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Jüdische Rundschau · 1932-09-16 · Heft 73-74 (16.9.1932) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVII (1932)
Issue
Heft 73-74 (16.9.1932)
Date
1932-09-16
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 356 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 73/74, 16. IX. 1932 Martin Ascher (Berlin), Gustav Krojanker (Berlin), Max Tischler (Berlin), Edgar Marx (Hamburg), Hermann Leiewer (Berlin), Harry Bein (Düsseldorf), Fritz Löbenstein (Leipzig), Hermann Kugelmann (Kassel), Erwin Mansbach (Essen), E. Basch (Berlin), K. Daugilajcki (Königsberg), W. Deutschmann (Oppeln), S. Kanowitz, A. Kupferberg (Hamburg), Fritz Löwenstein, Kurt Löwenstein (Frankfurt), F. N'aphtali, F. Noack (Gotha), Aenne Pomeranz (Frankfurt), M. Traub, S. Tscliertok, J. Wahl, R. Wolfheim (Erfurt), Georg Pape, Josef Marcus (Düsseldorf), Dr. J. ßamberger (Nürnberg), Prof. Fraenkel (Kiel), Dr. Grünfeld (Würzburg), Rudi Herz (Geiiringshof), Rabbiner Dr. Hoffmann (Frankfurt a, M.), Eugen Michaelis (Hamburg), Dr. Rudolf Möller (Hamburg), Dr. J. Rabin (Breslau), Jenny Blumenfeld (Berlin), Margarethe Flörsheim (Hamburg), Irma Levy (Breslau), Margarete Turnowsky (Berlin). Ersatzmitglieder: Arnold Hildesheimer (Mannheim), S. Pin es (Berlin), Heinz Gerling (Berlin), Eduard Freund (Breslau), Satomon Stiebei (Frankfurt a. M), Benny Weiler (Saarbrücken), Otto Lehmann (Dresden), Rudolf Lieb- Städter (Nürnberg), Walter Roth (Berlin), Artur Rau (Berlin), Egon Rosenberg (Berlin), Ernst Kalmus (Hamburg), Edgar Heinemann . (Hamburg), David Schloliberg (Marienwerder), Otto May (Köln), Hans Friedenthal (Berlin), Georg Weißmann (Beuthen), Bernhard Lustig (München), Theodor Heilbronner (Halle), Feiwel Gringard (Berlin), Hilde Wolff (Breslau), Günther Friedländer (Görlitz), Erich Dresel (Stettin), Georg Goldstein (Hannover), Max Berl (Dortmund), I. Altschul (Berlin), Siegfr. Frankel (Beuthen), Alfred Rabau (Berlin), Arnold Wiener (Beuthen), Herbert Foerder (Berlin), Josef Hirschberg (Frankfurt a. d.O.), Dr. Elias Auerbach (Berlin), Dr. Arnold Barth (Berlin), Rabbiner Dr. Blum (Emden), Dr. Chononovitz (Berlin), Isi Eisner (Berlin), Max ). Kober (Berlin), Dr. Erich Michaelis (Hamburg), Benno Offenburg (Hamburg), Dr. Silberstein (Berlin), Dr. König (Frankfurt), Albert Baer, Dr. Grüneberg (Elberfeld), Holzer (Chemnitz), Marcel Lew, Kurt Mendelsohn, Bruno Nathan (Köln), Max Nathan, Walther Erhard, Hans Pomeranz (Frankfurt), O. Potschter, E. Samson (Breslau), Weinberg (Magdeburg), Erwin Pollak (Berlin), E. Ascher, Kurt Winter (Königsberg), Franz Meyer (Breslau), Millner (Frankfurt), Rose Battsek (Berlin), Ina Britschgi-Schimmer (Berlin), Bertha Epstein (Duisbürg), Edith Hirsch (Berlin). * Kurt Blumenfeld übernimmt den Vorsitz und dankt in seiner Schlußansprache allen Behörden und Personen, die zum Gelingen des Delegiertentages beigetragen haben, insbesondere der Frankfurter Ortsgruppe und ihrem Vorsitzenden Zahnarzt L ö w. Er dankt ferner den nicht mehr dem G.A. angehörenden Herren Dr. Kanowitz und Edmund Levy für ihre ersprießliehe Mitarbeit in den vergangenen zwei Jahren. Er