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Jüdische Rundschau · 1932-12-16 · Heft 100 (16.12.1932) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVII (1932)
Issue
Heft 100 (16.12.1932)
Date
1932-12-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU r Seite 489 1932 Nr. 100, 16. XE 1932 splätze ekanntsuchen ), auch Städten erfaßt .tnd bei erschie- Iturclle?r hinin Pahe, daß hrlingc _e nicht 11ul, der bestehen und in Frühjahr lang es, nborger ie wirtget aus; Löhnen . 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Das fluch ist ein Führer zur religiösen Wirklichkeit, die nur in der ,,dialogischen“ Haltung des Menschen empfangen wird. Fine weitere wichtige und willkommen3 Neuerscheinung desselben Verlages ist eine Volksausgabe der ,,Legende des Baal Schern“, in einem guten und schon ausgestatteten 2,SS RM.-Band, der als Oeschenk besonders gut geeignet ist. Ls ist eine ungekürzte Ausgabe des Baal Schein mit einer Hinznfiigung von Anmcrkungen. Schließlich hat Buber in einem Buch ״Kanipt u m Israel“ eine Reihe seiner wichtigsten Aeuflerungen, Auf- Sätze und Reden zu jüdischen Gegenständen aus den letzten zehn Jahren zusammengefaßt. Das Buch gliedert sich in drei Abschnitte: ״Ucberliefcritiig“, ״Geister der Gegenwart“ und ״Die Situation“. Bringt das erste Kapitel Darlegungen und polemische Aufsätze über das Wesen des Judentums, so enthält der zweite Abschnitt Aufsätze über einzelne jüdische Persönlichkeiten unserer Zeit (Achad Haam, Bialik, Herz!, Cohen, Rosenzweig 11-w). Jüdische Gegenwart*- fragen und zionistische Politik schließlich sind der Gegenstand des dritten und größten Abschnittes, liier sind Buners Kongreßreden und seine Aufsätze zu aktuellen zionistischen Problemen, zur Frage des jüdischen National)«- tmis, der Volkshochschule usw. enthalten. (Mehrere der in den Sammelband aufgenommenen Aufsätze sind früher in der ,,Jüdischen Rundschau“ erschienen.) Der Band von 460 Seiten, dem der Verfasser eine Vorrede und einen Vor- Spruch vorgesetzt hat, ist zweifellos eines der bedeutendsten literarischen Dokumente des jüdischen Wandlungsprozesses unserer Zeit. Indem wir uns eine ausführlichere Besprechung der hier angezeigten Werke Vorbehalten, geben wir nachstehend einen Abschnitt aus Bubers Vorrede zu ״Kampf um Israel“ wieder. ,,Wogegen und wofür kämpfen wir, wenn wir ,tim' Israel• kämpfen? Der Kampf geht zunächst gegen die Geläufigkeit und für die Besinnung. Das Antlitz Israels ist nicht bloß innenher von Pein und Entartung entstellt, sondern auch außenher mit Schlagworten und Parolen übermalt, so daß kaum noch da und dort einer weiß, was Israel ist, keine ,Idee‘ nämlich, sondern eine Wirklichkeit, freilich eine verborgene Wirklichkeit. Um zu ihr vorzudringen, bedarf es einer kritischen Intuition, einer Umschmelzung der geläufigen, ihrem Gehalt nach fragwürdig gewordenen Begriffe; es bedarf der Besinnung auf das Wahre und Wesenhafte. Sodann geht der Kampf gegen die Trägheit und für die Erfüllung. Der Trägheit muß ich auch jene hohen Grade zuzählen, auf denen man sich mit den Ergebnissen der Intuition cinrlchtet, ohne täglich neu über sie zu erschrecken und von ihnen betroffen zu werden. Wem Israel ein bequemer Tischgenosse ist, der hätte es besser nie geschaut. Wer aber weiß, daß solche Schau nicht ihr Ende in sich hat, sondern eine Erfüllung fordert, dem ist nicht vorzuschreiben, wie sie beschaffen sein soll. Ich scheide die Juden letztlich nicht in A-isten, B-isten und Olsten, sondern in jene, die mit Ihrem Leben Israel ernstnehmen, und in jene, die das