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Jüdische Rundschau · 1934-01-23 · Heft 7 (23.1.1934) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 7 (23.1.1934)
Date
1934-01-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 ,Jüdische Rundschau Nr. 7» 23.1.193-} I Die nördlichste Gemeinde Deutschlands Ein Bericht aut Kiel .. Gemeinde hat durch den Fortzug von Rah* Diner L)r. A. I o 8 n e r viel an innerem Halt verloren. Trotz ■Hedem kann die hiesige Ocmcindearheit «I« ausreichend Deieicnnet werden. Unsere Qerneinde umfaßte vor einem Jahre noch 613 Seelen, deren Zahl sieh durch die Abwanderung der letzten Monate auf <1 Id Seelen reduziert iiat. Hierunter gibt es zurzeit 75 schulpflichtige Kinder im Alter von 11. , '°"reTI׳ 'n den ostjiidlschen Kreisen i'ibertraf ltn letzten Jahrzehnt die Zahl der Gebürte״ die Zahl der Sterbe- ־.. e״,m c'f's Doppelte, bei den westjüdisclien Familien stehen d,e Waagschalen von flcbtirten und Todesfällen in gleicher Hohe. Die _ Zahl der ostjiulischcn Familien liegt unter der Brief aus Bonn Die voirf Vorstand unserer Gemeinde mit Umsicht und großem Nachdruck ciugcleitete Werbetätigkeit für eine j t 'i dl sehe Schule hat zu einem erfreulichen Ergebnis gefuhrt. Nachdem bereits im Sommer Herr Direktor Dr. K11 banski von der Jawncschnlc in Köln in einer gut besuchten Ciemciudcvcrnnstaltuiig die Notwendigkeit der Errichtung einer jüdischen Volksschule erörtert hatte, und bereits damals die Gemeindeversammlung fast ausnahmslos ihrer Errichtung zuder westjüdisclien, jedoch übersteigt die Zahl der ostjüdischen gestimmt hatte, ist der vor einiger Zeit in den Vorstand ein- Seelen um 50 die der westjüdisclien. getretene Herr Professor Töplitz mit der Durchführung Kiel besaß und besitzt eine Unmenge Jüdischer der Vorarbeiten beauftragt worden. In einer außerordent- Vereine. Fast alle jüdischen Organisationen sind vorhanden: lieh gut besuchten Versammlung legte er alt Hand eines Zionistische Ortsgruppe, Misrachi, C.-V., Reidisbtmd jüdischer reichen statistischen Materials die Lage der jüdischen Schi!• Frontsoldaten,.Fsra-Loge, Prnuciiverei״, Verein für jüdische jer dar. Er wies nach, daß etwa ein Drittel der jüdischen Geschichte und Literatur nebst zwei jüdischen Jtigcndbiiiulen: Habonim und Zeirc-Misrnehi. Erst vor wenigen Wochen haben sich sämtliche Vereine unter der Führung des Gcmeindevorstandes zu einem Kulturbund jüdischer Vereine zusammetigeschlossen, wodurch aber das Eigenleben der einzelnen Gruppen nicht aufgehoben ist. In jüngster Zeit hat die Zionistische Vereinigung ein rege* res Leben entfaltet. Die Stoßkraft hierzu bekam sie von der Jugend, die ihr möglichstes geleistet hat. Der Misrachi bemüht sich um die Stärkung des Lernens. So wurde am Schabbos-Nachmittag ein Chumcsch-Schiur für Erwachsene und ein hebräischer Kursus für Anfänger eingerichtet. Beide Veranstaltungen erfreuen sich eines sehr regen Zuspruches. Da der Hauptantrieb fast jeder zionistisehen Arbeit von der Jugend kommt, soll hier gleich von ihr die Rede sein. 95 Prozent aller Jugendlichen und schulpiiichtigen Kinder sind in den beiden zionistischen Bünden, im Habonim lind Zeire-Misrachi, organisiert. Leider werden die Bundcsarbeitgn dadurch sehr beeinträchtigt, daß die Bünde keine Heime besitzen, so daß sämtliche Zusammenkünfte in Pfivatwohnungcn abgehalten werden müssen. Die Bünde lei* den stark an Fülirermnngel, da aus der Aeitcrcnschaft