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Jüdische Rundschau · 1932-09-09 · Heft 72 (9.9.1932) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVII (1932)
Issue
Heft 72 (9.9.1932)
Date
1932-09-09
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 348 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 72, 9. IX. 1932 Ottawa und der Orangenzoll (Von unserem palästinensischen Korrespondenten.) gl. T e I - A w 1 w, den 30. August 1932. Seit dem vorigen Jahre, als zusammen mit dem gesamten protektionistischen Zollsystem auch die Frage der Einfuhr paliistinensischer Produkte nach England aktuell wurde, spielt die Frage der Verzollung palästinensischer Orangen in englischen Häfen eine entscheid ende Rolle in palästinensischen Wirtschafts- «liskussionen. Die Marktfrage für Zitrusprodukte ist nicht das Problem eines Wirtschaftszweiges, sondern eines gewaltigen Teiles der palästinensischen Wirtschaft überhatipt. Bei den Juden ist der Anbau in den letzten Jahren so sprunghaft gewachsen, daß er eine dominierende Stellung einnimmt, und auch bei den Arabern hat sich die Zahl der bepflanzten Dun am rasch vermehrt. Auch unter normalen Umständen, das heißt, wenn die Märkte der freien Konkiirrenz offenständen und sich das Produkt einfach durch seine Güte und Preiswürdigkeit einzuführen hätte, wäre es notwendig geworden, die Marktfrage auf das sorgfältigste zu studieren, neue Möglichkeiten zu erschließen; denn bei dem gegenwärtigen Entwicklungstempo treten Jahr für Jahr Tausende von Dunam in das Reifestadimn ein und wir haben damit zu rechnen, daß sich die Zahl der exportierten Kisten mit jeder Saison um Millionen steigert. Mit dem Moment jedoch, wo von einem freien Spiel der Kräfte nicht mehr die Rede ist, sich ein europäisches und amerikanisches Land nach dem andern mit gewaltigen Zollschranken umgibt, um eigenen Produkten vor fremden einen Vorzugsrang auf künstliche Weise zu sichern, spitzt sich die Marktfrage immer bedrohlicher zu. Insbesondere hat man bei diesen neuen Faktoren, die den Absatz bestimmen, nicht mit naturgegebenen Tatsachen zu rechnen — wie zum Beispiel Reifesaison —, sondern hängt von den Beschlüssen der verschiedenen Regierungen ab, die bei der heutigen Weltläge auch nur für kurze Zeit nicht vorausberechnet werden können. Unter diesen Umständen hat man in Palästina überall, und nicht mir in den Kreiser!, die unmittelbar mit der Orangen- Industrie zu tim haben, die Konferenz von Ottawa, wo zwischen den Teilen des britischen Imperiums die Frage der gegenseitigen Zölle verhandelt wurde, mit Spannung verfolgt. Freilich bekam man durch die spärlichen offiziellen ßulletins, die der Telegraph übermittelte, nur ein sehr nebelhaftes Bild der Vorgänge; his sich dann plötzlich die Tatsache herausschälte, daß England dem südafrikanischen Dominion, von dem es in mannigfacher Beziehung für seine Rohstoffe abhängig ist, einen Orangenzoll bewilligt habe. Die erste Nachricht über das Abkommen war unvollständig und daher irreführend. Sie berichtete von einem Zoll für Orangen von zwei Shilling, für Grape-Fruit von drei Shilling pro Kiste, ohne Einzelheiten zu geben. Diese erste Nachricht führte zu einer starken Depression, die sich am nächsten Tage dadurch lichtete, daß sich eine zeitliche Be f r i s t u n g des Zolls ergab. Da er die Protektion der afrikanischen Frucht bezweckte, wurde der Zoll für die dortige Erntezeit festgesetzt, das heißt von April bis November. Palästina, das die entgegengesetzte Reifezeit für Zitrusfrüchte hat und seinen Hauptexport in der Zeit von Dezember bis März