Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 7 (23.1.1934)
- Date
- 1934-01-23
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2651273-2653452-2653458--24713-2681808- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Lübeck 1× ep/1048008
OCR text
Seit® 4 jüdische Rundschau rri.fi י׳ -ן ןן «p, 1ןן< Jg dmu kd m* £1!;Li ¥2 Am 9. Januar sprach Kurt Blmiu-nfekl in Köln. Der Vortrag war von der Kölner ZionistUchen Vereinigung im U,ahmen einer Vortragsreihe der ״Vereinigung Jüdisches Lchrhaiis“ ve»- anstaltct worden. Die große Synagoge war bis auf den letzten Platz gefüllt. Das Thema lautete: ״Gegenwartsprobleme des deutschen Judentums“. In einer Fülle von Gegenüberstellungen machte Blumenfcld klar, daß für die Juden ein Verharren in den Vorstellungen der vergangenen Generation unmöglich ist. In der vergangenen Zeitperiode war der Jude auf allen Gebieten des Lehens vom Gefühl der Sicherheit erfüllt; nicht nur in der Wirtschaft und der äußeren Lcbeiisgestaltung, auch im Geistigen und Religiöien vertraute er den vöm Verstand ancrkannten Wahrheiten. Die für alle Lebensverhältnisse bereite Formel und die anerkannten Lrgcbuissc der Wissenschaft waren die alle Zeit bereiten Helfer in einer glaiibcnsschwachcn, vom Vertrauen auf den Fortschritt erfüllten Zeit. Heute ist alles, was im Bereich der reinen Erkenntnis liegt, fraglich geworden. Auf der Suche nach absoluten Werten findet der Mensch den früher unterschätzten vertikalen Zusammenhang mit seiner eigenen Vergangenheit. Er stellt fest, daß die Tatsächlichkeit des Seins nicht durch die Willkiirliehkeit der Gesinnung ersetzt werden kann, daß eine Zeit sich ausgclcbt hat, in der die Abstraktion für wirklicher gehalten wurde als die Realität des Lebens. Der Versuch der Juden, auch heute noch mit neuen Formulierungen einer veränderten Zeit gerecht zu werden, sei in Wahrheit ein neuer Versuch der Vorbereitung künftiger politischer und menschlicher Assimilation. Man wolle noch einmal unter Verkennung der objektiven Judenfrage den vorhandenen Gefühlen und Gesinnungen einen für eine neue Identifikation mit der Umwelt verwendbaren Ausdruck geben und wolle der neuen Wirklichkeit des deutschen Lehens mit einer neuen Ideologic vom Wesen des Judentums gerecht werden. - . Blumenfcld schilderte die Scheu der nichtzionistischen jüdischeu Welt, die Echtheit ihrer jüdischen Vorstellungen an einem eigenen jüdischen Leben zu bewähren. Man fürchte mit Recht, daß sich die Leere der mit unverbindlichen Idealen und Svmholen erfüllten Lcbenssphärc angesichts eines realen jüdischen Lebens deutlich zeigen müsse. So versuche man der Verwirklichtmg des Zionismus Plagiate in Seheinkolonisationcn in anderen Ländern gegenüber zu stellen, dem chaluzischen Drang eine weder mögliche noch auch geglaubte Idee der Ueberführung jüdischer Jugend in handwerkliche und iandwirtschaftliehe Berufe in Deutschland cntgcgcnzusctzcn. Blumeiifeld stellte Erez-Israei als den einzigen Ort für voll erfülltes verbindliches jüdisches Lehen dar. Dort allein gibt es für den Juden ein Lehen ohne Ausrede, für das er allein die ganze Verantwortung trägt. Der Bericht über die palästinensische Entwicklung enthielt Hinweise auf alle Schwierigkeiten und Unzulänglichkeiten, auf die vorhandenen Nöte des