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Jüdische Rundschau · 1934-01-16 · Heft 5 (16.1.1934) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 5 (16.1.1934)
Date
1934-01-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
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H Nr. 5, 16 1.1934 k ו; Vl! t ו¬ / ך**"’ י, 4>«*11» st-* / 11 -י / / t; f . n ri fc»1. .• .׳ Arbeiten imosph&rc" Unter dem Druck der äußeren Ereignisse ist in den Krei- *tn derer, die sich um das jüdische Werk in Palästina gnmpieren, das Interesse an der praktische״ Arbeit für den j!״״. sehen Aufbau 1111 Lande in einem Maße gesteigert worden, daß ille *״Jcrc" ’roWeme, die mit dem werdenden jüdischen Palistin» in Verbindung stehen, einigermaßen in den Hintergrund gedrängt worden sind. Es liegt uns gewiß fern, diese ״Arbritsatmosphärc" geringzuschätzen oder auch m wünschen daß elmehr cklung ert ist, sie in irgendeiner Weise abgesrhwächt werden sollte. Vi plt es für jeden, der an der möglichst raschen Entwi! des jüdischen Kolonisationswerkcs in Palästina interessi! gerade im Hinblick auf die Lage des jüdischen Volkes in den Ländern der Zerstreuung, diese Anstrengungen zu vervielfachen, Trof/dein wäre cs verfehlt, wollten wir unter dein Zwang praktischer Anforderungen daran vergessen, die letzten Ziele der Palästinaarbeit zu erörtern und uns die Frage vor/ulegcn, welchen Sinn dieses Werk für die Gesamtheit des Judentums besitzt. Seit einer Reihe von Jahren ist cs so, daß an ihm in der Hauptsache zwei Oruppen von Juden teilnchmcn: Die Zionisten als der aktivste und in der Zielsetzung am klar* sten bestimmteste Faktor und die nichtzionistischen ״Pa• ן ä s t i n a -1' r e u n d c“, die mit den Zionisten auf dem Gebiete der praktischen Palästina-Arbeit kooperieren, ohne sich mit ihnen in ihren Auffassungen über die Judenfrage und die prinjjpiellc Bedeutung Palästinas für die jüdische Zukunftscrdwick• |ung zu identifizieren. Historische Verdienste Nun muß es gewiß der Gruppe der Palästina-Freunde in Deutschland als ein Verdienst angcrcclmet werden, daß sie in einer Zeit, in der sich das liberal-bürgerliche Judentum noch all?״ sicher glaubte und zu einem großen Teil alles, was mit Palästina zusammenhing, ablclmte, den Weg zu diesem größten jüdischen Ocrncinsrhaftswcrk unserer Zeit gefunden hat. Es zeugte von Unabhängigkeit des Denkens, wenn Kreise, die ihrer Herkunft nach zu jener Gruppe der scharf antizionistisch eingcstellten Juden zählten, praktische Arbeit für den Aufbau Palästinas bejahten. Dieses historische Verdienst soll gewiß nicht verkleinert werden. Man darf aber nicht verkennen, daß sich inzwischen vieles geändert hat. Bis weit in die Kreise der radikalen Assi• milation ist die Notwendigkeit der wirtschaftlichen Palästina• Arbeit anerkannt worden, und man konnte sich im Hinblick auf die Bedeutung Palästinas als Auswandcrungsland auch für die deutschen Juden nicht mehr der Erkenntnis entziehen, daß die jüdische Arbeit in diesem Lande von großer Bedeutung ist. Wenn auch immer noch ein gewisser Unterschied zwischen den alten nichtzionistisehen Paläslina-Frctmdcn und den Nichtzio* nisten, die heute endlich die Palästina-Arbeit anerkennen, in der Hinsicht konstatiert werden muß, daß in der Art der Haltung Palästina gegenüber Und in der Intensität