Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVII (1932)
- Issue
- Heft 103-104 (30.12.1932)
- Date
- 1932-12-30
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 510 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 103/104, 30. XII. 1932 Kurze Nachrichten Der Geschaftsführende Ausschuß des Zionistischen Zentralverbandes f. d. CSR, dessen Vorsitzender Dr. Joset R u f e 1 s e n ist, ist zurückgetreten. Als Grund für den Rücktritt werden finanzielle Schwierigkeiten und Mangel an Unterstützung seitens der Ortsgruppen angegeben. Die Ucbersehuldting der Organisation soll etwa 4(X)C)O0 Kc. betragen. Am 0. Januar wird das Zentralkomitee der Lanclesorganisation zusammentreten. Wie die I. T. A. berichtet, soll die Zentrale, deren Sitz sich bisher in M.-Ostrau befand, nach Prag oder Brünn verlegt werden, wo geeignetere Möglichkeiten für die finanzielle Sicherung der Arbeit bestehen sollen. In den außerhalb der Landesorganisation stehenden zionistischen Gruppen (Poale Zion, Misraclu, Revisionisten) erklärt man die geschaffene Lage aus der in den letzten Monaten immer stärker fortschreitenden Fraktionierung, ln diesem Zusammenhang \j׳ird neuerdings die Forderung nach beschleunigter Schaffung des Territorialverband cs erhoben, Jerusalem, 28. Dezember (I. T. A,). Zionisten West- Kanadas, die Aktionäre des größten palästinensischen Orangenhains, Gan Scharon, sind, richteten an den Geschäftsführer des Hains Max A. Di Im an telegraphisch die Forderung, daß er sich mit der Histadruth Haowdim wegen Beschäftigung jüdischer, statt arabischer Arbeiter, verständige. Die gleiche Forderung richtete telegraphisch der Präsident der kanadischen Zionisten, Freirnan, an die Gan Seharon-Venvaitung. Wie aus Palästina berichtet wird, werden dort von palästinensischen Geschäftsleuten mit Hilfe auswärtigen jüdisehen Kapitals Vorbereitungen zur Gründung einer Zuckerfabrjk getroffen, die Palästina und die benachbarten Länder mit Zucker versorgen soll. Jerusalem, 27. Dezember (I. T. A.). Offiziell wird mit* geteilt, daß die Palästina-Regierung gegenwärtig im Schatzamt über einen Ueberschufi von einer Million Pfund verfügt. Gleichzeitig gibt ״Official Gazette‘' bekannt, daß mit Anfang Januar 1933 der Einfuhrzoll auf Weizen und Mehl erhöht wird. Jerusalem, 27. Dezember (I. T. A.). Arabische Zeitungen in Palästina melden, daß zwischen der Regierung in Jerusalern und der in London Verhandlungen betreffend Vorbereitung des Eintritts Transjordaniens in den Völkerbund geführt werden. (Die Meldung ist in der vorliegenden Form zweifellos ungenau. Die Red.) Vor dem Schwurgericht in K o 11 b 11 s wurde gegen die zwei Nationalsozialisten verhandelt, die angeklagt waren, in der Nacht zum 17. August d. J. in Groß-Gag low bei Kottbus ein Haus der jüdischen Landarbeit G.m. b. H., Berlin, in die Luft gesprengt zu haben. Der Staatsanwalt sah die Schuld der Angeklagten für einwandfrei erwiesen an und beantragte gegen sie 11/2 Jahre Zuchthaus, bzw. ein Jahr Gefängnis. Das Gerieht sprach die Angeklagten mangels ausreichender Beweise frei. London, 26. Dezember (J. T. A.). Auf eine Anfrage des Konservativen E. Doran im Unterhaus, wie viele Juden vom Dezember 1931 bis Oktober 1932 in Großbritannien eingewandert bzw׳. hier eingebürgert worden sind, erwiderte der Innenminister Sir John Gilmour: Fremde, die in Großbritannien einwandern oder sich hier cinbürgern lassen wollen, werden nicht danach gefragt, ob sie dem jüdischen Volkstum angehören. NewYork,26. Dezember. (J. T. A.) lieber 