unterlassen. Alles andere ergibt sich daraus. Israel ist nicht ,wie alle Völker‘, aber es ist ein V 0 1 k. Es darf nicht entrechtet bleiben unter den Rechtsinhabern, und wer das erkannt hat, der mui) sich dafür einsetze!!, daß ihm Recht werde. Es darf nicht unbehaust bleiben unter den Behausten, und wen das angeführt hat, der muß dazu helfen, daß das Haus erstelle. Aber was sich ergibt, ist mehr ats dieses Allereinfachste. Man kann nicht sich auf Israel — und das heißt: auf dessen Einzigkeit — besinnen und zugleich die jüdische Sache nach allen Regeln gemein-nationalistischer Strategie und Taktik behandeln. Man kann nicht Israel — und das heißt: dessen Auftrag — ernstnehmen und zugleich vermeinen, das jüdische Volk brauche nur wieder Herr in seinem eignen Hause zu werden, gleichviel wie dieses Haus geführt werde, und alles würde von selber gut. Der Kampf'um Israel ist nicht ein Kanipt um Selbstherrlichkeit, sondern ein Kampf um die Leistung des Gehorsams. . . . Die Judenheit ist in dieser Erdenstunde schwer hedroht, schwerer vielleicht als je zuvor in der Geschichte der Zerstreuung. . . . Aber man versteht diese Not nicht, wenn man sich der Ahnung verschließt, daß hier, umfassender als je zuvor in der Geschichte der Zerstreuung, das verborgne Israel erprobt wird. Uns Kämpfern um Israel fallt es nicht bei, den diese Not Leidenden ,statt Brotes Aether‘ (gleichviel, Aether des Hirnmcisraums oder das Betäubungsmittel des gleichen Namens) zu reichen. Wie ich, wenn ich mich mit einem Erwerbslosen über Gang und Sinn seiner Existenz unterrede, ihm damit nicht einhilden will, eine Aenderiing seiner Erkenntnis würde eine Aenderung seiner Lage bedeuten, so kann, wenn ich die Juden, die mich höret! und lesen, atifrufe Israels inne zu werden und von ihm aus zu leben, damit nicht gemeint sein, wenn sie das täten, wäre die Krisis überwunden. Aber wie durch jene Unterredung — glückt es nun an den Kern eines sich preisgegeben dünkenden Daseins zu rühren — bewirkt werden kann, daß dieser Mensch in eine geänderte Be- Ziehung zu seiner Lage komme, so kann eine Wiedererweckung des lebendigen Israel in den bedrängten, ratlosen Seelen sie mit einem erneuten Mut zum Dennoch-Bewältigcn des anscheinend aller Bewältigung׳ Widerstrebenden begaben. Dab jemand in einer Krisis steht, ist eins; ein andres ist, wie er irr ihr steht. Jenes mag man von den ,Verhältnissen‘ und den ,Bedingungen1 ableiten, dieses, das Fünklein, wird vom Geist allein entzündet. Im Kampf um Israel waltet der Geist; nicht der Herrscher Geist, der in beruhigteren Zeiten unbeirrt aut den Höhen reinen Denkens thront: der Helfer Geist, der auf den Markt geht und zugreift.“ Else Lasker-Schüler: Arthuf Aronymus. Die Geichichte meines Vaters. (1932, Rowohlt, Berlin.) Else Lasker-Schüler, der ״schwarze Schwan Israels", hat uns in diesem schmalen Bändchen ein eigentümlich schönes kleines Lied gesungen, Alle die Quellen ihres Seins strömen zusammen in dieser Geschichte ihres Vaters, die eigentlich eine Geschichte ihrer Väter ist, Westfälische Kinderheimat und katholische Kirchenluft — Und jüdisches Erbteil, das tief unten strömt, dem Herzen zunächst. Von dem milden Großvater- Rabbuni mit dem seidnen Turban um den Kopf erzählt sie, zu dem die Pilger aus aller Herren Länder kommen, und von dem strengen Vatersvater mit seinen dreiundzwanzig Kindern, der sich noch an das himmelschreiende Blutbad erinnert, das in seiner lugend am Heiligen Abend der Christenheit unter den Juden des Ortes angerichtet wurde. Bis in die Gegenwart hinein reicht Grauen und Fremdheit der