Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 5 (16.1.1934)
- Date
- 1934-01-16
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 7 Nr. 5, 16.1.1934!jüdische Rundschau werden! es soll sich des Namens freuen lernen, mit allem Stolz und aller Entbehrung, die damit verbunden »ind. Zur Erreichung dieses Zieles Ist da! Jüdische In den Mittelpunkt aller dafür in Betracht kommendem Unterrichtsfächer zu stellen, Lebendiges Verständnis für die Ewigkeitswerte der jüdischen Religion und für das jüdische!.eben der Gegenwart, Insbesondere für das Aufbauwerk ln Palästina, sollen Im Kinde geweckt und gepflegt werden, damit cs seine Aufgaben in Haus und Synagoge, in der Gemeinde und der jüdischen Gesamtheit zu erfüllen In den Stand gesetzt wird. 3. In Ergänzung der staatlichen Richtlinien für den Deutschunterricht soll all das, was jüdisches Sein mul Denken dem deutschen Geiste zu danken hat. wie umgekehrt das, was jüdischer Geist '11 ml jüdische Arbeit zum Aulhall der deutschen Kultur beigetragen haben, in «einer Wechsel* Wirkung aufge/eigt werden. 4. Unbeschadet der Ausbildung aller intellektuellen Fälligkeifen ist stets im Auge zu behalten, dafl die gesamte Er- Ziehung auf die Erzielung willensstarkcr und in sich gefestigter jüdischer Charaktere ahgcstcilt sein muß. Von allem anderen abgesehen, mahnen hierzu die dringenden Not- Wendigkeiten der Gegenwart•, das jüdische Kind muß fähig gemacht werden, den seiner wartenden besonders schweren Lebenskampf aufzuiielmien und zu bestehen. 5. Daher wird eine sorgfältige körperliche Erziehung, insbesondere die Pflege von Turnen und Sport, zu den wichtigsten Aufgaben der Schule gehören. Der notwendigen Berufsumsdtichtung wird durch die Pflege manueller Ausbiklimg (Zeichnen, Nadelarbeit, Werkunterricht) die Bahn bereitet werden. Um der hesomlaren Situation der deutschen Judenheit gerecht zu werden, soll den Volksschülcrn auch die Möglichkeit geboten werden, mindestens eine moderne westeuropäische Fremdsprache sowie ganz besonders auch das Neuhcbräische zu erlernen. Religion und Hebräisch Die Erhöhung der für Religion und Hebräisch vorgescheuen Stunden/alil von 4 auf 6 Stunden ist zu erstreben. Dem hebräischen Unterricht fällt die Aufgabe zu, das ,Kind für die Teilnahme am häuslichem und öffentlichen Gottesdienst vorzubereiten. Darüber hinaus soll das Kind befähigt werden, religiös und kulturell bedeutsames Schritttum zu erarbeiten und den Zutritt zum gesprochenen lebendigen Hebräisch zu finden. Der Unterricht muß nach den Prinzipien des modernen Sprachunterrichts erteilt werden, ln der Grammatik soll das Verständnis der Wortformen, insbesondere des Verbs und Substantivs erreicht werden. Der Befestigung dieser Kenntnisse dienen die auf allen Stufen vommchmcndcn Sprcchiibungen und Hebungen im schriftlichen Ausdruck. Im Mittelpunkt des hebräischen Unterrichts steht die Lektüre biblischer Bücher; aus der nachbiblischen und moderneu hebräischen Literatur sollen Werke jüdisch-religiöser Grundhaltung ergänzend hinzutretcji. ן1»***# 1 ך■ ךיו \mtr *toi ־'**tta#^ n , ומי*ז m ןך״־ -ד f %■"*/ ^ייי׳־ך^יי p|f f* ■'"** 1־OmiJ JLt ft Hie für alle nichfarischeu Arbeitnelimcr grundsätzlichen Entscheidungen des R e I c h * a r b e i t * g c r I c h t s über. die Frage der Zulässigkeit einer fristlosen Entlassung »lichtarischer