Daseins, auf ungelöste und rational unlösbare Fragen. Aber gerade bei dieser Art der Behandlung des Themas wurde jedem Zuhörer sichtbar, daß an Stelle künstlieber und artistischer Versuche sich dort die Wiedergeburt der jüdischen Nation aufs neue vollzieht und daß die Gewalt und übermächtige Größe des neuen Werkes schicksalsmäßig und notwendig das ganze jüdische Volk in seinen Bann schlagen werde. Der elementare Drang der Judcuhcit werde alle Mindernisse überwinden, das neue Lebensgefühl erzeugt Kräfte, die stärker sind als alle errcchnctcn Widerstände. Mail sah das Land, den ringenden mul arbeitenden jüdischen Menschen, und man verstand, daß der Zionismus die einzige und totale Antwort *7 «g| m ץ—ץ im n וץ m ך; tf- ■1י״״וןן)|ן ןי׳י j״״• j j;‘1 ץי־~"/ ך ■") י- -״■׳> ך“״״״ | r •; .»י';• ך״י? ץ™״״ | , ^41 14. ״Vk amj V, ..k i ׳ g. . jC. jvJuC. i J 1L1 1| 11 auf die Jmlenfrage ist, daß er allein auch den Zurückblcibemlen die Möglichkeit für!•in würdiges, von unzcrstörlicher Hoffnung erfülltes Dasein zu geben vermag. Der Vortrag brachte eine reiche Fülle von Material und behandelte insbesondere .auch die Frage der deutschen Ein- Wanderung. Die Wirkung auf die riesige Versammlung war tiet und nachhaltig. Am 10. Januar sprach Kurt Blumenfcld in Düsseldorf im Rittersaal der Tonhalle über das ״Deutsche Judentum gestern, heute, morgen“. Die Versammlung war die größte jii* dische Kundgebung, die jemals In Düsseldorf *tattgcfimden hat. Auch hier zeigte es sich, in wie hohem Grade die Masse der Mitglieder dieser Gemeinde durch den Zionismus heute erseht!ttert ’werden kann, Blumenfcld stellte hier wie in allen seinen Vorträgen die Juden vor die Notwendigkeit einer klaren und eindeutigen Entscheidung für den Zionismus. Auch eine wohlwollende Peripherie könne heute den Erfordernissen des Tages nicht mehr gerecht werden. Das zionistische Ziel könne nur durch die Zionistische Organisation und durch die Entschlossenbeit, Hingabe und unbedingte Treue und Pflichterfüllung ihrer Mitglieder erreicht werden. Für die Jugend vollends dürfe es halbe Entsdreidungen und ein Ideologisches Ausweichen nicht geben. Die jüdische Situation In Deutschland und der Aufhau Palästinas verlange die klare Einsicht, daß Erez-Lsracl d I e Aufgäbe der Judeuheit unserer Tage ist und nicht etwa eine Aufgabe neben anderen. Eine von zionistischer Zuversicht erfüllte Jiidenhcit wird auch die Fälligkeit haben, ihr Leben in den Ländern der Welt jüdisch sinnvoll zu gestalten. Wer der Erneuerung des jüdischen Volkes in *einem Lande dient, der kann auch das Judentum im Qaluth erhalten. Wer nur Erhalfang will, wird einer weiteren inneren Auflösung nicht Halt gebieten können. Der Vorfrag, der für viele Zuhörer einen bleibenden Wert behalten wird, erweckte stärksten Widerhall. * Am 17. Januar sprach Kurt Blumenfcld in Berlin in einer internen Mitgliederversammlung der BZV. im großen Saal der Loge in der Klciststraßc. Obwohl nur Mitglieder der BZV. an dieser Versammlung teilnehmcn konnten, war der Saal über* füllt. Blumeiifeld sprach über die wichtigsten Gegenwartsfragen der Zionistischen Organisation. Er behandelte die politische Stellung und die Leistung der Exekutive, die Frage der Zionistischou Organisation als solche, das Problem der wirtsciiaftliehen