3000 jüdische und nichtjüdische Studenten des New Yorker City College, der Columbia University und der Hunter University von Long Island nahmen an der von Dr. Arthur Kraus geführten Demonstration zum polnischen Generalkonsulat als Protest gegen den Universitätsantisemitismus in Polen teil. Vor dem Konsulat wurde der Zug durch berittene Polizei aufgelöst, wobei es zu Tumulten kam. In der zur Ueberreichung an den polnischen Generalkonsul vorbereiteten und von den Demonstrierenden angenommenen Resolution wird die polnische Regierung aufgefordert, die antijüdischcu Ausschreitungen zu verhindern; dies könne sie tun, wenn sie es wirklich wollte. Warschau, 27. Dezember (I. T. A.). Auf Vorschlag der Leitung der Gesellschaft für Gesundheitsschutz der Juden in Polen TOZ. hat die palästinensische Aerzte-Genossenschaft beschlossen, für die kommenden Pessach-Tage eine Vorkonferenz jüdischer Acrzte aus verschiedenen Ländern einzuberufen, die u. a. über folgende Fragen beraten soll: Plan der Schaffung eines Weltverbandes jüdischer Aerzte; Schaff.mg einer medizinischen Fakultät an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Frau Felix M. War bürg ist in Palästina eingetroffen. Mit ihrem Sohn Edward, der demnächst aus Persien eintrifft, wird Frau Warburg eine Tour durch die Kolonien machen, auf der sie von Dr. Hexter und Dr. Magnes begleitet sein wird. Warschau, 27, Dezember (I. T. A.). Der polnische Staatspräsident Prof. Moscicki hat den jüdischen Oberst der Krakauer Garnison Bernhard Mond zum Generalbrigadier der polnischen Armee ernannt. Beduinen-Ueberfall Ein Araber tot, zwei Juden verletzt. Jerusalem, 22. Dezember (J. T. A.). In der von der PICA, verwalteten Kolonie Pardess Ghana in der Nähe von Hedera kam es zu einem Konflikt zwischen jüd. Kolonisten und Beduinen, die mit ihrem Vieh jüdisches Feld besetzt hielten. Zwei Juden, die die Beduinen zum Verlassen des jüdischen Feldes bewegen wollten, wurden von den Eindringlingen angegriffen und schwer verletzt. Einer der Juden gab einen Schuß ab, durch den ein Araber tödlich v e r’l e t z t wurde. Die Beduinen versuchten dann, die K o 1 o n i e a n z u g r e i f c n. Die Polizei traf rechtzeitig ein und trieb die Eindringlinge auseinander. Die beiden schwerverletzten Juden wurden in das Hospital überführt. Em ״Richtigsteller“. ,,Verändern ihren Namen“, sagte er. ״Stehen ihn richtig“, erwiderte ich. ״Verändern ihre Heimat“, setzte er fort. ״Stellen sie richtig“, bcharrte ich. ״Verändern ihren Beruf“, klagte er weiter an. ״Stellen ihn richtig“, entgegnete ich neuerlich. ״Herr!“ explodierte der kleine Mann, ״warum heiße ich wie ich heiße; wohne ich, wo ich geboren bin; übe ich aus, was ich gelernt habe? Warum ist es mir nie eingefallen, mich hinter einen fremden Namen zu stecken, in ein fremdes Land auszuwandern, mein ererbtes und erlerntes Gewerbe und noch dazu im Mannesalter mit einem neuen zu vertauschen? Mir sind Leute verdächtig, von denen man erst feststellen muß, welchen Stammes sie sind, woher sie eigentlich kommen, was sie früher getrieben haben. Ich liebe die klaren Existenzen. Abenteurer, auch wenn sic gerade Geld haben, sind mir zuwider.“ Das ist der Anfang eines Feuilletons ״Fremdenhaß“, erschienen in der Abendausgabe des ״B. T.“ vom 27. d. M. Der Autor Walter Rode, Sohn des Leon Rosenzweig aus Czernowitz, ehemaliger Rechtsanwalt in Wien, nunmehr in Lugano lebend, hat Namen, Glauben, Heimatland und Beruf ״richtig gestellt“. Das ausgerechnet er das heikle Thema der ״Richtigstellung“ feuillctonistisch behandelt, beweist, daß ihm trotz der ganzen ״Richtigstellerei“ nicht wohl zumute ist. Briefe an die Redaktion Zur Frage der Einkommensteuer. , Ludwigshafen/Rhein, den 16. X11. 