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Jüdische Rundschau · 1934-01-19 · Heft 6 (19.1.1934) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 6 (19.1.1934)
Date
1934-01-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Kr, 6,19. L 1934 1 : 00ך jüdische rundschao 8en« S e die .'ksa|. 1 dt•!• ■I'lt II- JiHll' HCill- י ist ■rung inrin sei», *eben \v״h| I er• 1 11 US ו die citon achtt ah men, Jitter rheit bald ioff. e Iniclie* daß mii(!, eben das venu *3rkittcs, rheit;rtdi afts- und Ge* rfnis ׳ an. hem reihilten »!len auch eben ihr :hen, sonder reihnzu-;eiert Ttan- •ve;', die* sielt von 1802 du: wäl- ״:••re Oott nen. tottifrei »cht, in'dtden jiidi- und Tiide Cietrael nter riet, das bcn. m•» verist als : zu darums nun 1 an $. t •det 'lief ung hat• fern eine ntuB aus rüntreu rt* . er- <ehr sehe nein ücKüt* Ver* sch* ist,!eist auf-!and men igef pic Einwandcrunö aus Deutschland Uns wird aus Haifa geschrieben: Die palästinensische Presse veröffentlicht eine ״ffenhar 1us amtlichen Quellen schöpfende Uehersicht über die Ei’twickl luttf׳ des Bestandes an Amten,Zahnärzten und Pharmazeuten litt Laufe des J.thers 1933. Allerdings gilt diese Ucbcrsirht U "icl>* f''r d.cn Stand 133*1 •12 •»3 '״״, sondern erst i! den am 30. II des gcna.tntcn Jahres. Trotzdem gestattet sic einen gut«) bnbl.ck in dtc Entwicklung der Dinge Die ״ach- ,tehende Tabelle gibt die betreffenden Zahlen wieder• itehcnd t« B»mf •Utanä• ’ *,־•*״*״* Zihatrif« und D«nt11t«a י * * * Zuiimmtn ••••«• Sl. Dtuiakir HS! 65S (davon Judon 1 513) 314 t . 194 ״ .,m •■ 13n 1«d1 (davon Juden! 82R) SO. Novinh« HS) 10(3 (davon Ju4«m 883) (279 ״ « ) °0נ (144 . •. f ול? 1566 (davon Juden 1 130 Es handelt sieh bei diesen Veränderungen natürlich nur um dicjcniurn Acr/ic, Zahnärzte. Dentisten und Pharmazeuten, die um die Lizenz zur Ausübung ihres Berufes nachjresucht ״nd sie erhalten haben, nicht etwa um diejenigen Angehörigen der genannten Berufe, die 111s Land gekommen sind, um sich beruflich iimzuschicliten. Die Zahlen sollen im nachstehenden einmal näher unterjucht werden. Der Bestand an Acrzten ist in den oben erfaßten elf Monaten in seiner Gesamtheit von 658 auf 1043 also um 385 gestiegen. Was bedeutet das auf die Bevölkerung bezogen? Palästina hat nach der letzten Volkszählung vom 18. November eine absolute Wohnbevölkerung von 1 ()36000 Mensehen gehabt. Wir können armchmcn, dali diese Ziffer bis zum ].Stichtag der obigen Tabelle, also bis zum 31. 12. 1932 auf ungefähr 107500() Menschen gestiegen ist, bis 7um 2. Stichlag, also bis zum 30. 11. 1933 auf zirka 1 MO 000 Menschen. Wenn wir diese (geschätzten, aber von der Wirklichkeit wohl nicht sehr entfernten) Ziffern zugrunde legen, so gelangen wir zu folgender Berechnung: Es entfielen am 31. 12. 1932 auf je 11)000 Menschen im l.andc 6,1 Acrzte und am 30. 11. 1933 auf je 10OLM) Menschen 9,1 Aerzte. Die Steigerung ist also auch unter diesem Gesichtspunkt betrachtet sehr groll gewesen. Immerhin ist sic aber nicht so gewaltig, daß nicht noch rein rechnerisch eine Inbczielunigsetzimg zu der Entwicklung in anderen Ländern möglich wäre. Wir hatten beispielsweise in Deutschland zu Ende des Jahres 1924 auf je 10 000 Menschen der Bevölkerung einen Bestand von 6,5 Aerzten, zu Ende des Jahres 1931 einen solchen von 7,4 Aerzten. Nun ist cs Tichtig, daß diese Steigerung in Deutschland sich einmal sehr viel langsanier vollzog und