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Jüdische Rundschau · 1934-01-09 · Heft 3 (9.1.1934) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 3 (9.1.1934)
Date
1934-01-09
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 7 OD! SC1I E RUNDSCHAU für die meisten Industrien der Standort heute keine entscheidende Rolle mehr spielt, und es wäre also theoretisch möglich, bestimmte Industrien in Palästina heimisch zu machen und einen Arbeiterstamm für sie in kurzer Zeit heran/ubilden. Entscheidend wichtig aber wird sein, wie sich das neue Produkt gegenüber llr/eu^nisscn anderer Länder auf dem Markte hält und ob es, nachdem Palästina gesättigt ist, faltig sein wird, in andere Lander einzudringen. Heute zoi^t sich diese Marktlage noch nicht in ganzer Schärfe. Denn so ziemlich alle Unternehmungen — alte ebenso wie neue — sind überhäuft mit Bestellungen. Die Erklärung dieser Tatsache ist die bestehende Konjunktur. Der jüdische Käuferkreis,' auf den man sofort mit Sicherheit rechnen kann, ist jedoch immer noch sehr eng, umfallt nur wenige Hunderttausende von Menschen. Seine Kaufkapazität ist also relativ gering, und sobald es sich um Massenartikel handelt, muß der Verkauf die jüdische Insel überschreiten. Der nächste Schritt ist zum palästinensischen Arabcrtum, das freilich in seiner grollen Mehrheit arm ist und nicht viel kaufen kann. Es wäre also eines der Interessen einer jüdischen Industrie, den Lebensstandard der Araber zu heben, um sich einen leichteren Absatz zu schaffen. Jenseits der Grenzen Palästinas wären bestimmte Gebiete des Nahen Ostens als Märkte auszuwerten, und in geringerem Maße hat man das i.< seit Jahren versucht. Auch hier wird eine Ausweitung des Marktes mit der Hebung im Lebensstandard der Bevölkerung zusammenhängen. In und außerhalb Palästinas hat das jndische Produkt jedoch auller diesen ökonomischen auch psychologische Fragen zu lösen, da die politische Gegnerschaft d e r Araber auch auf das wirtschaftliche Gebiet übergreift und immer von neuem der Boykott gegen jüdische Waren proklamiert wird. Einbürgerung der neuen jüdischen Produkte auf dein palästinensischen Markt (sowohl unter Juden wie unter Arabern), ihre Verbreitung in den umliegenden Gebieten sind Voraussetzungen fvir ein Prosperieren der neuen Industrien. Es scheint schon jetzt bemerkbar ni sein, daß in der Herstellung selbst keine unüberwindlichen Schwierigkeiten bestehen, daß es möglich ist, ein befriedigendes Erzeugnis herauszubringen, die Frage des Absatzes aber wird noch viele Vorbereitungen erfordern. Arbeihtraj'en Noch einige Worte über die Arbeit in den Fabrik e n, Es werden bei den Bauten bestimmte hygienische Forderungen durch die Regierung gestellt, die erfüllt sein müssen, ehe der betrieb beginnen kann. Waschräume (ur die Arbeiter, genügende Belüftung und Belichtung usw. gehören dazu. Das ist ein großes Plus, besonders in einem Land, wo die soziale Gesetzgebung in ihren ersten Anfängen steckt. Auch die L o h n b e d i n g u n g e n sind zurzeit an vielen Stellen erträglich. Jetzt, wo der Arbeitermangcl herrscht, lassen sich leichter als sonst Tariflöhne durchsetzen. Jedoch fehlen vielfach zwei Einrichtungen, die zu den elementarsten Errungenschaften des Arbeiterscbutz.es gehören. Einerseits besteht kein genügender Maschiiicnschutz, und es ist beängstigend zu sehen, wie sich Arbeiter und Arbeiterinnen zwischen den drehenden Radern und Treibriemen hinduriTiwimlen. Zweitens fehlen vielerlei Kleinigkeiten — z. B. Sitzmöglichkeiten usw. — die ihnen die Arbeit erleichtern und dadurch