32. Sehr geehrte Redaktion! Der Bericht Ihres palästinensischen Korrespondenten über ״die Frage der Einkommensteuer“ in der Ausgabe vom 9. 12. ist begrüßenswert, weil er durch seine sachlichen Ausführungen die Bedenken weiter jüdischer Kreise zerstreut, daß mit der Einführung der geplanten Einkommensteuer wichtige Interessen der jüdischen Bevölkerung von Palästina bedroht seien. Es müßte eine wichtige Aufgabe Ihrer Zeitung sein, diese Aufklärungsarbeit zu unterstützen und der jüdischen öffentliehen Meinung zu zeigen, daß nicht nur soziale Gründe, sondern das richtig verstandene j ü - dische Interesse selbst schon uns den Kampf gegen die geplante Steuerreform verbieten muß, und dies nicht nur aus den speziellen Gründen, die Ihr Korrespondent trefflich aufführt, sondern auch aus folgenden niiditernen ,,realpolitischen“ Erwägungen: 1. Wir Zionisten haben immer verkündet, daß unsere Interessen mit den allgemeinen Interessen des Landes identisch seien, und daß wir mit unserem Sicdhmgswcrk das ganze Land zivilisieren und fördern. Hier'ist nun eine Gelegenheit, dies öffentlich zu demonstrieren, 2. Nur auf Grund unserer besonderen Leistungen können wir auch besondere Gegenleistungen der Regierung verlangen. Materiell heißt das: Unterstützung unseres Schul- und Gesundheitswesens, politisch: Konzessionen in politischen Fragen usw. 3. Darüber hinaus sollte selbst der krasseste jüdische Macht- Politiker einsehen, daß jetzt und in absehbarer Zeit unsere Macht nicht in Legionen, auch nicht allein in wirtschaftlichen Macht- Positionen besteht, sondern wesentlich auch in der Macht unserer Ideen: unserem historischen Anspruch auf das Land und unserer besonderen zivilisatorischen Leistung in diesem Land. Wir würden deshalb unsere spezifische Position schwächen, wenn wir eines momentanen Vorteils willen eine Diskrepanz) des jüdischen Interesses gegenüber dem allgemeinen Landesinteresse auch nur zugeben und überdies noch jenes gegen dieses ausspielen. 4. Bedarf es auch noch des Hinweises, daß wir gerade durch Unterstützung eines sozialeren, moderneren Steuer- Wesens praktische Versöhnungsarbeit mit der arabischen Intelligenz und den Fellachen treiben können? 5. Ueberdies vergesse man nicht, da(1 wir es mit Engländern zu tun haben, für die es alte, historische Tradition ist, daß die kräftigsten Gesellschaftsschichten auch die meisten Steuern zu leisten haben. Was sollten nun selbst uns wohlwollende Eng-!ander und die uns günstige Weltpresse von uns denken, wenn wir das ungerechteste und unsozialste Steuersystem der Welt verteidigen, das in einem aufstrebenden Land gerade die schwächsten und zurückgebliebenen Schichten belastet und zweifellos in keiner Weise mit ,den allgemeinen Landesinteressen zu vereinbaren ist? 6. Inszenieren wir trotzdem in dieser wirklich schlecht begründeten Sache eine große Protestbewegung in der Welt, so laufen wir Gefahr, dieses Machtmittel des Protestes -- eines der wenigen, das wir doch wirklich besitzen —- zu schwächen. Jeder künftige Protest, der in vitaleren Interessen notwendig wäre, würde durch diesen von vornherein diskreditiert werden. 