Arbeitnehmer liegen jetzt in ihrem Wortlaut vor Die eine Entscheidung (RAG. 220/33 - vom 28. Oki 1033) behandelt einen Fall, .der in erster Instanz vor dem Arbeit«- geeicht Frankfurt a. D. spielte, in der anderen Entscheidung (RAG. 221/33 vom 25. Nov. 1013) geht es um einen Berliner Der vom Reichs,־»rhcitsgcricht für die Beurteilung solcher Arbcitsverhaltnissc aufgcstellle maßgebende Grundsatz lautet: Zugehörigkeit des Dienstverpflichteten zum Judentum berechtigt einen D i e n s t h c r r n n ic h t unter allen Umständen zur fristlosen Lösung des Dienstverhältnisses. Maßgebend für die Beurteilung der Frage ist die geklärte An* s c h a 11 u n g der Gegenwart, nicht die unter dem Eindruck politischer Ereignisse etwa überstürzt gewonnene Betrachtungsweise (Jur. W. 13. Jan. 31). ' , Aber noch ein zweiter, grundsätzlicher Gesichtspunkt ergibt sich aus den Entstlieiduiigsgriindcn beider Urteile: eine Ausdehnung d e "r g c's e t z 1 i c h ausgesproebene״ Beschränkt! tj g c n ',f ü r Nichtarier auf V e r t r a g 8 v c r h ii 1111 Fs S e d e t f r e i e n Wirtschaft ist unzulässig.' Anders als bei Rechts- und Patentanwälten, Acrztcn, Zahnärzten und Zahntechnikern, Handelsriditeni, Schöffen und Geschworenen, Arbeitsrichtern, Steuerberaten! und dgL, sowie Bcrufabeamtctij Angestellten und Arbeitern öffentlicher Unternehmungen liegen für Augestellte von Privatbetrieben entsprechende Beschränkungcn gesetzlicher Art nicht vor. Durch das Urteil des Reichsarbeitsgerichts in der B c ז - I i n e r Sache wurde die dem uichtarischen Angestellten ungünstige Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Berlin aufgehoben und der Fall zur erneuten Entscheidung zurückverwiesen. Der Kläger, der mit seiner Klage auf Weiterzahlung des Gehalts abgewiesen war, stammte aus einer Mischehe und war als Leiter der Werbe- und anderer Angelegenlicitrn beim ״Deutschen Apothekerverein“ angestcllt gewesen. Die sofortige Entlassung wurde zunächst mit der Bekämpfung der jüdischen Greuelpropaganda im Ausland begründet, diesen Grund ließ man allerdings später fallen. Obwohl gesetzliche Bestimmungen die Kündigung nicht rechtfertigten, bestehe doch, so sagt das Reichsarbeitsgcricht, auch bei Verträgen die Möglichkeit, daß die grundlegend geänderten Anschauungen der heutigen Zeit über das Judentum einen wichtigen Grund für die sofortige Lösung des DienstvernJ!*. nisses oder Arbeitsertrages bilden könnten. Es kamt auf Frage der Zumutbarkeit an, diese lasse sieh aber nur nach den besonderen Umständen de» Ein/dfalles bi• urteiier,' Es genüge nicht, wie das l.amlcsartwitsgeridit Berlin nominell habe, die bloße subjektive Vermutung der Gr(g!f daß bei Weifcrbcscliäftigung mit er den Mitgliedern des Vt',! bände» Unruhe und möglicherweise Konflikte mit amtlkH*!! Stellen entstellen könnten. Die Prüfung eines Eiitla-sua;•* grutulcs auf seine Wichtigkeit habe stets danach zu erfolg/, ob nicht mir in der Vorstellung des Kündigend«!, somit!/ auch in Wirklichkeit Umstände gegeben sind,!g Grund deren eine Weitcrbcscliäftigung den betreffende־» Dirn» berechtigten billigorwcise nicht zugemutet werden lau!.״» An Ifand dieses Grundsatzes sei die erneute Prüfung Falles erforderlich, ln dem F r ,11 «־ k f 11 r i v r Fall e ging es um die frisil!,!! Kündigung des Geschäftsführers eines S c 11 11 11 w .1 re!