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Jüdische Rundschau · 1934-01-16 · Heft 5 (16.1.1934) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 5 (16.1.1934)
Date
1934-01-16
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Nr. 5, 16.1.1934 Seite 4 Jerusalem, 1 f>. Januar. (J. T. A.) Durch öffentliche Bekniiiitiiiacliiiiig wurde das neue Reglement für pnlnstincnsisclie Stadtgemeinilen (l'alestine Mimicipal Corporations Ürdi• Xiancc) in Kraft;.eset/t. Die Verordnung regelt den Vorgang für die Einsetzung städtischer Vorwnltiiiigskörpcrseliaftcn, die Wahlmcthoden und die Funktionell der Gemeindevertretungen und Ocmcindcriite. Gegenwärtig umfaßt der Geltungsbereich des Reglements 23 Stadtgcmeinden. Auf Gruml der neuen Verordnung wird der High Commissioucr ermächtigt, in jenen Fallen, in denen er annimmt, daß die Mehrheit der Bevölkerung eines bestimmten Gebietes ihre Zusammenfassung in eine Stndtgnneinde wünscht, eine Kommission zur Untersuchung der Sachlage ein/usetzen. Dieser Kommission muß zumindest ein Mitglied angehören, das nicht Rogicrtingshcaintcr ist. Dem High Commissioner bleibt cs nniiciingestellt, auf Grund des Berichtes der Konimission das betreffende Gebiet zu einer Stmltgcmcindc zu erklären. Er hat ferner Zeitpunkt und Ort der Wahl festzusetz.cn, Beamte und Funktionäre für den Wahlgang zu ernennen und Richtlinien zu bestimmen für die Durchfiihrimg der ersten und zweiten Wahl, insbesondere die Personen zu bezeichnen, die wahlberechtigt sind. Der High Commissioner hat das Recht, im Verordiuingswegc die Zahl der Mitglieder eines Gemciiidcratcs zu erhöhen mlcr zu vermindern. Fr kann ferner in Jerusalem und Haifa in Anbetracht der dort herrschenden besonderen Verhältnisse, wenn ihm dies im Interesse einer geordneten Verwaltung als notwendig erscheint, nach freiem Ermessen je zwei Stadtiäte ernennen und so ernannte Mitglieder des Stadtrats auch wieder ihres Amtes entheben. Die Legislaturperiode eines Stadtrats beträgt fünf Jahre. Eine Be- Stimmung der Verordnung sieht ferner vor, daß der High Commissioner ■zeitweilig den Bürgermeister und Vizebiirgermeister einer Stadt ernennen kann. Er kann auch Bürgermeister und Vi/ebiirgermcister ihres Amtes entsetzen und dieses anderen Mitgliedern des Stadtrats übertragen. Statuten einer Stadtgemeiiule erhalten erst nach Bestätigung durch den High Commissioner Rechtsverbindlichkeit. Für jede Stadtgcmändc wird eine Liste der Wahlberechtigten angelegt. Eine vom High Commissioner zu ernennende Wahlkommissinn hat auf Grund der Anmeldungen der Stadtbürger diese Liste zusannnenzustelien. Fiir Tci-Awisv sind Sonderbcstimmungcn vorgesehen. Während in ailen übrigen Städten nur männliche palästinensischc Bürger im Mindestalter von 25 Jahren das aktive Wahlrecht besitzen und das passive Wahlrecht an ein Mindestalter von 30 Jahren lind bestimmte andere Bedingungen geknüpft ist, kann in Tel-Awiw zum Mitglied dos Stadtrats gewählt werden ,,jede männliche oder weibliche Person, die mindestens 25 Jahre alt ist, ihren Wohnsitz innerhalb des Stadtgebietes hat und in den fetzten 12 Monaten vor der Kandidatur Steuern im Mindestbctragc von einem Pfund abgeführt hat“. In den übrigen Städten ist das Wahlrecht an eine mindestens ein Pfund betragende Grundsteuer oder an städtische Steuern von mindestens zwei Pfund jährlich gebunden, Tel-Awiw wird somit die einzige Stadt mit Frauen* Wahlrecht in Palästina sein. Die bisher von Gemeinderaten oder dem Tel-Awiwer Stadtrat erlassenen Verordmingen und ausgegehenen