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Jüdische Rundschau · 1932-12-23 · Heft 102 (23.12.1932) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVII (1932)
Issue
Heft 102 (23.12.1932)
Date
1932-12-23
Page
– (sequence 2)
Language
German
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?eite 498 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 102, 23. XII. 1932 Bef.eiung Jerusalems, die zur Reinigung des Tempels I und zum Lichtwunder führte, ein engerer Zusammenhang besteht. Nach mehr als zwei Jahrtausenden feiern Men• sehen in der ganzen Welt, feiert ein lebenswilliges Volk das Andenken an Juda Makkabi. Wird man die Eroberung Jerusalems von 1917 auch noch in Jahrtausenden feiern? Dies hängt davon ab, ob das Ereignis des 9. Deze.aber 1917 der Anfang einer wirklichen Befreiung Erez Israels gewesen ist, ob sich daran historische Folgen knüofen wie an die Niederringung der hellenistischen Assimilation durch die Hasmonäer; kurz davon, was w i r daraus machen werden. Denn heute schon ist es deutlich, daß ein rein politischer Nationalitätenkampf in Westasien kein dauerndes historisches Ereignis wäre; grüß er ist die gesetzte Aufgabe, eine geistige, schöpferische Aufgabe, einmalig wie Volk, Land und Situation. ♦ Der Tag der Einnahme Jerusalems, nach üblicher Zeitrechnung der 9, Dezember, gab auch diesmal wieder Anlaß zu verschiedenen Kundgebungen in Palästina. Es Ist bezeichnend, daß die Bevölkerung an den von den Engländern veranstalteten Feiern wenig Anteil nimmt. Die Araber benützen den Tag zu Kundgebungen gegen die englische Herrschaft 111 diesem Jahre hat vor allem der aufstrebende ״litulu!“, die Unabhängigkeits-Partei, eine beachtete Protcstvcrsamrnlung veranstaltet. Es ist kein Zweifel: Die englische Herrschaft in Palästina wird als Fremdherrschaft empfunden. Welches Verdienst auch immer den Engländern in der Beschleunigung der Zivilisicrung des Landes und Einführung moderner Verwaltungsmethoden zukomrnen mag, man dürfte doch nicht fehlgehen, wenn man ausspricht, daß beide Völker den Tag einer wirklichen Unabhängigkeit Palästinas herbeisehnen. Die Feindschaft zwischen Juden und Arabern rückt freilich diesen Tag in unabsehbare Ferne. Aber wie immer die Tageskonstellation auch sein mag, man sollte nie aus den Augen verlieren, daß die Selbständigkeit Palästinas unter freier gemeinsamer Verwaltung seiner beiden Völker das Ziel ist, auf das die Logik der Geschichte hinsteuert. * Das Chanukkah-Fest bringt uns Zionisten auch traurige Gedenktage. Es sind nun genau fünf Jahre, als am Vorabend des Chanukkah-Festes eine der bedeutend* sten und reizvollsten Persönlichkeiten der jüdischen Renaissancebewegung plötzlich gestorben ist. Manchem Mitlebenden dieser schnell verrinnenden Zeit wird es unfaßlich scheinen, daß schon fünf Jahre Dr. Chajes nicht mehr unter uns ist. Er war nicht nur ein Gelehrter höchsten Ranges und ein - geistige# Führer seiner Gemeinde, er war eine der wenigen Figuren, die die ganze Last für die Entscheidung des jüdischen Schicksals in unserer Zeitenwende ganz persönlich auf seinen Schultern liegen fühlte. Darum war er in höchstem Maße ein legitimer Volksführcr, einer der wenigen wirklich diesen Namen verdienenden Männer, die der Zionismus hervorgebracht hat. Chajes bemühte sich mit glühender Seele um die Erneuerung der hebräischen Sprache und jüdisehen Kultur (Hebräisches Pädagogium und Chajes-Gymnasium in Wien sind lebendige Denkmäler seines Schaffens), und gleichzeitig trat er überall, wo es ihm erforderlieh schien, als Vertreter jüdischen Lebensanspruches furchtlos in die Schranken der ()Öffentlichkeit. Das jüdische Volk hat das Unglück, daß es in unserer Generation so manchen bedeutenden Führer in Verhältnismäßig jungen Jahren verliert. Hcrzl wurde nur 44 