Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1932-11-11 · Heft 90 (11.11.1932) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVII (1932)
Issue
Heft 90 (11.11.1932)
Date
1932-11-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2651273-2653348-2653438--23271-2681617
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Nr. 90. 11. XI. 1932 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 437 Johann Heinrich Graf Bernstorff vollendet am 14. d. M. sein 70. Lebensjahr. Was Graf Bernstorff, Sohn des preußischen Außenministers und Botschafters. als deutscher Beamter, Politiker und Diplomat im Laufe eines arbeitsreichen Lebens geleistet hat, wird sicherlich bei dieser Gelegenheit an anderer Stelle hervorgehoben werden. Für die jüdische und speziell zionistische Welt gilt es, ihre Verehrung und Sympathie einem Manne zum Ausdruck zu bringen, der stets gerechtes Verständnis für die Judenfrage bewiesen hat und durch sein Eintreten für die Idee des Jüdischen Nationalheims in Palästina das Ansehen seiner Person und seine Tatkraft furchtlos in den Dienst einer jüdischen Sache, die er zugleich als Menschheitssache erkannte, gestellt hat. Graf Bernstorff ist Präsident des Gebeine leben In der von Martin Buber und Franz Rosenzweig gemeinsam unternommenen Verdeutschung der Schrift erschien soeben im Schocken-Verlag, Berlin, als 12. Band das Buch ״Jecheskel", verdeutscht von Martin Buber. Mit diesem Band ist nunmehr auch die Uebertragung der drei großen Propheten-Bücher abgeschlossen. Auch dieser Band ist ein Zeugnis der ungeheuren Arbeit, die der Uebersetzer an Forschung und Gestaltung vollbracht hat. Die Bibel- Uebersetzung Bubers, die hier bereits mehrfach besprochen wurde, ist ein erstaunliches Werk umfassender minutiöser philologischer Treue und dabei dichterischer kongenialer Wiedergabe in Rhythmus und Sprachgewalt. Wir entnehmen dem neuen Band die Uebersetzung der berühmten Vision von den Totengebeinen, die wieder zum Leben erwachen — ein Gleichnis für das verdorrte und erstorbene Volk Israel, das aus den Gräbern erweckt und in seinem Lande zu neuem Leben gebracht wird. (Ez, Kap. 37, Vers 1— 14.) ״Deutschen Komitees Pro Palästina zur Förderung der jüdisehen Palästinasiedlung“ seit dessen Gründung am 15. Dezember 1926. Er hat bei Veranstaltungen dieses Komitees selbst wiederholt Gelegenheit genommen, sein Interesse an der jüdischen Palästinasache zu begründen und auch einige Einzelheiten aus seiner politischen Tätigkeit zu erzählen, In der er schon früher mit der Palästinasacne zu tun hatte. Graf Bernstorff war bekanntlich während des Krieges deutscher Botschafter in Washington, wo er in einer seinen politischen Weitblick und seine patriotische Gesinnung ehrenden Weise für die Idee der Verständigung eintrat und die deutsche U-Boot-Politik zu verhindern suchte; als er jedoch gegenüber der kriegsfreundlichen Richtung unterlag und der Krieg mit Amerika Tatsache wurde, ging er als Botschafter nach Konstantinopel und dort kam er, wie er selbst erzählt, sehr bald mit zionistischen Kreisen in. enge Fühlung. Graf Bern- Stofff bemühte sich damals, die türkische Regierung zu einer freundlichen Haltung gegenüber dem Zionismus in Palästina zu bewegen. Es war sein Wunsch, daß von deutsch-türkischer Seite jene Initiative ausgehen möge, die dann England mit der Baltoitr-Deklaration