Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVII (1932)
- Issue
- Heft 102 (23.12.1932)
- Date
- 1932-12-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Was ist Channkhaht Einzelnummer 0,35 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jedenDienatag u.Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5,75 Goldmark. Au»i*nd,*Hormemmta werden m der Wshrung der einzelnen Lind« berechnet. Anzeigenpreis: 8 geap, Nonpareille*«*!« 0,50 G-M» Stellengesuche 0,25 G.-M. Redaktion, Verlag und Anzeigen-Verwaltung: Jüdische Rundschau G.m.b. ü, Berlin W15, Meinekestr JO. Teleiont J I Bismarck 7165-70• Fomehtck - K o n t n * Berlin 17392, Basel V 9355. Belgrad 68032* Brüste! 39433, Budapem 59693, Danzig 1973, Haag J4O470, Prag *0410. Riga 4155, Straaahurg 16430, Warschau 190708, Wie« 156030 Bank. Roatem Dresdener Bank, Dtapoaiten» Kasse Berlin, Kurhirstendamm 52! Rumänische Kreditbank, Cernautt (Rumänien)* Anglo Palestin« Co, in Haifa, Jertiealetn, Tel -Aviv. Nummer 102 | Berlin, 23. XII. 1932 Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. כ״ד כסלו תרצ״ג | xxxvu. jahrg. Der Zionismus erstrebt für das Jüdische Volk di« ו Schaffung einer dffenlllch«rechtlich gesicherten Heimstätte In Pallstlna. ״Baseler Programm.1* Ein Tag der jüdischen Wissenschaft Wissen und Erkenntnis, Lernen und Studieren sind dem jüdischen Volke in seiner geschichtlichen Vergangenheit das Wichtigste und Wesentlichste seines Judentums gewesen. Auch int religiösen Leben war die Erkenntnis und das Wissen so sehr Grundlage und Mittelpunkt des lebendigen Judentums, daß Maimonides das ״Buch der Erkenntnis“ an den Anfang des Riesenbaus seines halachischen Systems setzt, wie ja schon die Propheten die Erkenntnis von Gottes Wesen und Weise zur unbedingten Voraussetzung allen sittlichen Strebens gemacht, wie Talmud und Midrasch immer'wieder betont hatten, dal! ein Am-haarez, ein Mann ohne Wissen um das Judentum, niemals wirklich fromm sein könne. Und so kannten die Juden in den verschiedenen Ländern ihrer Diaspora kein stärkeres Band, das von Generation zu Generation die Kinder in den Wegen der Väter festhalten sollte, als das Studium, das Lernen und Verstehen des Judentums, seiner Geschichte, seiner Sprache und religiösen Grundsätze. Nur auf Grund der treuen Weitergäbe der Wissensgüter konnte das Volk erhoffen, daß an den geistigen Inhalten jene treue Liebe ihren Halt finden werde, die im leeren Raume nicht bestehen konnte. Aber noch viel weniger in einem Raume, der von fremden und feindlichen Inhalten erfüllt ist. ln der Welt unserer Gegenwart, in der Wirrnis der aus den Gütern vieler Kulturen aller Vergangenheit sich neu gestaltenden, alles Gegebene verschlingenden und wandelnden, einer ungewissen Zukunft zustrebenden Gegenwartskultur, ist es doppelt und dreifach Pflicht des Juden, das Wissen um sein eigenes Judentum mit glühender Liebe zu hüten und zu mehren. Und wenn es zu anderen Zeiten möglich und genügend sein mochte, die Werdenden und Suchenden dem Strom fremden Geistes fernzuhalten und hinter den Ghettomauern aus den Werken der Tradition die alten Fragen mit den überlieferten Antworten zum Schweigen zu bringen, so verlangt die neue Zeit mit ihren wechselnden Bedingungen ihrer ewig neuen Fragestellung die Erarbeitung neuer Aut- Worten aut Grund vertiefter Durchforschung des alten