zweiten? nicht den Grad erreicht hat, wie die in Palästina, cs ist auch richtig, daß schon die geringere und langsamere Steigerung in Deutschland zu nicht unerhebliehen Unzuirägüchkcitcn geführt hat, die jetzt in der Be• Schränkung der allgemeinen Erteilung der Hochschulreife ebenfalls ihren Niederschlag gefunden haben. Aber ebenso richtig ist es, daß man von dem allgemeinen deutschen Durchschnitt kaum ausgehen kann, wenn man die Verhältnisse beurteilen will, unter denen gerade jüdische Aerzte in Deutschland gelebt haben, die jetzt nach Palästina gekommen sind, tim hier zu nrakimeren. Ein großer Teil aller jüdischen Aerzte Deutschlands hat seine Praxis bekanntlich in Berlin ausgeiibt, nur einsehr kleiner Teil auf dem flachen Lande. Berlin hafte Ende W24 auf je 10 000 Einwohner aber 12,5 Aerzte, Ende 1931 sogar 15,4 Aerzte! fn Gebieten mit großer Bevölkerungsdichte lag überhaupt die deutsche Ziffer für den Aerztcbestand wesentlich höher als der Durchschnitt, besonders aber war dies in den Großstädten der Fall. So hatte Hamburg Ende Dezember 1931 12,4 Aerzte auf je 10000 Menschen, Bremen 12,9, um nur einige Beispiele zu gehen. Es ist also fiir einen guten Teil der jüdischen Aerzte aus Deutschland, die jetzt hierher eingewandert sind, keine neue Erscheinung, so dicht aufeinander zu sitzen, wie sich das jetzt mit einer Ziffer von 9,1 Aerzten für je 10000 Menschen auf die Gesamtbcvölkezung Palästinas bezogen ergibt. Aber andererseits muß man natürlich in Rechnung stellen, daß sich auch in Palästina die Durchschnitfsziffcr in den Städten ganz wesentlich höher stellt als in dem soeben angegebenen Verhältnis zur Gesamtbcvölke• zung. So gab es beispielsweise Encle 1933 in Haifa 95 jü■ dische Aerzte bei einer Gesamtbcvölkerung von zirka 55 000 Menschen. Allein auf die jüdischen Aerzte bezogen entfielen also in Haifa auf 10000 Menschen 17,3 Aerzte. Rechnet man die arabischen Aerzte Haifas dazu, so gelangt man für diese Stadt zu einer Ziffer von ca. 20 Aerzten auf je 10 000 Menschen. Satze dieser Art sind enorm und können natürlich auf die Dauer nicht aiifrccliferlialtcn werden. Nun muß man aber bei der Betrachtung der Situation noch m Rechnung stellen, daß einmal ein großer Teil der jüdischen Bevölkerung in der Krankenkasse organisiert ist, daß zweitens dm seil langem ansässige jüdische Bevölkerung und der ostjüdische Teil des Jischuw überhaupt zum Arzt ein völlig an• deres Verhältnis hat, wie es der Arzt aus Deutschland vom Patienten gewöhnt ist, mul daß dies noch in einem viel höhe• "יי׳ Grade auf die arabische Bevölkerung zutrifft. Das sind Dinge, die an dieser Stelle nicht näher ausgeführt werden sollen, Ich will mich hier nur auf das Statistische beschränken und an Hand der oben gegebenen Ziffern feststellcn, daß der Sättigungsgrad Palästinas mit Aerzten nicht nur bereits erreicht 1jt, sondern auch bei objektiver Betrachtung der Dinge als überschritten angesehen werden muß, jedenfalls zur Zeit. Die Verhältnisse können sich freilich ändern, wenn die Alijah aus Osteuropa, die ja auch im Jahre 1933 etwa 80 ״/« der Gesamt* *״Wanderung ausgemacht hat, in diesem Tempo weitergeht. Ds sie wenig Aerzte mit sich bringt — von den 1933 hin- ^Bekommenen stammten fast alle aus Deutschland — verbreitert sie die Basis. Aber es handelt sich hier tun ein Problem, ®** eben wesentlich von der Höhe der künftigen Gesamt- Hu Wanderung abhängen wird und als solches schwer zu ®״ersehen ist. 0 0 0 ä ff י:?