7. Wir sollten daher gerade aus einer weitsichtigen jüdisehen Interessenpolitik heraus den Kampf gegen die Steuerreform einstellen und auch einen Nachteil, der gewib mellt unterschätzt werden darf, in Kaut nehmen. Und wir könnten aus der Not eine Tugend machen, indem wir selbst den Kampf um eine Reform des Steuerwesens, die aut die Dauer doch nicht zu vermeiden ist, aufnehmen, 11m dann wenigstens im einzeinen ein neues Steuersystem möglichst in unserem Interesse zu modifizieren. Hier, in der speziellen Ausführung des neuen Steuerwesens — und hier allein —, könnte ein Kampf um besondere jüdische Interessen einsetzen, der Aussicht auf Ertolg hat. Mit Zionsgruß Dr. Julius Löwenstein. Aas den Gemeinden Hilfe der Großgemeinde für die Kleingemeinden. Die badische Landessynode hat, mitangeregt durch den Unterzeichneten, einstimmig beschlossen, daß zur Hebung der geistigen Not der Kleingemeinden entsprechende Mittel in den Voranschlag aufzunehmen sind. Daraufhin hat sich in der Großgemeinde Mannheim yin zwangloser Ausschuß gebildet, der in diesem Sinne bereits Veranstaltungen in Landgemeinden zur Durchführung übernommen hat. Es soll nicht wie bisher in Vorträgen irgendein Thema, das in mehr oder weniger Zusammenhang mit dem Judentum überhaupt steht, wahllos erörtert werden, um dann in Tanz oder Kartenspiel überzugehen, sondern es soll ein bestimmtes Programm gegeben werden, das in Darbietungen, Chören und Musik nebst kurzem Referate jüdisches Wissen einheitlich übermittelt. Als solche Programme sind etwa gedacht: ״Jüdisches Heim“ oder ״jüdische Bevölkerungsprobleme“, ,,Berufsproblem“, auch die Themastellung ״Antisemitismus“ anders als in der üblichen apologetischen Form soll gebracht werden. Die Großgemeinde Mannheim, mit deren Bestehen das badische Judentum steht oder fällt, deren Mitglieder selbst fast alle in schwerster wirtschaftlicher Krise stehen — die Steuereingänge sind um ein Drittel des Gesamtbetrages zurückgegangen —, wird ihre Aufgabe, auch aut diesem geistigen Gebiete für die stark bedrohten Landgemeinden zu sorgen, bestens zu erfüllen versuchen. Dr. Otto Simon, Mannheim. Bochum. Als Auftakt zur Winterarbeit und gleichzeitig als Aufklärungsabend für die Jüdjschen Gcmcindewahlen veranstaltete die Z. V. Bochum Anfang November einen Vortragsabend mit Moses Waldmann, der über das Thema ״Dcutsch-jiidische Entwicklungen, Aufgaben einer jüdischen Gemeinde“, sprach. Seine im Sinne des volksparteilichen Gemeindeprogramms gehaltenen Ausführungen fanden allseitige Zustimmung, wovon die lebhafte Aussprache Zeugnis ablegte. 1. Graduierungsfeier an der Hebräischen Universität. Am 23. Dezember fand an der Hebräischen Universität in Jerusalem die Verleihung akademischer Grade an eine Anzahl Studierender der Universität im Rahmen einer Feier statt, an der der High Commissioner, Nahum Sokolow, der Kanzler der Universität Dr. J. L. Magnes, mehrere Vertreter auswärtiger Regierungen und zahlreiche Führer des palästinensischen Judentums teilnahmen. Es war dies die zweite Graduierungszeremonie seit Bestellen der Universität; die erste fand vor etwa einem Jahre statt. Der High Commissioncr hielt eine Ansprache an die Graduierten und die übrigen Versammelten, in der er seiner Genugtuung darüber Ausdruck gab, daß im kommenden Jahre eine landwirtschaftliehe Fakultät (Agricultural College) unter der Leitung von Dr. Chain! Weizmann im Rahmen der Universität eröffnet werden wird. Der Kanzler Dr. Magnes betonte in seiner Anspräche die Notwendigkeit der Schaltung einer pädagogischen Abteilung (College of Pedagogv) an der Hebräischen Universitat. Zum Schluß sprach Sokolow. Nach der Feier lud der High Commissioner Nahum Sokolow zu sich zum Diner