und politischen Führung und die Zukunftsnussichtcn unscrer kolonisatorischen Arbeit. Tn allen Teilen dieses Vortrages wies Blumenfcld nach, daß ein anarcho-individualistisches Vorgehet! unmöglich sei, daß ohne ausreichendes nationales Kapi* taJ, ohne Erweiterung unseres Bodenbesitzes, ohne eine von jüdischer Arbeit getragene Neukolonisation die notwendigen großen Fortschritte nicht zu erzielen seien. Er zeigte gleichzeitig, daß alle von ihm aufgestellten Forderungen erfüllbar sind und daß der ernsteste Feind der vollen Verwirklichung des Zionismus in den eigenen Reihen zu suchen sei. Blumenfeld sprach eingehend über die großen im Revisionismus Hegenden Gefahren für alle Gebiete des zionistischen Lebens. Das sehr instruktive Referat war eine vorzügliche Information insbesondere auch für die große Zahl der Zuhörer, die erst seit kurzer Zeit der Zionistischen Organisation angehören. Alarmrufe ■ Pariser Brief s. n. 18. Januar 1931. Werden die Kasernen in Paris, welche deutschen Auswan* deren! als Asyl dienen,, auf gelassen oder weitergeführt werden? Stellt das ״Nationale Hilfskomitee“ seine Hilfstätigkeit ein oder wird es sie wenigstens bis zum Frühjahr fortführen? Diese Fragen sind bisher mehrmals gestellt worden, und eine registrierende Berichterstattung• hat mitgcfeilt, daß trotz der bestellenden großen Schwierigkeiten das Hilfswerk vorläufig keine Gefahr läuft, liquidiert zu werden. Heute aber kann man nicht mit guicni Gewissen beruhigende Behauptungen aufstellen, in den nächsten Tagen soll bereits eine Kaserne geschlossen werden. Die erste definitive Ankündigung diescr Maßnahme wurde damit begründet, daß sich die Zahl der ,,Kasernierten“ vermindert habe und darum eine Zusammenlegimg der noch Asylbedürfligen in drei Kasernen ein Gebot rationeller Wirtschaft sei, um die Allgcmcinkostcn zu senken. Die Wahrheit aber ist nüchterner und trauriger. Es sind keine Mitte] mehr vorhanden, um allen Obdachlosen, die bisher i!1 den Kasernenbaracken ein Unterkommen gefunden haben, auch weiterliin die armselige Wohn- und Schlafstelle zu sichern. Es sind schon lauge keine Mittel da; aber man hatte gehofft, daß cs doch noch gelingen werde, neue Fonds zu erschließen, daß aus anderen Ländern, England oder U. S. A.,, Hilfe für das Hilfskomitee cintrcffcn oder daß es gelingen werde, einen guten Teil der Kaserneniusasscn in •Lehrstellen, oder in Arbeitsplätzen unterzubringen. Alle diese llofimmgen haben sich entweder ar nicht oder nur zum Teile erfüllt. Neue Mittel hat man in rankrdch nur in völlig unzureichendem Maße bekommen; die roßen jüdischen Organisationen in U.S.A. und in England, die eine Flüchtlinge unmittelbar zu betreuen haben, sind noch nicht, was sie nach den Beschlüssen der Londoner Hilfskonfcrenz längst hätten sein sollen, in einer zentralen Organisation zusammengefaßt; die Unterbringung von Kaserneninsassen in priv. Arbeitsstätten ist völlig ungenügend. Oie Bilanz aus diesen drei Gegebenheiten stellt sich also folgendermaßen dar; die Not der hilfsbedürftigen Auswanderer ist gleich geblieben (oder hat sich in Anbetracht der nhrcszeit noch vergrößert) und die H i l f s m ö gl i c h k e ie n haben sich verringert. Es ist leider zu befürchten, daß auclt die a 11 g e 111 e i ne H i I f 8 t ä t i g k e i t