Jahre, Chajes nur 51 Jahre alt. Wir gedenken an seinem fünften Todestage dieses unersetzlichen Verlustes. Und noch eines anderen Mannes haben wir zu gedenken, dessen Todestag sich am Chanukkah-Fest zum zehnten Male jährt. Elieser Ben Jchuda, der mit viel Recht den Namen des Vaters der modernen hebräischen Umgangssprache führt, ist vor zehn Jahren um Chanukkah von uns gegangen. Ben Jehudas Leben ist eines der merkwürdigsten und romantischesten Kapitel der modernen jüdisch-nationalen Bewegung. (Man kann es z. B. im Palästinabuch der Brüder Tharand nachlesen.) Vor 50 Jahren faßte er den damals ganz absurd erscheinenden Plan, die Gebetssprache zur Umgangsspräche zu machen. Mit eiserner Energie und einem unerschütterlichen einseitigen Fanatismus führte er von Schritt zu Schritt dieses Ziel durch, alle persönlichen Schwierigkeiten und Mühsale nicht achtend. Er hat den Bannfluch der Orthodoxie ebenso auf sich genommen wie die Gefängnisstrafen der türkischen Gerichte, bei denen seine jüdischen Gegner ihn denunziert hatten. Dennoch hat er seinen Willen durchgesetzt. Palästina spricht hebräisch. Sein wissenschaftliches Werk ist der ״Thesaurus totius Hebraitatis“‘, der bis zum 9. Band gediehen ist und dessen Fortsetzung auf Grund des Nachlasses Ben Jehudas hoffentlich bald vom Verlag Langenscheidt mit Hilfe des für diesen Zweck bestehenden Komitees durchgeführt wird. Das Begräbnis Ben Jehudas in Jerusalem vor zehn Jahren war wirklich ein nationaler Trauertag. In Palästina wird das diesjährige Chanukkah-Fest im Zeichen von Ben Jehuda-Feiern stehen. * Aber auch außerhalb Palästinas und unabhängig von Gedenktagen ist Chanukkah ein alljährlicher Impuls zur Erfüllung unserer geistigen Pflichten. Ohne geistigen Inhalt, ohne zu wissen, wofür es kämpft, hat noch nie ein Volk seine Freiheit errungen. Ja wenn wir angesichts der zu erwartenden Krise des hypertrophierten politischen Nationalismus in der Weit heute nichts Endgültiges über ' die künftigen Formen politischer Freiheit sagen können, wenn über den der Politik in unserem Leben zukommenden Rang nicht nur unter Juden, sondern auch unter Zionisten Meinungsverschiedenheiten bestehen, — die eine Erkenntnis sollte uns alle erfüllen: daß ohne Eroberung der geistigen Freiheit, ohne Wiedergewinnung eines jüdisch-geistigen Inhalts und einer jüdisch-historischen Orientierung, die Erneuerung des Judentums nicht denkbar ist. Alle geistigen Bestrebungen sind aber in Gefahr, weil infolge der wirtschaftlichen Notlage die Mittel zur Erhaltung der Institutionen fehlen. Es liegt ein guter Sinn darin, daß ein ״Tag der jüdischen Wissenschaft“, über den wir an anderer Stelle berichten, in die Chanukkah-Wochc gelegt wird. Und auch der Jüdische Schulverein, der sonst fast unbemerkt von der Oeffcntlichkcit seine schwere Arbeit verrichtet, hat durch mehrere Veranstaltungen die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt. Abgesehen von dem öffentlichen Vortragsabend Prof. Lessings und einigen anderen Haus-Zirkeln fand im Hause Dr. Kollenschers ein interner Abend statt, bei weichem Prof. Lessing, Dr. Badt, Dr. Neumann und Kurt Blumenfeld über die Problematik des deutsch-jüdisehen Zusammenlebens sprachen. Zwanglos ergibt sich aus allen derartigen Erörterungen, ob sie nun in kleinem Kreis oder in der ()Öffentlichkeit stattfinden, die Fest- Stellung: das einzige sichere BollwÄ der Erhaltung des Judentums, der Stählung des Charakters zum jüdisehen Daseinskampf, der Bereicherung des innerefi jüdisehen Lebens ist die jüdische Schule, die Schaffung einer jüdischen Bildungs-Atmosphäre, der Versuch, modernen Wissensstoff unverkürzt zu vermitteln ohne jene unerträgliche Verzerrung, die für das jüdische Kind aus der Vernachlässigung des jüdischen Blickpunktes entsteht. Die Berliner