Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVII (1932)
- Issue
- Heft 89 (8.11.1932)
- Date
- 1932-11-08
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Mut geringe Schwankungen. Im. Januar verzeichnete die ATIfemeine Jüdische Arbeiterföderation 1206 Arbeitslose in den tädten, im April war die Arbeitslosenzahi auf 1345 gestiegen, : iim gegen Ende des Jahres 1931 auf 1209 zu sinken. In den Städten zählte maß während des ganzen Jahres 1931 weniger als 1 Prozent jüdische Arbeitslose, ln den ländlichen Distrikten war die Lage weniger befriedigend, aber auch hier überstieg die Zahl der völlig Unbeschäftigten nicht 2,5 Prozent der! jüdischen ländlichen Bevölkerung. ־ Ueber die arabische Arbeitslosigkeit, heißt es ׳weiter,, sind zuverlässige Statistiken nicht verfügbar. Gemäß Angaben der Mukhtars (Dorf-Aelteste) schwankte die Zahl der arabischen Arbeitslosen zwischen 12 000 und 35 000. Doch handelte es sich nicht allein um ״Arbeitslose" im gewöhnlichen Sinne, sondern auch um Kleinbauern und Kleinpächter, die in der stillen Saison als Arbeitsuchende auftreten. Ueber die Beschäftigung von Juden bei öffentlichen Atrb eiten ist zu sagen: Bei den der Vollendung sich nähernden Arbeiten am Haifaer Hafen waren Ende 1931 unter 1700 Arbeitern 360 Juden beschäftigt. Dies bedeutet eine wesentliche Erhöhung gegenüber Ende 1930, da unter 1120 Arbeitern nur 183 Juden beschäftigt waren. Aber auch Ende 1931 entsprach die Beschäftigung jüdischer Arbeiter nur dem Prozentsatz der Juden innerhalb der. Gesamtbevölkerung, ohne jedoch den viel . höheren'Anteil der Juden an der Tragung der öffentlichen Lasten zu berücksichtigen. Bei der Durchführung von staatlichen und städtischen Arbeiten hat eine Besserung[ in der Richtung der Beschäftigung jüdischer Arbeiter nicht Platz gegriffen. In .Jerusalem, wo die Juden etwa 60 Prozent der Bevölkerung ausmachen, waren unter den Ende 1931 bei Munizipalarbeiten beschäftigten 280 Personen nur 40 Juden; bei öffentliehen Arbeiten im Nord (Haifa) -Distrikt waren unter 480 Personen nur 35 beschäftigt. Man hatte gehofft, daß die in dem Briefe des Premierministers an Dr. Weizmann vom 13. Februar 1931 und in dem Telegramm des Premierministers amden High Commissioner Vom 26. Juni 1931 gegebenen Hinweise auf einen notwendigen Ausgleich zwischen den jüdischen Leistungen für die öffentlichen Einkünfte und der Beschäftigung von Juden bei öffentlichen Arbeiten ihre Früchte tragen werden. Bisher aber haben die in diesen beiden Dokumenten gegebenen Zusicherungen kaum eine faktische Wir- Rung gehabt, wenn auch die Frage einer Formel, wie man jüdische Arbeiter bei staatlichen und städtischen Arbeiten mehr ■ beschäftigen könnte, immer noch erörtert wird. , Das Memorandum enthält dann folgende Angaben über . jüdischen Bodenkauf: Laut dem staatlichen Land- . register haben Juden i. J. 1931 Boden im Gesamtausmaß von 41 226 Dunam im Gesamtbeträge von 1 075 121 Pfund (gegen 43 882 Dunam im Befrage von 817 260 Pfund i. J. 1930) erworben. In dem gleichen Jahre haben die Juden Boden im; Gesamtausmaß von 22 641 Dunam im Werte von 939 583 Pfund (gegen 24 516 Dunam im Werte von 680 190 Pfund i. J. 1930) verkauft. (An wen, wird nicht gesagt. Es handelt sich offenbar : um Besitzwechsel unter Juden. — A. d. R.) Der weitaus größte Teil der jüdischen Bodenkäufe geschieht durch das Medium der •Palestine Land Development Company. Der Jüdische Nationalfonds erhöhte i. J. 1931 seinen landwirtschaftlichen Bodenbesitz um 9910 Dunam. Die Wasserversorgungsinstallationen in Ain Charod, Tel Joseph, Ramad David und Gewah haben 11 000 Pfund gekostet. Erfolgreiche Wasserbohrungen wurden in Sared und Kfar. Baruch vorgenommen. In verschie- I denen, Gebieten wurden Aufforstungen vorgenommen. '׳ Ende 1931 betraf das gesamte Baumgebiet des Nationalfonds :■ 5900 Dunam mit 1 250 000 Bäumen; in dem gleichen Jahre :־ wurden 1034 Dunam mit 279 000 Bäumen, neu bepflanzt. In :-׳.Hulda pflanzte der;־Nafioflalfonds 10 000 Bäume, an Stelle der 1929 entwurzelten Bäume, neu; In Wadi Hawärith, wo von .