ן, h a ti s c s, dessen Geschäftsanteile einem Niclitjuden gehört! Gekündigt wurde dem Kläger am 2. April 1913 mit der Fi;, gruiulung, das Geschäft sei dem Boykott anheimgcfal)^ dieser sei offensichtlich nur wegen der Abstammung da Geschäftsführers erfolgt. Der beklagte Geschäftsführer machte geltend, das Schubgcschaft, dessen Inhaber er selbst früher gewesen sei, habe an Kunden,ibsatz nicht eingebüßt, niemand habe ,ווו winta Judentum Anstoß genommen, weiterer Boykott sei nicht tt erwarten. Der beklagte Inhaber der Anteile habe cs nicht einmal für erforderlich gehalten, den Namen des jüdisch« Geschäftsführers vor dem 23, Mai 1933 von dem Firmencchä zu entfernen. Auch eine kurze Vernehmung durch die Polizei anläßlich des Boykottages könne nicht gegen ihn sprechen. Hier hat (1.1s Reichsarbeitsgcricht die dem jüdischen ();. schäftsfülirer günstige Entscheidung der Vorinstanzen be• *tätigt. Der beklagte Geschäftsinhaber habe, so heißt es j! den Gründen, offenbar selbst keine ernstlichem ilesorgni*!! gehabt, daß das Geschäft wegen der Weiterbeschäftigu-j dieses leitenden jüdischen Angestellten Schwierigkeiten habe könne. Dieser selbst habe sich im Kriege so bewahrt, dil ihm die Kunden der Gegend, die sonst für Juden wenig übrg hätten, die persönliche Achtung schwerlich versagen und ein! Erwerbsstcllung im Rahmen eines schon lange geleiteten Gt• Schaftes nicht verargen würden. Schließlich seien die nersön* liehen Verhältnisse der Streitparteien zueinander zu oeruck■ sichtigen, sie sprächen für eine Anfrcchterhaltung des Ver< träges, vielleicht sogar auf die Gefahr hin, daß der beklag!! Geschäftsinhaber gewisse Vcrmögenscinbußen haben werk Biblische und Jüdische Geschichte Der Unterricht in der Biblischen Geschichte und der Jüdisehen Geschichte bildet ein untrennbares Ganzes. Die Unter- und Mittelstufe vermittelt die Kenntnis der Biblischen Geschichte in der für Volksschulen üblichen Ans• wähl. Die Darstellung des religiösen Ideengehaltes erfordert einen nochmaligen Gang durch die Biblische Geschichte auf der Oberstufe (Bibollescn!), wobei die Behandlung der gesetzliehen Teile der Thora sowie der Psalmen und Propheten im “Vordergrund steht. Das Lesen geeigneter Bibelstcllcn soll 'möglichst Im Urtext erfolgen. ׳/ Auf der Oberstufe bildet der Unterricht ln der Jüdi- ',sehen Geschichte die natürliche Fortsetzung des Bibelstoffes. Die Geschichte der Juden in Deutschland Ist besonders ausführlich darzustellen. Der Aussprache Über jüdische Gegenwartsfragen ist breiter Ratim zu gewähren. Das jildisclic Kalenderjahr mit seinen Festen und Halbfcstcn, rellgiöse Vorschriften, Sitten und Bräuche sollen systematisch behandelt werden. Um zu vermeiden, d,1׳ß die Unterrichtspenscn in allgemeiner und jüdischer Geschichte in einem Jahrgang verschiedene Zeiträume umfassen, soll die Stoffverteilung so erfolgen, daß in allgemeiner und jüdischer Geschichte Stoffe desselben Zeitraurns, aber in getrennten Unterrichtsstunden, zur Behandlung kommen. Eine Konzentration von allgemeiner und jüdischer Geschichte (Vereinigung in der Hand eines Lehrers) oder der Fächer Biblische Geschichte bzvv. Jüdische Geschichte und Hebräisch ist anzustreben. Deutsch Das allen deutschen Volksschulen gesteckte Ziel der sprachlichen Schulung muß auch au der jüdischen Schule erstrebt werden. Ebenso