* l-i 11 CT י ״! Bei den Zahnärzten und Dentisten Hegest «Hfl Dinge so, daß wir zurzeit auf je 10 000 Menschen 2,6 hiervon haben, in Deutschland im Landesdurchschnitt 1,5, in Berlin 2,8, Auch hier ist natürlich die Konzentration in den palästinen« sischcn Städten viel stärker, als der Landesdurchschnitt diel erkennen läßt. Dagegen liegt bei den Pharmazeuten, die sich als Apotheker betätigen, der Durchschnitt mit ziemlich genau 2,0 auf je 10 OK) Menschen etwas unter dem in Deutsch• laml mit 2,5. Damit ist nicht gesagt, daß hier noch für Apex theker nennenswerter Raum sei. Es sei überhaupt zum Schluß dieser Ausführungen nochmals ausdrücklich darauf hlngrwie• sen, daß die Vcrglcichs/iffcrn aus Deutschland nur gegeben wurden, um die Dimensionen der Verhältnisse in einem an• deren Lande zu kennzeichnen, nicht etwa deshalb, weil der Schreiber dieser Zeilen der Meinung wäre, daß ein Vergleich unmittelbar möglich sei. Dazu sind die Verhältnisse in beiden Ländern in jeder Hinsicht zu verschieden• M. Du aber fürchte dich nimmer, mein Knecht Jookob, Jisrael, lab dich nimmer bestürmen! denn, wohlan, ich befreie dich fernher, aut ihrer Gefangenschaft Land deinen Samen, Dann kehrt Jaokob heim und ist still und ist sorglos, und keiner scheucht auf. Du fürchte dich nimmer, mein Knecht Jaakob - SEIN Ertauten denn Ich bin mit dir. Revisionistische Provokationen Jerusalem. 16. Januar. (J. T. A.) Ein Arbeitskonflikt zwischen Revisionisten und Arbeiterparteilern in Haifa dauert seit einigen Tagen und hat seine Ursache darin, daß eine revisionistische Baufirma sich weigerte, ein von 32 jüdischen Unternehmern in Haifa unterzeicluides Arbeitsabkommen mit zu unterfertigen. Dem von der Histadruth proklamierten Streik in dem Unternehmen dieser Firma schlossen sich die Revisionisten nicht an. sondern erklärten, sie hätten ausschließlichen Anspruch auf diese Arbeit und hätten nur fünf Histadruth-Leuten erlaubt, offene Arbeitsstellen za besetzen. Die Revisionisten zogen Verstärkungen von außen heran und demonstrierten in der Hauptstraße von Iladar Hakarmel. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit Arbciterparleilern. Es folgten mehrere weitere Zusammenstoße, namentlich mit Streikposten der Histadruth, wobei 58 Verhaftungen vorgenommen wurden. Sämtliche Unternehmer in Haifa Unterzeichneten eine Protesterklärung gegen die revisionistische Firma. Der Waad Lcumi vermittelt im Konflikt. Warschau, 18. Januar. (J. T. A.) Uniformierte Mitglieder des Brith Trumpeldor und des Brith Hachajil bombardierten laut einer Zeitungsmeldung gegen 10 Uhr abends das Lokal des Wilnaer Hcchalur, mit Steinen, zertrümmerten etwa 80 Fensterscheiben und verletzten 5 Chaluzim. Dabei riefen sie: ״Dies ist die Vergeltung für Haifa.“ Die Chaluzim, die aut die Straße flüchteten, wurden von den Revisionisten angegriffen. Die herboigceilte Polizei verhaftete drei Mitglieder des Brith Trumpeldor. Diese beiden Meldungen zeigen, In welchem Grade die revisionistische Agitation geeignet ist, Unruhe zu erzeugen. Die VerwilderungderpolitischenSitten, die von dieser Seite aus in die zionistischen Reihen hineingetragen worden ist, kann gar nicht scharf genug zurückgewiesen werden. Wir glauben, daß es Aufgabe aller besonnenen und verantwortungsbewußteu Elemente in der zionistischen Bewegung ist, diesem Treiben entgegenzutreten und die Integrität der zionistisehen Idee vor der Aeitation von Leuten zu schützen, die in unverantwortlicher weise eine Demonstrationspolitik befrei• bcn, die das Ansehen des Zionismus aufs schärfste schädigt. Wichtig Ist In dieser Hinsicht auch die Frage der!)