״.^?n ■40 000 Bäumen 24 060 von Beduinen entwurzelt wurden, Wurden, entsprechende Neupflanzubgen vorgenommen. Die Vorkommnisse in Wadi Hawarith sind leider typisch geworden für eine in den letzten Jahren in Palästina sich breitmachende Tendenz, Boden widerrechtlich, mit und ohne Gewalt, zu betreten, Pflanzen und Besitztümer zu beschädigen. Hierbei sind die Juden durchaus nicht die einzig Leiden- ־ den, die besser organisierten arabischen Dörfer sind ebenfalls Einfällen von Nomaden ausgesetzt. Die kürzlich in Geltung gesetzte Land Disputes Ordinance hat das Ziel, solchen Tendenzen entgegenzuwirken oder zum mindesten zu verhüten, daß durch sie der Friede gebrochen wird. Man hoffte, daß diese Verordnung dem gesetzmäßigen Bodeneigentümer Schutz gegen : Ansiedler ohne Rechtstitel geben würde, aber das Gegenteil ׳ scheint eher der Fall zu sein, wie der Fall von Kuskus Tabun ■ bewies. Nach einigen Bemerkungen über die allgemeine Lage der .Landwirtschaft wird über die jüdischen Siedlungen ausgeführt: Das Jahr 1931 war eher ein Jahr der Konsoli- . d i e r u 11 g als der Ausdehnung. Die schwere Wirtschaftsdepression in Europa und Amerika, gepaaft mit der schwankenden politischen Lage als Folge des Weißbuches vom Ok- •' tober 1930, hatte einen beträchtlichen Mindereingang von Beiträgen für den Keren Hajessod, den Keren Kajemeth und ■ die anderen Institutionen zur Folge, so daß drastische Spar- . methoden nötig wurden, um den Ausgleich des Budgets bei Aufrechterhaltung der wichtigsten Dienste zu sichern. Ungeachtet dessen machte die Jewish Agency auch im Berichtsjahre beträchtliche Fortschritte in der Konsolidierungsarbeit. Ende 1931 war eine, Reihe Siedlungen selbsterhaltend geworden, d. h. die Siedlungen konnten ihre normalen Ausgaben durch normale Einnahmen decken; es sind dies die folgenden: . Kirjat Anawim, Gan Schmuei, Dagania A, Dagania B, Kinereth, Gewa, Tel Josef, Ginegar, Chefzibah, Jagur, Ataroth, Kfar Malal, Nachlath Jehuda, Ben Schemen, Ramatajim, Magdiel, Nahalal, Beth Schern, Kfar Jecheskiel. Auch die Palestine Jewish Colonisation Association (PJCA) beschränkte sich im Berichtsjahre auf Konsolidierung der bestehenden Siedlungen. Private Unternehmer haben 1931 10 000 Dunam Boden in neue Citrus-Haine umgewandelt, weitere 10 000 Dunam wären zur; Bepflanzung im Sommer und im Herbst 1932 bereitgestellt. Das gesamte mit Citrus bepflanzte Gebiet in den jüdischen Dörfern betraf Ende 1931 68 000 Dunam׳ (gegen 11000 Dunam im Jahre 1922). Die gesamten Investierungen in diesen Teilen werden auf rund 10 Millionen Pfund geschätzt. Unter aktiver Mitarbeit der Regierung werden verbesserte Kultivierungs-, Verpackungs- und Markt-Methoden eingeführt. Die vereinigten Anstrengungen seitens der landwirtschaftlichen Versuchs- Station der Jewish Agency, des staatlichen Landwirtschafts- Departements und der Produktionsgenossenschaften stellen diese Industrie auf eine immer festere Grundlage. Ueber, die Entwicklung der Städte wird u. a. gesagt: 1931 hat sich der Umfang der Bauarbeiten nicht verringert; einzig in Jerusalem war eine geringe Abnahme in den Bäu-Investierungen infolge Fertigstellung mehrerer