sich der weitaus größte Teil der Mitglieder aut Hachschnrah oder schon in Erez Israel befindet. Beide Bünde bemühen sich um die Gründung von Cliaitizheimcn. Der ״Zeire-Misrachi״ hat für den Brith Chaluzim Dathiim hierin den Anfang gemacht. Der Litera turver efn veranstaltet ab und zu Vor• träge mit auswärtigen Rednern und verschiedenen Themen Besonders erwähnt zu werden verdient die Arbeit des 18״• raelitt sehen Frauen Vereins“, in dessen Händen fast die ganze cliaritative Gemeindcarbeit liegt. Durch Lebens• mittelpaket-, Kleider- und Geldsammlungen, die er von Zeit zu Zeit durchführt, ,ist es ihm möglich, der großen Zahl der Bedürftigen innerhalb unserer Gemeinde mit dem Notwen• digsten zu helfen. Der Oemelndevorstan d pflegte nur einmal lm Jahre in einer Öffentlichen Gemeindeversammlung hervorzutreten. Besonders empfindlich w׳ar der Fortzug des Rabbiners fn der Israelitischen Religionsscnule, in der die 75 Kinder ihren jüdischen Unterricht erhalten. Der gesamte Lehrplan lag eine Zcitlang in der Hand nur einer Lehrkraft. Vor kurzem hat der Oemcindcvorsitzcnde, gleichzeitig Vor• sitzender der Zionistischen Vereinigung, Herr R.-A. Tannen• Wald, dem großen Interesse der Schüler Rechnung getragen, durch die Einstellung einer Hilfskraft wurde das Lehrfach der neuhebräischen Sprache erweitert. Hermann Wlnxelbtrg. Volksschüler auf jüdischen Schulen unterrichtet werden. Da cs insgesamt rund 25 000 jüdische Volksschüler gibt, hcfinden sich rund 8000 Schüler in jüdischen Volksschulen. 15 000 jüdische Schüler befinden sich aut höheren Schulen, davon 2000 auf höheren jüdischen Schulen. Legt man die für das Jahr 1931 ermittelten Zahlen der gesamten höheren Schüler, nämlich rund <100000, zugrunde, so würden entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen nur 4000 jüdische höhere Schüler als solche verbleiben können. Mithin müssen 11 000 Schüler auf Volksschulen unterrichtet werden. Es ergäbe sich demnach eine Gesamtzahl der jüdischen Volksschiilcr von insgesamt 26 000, für die ein Bedürfnis nach einer jüdischen Volksschule bestände. Auch wenn man einen Abgang von rund 10 0/0 in Rechnung stellt, würde noch eine Zahl übrigbleiben, die die Notwendigkeit, jüdische Volksschulen zu errichten, zwingend ergibt. Herr Professor T ö p - litz war auf Grund seines außerordentlich gut durchdachten Zahlenmaterials der Auffassung, daß diese Zahl wohl eine Hflchstzahf darsteüe, die mir für einen Zeitraum von rtw* |- fünf Jahren Gültigkeit habe. §1 Auf Grund *einer Ausführungen haben sX mtllehc El.l'ä fern unserer Gemeinde sich bereit erklärt, ihre Kinder <j(׳| zu errichtenden jüdischen Volksschule in Bonn zuzufilhrtn Wir werden auf zunächst fünf Jahre einen Bestand von ru,1j: 70 Schülern Italien. Wir glauben, begründete Aussicht j haben, auch die finanzielle Seite der jüdischen Schul, gdegenheit «ieherzustelle». In gut gewählter Ergänzung zu dem Vorträge des Htm Professor Töplitz stand der Vortrag des Herrn Landgericht,, rat a. D. Dr. Sn!Inger: ״Was bedeutet das neue Palästir.i ׳ den deutschen Juden?