Wissens- Stoffes. Nicht Wissen allein genügt den Problemen des Tages, sondern Wissenschaft des Judentums im höchsten und ernstesten Sinne. Immer stärker und dringender wird die uns von anderen wie von unserem eigenen Gewissen aufgezwungene Auseinandersetzung mit den Problemen, die uns und unser Jüdisches Seinbetreffen, immer lebenswichtiger die Aufgabe, die den wenigen Institutionen zuflltt, die wir Juden uns selbst für die Erforschung des Judentums und für die Heranbildung von Lehrern und Wegweisern in allem, was das Judentum betrifft, geschaffen haben. Noch gibt es keine Universitäten in den Staaten der zivilisierten Welt, worin uns Juden eine Fakultät eingeräumt wäre, innerhalb derer sich Juden unabhängig mit der Erforschung ihrer eigenen Literatur, ihrer Sprache, ihrer Geschichte, ihrer Gegenwart und Zukunft wissenschaftlich beschäftigen dürften. Während nichtjüdische Forscher auf zahlreichen Lehrkanzeln ihre — nicht immer unvoreingenommene — wissenschaftliche Meinung über unsere jüdische ibel vortragen und in vielen Büchern verbreiten dürfen, gibt es noch an keiner Universität der Welt einen Lehrstuhl für einen jüdischen Bibelforscher. Und was jüdische Wissenschaft, jüdische Forschung dennoch auf diesem und auf anderen Gebieten geschaffen, bleibt vielfach ungekannt und ungevvertet, weil wir Juden selbst unsere eigene Wissenschaft bisher nicht genügend zu achten gelernt und die Wissenschaft vom Judentum bisher wenig beachtet und gefördert haben, gemessen an der Lebenswichtigkeit, die sie für uns besitzt Die 1872 gegründete Hochschule für die W i s - sen schaff desjudentums.die einzige ״jüdische Fakultat“, an der nicht nlr Rabbiner und Seelsorger einer bestimmten Richtung ausgebildet werden sollen, sondern die nach ihrem Statut, als unparteiische Pflanzstätte der Wissenschaft wirken soll, deren Lehrer, ob orthodox oder liberal, ob dieser oder jener politischen Richtung im Judentum nahestehend, verpflichtet und berechtigt sind, ihre ehrlich erstrebte Lehrmeinung ״lediglich im reinen Interesse der Wissenschaft gewissenhaft zu vertreten“, will nun den Versuch unternehmen, weitere Kreise der Judenschaft für ihre Arbeiten und Aufgaben, für ihr Wirken und ihre Nöte zu interessieren. Die Hochschule, die auch sonst stets bemüht war, die Wissenschaft des Judentums über den engen Kreis ihrer eigentlichen Adepten hinaus jedem gebildeten Juden zugänglich zu machen, zu deren Hörern in sechs Jahrzehnten die besten aller derer gehörten, die in irgendeinem Wissensgebiet den Zusammenhang mit der jüdischen Forschung festhalten wollten, in deren öffentlichen Montags- Vorlesungen Gelehrte und . Schriftsteller aller Richtungen zu Worte kamen, die Anstalt, die auch an der hebräischen Bewegung der Gegenwart ihren starken Anteil hat und Bialik zu ihren Ehrenmitgliedern zählt, lädt für zu einem Montag, den 26. Dezember 1932, vorm itta g s 11 Uhr, Tag der jüdischen Wissenschaft ein, für welchen die Berliner Jüdische Gemeinde vier Synagogen zur Verfügung gestellt hat. Nach der umrahmenden Eingangsmusik (Orgelspiei bzw. Gesang) werden sprechen: Synagoge Lindenstraße: Rabbiner Dr. Warschauer, R.-A. Dr. Veit Simon. Vorsitzender d. Kuratoriums d. H. f. d. W. d. J. Synagoge Rykestra ße: Rabbiner Dr. Wey 1, Dozent Dr. H. Torczyner. Synagoge Fasanenstraße: Rabbiner Dr, Basel? ׳'"'׳‘"" R.