des Comitii National in absehbarer Zeit völlig ver» siegen wird. Es nützt nicht, die Tatsachen zu beschönigen. Das ist die Situation in einem Lande, das gegenwärtig die Zentralstellen der großen internationalen jüdischen Hilfsorganisationen beherbergt, in dem die ״Ica“-Verwaltung ihren Sitz hat und dessen Judcuhcit, wenn auch genug an Zahl, in inaterielier Hinsicht sich in der verhältnismäßig besten Situation, auch im Vergleich mit den Juden Großbritanniens und inUcbcrsee, befindet. W011I hält sich in Frankreich die größte Zahl deutsch-jüdischer Auswanderer auf, dafür aber ist Frankreich vor! allen Auswandenmgslämlern, wohin sich Juden aus Deutsch* land im letzten Jahr gewandt haben, am wenigsten von der Weltwirtschaftskrise betroffen. Es ist ein geradezu grotesker Zustand, daß beim vereinigten Hilfskomitee in London. Mittel für Hilfszwecke zugunsten deutsch-jüdischer Auswanderer thesauriert sind und nicht ihrem Ziele zugeführt werden — soweit die Diaspora in Frage kommt — und aus Frankreich und auch aus Holland Alarmrufe erschallen, daß die lokalen Hilfskomitees am Ende ihrer Leistungsfiihigkcit sind. Das von der Londoner Hilfskonferenz beschlossene . Zentralbüro kann 'aber nicht seine (Tätigkeit beginnen, weU die amerikanischen Juden Sabotage treiben. Was heißt ״amerikanische Juden“? Es handelt sieh um eine lumdvoli von Nofabeln und deren Kranz von ״social workers“, die die Stimme ihrer Herren verkörpern. ״Generalsekretäre“ üben diktatorische Gewalt, und die ötfentliehe Meinung begnügt sich mit Andeutungen, in der Hoffnung, die Schuldigen werden zur Besinnung kommen. Das intcrterritoriale jüdische Hilfswerk hat sich bisher in einem noch höheren Malle als ungeschickt erwiesen als es, vielleicht durch von ihm unabhängige Umstände, unzulänglich geblichen Ist. Man kann resigniert beklagen, daß die Judenheit der Welt leider nicht imstande ist, die nötigen Mittel zur Verfügung zu steilen. Aber man muß sich entschieden dagegen wenden, daß sinnlose Rivalitäten das Werk schädigen, welches mit den vorhandenen Mitteln vollbracht werden könnte. Fiilircrtagung des Brith Hanoar In Hamburg vom 24. bis IC). Dezember 1933. Die diesjährigen Führertagungen des Brith Hanoar sollten in erster Lime der pädagogisch-weitanschaulichen Schulung und der Behandlung methodischer Fragen dienen. In diesem Sinne war auch die Thcmenaus* wähl für die Hamburger Tagung des Brith Hanoar vorgenommen. Erschienen, waren alle Gruppen des norddeutschen Bezirkes, alle Chawerim der ersten religiösen Jugendalijah- Gruppe mul der Bathd-Chahiz Hamburg, Blankenese, kiel um! Lübeck sowie Vertreter des Bcth-Clialuz Magdeburg und des Lcriizcntrums Frankfurt a, M. Das Einlcitungsrcferat hielt Erich Roseiibliith über ״Unser Erziehungsziel“, Er skizzierte die Notwendigkeit, eine Synthese der beiden konstitutiven Elemente unserer Bewegung, Thora und Awoda, auch in der Erziehungsarbeit anzustreben. Schon unseren Jüngsten müssen wir zeigen, daß zwischen bewußter Pflege unserer Tradition, also, auch zwischen der Anerkennung ihrer verpflichtenden Kraft auf der einen Seite und zwischen einem positiven Verhältnis zur Arbeiterschaft in Ercz Israel und dem Willen, in ihrer Mitte unsere Ziele 711 verwirklichen, keinerlei W'esensvorschiedeuhcit besteht. Das