soll auch dort der Deutschunterricht die Kinder in das ihrer Altersstufe entsprechende deutsche Schrifttum cinfülireii. Außer Prosa und Gedichten aus dem deutschen Kulturkrcis sollen jüdische Lesestoffe behandelt werden, seien cs Werke deutscher Dichter oder aber wertvolle Uebersctzungen aus dem Schrifttum biblischer und naclibiblischcr Zeit. Dieses In Inhalt und Form bedeutsame Schrifttum kann nach Art der Lesebogen ergänzend neben das Lesebuch oder die etwa eingeiültrteil üan/scUriftc» treten. Heimatkunde Heimatkunde will den Standpunkt schaffen hellen, von dem aus das Kind die Welt erfahren soll. Daher muß neben dem deutschen auch das jüdische Hciinatscrlchnis in den heimatkundliehe״ Gcsnnitanscliaiiungsunterricht einbezogen werden, 11m das Kind durch Vcrfratitwcrden mit allem Jüdischen der näheren und weiteren Umgehung für eine bewußte Erkenntnis des Judentums vorzubcreiteii. Das jüdische Familien- und Gemeinschaftsleben soll Gegenstand ungezwungener Aussprache sein und duren jede im heimatkundlichen Unterricht übliche Art der Darstellung lebendig gemacht werden. Die Feier der Feste soll immer wieder zu crlchnlslrendiger Gestaltung von Höhepunkten im Leben des Kindes führen, Stätten, mit denen Erinnerungen an unsere Vergangenheit verknüpft sind, oder die noch heute Bedeutung für das Gemoindelebcn haben, werden auf Lehr- Spaziergängen besucht. Im vierten Schuljahr ist die Behändlung von Sagen und der Geschichte des Helmatgebietes durch Stoffe aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde und einzelner jüdischer Persönlichkeiten zu ergänzen. Musik דו , Auch der Musikunterricht ist möglichst mit dm jüdisch unterricht in Verbindung zu bringen. ... N.cbcn der Pflege des deutschen Liedes steht die d liturgischen Ocsangcs und des hebräischen Liedes, wobei 11 mentheb auf eine Veredelung des häuslichen Gottesdienstes hi gearbeitet werden kann. Erdkunde dcr Behandlung der meisten Lander wird die Schi! nks? dZ wirtschaftiichen und kulturellen Verh, beanspruchen'& kcrun^tcilcs **״»״״>* »״ R* Det Palästinakunde ist besondere Beachtung *u schenk Zeichnen Der Zeichenunterricht hat seine Stoffe in allen Schuljahren auch aus dem jüdischen Lebenskreis des Kindes zu nehmen. Bilder aus dem religiösen Familien- und Gemeinschafts• leben, Gegenstände des Kultus, biblische und andere jüdische Stolle finden zeichnerische Darstellung. Um die füdische Ehe Die ״Märkische V o I k s’z e 1*Vu rt grt fr» Berlin vom 12. 1. druckt den in der ״Jüdischen Rundschau“ vom 0. 1. erschienencn Aufsatz, von Dr. Theilhabcr über die Bevölkerung«• katastrophe des deutschen Judentums in seinen Naupttcilcn ab. in einem Kommentar zu diesen Ausführungen wird u. a. gesagt: ״IN gibt keine schwerere Altkluge gegen das Judentum als üieso Ausiiilmmgm eines maßgebenden jüdischen Politikers. Sie zeigen, was die Khe in jüdischer Auffassung geworden ist, ein RoclicngcM'häfi, eine Kruge der wirtschaftlichen Kalkulation. Wir wollen clul>ci nicht pharisäisch sagen, daß hei uns alles in Ordnung ist, alrer!las tiefe Niveau der jüdischen Ehe ist doch noch nicht mit der Kiuchdiaikcit der christlichen Ehe vergleichbar.