“Ä.'i3tV י Friedenstempel: Rabbiner Dr. Prinz, Professor Dr, 1. E 1 b 0 g e n. An der jüdischen Bevölkerung Berlins ist es, ihr Interesse für die jüdische Wissenschaft durch zahlreichen Besuch zu bekunden und dem 1. Tag der jüdischen Wissenschaft zu Berlin volles Gelingen zu ermöglichen. Dr. Harry Torczyner, Vorsitzender des Lehrerkollegiums der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums. IIHIIIIIIIIIIIIIUlinilllHIWIllMlIWlillllllllllUllllllllUinilllllllllllllllllllllllllllUlllinillHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIlllllllllllHllinmillllll imiiHiiiiniiiiuiiiiinuiiMiiiHHiuiuiiiiiiiinniiiiiuiiiiiiiiiiuiiniuiiiiiiiiiiiuiHiiiiniHiiiinnnMwim Begeisterte Aufnahme tür Sokolow Der Aufenthalt Sokolows in Palästina ist angefüllt mit ereignisreichen Tagen. Die Tour, die Sokolow durch die Kolonien der Scharon-Ehe ne unternahm, war ausgezeichnet durch eine überaus herzliche und enthusiastische Begrüßung des Gastes, in allen Orten wurde er von den Gemeindevertretungen empfangen. Es wurden Ansprachen gehalten, auf welche So'kolow antwortete. Von Petach Tikvvah nach Magdiel wurde sein Auto von berittenen Scouts flankiert. Im Hause von Schuchowitzky!11 Magdiel fand eine Zusammenkunft von Vertretern der Siedler aller jüdischen Dörfer der Scharon-Ebene statt, ln H e rz I i a h wurde Sokolow von den Schulkindern mit Gesang begrüßt. Die älteren Schulkinder hielten Ansprachen. Den Höhepunkt der Feier bildete die feierliche Eröfffnung einer Straße durch Sokolow. Die Straße wird fortan den Namen -Sokolow-Straße führen. Am 13. Dezember besuchte Sokolow in Begleitung von Dr. Hexter und Josuah Gordon die aus den Geldern des Hilfsfonds wieder aufgebaute, bei den Unruhen 1929 zerstörte Kolonie Ber T u b i a. Während seines Aufenthaltes in Jerusalem und an anderen Orten empfing Sokolow eine große Zahl von Delegationen und Einzelpersonen aus allen Teilen des Jischtiw. Am 11. Dezember inspizierte Sokolow in T e I - A w i w eine Reihe von Fabriken. Am Abend desselben Tages sprach er in einer vom palästinensischen Keren Hajessod-Komitee veranstalteten Versammlung, an der über 5000 Personen teilnahmen, abgesehen von denen, die keineu Einlaß erlangen konnten und außerhalb der Mauern des Beth-Am die durch Lautsprecher übertragenen Reden anhörten. In seiner Rede betonte Sokolow besonders die wichtige Autgäbe, die das polnische J u d e n t u in bei dem Ausbau der palästinensischen Industrie zu erfüllen hat. Dieses Judentum habe auch in Polen einen großen Teil der Industrie geschaffen; durch seine Tätigkeit könne das ganze Hinterland von Tel-Awiw erschlossen werden. Ein Ruhesitz für Sokolow. Man schreibt «ns: Die palästinensische Presse berichtet eingehend über den Besuch des Präsidenten Sokolow in der Orangensiedlung N a t h a n i a 11 am 8. Dezember. Sokolow׳, der, begleitet von seiner Tochter und dem Vertreter der Exekutive, Herrn Gordon, nach Naihaniah kam, wurde dort sehr feierlich empfangen. An der Grenze der Siedlung wurde er von berittenen Wächtern eingeholt und von den Vorstehern Nathaniahs sowie den Vertretern der Gesellschaft ״Hanotaiah“ und der Organisation ״Bne Benjamin“ begrüßt. Im Namen der benachbarten neuen Sied-!ung Hanotaiah, Jehudiah, sprach der Industrielle Blum aus Tel-Awiw und im Namen der Vereinigung der palästinensischen Pflanzer deren Generalsekretär Ariav, Nach eingehender Beiichtigung