Umgebung: die freundivilligen Bauern hätten nicht lange gezögert, die kranke kleine Dora als Hexe aut dem Scheiterhaufen zu verbrennen, wenn es ihnen nicht ein Hirtenbrief des allmächtigen Bischofs untersagt hätte. Selbst dem vielgeliebten Pfarrer Bernard, dem großen Freunde des kleinen Arthur Aronymus, kann es widerfahren, daß eia unbedachtes Wort wider die Juden seinen kleinen jüdischen Gast am Weihnachtsabend aus dein Hause treibt, und auch er kann sich nicht enthalten, in der Bekehrung »eines kleinen Schülers ein erstrebenswertes Ziel zu gehen. Aber neben den Weihnachtsabend mit seinem jähen Ende tritt der Se de ra h e n d , an dem die beiden christlichen Würdenträger teilnehmen — reizend ist’s, wie ihnen hier die sieben jüdischen ״Osterbrihler“ und Schnorrer vorgestellt werden, Perlmutter und Lämmle, Ostermorgen und Nathaniel Brennesse!, und der greise Nachtwächter, ״der viel gewacht hat und sich darum tief versenken konnte in das Wort des Herrn“. Und am Schluß kommen die beiden geistlichen Herren mit dem jüdischen Gastgeber überein, ״mit ein bißchen Liebe geht’s Schon, daß Christ und Jude ihr Brot gemeinsam in Eintracht brechen“ — ״noch wenn es ungesäuert gereicht wird“, vollendete artig die Mutter. Hier ist Else Lasker-Schüler nicht der barocke Prinz von Theben, dessen Kaskaden uns manchmal verblüffen; hier ist sie die rechte Tochter ihres Vaters und die Enkelin des milden Rabbuni. Wie sie es in vergangener Zelt einmal formte: ״dem Fels, aus dem sie entsprang“, hat sie hier noch ein schlichtes Gotteslied gesungen; und wir liehen sie darum. Bertha Badt-Strauß. Kinderbücher. Aus der Flut der Kinderbücher, die im Oeschenkmonat Dezember erscheinen, sind eine Anzahl hervorztihebcn, die wegen ihrer menschlichen Haltung und ihrer litcrarischen Qualität empfohlen werden können. Da sind vor allem die Bücher des Verlags Williams ßr Co., in unsern Kreisen längst zu den beliebtesten Kinderbüchern gehörig; auch in diesem Jahr beschert der Verlag mehrere ausgezeichnete Bände, darunter in erster Linie die schon bewährten Namen: Dollttle, I>r, Ueberall, Erich Kästner. Von Dr. Dolittle (jeder Band 4,50 M.) Ist jetzt der achte, leider letzte Band da, ״Doktor Dolittfe auf dem Mon d“, wieder mit den Vorzügen der früheren: einfallsreich, lebendig, naturnalie, voll Flehe zu Tier- und Pflanzenwelt und damit von wahrer Menschlichkeit. 300000״ km pro Sekünde mit Dr. Ueberall“ (4,50 M.) gibt in leicht faßlicher Form Einführung in die technischen Errungenschaften unserer Zeit, die jeden Jungen brennend interessieren. Erich Kästner erzählt diesmal die Begebenheiten des 35״. M 1־ i“ (2,50 M.), also eine offen phantastische, reizend humoristische Geschichte, die Stürme des Lachens hervorruft. Weniger gelungen scheint uns Lotte Hansen ״Schofför Weher und sein Freund“, und auch Karl Capeks ״Post, Polizei, Hunde und Räuberei“ ist trotz mancher amüsanter Erzählungen nicht So ganz, ursprünglich im kindlichen Ton. Alle genannten Bücher sind vorzüglich ausgestattet und sehr gut illustriert. — Zwei sehr nette und Cmpfehlenswerte Bücher bringt der Verlag D. Glindert Stuttgart: Lotte Arnheim ״L 11 s c h wird eine Persönlichkeit“ und ״M ü 11 e r s t r a ß e , J u n g e n s Von heute“ von Ruth Rewald (je 1,90 M.). ln dem erstgenannten, einem vergnügten Mädchenhuen, werden auch praktische Fragen des Mädchendaseins in den heutigen wirtschaftlich eingeschränkten Verhältnissen (Beruf, Jugendheratiing usw.) nähergebraelit. Aus ״Müllerstraße“ strömt ein frischer, unbesiegbarer Optimismus, der Not der Arbeitslosigkeit, die mm