Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVII (1932)
- Issue
- Heft 73-74 (16.9.1932)
- Date
- 1932-09-16
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 73/74, 16. IX. 1932 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 35צ nicht verkennen, daß der Keim dieser Entwicklung bereits in unserem Nationalismus vorhanden war. Es sei ein Verdienst der ״Jüdischen Rundschau“, daß sie versucht hat, das Problem des Nationalismus vorurteilslos zu klären. Der Redner der Linken-Fraktio«. Dr, Lu bi ns kl, erklärt im wesentlichen die Zustimmung seiner Gruppe zum Referat Blumenfeld. Bei der Auseinandersetzung mit den im deutschen Volk vorhandenen Kräften dürfen wir nicht vergessen, daß es noch andere Mächte gibt als den Nationalsozialismus, nämlich das deutsche Proletariat, mit dem die zionistischen Sozialisten sich verbunden fühlen. Die sozialistische Bewegung hat auch stets Verständnis für das jüdische Sonderproblem gehabt. Dr. Wolfsberg (Misrachi) »klart, es sei ihm ein Bedürfnis, da er in Jena nur widerwillig in den G. A. eingetreten sei, ein Wort der Anerkennung für die Arbeit des abtretenden G. A. und besonders für die Leistung Blumenfelds zu sagen. Wenn wir jetzt in eine Epoche jüdischer Selbstbesinnung eintreten, so müssen wir einen inneren Rückhalt in der Beschäfti- Sung mit unserer Tradition und Kultur zu gewinnen suchen, he wichtigsten Mittel hierzu sind die jüdische Schule und das Erlernen der hebräischen Sprache. Redner appelliert zum Schluß an die Orthodoxie, sich von den Vorurteilen eines reinen Konfessionalismus zu befreien und an der Arbeit für die Rettung des jüdischen Volkes teilzunehmen, Alfons Paquet, der bekannte deutsche Schriftsteller, der als Gast der Tagung beiwohnt, hat gebeten, einige Worte an die Versammlung richten zu dürfen. In längeren Ausfuhrungen setzt er seine Stellung als Freund des Zionismus und des jüdischen Volkes auseinander. Das Schicksal des jüdischen Volkes, das schon vor Jahrtausenden stets mit feindlichen Strömungen zu kämpfen hatte, sei rätselhaft, und die erlösende Tat des Zionismus durch Wiedergewinnung des alten Bodens erscheine wie ein Wunder. Auch wir Nichtjuden glauben, daß in diesem Volk ein Funke lebt, der auf die Welt ausstrahlt. Das Bedeutende am Zionismus ist sein Streben nach Verwirklichung in einem realen Lande, in einer sichtbaren Gestalt. Ich glaube bestimmt, so schließt der Redner, daß diese Tat weiter fortschreiten wird, und daß der Fuß, der in das Heilige Land gesetzt wurde, dort bleiben wird. Der nächste Redner, Dr. B i 1 e s k i, distanziert sich von Krojanker hinsichtlich des Maßes von Respekt, das man der nationalsozialistischen Bewegung entgegenbringt. Rein theoretische Gedanken können uns leicht fehlleiten. Als Bekenner des nationalen Gedankens sind wir zur Kritik verpflichtet. Redner wendet sich mit Entschiedenheit gegen Ussischkins Beschuldigung einer ״resignierten״ Stimmung. Die Frage nach der politisehen Form unseres nationalen Zentrums in Palästina ist eine sehr wichtige politische Frage. Die Gegenüberstellung von Juden und Arabern, die Ussischkin gemacht hat, ist falsch, denn es handelt sich nicht um die Auseinandersetzung zwischen Volk und Volk, sondern heute geht es um die Frage, was aus dem Fellachen wird, der vom Boden weg soll, und darauf ist es keine Antwort, wenn wir sagen, es gäbe noch andere arabische Länder. Vielmehr müssen wir einen Ausweg finden, aus diesem Zusammenstoß der individuellen Frage der Landesbewohner mit der kollektiven Forderung des jüdischen