Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVII (1932)
- Issue
- Heft 103-104 (30.12.1932)
- Date
- 1932-12-30
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 103/104, 30. Xll. 1932 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 511 statt. Das einleitende Referat hielt Herr Adolf Israelski- Erfurt. Der Gruppenverbandstag wählte zum 1. Vorsitzenden Herrn Th. Heilbronn-Halle und außerdem einen Ausschuß, der sich zusammensetzt aus Vertretern sämtlicher O.-U. und dem es zufällt, die Arbeit in den einzelnen Ortsgruppen zu kontrolliereri. Am 20. November veranstaltete die Ortsgruppe Halle mit dem Bar-Kochba-Halle gemeinsam einen öffentlichen Vortragsabend, bei dem Dr. Naehum üoldmann - Berlin über ״Das jüdische Volk und die Wirtschaftskrise“ sprach. Der Abend war sehr gut besucht und hinterlieli einen sehr tiefen Eindruck. Köln. Am 4. Dezember sprach im Gastlichen Kongreßsaal der Messe Herr Jakob H e r z b e r g aus Frankfurt über ״Judenhaß — Judennot — Zionismus“. Der Redner verstand es, durch seine klaren und begeisternden Ausführungen seine 1 lorersehaft zu fesseln. Das Publikum, das sich zum größten Teil aus nichtzionistischen Kreisen zusammensetzte, spendete ihm starken Beifall. Mainz. In einer gemeinsamen Veranstaltung der Z.O.G., des Jugendvereins und der Hakoah, die sehr gut besucht war, gab Hans Hacker, Wien, Proben aus seinem Buche: ״Als jüdischer Vagabund durch Spanien, Marokko und Portugal“ (das demnächst bei Ruetten & Loening erscheint). Die lebenswahren Schilderungen, vor allem der jüdischen Mensehen und Gemeinden jener Länder, die Hacker auch sprachlieh gut geformt bot, fanden großes Interesse und reichen Beifall. Mönchen. Die Winterarbeit der Zionistischen Ortsgruppe nahm in den letzten Wochen mit einigen kleineren, aber gut gelungenen Veranstaltungen ihren Anfang. Zuerst sprach Herr Hans Rosenkranz (Berlin) über ,,Jüdische Gegenwarts- Probleme im Spiegel der Geschichte“. Die sehr geistvollen Betraehtungen vermochten das Publikum außergewöhnlich zu fesseln; sie wurden durch die Diskussion, in der vom wissenschattlichcn Standpunkt aus Einwendungen zwar nicht gegen das Ergebnis, aber gegen die Schlüssigkeit der Beweisführung erhoben wurden, in wertvoller Weise ergänzt. Der ״Jungzionistische Arbeitskreis“, der bisher eine größere Anzahl von Jugendlichen in Abständen von mehreren Wochen zu Vorträgen und Diskussionen versammelt hatte, ist jetzt zum Zwecke intensiverer Arbeit ungestaltet worden. Ein engerer Kreis trifft sich bei wöchentlichen Heimabenden; von ihm werden auch weiterhin Veranstaltungen größeren Ausmaßes ausgehen, deren erste eine ״Gesprochene Zeitung“ war. Dieser für München ganz neue Versuch darf als glänzend gelungen bezeichnet werden und soll in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. — ln einer Ortsgruppen-Veranstaltung berichteten die zionistisehen Gemeindevertreter über ihre Tätigkeit und Gemeindefragen überhaupt. Es zeigte sich dabei wieder, daß die Zusammenarbeit mit der liberalen Mehrheit in München reibungsloser und daher auch fruchtbarer vor sich geht als in vielen anderen Städten, daß aber doch