der Arbcitsbcrcitschaft Differenzen bestehen, so ergibt sich doch, daß die Ausziahmcstcllung der nichtzionistischen Pa• Ustina-Freunde einigermaßen geschwunden ist. Es kann heute nicht mehr als ein besonderes Verdienst angerechnet werden, wenn Oruppen im deutschen Judentum, die Nichtzionisten sind, für die jüdische Arbeit in Palästina ein• treten, denn diese Haltung ist recht leicht geworden. Die Einordnung Palästinas Darum gilt es — nicht aus Freude an der inner jüdischen Diskussion, sondern im •ntcrcssc der Entwicklung des gesamten deutschen Judentums und nicht zuletzt auch des jüdischen Schicksals derer, die dem Zionismus als Kampfgenossen auf dem Boden der konkreten Palästina-Arbeit seit langem verbunden sind —, die Frage zu stellen, wohin ihr Weg in der Zukunft führen soll. Es müssen neue Denkkategorien geschaffen wer• den, und sie müssen in jenen lebendig sein, die Palästina voll und ganz bejahen. Heute ist es vielfach noch so, daß man sich bemüht, das neue Werden auf dem Boden Erez Israels in die gewohnten Denkfonnen ein zuordnen, So wird Palästina zu einem Lande der Auswanderung unter vielen; so wird die Pioniergesinnung der jüdischen Jugend in Palästina zu «inem Glied in der Kette jüdischer Produktivicrimgsbestrebungen; so werden die landwirtschaftlichen Siedlungspunkte in Pa- Jästina zu einem Abbild anderer kolonisatorischer Bestrebungen im Judentum; so betrachtet man Olim, Menschen, die nach Palästina gegangen sind, als Emigranten, w׳ie man sonst jüdische Auswanderer in anderen Ländern ansieht. Palästina wird damit zu einer zwar gewiß bedeutungsvollen Angelegenheit ge• stempelt, aber ihm wird der Charakter der Einmaligkeit und Einzigartigkeit genommen. Die Geburt des Unbekannten Warum tut man dies? — In Palästina .st für den, der zu sehen versteht, so manches geschehen, w׳as diesem großen Ex- Periment den Stempel der Einmaligkeit und Besonderheit verbäht. Es sind gewiß nicht religiöse Reformen, nicht theore• tische Leistungen des jüdischen Geistes, nicht brillante Leuchtfontänen des Intellekts lind nicht Werke irdischer Macht und des Reichtums, welche dieses Land und die in ihm lebenden Menschen hervorgebracht haben. Aber cs ist eine zarte Pflanze der Menschlichkeit, ein ernstes Streben zu sich seihst, die Hin- Relmng an Boden und Arbeit, die in Palästina zu finden sind, Und die dieses kleine Land und die Zahl der in Ihm lebenden ' Juden zum Zentrum der jüdischen Oe gen wart Und zum befruchtenden Element der jüdischen Zukunft machen. Niemand weiß, ob diese zarte Pflanze sich voll und kräftig entwickeln wird, und ob das einzigartige Ex- Periment der Regeneration eines Volkes in dem Lande, aus 'lern es 2000 Jahre entfernt war, auf dessen Boden aber seine verbindlichsten Leistungen entstanden sind, gelingen wird. Die Schöpfungskraft des jüdischen Volkes ist der stärkste Faktor, v°n dem es abhängt, ob dieser Versuch glückt. -,Davor 1'beut man zurück. Es ist das Unerkennbare, das Unbe• kannte im tiefsten Sinne des Wortes, das. Menschen unserer Tage furchtsam macht. In den Strom der Geschichte hinzu- 8*eigen, sich und sein persönliches Schicksal ihm anzuvertraucn, “eh der nicht fesselbaren Kraft der historischen Elemente hmzugeben — dagegen errichtet man Dämme aus Begriffen und ^älle aus Oefühlcn. Man verschanzt sich in e