em. HECHALUZ Snif Hecholaz in Danzig Der Snif Hechaluz in Danzig wurde bereits in! Sommei 1929 gegründet. Er zählt heute 55 Mitglieder, von denen sich zur Zeit 21 Chawerim in Hachscharah befinden. Von diesen Chawerim arbeiten je fünf in Holland, Deutschland und Polen, in Danzig drei und je einer in Memel und Dänemark. Da die meisten Chawerim polnische Staatsangehörigkeit besitzen, ist es sehr schwer, ihnen Hachscharahplätze im Ausland zu besorgen. Auch in Danzig wird eine Arbeitsgenehmigung verhängt, die nicht leiclit zu erreichen ist. Vom Februar bis November bekommt der Snif alljährlich fünf landwirtschaftliche Lehrstellen bei jüdischen Gutsbesitzern. Auch in Danzig geht man jetzt daran, ähnlich wie in Belzig, ein eigenes Lehrgut zu schaffen. Von den Chawerim des Snif gehen jetzt neun mit dieser Alijah nach Palästina. Die Arbeit des Snif besteht in allwöchentliehen Zusammenkünften, die in einem eigenen Heim stattfinden. Neben einem Kurs über die Geschichte der palästinensischen Arbeiterschaft besteht auch ein eigener hebräischer Kursus. Fritz Lichtenstein vom Merkas Hechaluz in Deutschland, der vor kurzem Danzig besuchte, sprach im Snif über Hachscharahfragen und über die Probleme des Alijah-Kibbuz und an einem zweiten Abend über die Histadruth und ihre Institutionen. * Als dritte Nummer der Schriftenreihe des deutschen Hechaluz, die bisher die Schriften von Borochow und den 1. Band des Werkes von Preuß über die jüdische Arbeiterbewegung in Palästina gebracht hat, erscheint im Februar der 2. Band des Werkes von Preuß, eine Darstellung des Wirtschaftliehen, gewerkschaftlichen, sozialen und kulturellen Werkes der Histadruth. Bei Einzel- und Sammelbestellungen, die bis zum 31. Januar unter gleichzeitiger Einsendung des Geldes (Post- Scheckkonto Berlin 150 064 Hechaluz Deutscher Landesverband) aufgegeben werden, wird das Buch zum ermäßigten Preis von 1 RM. plus Porto zugestellt werden. Der Preis beträgt nach der Subskriptionszeit 1,25 RM. plus Porto. Ortsgruppen (Teilweise wegen Raummangels verspätet.) Bernburg. Am 7. Dezember fand im Hause Erich Cohn (Bernburg) ein Teeabend statt, bei dem Herr J. Schönfeld (Köthen) fesselnd über seine Palästinareise sprach. Herr Adolf Israelski (Erfurt) gab mit Hilfe von statistischem Material einen Ueberblick über die heutige jüdische Lage. In einer sich anschließenden Diskussion beantwortete Herr Israelski die Fragen mit klarem Ueberblick. Bremen, Die Zionistische Ortsgruppe veranstaltete in der letzten Zeit eine Reihe von Vortrags-Abenden. Zunächst hatten wir einen Ortsgruppen-Abend in Form der ״Gesprochenen Zeitung“, in der Hauptsache von den Mitgliedern des Vorstandes bestritten. Herr Zacharias leitete den Abend mit einem allgemeinen geschichtlichen UeberblicR ein, worauf Ing. Weinreich die Lage in Palästina kennzeichnete. Ein Bericht über jüdische Arbeiterfragen von Herrn Paul Lisser wurde in dessen Ab- Wesenheit verlesen. Herr Peter Pinthus berichtete über jüdische Jugendbewegungen. Herr Karl Neisser übte Kritik an Neuerscheinungen aut dem Büchermarkt, über Frauenfragen sprach Fräulein Irma Landesdorf, Frau Rosa Ostro berichtete über die Arbeiten des Keren Kajemeth und Keren Hajessod. Den Abend beschloß ein humoristischer Reisebericht von Herrn Alfred Cohen. Am 1. November berichtete Fräulein Irma Landesdorf über den Delegiertentag des Nordwestdeutschen Gruppenverbandes in Kiel. Fräulein Mirjam Wall las aus den interessanten Briefen ihres Bruders, der als Chaluz in Erez Israel in der Kwuzah Schiller