ln den Gemeindevorstand wählte, wurden die | Forderungen der Zionistischen Fraktion.'; gerichtet aut Gleichberechtigung des zionistischen Bevc!■ | Keriingsteils der Berliner Jüdischen Gemeinde, die vor »H'־ | in der Zusammensetzung des Direktoriums, in der Red*״■ » tionsfiihrung des Gemeirulebiattes und in der Besetzung Jugenddezernates ihren Ausdruck finden müsse - von *j liberalen Mehrheit abgelchnt. Dieser Situation entspra;ן ׳ nach der , Auffassung der Zionistischen Fraktion eine ן '׳ט sendunjT des :Herrn Dr. Klee in den Gemeindevorsland in ף i 11er Weise. Deshalb beteiligte sich die Zionistische Fraktion״ der Wahl nicht.;i Für die Führung der indischen Gemeinde wird die ®; j arbeit von Dr. Klee, der m allen Angelegenheiten der Jrt' י sehen' Gemeinde große Erfahrungen hat, ein Gewinn s״״ Wir hoffen, daß er cs vor allem als seine Aufgabe bcW' J ten wird, bei all seiner auch von den Gegnern gefuh.1״-' : Konzilianz, mit Entschiedenheit gegen die parteipomj'rt : Monopolisierung der Gemeinde und ihrer Institutionen,״ft; die Liberalen, die die berechtigten Ansprüche dei?10n|s“ sehen Gemeindeangehörigen ständig bagatellisieren, a1J"-L; ten und an der Umformung der Gemeinden im Sinne » j lebendigen, volksverbundenen Judentums יזו"; wirken. Aus der Jerusalemer Celohrlonwell . Rabbi Simclia A s s a f, Dozent für gaonische und tusche Literatur au der Jerusalemer Universität, wurde a״» 'fordert, sein Gutachten in einer Erbstreitigkeit «־״ geben, bei der es sieh um über eine Million Pfund W״״ und die in kurzem vor einem ' englischen OerlchtsW> Bombay verhandeit werden soll. Rabbi Assaf, eine bem. Autorität für rabbinisches Recht, ist schon nach Indien gereist.״ ׳ Dr, Walter J. Fi sc h ei vom Orientalischen Institut yor der Jüdischen Historischen Gesellschaft von England"( Vortrag über die Marannen oder Krypto-Juden von Per’׳ gehalten. Dr, Fischei. war ferner in der Lage, etnüßS g. Kreise, der Tschechoslowakei fijr die Gründung einer» schaft der-freunde der Universität" zu interessiere« erhielt wichtige Schenkungen für die Universität

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