Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVII (1932)
- Issue
- Heft 93 (22.11.1932)
- Date
- 1932-11-22
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 452 Nr. 93, 22. XI. 1932 ein besonders prägnantes und ein besonders geistvolles Wort über Spinoza gefunden. Er hat nämlich entschlossen die Rede vom Atheismus Spinozas bekämpft und hat umgekehrt den Denker zum Akosmisten stempeln wollen, d. h, nicht 711 einem Leugner (1 o 11 e s, sondern zum Leugner der Welt, der Welt, die er eben ganz in Gott habe aufgehen lassen. Aber auch Maimoii gewann sonst nirgends eine ähnliche innere Fühlung zum Spinozismus wie der ihm folgende deutsche Idealismus, Cohen aber hat dann geradezu in Spinoza den bösen Dämon des Judentums gesehen, und er hat schließlich die bitteren, aber ergreifenden Worte geprägt: wer den jüdischen Prophetismus so verkannt habe wie Spinoza, wer gegen den messianischcn Zukunftsgedanken, wer gegen die ganze mosaische Sozialgesetzgebung so blind geblieben sei, wer den Wert des Mitleidaffektes so hart negieren konnte, wem selbst die Psalmen niemals das Herz erweicht hätten wie Spinoza, der sei kein Jude mehr. Und diese Spinoza-Fremdheit der selbständigsten Deuker des neueren Judentums kann auch durch die Neutralität, die etwa Moritz Lazarus geübt hat, und sie kann durch die Spinoza-Liebe Berthold Auerbachs oder auch Constantia Brunners und durch manche Spinoza-Verehrung in der ostjüdischen Haskalah nicht wett gemacht werden. So bleibt dieses Ergebnis zunächst überraschend und bedrückend für uns, daß es bisher nirgends gelang, Spinoza für ein eigentlich neues Weltbild des Judentums lebendig zu werten. Auch die Versuche, den Denker in den weitesten geistigen Nationalzusainmenhang des jiidisehen Lebens einzuordnen, auch die Anläufe hierzu, die schon Heinrich Heine und Moses Heß begonnen haben, und die jetzt etwa von Margarete Susmann oder besonders vertieft von Martin Buber in Anregung kamen, sind bisher nur kursorisch in Angriff genommen worden. Wir haben bis heute noch keine Formel dafür gewonnen, wie wir Spinoza wirklich zentral hineinstellen können in das ewige Leben des jüdischen Geistes. Und trotzdem kann ihn auch das Judentum gewiß nicht enthehren. Alles Eifern und aller Kantsche Moralismus Cohens und umgekehrt auch die klare und die kalte Kritik, die Spinoza selbst einst gegen jüdisches Wesen gerichtet hatte, kann doch tiefste Zusammenhänge zwischen ihm und einem letzten reichen Wirken des Judentums nicht lösen. Ich glaube vielmehr, gerade die aufreibendsten Fragen, die er uns bis heute vermittelt, die harten Rätsel der Machtmoral und des Immoralismus sind dem alten und dem ältesten Judentum nicht so fremd, wie es mancher neue und überspitzte Moralismus uns glauben machen will. Denn wir wissen es ja heute wieder, daß wir den eigensten Sinn jüdischer Ethik nie treffen werden, wenn wir ihn nur in nächster Angeglichenheit an die Moral des Christentums suchen. Wir wissen es wieder, auch die ergriffenste Losung׳ des christlichen Menschen, vor der wir jede Ehrfurcht haben, kann doch nirgends unsere Losung werden. Auch der heroische Wille der christlichen Ethik, die Schranken der Natur völlig zu überwinden, auch der mächtige Drang des echten Christentums zur Machtverneinung und zur Askese kann für die ewige Idee des Judentums keinen Ersatz geben, kann diese Idee niemals verdrängen, die Idee des Judentums als einer mehr erdgebundenen, als einer direkter lebensnahen, als einer stärker spinozistischen Moral. Schon der Talmud fordert ausdrücklich: Nicht nur den guten, auch den bösen Trieb sollst