großzügiger Unternehmungen zu verzeichnen. In Tel-Awiw nahm die Baulätigkeit beträchtlich zu; der Magistrat erteilte 1931 1097 Bau- ' lizenzen für ein Gebiet von insgesamt 65 800 qm. In Haifa wurde beim Bau der neuen Arbeitervorstadt ein beträchtlicher 'Fortschritt gemacht! Der 1927 begonnene Bau der hydro-elekfrischen Jordan-Anlage der Palestine Electric Corporation wurde 1931 beendet. Die Gesamtausgaben der Jewish Agency und der Ihr angeschlossenen Körperschaften, einschließlich des Palestine ׳;Eniergency Fund, beliefen sich im Finanzjahre 1930/31 auf 797 000 Pfund gegen 1 245 000 Pfund im Finanzjahr 1929/30. Eindrücke von der Makkabiah Von La<j y Erleigh. Lady Erleigh, die in dieser Woche Gast des Berliner Judentums ist und am. Donerslagabend im Zoo über die Bedeutung des Palästinavufbaus sprechen wird, ist eine besondere Freundin der jüdischen Turn- und Sportbewegung. Sie wird auch am Sonntag an einer speziellen Veranstallung des Makkabi teilnehmen. Lady Erleigh war im vergangenen Frühjahr während der ״Makkabiah“ in Palästina und hat damals den starken Eindruck, den dieses große Sport- und Volksfest auf sie machte, in einem Artikel geschildert. U'ir geben nachstehend einige Abschnitte aus dieser Schilderung wieder. Red. Auf dem Weg zum Stadion herrschte ein Treiben, wie am Tage des Derbys in England; jedes Verkehrsmittel, das sich vorwärtsbewegen konnte, Autos, Motorräder, Pferdewagen, Eselskarren, Autobusse, Fahrräder, befand sich im endlosen Zug unterwegs auf der einzigen durch den Sand führenden Verbindungsstraße zwischen Tel-Awiw und dem Stadion. Während ich die Strecke zurücklegte, sah ich einen Zug der Sportler an der Meeresküste entlarigmarschieren. Ihre im Winde flatternden Fahnen, ihre blau-weiße Uniform und das kontrastierende Gelb des Sandes boten ein eindrucksvolles Bild. Unter Führung einer Reitertruppe und den Klängen einer Musikkapelle schritten sie vorwärts; hier und da vernahm man Bruchstücke der Lieder. Sie marschierten in vorbildlicher Ordnung, abwechselnd eine Gruppe" Knaben und Mädchen. An dem Gesang beteiligten sich hauptsächlich die Mädchen, jedoch fielen ab und zu die tiefen Stimmen der jungen Männer in den Chor ein. Manchmal klang es wie die Melodie von ״John Brown’s Body“ in hebräisch gesungen, jedoch war es oft nur ein Lied ohne Worte, nur in Marschtakt gesungene Musik und der gleiche Text begleitete jedes Lied: ״Wir bauen Erez Israel wieder auf!" Bei meiner Ankunft ist das Stadion bereits vollständig überfüllt; mindestens 20 000 Zuschauer sind anwesend und mindestens ebenso viele stehen draußen. Der Festzug tritt ins Rund des Stadions und füllt nach und nach den ganzen Raum vor uns aus: es sind Abteilungen aus Oesterreich, Deutschland, Amerika, England, Litauen, Tschechoslowakei und Polen, die sich vor uns aufsteilen. Die wohlgebauten Körper auserlesener Männer und Frauen, breitschultrig und aufrechtschreitend, zeugen von gutem sportlichen Training; sie werden mit viel Beifall empfangen, als sie einmarschieren. Zuletzt erscheinen die palästinensischen Abteilungen, von den Kolonien des Landes, aus Jerusalem, Haifa, aus Tel-Awiw selbst, Schulkinder, Scouts. Eine Jugend, auf die man in der Tat stolz sein kann, die. ersten Früchte jüdischer Bestrebungen in Palästina. Auch sie werden von den Zuschauern mit spontanem Beifall empfangen. Die Verfasserin gibt dann eine Darstellung der einzelnen Wettkämpfe und fährt fort: Dreitausend junger Männer und Frauen marschieren ein, nehmen im Innenraum Aufstellung und führen Massenfreiübungen vor. Immer wechseln Gruppen von Männern und Frauen ab; bis das