appelliert an alle Zionisten, die neugewählte Leitung in ihrer Arbeit zu unterstützen. Sodann erklärt er den Delegiertentag für geschlossen. Während des Absingens der H a t i k w a h kommt es zu einer peinlichen Störung, indem braun uniformierte Mitglieder des revisionistischen ״Brith Trumpeldor“ in den Saal stürmen und Flugzettel herumwerfen. Leider führte diese Szene zu Zusammenstößen, und erst nachdem Ruhe geschaffen war, konnte die Hymne zu Ende gesungen werden. * Diejenigen, die sich an der Arbeit der Arbeitskommission beteiligt haben, werden nochmals gebeten, soweit es noch nicht fnehemti ist, ihre Vwmhttse umgehend an die Herren Harry ein, Düsseldorf, oder Dr. Erwin Mansbach, Essen, Huyssenaliee 21, einzusenden. * Delegiertentag der deutschen Wizo. Am 8. und 9. Scptember hielt die deutsche Wizo in Frankfurt a. M. ihren 3. Delegiertentag ab. Wir werden über diese Tagung erst in einer der nächsten Nummern ausführlich berichten. Der Verlauf der Tagung war ausgezeichnet und bedeutete einen wichtigen Abschnitt in der Arbeit der deutschen Wizo sowie einen wirksamen Ansporn zu weiterer Tätigkeit. Zur ersten Vorsitzenden der Wizo wurde einstimmig Frau Jenny Blumenfeld und zur zweiten Frau Dr. Margarete Turnowsky wiedergewählt. Ein falsches Interview Der ״VölkischeBeobachter“ hat vor einigen T agen auf Grund eines der Brüsseler Zeitung ״Le S o i r“ von Dir. Georg Kareski angeblich gewährten Interviews einen seiner üblichen antisemitischen Hetzartikel veröffentlicht. Dir. Kareski sandte dem ״Völkischen Beobachter“ nachstehende Berichtigung nach § 11 des Pressegesetzes: ״Die in der 252. Ausgabe des ״Volk. Beob.“ vom 8. September 1932 enthaltenen Mitteilungen über ein von mir der Brüsseler Zeitung ״Le Soir“ gegebenes Interview sind falsch. Wahr ist, daß ich dieser Zeitung ein Interview nicht gegeben habe und daß die mir in den Mund gelegten Aeußerungen von mir nicht gemacht worden sind. Damit entfallen alle daran geknüpften Schlußfolgerungen.“ Dazu bemerkt der ״Volk. Beob.“: ״Auch Herr Kareski wird nicht bestreiten wollen, daß auf dem Internationalen Jiidischen Kongreß in Genf die ,Hitler-Oefahr‘ eine ausschlaggebende Rolle gespielt hat. Er wird ebensowenig leugnen wollen, daß unsere grundsätzlichen Behauptungen über die Einflußnahme des Weltjudentums auf die innerdeutsche Politik etwa falsch seien. Ob gerade Herr Kareski oder irgendein anderer dieses Geheimnis gelüftet hat, spielt schließlich keine Rolle. Jedenfalls ist es gelüftet!“ Dr. Mayer Ebner, der bekannte jüdische Politiker und Publizist, früherer Senator und jetziger Deputierter der rumänisehen Kammer, vollendet am 18. d. M. sein 60.. Lebensjahr. Ebner ist seit Jahrzehnten Führer der Bukowinaer Zionisten und wurde in der Nachkriegszeit einer der Führer der Judenheit Groß-Rumäniens. Er ist ein angesehener Czernowitzer Advokat und Herausgeber der dreimal wöchentlich erscheinenden ״Ostjüdischen Zeitung“. Dem Zionismus schloß sich Ebner seit dem Auftreten Herzls an. und nahm schon an dem ersten Kongreß sowie an fast allen späteren Kongressen als Delegierter teil. Dr. Mayer Ebner ist ein hervorragender Publizist und hat durch seine