Hauntrcferat des zweiten Tages hielt istnar Jeremias über ״Der Bund als Erzichungsgcmeiuschaft“. Sein sehr ausführliches Referat über inetliodiscli-pii(Ingogische und bundcsorganisatorische Fragen ist in der neuen Nummer des ״Darkcmi“ wiedergegeben. Schließlieh sprach Luz Fcilchcnfeld über ״Einige Probleme der Mitticrcnarbcit", .in der es gilt, eine tiefe Wescnsverbundenlicit zwischen unserem inneren Eigenleben und der religiösen Erlebniswelt hcrzustcllcn. Den Abschluß der Tagung bildete eine gemeinsame Fahrt nach dem Vorbcreitungslager der ersten religiösen Jugendalijah-Oruppe. Im englischen Unterhaus wurde auf eine Anfrage mitgeteilt, daß einem englischen Bürger das Schurfrecht auf Petr oleum in Palästina gegeben wurde. Die Irak-Petroleumgescllschaft habe eine Konzession zur Vornahme von Boh• rungcri nach Petroleum in Transjordanien erhalten. Dieser Tage erscheint in London eine englische Ueber• setzung der Mischna, hergestellt von Kanonikus Danby, dem Jerusalemer Korrespondenten der ״Times". Der Intendant der Königsbergcr Oper hat die Sopranistin Margarete Kubatzkl, eine Schülerin des Berliner Gesangmeistern I. Swieca, nach ihrem Erfolge als ״Arabella“ für die Spielzeit 1934/31 engagiert. — Der Bariton Rudolf Oonciar von der Städtischen Oper Berlin, ebenfalls ein Schüler von L Swiccas, ist für die gleiche Spielzeit an die Königsberger Oper verpflichtet worden. Nr. 7, 23,1.1934 Aus palästinensischen Zeitungen Die Amiedlung deuitcher Juden In einen Leitartikel der Tageszeitung ״Haare z“ f0f,rt der Redakteur der Zeitung, l)r. M, Glücksohn, Klage über, daß die Ansicdltnig der deutschen Juden in I’ol.a^tiV» ,nicht in dem Tempo und Maßstab vor sich geht, wie man ״ g vor einigen Monaten erwartet und angekündigt hat F» ■•׳ schreibt: ' ,;Wenn cs sich liier mir um das Tempo des kleinen u-(! § verspäteten Anfangs einer großen Aktion handeln würde di׳ f trotz aller Verzögerung später im vollen Umfange durch geführt ׳• werden wird, so wäre das Hebel noch nicht so groß. Ab״ i# man befürchtet, daß man vielleicht schon am Anfang der |'j(,.,j “i dation jener großen Pläne steht, die vor einigen .Monaten *I faßt wurden. Der nationale Defaitismus und die Blindheit dn II Führer des jüdischen Volkes haben das ihre getan. Und Sll!4!1 die nicht jüdische Welt tut das Ueldidic: die'Reden im H lischert Parlament, die günstigen Erklärungen über die Bi ׳*T reitschaft Englands, eleu deutschen Juden in Palästina 11 helfen, sind wie ein Traum vergangen und vergessen, und eint 11 neue Erklärung hat sic in ihr Gegenteil verkehrt: Die La11 .״ der Juden Jn allen!.ändern der Welt wird keinerlei Lin. §§ flufl auf die Einwamicriingspolitik der Mandafsregierung von W Palästina haben. Die Verhandlungen und Beschlüsse d« 11 Völkerbundes haben bisher nichts als cm neues Amt §j schaffen. England, die Mandatsregierung Pnkistinas, erklärte" ״ eiligst, daß die Ansicxllting von deutschen Juden in Palast!!