jüdische Schule unter Leitung von Frau Paula Nathan hat erwiesen, daß ein richtiger Weg erarbeitet werden kann. Ein weites Feld liegt noch vor uns. ln seiner Frühzeit durfte es der Zionismus mit Makkabäer-Reden leicht nehmen; die Freude an der neugefundenen Erkenntnis rechtfertigte ihn. Heute wissen wir, daß die Gefahren der Assimilation uns alle, Zionisten und Nichtzionisten, bedrohen, vor allem in unseren Kindern. Nur wenn wir zu den Quellen des Geistes zurückfinden, die schwere Last der Erziehungsarbeit freudig auf uns nehmen, nur dann wird das Herzl-Wort Wahrheit werden: die Makkabäer werden auferstehen. Weizmann - Reminiszenzen Als Student ln der Schweiz vor 30 Jahren — ״Palästina kann nicht durch Dividenden aufgebaut werden“ Dieser Tage fand in London die ‘Jahrestagung der Londoner Freunde der Hebräischen Universität unter dem Vorsitz von Sir Philipp Hartog statt. Dr. Weizmann hielt eine Anspräche, in der er die Entstehung der Hebräischen Universität von ihren ersten Anfängen und ihrem heutigen Umfang und Ausbau schilderte. Er gab der Ueberzengirng Ausdruck, daß, obwohl die Mitte! heute beschränkte sind, die Jerusalemer Universität gewaltige Beiträge zur wissenschaftlichen Leistung der Menschheit liefern wird. Der Vorsitzende sprach seine Genugtuung darüber aus, daß Dr. Weizmann sich bereit erklärt habe, die Leitung des neuen landwirtschaftlichen (agrar-chemischen) Instituts der Universität zu übernehmen. Einige Tage zuvor war Weizmann der Hauptredner hei einer großen Studentenversammlung, die von der zionistischen Universitäts-Vereinigung Londons veranstaltet worden war. In dieser Versammlung befaßte sich Weizmann ausführlich mit der Lage der jüdischen Studenten in der ganzen Welt. Weizmann gedachte seiner eigenen Studenten- Jahre, wo er als junger Mensch gleichfalls als Emigrant in d i e S c 11 w e i z gehen mußte, weil man im zaristischen Rußland die Juden nicht studieren ließ. Sie gründeten damals den ersten Studentenverein in Bern, dem jedoch nur acht Mitglieder angehörten. Die meisten Studenten — es handelte sich vonviegend um jüdische Emigranten aus Rußland — waren antizfonistisch. Als damals eine zionistische Versammlung angekündigt wurde, in der Dr. Weizmann das Referat hielt, brachten die Antizionisten Ihre ״großen Kartonen“ mit. darunter Lenin und Trot7k i. Die Diskussion dauerte drei Tage und drei Nächte, und die Professoren wunderten sich, daß die Hörsäle leer sfanden. Am dritten Tage wurde der neue zionistische Studentenverein mit vielen hunderten Mitgliedern gegründet. Ein großer Teil der Schweizer Studenten von damals sind ietzt in Palästina als Lehrer und attf anderen verantwortlichen Posten, fm weiteren Verlauf seiner Rede sprach dann Weizmann über die Autgaben der zionistischen Studenten in dieser Zeit und über die gegenwärtigen Probleme Palästinas. Wenn man sage, daß Palästina eine ״Oase in der Wüste der Wirtschaftskrise“ ist, so ist das vielleicht eine Uebertreibung. Aber man könne doch darauf hinweisen, daß in Palästina in den letzten 15 Jahren eine gewaltige Arbeit geleistet wurde, deren Resultate heute sichtbar werden. Man muß sich vor oberflächlicher Betrachtung hüten. Vor einigen Jahren sagten die Kritiker, Palästina sei ein bodenloses Faß, in das gesammelte Gelder geschüttet werden. Dies war genau so eine Uebertreibung zum Negativen wie die heutige Eldorado-Stimmung eine Uebertreibung zum Positiven ist. Man müsse die Warnung aussprechen: Palästina kann nicht aufgebaut werden durch die Dfviden den, die Orangenplantagen abwerfen; das Nationalheim wird vielmehr aufgebaut durch die ununterbrochenen Anstrengungen der ״unmodernen Menschen“, die man f d e a - listen nennt. Man muß einige Jahre vorausschauen und für die Rückschläge Vorsorgen, die kommen werden; dann werden