ganze Feld dem Zuschauer als ein blau-weißes Muster erscheint. Vom Lautsprecher an der Spitze der Tribüne ertönt ein Kommando. Lautloses Schweigen herrscht im ganzen Zuschauerraum, als die Freiübungen beginnen. Ich hatte in meinem Leben schon oft Gelegenheit, solche Uebungen zu sehen, aber niemals sah ich sie besser äusgeführt. Besonders fällt die ausgezeichnete Disziplin, die Uebereinsfimmung der Bewegung und schnelle Auffassungsgäbe auf. Ein eindrucksvolles Bild bieten auch die gemeinsamen Freiübungen der Männer und Frauen; ohne sich gegenseitig zu stören, erhöht das Zusammenspiel den imposanten Eindruck. Sehr scholt harmonieren die sich abwechselnden Bewegungen, die von den jungen Männern in ihren' hellblauen- Hemden und den weißgekleideten 'Mädel® in ehtgegengesetzter Richtung ausgeführt wurden. In vollendetem Rhythmus bewegen sich die Reihen nach den Kommandoworten, die aus dem Lautsprecher ertönen. Das Ende bildet ein Abmarsch, der durch eigenartige Anordnung fesselt. Das freigegebene Feld wird sofort durch Scouts eingenommen, Knaben und Mädchen in khakifarbenen Scoutuniformen, und jetzt setzt eine fieberhafte Tätigkeit ein. jetzt liegen die Scoutboys aut der Erde, alle sind ihrer Beschäftigung hingegeben und zeigen viel Geschick und gute Einfälle bei allen ihren Darbietungen. Es sind dies die besten Scoutübungen, die ich je gesehen habe und dabei erstaunlich frei von übertriebenem' Drill und auch ohne Anleitung der Erwachsenen. Auf ein verabredetes Zeichen hin bricht alle Tätigkeit ab. Mit großer Geschwindigkeit und lebhafter Freude versammeln sich die Jungen und Mädchen um ihre Gruppenführer, formen Mannschaften und ziehen in vollendeter Ordnung ab. Nun ist die Bahn für die Motorräder frei, die in jeder nur tnenschenmöglichen Weise im Sattel zu sitzen vermögen: die Hände an der Stange haltend, die Füße hoch in die Luft gestreckt, rücklings oder zwei und sogar drei auf ein und demselben Motorrad. Mit großem Lärm brausen sie davon und werden sogleich durch galoppierende Reiter abgelöst, die auch den Ab- Schluß des Zuges durch ■das Stadion und zurück nach Tel-Awiw bilden. Tel-Awiw heißt ״Hügel, des Frühlings“; ich könnte mir keinen passenderen Rahmen für ein Frühlingsfest vorstellen. Als es vorüber war, hatte ich das Gefühl, einem Fest der Jugend und des Glücks beigewohnt zu haben. Die Makkabiah leitet ein neues Kapitel jüdischer Geschichte ein, und jedes jüdische Herz mußte in dieser Stunde höher schlagen. Palästina dnreh Agudisten- Brille ' Der Redakteur des orthodoxen Frankfurter ״Israelit", S. Schachnowitz, hat unter dem Titel ״Zwischen Ruinen und Aufbau in Erez Israel“ die ״Eindrücke einer Erez Israel-Reise mit der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel“ in Form einer kleinen Broschüre veröffentlicht. Es ist eine anspruchslose Reisebeschreibung, die von der starken Palästinaliebe des Verfassers Zeugnis ablegt. Schachnowitz gibt in einer Reihe Feuilletons persönliche Reiseeindrücke wieder; aus der Art der Veranstaltung dieser Reise ist es schon nahöliegend, daß sich das Interesse hauptsächlich den historischen Stätten und religiösen Institutionen, vor allem den Synagogen und Jeschiwoth, sowie den Einrichtungen der Agudas Jisroel zuwendet. Diese Dinge in Erez Israel mit eigenen Augen zu sehen, erregt eine fast naive Begeisterung, die ohne kritische Absichten an die Dinge herangeht. Es ist bemerkenswert, daß der Verfasser bestrebt ist, auch den Errungenschaften des neuen Jischuw, dem zionistischen Aufbauwerk, der Stadt Tel-Awiw, den Koloijien und Siedlungen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, wobei