״ Der Redner vermittelte auf Orunä seiner durch seine mehrfachen Reisen nach Palästina gt, wonnenen Kenntnisse in überaus ansprechender Form dt! sehr gut besuchten Versammlung einen plastischen Eindruck1 von der überragenden Bedeutung der hebräischen Sprach, I für die gesamte Judenheit. | Das praktische Ergebnis dieses Vortrages war die Cr. ganlslerung von vier hebräischen Kurten mit ein« I Tcilnchmcrzah! von rund 70 Personen. Die Kurse werd« mit großer Freude und Anteilnahme besucht. Herr Dr. $!, linger versteht es, in einer meisterhaft faßlichen Form lein: 1 Schüler mit Liebe an das Hebräische zu binden und in da! Oeist der Sprache eiiuufüliren. Die von dem Assistenten am hiesigen OrientalischenI Seminar, Herrn Dr. I.cvi, schon seit Mai geleiteten hebräischen [ Kurse sollen ebenfalls weitergeführt werden. Weiterhin können wir als eine erfreuliche Tatsache dit 1 Wahl eines Vertreters der in Bonn ansässigen Ostjuden den Vorstand der hiesigen Gemeinde verzeichnen. Dr. % Aus oberschlesischcn Gemeinden Gleiwlts Da! Gemdndeleben In Oleiwltz stand Anfang vorigen Jahres unter dem Zeichen der Beschlußfassung über ein neues w a h I r e c ht. Das reformbedürftige alte Wahlrecht wies noch recht altertümliche Formen auf. Man wurde noch persönlich zur Wahl aufgerufen. Frauen- und Verhältniswahlrecht gab es nicht. Das Wahlrecht bedurfte daher einer Reform an Haupt und Gliedern. Während es für das Verhältniswahlrecht keine Opposition gab, ging der Streit um das Frauenwnhlreclit. Erst nach langen Verhandlungen gelang es, das Fraucnwahlrccht wenigstens fiir die Repräsentanz zu retten. Für den Vorstand, der von der ncugewähltcn Rcpräscntnnz nach Stimmenmehrheit zu wählen ist, wurde das passive Fraucnwahlrccht abgelelmt. Eine erhebliche Versehlechterung hat das bestehende Wahlrecht dadurch erfahren, daß das aktive Wahlrecht zur Repräsentanz von 21 Jahren auf 25 Jahre hernufgesetzt wurde. Das ist um so bedauerlicher, da gerade heute die Betreuung der jüngeren Gcmcindcmitglieder eine wesentliche Aufgabe der Gemeinde darstcllt und die Jugend bis zu 25 Jahren vollständig von einer Einflußnahme auf die Zusammensetzung der Gemeindebehörden ausgeschaltet worden ist. Im Etat mußten wesentliche Abstriche, Insbesondere bei den Gehältern gemacht werden, da einmal bei der Verschlechterung der Wirtschaftslage die Stcucreinkiinfte zurückgegangen sind, außerdem aber die Wohlfahrtspflege und die Wirtschaftshilfe außergewöhnlich in Anspruch genommen werden. Die Wirtschaftshilfe Ist etwa Inf April hier eingerichtet worden. Sie wird außer von der Gemeinde und den Wohlfahrtsvereinen durch freiwillige Beiträge der Gemcindemitglicder mit finanziellen Mitteln versorgt. Ihre Tätigkeit erstreckt sich auf Beratung in arbcitsrcchtlichcn und wirtschaftspoiitischen Fragen, Gewährung von Beihilfen zur Aufrechtcrmdtung der Existenz und zur Fristung des notwendigen Lebensunterhaltes, Gewährung von Darlehen, Beratung und Unterstützung fn Auswandererangeiegenlicitcn, Beratung ln Fragen der Bcrufsumschichtung und Unterbringung in Lehr• stellen. Die Zionistische Ortsgruppe hat aus eigener, Initiative bei der Umgestaltung der Verhältnisse sofort hebrä« Ische Kurse für diejenigen eingerichtet, die aus jüdischem! Interesse oder aus dem Willen, sich für Palästina vorzu« bereiten, die hebräische Sprache erlernen wollten. Auch die Wirtschaftshilfe hat später einen besonderen ncuhcbräischen Kursus finanziert, ferner zwei englische Sprachkurse ein• gerichtet, um denjenigen, die sich eine neue Existenz im Auslande gründen wollen, fördernd zur Seite zu־ stehen. Auch zwei Schneiderkurse für Frauen und Mädchen sind ins Leben gerufen worden. Während die Zionistische Ortsgruppe die Palästina-Beratungsstelle betreut, hat sie die Wirtschaftshilfe sowohl für die ins Ausland