Lizenzen bleiben in Kraft, sofern ihr Inhalt den Bestimmungen des neuen Reglements nicht zuwiderläuft. Araberkondgebunflen gestaltet Jerusalem, II. Januar. (J.T. A.) Die Palästina-Regierung hat ihre Zustimmung zur Veranstaltung friedlicher arabischer Kundgebungen gegen jüdische Einwanderung im ganzen Lande am 16. Januar auf Grund der den Behörden vorgclcgten Aufmarschpläue der palästinensisch-arabischen Exekutive und anderer interessierter Organisationen gegeben. Arbeiten der Murison-Kommlsslon beendet J c r u s a 1 c m, 15. Januar. (J. T. A.) Die zur Untersuchung der Unruhen, die im Oktober und November in Palästina sich ereignet haben, eingesetzte sogenannte Mu* rison-Kom mission hat ihre Erhebungen abgeschlossen. Der Leiter der Kommission, Sir James William Murison, ist bereits nach London abgcrcist. Das zweite Mitglied der Konimission, Gcncralstaatsnnwalt Herbert Trustcd, der fiir die Zeit der Tätigkeit 11er Kommission beurlaubt worden war, hat seine früheren Funktionen wieder mitgenommen. Fj wird imgenommen, daß der lieiiclit der Kommission in London durch den Vorsitzenden abgcfnßt werden wird. Weitere Zeugenaussagen lm Arlosoroll-Mordprozcß Jerusalem, 12. Januar. (J.T. A.) In der letzten Verhaiidltmg im Arlosoroff-Mordpro/eß kam die Broschüre von Ben Zion Katz ״Ich kamt nicht länger schweigen!“ zur Sprache, in der die Aussage Schamntai Kupersteins reprodu/iert wird, wonach Frau (Arlosoroff kurz, nach dem Mord erklärt hätte, ihr Mann sei durch Araber erschossen worden. Kuperstein, nochmals als Zeuge vernommen, blieb bei der Aussage, daß Frau Arlosoroff diese Erklärung abgcgehen hätte. Der Biiroangcstelite Samuel Moldawsky sagte aus, er sei an dein Mordabend am Strande in der Nähe 3er Käte Dan-Pcnsion, wo das Ehepaar Arlosoroff gewohnt hat, spazieren gegangen. Plötzlich habe ihm eine Person mit heller Haar- und Gesichtsfarbe mit einer Lampe ins Gesicht geleuchtet und sei weitergegatigen. Kurz darauf hörte er vom Strande her einen Schuß fallen. Er brachte den Vorfall der liistadruth zur Kenntnis. Später wurde ihm Stavsky gezeigt, er konnte ihn aber nicht als .die Person idcntiluteren, die ihm ins Gesicht geleuchtet hatte. Gemeinsames Arbeitsamt in Tel-Awiw Tel-Awiw, 10, Januar. (J.T. A.) Nach längeren Vcrhandiungen wurde in Tel-Awiw ein vereinigtes Arheitsvcrmittiungsbüro und -Schiedsgericht gebildet, in dem alle Parteien vertreten sind und an dessen Spitze ein aus Bürgermeister Meir D1 z e u g o i f, Rabbi S c h a p i r o und J. Aronowitz von der Histadruth-Exekutive gebildetes Dreier-Komitee steht. Das Büro wird die Arbeitsvermittlung und Arbeitsaufsicht u. a. in der gesamten Bauindustrie und bei allen öffentlichen Arbeuen in Tel-Awiw innchabcn, in ihm sitzen Vertreter der rustadruth, des Poel Misrachi, der Revisionisten, des Handvrcrkcrvcrbandcs und der Yemenitcn. Zur Entscheidung prinzipicUcr Fragen soll eine Kommission des Waad Lcumi herangezogen werden. Die Arbeitsverteilung auf die einzelnen verbände geschieht nach einem bestimmten Index. Die Unternehmer werden verpflichtet, nur die ihnen vom Arbeitsbüro zugewiesenen Arbeiter zu beschäftigen. Das Arbeitsbüro wird durch die Autorität der Tel-Awiwer Stadtverwaltung gedeckt. 8** *",?"";יו'ästina-Amt hat bereits früher wiederholt darauf!imSa'11,1 d,al\ dlc, Beratungstätigkeit erhebliche Unkosten M־ U*ndAß daher alle Ratsuchenden gebeten werden, £rehM1^n^?ft1e"^Cltrag v<£? 1 RM• für die Beratung als Grundlarau/ 16181«י• — Das Palästina-Amt wird ht Zukunft n ־ nJu8,scn> daß in allen Fällen, in denen der An- ״.