Du mit ins Lehrhaus schleppen. Das heißt: gerade auch das gefährlichste moralische Wollen des Menschen gehört mit unter das Licht der Ethik, die Ethik darf vor ihm nicht erschrecken. Denn es wird sich stets nur um ein Wandein, es wird sich nie um ein Ersticken des Jezer hara (der bösen Neigung) handeln können. Nicht der Mönch ist das Zielbild Spinozas und des Judentums, sondern der im Leben tätige Mensch, der durch das Leben erst weise und gütig wird. Auch das alte Judentum hat es nie sagen wollen: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Es hat gerade umgekehrt die dunklen Triebe, die in dieser Welt der Macht (und des Willens zur Macht) wurzeln, Läutern und zur Reinheit steigern wollen, aber es hat sie nie einfach verleugnet, und es hat sie niemals blind auszulöschen gesucht. Und gerade hierin begegnet es sich mit Spinoza, gerade hier weht wahrhaft ethischer Atem des Alten Testaments noch in diesem letzten spätesten Enkel der großen Propheten und Tannaiten. Gerade hier aber kann, wie mir scheint, Spinoza noch heute Vorbild bleiben: in der Kraft und in der Größe, mit der schon er einst dem Problem der Macht in der Ethik nicht aus dem Weg ging und es nicht ästhetisch verschleierte oder es bequem dämonisierte, sondern es in Wahrheit und in unantastbarer Reinheit zu meistern und zu adeln suchte. Denn auch wir haben uns ja noch um diese uralten Fragen zu mühen. Auch wir haben wieder neue Zusammenhänge zu sehen und zu stiften: zwischen Macht und Recht und zwischen Kraft und Güte. Denn auch in unserem Leben, auch in unserem gegenwärtigen jüdischen Sein fehlt es nicht an dunkeletn Abgrund solcher Art, den wir nicht mit Phrasen und nicht mit leichtem Pathos zudecken können. In der tiefen Erschütterung nach dem Weltkrieg, aus der gerade jetzt wieder diese grelle Feindschaft zwischen den Nationen und gegen uns aufflackert, in dem schweren Aufbauwerk in Palästina, in den erbarmungslos harten Kämpfen, die noch in aller Welt rings um und unter uns ausgefochten werden, hilft es nichts, sich in Wolken von Idealismus zu hüllen, und es hilft nichts, sich auf ein Ethos jüdischer Humanität zurückzuberufen, das sich früher bewährt hat. Es gilt vielmehr, heute auch der düstersten Wirklichkeit unserer Aufgaben klar ,entgegenzusehen, es gilt, JÜDISCHE RUNDSCHAU sie im Denken wie im Tun nüchtern zu fixieren, und es handelt sich doch nur darum —- wie Spinoza es vermochte —, diese irdische Welt selbst und unsere Aufgäbe in ihr trotz aller Grausamkeit des Daseins als das einzig Werthafte zu empfinden, und sie tiefer und besser zu gestalten. Und deshalb dürfen und brauchen wir uns auch gewiß nicht zu schämen, wenn gerade starke geistige Taten der letzten jüdischen Generationen, wenn etwa das Werk von Karl Marx oder die Lehre Freuds jedes Auseinanderreißen von Natur und Ideal, von Ethos und Machtstreben abgelehnt haben, wenn gerade die größten geistigen Schöpfungen des modernen Judentums dem ״Geist der Erde“ treu bleiben wollen, wie Spinoza einst ihm treu geblieben ist. Denn jede Flucht in ein naturfremdes, in ein naturfeindliches Ideal, muß doch unabwendbar zur Selbsttüuschung führen, wie Spinoza schon bewußt solche Selbsttäuschungen in unserem Affektleben bloßgelegt hat. In den Nöten, die uns heute umdrohen, wird kein Flug in eine übernatürliche Idee uns helfen, sondern nur die Pflege und die Reinigung der Triebe, die die Natur uns mitgab, kann uns befreien. Und gerade auf diesem Wege wird uns Spinoza noch lange Wegweiser sein können. Denn er hat es hier besonders lebendig erfaßt, tiefer als Kant: Der Drang nach Lust und