bewerkstelligt, wird also in der Hauptsaison von dem Zoll nicht betroffen. Jedoch hat sich besonders in den letzten Jahren eine Tendenz gezeigt, die Exportperiode aus Preisgründen zu verlängern. Der Transport von Grape Fruit beginnt bereits Anfang oder Mitte Oktober und die Schluß- Sendungen ziehen sich in den April. Es wird also doch ein Teil des Verkaufes durch den Zoll betroffen und die Summen, die dabei von Palästina an England gezahlt werden, können sich auf beträchtliche Höhe heben. Palästina ist jn digser Frage des Schutzes seiner Pr.odukfe dem Imperium gegenüber in einer verzwickten Lage. Während Mandate vom Typus B, also die afrikanischen Territorien, bereits innerhalb der Zollschranken des Imperiums gelten, also auch den Schutz der Zollmauern genießen und die Vorteile erhalten, die einer Kronkolonie zufallen, ist Palästina als A-Mandat ein Typus für sich. In der Administration, soweit sie sich in der täglichen Praxis auswirkt, kann man es getrost als eine ״Kronkolonie“ betrachten. In seinen Handelsbezich ungen aber gehört es den formalen juristisehen Bestimmungen nach nicht zum Körper des Imperiums und kommt also auch für Zollbevorzugungen nicht in Betracht. Dieses Problem der ״Imperial Preference“ hat den Gegenstand mannigfacher Verhandlungen in London und Jerusalem gebildet. Bisher sind aber klare Resultate nicht erzielt worden, und auf die Verhandlungen in Ottawa konnte Palästina als Mandatsland offiziell keinerlei Einfluß nehmen. Es sind zwar verschiedene prominente Persönlichkeiten der hiesigen Orangenindustrie zur Zeit der Konferenz in der kanadischen Hauptstadt gewesen, man hat auch hier und da diese Reise als eine ״Delegation“ bezeichnet. Es war jedoch klar, daß diese Bezeichnung, die auf eine Zulassung zu den Verhandlungen gedeutet hätte, irrig war, und daß eine Einflußnahme nur aut indirektem Wege, vor allem über das Oberkommissariat, möglich gewesen wäre. Es sind zur Zeit verschiedene Versuche im Gange, die Frage des Orangenzolles auch in den Monaten vor November und nach März, von neuem zu klären. Sowohl von jüdischer wie auch von arabischer Seite beklagt man sich bitter über die Politik des ״Z w e i e r I e i - M a ß“, die einerseits das Land in das Imperium hineinstellt, andererseits ihm nicht die Vorteile zukommen läßt, die einer derartigen Verbindung entsprechen. Es wird als schwer und drückend ernpfundeu, daß die Bevölkerung als solche von einer Einflußnahme auf die Gestaltung der Wirtschaftspolitik ausgeschlossen ist und sicli die Behörden nicht genügend für die Interessen dieser wichtigen Industrie eingesetzt haben. Man darf dieses wirtschaftlich überaus wichtige Kapitel des Orangenzolles noch nicht für abgeschlossen erklären. Verhandlungen, Bemühungen, Beratungen werden folgen. Und wenn auch die schwerste Gefahr eines ganzjährigen Zolles abgewendet ist, darf man vielleicht hoffen, daß auch weitere Erleichterungen für die gesamte Saison erreicht werden können. * Der Vizebürgermeister von Tel-Awiw, Rokach, der soeben aus Ottawa noch Palästina zurückgekehrt ist, teilte der J. T. A. mit, daß die Palästina-Delegation insofern einen Erfolg davongetragen hat, als von englischer Seite die Befreiung der Palästina-Orange von dem zehnprozentigen Einfuhrzoll, der diesen Produkten bei ihrem Import nach Großbritannien auferlegt ist, in sichere Aussicht gestellt worden ist. Herr Rokach teilte ferner mit, daß Kanada jetzt ein gutes Absatzgebiet für die Palästina-Orange ist. Wie die arabische Tageszeitung ״Falastin“ mitteilt, hat die Palästina-Regierung den Beduinen von Beit Sahur in der Nähe von