“ Es ist schwer zu verstehen, wie man aus den Ausführungen Dr. Thcilhabers herauslcsen konnte, daß die jüdische Ehe zu einem ״R c c 11 c 11 g c s c 11 ä f t“ geworden ist. Gewiß ist der Geburtenrückgang bei den Juden und auch hei allen anderen Menschengruppen, die von ihm betroffen Werden, zu einem Teil auf wirtschaftliche Gründe zuriiekzuführen. Das hat aber doch keinesfalls zur Folge, daß das eheliche Verhältnis selbst zu einer Angelegenheit wirtschaftlicher Kalkulation wird. Ucber das Niveau der jüdischen Ehe zu diskutieren, scheint uns nicht notwendig zu sein. Es ist gerade auch von Gegnern des Judentu ms oft genug anerkannt worden, daß das jüdischeEhe* und F a m i I i c 1t i c b c n ein besonders hochstehen* des und inniges ist. Das gleiche Thema berührt ein Bericht ln der Zeitung ״S t a r k e n b u r ge r Bote“ aus Bcnsheim vom 10. 1. über einen Vortrag von Pfarrer Senn, in welchem es u. a. heißt: ״Körperliche Reinheit, und eheliche! Treue waren das Unter- Pfand für das Gelingen des poetischen, d. h. freudigen Menschheitszieles. A11M1 auf diesem Gebiet hätten die Juden zerstörend gewirkt, Indem sic eheliche Treue als Stumpfsinn und Mangel an Phantasie abgetan hätten.“ Der Berichterstatter bemerkt hierzu, daß dieser,Gedanke nicht von den Juden stammt, sondern von dein englischen. Dichter Oskar Wilde. Hierzu wird in der Ausgabe vom ,41. 1. berichtigt, daß der Oedanke zwar formell von Wilde zuerst ausgesprochen worden Ist, daß seine Praxis aber schon immer von den Juden befolgt wurde. Audi für diese Ausführungen gilt das Gleiche, das wir bereits oben gesagt haben, Selbst unter den für die innere A11sgcst.il• 11111g des Familienlebens ungünstigen Bedingungen der letzten Jnhr/cluitc ist das Ideal der ehelichen Treue, das vom Judentum stets In den Vordergrund gerückt worden ist, auch in der Praxis nicht abgeschwächt worden. Ein arischer Konfektionsverband Arische Konfektionsfirme 11 haben sich in einem Veiband zusainmengcsehlossen, der neben den weiter bestehenden, arische und nichtarischc Firmen umfassenden Berufsverbanden hauptsächlich Werbezwecken dienen soll. Der neue Verband, die ״Adefa“ (Arbeitsgemeinschaft deutsch-arischer Fabrikanten der Bekleidungs-Industrie E. V.), hat nunmehr in וזן1»מ eine Ausstellung eröffnet. Es wird darüber in der ״Frankfurter Zeitung“ vom 11. Jan. u. a. berichtet: - --11U1 .3«v«1 f-uiu 4U1VIC KCM:1ZT. deutschen Unternehmertum in der Bekleidungsindustrie bisher schwer zugängliches Terrain aufzuschließen. Ihr setzheh geschütztes Ken ״reichen bietet der Kund«! Gewähr dafür, daß das betreffende Kleidungsstück durch'( sehe Arbcitshandc und deutschen Unternehmergeist berge ist. Zu der Eröffnungsfeier der Ausstellung war eine מ Anzahl von Vertretern der Reichs-, Staats- und Komm bchorden erschienen. Nach der Begrüßung durch den Fi j” Ä^es hielten der Gau- und Landeswaltcr Sniewok da־ Syndikus der Handelskammer Berlin, Lorenz, Anspra! In der Zeitschrift ״D c 111 s c!1 e s Recht“ vom 10. 1. IW ist eine Besprechung des Buches von Carl Schmitt: ״Stau, Bewegung, Volk“ enthalten, in der der Verfasser Gunth« Krauß eine Reihe wichtiger Abschnitte des Ruches darsläl ־ Uv a. wird 'der letzte Abschnitt besprochen, in dem Führet- ■ tum und Artgleichhcit behandelt sind. Schmitt sagt hierzu,41 in Deutschland ein Jude nicht Führer sein könne. Aber md* allein zur politischen Führung sei Artgleichhcit erforderlich;* muß ebenso auf allen Gebieten des Staats- und Volksleben verwirklicht werden. Das gelte