ergriffen hat. Der Ausgang des Krieges hat diese Bestrebungen illusorisch gemacht, aber Graf Bernstorff ist ein Freund des zionistischen Gedankens Peblieben. In seinen Kundgebungen im Rahmen des Pro alästina-Komitees betonte er stets, daß er den Zionismus als eine Sache der Völkerversöhnung und Völkerverständigung betrachte. Als Gegner jedes aggressiven Nationalismus in der Welt sieht er auch die Zukunft Palästinas in einer freundschaftlichen Zusammenarbeit der beiden dort wohnenden Völker. Das jüdische Aufbauwerk, das unter der Aegide des Völkerbundes steht, sei dabei als Kulturwerk ersten Ranges zu bewerten. Wer mit Graf Bernstorff zusammenarbeiten durfte, hatte Gelegenheit, den unerschrockenen Charakter, die überlegene Weltklugheit, die liberale Gesinnung nnd die bezaubernde persönliche Liebenswürdigkeit dieses echten Demokraten und zugleich aristokratischen Gentleman zu bewundern. Anläßlich seines 70. Geburtstages wird ein großer Kreis von Verehrern, unter ihnen die deutschen Zionisten, ihm noch viele Jahre fruchtbarer Tätigkeit im Dienste des Vaterlandes und der Menschheit wünschen. Ueber mir war SEINE Hand, im Geistbraus entführte mich ER und ließ mich nieder inmitten derEbne, die war voller Gebeine. Er trieb mich rings, rings an ihnen vorbei, da, ihrer waren sehr viele hin Uber die Fläche der Ebne, und da, sehr verdorrt waren sie. Er aber sprach zu mir: Menschensohn, werden diese Gebeine leben? Ich sprach: Mein Herr, DU, du selber weißt. Und er sprach zu mir: Künde Uber diese Gebeine, sprich zu ihnen: Ihr verdorrten Gebeine, höret SEINE Rede! so spricht mein Herr, ER, zu diesen Gebeinen: Da, Geistbraus lasse ich kommen in euch und ihr lebt. Ich gebe über euch Sehnen, ich lasse Fleisch euch überziehn, ich Überspanne euch mit Haut, Geistbraus gebe ich in euch und ihr lebt und erkennt, daß ICH es bin. Ich kündete wie mir war geboten. Als ich gekündet hatte, geschah ein und da, ein Schlittern, Rauschen, und die Beine rückten zusammen, Bein zu seinem Bein. Ich sah, da waren über ihnen Sehnen, Fleisch überzog sie. Haut überspannte sie obendrauf, doch kein Geistbraus war in ihnen. Und er sprach zu mir: Künde auf den Geistbraus zu, künde, Menschensohn, sprich zum Geistbraus: So spricht mein Herr, ER: Von den vier Brausewinden, Geistbraus, komm, wehe diese Erwürgten an, daß sie leben! Ich kündete wie er mir geboten hatte. Der Geistbraus kam in sie ein und sie lebten. Sie standen auf ihren Füßen, ein sehr sehr großes Heer. Und er sprach zu mir: Menschensohn, diese Gebeine, die sind alles Haus Jissrael. Da sprechen sie: Verdorrt sind unsre Gebeine, geschwunden unsere Hoffnung, losgeschnitten sind wir! Darum künde, sprich zu ihnen: So spricht mein Herr, ER: Da, ich öffne eure Gräber, ich ziehe euch aus euren Gräbern, mein Volk, und lasse euch kommen zu dem Boden Jissraels. Dann werdet ihr erkennen, daß ICH es bin. Wann ich öffne eure Gräber, wann ich euch ziehe aus euren Gräbern, mein Volk, und gebe in euch meinen Geistbraus, daß ihr lebet, und lasse nieder euch auf eurem Boden, dann werdet ihr erkennen, daß ICH es bin, ders redet, ders tut — Erlauten von IHM —. ..... iiihiiiiiiiiiihi...... Nazi-Anträge im hessischen Landtag Die ״Darmstädter Zeitung“ veröffentlicht einen Antrag der nationalsozialistischen Fraktion des hessischen Landtags mit derft Bemerken, daß die hessische ״Landeszeitung“, die von den sechs eingegangenen nationalsoziaüstisehen Anträgen fünf inhaltlich wiedergibt, diesen sechsten unterdrückt hat. Es wird vielleicht auch für jüdische Leser interessant sein, den Antrag kennen zu lernen, um zu sehen, wie die Nationalsozialisten parlamentarische Arbeit (wohlgemerkt: nicht Volksversammlungs-Gerede, sondern gesetzgeberische Initiative) auffassen. Der Antrag lautet: Antrag: Bekämpfung des Jüdischen Einflusses Wir beantragen, der Landtag beschließt: I. Die Regierung wird ersucht, folgende Maßnahmen durch geeignete Verwaltungsanordnungen durchzuführen bzw. die für ihre Durchführung erforderlichen Gesetzentwürfe dem Landtag vorzulegen: I. Die Aenderung jüdischer Vor-und Familienna men wird verboten. 2. Alle in Hessen wohnenden Personen jüdischen Stammes und Glaubens haben, sofern sie einen nichtjüdischen Vornamen führen, diesem ihren Synagogennamen beizufügen. 3. Alle seit dem 1. August 1914 eingewanderten Ostjuden werden aus dem Gebiete des Volks- Staates Hessen ausgewiesen. 4. Der Gebrauch der jüdischen Sprache beim Viehhandel (!) ist verboten. 5. Firmenbezeichnungen müssen immer den wirklichen Inhaber erkennen lassen. II. Soweit der Erlaß der zur Durchführung vorstehender Maßnahmen erforderlichen Rechtsnormen die Zuständigkeit des Volksstaates Hessen überschreitet, wird die Regierung ersucht, bei der Reichsregierung auf den Erlaß entsprechender reichsrechtlicher Vorschriften zu drängen. Darmstadt, den 24. Oktober 1932. Len z. Abt. D’Angelo. Dr. Barth. Dr. Best. Beyer. Brückmann. Claß. Dr. Daum. Diehl. Geiß. Gockel. Dr. Harth. Hartmann. Hauer. Haug. Dr. Ivers. Jung. Klostermann. Dr. Lang. Dr. Müller. Renz. Ritter. Schott. Schwinn. Seipel. Graf zu Solms-Laubach. Wassung. Weller. Dr. Wercer. Ziegler. Zürtz. Die jüdische Wirtschaitsnot in Polen (Von unserem Korrespondenten.) -g. Warschau, 5. November. Nach wie vor beschäftigen hauptsächlich Wirtschaftliehe Fragen das polnische Judentum. Die Anwesenheit des Joint-Direktors Dr. Bernard Kahn gab wieder Gelegenheit, mit verschiedenen Vertretern der jüdischen Bevölkerung die grauenhafte ökonomische Lage der polnischen Juden zu besprechen. Anlaß hierzu gab eine Delegiertenkonferenz der jüdischen Darlehenskassen in Bolen, genannt ״Gemilas Chasodim-Kassen“. Es ist dies die weitverzweigteste, zirka 800 Punkte im Lande umfassende Selbsthilfeorganisation, die den ärmsten unter den Juden, den kleinen Ladenhändlern, Markt- und Dorfjuden, den hilflosen Handwerkern u, ähnl, kleine Kredite ohne Zinsen gewährt und damit viele Existenzen oft vom Untergang rettet. Diese tief im jüdischen Leben verankerte, auf religiösem und philanthropischem Boden fußende Institution hat sich in den letzten Jahren dank der Unterstützung des Joint und der opfervollen Arbeit weitester Kreise der jüdischen Gesellschaft sehr gut entwickelt und allmählich den Charakter einer produktiven Selbsthilfeorganisation angenommen. Wie groß die Not der jüdischen Bevölkerung ist, beweist die Statistik dieser Organisation, aus der hervorgellt, daß in vielen Orten 80 <0/י der Juden auf diese winzigen Kredite angewiesen sind. Das Gesamtvermögen dieser Darlehenskassen beträgt 1 Million Dollar, davon hat der Joint 580 000 Dollar zur Verfügung gestellt, den Rest (also über 40 °/0), der sich aus Beiträgen von 85 000 Mitgliedern zusammensetzt, haben