*nsischtn öffentlichen O e s ti n d h c i t s f ii r s 0 r g e Kud der Krankenanstalten. Palästina hatte Ende 1932!11*gesamt 54 von der Regierung angcstellte Aerzte, sei cs verwaltenden Gesundheitsdienst, sei es in den von der Keperung erhaltenen Krankenanstalten. Die Anzahl dieser b e a mteten Aerzte hat sieh kaum erhöht. Dazu ist zu bemerken, ®*n die von der Regierung und den Mtinicipalbcbörden betrie• wnen Hospitäler in Jerusalem, Haifa, Akko, Jaffa, Gaza, öablus und Tcl-Awiw zusammen eine Bettenzahl von nur 538 Betten hatten. Hinzu kamen die sogenannten ״voluntarv Jospitals“, die Ende 1932 eine gesamte Bettenzahl von 1584 wtten. In diesen Ziffern hat sich im Jahre 1933 nicht sehr '1*l geändert. Zusammen ergibt das eine Bettenzahl von 2U2, ®־ h. von je einem Bett auf 520 Menschen der Ocsamtbevoike- Jung, Demgegenüber sei erwähnt, daß in Deutschland auf etwa I? 105 Personen der Gesamtbevölkerung 1 Bett in einer offent- {■*hfl oder privaten Krankenanstalt entfällt. Wenn auch die Kelationen aus allen möglichen Oriinden In Palästina andere מי*י müssen als in einem Lande wie Deutschland, so zeigen י*!* Zahlen doch, daß in dieser Hinsicht in Palästina noch sehr ,zu leisten ist, daß eine solche Leistung aber auch «ine gewisse Entlastung des Bestandes an freiarbeitenden Aerzten «Ich, bringen müßte. Diskussion über den Antisemitismus Vizekanzler von Papen sprach am vergangenen Sonntag in Gleiwitz in einer Veranstaltung der Arbeitsgemein• schaff katholischer Deutscher über: ״Die christlichen Grund• Sätze des Dritten Reiches“. Im Rahmen seiner Rede kam er u. a. auf die Stellungnahme der österreichischen Bischöfe zum Antisemitismus zu sprechen und führte hierzu folgendes aus: , ״Die österreichischen Bischöfe werfen der neuen Regierung In Deutschland radikalen Antisemitismus vor. Gerade dieser Einwand ist um so unverständlicher, als die österreichischen Oberhirten selber sich in den lctilcn Jahren mit Recht und zu wiederholten Malen gegen die Auswüchse des Judentums auf allen Gebieten de* ötfentliehen I.elwns gewandt haben. Um mehr als einen Abwehrknmpt gegen diese Auswüchse hniidcll es sich aber auch in Deutschland nicht. Zudem berührt cs merkwürdig, daß gerade aus Oesterreich dieser Vorwurf uns gemilcht wird, wo doch die clirisllicli-sojinlc I’nrtci unter Lueger ihre ganze Stoßkraft ans dem Antisemitismus srhöptte, und irh er• innere liier an das Wort, das Lueger sprach, als er alle Christen Oesterreichs tum Kampf gegen das Judentum auf rief. Wir hoffen von ganzem Herren, dalS das Wort des großen christlichen Führers gerade in dem dculseh-iisterreiehisrhen Verhältnis seine baldige Kriiillimg finden wird. Auch wir verurteilen Uebcrtreibungen in der Jiidenfrnge, aber über das Prinzip ist vom katholischen Gesichtspunkt aus nicht zu streiten." Diese Ausführungen sind für uns dadurch wesentlich, daß sic dartun, daß die europäische Judenfrage nicht an Landes• grenzen und bestimmte Staalsformcn gebunden ist. Die Abgrcnziuigcu, die der Vizekanzler in bezug auf die Behandlung der Jiideufrage vorgenommen hat, sind naturgemäß gleichfalls äußerst beachtenswert. _ Mißbrauch von Symbolen. Der ״Hamburger Anzelger“ vom 13. Jan. veröffentlicht unter der Ueberschrift ״Chuzbe oder Geschäft“ eine Notiz, in welcher er sich mit der bereits von uns gekennzeichneten Umhüllung von Palästina* orangen beschäftigt, auf der zwei Hakenkreuze und der Prophet Elijah aufgedriickt sind. Die Zeitung wendet sich mit Recht dagegen, daß Hakenkreuze aut der Umhüllung ange• bracht sind und läßt es dahingestellt, ״ob eine Verhöhnung des deutschen Hoheitszeichens beabsichtigt war oder lediglich eine Umsat/steigcrung. Im ersten Fall war das Chtibzc, im zweiten Fall eine (jcschäftsmcthodc, die unter der Rubrik ,nationaler Kitsch‘ registriert werden müßte.“ Wir glauben, daß auf jeden Fall derartige Geschäftsmethoden von allen daran interessierten Stellen aufs schärfste bekämpft werden müssen. 1 Der Preußische Minister des Innern weist In einem Erlaß über die Bildung freiwilliger Feuerwehren vom 13. 1. 1934 darauf hin, daß in die Freiwillige Feuerwehr möglichst alle geeigneten Männer cintreten sollen, in der Mustersatzung heißt es über den Erwerb der Mitgliedschaft: ״Aktive Mitglieder: als solche werden nur gesunde, kräftige und gewandte Männer, die den Anforderungen des Dienstes in der Wehr zu genügen imstande sind, einen guten Ruf haben und a r i scher Abstammung sind, das 18. Lebensjahr vollendet und das 40. Lebensjahr möglichst nicht überschritten haben, aufgenommen. Sic müssen Bürger der Gemeinde .... und dürfen keine Vertreter von Feuerwehrgerätefabriken oder hiermit im Zusammenhang stehender Oeschäftsunternehmun• gen sein.“ (Jirmejahu Kap. 46) Uebersetzung von Bubcr/Rosenzweig Aua der Haflara für Sonnabend, den 20. Januar, Die Feststellung der arischen Abstammung Der Rcichsminisfcr des Innern hat gegenüber der Reichs• gemcinschaft der freien Wohlfahrtspflege seine Stellungnahme hinsichtlich der A r i e r b e s t i in m 11 n g bei Unehelichen bzw. in der Adoptionsvermittlung klargestcllt. Der Minister betont u. a., daß die in der Heiratsurkunde der Eltern vermerkte Feststellung ihrer christlichen Konfession die nichtarische Abstammung des einen oder beider Elternteile nicht ausschließc. Eine Nachprüfung und ein Zurüdegehen auf die Urgroßeltern werde insbesondere dann erforderlich sein, wenn der Name jüdisch klingt, oder sonstige Umstände vorliegen, die darauf schließen lassen, daß die Großeltern ursprünglich luden waren. Ein Großcltcrntcil sei aber nur dann als nichtarisch anzusehen, wenn seine beiden Eltern nichtarisch waren. ln bezug auf das Berufsbeamtengesetz wird fest• gestellt, daß der uneheliche Sohn einer Aricrin unter das Gesetz (alle, wenn sein Vater oder dessen Vater oder Mutter nicht arisch war. Wenn standesamtliche Register, Gerichtsakten usw. keinen Aufschluß geben könnten und auch sonst nicht nachzuweisen ist, wer der Vater war, werde es dabei sein Bewenden haben müssen. Die Frage nach dem Ariertum eines unehe« liehen Kindes, das wegen der Vaterschaft-Anerkennung nicht in der Lage ist־ Nachweise über seine Abstammung väterlicherseits beizubringen, beantwortet der Minister dahin, daß ein solches Kind bei arischer Herkunft mütterlicherseits bis zum Beweis des Oegcntcils, oder, wenn nicht besondere Umstände des Falles dagegen sprechen, als arisch an zu• sehen sei. Richtlinien für Rechtsanwälte Das Präsidium der Reichs-Rechtsanwalts kam• mer hat eine Ergänzung seiner Richtlinien über den Verkehr mit solchen Rechtsanwälten, deren Zulassung zuriiekgenommen ist, beschlossen. Folgende, künftig maßgebende Neufassung teilt laut ״Frankfurter Zeitung“ vom 16. 