״ nicht unter die Zuständigkeit des Volkerluitulskomtnissan für Flüchtlingsangeicgenficiten falle. Wegen der Untcrbringu«״ deutscher Juden in Palästina soll der Völkcrbutidskommissy Mr. MacDonald nur mit Dr. Wcizmami verhandeln können er allein kann in dieser Angelegenheit nichts Unternehmer’ Und nicht nur das, er selbst dar) sich überhaupt nicht mit f der Flüchtlingshiifc beschäftigen; das ist Angelegenheit der 1' jüdischen und nicbtjikiiscbcn Hilfsorganisationen. Seine Hilit I wird in der Hauptsache politisch sein. Ueber den Wert ur'd I über die Aussichten einer solchen Hilfe braucht man woK 1 kaum ein Wort verlieren. Und unsere Selbsthilfe, die allein I Reales bewirken könnte, verwandelt sich allmählich in einen f- Aschenregen, der den glühenden Boden zu Fußen unserer ''*l Brüder bedeckt; das Geld, das Tausenden zur Auswanderung und Umsiedlung nach Palästina dienen sollte, wird in ebenda Ländern verbraucht, in denen die Juden keine Zukunft haben. Die jüdischen Massen in Amerika wurden durch die Ereig. nisse aufgewühlt und sie gaben, wenn auch nicht in gemtgo dem Maße, so doch .Hiiiidcrttauscndc von Dollars, um in Pj. lästina die Hauptbasis für die Zuflucht zu schaffen. Die Ver• treter des Joint aber beschlossen, zwei Drittel des Geld« für eilige Hilfe am jeweiligen Wohnsitz, der existenrlcscs Juden auszugehen, urul nur ein restliches Drittel in andern Landein, darunter auch in Palästina. Auf der Londoner Kon. ferenz des Hilfswerks für die deutschen Juden hatte man be• sprochen, daß die Hälfte der Einkünfte des Drive für die deutsche Einwanderung nach Palästina verwendet werden sollte, in der Praxis aber wurde Palästina mit allen andern Fiüchtiingsländern zusammengetan, und alle zusammen erbietten etwa ein Drittel der gesammelten Gelder. Auf der London« Tagung wurde von Dr. Wcizmann und seinen Anhängern ein wichtiger konstruktiver Gedanke propagiert; man forderte nämlicn die Zentralisation der Arbeit aller Hilfskomitees in den verschiedenen Ländern in einer zentralen Behörde, die eia nationales Programm ihrer Arbeit zugrunde legen sollte. Dieser gute Gedanke aber kam durch die Gedankenlosigkeit und die Unzuverlässigkeit, deren Macht bei uns ja noch groß ist, zu Fall. Die verschiedenen Komitees und die Vertreter der großen Fonds waren in erster Linie darauf bedacht, sich volle Aktionsfreiheit zu wahren, ihre absolute Selbständigkeit •tu en halten, und das Zentralkomitee für das Hilfswerk, das schlief׳ lieh geschaffen wurde, erhielt nur beratende und vermittelnd( 1 Funktionen. Die Machthaber aber, um die es sich hier har■ fll deit, sind nicht sehr auf Rat erpicht. Bevor noch das Zentral• komitee cs bis zur Cmituliingsinstniiz gebracht hatte, hatten unsere amerikanischen Vertreter ihr Werk schon vollbracht: dal Geld war in der oben angegebenen Weise verteilt. Ephraim Cohn Anläßlich des Aufenthalts von Ephraim Cohn-Reii in Palästina, des Mannes, der das Schtilvvcrk des Hilf)• Vereins der deutschen Juden in Palästina {geschaffen hat, der dann zur Zeit des Sprachenstreits in Palästina vor den! Kriege Gegenstand heftigster Angriffe seitens des Ji'Chuw war, und jetzt nach 20 Jahren von seinen vielen Schülern im Lande mit großen Ehren empfangen wurde, schreibt Mosche Smllanski in der Tageszeitung ״Doar Hajom": Die öffentliche Meinung in Palästina verlangt von Zeit n Zeit irgendein Opfer für ihren Zorn. Als ob sie ein Ventil für einen Zorn brauchte, der sich notwendig ansammelt und dr.