i n e m **»gezirkelten Lebenskreis, in dem alles an seinem |»usendmal bekannt gewordenen Platze steht, und meidet ein «ben, das zu unbekannten Zielen führt. Man meldet das Leben. Es Ist der Versuch, sich ein Judentum der bekannten Orößen in errichten, in dem alles berechenbar und mechanisiert Ist. Es Ist die Abkehr vom Leben überhaupt. Den Beginn eines echten jüdischen Lebens sucht man zu meiden, und das große Leben draußen bei den anderen Völkern meidet seinerseits den Juden. Es hat ihn im Grunde stets gemieden, und wenn der assimilierte Jude glaubte, in Ihm beheimatet zu sein, dann täuschte er sich und befand sich In Wirklichkeit mit einigen wenigen auf einer Insel, die bei erst• bester Gelegenheit fortgeschwemmt wurde. Aufruf zum Zionismus Palästina-Freunde? — Wir glauben, daß dieser Begriff seine Berechtigung in einem gewissen Abschnitt der jüdischen Geschichte hatte. Heute gilt es, einen neuen Aufruf zum Zionismus an sie zu richten. Jeder, der in seinem eigenen Leben ein echtes Judentum verwirklichen will, der sich nicht auf einen engen Kreis einer mehr oder weniger erweiterten ״Ocmeindcstuhc“ beschränken möchte, der den Wagemut der Jugend in sich trägt, muß die Schranken durchbrechen, die ein kleinmütiger Intellekt sich selbst gesetzt hat. Liier liegt der Differenzpunkt zwischen den verschiedenen . Gruppen eines im Grunde gcschichtsloscn, assitnllntorischen Judentums und dem Zionismus. Er überschreitet die Grenzen des Berechenbaren und empfindet sich als Beginn einer neuen Periode der jüdischen Geschichte, deren Träger jeder Einzelne von uns ist. Gewiß erfordert auch der Zionis- 111US tägliche Kleinarbeit und die hundertprozentige Verbundenheit mit dem konkreten Werk des Aufbaus Erez. tsracls — aber damit ist er nicht am Ende seiner Ansprüche an den Menschen. Fine geistige und menschliche Wand lang ist die Voraussetzung für ihn. Nicht mehr der Jude so, wie er ist, und nicht mehr unsere heutige Existenzform als jii• dische Gesamtheit stellen einen absoluten Wert dar, um den alle Bemühungen kreisen, sondern sie sind höchstens das Materi.11 für die geschichtliche Bewegung. Der Zionismus glaubt an die Zukunft des jüdischen Volkes, an seine Fruchtbarkeit iin Dienste der menschlichen Kultur und Gesittung und an seine Fähigkeit, aus eigenen Kräften ein gesichertes, reiches Leben aufzubaucn. Er verlangt damit vom einzelnen Juden Ein• orilnun g, sowohl hier bei den erzieherischen und vorberei* tenden Arbeiten für Palästina wie ln Palästina selbst. Die zionistische Organisation als konkreter Träger der Arbeit in Pa• lästina wird damit zu einem Instrument, das nicht vergleichbar mit den zahlreichen Vereinigungen und Verbänden von Juden zu irgendwelchen an sich nützlichen Zwecken ist. Die Zugehörigkeit zu ihr ist die äußere Dokumentation der Tatsacke, daß ein Jude jene Wandlung vollzogen hat, die Ihn Inimisführtc ans dem Zustand der Beharrung, ja der Auflösung alles Jüdischen und ihn In den großen Strom der In die Zu־ kunft führenden Bewegung einordnet. Zionistisches Bekenntnis und zionistische Organisation stellen also weit mehr dar als eine national-jüdische Haltung, die zwar aus dem richtigen Gefühl für jüdische Würde, entspringt, aber nicht zu konkreter Lebcnsgestaltung verpflichtet. Die Erzichungsaufgabe Dann allerdings, nach der