er nur ab und zu eine bedauernde Bemerkung über die Dinge, die einen orthodoxen Betrachter nicht zufriedenstellen, einfügt. Dennoch hat dieses jüdische Schaffen einen mächtigen Eindruck auf die Reisenden gemacht. Natürlich unterlaufen dem Verfasser, der mit den Einzelheiten der zionistischen Arbeit nicht vertraut ist, manche Irrtümer, so z.'B. wenn er die Realschule in Haifa mit dem — übrigens von ihm sehr unzulänglich charakterisierten — Brith Schalom in Verbindung bringt, oder die Verantwortung für die mißlungene Stadt Afule dem jüdischen Nationalfonds in dib Schuhe schiebt. Dem Kenner Palästinas bietet das Büchlein wenig Neues, aber es ist ein Zeugnis der tiefen Wirkung, die das lebendige Palästina auf die Aguda- Expedition ausgeübt hat. Nr. 89, 8. XI193% Die Stellung der Revisionisten ן Die Exekutive der Zionistischen Orga tion (London) übermittelt uns nachstehende Erklä Das Zionistische Aktions-Comite hat in seiner Tagung v! August dieses Jahres auf Antrag der Revisionistischen Fiäl| tion die Anerkennung des ״Sonderverband esderZ raS nisten-Revisionisten“ beschlossen. Vor Erteilüffl dieser Anerkennung und im Zusammenhang mit ihr setzte dg Aktions-Comite in mehreren Beschlüssen eine Reihe von Be| Stimmungen über die grundlegenden Verpflichtungen der Zifl nistischen Verbände gegenüber der Zionistischen Organisation! fest: ■׳"■Ja Das Aktions-Comite verkündete den Grundsatz, daß Zugehörigkeit zur Zionistischen Organisation die Ünteror® nung unter ihre Gesetze und die Beschlüsse ihrer leiten$|| Instanzen voraussetzt, und daß in zionistischen Fragen':'dfl Disziplinpflicht gegenüber der Zionistischen Organisation rv|g der Disziplinpflicht gegenüber jeder anderen Organisation deg Vorrang hat. ׳ jf Das Aktions-Comite bekräftigte die geltenden Bestuff mungen über die außenpolitischen Prärogativen der Exekutive und das Verbot unautorisierter politischer Aktionen. Das Aktions-Comite billigte die grundsätzlichen Fortf» rungen, die die Exekutive״ gegenüber dem von der ״Weltunl|| der Zionisten-Revisionisten" unter Mißachtung der Grundpfiti zipien der Zionistischen Organisation getroffenen sogenaiil ten ״Calais-Abkommen“ aufgeste'.lt hatte. ''®י Das Aktions-Comite ging von der Voraussetzung a , der Sonderverband der Zionisten-Revisionisten sich den B Schlüssen des Aktions-Comites loyal unterordnen undc Autorität der Organisation, deren integrierender Bestandteil^ bilden sollte, wahren wird. Entgegen dieser selbstverständlicnk allgemeinen Erwartung sind leider bei der bald darauf: ähg§ haltenen Wiener Konferenz der ״Union der ZiJ nfsten-Revisionisten״, welcher die Mitglieder׳:A> Sonderverbandes der Zionisten-Revisionisten angeschlossen s!jj" unter aktiver Teilnahme von revisionistischen Mitgliedern.,(! Aktions-Comites und Führern des Sonderverbandes. Erklärung! abgegeben und Beschlüsse gefaßt worden, die mit deiBl Schlüssen des Aktions-Comites nicht ve'rei;!| bar sind:;C Es wurde von der Wiener Konferenz eine offizielle', klärung zur Kenntnis genommen, die dahin gedeutet wer! kann und gedeutet wird, daß ein Teil der vom Aktio^ Comite angenommenen Beschlüsse für die revisionistisch] Mitglieder der Zionistischen Organisation nicht bindend:« Entgegen den ausdrücklichen Beschlüssen des Aktioi Comites Wurde von der revisionistischen Konferenz die Eij leitung von verschiedenen außenpolitischen Maßnahmen '* schlossen. Das ״Calais-Abkommen“ ist ohne Rücksichtnahme,, die vom Aktions-Comite gebilligten grundsätzlichen Forc rungen der Zionistischen Organisation bestätigt worden,/ Die Exekutive hat, nachdem sie in Kenntnis des authent sehen Textes der Wiener Beschlüsse gelangt ist, am 30. Sej tember an die Antragsteller des Sonderverbandes der ZionisteS Revisionisten die Aufforderung gerichtet, zwecks Beseitigiin] aller Zweifel ausdrücklich zu erklären, daß sie sich den Be schlössen und Gesetzen der Zionistischen Organisation unter ordnen. Trotz wiederholter Aufforderung es unmöglich, von dem Sonderverband Zionisten-Revisionisten eine offene und ( deutige Erklärung zu erlangen. 