Volkes. Wenn wir hier in Deutschland den Kampf gegen einen chauvinistischen Nationalismus führen, dann ist die beste Abwehr, darauf hinweisen zu können, daß dort, wo wir aktiv im Namen unserer nationalen Idee auftreten, wir den wahren Humanititsgehalt des nationalen Gedankens betätigen. Dr. Landauer weist darauf hin, daß von drei Seiten her der Anstoß zu einer Umbildung des zionistischen Denkens gegeben wurde, durch die Erkenntnis der Araberfrage, durch die Diskussion mit dem Kommunismus und heute durch die Abgrenzung vom Nationalsozialismus. Wenn wir sägen, unser NatiöÄalsmüs sei «derer Art, dann ist das nicht eine F e st st e 11 u n g, sondern eine A ufg abe. Das grundsätzliche Aufwerfen dieser Frage hängt mit den Realitäten des Lebens zusammen. Das Gesellschaftssystem des Liberalismus ist durch die Umschichtung der Gesellschaft zusammengebrachen, daher ist heute der Liberalismus nicht mehr eine geseilschaftsordnende Kraft. Wir sind in einer ungünstigen Position gegenüber den Juden, weil scheinbar nbch das überale System besteht, in Wirklichkeit aber der jüdischen Position bereits der Boden entzogen ist. So werden die Juden auf der einen Seite noch immer zur Assimilation verlockt, auf der anderen Seite vom Leben ausgeschlossen. Es ist die Aufgabe des Zionismus, in dieser Zeit an seinen Grundsätzen und alten Erkenntnissen festzuhalten. Eh־. R a b 1 n (Breslau) erklärt, es sei im .deutschen Zionismus eine Stagnation festzustellen. Auch beim Misrachi sei trotz der hingebenden Arbeit Dr. Wolfsbergs kein Fortschritt zu verzeichnen. Wo sind die Arbeitsleistungen auf dem Gebiete des Hebräischen und der Kultur? Was ist für die Hachscharah geschehen? Die ״Jüdische Rundschau״ berücksichtigt zu wenig die Bedürfnisse der nicht-intellektuellen Massen. Ohne jüdische Inhalte wird der deutsche Zionismus mit all seinen neuen Betrachtungen um keinen Schritt vorwärts kommen. Alfred Berger (Berlin) erklärt, die Auffassung Krojankers könne für zionistische Sozialisten nicht gelten. Die zionistische Linke Jiabe ein Recht, gegen die Auffassung des Nationalismus bei den Nazis zu kämpfen, weil sie auch im eigenen Lager stets die Auffassung der Revisionisten bekämpft hat. Der Zionismus dürfe nicht vergessen, daß er groß geworden ist unter der Aegide freiheitlicher Parteien. Gerade wir Zionisten können die jüdische Gleichberechtigung mit Ueberzeugung verteidigen. Redner beschäftigt sich am Schlüsse seiner Ausführungen mit Gegenwartsaufgaben, die dem deutsehen Zionismus erwachsen. Führung der jüdischen Politik in Deutschland und stärkste Anteilnahme an der sozialen Arbeit.?ritte Sitzung. 11. September, 9 Uhr abends. Die dritte Sitzung war für das politische Referat von Prof. Brodetski (London)? für das Referat von Dr. Arthur Ruppin über neue Entwicklungsmöglichkeiten des Palästinaaufbaues und das Referat von Heinrich M a r g u I i e s (Tei-Awiw) Vorbehalten. An Stelle von Heinrich Margulies, der die geplante Europareise nicht antreten konnte, referierte der Direktor der Anglo-Palestine-Bank (Tel-Awiw), Herr Hoofien, über die Privatwirtschaft in Palästina und ihre Aussichten. Ueber die Palästinareferate entspann sich in der vierten Sitzung am 12. Septenjber eine Aussprache. Wir werden sowohl über das Referat vt» Prof. Brodetski wie auch über die Palästinareferate und die Debatte über diese Referate in einer der nächsten Num• ״lern im Zusammenhang bericht«. In der Abendsitzung vom 11. September sprach vor Prof. Brodetski in der Generaldebatte Enzo Sereni. Der Redner bezeichnet als die