Problem einer Knabenweit wird, mit Erfindungsgeist zu begegnen. Der Versuch, Kinder nicht von der heutigen Wirklichkeit zu isolieren, ist an diesen Büchern besonders lobenswert. —־ Wieder mehr in ״Luftwelten“ führt ״Stoffel fliegt übers Meer“ von Erika Mann, der Diehtertöeliter (Levy und Müller Verlag Stuttgart). Allerlei Motive der modernen Technik werden geschickt und anziehend in eine spannende Geschichte verflochten (2,50 M.), —■ Schließlieh sei noch auf die Produktion des Herbert Stuft er Verlags Berlin hingewiesen, der diesmal zwar leider keine neue ״Bibi“ bringt, dafür aber eine neue S p i e 1 f i b e 1 der noch nach ihrem Tod unerschöpflich produktiven genialen Tom Seidmann- Freud. Was diese so tragisch dahingefftffte jüdische Malerin an pädagogischen Ideen besaß, ist längst bekannt, aber immer wieder ist man erstaunt und entzückt, wenn man ein neues Werk von ihr in Händen hält (״Hurra, wir rechnen weiter!“ 2,85 M.). Ein sehr hübsches Stuffer-Ruch ist auch ״Klaus, der Herr der Eisenbahn“ von Fr. Böcr (2,40 M), das, durch Photomontage einen neuen Bilderbtichfyptis schaffend, auf originelle Weise in kindlichem Ton die geheimnisvollen Elemente des Eisenbahnwesens entschleiert, sl. Kurze Hinweise Prof. Georg Beer, Kurze Uebersicht über den Inhalt der Alttestamentlichen Schriften. 2. Aufl. Verlag J. C. B. Mohr, Tübingen 1932. RM. 4,20. Auf 177 Seiten eine vollständige Inhaltsübersicht und Gliederung der Bibel, sehr übersichtlich zusammengestellt; dazu die textkrifischen Angaben der modernen protestantischen Bibelwissenschaft, in die der Leser so einen Einblick erhalten kann. Alles in allem ein auch für jüdische Beniitzer (bei Beaclitunp der ״Grenzen“) recht brauchbares und angenehmes Buch. C. L. Woolley, Mit Hacke und Spaten. Die Erschließung versutikener Kulturen. Mit 46 Abo. F. A. Brockhaus, Leipzig 1932. RM, 5,30. Der Amerikaner, der die aufsehenerregende Ausgrabung der Abraham-Stadt Ur in Mesopotamien geleitet und darüber in dem iti der ״J. R.“ ausführlich angezeigten Werk berichtet hat, gibt in dem neuen Buch einen Querschnitt der modernen Archäologie, eine populäre und interessante Einführung in Wesen, Zweck, Wert und Ergebnis der wichtigsten Ausgrabilligen. Rudolf G. Blndlng, Moselfahrt aus Liebeskummer. Novelle einer Landschaft. Rütten & Loenlng Verlag, Frankfurt a. M. 1932. RM. 1,50. 111 dieser entzückenden, eine herbe Liebesgeschichte In die duftige Weinlandschaft eines Grenzlandes einbauenden kurzen Novelle (besonders schon gedruckt) führt der Dichter 11ns auch in ein Judendorf, Beilstein, wo seit Jahrhunderten etwa 200 Seelen hausen, Juden, ״fremdblickend, als gehörten sie noch dem Mittelalter an . . . vielleicht tragen sie an dem Geschick ihres Volkes“. Ein vorüberhuschender Eindruck, und doch öffnet sich ein Blick ln Schicksal und Dauer. Theodor Mommsen» Römische Geschichte. Gekürzte Ausgabe mit einem Geleitwort von Prof. Eduard Norden. 983 S., 144 Abb. Phaidon-Verlag, Wien. RM. 4,80. Diese schön ausgestattete und sorgfältig redigierte Ausgabe des Meisterwerkes der Geschichtsschreibung ist eine bewundernswCrte verlegerische Leistung und wird zweifellos Zur Popularisierung Mommtens viel beitragen. Christian Morgenstern, Alle Galgenlfeder, Volksausgabe RM. 3.50. Bruno Cassirer Verlag, Berlin, ln einem ansprechenden Bande werden die ״Galgenlieder“, ״Palmström“, ״Palma Ktinhel“ und ״Gingganz“ zusammengefaßt, — diese heiteren Sendboten einer ungebundenen, das Bürgerliche verspottenden Phantasie, die noch viele Leser ohne Unterschied von Rasse und Religion erfreuen werden, Ortigruppen (Teilweise wegen Raummangel verspätet.) Cottbus. Hier wurde ein ״Jungzionistischer Kreis“ gebildet, dem lieh zirka 15 jüdisch interessierte junge Menschen angeschlossen haben. Das einleitende Referat hielt Herr R.