nach Machtentfaltun״ ist in jedem Menschen unausrottbar, wenn sich auch dieser Drang in immer neue Formen zu kleiden liebt. Deshalb kann dieses Streben nach Lust und nach Macht niemals aus der Sittlichkeit ausgewiesen werden. Nur auf dem Boden jener dunkleren natürlichen Triebe kann echte Sittlichkeit erwachsen. Nur durch Klärung und durch Lichtung unserer dumpfen, natürlichen Regungen kann wahre Güte und zuverlässige Menschlichkeit entstehen. Und nur so ist auch Freiheit von und vor der Welt erreichbar. Denn gerade hier kann es Spinoza am tiefsten lehren: Gerade er, der zu dem Dasein ganz und ohne Bitternis Ja sagen wollte, hat doch eben damit dieses Dasein viel reiner überwunden, und er hat sich viel ergreifender von ihm frei zu schaffen gewußt als alle Lebensverneiner. Spinoza hat die Welt nie bekämpfen und nie verachten wollen. Aber er hat sich gerade damit — in seinem Leben und in seinem Werk — sichtbarer über sie hochgerungen, als es aller uns bekannter Pessimismus und alle Askese vermag: alle Askese, die doch meist viel tiefer in der Welt verstrickt blieb, als sie selbst ahnte. Ein Führertum aber zu solchem geprüften und doch ungebrochenen Leben und Werten tut gewiß auch uns noch immer dringend not, und es wird niemals veralten. Auch wir werden keine neue Antwort finden können auf unsere heutigen brennenden Welt- und Lebensfragen ohne einen Hauch dieser Weltliebe und dieser Weltenthobenheit, die in Spinoza lebte, und ohne einen Hauch seiner Reinheit und seiner härtesten Geradheit, Aber dann wird wohl auch, wie wir hoffen dürfen, das schwere Mißverhältnis zwischen Spinozas Wirken auf den deutschen und auf den jüdischen Geist tiefer ausgleichbar werden. Spinoza, nach dreihundert Jahren. Von Stau, von Dunin- Borkowski, s. J. 1932. Ferd. Dümmlers Verlag, Berlin und Bonn, 201 Seiten. Als wertvolle Gabe für Freunde in den Räumen der Spinozaforschung hat soeben Stanislaus von Dun in-Borkowski ein neues Werk zur Erinnerung an die Wiederkehr des 300jährigen Geburtstages des Philosophen geschrieben. Wer die liebevollen Mühen dieses gelehrten und Spinoza gegenüber so sympathischen Jesuitenpaters aus seinem früheren, monumentalen Werke ״Der junge de Spinoza“ kennt, kann auch jetzt ermessen, welche Fülle von Kleinarbeit, Sorgfalt und Scharfsinn auch dieser kleineren Forschung, die alle bisherigen Arbeiten zu Spinozas Leben und!.ehre voraussetzt, zugrunde liegt. Am Rande des entdeckten Landes stehend, schweift hier der Autor von dieser Bannmeile vorsichtig in weniger bekannte Gebiete aus. Er sucht in den ersten Kapiteln nach den psychologischen Zusammenhängen der Lehre mit dem Leben, der persönlichen Denkform mit dem System und im vierten Abschnitt über die ״Erbschaft“ nach einer Art entwickiungsgeschichtlichen Aufbau des Schrifttums um Spinoza. Und so kommt hier das vor kurzem von Dunin-Borkowski aufgestellte Gesetz von der Ganzheit, von dem Ineinandergreiren von Idee und Tat, von der Uebereinstinnnung zwischen Erkenntnis und Leben, die sich im gesamten Schrifttum Spinozas offenbaren, zur vollsten Anwendung. Für Spinoza war die Wahrheit nicht bloß ein Reich ewiger Geltungen, zu dem mau sich ehrfürchtig verhält, sondern ein innerer Besitz, dem man sich verpflichtet dünkt, eine Gewißheit, die ihm, wie er überzeugt war, 7t1 eigen gehörte, unbedingt und unerläßlich. Daher war ihm die Philosophie weniger eine Wissenschaft als das Leben selbst, ihr Urquell lag im unendlichen ״Selbstand“. ״Und gerade weil er seine Lehre lebte und zufrieden lebte, glaubte er eine Wirklichkeitsbiirgschaft in der Hand zu halten für die vorangehende Intuition jener lebenschaffenden Ideenfolge, die er schon, um sein eigenes Leben sinnvoll zu machen, verabsolutieren mußte!