Gehenden wie die hier Verbleibenden, die ihre Stellung oder ihre Existenz ver׳ Die Gemeinde hat In letzter Zelt die Synagoge für | ü d i sehe Konzerte und Oemeindeabende zur Verfü• gung gestellt. Diese Abende fanden das rege Interesse der Genifindcmitglicder und waren durchweg gut besucht. Ueber die einzelnen Veranstaltungen ist hier schon berichtet worden. K. Oppeln Durch die Inf Jahre 1933 cingctrctcnc grundlegende Veränderung der Lage des deutschen Judentums sah sich die Oppelner Gemeinde vor eine Fülle neuer Aufgaben gestellt. Unter der planvollen Leitung und durch die Initiative ihres ersten Vorsitzenden, Herrn Jolm Sehe ver, arbeitete die Gemeinde viel aktiver als in den früheren Jahren und versuchte, allen an sie herantretenden wirtschaftlichen und jüdisch-kulturellen Aufgaben gerecht zu werden. Bereits im letzten Winter machte die Wirtschaft• flehe Entwicklung es notwendig, eine allgemeine Wirtschaftshilte zu organisieren; dieser Wirtschaftshilfe wurde eine Wirtschaft*• und Bcmfsheratiingsstclle apgeglledert. Zugleich wurde es der Gemeinde durch eine Sammlung möglieh, Bekleidung, Brennmaterial, Kartoffeln und Lebensmittel zur Verfügung zu stellen. Die Gemeinde ist heute mehr als früher zum Träger des sfldiseh -geistigen Leben! geworden. Sie veranstaitet regelmäßig Gemeindeabende, deren Durchführung den einzelnen Organisationen übertragen wurde. Es sprachen von der Zionistischen Ortsgruppe Dr. Deutschmann und Dr. Jospe über ,,Hebräisch als lebende Sprache“, von der Ortsgruppe des C.-V. Dr. Friedrich Brodnitz über ״Die Lage des deutschen Judentums“, In der Mittelpartei für positives Judentum Dr. Speyer (Breslau) über ״Die jüdische Schule“, vom R. j, F. Dr. Fränkel (Berlin) über ״Schicksal und Wille, zur Lage des deutschen Judentums in der Oegenwart", iowle in der Freiheitloge Dr. Hofstein über seine Palästinareise. — Am 19. Oktober veranstaltete der Oemcindevorstand seihst in der Synagoge einen Ocmeindeabend, zu dem Rabb. Dr, Leo Baeck als Redner gewonnen worden war. Daneben versuchte die Gemeinde noch durch zahlreiche kleinere Veranstaltungen das Gcmelndelebcn anzuregen. Jeden zweilcn Sonntag Abend haben die Oemelndemltglifder die Möglichkeit, in den Gemclnderäumen gesellig zusammenzukommen und sich durch Kurzreferate und Diskussionen über jüdische Fragen zu informieren. Zum gleichen Zwecke trifft sich die werktätige Jugend einmal wöchentlich unter Leitung von Dr. Erich Hirschberg. Der Religionsunterricht in den Schulen, der bisher zwei Stunden wöchentlich betrug, wurde durch zwei zusätzliche Unterrichtsstunden erweitert, um den Kindern ein größeres jüdisches Wissen zu vermitteln. Für die noch nicht Schulpflichtigen wurde ein Kindergarten geschaßen. Die Bemühungen urrf zur Berufsumschichtung der Jugend geeignete Stellen hatten den Erfolg, daß acht Jugendliche aus Oppeln und dem obtrschlesischen Industriebezirk die Möglichkeit zur landwirtschaftlichen Ausbildung In der Nähe Oppelns fanden. Dr. A. J, Gcmetndeleben in Laucnborg f. P. Laucnhurg gehört zu den Städten, in denen es bis zurrt T. April kaum Zionisten gab. So lange Ich denken kann, hat niemals ein Zionist versucht, zionistische Oedankengänge in die Gemeinde hineinzutragen. Alles segelte beruhigt im Fahrwasser der Assimilation, und es bedurfte erst eines großen Erlebens, um die Lauenburger Juden aufzurütteln. Ganz spontan wurde dann auch in einer Versammlung des C.