Entscheidung zum Zionis• mus, beginnt erst die eigentlich* Aufgabe. Wir wissen, daß auch Zionisten die Dinge leicht genommen haben und nehmen, daß manche unter ihnen glauben, nach aitsgeklügelten Systemen die Neufundierung eines Volkslebens vor• nehmen zu können, daß viele die Hoffnung haben, für sich oder eine Gruppe Reservatrechte zu schaffen. Gegenüber all diesen Erscheinungen beginnt der Prozeß der zionistischen Er• Ziehung, der zugleich ein Vorgang menschlicher Vertiefung ist. So gibt es keinen Gegensatz zwischen allgemeinen Erforder* nissen des menschlichen Lebens und jüdisch-zionistischer Haitung. Im Gegenteil: hier offenbart sich uns der Weg, der für die Angehörigen aller Völker gilt, und der durch das Finden des Weges zu sich selbst die Herausarbeitung der menschlichen Persönlichkeit nach sich zieht. Palästina-Freunde und Zionisten. Beide Gruppen müssen Immer wieder erkennen, daß jeder Zustand im gesellschaftliehen Leben nur der Beginn einer neuen Entwicklung sein kann. Dieser Satz gilt ganz besonders, wenn die Zeit, ln der man lebt, von gewaltigen Geschehnissen durchpulst ist. Dann gilt es, Begriffe abzuhauen, Vorurteile zu überwinden und den Weg ins wirkliche Leben zu suchen, das allein wert ist, gelebt zu werden. K. L, Seite 3 Eia Kapitel zionistischer Geschichte In einer kurzen, lakonischen Notiz wird mitgeteilt, daß die Jüdische Kolonial bank (J e w i s h Colonial Trust) In London am I. Januar 10!1 ihre banktechnische Arbeit eingestellt hat und die Geschäfte an ihr Tochter- Institut, die A n g I o- Pa I e s 11 n c B a 11 k in Palästina, über• gehen. 1 Damit geht ein bedeutsames Kapitel zionistischer Oe• schichte zu Lude und eine zentrale Institution mündet in die Lntw'icklung I»,־!lästinas ein. Einige der besten Namen des Zionismus sind mit der Geschichte der Jüdischen Kolonial• bank verbunden. Welche Hotfmmgcn und Erwartungen knüpfte Hcrzl an diese mit unendlichen Mühen und unsagbaren Opfern zustande gebrachte Schöpfung! Kurz nach dem ersten Zionistenkongrcß proklamiert er die Gründung der Bank in einem Artikel in der ״Welt“. In erster Linie sollte sie ein politisch-finanzielles Instrument sein, das als Vcrhandlungs• Basis dienen sollte, um vom Herrscher der Türkei, dem Sultan Abdul Hamid, die öffentlich-rechtlichen Garantien, oder wie die Bezeichnung damals lautete, den Charter für Palästina zu erlangen. Aber darin sollte sich keineswegs die Aufgabe der Bank erschöpfen. Schon in dieser ersten A 11kiin• digung dachte Herzl sieh die Bank auch als Finanzicrungs- Institut praktisch-palästinensischer Tätigkeit, und sie sollte auch alle sonstigen banktechnischen Transaktionen durchführen. Fine Vorsubskrintion, die im Jahre 1808 — gewissermaßen zur Probe — stattfand, hatte einen so starken Erfolg, daß man nicht daran zweifelte, die in Aussicht genommenen zwei Millionen Pfund Sterling — in Aktien zu einem Pfund — auf• zubringen. Nach dem zweiten Kongreß begann die eigentliche Vorarbeit für die Bankgriindung, an der in vorderster Reihe David Wolffsohn teilnahm. Im März 1899 wurden die Aktien in der ganzen Welt zur Subskription aufgelegt. Zum ersten Male trat die Zionistische Orginisation mit einer großen konkreten Sache an die gesamte jüdische Ocffentlichkeit, und diese Subskription stellte sich als eine der gewaltigsten