noch um eine Reihe von verfassungsmäßigen und praktischen Forderungen der Zionisten in der Gemeindevertretung zu kämpfen ist. — Ein von den zionistischen Studentenverbindungen (KJV. und Zist) veranstalteter Tanztee mit heiterem Programm brachte nicht nur gesellschaftlieh einen großen Erfolg, sondern auch ein ansehnliches finanzielles Ergebnis zugunsten des KKL, R. E. Nürnberg-Fürth. Am 15. Dezember veranstalteten wir zum erstenmal für unsere Ortsgruppe eine ״Gesprochene Zeitung“. Dank der ausgezeichnet durchgeführten Vorbereitung, für die sich cand. jur. Hans War bürg, der auch die Redaktion der Zeitung übernommen hatte, sehr lebhaft einsetzte, war der Abend in jeder Hinsicht ein Erfolg. Die besonders zahlreich erschienenen Zuhörer folgten den ein- ׳*!elften Darbietungen■ mit ungeteiltem Interesse und äußerten ihre Befriedigung über den Verlauf des ׳Abends. Von den einzelnen Programm nummern verdienen die Ausführungen Arnold Kandels über die Berufssorgen der studentischen jüdisehen Jugend besondere Erwähnung, weil es dem Redner gelang, in dem kurzen Rahmen eines Exposes eine wirklich packende Schilderung der Sorgen und Hoffnungen zu bringen, die für das Schicksal der heranwachsenden Generation bestimmend sind. Es interessiert vielleicht auch, daß wir durch Verlesung von ״Inseraten“ usw. einen nicht unbeträchtlichen lieberschuß erzielen konnten. Wuppertal. Unsere unter dem Motto: ״Sechs Wochen jüdisclier Aktivität in Wuppertal“ eingeleitete Werbekampagne, die durch Flugblätter, Inserate und sonstige Ankündigungen großzügig propagiert worden ist, wurde am 19. November eingeleitet durch einen Vortrag von Kurt Blumenfeld über; ״Schicksal und Entscheidung im Judentum“. Es folgte dann am 26. November die Aufführung ״Die einzige Lösung“, aufgeführt von Mitgliedern der zionistischen Jugendbiinde in Köln. Am 6. Dezember sprach Prof. Theod. L e s s i n g (Hannover) üben ״Die Forderung der Zeit“. Vorträge von Dr. Nahum Goldmann und Frau Anita Müller-Cohn, die bereits angekündigt waren, mußten leider abgesagt werden. Eine Chanukkah-Feier für die Jugend wird die Werbekampagne beschließen. — Die Veranstaltungen waren alle überaus gut besucht, und zwar zum großen Teil von solchen Leuten, die uns bisher fernstanden. Im übrigen wird ein von unserem Freund Rabb. Dr. Philipp geleiteter Geschichtskursus regelmäßig fortgesetzt und erfreut sich einer großen Beliebtheit. Hervorzuheben ist weiter, daß seit einiger Zeit nicht nur die Jugend, sondern auch ein Kreis älterer Menschen fleißig hebräisch lernt. Auch unsere Fonds, besonders der KKL, arbeiten zufriedenstellend. L. A. Veranstaltung der Jewlsh Agency In Mainz. Der Bezirksausschuß Süd Westdeutschland der Jewish Agency und das Mainzer neutrale Keren Hajessod-Komitee hatten zu einer Veranstaltung ins Gutenberg-Kasino eingeladen, auf der Herr Dr. h. c. Alfred Leonhard Tietz (Köln) und Herr Redakteur Dr. Franz Wolf (Frankfurt) in einer außerordentlich stark besuchten Veranstaltung über: ״Die jüdische Situation in der Wirtschaftskrise — Wie stehe ich als deutscher Jude heute zum Palästina-Aufbau?