die Idealisten mit dem Glauben an die Sache und mit der Unerschütterlichkeit ihrer ideale und ihrer Palästinaliebe —׳ auch ohne Dividenden — in ihrer Arbeit fortfahren. Fm englischen Unterhaus richtete Generalmajor Sir Alfred Knox an den Kolonienminister die Frage, ob eine Ausbeute der palästinensischen Oelfelder als Belieferengsnuelle für die königliche Flotte erwünscht wäre. Sir Philip Cunliife-Lister erwiderte, die Regierung Palästinas sei bereit, jeden auf geschäftlicher Grundlage beruhenden Vorschlag zur Gewinnung von Oel auf Palästina-Territorium und zur Ausbeute irgendeines eventuell noch zu entdeckenden Oelfeldes positiv in Erwägung 711 ziehen. Auf eine Frage von Morgan Jones erwiderte Cunliffe-I.ister, er glaube nicht, daß Palästina-Oel mit walisischer Kohle konkurrieren könnte. Adolf Friedemann Wie wir bei Redaktionsschluß erfahren, verschied Mittwoch Nacht in Amsterdam Dr. Adolf Friedemann an den Folgen einer Mittelohrentzündung im Alter von 6t Jahren. Die zionistische Bewegung betrauert in dem Verstorbenen eines ihrer ältesten aktiven Mitglieder, einen aus der kleinen Zahl derer, die vor fast 40 Jahren die zionistische Bewegung in Deutschland geschaffen nahen. Adolf Friedemann gehörte zu den intimen Mitarbeitern Theodor Herzls und war auch sein erster Biograph. Er gehörte dem Zionistischen Aktions-( iomite 13 Jahre hindurch, von 1902—1920, an. Seit 1920 stand Herr Dr. Friedemann an der Spitze des Keren Hajessod i!1 Holland und hat die Idee des Keren Hajessod im holländischen Judentum mit großem Erfolg durchgesetzt. Die erschütternde Nachricht von seinem plötzlichen Hinscheiden wird in weiten Kreisen der zionistischen Bewegung und weit darüber hinaus tiefe Trauer hervorrufen. Den Angehörigen des Verstorbenen wendet sich die innige Teilnahme der ganzen zionistischen Welt zu. Die Beisetzung Dr. Friedemanns findet am Montag, dem 26. Dezember, mittags 1 Uhr, in Berlin auf dem jüdischen Friedhot, Schönhauser Allee, statt. Für eine Hadischarah - Gemeinschaft Von Alexander Adler, Berlin. Der Frankfurter Delegiertentag hat dem GA zur Pflicht gemacht, Maßnahmen zur Unterstützung und Intensivierung von Chaluziuth und Hachscharah zu treffen. Um diesen Beschluß des Dclcgicrtcntages auszuführen, kann es zwei Wege geben: 1. von einer Zentralstelle aus in den verschiedenen Orten aktiv Hachscharah zu betreiben, 2. von den Ortsgruppen aus unter Mithilfe und Teilnahme einer Zentralstelle die bestehende Hachscharah zu fördern und neue cinzurichten. Der letztere Weg scheint den größeren Erfolg zu vorheißen. Es muß angestrebt werden, die Hachscharah in Deutschland stärker 01s bisher zu zentralisieren und zu kontrollieren, auch zu unterstützen, die Initiative sollte aber nicht aus der Hand der Hachscharah betreibenden Gruppen genommen werden. Die Arbeitsbereitschaft, die in vielen Gruppen für dieses zu den wichtigsten Aufgabengebieten zionistischer Betätigung gehörende Spezialgebiet bereits besteht, soll durch aktive Für-• derung. durch den GA zu erhöhter Leistung gebracht werden; die Gruppen, die schon jetzt systematisch mit der Hachscharah beschäftigt sind, sollen nicht mehr allein, auf sich gestellt, ihre Arbeit tun, sondern in ständigem Kontakt miteinander und mit einer zentralen Stelle die Hachscharah regeln und ausgestalten. Der erste Schritt zu diesem Ziel sollte sein, daß ein bis ins Detail ausgearbeitetes Kartotheksystem eingerichtet wird, das in den Orten, in denen Hachscharah betrieben wird, geführt und laufend ergänzt und in einer zentralen Hammelstelle in ständiger Evidenz gehalten wird. Die Aufzeichnungen müssen in den Orten sowohl die dort in Hachscharah befindliehen als auch die aus diesem Ort anderwärts in Ausbildung stehenden Chaluzim umfassen. Aus diesen Kartotheken muß der Werdegang