auch ihre Leistung heben würden. Was den Maschinenschutz betrifft, so kann ihn nur eine gründliche und tüchtige Fabrikinspektion gewährleisten. Das Problem wurde hier und da angeschnitten, bei Unfällen auf den Arbeitsplätzen ist die Fragt immer von neuem aufgeflackert, aber sehr viel ist hier nicht erreicht worden. Es wäre ein konzentrierter .Druck auf die Regierung nötig, um hier Wandel zu schaffen, und die Heranziehung ausgebildeter und verständnisvoller Kräfte für diesen Zweck. Die zweite Frage einer Erleichterung der Arbeit durch kleine technische Anordnungen, genaue Regelung des Arheitsgauges usw. ist nicht so einfach anzupacken. Hier verbittet sieh der Unternehmer oft jede Einmischung, weil er die Einteilung der Arbeit als seine innere Angelegenheit betrachtet, es gibt keine legislativen Mittel, um ihn m etwas zu zwingen, und vielfach mangelt auch unter den Arbeitenden ebenso wie unter den Unternehmern das Interesse und Verständnis für diesen Punkt. Seine Beachtung ist jedoch vielfach ebenso wichtig wie die Erkämpfung fairer Löhne. Durch entsprechende Anordnung können Krankheit, übermäßige Ermüdung, körperliche Defekte verhindert, die Leistung gehoben werden. Die Möglichkeit, bei einer Arbeit zu sitzen, statt zu stehen, ist manchmal ebenso oder mehr wert als 2 Piaster Zulage pro Tag. In manchen der Fabriken beklagt man sich — wiv. an vielen anderen Stellen im Lande — über eine Abwanderung der Arbeiter in die Stadt und zum Bau. Man verdient dort mehr, selbst als Ungelernter, und der Verdienst lockt die Leute weg, auch wenn sie eine sichere Stelle für eine zeitweilige Beschäftigung aufgeben. Es ist das eine Erscheinung, die wir aus anderen Zeiten wirtschaftlicher Blüte kennen. Der Arbeiter zieht dem höheren Lohn nach, geht aus dem Dorf in die Stadt, aus den minder bezahlten Zweigen in die höher bezahlten. So spiegelt sich die Konjunktur nicht nur im leichten Absatz der Produkte, sondern auch in der Schwierigkeit, die nötigen Arbeitskräfte bei den in der Industrie üblichen Löhnen im Betriebe zu halten, /; A».^ v . y g iii-l it- •n 0 f\ p ~\ 1 pm.m m ' ] f~ * %ß V. f* ..1 I . i i FV i V. . » v «s f *S> fm „w w i\)m C««* .i<*<J •> *> V/ Aus Jerusalem wird uns geschrieben: In einer Reihe von Berichten über die wirtschaftliehe Entwicklung Palästinas in den letzten Monaten wird regelmäßig darauf hingewiesen, daß der große Zustrom von Einwänderem und Kapitalien nach Palästina die Stadt Jerusalem geflissentlich übergehe. Wahrend Tcl-Awiw und Haifa von Woche zu Woche mehr aulblühten, die Bautätigkeit immer Intensiver werde, jeder Tag neue Unternehmungen ins Leben ruft, werde der Abstieg Jerusalems immer sichtbarer. Angesichts dieser häufig wiederkehrenden Behauptungen, die selbst in manchen Biiros für die Beratung von Einwanderern geäußert werden, obwohl sie in dieser Form absolut falsch sind, empfiehlt es sich, einmal ganz kurz festzustellen, ob diese Behauptungen von dem unvermeidlichen Niedergang Jerusalems zutreffen. ... Für den, der Jerusalem seit längerer Zeit kennt, ist es nicht verständlich, wenn von einer Stagnation in der Entwicklung der Stadt gesprochen wird. Fs ist kaum einige Jahre her, als in den heute belebtesten Punkten des Stadtgebietes, wie in der Gegend des Cincma Zion und der Ben Jehuda-Straße, in der Gegend der Post und des arabischen Mamillafricdhofcs große unbebaute Flächen das Stadtbild beherrschten. Heute sind fast alle diese Lücken mit großen Ochäudckomplexeu ausgefüllt, sind eine Reihe neuer Wohnviertel, wie Reehavia, Kirjath Samuel, Kercn Abraham, Mekor