“ sprachen. Beide Redner fanden verdienten Beifall. Einen besonderen Wert erhielt der Abend durch eine Ansprache von Mendel Bader, Kwuzah Mizra. Die schlichte, inhaltschwere Sprache seines Berichts, gerade wegen ihrer Schlichtheit und überzeugenden Ehrlichkeit wie beste Dichtung ein Erlebnis für alle, die sie hören durften, dürfte etwa noch Zweifelnde mehr als alle Beweise gewonnen haben. Die besonders erfolgreiche Veranstaltung wurde vom Vorsitzenden des Mainzer neutralen Keren Hajessod-Komitees, Rechtsanwalt Dr. Paul Simon, geleitet, der in seiner sehr wirkungsvollen Sch!::.׳.’, ::spräche darauf hinwies, daß die Judenheit eine gemeinsame Aufgabe in dem Aufbauwerk Palästina gefunden habe, die sie zur Opferwilligkeit dem Keren Hajessod gegenüber verpflichte. Jewlsh Agency-Palästinaabend In Nordhausen. In einer gut besuchten Veranstaltung des Jewish Agency-Komitees, die in den Räumen der Loge stattfand, und von Herrn Dr. G uttman n, dem Vorsitzenden der Gemeinde, geleitet wurde, sprach Redakteur M. Waldmann, Berlin, über ״D i e g eg e n w ä r - tige jüdische Situation“. Seine mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Ausführungen wurden durch eine Anspräche des Herrn Fritz Fränket ergänzt, der an Stelle des demnächst nach Palästina auswandernden Herrn Adolf I s r a - e 1 s k i die Arbeit für das jüdische Palästinawerk und den Keren Hajessod im Bezirk Mitteldeutschland übernommen hat. Bücherschau M. Alberfon: ״Birobidschan, die Judenrepubllk", E. Prager- Verlag, Leipzig-Wien. Hätte dieses Buch kein ausführliches Vorwort, so würde man aus den stellenweise außerordentlich begabten Darsteljungen ״Albertons“ kaum irgend etwas über Birobidschan und über die dortigen Pläne der Sowjet-Regierung und des Kom/et erfahren. Man bedauert nur, daß man dieses Buch nicht im jiddischen Original, sondern in einer Uebersetzung zu Gesicht bekommen hat. Die Gespräche der Auswanderer im Original dürften viel reizvoller sein als das, was man in der Verdeutschung davon erfährt. Ich weiß nicht, ob ein Gegenstück zu Albertons Buch existiert, dessen Stoffkreis aus einer nach Palästina reisenden Auswandererschar genommen wäre. Aber wenn ein derartiges Buch geschrieben würde, ebenso einfach und anspruchslos wie Albertons ״Birobidschan“, so würde man den Unterschied zwischen Palästina und Birobidschan sinnfällig erkennen. Alberfons Auswanderer sind zumeist Menschen im vorgerückten Alter, Kleinbürger, die keine Ahnung haben, wohin sie gehen, und was sie dort, wohin sie reisen, machen sollen. Der einzige Impuls, der sie aus ihren bisherigen Wohnorten trieb, war die Not. Schöpferische Vorstellungen und schöpferisches Wollen haben sie nicht. Für sie denkt, plant und handelt die Moskauer Zentrale. Sie sind nur Material, das von außerhalb geformt wird. Sie ziehen in einen Zufluchtsort, von dem sie nicht wissen, ob er ihnen, ob sie für ihn passen werden. Das Gefühl, in die Freiheit und in die Heimat zu reisen, haben sie in Albertons Buch mit keinem Worte zum Ausdruck gebracht. Ueber die Landschaft, die ersten Schwierigkeiten und die ersten Arbeiten in Birobidschan erfährt man Dinge, die ebenso gut für irgend ein beliebiges Land