arbeitet, vor und erregte damit das größte Interesse der Anwesenden. — Zwei Diskussions- und Vortrags-Abende mit auswärtigen Rednern veranstaltete die Bremer Ortsgruppe im November. — Herr Dr. Michael Traub (Berlin) sprach am 12. November vor einer stattlichen Anzahl von Mitgliedern und Gästen der Ortsgruppe über die Lage der Juden in Sowjetrullland und Palästina. — Der gemeinsam mit der Jüdischen Jugendvereinigung Bremen veranstaltete Vortrag von Dr. Marx über ״Zionismus und Kommunismus“ (Die Gefahr der roten Assimilation) brachte einen solchen Massenbesuch, daß sich das Vereinslokal als beinahe zu klein dafür erwies. In der Aussprache wandten sich zwei kommunistische Redner gegen die Ausführungen des Referenten. Darmstadt. Aul Einladung der Zionistischen Vereinigung sprach an einem außerordentlich gut besuchten Abend am 1. Dezember Herr Sigmund Mandelbaum (Darmstadt) über ״Eindrücke meiner Palästinareise“. Der Redner berichtete in ungemein fesselnder und anschaulicher Weise über das Leben in Palästina. In der Diskussion wurden Fragen praktischer Natur gestellt, die von dem Referenten auf Grund seiner reichen Kenntnisse beantwortet wurden. Dresden. (Sozialist.-Zionist. Vereinigung Poale Zion- Hapoel Hazair.) Auf Grund der in Danzig vollzogenen Vereinigung von ״Poale Zion-Hapoel Hazair“ fand am 17. Dezember die konstituierende Generalversammlung der Dresdner Ortsgruppe statt. Der neue Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Chawer Benno Korn (1. Vorsitzender), Chawer isaak Dankncr (2. Vorsitzender), Chawer Jakob Schatz (Kassierer), Chawera Bettina Hahn (!.Schriftführerin), Chawer Simon Zwecher 2. Schriftführer). Zum Leiter der Kultur-Kommission wurde Chawer Elias Rosenbauin, und zum Leiter der Propaganda-Kommisson Chawer Leo Baituch gewählt. Es wurde angeregt, sich neben den Aufklärungsarbeiten im Sozialismus in Zukunft etwas mehr mit Zionismus zu beschäftigen. Freiburg. Am 22. November wurde auf Initiative der VJSt. Iwria im KJV. eine ZOG. konstituiert. Zum 1. Vorsitzenden wurde Herr Dr. Alexander, zum 2. Vorsitzenden Herr stud. Heinz Levi als Vertreter der iwria und zur Schriftführerin Frl. stud. Zadik als Vertreterin der hiesigen Z. A.-Gruppe gewählt. — Am 5. Dezember fand die erste Veranstaltung der Ortsgruppe statt. Herr cand. med. Moses sprach über ,,Judenpolitik in Deutschland“. An das Referat schloß sich eine Diskussion an, an der sich ein großer Teil der über 50 Erschienenen beteiligten. — Am 19. Dezember hat Herr cand. med. Robinson aus Haifa über Palästina gesprochen. — Im Januar wird die Iwria wieder eine Propagandaveranstaltung machen, die hoffentlich der Ortsgruppe einen kleinen Antrieb geben wird. Halle. Die zu Beginn des Monats November abgehobene Generalversammlung der Z. O. G. wählte folgenden Vorstand: die Herren: Th. Heilbronn (1. Vors.), A. Biletzky (Schriftf.), Dr. Mendelssohn (Kultur), M. Litzach. (KKL) und Frau Rosenbusch (Kasse). Dieselbe Versammlung beschloß eine engere Zusammenarbeit mit dem Bar-Kochba als bisher. Als Auftakt für die Winterarbeit benutzte die O. G. den am Bußtag in Halle veranstalteten Gruppenverbandstag der Ortsgruppen Sachsen- Anhalt. Das Hauptreferat hielt auf dieser Tagung L>r. Kan 0 w it z - Berlin über das Thema: ״Die zionistischen Aufgaben im heutigen Deutschland.“ An das Referat schloß sich eine rege Diskussion an, die sich hauptsächlich mit sehr brennenden lokalen Fragen — vor allem in Anhalt — befaßte. Am Nachmittag fand eine fruchtbare Debatte über Ortsgruppenarbeit