Baruch, Ocula, Talbie und eine Reihe anderer entweder neu errichtet oder so entwickelt worden, daß der Charakter des Stadtbildes sich total verändert hat. Die eindrucksvollste Bestätigung dieser Entwicklung bieten die Bauziffern in den letzten drei Jahren. Während die Investierungen in Bauten in Jerusalem in den Jahren 1130 32 einen Betrag von über 5','j Millionen Pfund ergeben haben, erreicht die Bausumme in Tcl-Awiw noch nicht 1 100000 Pfund, in Haifa etwas über 700 000 Pfund im gleichen Zeitraum. Nun ist zweifellos der Anteil großer Einzcigcbäude und öffentlicher Bauten in Jerusalem ganz erheblich höher als in den anderen Städten, obzwar es für die Beschäftigung von Arbeitern und Handwerkern gleichgültig ist, aus welcher Kasse die Gelder kommen, die in den Häusern investiert sind. Vielleicht ist auch nicht allgemein bekannt, daß noch vor drei Jahren eine Anzahl von Arbeitern des Haugewerbes aus anderen Städten nach Jerusalem abströmte, weil damals die Bedingungen in Jerusalem günstiger waren. Im Jahre 1933 wird, was keineswegs verkannt werden soll, Tel-Awiw an der Spitze sein, da dort weitaus die größte Bautätigkeit entfaltet wurde, Wenn aber auch die Bauzitfcrn fürdas mn er¬ Jahr!ö .! dir Jerusalem niedriger sein werden, so kann damit keineswegs gesagt werden, daß die Entwicklung in Jerusalem ■ einen Krebsgang geht. Es ist ganz natürlich, da Ii gegenüber der fast hypertrophisch erscheinenden lievölkerungsentwick. hing in den Städten Tel-Awiw und Haifa, wie sie für Hafenstadte in Einwandcrungsländern überall charakteristisch ht, Jerusalem zurückbleibt, ja, daß es vorübergehend sogar Arbeitskräfie an jene Orte blühender Wirtschaftskonjunktur ib. ' geben muß. Der Aufschwung der Orangenkuitur hat das wirtschaftliche Schwergewicht des Landes zunächst in die Küsten, ebene verlegt, ebenso wie die mit der Entwicklung des Hafeni und Außenhandels verbundenen wirtschaftlichen Möglichkeiten das Augenmerk der Einwanderer auf die Städte Haifa und Jaffa lenken. Diese Ungunst der wirtschaftsgeographischrn Lage ist für Jerusalem nicht zu beseitigen. Es hat demgegenüber aber auf einen sehr großen Vorteil zu verweisen, der, wenn auch jetzt etwas zurückgetreten, sich in Zeiten schwankender Konjunkturen schon besonders günstig erwiesen hat. Gemeint ist die Stabilität des Einkommens eines großen Teilri der leistungsfähigen Schichten der Jerusalcmer Bevölkerung, soweit sie Beamte der Regierung und anderer Zentralstellen und Institutionen sind. Die Gewerbezweige, die von diesen Schichten abhängig sind, wissen diese Stabilität gleichfalls zu schätzen. Darüber hinaus kann aber weiter gesagt werden, daß die Stadt, abgesehen von ihrer auch jetzt noch anhaltenden baulichen Entfaltung, eine Reihe anderer bisher wenig genutzter Möglichkeiten besitzt. Sie hängen allerdings weitgehend von der Realisierung der Wasserversorgung ab. Nachdem diese nunmehr beschlossen ist, werden nicht nur die Schwierigkeiten, die sich in letzter Zeit der Bautätigkeit entgegenstellten, in absehbarer Zeit behoben, sondern auch die Bedingungen für die Errichtung von neuen Gewerbezweigen gegeben sein. Die günstigen Verhältnisse in bezug auf Bodenkauf — die Bodenpreise sind um ein Vielfaches nictlercr ah in den beiden erstgenannten Städten — das angenehme und für Einwanderer aus Europa im Sommer besonders günstige Klima der Stadt und nicht zuletzt die mit Erfolg durchgeführten Versuche der Obstbaumkolonisation und gemischter Wirtschaft auf den Bergen in der Umgehung von Jerusalem, lassen die Perspektiven fur eine gesunde, wenn auch