-V. die Zionistische Ortsgruppe gegründet, die heule fast 60 Mitglieder zahlt. Daneben hat sich die ganze Jugend unserer Gemeinde Im Makkabi Hazair zu• sammengefunden, und cs ist eine große Freude, zu sehen, wie stolz die Jugend auf Ihr Judentum ist, seitdem zionistisches Gedankengut Ihr zu eigen geworden ist. Kinder und junge Menschen, die früher wenig mit wirklichem jüdischen Wesen in Berührung kamen, jüdische Jugend, die immer mehr durch Indifferenz dem Judentum verloren ging, ist heute betont jüdisch. Die Ortsgruppe arbeitet stets mit dem Makkabi Hazair zusammen. Begeistert stellte sich die Jugend der Rosch Haschanah-Aktion des KKL zur Verfügung und nur durch diesen Schwung war es möglich, daß in unserer kleinen Ocmcindc von etwas über 250 Seelen über 500 M. zusammcngcbracht werden konnten. Die Ortsgruppe selbst veranstaltet alle 14 Tage eine Vortragsabend. Sehr oft wird zu diesen Abenden die ganze Gemeinde cingcladcn, die gern kommt und regstes Inter«!! fiir alles zeigt. Bei aller Betonung der eigenen Anschauung muß es sich verwirklichen lassen, daß eine Zusammenarbeit aller Richtungen herbeigcfiihrt wird. Auch an dieser Stelle ist zu betonen, daß die Aufrecht• erhaltung unserer kleinen Gemeinde nur möglich sein wirt, wenn der Landesverband finanzielle Hilfe zu! Verfügung stellt. Es geht nicht an, jüdisches Leben Is der Provinz durch Bezirksgeistliche aufrechtzuerhalten. Unser! Jugend muß mit ihrem Lehrer leben und verbunden sein. Der Lehrer muß ihr Freund und Führer sein können, und u genügt nichtj wenn gelegentlicher Unterricht erteilt wird, nur damit che lugend etwas Hebräisch und biblische Ge schichte lernt, wenn aber die Gemeinden in den kleine! Städten aufrechterhalten werden sollen, dann muß endlich dafür gesorgt werden, daß vom Landesverband wirklich finanzielle Hilfe geleistet werden kann. Die Opferwillige!‘, der Juden muß heute auch dahin gehen, daß jeder Einzelne dazu beiträgt, daß das Judentum ln den kleinen Gemeint!t; nicht untergeht. DB, Die Danziger Gemeinde Ende Oktober hat ern neuer Vorstand die Ldtutj der Danziger Synagogengemeinde übernommen. Ehe wachse•׳ den Getneindeaufgabcn, welche die Ereignisse dieses Ja;ג־ auch in Danzig mit sich brachten, ließen es dem bisherig« Vorstand als richtig erscheinen, seine Aemter zur Verfüge:! zu stellen und auf diese Weise den Weg für eine neue Leite! frcizumachen, der jüngere Kräfte aller jüdischen Rick• tungen angehören könnten. Der neue Gemeindevorstand tftt sich zu gleichen Teilen aus Vertretern deutsch-jüdischer Ri®■ tting und Nationaljuden zusammen, Vorsitzender ist Senats«• Ernst Bcrent, stellvertretender Vorsitzender Rcchtsanwik Bernhard Rosen bäum. Entsprechend der Einigung über die Zusammenietrwj des Vorstandes ist auch über die fällige Ergänztingswaltl » Repräsentanz zwischen den Parteien ein Einvcmemtin erzielt worden, mit dem Ergebnis, daß die künftige Reprisw■ fantcnvcrsnmmlung sich aus 7 deutsch-jüdischen Liberale:, 7 Liberalen, 7 Vertretern der Volkspartet und einem Ortho doxen zusammensetzen wird. Zur Bearbeitung aller Fragen, welche mit der Sichern•! |. der Rechtsstellung und der wirtschaftlichen Existenz der Di:1 ziger Juden Zusammenhänge^ hat der Vorstand eine Recht!; kommissian eingesetzt, in welcher die Vertreter der jüdischen Wirtschaftsverbände, welche sich zur Wahrung " Bcriifsintcrcssen ihrer Angehörigen in den letzten Monaten V zusammcngeschlosscn haben, mitarbeiten werden: des V׳!