packende Werbetätigkeit zwei Generationen der jüdischen Jugend in seinem Heimatlande, der Bukowina, der zionistischen Ideenwelt nähergebracht. Bemerkenswert ist, daß es Dr. Ebner verstanden hat, als Führer der jüdischen Bevölkerung in der Bukowina mit allen Nationalitäten dieses Landes die besten Beziehungen m pflegen. Insbesondere ist die Tatsache, daß die Juden und die deutsche Minderheit in der Bukowina seit Jahren vertrauensvoll Zusammenwirken, ein Verdienst Dr. Ebners. Er repräsentiert den modernen jüdischen Typus, der weder als Ost- oder Westjude, sondern schlechthin als bewußter Jude neuer Prägung anzusprechen ist. Auch wir beglückwünschen Dr. Ebner, zu dessen Ehren eine Festschrift erscheinen wird, ■ Deutsche Makkabi - Meisterschaften in Leipzig Vor einer großen und festlich gestimmten Zuachauermange führte der deutsche Makkabikreii am 11. September »eins Leichtathlntikmeisterscliaften in Leipiig durch. Eine mustergültige Organ!- sation, von den Makkabim Fischleber und Siegmund Lehr* freund in aufopferungsvoller Welse vorbereitet, verhelf der Veranstaltung zu einem großen Erfolg, Aus vielen Vereinen de» deutsehen Makkabi trafen die besten Sportler und Sportlerinnen zusammen und gestalteten das Sportfest zu einer wirkungsvollen Demonstration. Die gut hergerichtete Platzankge war durch den vprangeganenen Regen ziemlich schwer geworden. Unter Berücksichtigung ieses Umstandes sind die Leistungen zum Teil als ganz hervorragend zu bezeichnen. Die Kämpfe bewiesen, daß der deutsche Makkabi nicht nur über einige Spitzenkönner, sondern auch über eine große Anzahl ausgeglichener Sportler verfügt. Im Gegensatz zu den letzten Makkabimeistcrschaften in Hamburg bewiesen die diesjährigen Austragungm, daß der Nachwuchs sich in den letzten Jahren auch sportlich ausgezeichnet entwickelt hat. Im 100-m-Laufen gab es die erwartete Sensation. Zum ersten Riale wurde den Sprintern des Berliner Bar Kochba diese Meisterschaft von dem in glänzender Form befindlichen norddeutschen Hochsehulmcistcr Th. Levy (Hamburg) entrissen. In der interessantesten Konkurrenz des Tages schlug er nach einem wundervollen Lauf Lew in (Berlin) und den Titelverteidiger Gerber (Berlin) überlegen in der hervorragenden Zeit von 10,9 Sek. Das 200-m-Laufen gewann Gerber (Berlin) leicht, da Levy (Hamburg) und Lewin (Berlin) nicht antraten. Seinen Titel über 400 m verteidigte Rosenthal (Bar Kochba Kassel) trotz einer Verletzung erfolgreich. Die 800-m-Mristcrschaft holte sich Bergmann I (Berlin) vor dem zum Schluß stark aufkommenden Königsberg (Leipzig), lieberrasch enderweise gewann in vorbildlichem Stil Rosengarten (Kassel) vor Familier (Leipzig) und Lorge (Kassel) den 3000-m-Lauf. Au»- gezeichnete Ergebnisse zeigten die Sprungkonkurrenzen. Hier gelang es Kurz II (Berlin), einen neuen Makkahi-Rekord mit 6,80 m aufzustellen und damit überlegen deutscher Makkabimeister vor Kamerling (Leipzig) zu werden. — Die Frauenkonkurrenzen zeigten eine eindeutige Ueberlegenheit des Bach Kochba Berlin. Im 100-m-Lauf wurde die Favoritin Edith Weiß (Hamburg) überrasch enderweise von der 17jährigen Beck (Berlin) um Brustbreite geschlagen. Fast alle