Kund- Reblingen dar, die jemals von unserer Bewegung durchgeführt wurde, 111 Tausenden von Versammlungen, in der zionistischcn und jüdischen Presse, durch Reisen von hunderten freiwilligen Propagandisten warb man für die Aktien der Jüdischen Kololüalbaiik. Aber aller f 1,111 der jungen Bewegung und mich das Genie llcr/ls vermochten nicht den Erfolg zu erzielen, auf den man gerechnet hatte. Anstatt der erwarteten zwei Millionen wurden nur etwa 210 000 Aktien untergebracht, und alle späteren Versuche brachten in den ersten Jahren nur eine geringe Steigerung des Aktienkapitals. Es fehlten vor allem die organisatorischen Voraussetzungen, um die Aktion auch materiell zu einem Erfolg zu bringen. Auch die späteren politischen Erfolge Her/Is blieben ohne Einfluß auf die Stärkung der Kolonialbank. Verhandlungen mit großen jiidisehen Finanziers waren gleichfalls ohne Resultat, weil Herzl . sich niemals zu Konzessionen herbeiließ, die den nationalen Charakter der Bank verwischen konnten. Im Jahre 1902 berief Herzl D. Lcwontin, einen der ältesten Chowcwc Zion, in die Leitung der Bank, und kurz darauf wurde das Tochtcrinstitut, die Änglo-Palcstine- Company in Jaffa, gegründet, an deren Spitze Lewontin viele Jahre gestanden hat. Neben der Zentrale in Jaffa-Tel-Awiw besitzt die Bank eine Reihe von Filialen im ganzen Lande Und nimmt eine zentrale Stellung unter den palästinensischen Bankinstituten ein. Im Jahre 191.1 kam S. Hooficn in die Leitung der Anglo-Palestinc-Compnny. Nach Hcrzls Tod lind der Wahl David Wolflsohns zu *einem Nachfolger trat Dr. N. Katzenelson aus Llbau An die Spitze der Kolonialhank und nach dessen Ableben der verstorbene Joseph Cowen, Auch Jakobtis Kann, Haag, hat Sieh um die Gründung und Leitung der Bank große Verdienste erworben, ln den letzten Jahren betätigten sich Dr. Georg H a I p e r n und Dr. Bcrthold F e i w e I führend bei ihr. Die Aufnahme der praktischen Palästina-Arbeit durch die Zionistische Organisation konzentrierte die Tätigkeit ihrer Finanzinstrumente immer mehr in Palästina, und naturgemäß mußte das ״Tochtcrinstitut“, die Anglo-Palestine-Bank, zu immer größerer Bedeutung gelangen. Dadurch trat das ״Mutterinstitut“, die Jüdische Kolonialbank, in den Hintergrund, und eine weitgehende Einschränkung der banktechnischen Arbeit im Galuth lag im Zuge der Entwicklung, Adolf Pollak. Der Berliner Jugend-Konflikt Der Reich sausschuß der jüdischen Jugend• verbände teilt folgendes mit: Die Absage des Vorsitzenden des Führerrats, Dr. Friedrich Brodnitz, auf der Veranstaltung der Berliner Jüdischen Gemeinde am Mittwoch, dem 10. Januar, über ״Die Stellung der Jugend zur Gemeinde״ zu sprechen, erfolgte auf Grund eingehender Beratung im Führerrat. Die Bitte, seine Zusage zuriickzuzlchen, wurde an Herrn Dr. Brodnitz von sämtlichen Mitgliedern der Führerrats mit Ausnahme des an der Veranstaltung selbst beteiligten Herrn Kcllcrmann gerichtet. Den Ausschlag gab die Bekanntgabe eines Schreibens der Veranstalter, worin sie die Bitte der zionistischen Jugendhümle, einen von ihnen benannten Vertreter all Redner zu• zulassen, nhlehnten. Gleichzeitig hat der Relchsatisschufl der jüdischen Jugend• verbände beschlossen, in kurzer Zeit mit einer Kund ge• bun g gleichen Thema* mit Rednern sämtlicher wichtigen Richtungen der jüdischen Jugendbewegung vor die Ocffentlichkeit zu treten._ Die österreichische Regierung hat beschlossen, sich an der bevorstehenden L e va n t e• M es se In Tel-Awiw zu beteill• gen. Für die österreichischen Aussteller soll ein besonderer Pavillon errichtet werden. .