in der Welt zutreffen könnten. Nach der Lektüre drängt sich die Frage aut: was kann und wird Birobidschan dem jüdischen Volke bedeuten? Im allergünstigsten Falle ein neues Auswanderungsland, aber nicht ersehnte Heimat, die man mit der Seele sucht. M. W. Sammelband der Werke Ber Borochows. Soeben ist der Sammelband ״Sozialismus und Zionismus“ von Her Borochow erschienen. Der Band ist etwa 400 Seiten stark. Der Preis beträgt nur RM. 4,50. Das Buch ist zu beziehen durch die Sozialist.-Zionist. Vereinigung, Berlin C2, Gr. Präsidentenstr. 1. Der Rand enthält u. a. folgende Beiträge: Die wirtschaftliche Entwicklung des jüdischen Volkes, Klasseninteressen und nationale Frage, Grundlagen des Poalezionismus (Unsere Plattform), Antizionistische Konzentration, Jüdische Arbeiterbewegung in Ziffern (Auszug), Schwierigkeiten des Poalezionismus usw. Außerdem bringt der Band Aufsätze von Kaplansky, Ben Zwi u. a. über Borochow. Vermisdiies Persönliches. Herr Berisch Ort n er, Berlin, ist am 26. d. Mts. 50 Jahre alt geworden. Herr Ortner ist Vorstandsmitglied des Zentralvcrbandes ostjüdischer Organisationen Ber- Uns e. V. Eduard Bemsfe!n-Trauerfeier. Anläßlich des Hmscheidens von Eduard Bernstein, der dem sozialistischen Zionismus und dem Werk der palästinensischen Arbeiterschaft seine wärmste Sympathie entgegenbrachte und die tatkräftigste Unter- Stützung zuteil werden ließ, veranstaltet die Sozialistisch-Zionistische Vereinigung Poale Zion - Hapoel Hazair eine Trauerfeier Mittwoch, den 4. Januar, 20!/* Uhr, im Vortragssaal der Synagoge, Fasanenstraße. Ansprachen: Gen. Alfred Berger und Fritz Naphtali, Alle Freunde unserer Bewegung sind eingeladen. Prof. Dr. C. H. Becker, Staatsminister a. D., hält am 10. Januar, abends 8<4 Uhr, im Brüdervereinshaus, W 62, Kurfiirstenstraße 115/116, einen Vortrag ״Durch biblische Lande“, Reiseeindrücke aus Persien, dem irak und Palästina (mit Lichtbildern). Eintrittskarten k RM. 2,50 und 1,50 erhältlich im Büro des Hilfsvereins der Deutschen Juden, Berlin W 30 Martin- Luther-Str. 91; Tel.: B 5, Barbarossa 6236 und 5169. Sara Wittenberg, die kürzlich mit großem Erfolg im Konzert im Marmorhaus aufgetretene bekannte Pianistin, spielt am 2. Januar, 15.50 Uhr, im Rundfunk. Im Programm: Haydn und Scarlatti. Fußball-Wettspiel des Bar Kochba Hakoah Berlin. Neujahrs-Sonntag im Grunewald, 13.30 Uhr: I. Hockeymannschaft gegen Vereinigte Leichtathletik; 15 Uhr: 1. Handballdamen gegen Hockeydamen. 2. Hebräisches Lager. Der Rat für hebräische Arbeit unter der Jugend veranstaltet vom 27. bis 29 .Januar ein hebräisches Lager in Brieselang. Ferner ist beschlossen worden, ein hebräisches Seminar einzurichten. Der Unterricht soll zweimal in der W'oche stattfinden, von 7—10.30 Uhr abends. Themen: Jüdische Geschichte, hebräische Literatur, Palästina, und noch verschiedene wichtige Probleme. — Sonnabend, den 7. Januar, 7V2 Uhr abends, in der Großen Präsidentenstr. 1, wird eine Versammlung der Teilnehmer des hebrüLchcu Seminars stattfinden. Alle Interessenten werden gebeten, sich an Nechemja Aloni, Alexanderstr. 