ruhigere Entwicklung dieser Stadt nur in gunstigstem Liebte erscheinen, Die steigenden Einwandererziffern In Jerusalem während der letzten Monate zeigen, daß sich diese Erkenntnis auch in breiteren Kreisen außerhalb der Stadt durchzusetzen beginnt. A. B. Kleine Nachrichten Die ständige Kommission für Messewesen im französischen Handelsministerium veröffentlicht ein Communique, in dem mitgeteilt wird, daß auf Wunsch des Handelsministeriums auf der nächsten Lcvantc-Mcssc in Tel-Awiw ein französischer Pavillon errichtet wird. Auf der letzten Sitzung der polnisch-palästinensischen Handelskammer wurde berichtet, daß die Regierung den Einfuhrzoll auf Palästina-Grapc-Fruits um 17 <yo ermäßigt hat. — In derselben Sitzung kam die Frage der Beteiligung Polens an der nächsten Levantc-Mcsse in Tcl- Awiw zur Besprechung. Es wurde beschlossen, einen ständigen polnischen Pavillon auf dem Messegelände erbauen zu lassen. Zwischen der Destillateur- und Brauereigenossenschaft Amerikas, dem Verbände der amerikanischen Wcinhändkr, und der Verwaltung der Rothsehild-Weinkellcr in Rischon lc Zion ist ein Vertrag über Einluhr von einer Million Flaschen Palästina-Wein nach den Vereinigten Staaten, lieferbar halb dreier Jahre, abgeschlossen worden. Eirt Kommission des Kercn Kajemeth befaßt sich mit d.;.n geplanten Ausbau der I n d u s tr i c z o n e in dem dem Fcnds gehörigen Gebiet an der Haifa-Bucht, Bisher wurden vierzig Oesuche um Zuteilung von Grundstücken zur Errichtung von Fabriken bewilligt. Hunderte weiterer Gesuche liegen vor. Die Jcrusalemer Gesellschaft zur Errichtung von Arbeitervierteln hat mit der Palcstine Land Development Co. einen Vertrag geschlossen, demzufolge der Gesellschaft em Terrain zur Errichtung von zunächst 150 Häusern!ilr, ei" Arbeiterwohnviertcl zwischen der Mitteistandssiedlung *W.J'l Suüo*tcn Jerusalems und der an der Straße nach Bethlehem gelegenen Siedlung Ramat Rachel überlassen wird. Gemeinschaftsarbeit deutscher Einwanderer Die ATbelt der „Chawuroth" Die Chawurofh sind Gruppen von Menschen der neuen deutschen Alijah. Achnlich wie in einer Kwuzah führt man in den Chawuroth ein kollektives Leben. Man wohnt zusammen in einem Lager, man führt eine gemeinsame Küche. Für Beschallung und Einteilung der Arbeit sorgen die gewählten Organe der Chawurah. Die Kleidung der Mitglieder wird durch die Chawurah instand gehalten. Im Gegensatz, zur Kwuzah gibt es aber in der Chawurah Privateigentum. Für die kleinen Bedürfnisse des täglichen Lebens erhalten die Mitglieder ein Taschengeld. Im Juni 1933 wurde auf Veranlassung der Hitachduth Olcj Germania eine Chawurah in Rischon lc Zion gegründet. Man setzte diesem neuen Gebilde die Aufgabe. Menschen der deutschen Alijan von 1033, die ohne ausreichende berufliche und geistige Vorbereitung nach Palästina gekommen waren, aufzunehmen und ihnen die Fähigkeit zur körperlichen Arbeit beizubringen. Man glaubte zunächst, daß die Aufgabe der Chawurah gegenüber dem neuen Einwanderer erfüllt sei, wenn dieser etwa sechs Monate in der Chawurah gelebt und gearbeitet hätte. Dann solite ihm der weitere weg" in Palästina freigestellt sein, sei es, daß er sich für den Weg als Einzelarbeiter in der Kolonie entschied, sei es, daß er die Möglichkeit hatte zur Ausiedlting zu kommen oder einen Beruf in der Stadt zu finden, sei es, daß er den Weg in eine Kwuzah fand. Die Entwicklung der Chawuroth ging über diesen Anfangszustand hinaus. Eine zweite Chawurah in Ch cd er ah, die alsbald gegründet wurde, zeigle ebenso w-jc die Chawurah in Rischon lc Zion eine aufstrebende