־*d * iwndw e zur Entrichtung dieser Oebtthr in der Lag« ist, ae* Unkostenbeitrag geleistet wird. ־ JÜDISCHE RUNDSCHAU Die I loelisnbsoii der Touristik nach Palästina beginnt zwar erst in einige״ Wochen, ״!.er (kr lebhafte Reiseverkehr sc H eigentlich niemals vollständig aus, zumal ja die Eiiiwaml img ein großes Kontingeiit der Reisenden stellt. Die ״Jüdische Rundschau“ erhält in der letzten Zeit häufig Zuschriften von der Reise von Lesern und freunden sowie Schilderungen, die vielfach ins Persönliche gehen. Häufig werden auch die Verhalt- Hisse auf einzelnen Schiffen oder Schiffahrt*«״len besprochen, und es läßt sich beobachten, daß manche Reisenden, die an uns Zuschriften richten, Eiuzelerlebnisse verallgemeinern und manchmal auch Kleinigkeiten überbewerten. Wir sind außer- Stande, *01 eben Einzclscliildertingcn Raum zu geben. Doch mochten wir, um jeden falschen Fimlrtick zu verhüten, niittcilen, daß uns — freilich erst in den letzten Tagen — mehrere Zuschriften 71igcp,tilgen sind, die sich gegen die Ausführungen von Julius Berger in Nr. 91 der ״jüdische״ Rundschau“ vom 14. Novom her 1933 richten. Herr Berger hatte dort über die Verliaitnisse auf dem Schiff ״Sphinx“ bei dessen erster Reise Klage gelührt. Nun wird uns von anderen Reisenden aus späteren Erfahrungen mitgcteilt, daß sie dem Urteil des Herrn Berger nicht z us tim men können, und daß sie mit den Verhältnissen auf dem Schiff durchaus zufrieden gewesen sind. Daraus ist zu entnehmen, daß Mißstände, die vielleicht früher vorhanden gewesen sein können, Inzwischen ahgcstcllt worden sind. Es wäre gewiß erfreulich, wenn auch in Zukunft die Verhältnisse bei diesen und anderen Schiffen zu günstigen Urteilen Anlaß gäben, und wir hoffen, daß die Schiffabrtsiimen mit Rücksicht auf die große Bedeutung des: Paläsliua-RciscgcschÜftes ihr Aeußcrstcs hierzu tun werden. Eine erfreuliche und durchaus lobende Schilderung erhalten wir auch von einer Gruppe von Reisenden aus Deutschland von Bord des Schiffes ״P o 10 n I a“ der PoHsh Palcstine Line, das die Reise von Konstanza nach Jaffa ausführt, wobei, wie uns geschrieben wird, die Reise Berlin—Jaffa nur 5 Tage dauert und die Landreise Berlin—Konstanza sehr hcmicm und ohne jede Störungen zuriiekzukgen ist. Der Brief ist unter* schrieben von Dr. Rudolf Rosncr, bisher Stargard i. Pomm., Dozent Dr. Marcus, W. luvilcr, M. Schapiro, bisher Berlin, Leo Eber und Familie, Kurt Cimbowski, Hugo Hirsch und Dr. Lapidas. Ferner erhalten wir eine überaus lobende Reisebeschrcibung über die letzten Gesellschaftsreisen des Kartells jüdi* scher Verbindungen unter sachkundiger Führung. Der Brief des Teilnehmers, der übrigens nicht zionistisch organisiert ist, von der Organisation dieser Reise durchaus befriedigt Ist und die Schönheiten sowie die jüdisch-interessante Seite Paläsfinas voll genossen hat, beweist gewiß die Nützlichkeit und Zweckmäßigkeit solcher Reisen. Obcrrabbincr Low SO Jahre Am 20. 1. feiert Dr, Itniuomiel Löw, Obcrrahbiner von S z e g e di 11, Vertreter des rieologen Judentums im uiigafistW Oberliaiisc, seinen PO. Geburtstag. Seit 1378 Nachfolger seine, heriilimtrii Vaters, Leopold Löw, des bekannten Herausgebtri der Zeitschrift Ben Chauciija, hat Immanuel Löw einen tjg(, neu Stil der Kan/clrrdc geschaffen, der ihn unter die anerhn!!, ten ersten Künstler der ungarischen Sprache gehoben hat. D». neben ist er einer der besten Kenner der hebräisch-aramähehej Sprache und war lange Jahre Miircdakieur des großen (]«, $ e n 111 *,sehen Wörterbuches, Aus seinen ״Aramäischen P(|,5> zcnnameii“ (1881) entwickelte sich das Hauptwerk *eines Lt. ben», ein Standardwerk der Botanik: ״Die Flora der Jüdin* deren abschließenden Band der greise Gelehrte eben in dtg fetzten Wochen beendete, da er sich plötzlich einer gefähr. liehen Rlinddarmoperation unterziehen mußte. Ein andern Denkmal seiner Szcgcdiner Wirksamkeit ist die 1903 neuer haut! Synagoge, deren Außen- und Innenarchitektur zum großen Teile den künstlerisch-wissenschaftlichen Anregungen Rabbiner töws zu danken ist. Aus Anlaß seines Jubiläums hat die Breslauer ״Monatsschrift“ ein Fesfhcft fierausgegcben, in dem die Bibi», graphic der im Druck erschienenen Publikationen Low! (!!( 400 Nummern umfaßt. — Als Rabbiner gehört Löw der ko®, servafiveren Richtung an und zählt seit Jahrzehnten zu des Freunden und Verfechtern propalästincnsischer Ideen. Dr, Fürst Ein Jubilar Unser Gesinnungsgenosse Lazarus Friedmann inMain! vollendet am 17. Januar 1931 sein 85. Lebensjahr. Die allseitig« Liebe und Verehrung, deren sich dieser älteste Zionist Deutsch• lands erfreut, werden auch bei diesem Anlaß ihren herzlichen Ausdruck finden. Ganz in der Nähe von Mainz, in Bingen, hif Lazarus Frledinnnii Im Frühjahr 1897 an der Gründung der & nistischcn Vereinigung für Deutschland teiigermmmen, um! wenige Monate später folgte er dem Rufe Theodor Herzis zu® ersten Zioiiistcnkongreß nach Basel. Seit dieser Zeit nahm 8 regsten Anteil am zionistischen Leben, war wiederholt Kon• greßdelegierter und fehlte fast bei keinem Delegiertentag dtr ZVfD. — Die Zionistische Ortsgruppe Mainz, die er gegründd und lange Zeit geleitet hat, ehrte ihn schon vor mehrere! Jahren durch Ernennung zum Ehrenvorsitzenden. Die Wünsche aller Zionisten vereinigen sich für einen glücklichen Lebensabend des Nestors des deutschen Z» nismusl Abwanderung deutscher Emigranten ans Frankreich nach Palästina Paris, 12. Januar. (J.T.A.) Im Laufe der nächsten Woche werden sich 200 deutsch-jüdische Emigranten aus Paris nach Palästina begeben. Auf dem aus diesem Anlaß ver* anstaltetcn Abschiedsabend wird Baron Rothschild dert Vorsitz führen. Am 16. Januar wird, gleichfalls unter dem Vorsitz Baron Rothschilds, eine Konferenz der jüdischen Or* gnnisationen eröffnet, in der die Art der Fortführung des Emigrantenhilfswerks besprochen werden soll. Die französische Regierung bat dem jüdischen Hilfskomitee für Emigranten aus Deutschland bekanntgegeben, daß die zur Unterbringung von Auswanderern zeitweilig zur Verfügung gestellten Staat* liehen Baracken in nächster Zeit geräumt werden müssen. Hodischulkonflikt in Warschau Die akademischen Vereinigungen und Verbände an der WarschautrTechnischen Hochschule haben nach einer Meldung der ״Voss. Zeitung“ vom 12. Januar in ihren neuen Statuten, die nach der Hochschulreform jetzt eingcrcicht werden mußten, durchweg einen Arlerparagraphcn auf* genommen, der jüdische Studierende als Mitglieder ausschllcßt. Die Behörden haben die Genehmigung dieser Statuten ab* g e i c h n t, bis der Arlcrnaragrapn gestrichen ist. Vorerst weigern sich die studierenden Verbünde sämtlich, dieser For* derung nnchziikommen, so daß ein neuer schwerer Konflikt zwischen Studcntenschaftund Behörden au*ge* brociien ist, der auch auf andere Hochschulen überzugreifen droht. e Theodor Schoenberger 60 Jahre. Am 4. Januar beging Theodor Schoenberger, der anerkannte Klavierpädagoge mui langjährige Chordirigent der Berliner Jüdischen Gemeinde, seinen 60. Geburtstag, Das Stern'schc