14a, bei Abraham, zu wenden. Der hebräische Kursus der Frauen-Arbeitsge* meinschaft tür Palästina (Anfängerkursus) hat bereih begonnen. Es können noch Teilnehmerinnen aufgenommen werden. Wir bitten um Anmeldung an das Büro der F. A. P., Meinekestr. 10 (Bisrn. 7165). — Gleichzeitig wird eia Kursus für Fortgeschrittene eingerichtet. Auch hierfür werden noch Anmeldungen erbeten. Chanukkah-Feier, am 31. Dez., abends 8 Uhr, in den Räumen des Beth Hamidrasch Moriah, Rosenthaler Str. 55. Redner: Prof. Heinr. Loewe, Rabb. Dr. Nobel, David Rosenberg. Künstlerische Darbietungen. Generalversammlung der orthodoxen Rabbiner. Vom 1. bis 3. Januar findet in der Frankfurt-Loge, Frankfurt a. M., die diesjährige Generalversammlung des Verbandes orthodoxer Rabbiner Deutschlands statt. Am 3. Januar, abends, findet eine Kundgebung über das Thema: ״Die Gottlose 11- Propaganda un d das Judentum“ statt. Palästinareise. Die in der vorigen Nummer der ״J, R.“ angekündigte Paläsfinareise der Wizo wird zusammen mit dem Kartell Jüdischer Verbindungen durchgeführt. Die Reise 1m Lande ist für K. J.V.er nur für 17 Tage vorgesehen und dementsprechend billiger. 2. Klasse hin und zurück inkl. Aufenthalt im Lande ab Hafen bis Hafen 580 RM. Bundesbrüder, die die um ca. 6 Tage längere Reise der Wizo mitmachen wollen, haben hierzu die Möglichkeit. Außerdem können die Bundesbrüder nach Abschluß der Gesellschaftsreise einen späteren Termin für ihre Rückreise wählen, vorausgesetzt, daß für die Rückreise ein Dampfer des Lloyd Triestino, der auch für die Gesellschaftsreise benutzt wird, gewählt wird. Außerdem ist noch eine früher stattfindende Reise seitens des K. J. V. geplant und zwar ab Marseille, 3. März. (Purim-Reise Dampfer Champoilion), Rückreise 3. April, Dampfer des Lloyd Triestino. Genaue Ausführungen über beide Reisen im Dezember־J. St., den wir besonders zu lesen bitten. — Das Präsidium des K. J. V. Zu Purim nach Palästina. Die diesjährige erste Frühja hrs-Gesellsc haftsreise nach Palästina beginnt am 24, Februar und endet am 20. März. Die Purim-Feiertage wer* den in Tel-Awiw verbracht. Es ist gelungen, den Preis der Reise noch weiter herabzusetzen, so daß sie zu dem außergewöhnlich billigen Preis von 470 M. von Hafen bis Hafen inkl. aller Besichtigungen, Ausflüge usw. durch geführt werden kann. Wegen der zu erwartenden grollen Teilnehmerzaht (auch aus anderen Ländern) wird frühzeitig״ Anmeldung empfohlen. Interessenten erhalten unverbindlich'und kostenlos Reisenian und genauen Prospekt durch I’alestine ft Orient-! Invd, Berlin N 21, Friedrich• Straße 121, Tel.: D 1, Norden 2455/56. Jüdisches Abendheim der Frauen-Arbeitsge meinschaft für Palästina in Charlottenburg, Berliner Str. 27. Geöffnet jeden Montag und Donnerstag, abends von 7 bis 10 Uhr. Es ergeht besonders an die jüdische Jugend der Ruf, sich dort häufig einzufinden. Ostfüdlsche Tischgesellschaft der westlichen Bezirke. Bei vielen noch nicht organisierten Ostjuden, die ihren Wohnsitz in den westlichen Bezirken Berlins haben, besteht jetzt eher denn je die Tendenz des engeren Zusammenschlusses. Zwecks Gründung einer ostjüdischen Tischgesellschaft findet die erste Besprechung in der zweiten Hälfte Januar statt. Ort und Zeit werden noch rechtzeitig bekanntgegeben. Zuschriften und Antnekliingcn sind zu richten an Dr. J. T a u b e s, Cliarluttenburg, Sybelstraße 66, Tel. J 1 Bismarck 6110 oder A 2 Flora 4417, Arbeiterfürsorgeamt der jüdischen Organisationen Deutschlands. Die Abteilung ״Arbeits- und Berufsfürsorge des Wohlfahrtsamtes der Jüdischen Gemeinde“, die sich bisher Auguststr. 