*״״*%* r*M*'*\w ־״►״***K .* Von der Umgestaltung der zionistischen Bankinstitute haben auch mehrere deutsche Zeitungen (wie die ״Frankfurter Zeitung“, die .,Kölnische Zeitung“) in ihrem Hamlclsblatt Notiz genommen. Der ״Manchester Guardian“ und die Londoner ״Times“ widmen diesem Ereignis redaktionelle Artikel. In der ״Times“ heißt es; ״Diese Entwicklung wird für die ganze ludcnhcit von großem Interesse sein, denn die Vcrcinhcit* fichung ist ein Ergebnis der rapiden Entwicklung, die in den letzten Jahren in Palästina Platz gegriffen hat und auch die Banktätigkeit dieses Landes gewaltig gesteigert hat.“ Weiter wird daraufhingewiesen, daß bisher der Jewish Colonial Trust seine Bankfätigkeit fast ausschließlich außerhalb Palästinas ausf'. .. ...... . , so bestand stets engste Verbindung zwischen beiden Instituten. Die Anglo Palcstinc Bank — so heißt cs weiter in den Zeitungsmcldungen — ist beträchtlich beteiligt an der Palcstine Mortgage Bank (Hypothekenbank), Palcstine Electric Corporation und Palcstinc Potash Co. (Kaliwerke am Toten Meer). Das zionistische Zentralorgan ״The New Judäa“ schreibt: ״Der Jewish Colonial Trust bleibt natürlich wie zuvor der Eigentümer der Anglo Palcstine Bank und aller ihrer Unterstellen; aber statt daß beide Institute sich mit Bankgeschäften befassen, wird in ■Zukunft die A. P. B. der Haiiptträger der Banktätigkeit sein. Man kann erwarten, daß unter den neuen Bedingungen die A P. B. ihre Tätigkeit noch weiter wird steigern können. Die Bilanz der A.P.B. vom 30. September 1933 zeigt, daß der Posten Depositen usw. 4 Millionen L überstieg, und bis Ende November war er um weitere ööOOOO C gestiegen. Die liquiden Mittel betragen 2737000 41,.das ist 60״״. Wechsel-, Waren- und Effcktenfordcrungcn der A.P.B. belaufen sich auf über 1 (101) (MX) C. Dr. Söalter Sfifietiliitclj, Sf«ftlon§lja11§ ®««■tln KOI ft, 100 I *ef. 3 1 ®I*«u1r1» 1709 Spezialität: Sülle«• 11, SBotjmtngtoetfteig. jr! StutantefH Qtbtnflungtit jjp Der Züricher Kirchcnrat hat einen Aufruf veröffentlicht, worin er sich gegen die judenfeindlichen Be- Strebungen in der Schweiz wendet und insbesondere dem Gebrauch der ״längst als Fälschung erwiesenen Protokolle der Weisen von Zion“ entgegentritt. Bemerkenswert ist aus dem Aufruf eine Stelle, wo es heißt, daß besonders solche Juden, die dem Glauben ihrer Väter den Rücken kehrten, dazu beigetragen haben, eine juden* feindliche Stimmung In gewissen Volkskrcisen zu. fördern. Es sei aber falsch, ״die Juden“ kurzerhand für alle Krankheitserscheinungen des Volkskörpcrs verantwortlich zu machen. Die jüdischen Wohltätigkcits- und religiösen Vereine In Bayern wurden auf Anregung des Landeswalters der NS.• Volkswohlfahrt in Bayern in einem ״Dachverband der Israeli• tischen Vereine im Freistaat Bayern E. V.“ ■zusammenge• schlossen, Justizrat Dr. Eugen Strauß, Augsburg, und Felix Feuchtwanger, München, wurden zu Vorständen, Fritz Roth* schild, München, zum Treuhänder bestellt ׳i I 1 f!! I 1 ־־.# Je I 1« } 1

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