7 1:n Tn :Anbetracht dieses׳:Tathestaudes־׳hat_ es.yiie Exekutive•;( Zionistischen -Organisation׳ für ihre Pflicht gehalten, in Wi rung der Autorität und Integrität der Organisation und vom Aktions-Comite der Exekutive erteilten Aufträge, bei de zionistischen G e r i c h t s i n s t a n z e n die ihr nötig erscheine! den Schritte einzuleiten. , '4 Dies wird hiermit der zionistischen Öffentlichkeit zt Kenntnis gebracht. Exekutive der Zionistischen Organisation Staatsanwalt EHiot entschuldigt sich Die palästinensische Judenschait erhält Genugtuung. Jerusalem, 3. November. (J. T. A.) Die Verein} gung jüdischer Anwälte Palästinas befaßte s in einer Söndertagung mit den antijüdischen AeußerungenTi •palästinensischen Kronanwaltes L. F. Elliot vor GericI EIHot sagte (wie in der ״Jüd. Rundschau" bereits berichte es sei in England allgemein bekannt, daß Juden ihre Li den und Warenbestände versichern und sie dä| durch Feuer vernichten, um die Versicherungssum!| einzustecken. Die Vereinigung nahm einstimmig eine ft solution des Inhalts an, daß diese Aeußerung des Kronanwa eine Beschimpfung der Juden darstellt und daß L]| Elliot nicht die Eignung besitze, die Position eines Kronamya in Palästina einzunehmen. Diese Resolution wurde der I lästina-Regierung mit der Forderung zugestellt, Elliot :y{( seinem Posten zu entfernen. .;ן Der Verband der Allgemeinen Zionisten Palästinas hat eb'׳ falls eine Resolution angenommen, in der die Erwartung^ palästinensischen Judenheit ausgesprochen wird, daß die; gierung Herrn Elliot sofort aus Palästina zurückziehen W Der W a a d Leumi hat in seiner am 3. November abej abgehaltenen Sitzung eine in scharfen Worten gehaltene Re lution gefaßt und der Regierung übermittelt, in der.dievE fernung Elliots von seinem Posten gefordert wird. Die Ag das Jisroel Palästinas nahm eine ähnliche Resolution; und übergab sie der Regierung. 'A Die gesamte hebräische Presse Palästinas ist einmütiff der Forderung nach Entfernung Eliiots. Unter dem Drucke dieses Entrüstungsstülms hat sich' n mehr Elliot entschuldigt. Diese Entschuldigung voll; sich in einer feierlichen Zeremonie. Der palästinensische Qljj richter Sir William MacDonnel lud die jüdischen Anwä Jerusalems für den 4. November morgens in das Oberste C rieht. Elliot gab vor den versammelten jüdischen Anwälte1i| folgende Erklärung ab: ״Ich bedauere sehr, daß gewiss!» mir gemachten Aeußerungen von der jüdischen Gemeinsch] als verletzend empfunden worden sind. Ich ziehe diese Aeuß rungen ohne jeden Vorbehalt zurück.“ Richter Frumkin, der ebenfalls der Zeremoniej.iff wohnte, erklärte noch, die Aeußerung Elliots vor dem Genf stelle etwas noch nie Dagewesenes dar. Er, der Richter;|| ungeheuer überrascht gewesen, eine solche Aeußerung vof fll höchsten Gerichtshof in Palästina aus dem Munde eineS.;V| treters der Krone zu hören. Oberrichter MacDonell gab sein Genugtuung darüber Ausdruck, daß die Angelegenheit <%< die Erklärung Elliots in einer befriedigenden Weise ihre EtlfSä gung gefunden hat. Der kürzlich verstorbene Herbert B entwich vermärij seine bedeutende Büchersammlung der Jerusalemer Universität bihlinthek. י־׳