Bethlehem eine Unterstützung in Höhe von 2400 Pfund gewährt, um sie in die Lage zu versetzen, ihren Boden im kommenden Jahre zu bestellen. Der Zehent für das laufende Jahr wurde diesen und anderen Beduinen des Bethlehem-Distrikts erlassen. Wie ״Falastin“ weiter meldet, hat der stellvertretende Landentwicklungsdirektor, Andrews, Gaza besucht und dort dem Landentwäcklungsdepartment zum Kauf angebotene Böden besichtigt. Es handelt sich um ein Gebiet von 12000 Dunam, auf dem Araber aus der Gegend von Wadi Hawarith angesiedelt »erden sollen. Juden wider Willen Die ״North American Review“ bringt unter dem Titel ״Living on the Quota“ (״Unter dem Numerus Clausus“) einen ungemein aufschlußreichen Aufsatz einer assimilantisch eingestellten jüdischen Mutter, Carolyn Lisbcrger, über das Bildungsproblem der jüdischen Jugend in den USA. Der warmherzigen und aufrechten Verfasserin bedeutet weder das Nationaljudentum noch die jüdische Religion etwas, so daß sie sich und ihre ״christlichen Nachbarn“, an die sich der Aufsatz wendet, vergeblich nach dem Sinn all der schweren Benachteiligungen fragt, denen sie ihre Kinder ausgesetzt sieht. In erschütternder Weise enthüllt ihr Aufsatz die tragische Lage der Kreise, die sich assimilieren wollen, aber durch das Verhalten der amerikanischen Umwelt daran gehindert werden. Was soll eine jüdische Mutter tun? Erzieht sie ihre Kinder als Juden, so erschwert sie ihnen den heute ohnehin so harten Lebenskampf außerordentlich, und setzt sie schon in der ganzen Erziehung Benachteiligungen aus, die ihr Wesen verkümmern und verkrüppeln müssen. ״Es gibt keinen einzigen Ort in den USA., wo Juden und Nordische (Nordic) unter gleichen Bedingungen stehen.“ In jeder einzigen Schule oder gar Universität werde nur ein bestimmter Prozentsatz Juden aufgenommen, so daß die jüdische Jugend untereinander in der erbittertsten Konkurrenz um die viel zu wenigen freien Plätze stände. Manche Karrieren, wie vor allem die akademische, seien Juden fast nur bei genialer Begabung offen. Aber selbst die bloße Zulassung als Student sei ungeheuer schwierig, und jemand, der durchaus Medizin studieren wollte, habe Gesuche an 45 Universitäten gerichtet. Selbstverständlich führe dieses Verhalten der Umwelt zu schweren Minderwertigkeitskomplexen bei den jungen Juden. Und was sei dagegen zu tun? Solle man ihnen von Haus aus dagegen einen jüdischen Ueberwertigkeitskomplex einpflanzen? Die Verfasserin findet keinen Sinn darin. Aber wenn man die Kinder taufen lasse, würden sie von denselben Amerikanern, die sie, jüdisch erzogen, in jeder Weise zurücksetzten, nun wieder als Renegaten verachtet, die um äußerlicher Vorteile willen ihre Gemeinschaft verraten hätten. Auch bringe der Bruch mit dem Judentum meist völlige Entfremdung von der Familie mit sich. Mischehen könne man auch nicht wünschen, da sie meist übel endeten. Wo sei die Lösung? Ein berühmter jüdischer Universitätsprofessor, für jüdische Dinge keineswegs interessiert, habe auf die Frage, ob er seinen Sohn jüdisch erziehen werde, die verblüffende Antwort gegeben: ״Was kommt es darauf an? Wenn der Pogrom losgeht, wird er jedenfalls unter den Opfern sein, ganz gleich, wie ich ihn erziehe oder was er selbst glauben mag.