-A. Dr. Freundlich- Forst über ״Religiöses und na;10nnles Judentum“. An den Abenden, die wöchentlich einmal stattfimlen, wird zunächst Palästinakundc in Form einer Arbeitsgemeinschaft behandelt, für später ist ein Zyklus ״der Jude in seiner Umwelt“ geistig, kulturell und wirtseliaftfk'h betrachtet vorgesehen. An jedem Abend wird in Form einer ״jüdischen Zeitungsschau“ über die wichtigsten jüdischen Tagesereignisse berichtet. H. F. Dresden. Am 10. Dezember sprach Herr Dr. Mc ebner ln einer stark besuchten Versammlung über seine letzte Palästinareise. Nach dem Vortrag, der mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurde, fand eine interne Besprechung mit der Jugend über praktische KKL-Arbeit statt. Glelwltz. Auf Anregung von Frl. Rosenberger und Frau R.-A. Ehrlich fand hier eine Besprechung zionistischer und nichtzionistlschcr Frauen statt. Nach einem Referat von Frau Rabb. Df. Melchior (Bcuthen) und einem Bericht über die Breslauer Wizo-Tagung, gehalten von Frau Schweitzer, wurde beschlossen, eine weitere Aussprache folgen zu lassen. Hanau. Am 7. Dezember wurde ln Hanau eine 7. i 0 - nistische Ortsgruppe gegründet. Die unter Leitung von Herrn Rudolf Oppenheim stehende konstituierende Ver- Sammlung wählte folgenden Vorstand: 1. Vorsitzender Dr. Michael Grünebaum, 2. Vorsitzender und K. H.-Kommissar Dr. Ernst Nelkcristock, Schriftführer Referendar Ernst Nußbäum, KKL-Kommissare Frau Rechtsanwalt Moritz und Kurt Löbenstein. Karlsruhe. Neben einigen internen Ortsgruppcn-Abcnden hatten wir am 21. November eine ausgezeichnet besuchte öffentliche Veranstaltung, in der Herr Moses Wald mann, Berlin, im Thema: ,,Deutschland, Palästina, Birobidscban“,sich mit der Frage Zionismus — Kommunismus auseinandersetzte. Seine hervorragende Kenntnis der Materie und sein meisterhafter Vortrag haben einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. — Am gleichen Abend wurde den Besuchern ein detailliertes Programm über die vorgesehenen Veranstaltungen dieses Winters vorgelegt. Die Arbeitsgemeinschaft zionistischer Jugend hat eine Reihe von Vorträgen und Ausspracheabendcn angesagt. (Die A.Z. J. bildet die Zusammenfassung der hündischen und nichtbündischen zionistischen Jugend Karlsruhes und Ist ein wichtiges Bindeglied zwischen zionistischer Organisation und zionistischem Nachwuchs.) In diesem Kreis sprach am 27. November Dr. Erwin Mansb a c h, Essen, über Ziel und Aufgabe zionistischer Jugend. Die vielseitigen Anregungen von Dr. Mansbach haben unsere Arbeit wesentlich gefördert. Kiel. Unsere Winterarbeit begann mit der am 1. Dezemher abgehaltenen Mitgliederversammlung, zu der eine ansehnliehe Zahl von Mitgliedern erschienen waren. Der Vorsitzende, Herr Professor Adolf F raenkel, referierte über seine Tätigkeit im letzten Vierteljahr in London, der Schweiz, in Holland und in verschiedenen Städten Süddeutschlands und Thüringens, wo er für den Keren Hajessod tätig war. Anschließend las Professor Fraetikel aus der hebräischen Zeitschrift ״Bustcnai“ über die Entwicklung des Landes und des Plantagenbaues, ebenso über die Eindrücke eines Missionärs der Ika, der einen Unterschied zwischen Palistina und Argentinien zieht. Die Vorlesung wurde von der Versammlung mit Beifall aufgenommen. Es wurde dann be* schlossen, monatliche Zusammenkünfte zu veranstalten, die am letzten Donnerstag