aiieli für die Justiz und di! Verwaltung. Die richterliche Unabhängigkeit werde sofort je Willkür, wenn ein Artfremder seinen eigenen Begriff von Tro und Glauben, vor! guten Sitten, öffentlicher Ordnung, inthffi ger Härte ttsw. an die Stelle der Rechts- und Sittlichkeitsauf■ fassung des deutschen Volkes setze. Das heutige Recht räume in seinen unbestimmten Begriffen und Qencralklauseln dt! richterlichen Entscheidung einen besonders großen Spiel raus ein und müsse daher an richterliche Objektivität und Sachlichkeit besonders hohe Ansprüche stellen, denen nicht jede־, am wenigsten der Artfremde, genügen könne. ״Objektiv ist nicht jeder, der es sein möchte, und der mit subjektiv plee Gewissen glaubt, er habe sich genug angestrengt, um objel• tiv zu sein. Ein Artfremder mag sieh noch so kritisch p* bürden und noch so scharfsinnig bemühen, mag Bücher les« und Bücher schreiben, er denkt und versteht anders, weil er anders geartet ist, und bleibt in jedem entscheidenden Cie• dankengang in den existenziellen Bedingungen seiner eige־ nen Art.“ In der Zeitschrift ״Deutsches Volkstum", 2. Ja־ nuarheft 1914, finden wir eine Auseinandersetzung zwisches dem Grrifswalder Alttest,amcntler Friedrich Baumgärtrl ml Wilhelm Stapel, die sich mit Stapels Buch ״Der christliche Staats• mann“ und der dort von ihm vertretenen Nomos-Theorie bc־ schäftigi. Die Auseinandersetzung behandelt das Verhältnis d« Alten Testaments zum Neuen. Interessant ist die Stellung,# Stapel abschließend in dieser Angelegenheit einnimmt. Er sagt nämlich, daß das Alte Testament heute in seiner Autorin! geringer geworden ist als das Neue Testament, während ursprünglieh das umgekehrte Verhältnis vorlag und erst allniäb־ lieh diese Entwicklung eingeleitet worden ist. Es käme hierbei auf die tatsächliche Autorität des Alten Testaments as, abgesehen von aller Theorie. , Im Januarheft des ״Morgen“ linden wir 4 Artikel, # sich mit dem Thema ״Zwischen Abendland und Morgenland‘ beschäftigen, ignaz Mavbaum spricht hierzu über ״Der jüdisch« Sinn des deutschen Judentums“, Max Orünewald über ״Anton■ tat“, Erich Rott steuert einen fcuilletouistischen Beitrag ״Vor Kurfiirstciidamni nach E1־ Cli.irod“ bei und Friedrich Bioditi« schreibt über ״Seliinclztiegel Palästina“. Der Aufsatz von Br«' nitz gibt eine sehr instruktive und klare UebcrUcht über # kulturellen Probleme, die beim Aufbau Palästinas aktuell F worden sind, und über die Stellung der deutsch-jüdischen En>' Wanderer innerhalb des Landes. , 1!,.*f Zeitschrift ״Die Wacht im Osten“ (ZoppoO ״״an 1:.־of״ Er'v,[! Enzenberg einen Artikel ״Die Jud« und I alastina , worin z. B. folgendes 7.u lesen ist; . ״Bei einer lungeren Palästina-Kciw hat immerhin ein merksamer ariirher Beobachter tatsächlich einmal einen Jude״ m seinem Garten Orangen pflücken sehen. Trolidem wir die Autwort dr, jüdischen i’a Usi i na - Re isenden auf die Frage, wie es in 1 alastina gehe, gewiß auch richtig: ,Wie soll es schon gehen? Mies. Die Araber wollen nicht arbeiten.* Man eriahlt sich, Sir Herbert Samuel, der, aelbst Jude, b« vor einem Jahr ,Viiekönig* von Palästina war, cet dort And»«®11 geworden. Er mochte auch sehr schöne Ideale — für die andere« gehabt haben״ hu.P is.t.unvers*äntliich, daß eine Zeitschrift ihre Leser i» meint Wc1Se ubcr eine ernsle Sache informieren zu dürfe®