Entwicklung. Beide Chawuroth mußten in ihren Anfängen na urgemäß unter gewissen Schwierigkeiten leiden. Diese Schwierigkeiten waren darin begründet, daß man seitens der Hitachduth Olej Germania nicht immer für ein Gemeinschaftsleben geeignete Morschen in die Chawuroth schicken konnte. Es kamen Menschen, denen die Erkenntnis fehlte, daß man sich nur dann in Palästina einordnen kann, wenn der Wille, im Lande nicht nur als Emigrant zu leben, sondern am Aufbauwerk tätig mitzuwirken, vorhanden ist. Die Chawuroth selbst besaßen, am Anfang ihrer Entwicklung stehend, nicht die innere Stärke, um solche Elemente aufzunehmen und erzieherisch auf sie einzuwirken. So ergab sich in der ersten Zeit eine starke Mensch c n f I u k t u a t i o n, die für das gesellschaftliche Leben innerhalb der. Chawuroth schädlich war. Die Entwicklung der Chawuroth, von denen jede zurzeit etwa 35 Chawerirn zählt, hat zu der Auffassung geführt, daß die Chawuroth auf die Dauer nicht bestehen werden, wenn sie ihre ganze Tätigkeit nicht darauf abstellen, später in irgendeiner Form gemeinsam z u r A n s i e d I u n g, überhaupt zu einer möglichst vollendeten Lebensgemeinschaft zu kommen. Diese Auffassung kam auch auf einem Ende Oktober stattgefundenen Treffen beider Chawuroth zum Ausdruck. Sie fand ihren äußeren Niederschlag in der Schaffung gemeinsamer Organe beider Chawuroth und in der Beratung und Verabschiedung eines gemeinsamen Statuts. Die entscheidendste Frage für das Schicksal der deutschen Einwanderung ist, ob es gelingen wird, die nach Erez Israel kommenden deutschen Juden einzuordnen. „Einordnung" bedeutet nach unserer Auffassung nicht nur das Unterkommen in irgendeiner Position, bedeutet nicht die Führung eines Lebens als Auswanderer, wie man es auch in einem anderen Lande hätte führen können. Wir glauben vielmehr: Es kommt allein darauf an, die jüdische Position im Lande zu erweitern, Einordnung: das bedeutet: Verwurzelung in Erez. Israel, Erziehung zum Pioniertum und Einfügung in die Organisationen und das Leben der jüdischen Arbeiterschaft in Erez Israel, Neben diesen allgemeinen Aufgaben erfüllen die Chawuroth eine wichtige Funktion als H a c h sc h a r ah pl at z. Das Problem, das dem neuen Mitglied in der Regel zunächst die meisten Schwierigkeiten bereitet, ist die körperliche Arbeit unter ihren ungewohnten klimatischen Verhältnissen. Für Menschen, die vor ihrer Uebcrsicdlung intellektuelle Berufe ausübten ist die Gewöhnung an körperlichc Arbeit abhangig von dem eisernen Willen durchzuhalten. Durch die Chawurah hat man die beste Möglichkeit, in die Arbeit eingeführt zu werden. Da jedes Mitglied der Chawurah aus eigener Erfahrung die Schwierigkeiten der Eingewöhnung kennt, kann man neuen Menschen die Einführung in die; Arbeit durch eine zweckmäßige Arbeitseinteilung erleichtern. \ Daneben ist die Chawurah der Platz, der die Möglichkeit gibt, Menschen nach einiger Zeit auch in Facharbeiten einzuführen. Zurzeit arbeiten die Mitglieder der Chawuroth in erster Linie als Lohnarbeiter in Orangengärten, so daß sie Gelegenheit haben, diese Arbeit gründlich kennenzulernen. Die Chiwuroth besitzen noch keine größeren Efilfswirtschaften. Aber §cradc die Erweiterung der Hilfswirtschaften und die Vorereitung für eine spätere Ansiedlung ist ein wichtiges Arbeitsgebiet der Chawuroth. Die beiden bisher existierenden Chawuroth können auf die Dauer bei dem stetigen Strom der deutschen Einwanderung nicht genügen. Schon bestehen Pläne, neue Chawuroth in P et ach Tikwah und in Rechowoth zu gründen. Aber es fehlen