eines jeden Monats stattfinden sollen. Mit dem Gesang hebräischer Lieder schloß die Versammiung. D. H. Köln. Die Zionistische Vereinigung veranstaltet wieder, einem früher geübten Brauche folgend, regelmäßige Stammtisch- Zusammenkünfte. Als Lokal ist Cafä Muscheid, Hohenstaufenring 28, vorgesehen. Die Zusammenkünfte finden jeden Sonnabend Nachmittag zwischen 3 und 4V3 Uhr statt; alle Gesinnungsgenossen sind herzlich zum Besuch derselben eingeladen. Magdeburg. In der am 26. November abgehaltenen ordentlichen Generalversammlung der hiesigen Ortsgruppe wurde der Vorstand zusammengesetzt aus den Herren: Wolf Seelenfreund,!.Vorsitzender; Walter Heinemann, 2. Vorsitzender und Schriftführer; Bernhard Kesten, Kassierer; J. Weinberger, KKL-Kommissar; Walter Heinemann, Keren Hajessod-Kommissar. Als Beisitzer: die Herren Lecker, Hein* rieh Kösten und Bernhard Herz. Auf Antrag des Herrn Heine* mann wurde beschlossen, dem demnächst stattfindenden Bundestag der Zeire Misrachi besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Mainz. In Mainz fand eine Veranstaltung des Verbandes Jüdischer Frauen für Palästina-Arbeit statt, bei der 53 Personen anwesend waren. Es sprach Frau Loew-T schauer (Frank* furt a. M.) über die Geschichte der Wi/o, ihre Aufgabe und die Aufgabe der jüdischen Frau in der Galuth. Dann berichtete Frl. Pomeranz (Frankfurt a. M.) von dem jüdischen Leben in Palästina, aus dem die Aufbauarbeit der Frau nicht wegzudenken ist. Nürnberg-Fürth. Wir haben diesmal über drei cindruck*• volle Veranstaltungen zu berichten: am 7. November sprach auf Einladung des Jung/ionistisehen Kreises vor einem großen Publikum, insbesondere jugendlichen Personen,. Hans Rosen* kranz (Berlin) über: ״Lebendige Geschichte“ (Die Geschickte der spanischen Juden als Spiegel der Gegenwart). Die plastische Art des Vortrags und die wissenschaftliche Gründlichkeit, mit der das Thema behandelt wurde, sicherten dem Redner einen nachhaltigen Erfolg. — Am 17. November fand im Künstlerhaus eine Abschiedsfeier für unsere nach Palästina über* siedelnden Gesinnungsgenossen Dr. Kurt Dankwerth und Frau, Frau Ghitta Hillmann und Fräulein Lily Vorhaus, statt. Zahlreiche ernste und heitere Darbietungen bewiesen, welch starker Sympathie diese sämtlich sehr aktiv tätig gewesenen Mitglieder unserer Ortsgruppe sich erfreuen. Die Eröffnung einer Goldenen Blich-Eintragung für den Keren Kajemeth Leiisrael auf den Namen der scheidenden Mitglieder erbrachte 227 M. — Am 24. Novenfber sprach, ebenfalls vor zahlreichen Zuhörern, Dr. Michael Ttaub (Berlin) über: ״Biro Bidsclian und Palästina". An das beifällig aufgenommene Referat schlossen sich eine Reihe Anfragen an. Zerbst. Am 8. Dezember sprach in einer gutbesuchten Gemeirtdeversammlung der Synagogengemeinde Zerbst, zu welcher der Vorsitzende, Herr M. Leiser, in dankenswerter Weise eingeladen hatte, und zu der auch Gäste aus dem benachbarten Dessau erschienen Waren, Herr Adolf Israelski aus Erfurt über das Thema: ״Oie Entwicklung Palästinas ia den letzten sieben Jahren“. An den Vortrag, welcher mit großem 'nteresse aufgenommen Wurde, schloß sich eine rege Aussprache an. Kadimah und Brlth Haolim Hamburg, Kiel. Das erste Treffen der Ortsgruppen Kiel und Hamburg des Kadimah sowie der Gruppe Hamburg des Brith Haolim fand am 4. Dezember im Heim der Sozialistischen Arbeiterjugend in Kiel statt und diente mit deren Referaten, Diskussionen und geselligem Zusammensein zur Anregung für die Weiterarbeit m den Bänden in der nächsten Zeit,

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