1. die Frankfurter Anwalts• kammer ihren Mitgliedern mit:!.Unzulässig ist jede irgendwie geartete berufliche Verbin düng mit einem Rcchtskun• digen, dessen Zulassung zur Rechtsanwalt• schaff versagt oder 7. urückgenommen ist, oder der von der Rechtsanwaltschaft ausgeschlos* sen worden ist, oder dessen Zulassung nicht• arische Abstammung oder kommunistische Betäti gu n g cntgegenstcht. Als berufliche Verbindung gilt auch eine Biirogemcinschaft sowie ein Mietverhältnis über Büroränmc, welche mit Büroräumen des nicht zu gelassenen Rechtskundigen räumlich Zusammenhängen. Als berufliche Ver• bimlung gilt ferner die Anstellung oder Beschäftigung eines Rechtskundigen als Hilfsarbeiter oder Angestellten. Hierunter fällt nicht eine anwaltliche Tätigkeit fiir den Rechtskundigen in dessen eigenen Rcchtsangeicgcnhcitcn. 2. Unzulässig ist jede Handlung, die einem Rechtsanwalt, gegen den ein Vertretungsverbot besteht, eine Umgehung dieses Verbots ermöglicht sowie die Ucbcrnnhmc und Führung von Mandaten unter Beteiligung des mit dein Vertretungsverbot be• legten Anwalts. 3. Unzulässig Ist die Eingehung einer So• zlctät oder Bürogemeinschaft zwischen An• walten arischer und nichtarischer Abslam• m u n g sowie d I e Aufrechter 11 altung einer Bü• r o g ׳* in cinschaft oder einer nach dem 14. Sep• t cm oer 1930 begründeten Sozietät zwischen Anwälten arischer und nichtarischer Abstam• m u n g. Die Vorstände der Anwaltskammer können im Einzel• fall Ausnahmen gestatten. 4. Unzulässig ist die Verwendung einer Bezeichnung auf den Schildern oder Briefköpfen, die kennzeichnet, daß der be• treffende Anwalt arischer oder nichtarischer Abstammung ist (z. B. die Bezeichnung ״Deutscher Anwalt“). Die Führung in der Wirtschaft In einer Vollversammlung der Kölner Industrie- und Han״ delskammer hielt der Vorsitzende, Freiherr von Schröder, eine programmatische Rede über die wirtschaftlichen Ziele des Nationalsozialismus. Nach dem Bericht der ״Frankfurter Ztg.“ vom 17. 1. führte er tt. a. ans, das vom Nationalsozialismus geforderte Führerprinzip werde man bei der wirtschaftlichen Neuordnung restlos zur Durchführung bringen. Führer könne und werde nur der sein, der die Ehre und die Verpflichtungen des deutschen Kaufmanns und Unternehmers heilig achte und hochlnlte, niemals aber einer, der gegen die Grundsätze natio• nalsozialistischer Wirtschaftsführung verstoße oder wer ״jü* dischen Geistes oder jüdischer Abstammung“ sei. Es sei bei dieser Gelegenheit ausdrücklich zu betonen, daß man die Mitarbeit von luden und ludenstämmlingen, ebenso deren Führung in der Wirtschaft ablehne wie in der des übrigen deutschen Staatswesens. Man wolle auch In der Wirtschaft endlich rein arisch geführt werden. Freiherr von Schröder sprach auch über den jiidiselten Einfluß im Bankwesen und erklärte, daß aut alle Fälle das Resultat der Bankencnquete den Forderungen des Nationalsozialismus entsprechen müsse. Das Geldwesen ■müsse in Zukunft der Diener der Wirtschaft und nicht ihr Herr sein. Die sächsische Kirchenregierung hat, wie ״Das Evangel!« sehe Deutschland“, Berlin, vom 14. Jan. meldet, die Kollekte für die Judenmission in eine Kollekte für die evangelischen Araber und die Karmelmission umgewandelt.

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