Staffeln gewann durch gute Schulung und Wechsellcchnik der Bar Kochba Berlin. Die Berliner Sprinterstaffel lief mit Gerber, Lewin, Kurz II, Kurz I ein Rennen auf Biegen oder Brechen. Vom Start an in Führung liegend, schlugen sie den Bar Kochba Hamburg überlegen mit 3 m in der für die schwere Bahn ausgezeichneten Zeit von 44,4 Sek. Die 3 X 1000-m-Staffei gewann Berlin überlegen, ebenso die 4x100 m für Frauen und die Jugend- und Mädchenstaffeln; lediglich die Staffel für jüngere Jugend gewann unter großem Beifall der Zuschauer der Bar Kochba Leipzig. In den Wurfkonkurrenzen ragte die frühere deutsche Meisterin Jakob (Berlin) mit guten Leistungen hervor. Auch der Erfolg von Fried (Leipzig), der Hochsprungmeisterin für Frauen, mit 1,41 m verdient volle Anerkennung. Sehr interessant verliefen die Rahmenwettbewerbe, von denen die Erfolge von Förster (Leipzig) in den Konkurrenzen für alte Herren besonders hervorzuheben sind. Vor den Schlußkonkurrenzen fand ein Aufmarsch der 300 Teilnehmer statt, bei dem der 1. Vorsitzende des Bar Kochba Leipzig. Dr. Ludwig Lehrfreund, eine Ansprache hielt, in der er auf die aufsteigende Entwicklung der deutschen Makkabibewegung hinwies und einen Appell an alle Aktive und Zuschauer richtete, die Makkabibewegung zu unterstützen und zu neuen Leistungen anzuspornen. Die Leichtathletikmeisterschaften sind die erste größere Veranstaltung innerhalb des deutschen Makkabi nach der Makkabiah. Sie bedeuten einen erfolgreichen Auftakt zur weiteren Arbeit. Die Verbindung, die zwischen den Makkabim aus den verschiedenen Orten das deutschen Makkabikreises geschaffen wurde, trat deutlich in de# Festveranstaltung hervor, die der Bar Kochba Leipzig am Abend der Meisterschaften durchführte. Nach einer Ansprache von Dr. P i e t r - kowskj und dem Vertreter der Zionistischen Ortsgruppe, Kreismann, hielt der Präsident des deutschen Makkabikreises, Dr. Alfred Rabau, die Festrede. In packender Weise zeichnete er den Weg des Makkabi und wies auf die Bedeutung der kommenden Aufgaben hin, die in der Arbeit für die Galuth und für den Ozar Hamakkabi, den Fonds des Makkabi-Weltverbandes zur Aufbringung von Mitteln für die Uebersiedlung von Makkabim nach Erez Israel, liegen. Die Preisverteilung nahm anschließend der Kreissportwart Fritz Lewinsohn vor. Trotz großer Schwierigkeiten ist es dem Bar Kochba Leipzig gelungen, eine würdige Veranstaltung durchzuführcn, die für die neue Arbeitsepoche des deutschen Makkabikreises ein verheißungsvolles Beginnen ist. F. L. Die Hebräische Lehranstalt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Die Hebräische Lehranstalt der Jüdischen Gemeinde hat sich die Aufgabe gesetzt, der Jugend den Weg zu den Schätzen des jüdischen Geistes in Vergangenheit und Gegenwart zu erschließen. Auf gesicherter grammatikalischer Grundlage und einem genügenden Wortschatz, der nach den Grundsätzen der modernen' Methodik des Sprachunterrichts durch möglichst starke Betonung des Hörens und Sprechens angeregt und bereichert wird, wird vor allem die Bibel und das moderne hebräische Schrifttum zum Gegenstand des Studiums gemacht, daneben werden Uebungen veranstaltet, um den