Konservatorium, an dem Schoenberger noch heute als Leiter einer Ausblkiungsklassc wirkt, berief ihn schon in jungen Jahren — 1897 — als Klavierlehrer. Unter seinen Schülern befinden sich nicht wenige Namen von Klang, im Jahre 1912 sicherte sich die Berliner Jüdische Gemeinde diesen Musiker, indem sie ihm die Leitung eines Synagogcn-Chorcs übertrug. Seit mehreren Jahren wirkt Schoenberger nunmehr an der Synagoge Fasanenstraße. Der Chor entwickelte sich unter seiner Leitung zu einem gepflegten Klangkörper und die Ausführung der Litur- Tic erfuhr unter ihm eine besonders liebevolle Behandlung. >ic besonderen Verdienste Schocnbergers auf dem Gebiete der synagogalcn Musik liegen darin, daß er sich als erster Chordirigent mit der Aufführung neuer synagogaler Kompositionen im Gottesdienst befaßte. Leo Kopf. Einsetzung eine» Anataltsnunchutm bol der Zentralwohlfnlirtsstcllc der deutschen Juden. Die nußerordentliche Beschrankung der für die jüdische Wohlfahrtspflege zur Verfügung stehenden Mittel und die gesteigerten Anforderungen zwing״! gebieterisch zu stärkster Planwirtschaft in der Ge- Mintarbcit, vor allem aber nuf dem Gebiet des Anstalt*- wesens. Ls ist deshalb in Gemeinschaft mit der ״Reichs- Vertretung der deutschen Juden“ Und dem ״Zentralausscliuß der deutsche״ Juden für Hilfe und Aufbau“ ein mit weitgehenden Vollmachten versehener Anstaltsausschuß bei der ״Zcntraiwohlfahrtsstelle der deutschen Juden“ gebildet worde״. Der Ausschuß trat in diesen Tagen unter dem Vorsitz von rot. Dr, Sehgmann zu seiner ersten Beratung zusammen. Als nächste Aufgaben wurden sofort in Angriff genommen: die Aufstellung von Richtlinien für die pianwirtschaftlichcn Vereinfachungen und Zusammenlegungen Im Anstaltswesen und die eingehende Durcharbeitung der verschiedenen Arten j?" Anstalten zur Prüfung der Frage der Notwendigkeit und Möglichkeit ihrer Aufrcchterhaltung, Der Aristaltsausschuß, dessen Geschäftsstelle sich bei der Zcntralwohlfahrtsstelle der deutschen luden, Berlin-Charlbg. 2, Kantstr. 158, befindet, d״tCL1n t L®,nd(js״ ־nd Provinziai-Vcrbände und Anstalten der jüd sehen Wohlfahrtspflege die dringende Bitte, ihn bei seinen, im Interesse der Aufrechterhaltung der unbedingt notwendigen Einrichtungen geplanten Arbeiten verständnisvoll Zl,' u,lterstilt«n• Der Anstaltsausschuß wird Ü SK« htaffi“״*' OrganU.tion.Vertreter Errichtung einer Lehrerbildungsanstalt. Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden hat nach eingehmätf Aussprache über die gesamten Fragen der Lehrerbildung die Errichtung einer jüdischen Volksschui-Lehrerbildungsanitil liberaler Richtung in Berlin zum 1. April 1934 beschloss«! Er hat ferner beschlossen, eine gleiche Anstalt konser• vativer Richtung in Preußen zu begründen, falls sich diese Neugriindung neben der Würzburger Lehrerbildungsanrtilt als notwendig erweisen sollte. Mitteilungen des K. J. V. Der Kartelltag de* K. J. V. findet am 3. und 4. Februar im Logenhaus, Joachimsthafer Str. 13, statt. Als Vorbereitung zu diesem Kartclltag ist soeben dt: .,Jüdische Wille“ an alle Bundesbrüder, deren Adresaen um bekannt sind, versandt worden. Wer von Bundesbrüdern dt! ״jüdischen Willen“ nicht erhalten hat, wende sich sofort unter Angabe seiner Adresse an uns, da dann mit Sicher?::: anzunchmcn ist, daß wir im Büro seine Adresse nicht hatm, -־- Paliistlnarclsc des Kartells Jüdischer Verbindungen. Dt: Prospekt Ist erschienen und kann sofort /״gestellt werde! Abfahrtstcrmln der Purimreise ist der 8. Februar ab Berlin, 12. Februar ah Villefranche mit Dampfer ״Aquitanla“ mit 1!