Menschen, die gewillt sind, als Stamm in die Chawurah zu gehen. Selbst die Aufnahmemöglichkeiten der bestehenden Chawuroth sind noch nicht erschöpft. Dr. Hans Rubin (Chawurath Hapoalim, Nachlathi Jehuda.) Das neue JBlue - Book" „Farbbücher" sind im allgemeinen Veröffentlichungen politischen Charakters. Das palästinensische „Blue Book", dessen Jahrgang 1032 Mitte Dezember erschienen ist, trägt diesen Charakter nicht, sondern entspricht mehr dem „Statistischen Jahrbuc h". Es gibt eine Uebersicht über die amtlichen statistischen Erhebungen, die die Mandatsverwaltung in Palästina für 1932 angestellt hat. Es ist bedauerlich, daß Veröffentlichungen dieser Art immer erst so spät erscheinen. In einem Lande, das sich so schnell entwickelt wie gegenwärtig Palästina, ist das aber doppelt bedauerlich. Immerhin behalten diese Vcröffcntlichun- '. gen ihren großen Wert, aber vielleicht läßt es sich im nächsten '': Jahr ermöglichen, dafi die Drucklegung und Ausgabe de» : Buches früher erfolgt. Das Material ist ja schon immer! im Frühsommer fertig, und auch der amtliche Bericht der englischen Regierung an den Völkerbund, der im Sommer veröffentlicht wird, fußt bereits in weiten Teilen auf ihm. Deshalb ist es nicht recht einzusehen, weshalb die Fertigstellung des Blue Books immer erst etwa sechs" Monate später erfolgt. So hat denn das diesjährige Blue Book am Zeitpunkt seiner Veröffentlichung auch keine große Aktualität mehr besessen, insbesondere in dem Teil nicht, der 185 Seiten des diesmal 441 Seiten in Großoktav umfassenden Werkes für sich in Anspruch nimmt, das heißt in der Ein - und Au sfuhrst at ist ik für 1032. Man hätte vor allem auch gewünscht, daß diese Statistik noch mehr ins Einzelne ginge, als dies bereits der Fall ist, insbesondere in gewissen Positionen, die neuerdings für das Land von Interesse zu werden beginnen. Aber es sei anerkannt, dafi das Bestreben nach weiterer Detaillierung der Statistik in dem vorliegenden Buch jedenfalls zu erkennen ist. Von Bedeutung ist die Uebersicht über die Entwickl ng der Lohnverhältnisse im Lande, fernerhin die Angaben aus der Tätigkeit der Schul- und Erziehungsabteil ii ngen der einzelnen Körperschaften, die Entwicklung des Schiffahrtswesens usw. Dagegen ist die Wiedergabe des Z ol 11 a ri f s nach dem Stande vom 31. Dezember 1032 nicht nur überflüssig, sondern sie kann auch Schaden anrichten, denn sie ist in wichtigen Teile» überholt. Beispielsweise ist in dem im Blue Book enthaltenen Tarif die Neuregelung der Getreidezölle vom Sommer 1933 noch in keiner Weise berücksichtigt, auf ein« Reihe von neueren Zollbefreiungen ist ebenfalls noch kein Bezug genommen worden. Dieser Teil des Blue Books ist also nicht mehr benutzbar. Abgesehen von diesen Schönheitsfehlern stellt die Veröffentlichung eine Materialsammlung dar, die jedem Interessenten im Lande und außerhalb des Landes eine Reihe von Anregungen geben kann. Dr. Alfred Marcus, Haifa. In Tel-Awiw wurde eine Radiostation errichtet, die bereits eine Reihe gelungener Probesendungen vorgenommen hat. A« ,.H liov gen Am liiel „ü. rah tun, Uni erfr eim zioi ist eig' Bai vor sch von ist Am int« Jud nor da£ stel Bri hie , 1ein zur nur Eta ver stet kar set; , Die hö bca ,' ers' in Fin den par sim zit bec gel in ■*(r ein) i ■ ii ui< . Wet , tki j }!r< * Hat des m a Seil zwi mai ' Lic bat De CS! un rat : bei i sei I Rie | sli 1 w* 4 sch 1 gre | ho! i Es 4 »et: ' an „B * «e sc! Li Bil stt &cl Bi St£ sei Sc tet zu Ui be Bi hii fo; kfi 8l Sc Al zu D Z« u, er tri

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