schriftlichen und mündlichen Gebrauch der Sprache zu lehren. Entsprechend der Intensität der Arbeit werden in etwa drei Jahren erfreuliche Resultate dabei erzielt. Mit dem Fortschreiten der hebräischen Sprachkenntnisse geht das Eindringen in das hebräische Schrifttum Hand in Hand. Wenn es auch nicht möglich ist, die ganze Bibel in der hebräischen Lehranstalt zu lesen, so wird doch ein erheblicher Teil der erzählenden und dichterischen Teile der Bibel behandelt und damit die Lust und Liebe zum geschiehtliehen Erbgut unseres Volkes erweckt. Daneben vermitteln die Werke von Bialik, Tschernichowski, Agnon u. a. m. den An- Schluß an das geistige Leben der Gegenwart. Die nachbiblische Literatur kommt nach Möglichkeit zu ihrem Recht, so oft sich ein Interesse für diese weiten Gebiete findet. Wir haben Kurse für Mischna, Talmud, mittelalterliche Poesie, Religionsphilosophie u. a. abgehalten. Im allgemeinen ist es der beste Erfolg der hebräischen Bildungsarbeit, die Jugend zu tatkräftiger Mitarbeit an den Aufgaben der Gegenwart und zu freudigem Bejahen der jüdischen Zukunft miterziehen zu helfen. — Die Hebäische Lehranstalt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin hält Kurse ab im Zentrum der Stadt, in der Schule, Große Hamburger Str. 27, und im Westen, in der Schule, Klopstockstr. 58. Die Teilnehmer der Kurse setzen sich aus Schülern, Studenten, Kaufleuten und Lehrern zusammen. Der Unterricht wird nachmittags und abends abgehalten. Es wird zweimal wöchentlich insgesamt 4—5 Wochenstunden unterrichtet. Das Schulgeld beträgt 2 M. monatlich, für Studenten, Schüler und Lehrlinge 1 M. Zum Zwecke der Anschaffung von Lehr- und Lesematerial wird ein Bibliotheksbeitrag von monatlich 50 resp. 25 Pt. erhoben. Auf Antrag kann das Schulgeld ermäßigt oder erlassen werden. Das Lehrerkollegium bestand im Sommersemester 1932 aus folgenden Herren: Nissan Berggrün, Dr. A. S. Dörfler, Dr Moses Goldmann, Studienassessor Walter Heilbrunn, M. A. Jernensky, Nahum Levin und Wolf Werba. Das Wintersemester beginnt am 13. Oktober. Anmeldungen zu sämtlichen Kursen sind noch möglich. Sprechstunde: Dienstag 19—13) Uhr, in der Schule Klopstockstr. 58, und Mittwoch 18—19 Uhr, Gr. Hamburger Straße 27. Telephonisch: 2—3 Uhr, Brabant 501. N. Berggrün, Grünewald, Trabener Str. 2» Ans den Gemeinden Am 8. September fand nach den Ferien die erste Sitzung der Berliner Repräsentantenversammlung unter dem Vorsitz von Dr. Alfred Klee statt. Zur Verhandlung gelangten laufende Angelegenheiten. Nach Beendigung der sachlichen Beratungen hielt Dr. Klee eine Ansprache, in der er auf die allgemeine Situation der Berliner Jüdischen Gemeinde einging. Er gab dem Wunsche Ausdruck, daß das kommende Jahr der Jüdischen Gemeinde Berlin die Möglichkeit geben möge, Aufbauarbeit auf sozialem und wirtschaftlichem Gebiet zu leisten. Vermischtes Kurt Btumenfeid spricht über ״Der Zionismus als Führer der Weltjudenheit“ am Dienstag, dem 20. September, abends 83/4 Uhr, im Klub Junger Zionisten, Sitzungssaal, Meinekest. 