“ Der Antisemitismus führe nicht nur dazu, daß Hunderte Im Ausland, besonders in Schottland studierten, sondern auch dazu, daß jüdische Eltern ihrerseits Schulen gründeten; und gewisse Zeichen deuteten auf die kommende Gründung einer jüdischen Universität in Amerika hin. Die meisten amerikanischen Juden wünschten eine solche Entwicklung keineswegs, ja sie fürchteten nichts mehr als irgendwelche ״ghettoähnlichen Zustände“. — Aber es scheine sich um Zwangsläufigkeiten zu handeln. Die wirkliche Lage wird blitzartig durch das beleuchtet, was die Verfasserin über eine Schulgründung erzählt. Im Fernen Westen gründeten jüdische Eltern, die sonst wegen des praktisch bestehenden Numerus Clausus keine Möglichkeit sahen, ihren Kindern eine moderne Schulbildung zu verschaffen, selbst mit finanziellen Opfern eine Schule, traten aber nach außenhin gar nicht hervor, aus Furcht, die Christen würden ihre Kinder nicht auf die Schule schicken, wenn sie als ״jüdischer Erfolg“ gelten würde. Ja, um keine ״ghettoähnlichen Zustände“ zu bekommen, verhinderte man sogar, daß die Juden auch nur die überwiegende Mehrheit der Schüler bildeten und führte zu diesem. Zweck selbst den Numerus Clausus für Juden ein! ״Man tat es mit traurigem Sinn, ohne Unterwürfigkeit oder Ueberheblichkeit, und tatsächlich hätte die Schule ohne diese Maßnahme nicht existieren können.“ — Kann die T r a g i ־ komödie des Assimilantentums noch krasser in Erscheinung treten? Der jüdischen Mutter aber — die übrigens doch ihren Kindern auch jüdischen Unterricht geben läßt, damit sie wenigstens wissen, warum sie leiden — kann nur geraten werden, den Sinn des Judentums zu suchen: ״Sinn in Dir selber.“ ״VeruogliniplDiig“ Die Frage, ob der Stahlhelmführer Oberstleutnant Düsterberg jüdischer Abstammung ist oder nicht, würde uns nicht interessieren, denn wir wissen, daß zahllose jüdische Individuen im letzten Jahrhundert in der Assimilation untergetaucht sind, und für das Judentum sind nur die Judengebliebenen, nicht aber die Abgefallenen wichtig. Aber die seltsame Preßfehde, die ob dieser Frage ausgebrochen ist, verdient doch einen Moment Aufmerksamkeit. Nachdem der ״Angriff“ festgestellt hatte, daß Düsterbergs Großvater Selig Abraham hieß und sein Urgroßvater Vorsteher der jüdischen Kultusgemeinde Paderborn war, verteidigte der ״Stahlhelm“ seinen Führer mit folgender Erklärung: ״Der nationalsozialistische ״Angriff“ veröffentlicht zum Zwecke parteipolitischer Hetze eine Notiz, die sich mit den privaten Familienverhältnissen des zweiten Bundesführers des Stahlhelms, Oberstleutnant a. D. Düsterberg, befaßt. Der ״Stahlhelm“ lehnt es ab, dem ״Angriff“ auf das Gebiet der persönlichen Verunglimpfung sachlich unangreifbarer Gegner zu folgen, obgleich ihm Material über nationalsozialistische Führer in ausreichender Menge angeboten ist. Er kann sich damit begnügen, diese Methode undeutsch er Kampfes weise niedriger zu hängen.“ Die Feststellung eines jüdischen Ahnen wird also als ״persönliche Verunglimpfung“ empfunden und auch von denen, die sich von dem Enkel führen lassen, öffentlich so bezeichnet. Den meisten deutschen Juden kommt kaum mehr zum Bewußtsein, welche Beleidigung in dieser Art der Entschuldig 11 ng liegt. Ke in Deutschland «llgemein üblich gewordene Rassenriecherei wird plötzlich aus Verlegenheit als ״undeutsche Kampfesweise“ erkannt. Weil es sich um einen Stahlhelmfiihrer handelt. Solange nur solche Juden, deren Großväter die Taufe als Charakterlosigkeit empfanden, beschimpft werden, ja auch wenn direkte und indirekte Pogromhetze betrieben wird, ist von seiten des Stahlhelms leider noch nie entdeckt und getadelt worden, daß eine un deutsche Kampfesweise vorliegt. Zu der ״Religion In Geschichte und Gegenwart“ (RGG), die in fünf Bänden in zweiter, neubearbeiteter Auflage 1m Verlag I. C. B. Mohr in Tübingen erschienen ist und an dieser Stelle wiederholt angezeigt war, gibt der Verlag jetzt einen Registerband