׳ schließender Gesellschaftsreise vom 15. Februar bi» 25. Ft׳ brn.ir. Die Zwischenzeit bis zur Zeit der Abreise am 7. Mit! mit dem Dampfer ״Roma“ bleibt zur freien Verfügung du Reisenden. Ankunft in Neapel (Rückfahrt) am 11. Mari. - Der Preis für die Purimreisc inkl. der Gesellschaftsreise ab Berlin bis Berlin beträgt RM. 650.— exkl. der Unkosten, die dem Reisenden in der Zwischenzeit vom 26. Februar bb 7. März entstehen. Sofortige Anmeldung ist unerläßlich. Meldeschluß für diese Reise der 23. janiiit. Weitere Auskünfte durch das Präsidium des Kartells Jüdiich« Verbindungen, Berlin-Charlottenburg, Blelbtieustr. 50. Die PalHsflna-WIrtschaffsstclIe teilt uns mit: ln Naluht Oanlm — gegenüber von R.unat-Oan — Ist eine große Min«׳ raiwnsser- und Limonadcn-Fabrik mit eigener Destillation*• anlage im Bau. Die aus Deutschland bezogenen Maschine« sind bereits eingetroffen; demnächst wird die Fabrikation beginnen. Da* Palästina-Amt teilt mit: Die Palästina-Wirtschaft«׳ »teile, ein gemeinnützige» Unternehmen, dessen Entstehung der privaten Initiative einiger Zionisten zu verdanken wir, und das als solches Im engen Einvernehmen mit der Be• ratungssfellc des Palästina-Amtes gearbeitet hat, ist nunmehr in das Palästina-Amt cingegliedcrt worden. Das Palästina-Amt wird in seiner neuen Abteilung ״Wirtschafts-Beratung* alle Angelegenheiten fortführen, welche bisher von der Pa!«־ stiiia-Wirtschaftsstelle bearbeitet wurden, und steht allen den* jenigen, die an privatwirtschaftlicher Betätigung ln Pal.Aus» interessiert sind, zur Verfügung. Die Abteilung für Wrt• schafts-Beratung bezieht ihre Informationen u. a. von dm® durch die Jewish Agency for Palcstine anerkannten palästinensischeti Auskunfihüro, der zentralen Informationsstelle fit Industrie, Tel-Awiw. Alle Zuschriften sind nunmeltr an d» Palästina-Amt, Abteilung Wirtschafts-Beratung, Berlin W 1ול Mcinckcstr. 10, zu richten. Welche Elmvnnderungshcstfmmungcn hat der Palästina* Wanderer zu beachten? Welche Einwanderungsmöglichkeiten gibt cs? Welche Transitvisen sind im Verkehr mit Paiästin» nötig? Wie hoch sind die Visumkosten? Welche Kapiül• Transfer-Möglichkeiten gibt cs? Welche StcucrvorschrifW1 sind zu berücksichtigen? Diese und viele andere wichtig* Fragen beantwortet die Informations-Broschüre des Palästina- Amtes Berlin, ״Aiijah“. Die 5. Auflage, die im Januar 1431 erschienen ist, ist •18 Seiten stark. Die Broschüre mit ei״״ Paiäsfma-Landkjute auf dem Titelblatt ist zum Preise '0״ 0,75 RM. zuzüglich 0,15 RM. Porto zu beziehen durch die Litera ur-Vcrsand-Abteilung des Palästina-Amtes, Berlin WA Meinckcstr. 10. Bei Bestellungen der ״Alijah“, sowie de* U5,|1 < °״״’Pa ,.0der des ״Chinuch“ bediene man sich des im Inseratenteil dieses Blattes befindlichen Bestellscheins׳ . Pc,r 2e>Ujarlf PHBstlna* enthält sämtliche Positionen übtf sichtlich, alphabetisch geordnet, ferner sämtliche Import- und S. 7 ״!Ill״d Beschränkungen und das palästinensisch; syrische Zollabkommen in deutscher Sprache. Der Zolltanl bflmU1pan1r־C11SC Va011*1 ZU7Ü¥'• Portogebühren zu beziehen beim Palästina-Amt, Berlin W 15, Meinekestr. 10. CÄ.W*״ Lch״ts«en In Palästina ist der FäVhVr” l, rr '3י״ח.^ die Aufnahmebedingungen und Lehr־ Preis drdr Rr״ MS11ncis'.sc!’en Urjiv«rsität und Schulen. Der die*״ B l,!?50■° )6ז RM- □egen Voreinsenduf £ a!1 1 ־ zuÄch״ül10.RM* Porte ist er beim P*U־ stina-Amt, Berlin •V15 ״, Meinekestr. 10, zu beziehen.

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