17 befand, ist nach Koscnstr a Ile 2,4 verlegt worden, und zwar befinden sich die Büros des Arbeiterfürsorgeamtes, der Berufsberatung und des Arbeitsnachweises für weibliehe gewerbliche Arbeitskräfte Rosenstr. 2 4 I. Die Büros der Fürsorgestelle für Durchwanderer und Obdachlose _ sowie des Arbeitsnachweises für männliche gewerbliche Arbeiter Heidereutergassc 5. — Postanschrift für sämtliche Büros: Berlin C 2, Rosenstraßc 2/4. Telefon für sämtliche Stellen; Dl Norden 6711. Jüdisches Pflegestellenwesen. Man schreibt uns: Im jüdisehen Pflegest eilen wesen ist festzustellen, daß in den letzten Jahren sehr viele jüdische Familien zur Aufnahme eines jüdisehen Pflegekindes bereit sind. Bei der Durchsicht der Meldüngen zeigt sich, dall über die Mindestforderungen,, die an eine Pflcgefamilie gestellt werden müssen, häufig völlige Un- Klarheit herrscht. Die Zentralstelle für jüdisches Pflegestellenwesen und jüdische Adoptionsvermittlung, Vertrauens- und Be* ratungsstelle für Mütter, Elberfeld, Genügsamkeitstr. 7, teilt Interessenten die Voraussetzungen mit, die erfüllt sein müssen, wenn man ein Pflegekind aufnehmen will. Jüdische Schule Klopstockstraße 58 (eine Minute vom Bahnhot Tiergarten), Oster-Anmeldungen für Knaben und Mädchen für sämtliche Klassen und für den hebräischen Kindergarten an allen Wochentagen von 12 bis 13 Uhr bei der Schulleiterin Frau Nathan. Niederlassungsmöglichkeit. Wegen Uebersiedlung nach Erez Israel gibt Gg. seine Praxis in Großstadt am Rhein einem unverheirateten Zahnarzt ohne Vergütung ab. Meldungen an die Exp. der ״J. R.“ Erben gesucht. Wie uns mitgeteilt wird, ist in Lüneburg, Provinz Hannover, am 4. Juli 1932 Sally Spielmann, geboren in Dobczyn (Polen) am 15. Mai 1868, gestorben und hat ein Sparkassenbuch auf 4800 M. hinterlassen._ Etwaige Erben mögen sich bei der Israelitischen Gemeinde Lüneburg oder bei S. Marcus, Buchhandlung, Harburg-Wilhelmsburg 1, Bremer Str. 53, melden. Sämtliche jüdischen Zeitungen in Polen werden gebeten, diese Nachricht nachzudrucken. Maestro J. Glaeomo Minkowski, derzeit Nizza, bittet uns im Anschluß an eine in der ״Jüdischen Rundschau“, Nr. 91 vom 15. Nov., veröffentlichte Warnung mitzuteilen, daß der Schwindler Jakob Minkowski, der sieh gemäß dieser Warnung als Sohn des hebräischen Schriftstellers Pinchas Minkowski ausgibt, den Namen mißbraucht, da Pinchas Minkowski, der Bruder des Einsenders, bereits zehn Jahre, sein einziger Sohn Aron .Minkowski vier Jahre tot ist. Da der Einsender in Deutschland durch sein musikalisches Auftreten bekannt ist, bittet er uns, nochmals mitzuteilen, daß weder er noch die in Paris lebende Familie seines Bruders Pinchas mit dem genannten Schwindler irgend etwas zu tun hat. Hamburg. Die Misrachi-Frauengruppe, welche seit anderthalb Jahren besteht (in Nr. 99 der ״J. R.