“ Als Mensch war er rücksichtsvoll und entgegenkommend, liebte aber scharfe und spöttische Bemerkungen. Witzig und schlagfertig wie er war, ist er durchaus nicht der unbewegte Stoiker, zu dem man ihn stempeln wollte. Er liebte zwar die Einsamkeit, war aber nie einsiedlerisch und gönnte seinen Gästen viel Zeit. Trotz seiner abstrakt philosophischen Einstellung war er ein ausnehmend politischer Kopf, der nicht bloß die Theorien beherrschte, sondern auch ihre Anwendung auf Staatsformen und Staatsklugheit klar durchschaute. Zum Schönen und Aesthetischen hat der Philosoph fast kein Verhältnis gefunden und seine Lehrstücke über das Wesen des Schönen verflüchtigen es zum Nützliehen und Physiologischen. So überzeugend auch die Ansicht klingen mag, daß Spinoza eine an sich tiefe religiöse Natur war, so ward wohl aber nicht jeder Dunin-Borkowski’s scharfe Kritik gegen ,.einige moderne Interpreten“, die in Spinoza den A t h e - i sten und Moralisten sehen, billigen können, zumal der Verfasser selbst in seinem ersten Werke zumindest zugegeben hatte: Spinoza sei eine Zeitlang tatsächlich Materialist gewesen, allerdings in seinen Jugendjahren. ( Aber trotz diesem Einwand ist das Werk ein wertvoller Schatz für jeden philosophisch interessierten, ßr. H. Rudy* _ Der Chassidismus als Antwort auf Spinoza Von Martin Buber. Marlin Buber hat in den Schriften seiner ersten Periode Spinoza als eine Figur gewertet, in denen Denken die ״Idee der Einheit", eine der grundlegenden Tendenzen des Judentums, si h verwirklichte. In der letzten Periode seines Schaffens hat Buber seine Stellung zu Spinoza geändert. Eine Auseinandersetzung, die zu dem wichtigsten gehört, was in unserer Zeit über Spinoza geschrieben wurde, befindet sieh im Geleitwort der Gesamtausgabe der ״Chnssidisehen Bücher" von Mar- (in Buber. 1' ir bringen hier den ersten Teil dieser Auseinander- Setzung zum Abdruck. Bed. Spinoza unterwand sich, Gott seine Anredbarkeit zu nehmen. Man meine nicht, sein deus sive natura sei ״ein anderer Gott“ gewesen. Er selber meinte keinen anderen als den er als Knabe angeredet hatte, den eben, der Ursprung und Ziel alles Wesens ist; er wollte ihn nur vom Makel der Anredbarkeit reinigen. Der Anredbare war ihm nicht rein, nicht groß, nicht göttlich genug. Der fundamentale Irrtum Spinozas war, daß er in der Lehre Israels nur eine Lehre vorn Personseiix Gottes gegeben wähnte und sich gegen sie als eine Minderung der Göttlichkeit stellte. Aber die Wahrheit der Lehre ist das A u c h personsein Gottes, und sie ist aller unpersonhaften, unanredbnren ״Reinheit“ Gottes gegenübe!* eine Mehrung der Göttlichkeit. Salomo, der den Tempel baut, weiß, daß Gott im Licht erscheint, aber im Dunkel west, daß ihm alle Himmel nicht zulangen und er sich doch eine Wohnung inmitten der ihn Anredenden kürt, daß er also beides ist, so der Schranken- und Namenlose als der Vater, der seine Kinder ihn anrufen lehrt; Spinoza weiß nur: Person oder Nichtperson, er stürzt Person als einen Götzen und verkündet die aus sich seiende Substanz, zu der Du zu sagen Tollheit oder schlechte Lyrik wäre. Wie wenig auch das spätexilische Judentum von ihm erfuhr: damit ist etwas vom Judentum aus in die Völker hinein geschehen, und was geschah, ist von seiner Herkunft nicht abzulösen. Etwas vom Innersten Israels war, wie auch abgewandelt, einst durchs Christentum in die Völkerwelt eingedrungen; es ist großer Sinn, daß nur ein Jude es hinwegtun lehren