• mal durchbrechen m u ß. Jeder alte Palästinenser erinnert sieb noch des Falls Pi 11 cs. Dieser Mann stand mehrere Jahre lang an der Spitze des Jischuw, trug seine Sorgen und litt sein Leid; und wenn der Jischuw auch damals noch kldt war, so waren Leid und Sorgen doeli keineswegs klein. Dies« Mann hatte eine tiefe jüdische Bildung, er war der Stolz d« hebräischen Literatur. Und eines Tages beging er eine Sünde, er schrieb gegen unvorbereitete, übereilte Einwanderung •־ und man kennt ihr Ende 1891. Er schrieb gegen übereilt( Bodenkäufe — und man weiß, was dabei herauskam. D* wandelte sieh das Verhältnis des Jischuw zu ihm. Je:״ dumme Junge hielt es nun für seine Pflicht, in der Pres«! in Versammlungen und privat gegen ihn aufzutreten. Es fand« sich sogar einige besonders Fifrige, die ihn vor eine Art ö(׳ rieht stellten und Um verurteilten. Man hat ihn freilich dar.« nicht bestraft, aber man hat die Tätigkeit eines der iah(!• steil Menschen des Jischuw unmöglich gemacht. Und vtf kannte nicht Anteil i? Und wo hat man in Palästina vor Kriege nicht seinen Namen und seine Taten gesegnet? Und doch versteifte sich der Jischuw •eines Tages darauf, seinen Namen in den Schmutz zu ziehen. Dieser Mann, der würd•? war, die palästinensischen Juden im Parlament in Konstantin»■ pel zu vertreten, scheiterte eben an den Juden selbst. — D»n:1 kam die Reihe an E p 11 r a i m C o 11 n. Er hatte den Gum״■ stein zur neuen hebräischen Erziehung gelegt, zur europäisch■ hebräischen. Er hat in Palästina eine ganze Generation vo» hebräisch sprechenden Menschen mit europäischer Allgemeinbildung erzogen, er hat Hunderte aus dem Jerusalemer Ghetto herausgeftilirt und sie In den neuen Jischuw eingeglicdcrt, « hat sie aus der Umgebung des Luftmcnschcntuins zu eine״ Leben voll produktiver Arbeit gebracht. Ich kenne den Jischuw viele Jahrzehnte und ich entsinne mich nicht eines ciiui?«" Lehrers, den seine Schüler, nachdem sie heran gewachsen wart"! so liebten und verehrten wie Ephraim Cohn. Und dieser Lehr« scheiterte. Er wußte nicht im rechten Augenblicke den AJ* Ordnungen seiner Vorgesetzten Behörde zu widersprechen, odn er widersetzte sich ohne Erfolg. Denn Ephraim Cohn hing ״>" ganzer Seele am Hebräischen. Durch einen einzigen Fehltritt g» riet seine ganze Vergangenheit in Vergessenheit, der ganz Segen, den er Palästina gebracht hatte, er wurde zur Zielscneip des öffentlichen Zorns. Zwei Jahrzehnte sind vergangen. Ephr*l!" Cohn hat vergessen, was man ihm angetan hat, und auch dj jüdische Ocffcnttichkcit hat sein Versagen vergessen. Er W ״ das Land zurückgckchrt, dem seine Liebe gehört, Selo Schüler kamen zu Hunderten, um ihn zu ehren. Das eine groß Schaßen 1 irfaclifcl« klein«’ jl derung 11; eanys wl ״öfteren kann oft <! gemeinde ־ starke 01, wie in de; die nahe gehört. Buer I >ie 1 Seelen. H diesem O bei fas* 11 sind unta Gemeinde stattgefun hiesigen grupp« C; Arbeit in Horst! Eben({ Gemeinde 30 000 zäl des Mögl Recklfci liegt an , Mitteigem;, dische Gi 100, mei> jetzigen?' liehe Zus, ladet zu j Alle Vora gruppe s; gebnis fi., Schaupiat der Haup• neun Reu jüdische ( Heben eil; eine Palä, Steele! ln di ׳ Jüdische , ihrem Be> haben dii* genomme der im Ja! die jüdisi nach Esst jüdische ' in der ka! sich koi Männer- Die Gent*• betragend1 mit f.sse׳J will die ihren eig Wanne; mit 150 eine Staat; Jahrgang,;! gruppe d hingen. L verdient. Schapirosj Urtsgruni1 Scelenzab; wurden s^. Watteul