“ war irrtümlicherweise von einer ״Nciigriimlung“ dieser Gruppe die Rede) hat in dieser Zeit ungefähr 1000 M. für verschiedene Zwecke der Misrachi-Organisation aufgebracht. Am 2. und 3. Januar findet in Berlin, im Misrachi-Büro, eine Tagung der misrachistischen Frauen statt. Hannover. Makkabäerfeier, veranstaltet am 8. Januar (10. Tewes 5693) durch den Bar Kochba und seine Jugendgruppe, den Makkabi-Hazair. Die Feier, eine Erinnerung an die Taten der ersten Makkabim vor 2000 Jahren, bringt ein erstklassiges, jüdisches Programm, jiddische und hebräische Lieder, Vorträge der Bar Kochba-Kapelle und Darbietungen der Musterturnriege des B. K. Berichtigung. Der in Nr. 102 der ״J. R.“ veröffentlichte Artike. ״Fünf Jahre Zeire Misrachi“, war nicht, wie uns jetzt mitgeteilt wird, von Benno Offenburg, sondern Erich Michaelis (Hamburg) verfaßt. Soeben erschien die Neuausgabe des Verzeichnisses des Vereins zur Förderung rituellerSpeisehäuser. Mit dem Erscheinen dieses Heftes verlieren frühere Ausgaben ihre Gültigkeit. Das Heft enthält alle rituellen Gasthäuser und Erholungsanstalten. Die Anschaffung des Heftes ist dringend zu empfehlen, damit jüdische Reisende die Möglichkeit haben, bei ihren Reisen indische Gaststätten zu bevorzugen. Interessenten mögen sich wenden an den Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser e. V., Hamburg I, Gr. Bäckerstr. 6. Gottesdienste. Freitag, den 30. Dezember, abends (Chamikkahl: ln allen Synagogen und AhervcrsorgungsanstaHen: 3.45 Uhr, außer-; dein II, Gottesdienst. Syn. Prinzrogentenstr.: 7.lö Uhr. Predigten: Neue Synagoge: Dr. Warschauer; Svn. Limlenstr.: Dr. W eyt; Svn. Lützowstr.: Dr. Lowkowitr; Svn. Fasanonstr.: Dr. Gallimr; S n. Levctzowslr.: Dr. Prinz; Syn. l'riedeiislempel: Dr. SaDmomki: Svn. Prinzregentcnstr.: Dr. Wiener. II. Gottesdienst Syn. Prinz egen ׳■n- Straße: Ansprache des Rabbiners. Sonnabend, der! 31. Dezember, morgens: Synagogen mit allein Ritus und Allerversorgung-ans 3 Irrt: 0 Uhr; Frühgottesdienst: Syn. Rykcstr. und Kottbusser L'fe:-Aha as Reim: 6,45 Uhr; Synagogen mit neuem Ritus: FrühgutlcsdienM au er Syn. Friedenslempcl): 7.30 Uhr; Ilauplgottesdienst 10 Uhr; Synago e Köpenick: 9.45 Uhr; Syn. Schmargendorf: 10 Uhr. Schrifterklärung: Syn. Münchener Str.: Dr. A. Lavy; Syn, Grunewald: Dr. Cohn. Jugendgottesdienst: 11—2־ Uhr: Gemeindesehue Rorhumer Str. Sc; Leit«;: Lehrer J. Wachsmann. 3.30 Uhr: Syn. Kottbusser Ufer- Ahawas Reim: Dr. Frankfurter; Syn. Münchener Str.: Dr. A. Levy, Gottesdienst an den Wochentagen: abends in allen Svnagogen: 4 Ihr. Morgens: Synagogen mit altern Ritus (außer Syn. Pestalozzistr., Ko tbusser Ufer-Ahawas Reim und Münchener Str.): 7 Uhr; Syn. Münebener Str.: 7.15 Uhr: Svn. Kottbusser Ufer-Ahawas Reim u •d Pestalozzistr.: 7,30 Uhr; Synagogen mit neuem Ritus: 7.30 Uhr. Gottesdienst des Beth Hamidrasch, Rosenthaler str aö. mgründet vom Misrachi, Freitagabend und Sonnabend. Zeiten wie in den Gemeindesynagogen mit altem Ritus. Synagoge Ahawath-ZSon (Schönhauser Allee 4): Gebetzeiten wie in der alten Synagoge.