״; jüdischer Akademiker, der Vereinigung jüdischer Arbeit«!^ mer und des Verbandes selbständiger jüdischer Gewert*■ treibender und Handwerker, , Eine wichtige Aufgabe harrt der neuen Ocmciitdcieini״* auf dem Gebiete des jüdischen Schulwesens. ויש• zu hoffen, daß hier im Einvernehmen mit der Regierung ®י•- sich eine Lösung finden läßt, die den Wünschen «er jüdtK»״ Eltern wie der Schuljugend selbst gerecht wird. Während 01«• Frage jedoch noch im vorbereitenden Stadium begriffen יין hat die kulturelle Arbeit künstlerischen und bildende: Charakters bereits begonnen. Ein ״Kulturbund der Juden r Danzig״ hat seine Arbeit am 22. Oktober mit einem Vortrö Von Dr. Joachim P r i n z - Berlin über ״Die neue F.poch« ש Aufgabe״ aufgenommen. Anfang November setzte der Kulte abend seine Tätigkeit mit zwei Abenden von Ludwig Har« fort, die wiederum sieh eines ungewöhnlich starken Zusprut״ erfreuten. .ן Der Ucberblick über das jüdische Leben In Danzig *'*j nicht vollständig, wenn nicht der Arbeit auf dem Oebicte 0״| B e r u f 6 u in s c 11 i c h t u n g und Auswanderung ‘0"',ן der sozialen Organisationen gedacht wäre. Wahr'•״ die sozialen Vereine in der Jüdischen Zcntralwolilfahrtssm׳ vereinigt sind, der auch die Leitung der Jüdischen Winter» •; im Einvernehmen mit der Regierung übertragen Ist, muß dem Gebiete der Berufsumschichtung und Auswanderung,״( allem die Arbeit des Hcchaluz genannt werden, die e!" erheblichen Teil der Danziger lugend erfaßt. Kurse zur i'cf. führung in den hauswirtschaftlichen Beruf Und zur Einfü»fUi*j ms Ncuhcbräische finden starken Anklang. ׳, ״i Während so ein großer Teil der Jugend sieb auf P»5•׳’". vorbereitet ,oder bereits dorthin übergesiedclt ist, laß* *X auch eine Rückwanderung von JudenausDe ut«; land über Danzig nach Polen fcststelien. Freiikn0 ' 41 n - i /! m o!/«b < 1114 a a _... * t _ .J! ״ _ _ —l» 1״■ In 11י,' י ל Eine * Es dustrieii alte unt hrsucht, Ist: die kann, b* ein bem . alle di«;! Einttahir , derung; erhoberr feinerte ■ Vcrhältrr ,׳, daß wes: ־/ Kreise r einigem.!: über der; vor mel (, zitierte ristik zr;? Palästiu:• gemeine, naten. .S | zwei mi; 4 sti ri a-T0| I liehen ן nicht pr. » wer! 1 sprechen: f als religi \ der jiidi' : zu steig! ’ durchaus'.! jüdische : rung Voi aller . Kreise n! Natur di ' Besucher Kreisen י die j Ü d organisie dem Wu mögen. Zeit dt Für . konjunkt: für das! «uizunutt Den jüdischen starke fa bet der <, Israel zu: engsten , Boden ft• jüdische r ׳ wird auf .Teil dies Sucher u. Fremden׳ der bishe Für Pü K ״7° ״ ”IT״ ,P"di*er KaHmann wird ein hebräisch e r finden sich unter diesen Wanderern viele, die noch nie In Hg . . . . ־■ . « ־ — . , . , . txursus abgcnalten und dreimal wöchentlich versammelt Leben in Polen gewesen sind Um die hiermit zusammen!״, or״־ h־ben mit großer Umsicht und Tatkraft eingesetzt, sich die Jugend zu Heimabenden oder Hclmnacbmittagcn. gende Arbeit zu bewältigen waren zeitweilig erhebliche MW' worden!** *md *UCh Hachsch*rah'ste״cn <lnßcrlchtct "*Ä »! C'he Rl1u״ gen» ein *1«“«י Heim für, erforderlich, welche die *Danziger Gemeinde* trotz ihtttjf woraen, öte jüdische Jugend m beschallen. gen Steuerkraft aufgebracht hat. die Jüdische Jugend zu beschaffen. ־1.£ Eine l S™l»CT fei Rdende Von Hner M 'Ldtfam Haifa fi [»tiiehn Ucginn!eichen fehlet ,ah«'tra!• Dezi tine 0• lach ati Außerd Auskün •och e äurch 1 »Chi f t: }

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