konnte; ein Jude hat es getan. Spinoza half dem Geist der Geistigen unter den Völkern, sich von jenem Eingedrungnen zu befreien; die Tendenz des abendländischen Geistes zum monologischen Leben wurde durch ihn entscheidend befördert — und damit die Krisis des Geistes überhaupt, als der in der Luft des monologischen Lebens glorreich verdorren muß. Der Baalschem hat von Spinoza vermutlich nichts gewußt; dennoch hat er ihm die Erwiderung gegeben. In der Wahrheit der Geschichte kann einer erwidern, ohne gehört zu haben; er meint, was er sagt, nicht als Erwiderung, aber es ist eine. TJnd daß die Erwiderung des Baalschem nicht zur Kenntnis der Geister gelangte, welche die Rede Spinozas vernahmen, auch das beeinträchtigt nicht ihre Bedeutung; in der Wahrheit der Geschichte gilt auch das unbekannt Gebliebne. Bodenslreit ln der Haifa-Bucht Jerusalem, 17. November. (J. T. A.) Jüdische Arbeiter, die mit der Kultivierung von Keren Kajemeth-Boden in der Haifa-Bucht beschäftigt waren, wurden am 16. November von einer organisierten Araber-Bande, die behauptete, der Boden gehöre ihr, vertrieben. Der Fall kam sofort vor dem H a i f a c r Distriktskommissar zitr Verhandlung, der entschied, daß von den dem Nationalfonds und der amerikanisch-jüdischen Bayside Land Corporation gehörenden 10 000 Dunam Boden 3560 Dunam den Arabern, die auf ihn Anspruch erhoben, ü o e r - lassen werden sollen. (Es ist nicht ganz klar, worum cs sich handelt, und man wird über die Angelegenheit erst nach Eintreffen näherer Nachrichten urteilen können. — A. d. R.) In aller Kurze Die Gehaltsauszahlungsdifferenzen zwischen den hebrä- Ischen Lehrern und der Jewish Agency sind durch einen Ver« gleich beigelegt worden; die hebräischen Schulen der Jewish Agency wurden am 16. November in ganz Palästina wieder eröffnet. Emir Abdullah von Transjordanien begab sich am 16. November nach Bagdad zum Besuche seiner Brüder König Feissal und Ali. Es verlautet, daß der Besuch im Znsammenhang steht mit der beabsichtigten Verheiratung einer der Töchter des Emir mit dem Sohn des Königs Feissal, dem Kronprinzen Ghazi. Dies wäre ein weiterer Schritt in dem Zusammenschluß der beiden arabischen Lander. Aron Gozansky, Advokat in Haifa, wurde zum Mono« rar-Konsul des Königreichs Jugoslawien in Haifa ernannt. Im Zusammenhang mit den Schlägereien zwischen Mitgliedern der Histadruth Haowdim und solchen der revi• sionis tischen Gewerkschaft bei der Biskuit-Fabrik Frumkin in Jerusalem hatten sich 23 jüdische Arbeiter vor Gericht zu verantworten. Das Gericht verurteilte zwei Arbeiter zu je drei Monaten, zehn zu je einem Monat Gefängnis oder einer Geldbuße von je 10 Pfund. Die übrigen elf Angeklagten wurden freigesprochen. Das Administrative Schnellgericht in Lemberg verurteilte wegen Teilnahme an antisemitischen Ausschreitun gen der letzten Tage sieben Studenten des Polytechnikums, zwei Universitätshörer und zwei Mittelschüler zu je zwei Tagen Gefängnis oder entsprechenden Geldbußen. Einige hundert Studenten versammelten sich vor dem Polizeigebäude und forderten die Befreiung der Verhafteten. Es kam zu Zusammenstößen und zu weiteren Verhaftungen. Größere Gruppen nationaldemokratischer Studenten verteilten in den Straßen Warschaus massenhaft Aufrufe zur Boykottierung der Juden. Kleinere mit Stöcken bewaffnete Studentengruppen blockierten die jüdischen Cieschäfte und ließen Käufer nicht hinein. Mehrere jüdische Kaufleute und eine Gruppe jüdischer Studenten wurden schwer mißhandelt. Herbeigeeilte Polizei verhaftete einen Nationaldemokraten und einen jüdischen Studenten. ■.!■1«»«II'IUII .