der Pardessim sowie der kommunalen Einrichtungen. der Siedlung wurde Sokolow im ״Pardess Hagdtid“ von einer Abordnung ehemaliger Legionäre begrüßt, die dort und im benachbarten Wadi Chawarith angesiedelt sind. Der Redakteur des ״Doar Hajom“, Ben Awi, hielt eine Ansprache, in der er namens der Gemeindeverwaltung von Nathaniah Herrn Soko* low eine Schenkurkunde über ein Grundstick im Villenviertel am Strande der Kolonie überreichte, auf dem der Ruhesitz des Präsidenten der Zionistischen Organisatiori errichtet werden soll. In seiner Erwiderung nahm Herr Sokolow das Geschenk mit großer Freude an und gab seiner Genugtuung Ausdruck, damit Bürger der aufstrebenden und zukunftsreichen Siedlung Nathaniah geworden zu sein. Lord Melchett in Berlin Am 24. Dezember kommt Lord Melchett zum Besuch des Makkabi-Weltverbandes nach Berlin. Die Berliner Z10nisten begrüßen in Lord Melchett einen begeisterten Anhänger unserer Bewegung. Er führt ebenso wie seine Schw׳ester Lady Erleigh, die kürzlich in Berlin war, in allem das Werk seines Vaters fort und ist mit Palästina aufs stärkste verbunden. Auf seiner Reise nach Berlin, nach Polen, Rumänien und Bulgarien wird sich Lord Melchett der Förderung des Makkabi-Weltverbandes, dessen Ehren-Priisident er ist, widmen. Nene Arbeitskonflikte Zusammengehen von Histadruth und Revisionisten. J erusale m , 21. Dezember. (J. T. A.) In G a n S c 11 a - ron traten die jüdischen Arbeiter, und zwar Mitglieder der Arbeiterorganisation (Histadruth) und Mitglieder der ״nalionalen üew׳erkschaft“ der Revisionisten, atn 20. Dezember i n den Streik, nachdem die Verwaltung des Gan Scharon, eines im Besitze kanadischer Zionisten befindlichen großen Orangen-Haines, zum ersten Male seit Bestehen des Haines arabische Arbeiter eingestellt hat. In sämtlichen Siedhingen der Scharon-Ebene herrscht darüber große Erregung. 70 jüdische Arbeiter, unter der Leitung des Histadruth-Fiihrers Ben Gurion, bildeten Streikposten und erklärten, sie würden die Araber an der Aufnahme der Arbeit hindern. Die Lage ist ernst. die nächste Nummer der ״Jüdischen Rundschau“ erscheint wegen der christlichen Feiertage am Freitag, dem 30. Dezember 1932. Chanukkah-Rundschau Chanukkah und die Umwelt — Die Eroberung Jerusalems vor 15 Jahren — Todestage — Geistige Pflichten Man wird sich nicht dem Vorwurf apologetischer Tendenzen aussetzen, wenn man einmal versucht, das Makkabäer-Fest unter dem Gesichtspunkt der ״modernen“ antijüdischen Anklagen zu betrachten. Das beliebteste Schlagwort der sogenannten ״Bildungs-Anüsemiten“ heißt: die Juden sind ein ״zersetzendes“ Eiement, das keinen Sinn für Bodenständigkeit, organisch gewachsenes Volkstum und seine irrationalen Traditionswerte hat, sondern durch Kritik und rationalistische Betrachtungsweise die seelischen Grundlagen aller kulturellen Dauerwerte zerstört. Iti vielen Darlegungen wurde von zionistischer Seite darauf hingewiesen, daß Skeptizismus und Nihilismus, die zweifellos im heutigen Kulturleben spürbar sind, keineswegs vom Judentum ausgehen; sie sind vielmehr das Ergebnis einer bestimmten okzidentalen Geistesentwicklung, und ein Teil der Judenheit ist in den Dunstkreis dieser Haltung hineingeraten, als er sich mit der okzidentalen Welt vermischte. Gäbe es keine Juden in Europa, so würde die geistige Situation in ihren Grundzügen unverändert