die örtliehen Juden aufgebracht. Bisher haben die Kassen gegen 9 Mill. Dollar Kredite gewährt. Die Regierung, welche bei jeder Gelegenheit die ersprießliche Tätigkeit dieser Kreditkassen rühmt, hat ihnen nach verschiedenen Interventionen im ganzen —- 8000 Dollar Subvention zugewiesen. Die Munizipalitäten, die über ein Budget von 80 Mill. Dollar verfügen, subsidieren diese Kassen mit — 5000 Dollar. Die zweite großzügige Selbsthilfeorganisation der polnischen Juden, die Kreditkooperativen, machen zusamtnen mit vielen anderen Bankinstituten in der letzten Zeit eine starke Krise durch. Sie wurde aber verschärft infolge des Beschlusses der ״Foundation“, der vor einiger Zeit der Zentralbank der jüdischen Kooperativen die bisher gewährten langfristigen Kredite entzog und unter Ausschaltung des Revisionsverbandes der Kooperativen direkt mit den einzelnen Banken in Verkehr trat und energisch die Zurückzahlung der gewährten Kredite forderte. Der Konflikt, der darüber ausbrach, dauert schon mehrere Monate, führte zur Demission des verdienstvollen Leiters dieser Institution, Dr. Silberschein, zur Liquidierung der Zentralbank und zum Niedergange vieler Banken, die ohne den langfristigen Kredit nicht in der Lage waren, ihre Tätigkeit fortzusetzen. Die Verhandlungen mit der Leitung der ״Foundation“ haben zu keinem Ergebnis geführt. Während des letzten Aufenthaltes Dr. Kahns in Polen wurden sie wieder aufgenommen, aber auch diesmal ohne Resultat. Die ״Foundation“ beschuldigt die Zentralbank der Kooperativen der ungeschäftsmäßigen Leitung, behauptet, daß über 1 Mill. Dollar verlorengegangen seien und daß auch von den kooperativen Banken reine bankmäßige Tätigkeit verlangt werden muß. Demgegenüber weisen die Leiter der Kooperativen darauf hin, daß Fehler, wenn sie begangen worden sind, zum Teil unvermeidlich waren, zum Teil verbessert werden können, es aber hauptsächlich darauf ankomme, in der gegenwärtigen katastrophalen Lage nicht rigoros und formell zu handeln, sondern menschlich und im Gefühle der sozialen Verantwortung mit den von den amerikanischen Juden geopferten Geldern zu verfahren. Dr. Kahn konnte die Forderungen des Revisionsverbandes nicht akzeptieren, versprach nur, wenn eine neue Zentralbank bereits gegründet und auf solide Basis gestellt sein werde, Kredithilfe zu erteilen. Es stehen sich da zwei Auffassungen gegenüber, die schon mehrmals in der Geschichte unserer ökonomischen und auch kolonisatorischen Arbeit zusammenprallten. Die eine pocht auf Recht, Solidität, strenge Verwaltung und geschäftsmäßige Gebarung, die andere — ohne diese Postulate zu negieren — verlangt Berücksichtigung psychologischer und sozialer Momente, zumal in außergewöhnlichen Perioden, wie die jetzige, in erster Linie Anwendung des sozialen und nicht nur des geschäftsmäßigen Prinzips. Man ist sich aber in Polen klar darüber — und gab dies mehrmals zum Ausdruck während der vielen Konferenzen mit Dr. Kahn —, daß beide oben geschilderten breitverzweigten Organisationen, auch wenn sie sich noch besser, als bisher entwickeln könnten, keine wesentliche Besserung der ökonomisehen Lage der polnischen Juden herbeiführen können. Es sind nur Palliativmlttel, Einspritzungen, wie sich Abg. Rosmarin ausdrückte, die aber die Agonie des schwer kranken Organismus nicht aufhalten können. Dr. Kahn konnte nur darauf