Haupt- _ . Kampfe gcgi munismus verwenden muß. Wir können uns aber ein Liebäugeln mit dem Kommunismus nicht gestatten, wie es von einzelnen Referenten und Rednern in der Debatte geschehen ist. Für den Redner und seine engeren Freunde sind Zionismus und Sozialismus innig verbundene Ideale. Es ist kein Zufall, daß die kommunistische Partei gegen uns kämpft. Dieser Kampf ist begründet in der Entwicklung der Partei in Rußland, wo auf der einen Seite das Biro-Bidschan-Projekt vorhanden ist und auf der «deren Seite eine Förderung der Assimilation vor sich geht, — And! zur Frage der Berufsumscbichtung habe die bisherige Diskussion keine Stellung genommen. Mit aller Entschiedenheit muß Palästina fai den Brennpunkt aller Be- Strebungen gesetzt werden. Die Z.V.f.D. könnte in der Frage der Berufsumschichtung der Jugend in Deutschland die Führang übernehmen. Vierte Sitzung. 12. September, vormittags. Zunächst wird die Palästina-Debatte zu Ende geführt (Redner: Dr. Brünn, Dr. Fritz Löwenstein, Ussischkin). Sodann wird die Generaldebatte über die Referate Goldmann—Blumenfeld wieder aufgenommen. Moses Goldmann (Berlin, Misrachi) verlangt für Deutschland eine erhöhte Zuteilung von Zertifikaten und kritisiert die Arbeit des Palästinaamtes. Als Ostjude weist der Redner darauf hin, daß die Auswanderung nach Palästina für viele Ostjuden in Deutschland eine Lebensfrage ist. Dr. Wolfheim (Erfurt) betont, bei allem Respekt vor der Ideologie erscheine ihm die praktische Arbeit wichtiger. Die Z.V.f.D. habe in der Gemeindearbeit versagt. Mit allem Nachdruck müsse die Forderung nach Chaluziuth erhoben werden. Die Finanzierung der Hachscharah kann, wenn man die Führung in dieser Sache übernimmt, leichter bewerkstelligt werden als die Erreichung von Beiträgen für den Keren Hajessod von Nichtzionisten. Redner tritt für seinen alten Lieblingsplan, der Schaffung eines Bundes der ״Freunde des Hechaluz" unter Zionisten und Nichtzionisten ein. Den Abschluß der Vormittagssitzung bildete eine Ansprache des Direktors des Keren Hajessod, Dr. Arthur Hantke (Jerusalem). Sein eindrucksvolles Referat werden wir in einer der nächsten Nummern der ״Jüdischen Rundschau“ nachtragen. Fünfte Sitzung. 12. September, nachmittags. In der Nachmittagssitzung wurde die Generaldebatte zu Ende geführt. Als erster Redner trat Dr. Grünfelder (Würzburg) den Stimmen entgegen, die damit unzufrieden sind, daß zuviel tneoretischeDiskussionen über das Judenproblem in Deutschland geführt werden. Das Interesse an der Judenfrage beschränkt sich ja nicht nur auf die Juden allein. Beweis die zahlreichen nichtjüdischen Publi- Kationen der letzten Monate. Die Juden in Deutschland sind in eine Epoche des Kampfes um die Emanzipation eingetreten. Leid« läßt sich das deutsche Judentum noch heute vom C.V. vertreten. Es gilt die jüdische Oeffentlichkdt aufzuklären, daß die Emanzipation nicht gefährdet wird, wenn man das Volkstum betont. Eine Sinngebung für ein Volkstum kann nur von einem bestimmten Wert aus gegeben werden. Bei den Juden müsse das vom Historisch-Kulturellen h« «folgen. Kurt Löwenstein (Frankfurt) meint, daß schon die schreitung“ sei, die überdies sowohl bei der deutschen Arbeiterschaft wie bei dem freien Bürgertum falsch gedeutet werden könne. Die Juden müssen zu Ihren eigenen Quellen zurückfinden in Verbindung mit den realen Lebensformen, wie sie in Palästina geschaffen w«den. Redner ist erstaunt, daß die Jugend mit so wenig Forderungen und so wenig Kritik auf dem Delegiertentage in Erscheinung tritt. Hans Klee (Berlin) bezweifelt, ob die ZVfD. bereit sei, mit aller Energie gegen die noch in der Mehrheit befindliche überale Richtung im deutschen Judentum anzukämpfen. In dieser Hinsicht müsse die Parole lauten, schärfster Kampf gegen den C.V. und alles, was sich um ihn gruppiert. Redner Betont mit Nachdruck, daß er aus der revisionistischen Union aus getreten ist, well er ihre Methoden ablehne. Die Z-Vä.D. müsse sich bemühen, die Elemente der Revisionisten, die den Weg zur Gesamtorganisation wieder ,finden wollen, zu gewinnen. k Pape (Berlin, Vertreter d. Jugend) ist der Ansicht, daß man in der Debatte zuviel von Ideen und zu wenig von der Praxis gesprochen hat. Redner und sein Kreis sind sozialistische Zionisten und ihre ideologische Ueberzeugung ist, daß es keinen Zionismus geben kann, der nicht zugleich mit einer gesellschaftiichen Bewegung verknüpft ist. Palästina sei auch eine Antwort auf die materielle Judenfrage. Alijah müsse der wesentliehe Inhalt des deutschen Zionismus sein. Die Forderung an alle jungen Menschen ist Chaluziuth. Dr. Egon Rosenberg (Berlin) befaßt sich zunächst mit den realen Grundlagen des Nationalsozialismus und schildert dann die Lage des deutschen Judentums. Der Lebensstandard der deutschen Juden werde in absehbarer Zeit vom Lebensniveau der Ostjuden nicht zu unterscheiden sein. Am Schlüsse seiner Ausführungen betont Redner die Bedeutung der Hachscharah, für die man Oelder auch außerhalb der zionistischen und zionistenfreundüchen Kreise bekommen kann. Damit ist die Generaldebatte abgeschlossen, und es folgen die Schlußbemerkungen Dr. Nahum Goldmanns und Kurt Blumenfelds. Dr. Nahum Goldmann sagt, er hätte keineswegs die Absicht gehabt, den Elan des Kampfes gegen die ״rote Assimilation“ im Kommunismus zu dämpfen. Trotzdem halte er es unter historischer Perspektive für denkbar, daß wir in absehbarer Zeit mit Kommunisten, allerdings nicht mit jüdischen, zu einer Auseinandersetzung über die Judenfrage gelangen, ln Deutschland spielte einst in der Propaganda die ״individuelle“ Judenfrage die Hauptrolle. Nun sei es die ״kollektive“ Judenfrage, die Deutung und Beantwortung verlange. Die Aenderung der Situation verlangt eine Aenderung der Methoden. Diese müssen konkreter und robuster sein. Die Führung eines Kollektivs erlangt man durch politische Mittel. Wir müssen beweisen, daß wir die besseren Schützer der Juden sind. Redner streift dann den jüdischen Weltkongreß und verlangt eine Konkretisierung der Palästinaarbeit. Eine Aktion auf Grund des Ruppinschen Programms sei wünschenswert und mit Erfolg durchführbar. Er schließt mit einem Bekenntnis zur Kooperation aller Gruppen in der Z. V. f. D. Die Zionistische Organisation wird für uns in der nächsten Zeit eine große Bedeutung erlangen. Sie ist unsere ״Heimat unterwegs״. Blumenfeld setzt sich in seinem Schlußwort kurz mit einzelnen Rednern auseinander. Es komme bei der Beurteilung des Wesens des Nationalismus weniger auf die erkenntnismäßige Analyse, als auf die politische Auswertung an. Reden wie die von Krojanker-Bileski sind sicher wertvoll, aber sie würden in eine Zeitschrift gehören, die wir notwendig brauchen. Der deutsche Zionismus, so fährt Redn« fort, hat nicht nur die Judenfrage als Persönlichkeitsproblem bewußt gemacht, sondern er hat in den Jahren nach dem Kriege all« getan, um bis zum Ueberdruß die objektive Judenfrage den Gemütern einzuhimmem, die Judenfrage als ein soziologisch es Problem zu behandeln, die jüdische Gesellschaft darzustellen, das Problem des Antisemitismus, alle