10. Gäste willkommen. Mayer Dizengoff, der Bürgermeister von Tel-Awiw, weilt gegenwärtig in Berlin, (Siehe auch den Bericht des Makkabi.) Neben seinen Besprechungen mit der Leitung des Welt-Makkabi will Bürgermeister Dizengoff auch in Deutschland für die Interessen des Jüdischen Museums in Tel-AwPw tätig sein. Dizengoff hat an der Jüdischen Weltkonferenz in Genf teilgenommen und sich später einige Zeit in Polen aufgehalten. X. Landeskonferenz des deutschen Landesverbandes Hechaluz. Eröffnung Sonntag, den 18. September, abends 8(4 Uhr, in den Sophien-Sälen, Sophienstraße 18. Die Veranstaltung ist öffentlich. Enzo Sereni, Mitglied des Merkas, spricht über ״Die erzieherische Idee der chaluzischen Bewegung“. — Alle jüdischen Jugendorganisationen und alle anderen jüdischen und zionistischen Organisationen sind herzlich eingeladen. Tanzabend Dania Levin, Tel-Awiw. Dienstag, den Tf. September. 8(4 Uhr abends, tanzt Dania Levin aus Tel-Awiw im Weißen Saal der Johann-Georg-Festsäle, Halensee, Johann- Georg-Str. 19. Dania Levin ist mit großem Erfolg in mehreren Tanzabenden in Tel-Awiw und anderen Städten Palästinas aufgetreten. Insbesondere ernteten ihre chassidischen und palästinensisehen Tänze starken Beifall. Näheres s. Inserat. Tonfilm-Aufnahme ln der Neuen Synagoge Berlin. ״Fox tönende Wochenschau“ machte am Montag, dem 11. d. M., eine Tonfilmaufnahme in der Neuen Synagoge, Oranienburger Str., für ihre Europawoche. Es sangen die vereinigten Synagogenchöre unter Leitung des Dirigenten Alexander Wein bäum ״Aus der Tiefe rufe ich Dich, Herr“. Das Solo sang Oberkantor Gollau in. Die Leitung des Ganzen lag in den bewährten Händen des Dezernenten für musikalische Angelegenheiten, Herrn Ehrenreich. Die Tlschrl-Aktion des KKL. Der Beschluß, den der Delegiertentag unter dem Eindruck der Rede Ussischkins über die mangelnden Bodenreserven gefaßt hat, wird die Anstrengungen für diese Kampagne, die bereits in den meisten Ortsgruppen eingesetzt haben, sicher sehr verstärken. Die •Zahl der zur Aktion angemeldeten Orte beträgt heute bereits 85. Als erste Ortsgruppe hat bereits Mannheim ein Teilergebnis der Sammlung überwiesen, die dort richtig im Sinne der KKL-Prinzipien auf Erfassung möglichst vieler Spender ab• gestellt ist. Im vorigen Jahr hat Mannheim in vorbildlicher Weise über 1100 RM. aus 800 Spenden zusammengebracht. Der hebräische Kindergarten des Jüdischen Schulvereins, Klopstockstr. 58 (1 Min. v. Bahnh. Tiergarten), nimmt noch einige Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren auf. Anmeldungen täglich von 8—1/210 Uhr bei der Leiterin Frl. Alice Weiss-Stadthagen. Telephon: Amt Tiergarten 2084. tü. Verbandstag der Jüdischen Handwerker Deutschlands. Am 11. und 12. September fand in Berlin der 10. Verbandstag der jüdischen Handwerker Deutschlands statt. Aus diesem Anlaß haben eine Reihe von Veranstaltungen stattgefunden. Eine Ausstellung ״DasjüdischeHandwerk“ zeigt die Leistungen des jüdischen Handwerks in Deutschland. Ueber diese Ausstellung sowie über die Ergebnisse der Verbandstagung soll noch berichtet werden. Dortmund. Sonntag, den 18. September, abends 8 Uhr, findet im Festsaal des Reinoldus, Reinoldistr. 