hinweisen, daß die amerikanische Judenheit über die Lage genau informiert sei und daß er selbst in Amerika die Lage hier als eine historische Tragödie bezeichnet habe. Nichtsdestoweniger müssen sämtliche Positionen gehalten und ausgebaut werden. Der Joint wird nach der gegenwärtigen Atempause, die notwendig sei, weiter Hilfe leisten und sein Hauptaugenmerk den polnischen Juden zuwenden. So sehen wir, daß Selbsthilfe und Bruderhilfe aus Amerika nicht ausreichen, um die Katastrophe abzuwenden. Noch ein Faktor käme in Betracht: die Regierung. Diese ist aber nicht nur nicht geneigt dazu, sie führt eine Politik, die, wenn nicht bewußt antijüdisch, doch im Resultat die Juden zugründe richtet. In den letzten Wochen verlautete aus offiziellen Quellen, daß die Regierung endlich ein Oesetzesdekret zur Milderung der Zwangssonntagruhe herauszugeben beabsichtigt. Es ist dies, wie bekannt, eine alte Forderung der Juden. Die bekannt gewordenen Einzelheiten dieses Gesetzentwurfes haben zwar bei den Juden keinen Enthusiasmus ausgelöst, da nur ein sehr kleiner Bruchteil der jüdischen Händler und Gewerbetreibenden am Sonntag einige Stunden arbeiten könnte. Es wäre aber immerhin eine kleine Erleichterung. Was geschah aber schon nach einigen Tagen? Die Oppo• sition, die christlichen Wirtschaftsverbände, die Kirche, sogar manche Arbeiterkreise, haben eine Protestaktion organisiert und diese Regierung der ״starken Hand“, die in allen anderen Gebieten des staatlichen und ökonomischen Lebens, ohne auf die Opposition zu achten und gegen den Willen vieler Kreise energisch durchführt, was ihr gefällt, hier, wo es sich um Juden handelt, — nachgab, den Entwurf zurückzog und — charakteristisch — gerade dieses Gesetz durch das Parlament beschlossen haben will. Ein solches Gesetz wird aber der polnische Sejm nie beschließen. Auf der gestrigen Sitzung des Parlaments, das nach langer Pause für einen Tag zusammentrat, hat der Vorsitzende des jüdischen Klubs, Abg. Dr. Thon, in starken Worten der Unzufriedenheit der Juden Ausdruck gegeben, die jüdische Not in grellsten Farben geschildert, auf unzählige Beispiele der Entrechtung, Ausstoßung und Verdrängung der Juden hingewiesen, aber — ohne Hoffnung, bei der Regierung Gehör zu finden. Sogar die regierungstreuen Juden erlauben sich schon eine. scharfe Kritik der Regierung. Diese schweigt aber und tut, als ob die Judenfrage sie nichts angehe. Zentrum und Judenfrage. In einer am Vortage der Reichs• tagswahlen im Logenhaus vom Ausschuß der jüdischen Zentrumswähler, unter Vorsitz von Dr. Kollenscher, veranstaiteten Kundgebung gaben die Berliner Führer der Zentrumspartei, Dr. Krone und Schulrat Kellermann, Erklärungen über die Haltung des Zentrums gegenüber den Juden ab. Das Zentrum verurteile jeden Rassenhaß und jede konfessionelle Zwietracht und werde sich stets für die Freiheit aller Bekenntnisse im Deutschen!?eiche einsetzen. Die Verhandlungen des Zentrums mit den Nationalsozialisten, die vielfach in jüdischen Kreisen mißverstanden worden seien, seien gleichfalls unter dem Gesichtspunkt dieser prinzipiellen Grundlage der Zentrumspolitik geführt worden. Unter den wetteren Rednern befand sich auch Direktor K a r e s k i, der erklärte, für das Zentrum bedeute Toleranz gegen die Juden eine Selbstverständlichkeit.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.