Gesamterscheinungen der Judenheit Und wir sehen heute mit Schrecken, daß man ganz ohne unser Zutun, gegen unseren Willen, geglaubt hat, was schließlich der größere Teil der zionistischen Welt glaubt, daß der Zionismus eine beweisbare Angelegenheit ist, daß es eine Zwangsläufigkeit zum Zionismus hin gibt. Wir haben heute daher wieder zu zeigen, daß der Zionismus zwar Gestützt werden kann durch Erkenntnisse und Darlegungen, aß er aber nur erwachsen kann aus irrationellen Gründen, aus jüdischem Instinkt, und als freie Willensentscheidung. Gerade in dem großen Kampf, den die zionistische Welt heute mit der kommunistischen Idee führt, wird das besonders deutlich. Unsere besten Gesinnungsgenossen ziehen oft im Kampf den kürzeren, weil sie ihn auf einer falschen Ebene austragen wollen, weil sie Quantitäts-Begriffe einführen, die allein nicht überzeugend wirken, weil auf der anderen Seite noch mehr Millionen stehen, und weil jede Möglichkeit der zionistischen Argumentation nur dann gegeben ist, wenn bei der eindeutigen klaren jüdischen Entscheidung die innere Antwort nach dem uns gemäßen Ziel erfolgt. Die Z.V.f.D. ist nicht eine politische Koalition, sie ist eine ganz bestimmte Lebensgemeinschaft von Zionisten verschiedenen Denkens, verschiedener Art, aber doch in hohem Maße einheitlich geformt und gestaltet. Man sieht das auf unseren sehen Zionisten in Deutschland geboren sind, sondern weil eine bestimmte Form zionistischer Erziehung sie geformt hat. Es war auch gesagt worden, daß die deutsche Judenheit durch den Zionismus geführt werden soll. Ich behaupte, die zionistische Bewegung in Deutschland ist schon heute die stärkste Macht im jüdischen Leben. Wenn Sie an eine äußere Führung denken, sagen wir parlamentarische Majorität, so werden Sie nichts erreichen. Es han« delt sich darum, ob die Kraft der zionistischen Bewegung ausreicht, so sichtbar in Erscheinung zu treten durch die Idee, die sie vertritt, daß die anderen durch die Idee überwältigt werden. Unser Zionismus ist eine palästinazentrische Angelegenheit. Wir kämpfen politisch um jüdische Existenz, aber alles was wir tun, unsere gesamte Arbeit, dient direkt dem Aufbau Palas t i n a s, in unserer Erziehung, bei der Jugend und auch sonst. Und ich möchte noch einmal erklären, daß auch ich in Zukunft glaube, daß der Vorrang dieser Palästinatätigkeit eindeutig sichergestellt werden muß. Es folgen die Kommissionsberichte. Dr. Alfred Landsberg, Wiesbaden, erstattet namens der Arbeitskommission Bericht. Er führt aus: Von der Arbeitskommission des Delegiertentages wurden Harry Bein, Düsseldorf, und Dr. Erwin Mansbach, Essen, beauftragt, alle Vorschläge, die in der Kommission gemacht worden sind, zu sichten und das so gesichtete Material an die Zentrale weiterzugeben. Die Beschlüsse Der Berichterstatter des Permanenzausschusses, Dr. Sieg* fried Moses, legt sodann die Vorschläge des Ausschusses vor. Zunächst wird die Deklaration zur Lage der Juden in Deutschland, die an anderer Stelle des Blattes abgedruckt ist, verlesen und einstimmig akzeptiert. Sodann werden nachstehende Anträge angenommen: 1. Der Defcglertentag beauftragt den G. A~ sich iinvtrzüfflieh mit der Frage der Aufbringung der rar die Ali Jan von Chaluzim aus Deutschland notwendigen Gelder zu befassen und der nächsten Sitzung des Landesvorstandes einen entsprechenden Vorschlag zu unterbreiten. dierung von Gi wath Brenner und Kibbuz Rodges zu tun. 3. Der G. A. wird beauftragt, die Frage des Ausbaus de* bestehenden Wirtschaftsabtenung beim Pa- Iästinaamt zu einer Zentralstelle für praktische Pa- Iästlnaarbeit (Palästina-Wirtschaftsamt) zu prüfen. 