des Chaluz hervorgehen. Jeder den Ort wechselnde Chaluz muß eine Stammkarte mitbekommen, die ihm als Ausweis dient und über ihn orientiert. Alles Zweckdienliche über die Angehörigen muß verzeichnet sein, besonders auch die pekuniären Verhältnisse und Verwandte in Palästina. Dieses Kartothek-Material würde der Palästinaamtskommission erleichfern, bei der Zertifikatserteilung objektiv und gerecht zu verfahren. Eine weitere wichtige Tätigkeit besteht in der Berufsberatung für Erez Israel. Die Zentralstelle kann durch ihren engen Kontakt mit den Chaluz-Organisationen, mit dem Palästinaamt und der Wirtschaftsstelle die besten Richtlinien für die Berufsberatung aufstellen und sie von Zeit zu Zeit, je nach den Wirtschaftsverhaltnissen in Erez Israel, ergänzen und verbessern. An den Orten, in denen Chaluzim in Hachscharah befindlieh sind, muß von seiten der zionistischen Ortsgruppe oder der für die Hachscharah verantwortlichen Kommission für Unterkunft und rituelle Beköstigung gesorgt werden. Dabei braucht nicht unbedingt Unterkunft und Verpflegung kostenlos beschafft zu werden. Es ist aber notwendig, daß eine Stelle vorhanden ist, die diese Dinge kontrolliert und Erleichterungen schafft. Bei allen diesen Arbeiten ist der Begriff ״Chaluz“ nicht so zu verstehen, daß er nur den einer offiziellen Organisation angehörenden Menschern umfaßt, er gilt auch für den nicht chaluzisch organisierten, sich aber für einen Palästinaberut vorbereitenden jungen Menschen. Bei diesem ist aber auch darauf zu sehen, daß ” er Anschluß an die Zionistische Organisation findet und sich zionistische Gedankengänge zu eigen macht. Anteilnahme an der Finanzierung der Hachscharah und Alijah ist ein weiterer Aufgabenkreis. Die Praxis muß ergeben, ob man die aufzubringenden Gelder in der örtlichen Hachscharah verwendet und für die vom Orte aus stattfindende Alijah benutzt oder ob diese Gelder in der Zentralstelle gesammelt und von da aus verteilt werden. Auf alle Fälle muß ein Teil solcher Gelder an die Zentralstelle gelangen, damit Orte, wo keine Gelder aufzubringen sind, aber Hachscharah betrieben wird, von hier aus bedacht werden können. Jedenfalls wird es Aufgabe der lokalen Hachscharahsfellen sein, alle Zionisten zu regelmäßigen Beiträgen für Hachscharah und Alijah heranzuziehen. Endlich muß ein regelmäßiger Austausch von Erfahrungen, Benachrichtigungen über Ausbildungsmöglichkeiten und Anforderung von Arbeitsstellen über die Zentralstelle stattfinden. Die an den verschiedenen Orten zu bildenden Hachscharah- Kommissionen müssen sachgemäß zusammengestellt werden. Wo sich eine Hachscharah-Organisation oder Hachscharah betreibende Jugendgruppen befinden, sind diese an den Arbeiten der Kommission durch eigene Vertreter zu beteiligen. Die Kommissionen sollen nicht etwa an die Stelle dieser Organe treten, sondern sollen ihnen Hilfsstellung geben und ihnen ihre Arbeit erleichtern. Die Gesamtheit der auf diese Weise an der Hachscharah beteiligten Zionisten bildet die ״Hachscharah-Gemeinschaf t“, die durch die vom GA zu bildende Zentralstelle zusammengehalten wird. Dieser Plan soll Gegenstand der Beratung der Tagung sein, die am 8. Januar in Berlin stattfindet. Um die Diskussion und Beschlußfassung auf der Tagesordnung zu unterstützen, ist es angebracht, daß sich möglichst viele Interessenten bereits vor der Tagung mit der ZVfD schriftlich in Verbindung setzen und ihre Meinung über den Vorschlag «äußern. Zu dieser Meinungsäußerung wird hierdurch aulgeiordert, High Commission er Wauchope stattete der H e b r ä i - sehen Universität Jerusalem einen Besuch ab. Er wird in den nächsten Tagen bei Gelegenheit der in der Universität stattfindenden Graduierungszeremonie eine Ansprache hafte«

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