sein, ohne daß man eine so leichte Erklärung bei der Hand hätte wie die, zu der die Antisemiten greifen. Betrachtet man jedoch die Juden ohne ihre europäische Assimilation, dann erkennt man: Das jüdische Volk hat zu allen Zeiten mit einer fanatischen Treue an seiner Tradition festgehalten. Freilich gab es schon zu alter Zeit eine Assimilation an andere Kulturkreise, die das Juden» tum bedrohte, aber der Kern hat sich immer wieder zur Selbstverteidigung aufgerafft. In den Makkabäer halte das jiitÜstä1®»V0ils-'sieh ״kuK turbolscliewistisdien“ (wie man es heute »innen würde) Einflüsse des Hellenismus zu wehren. Die Maftabijlf» Kämpfe sind eines der charakteristischesten geschieh» liehen Beispiele für den Kampf eines Volkes um seine Eigenart. Daß in der neuesten Phase jüdischer Ent- Wicklung das jüdische Volk das Makkabäer-Fest erneuert hat, ist ein Beweis, daß nach einer Episode von hundert Jahren die Besinnung auf sich selbst und der bewußte Wille zur Kontinuität der Geschichte unser Volk wieder ergriffen hat. Ein Judentum, das wieder auf der Grundhaltung der Makkabäer beruht (oder beruhen will), kann nicht ״zersetzender“‘ Tendenzen beziehtigt werden. Wie immer der Ursprung des Chanukkah- Festes gewesen sein mag — und in unserer heutigen Nummer stellt unser Freund Arnold Wiener über diese Frage eine überaus interessante Betrachtung an im heutigen Bewußtsein ist der entscheidende Smn dieser Tage die Besinnung auf unverlierbare Werte des Volkstu ms, für die jedes Volk ganz einzustehdn tot, wenn es sich selbst treu sein und auch anderen Völkern gegenüber vollwertig erscheinen will. Seit 35 Jahren, seitdem Herz! seinen Aufsatz ״Die Menorah“ schrieb, ist das Chanukkah-Fest das Symbol der jüdischen Rückkehr zum eigenen Volk. Und die Völker, unter denen die Juden leben und die sehen, wie Juden Chanukkah feiern, werden begreifen, welche gewaltigen Werfe allgemeiner Art in diesem jüdischen Bekenntnis liegen. Wenn die Juden als a u f b auende Elemente am Volks- und Staatsleben teilnehmen sollen, dann darf man nicht Erwartungen auf die Assimilation, die mit der Selbstnufgäbe jeden festen Boden unter den Füßen verliert, richten und nicht aus öder Gleichmacherei — wie es einst die Syrer in völliger Verkennung des Problems getan haben — Prämien auf Renegatentum setzen, sondein man muß verstehen, daß nur bei verständiger, ungehässiger Anerkennung der gegebenen Verschiedenheiten, bei Achtung des Selbstgefühls der Juden eine Zusammenarbeit auf den großen Gebieten, die allen Staatsbürgern in jedem Staat gemeinsam sind, fruchtbar werden kann. Man kann ein Volk in seinem Heiligsten nicht vergewaltigen. Daß die Juden heute wieder das Makkabäer-Fest feiern, schafft nicht nur eine neue j ü - di sc he Generation, sondern auch für die nich tjüdische Umwelt eine grundlegend neue Situation. * Vor 2097 Jahren ist Jerusalem von Juda Makkabi eingenommen worden. Vor 15 Jahren ist an demselben Tag der Feldmarschall Alleriby in Jerusalem eingezogen. Das kleinere Ereignis, so schrieben wir vor fünf Jahren anläßlich des’ zehnten Jahrestages der Eroberung Jerusalems, steht im Schatten; des größeren. Es ist nicht reiner Zufall gewesen, daß Allenby diesen Tag wählte. Er wußte wohl, was Weizmann ihm später deutlich sagte, daß seine Tat nur dann unvergänglich in die Geschichte gingehen wird, wenn zwischen ihr Jener M, v