4. Für Jeden organisierten Zionisten ist die Erfüllung •einet durch die K.H.-Ordnung geregelten Belt ragspllicht zum Keren Hajessod verbindliches Gesetz. Es Ist unzulässig, dem Keren Hajessod die vorgeschriebene Leistung mit Rücksicht auf andere zionistische oder andere jüdische Aufgaben zu verweigern. Die volle Zahlung an den Keren Hajessod hat den Vorrang vor allen anderen Verpflichtungen. Gleichberechtigt ist nur der Keren Kajemeth. 5. Nach Anhörung der Referate von Herrn Ussischkin und Dr. Brünn, in denen festgestellt wird, daß die Bodenreserven des Keren Kajemeth im gegenwärtigen Augenblick für die Bedürfnisse der Immigration unzureichend sind, fordert der Delegiertentag die deutschen £k>nisten auf, der Sammeitätigken für den Keren Kajemeth, der die Grundlagen des Palästinaaufbaus schafft, energische Anstrengungen zu widmen. Der D.T. begrüßt die Einführung des neuen Systems der Selbstkontingenoerung, durch weiche! die KKL-Arbeit jedes einzelnen Zionisten stärker den Cha«! rakter der Verpflichtung und Planmäßigkeit erhält j 6. Der Delegiertentag beschließt, gemäß der Resolution d«! A.-C.-Sitzung in London, daß alle Ortsgruppen die Makkabi-Vereine ideell und materiell unterstützen und im Einvernehmen mit dem deutschen Kreis des Makkabi-Weit« verbandes neue Bar Kochba-Vereine gründen sollen. Der D.T. begrüßt die Schaffung des ersten jüdischen Jugend- und Sportheimes im Erzgebirge. Alle in der Nähe gelegenen Ortsgruppen werden aufgefordert, daa Helm ideell und materiell zu unterstützen und den Besuch zu propagieren. 7. Der D. T. begrüßt die Gründung des hebräischen Weitverbandes des Brith Iwrith Olamith und gibt seiner Hoffnung Ausdruck, daß dieser Verband die'Einilung sämtlicher au? dem Gebiete der hebräischen Kultur tätigen Kräfte aller Richtungen ermöglichen wird. Der D.T. appelliert an die zionistischen Verbände, die Organisierung des Brith Olamith zu fördern.! Dr. Moses macht sodann die Mitteilung, daß im Winter eine Kulturtagung der Z.V.f.D. einberufen werden soll.! Ferner beabsichtigt die Leitung der Z.V.f.D., die Berliner Mit-1 glieder des Landesvorstandes und andere Gesinnungsgenossen1 von Zeit zu Zeit zusammenzuberufen, weil Landesvorstands- Sitzungen in dieser Zeit nicht häufig genug zusammentreten | können. Ferner wird folgender organisatorische Antrag, der! von mehreren Ortsgruppenvertretern eingereiht wurde, angenommen:; ״Der D.T. wolle beschließen, den G. A. zu ersuchen,' unverzüglich ein neues Normalstatut für die Ortsgruppen im Anschluß an das Breslauer Statut auszuarbeiten. Der D.T. ermächtigt den Landesvorstand, das Normal- Statut zu beschließen und seine Einführung bei den Ort?- gruppen tunlichst durchzusetzen.“ Die Wahlen Es folgen die Wahlen zu den leitenden Instanzen der Z. V. f. D. Auf Vorschlag Dr. Moses wird zunächst der Vorsitzende und der Geschäftsführende Ausschuß gewählt. Das Ergebnis dieser Wahl finden unsere Les« an der Spitze unseres Berichtes. Zu Mitgliedern des Landesvorstandes wurden gewählt: 1. Mitglieder: Sally Hirsch (Berlin), Georg Wöllstein (Berlin), Elias Straus (München), Harry Epstein (Duisburg), Sigmar Ginsburg (Königsberg), Max Jacobsohn (Breslau), Moritz Bileski (Berlin), Alfred Landsberg (Wiesbaden), Mein* hold Nußbaum (Nürnberg), Georg Haipern (Berlin), Alfred Klee (Berlin), Salman Schocken (Berlin), Hugo Schachtel (Breslau), Nahum Goldmann (Bwlin), Max Soloweitschik (Berlin), Max KoUenscher (Berlin)* Art» Sandler (Berlin),