7 (Handwerkskammergebäude), eine Aufführung statt: ״Ahasver“ eine Bildfolge von jüdischer Not. Reinertrag zugunsten des Keren Kajemeth Lejisrael. — Brith Haolirn; National-Jüdischer Jugendbund; Zeire Misrachi; Misrachi-Ortsgruppe; Zionistische Ortsgruppe. Beuthen (O.-Schles.). Montag, den 19. September, abends 81/2 Uhr pünktlich, spricht im Kaiserhofsaal in Beuthen, Bahnhofstraße, Rabbiner Dr. Simonsohn (Breslau) über ״Erlebtes und Erlauschtes aus Erez Israel“. Freie Aussprache. Breslau. In Breslau ist ein Archiv der jüdischen Jugend gegründet worden, das möglichst vollständig die Bundesblätter, Materialsammlungen und Sonderveröffentlichungen der jüdischen Jugendbünde sowie einiger wichtiger jüdisehen Organisationen umfassen soll. Die Aufgabe und der Zweck des Archivs besteht darin, der gesamten jüdischen Jugend die Möglichkeit zu geben, sich eingehend und gründlicher, als dies bisher möglich war, über die Arbeit in den verschiedenen Bünden zu informieren, sowie auch eine objektive Information über wichtige jüdische Gegenwartsfragen zu erleichtern. Um diese Arbeit erfolgreich gestalten zu können, wird gebeten, alle nur in Frage kommenden Veröffentlichungen, auch älteren Patums, in 1—2 Exemplaren dem Archiv zur Verfügung zu stellen. Besonders bei der hündisch organisierten Jugend dürfte noch viel Material vorhanden sein, was für das Archiv wichtig ist. Das Archiv versendet leihweise alle vorhandenen Schriften gegen Selbstkostenerstattung (Porto) und erteilt auch sachliche Auskünfte. Näheres durch die Leitung des Archivs der jüdischen Jugend, Breslau 2, Schweidnitzer Stadtgraben 28. Arbeitsnachweis. Handwerkliche Lehrstellen für Knaben und Mädchen für alle Berufe werden dringend benötigt. Wir bitten auch Lehrstellen, die zu Ostern frei werden, möglichst bald bei der Berufsberatung der Jüdischen Gemeinde zu melden. Wir haben gut ausgebildete Handwerkerinnen jeder Art vorgemerkt. — Sprechstunden der Berufsberatung: für Mädchen: Montag und Donnerstag von 10—1 Uhr, für Knaben: Dienstag und Freitag von 10—1 Uhr; Sondersprechstundea der Berufsberatung: Dienstag von 3—5 Uhr (freiwilliger Arbeitsdienst, Berufswechsler); Berufsberatung für Bewohner des Westens und der westlichen Vororte: Donnerstag von 3—6 Uhr, Fasanenstr. 79. Weibl. gewerbl. Abteilung (Handwerkerinnen, ungel. Arb.) täglich, außer Mittwoch, von 12—1 Uhr. Stellenangebote für Palästina. Für eine palästinensische Firma wird je ein Schreibmaschinenmechaniker und ein Radioteefrniker gesucht. Der Schreibmaschitienmechaniker muß firm in Reparaturen und Instandhaltung aller Systeme sein, der Radiotechniker ebenfalls eine gelernte und erfahrene Kraft. Einreisegenehmigung liegt vor. Schnelle Bewerbungen an das Palästina-Amt, Berlin W15, Meinekestr. 10, erbeten. Gottesdienste. Freitag, den 16. September, abend»: In den Synagogen mit altem Ritus, ferner Neue Synagoge, Syn. Linden- Straße, Syn. Köpenick und Alterversorgungsanstalten: 6.30 Uhr; Syn. Lütiowstraße, Levelsowstraße, Fasanenstraße, Friedenstempel und Schmargendorf (Altersheim): 7 Uhr: Syn. Prinzregentenstraße: 7.15 Uhr. Predigten: Syn. Lützowatraße: Dr. Wiener: Syn. Fßedenstempei: Dr. Prinz! Sva. Prinzregenteustraße: Dr. Gallinerj

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