heraus, der allen Benutzern des Werkes gute Dienste leisten wird. Der Band, der selbst an 9(» Spalten umfaßt, enthält drei Teile: eine besonders dankenswerte systematische Uebersicht, die eine Gliederung des gewaltigen Stoffs gibt, dann ein Mitarbeiterverzeichnis und ein Stichwortregister. Als Verfasser zeichnet Dr. Oskar Rühle. Der jüdische Leser wird an der Hand des Registers leicht und schnell finden können, was sein spezielles Interesse erregt. Der Registerband kostet geb. 26 RM,, das vollständige Werk in 6 Halbfranzbänden 306 RM. XXIV. Delegiertentag der Z. V. t. D. am 11. und 12. September in Frankfurt a. M, Volksbildungshetm, Eschenheimer Anlage 40/41. Bekanntmachung des Ortsausschusses Das Volksbildungsheim, in dem der Delegiertentag stattfindet, ist vom Hauptbahnhof aus mit Linie 12 (Haltestelle Eschenheimer Tor) ohne Umsteigen zu erreichen. Bei Benutzung der Linie 10 und 15 muß an der Hauptwache in eine der Linien 8, 23, 24 oder 25 umgestiegen werden. Auf dem Hauptbahnhof wird Sonnabend Abend und Sonntag früh bis gegen 11 Uhr ein Bahnhofsdienst eingerichtet. Unsere Helfer sind an blauweißen Armbinden kenntlich. Unser Empfangs- und Auskunftszimmer befindet sich auf dem Querbahnsteig links vom mittleren Hauptausgang; an der Glastiir hängt ein Schild. Wer Sonntag erst nach Schluß des Bahnhofsdienstes ankommt, erhält alle gewünschten Auskünfte im Delegiertentagsbüro im Volksbildungsheim. Eintrittskarten. Es werden Eintrittskarten für Zuhörer abgegeben, und zwar für Sonntag, den 11. September, zum Preise von M. 2,—, für Montag, den 12. September, zum Preise von M. 1,—. Am Sonntag, dem 11. September, findet ab morgens 8 Uhr der Kartenverkauf an der Kasse des Delegiertentages im Volksbildungsheim statt. Jugendliche erhalten Eintrittskarten zum Preise von M. 1,— resp. M. 0,50 nur durch Vermittlung der Jugendbünde. Treffpunkt am Vorabend des Delegiertentages (10. Septbr.) Im Cate Hauptwache, I. Stock. Zionistische Vereinigung für Deutschland Delegiertentags - Korrespondenz Alle für den Delegiertentag bestimmten Zuschriften an die Zionistische Vereinigung für Deutschland sind an das Büro des XXIV. Delegiertentages der Zionistisehen Vereinigung für Deutschland, Frankfurt a. M., Volksbildungsheim, Eschenheimer Anlage 40/41, zu richten. Alte Zuschriften, die so abgeschickt werden, daß sie erst am Sonntag, dem 11. September, in Frankfurt einlaufen, müssen per Eilboten aufgegeben werden. Fraktionssitzung der Vereinigten Linken. Die konstituierende Sitzung der Fraktion findet am Sonnabend, dem 10. September, 8.45 Uhr, im Volksbildungsheim, Eschenheimer Anlage 40/41 (Fraktionszimmer), statt. Teilnahmeberechtigt an der Sitzung sind die Delegierten der Fraktion, die Landesvorstandsmitglieder der Vereinigten Linken und als Gäste die organisierten Mitglieder der linken Parteien. Jüdische Jugend im Kampf. Zionistische Jugendkundgebung in Frankfurt a. M., Dienstag, den 13. September, abends 8(4 Uhr. (Der Ort der Veranstaltung wird in den Tages- Zeitungen bekanntgegeben.) — Es sprechen: Kurt Blumen« f e 1 d (Berlin), Enzo S e r e n i (Giwath Brenner) und Vertreter der zionistischen Jugendbünde. Die gesamte jüdische Jugend Frankfurts ist eingeladen. Frankfurter Zionistische Vereinigung, Bar Kochba, Brith Haolim, Brith Hanoar schel Zeire Misrachi, Jung Wizo, Kadimah, K. J. V., Poale Zion-Jugend, Zeire Misrachi, Zionistische Schülergruppe, Zionistische Studentinnengruppe. Arbeit — Boden — Sprache Die Winterarbeit der Berliner Zionistischen Vereinigung beginnt mit einer großen zionistischen Kundgebung am Sonnabend, dem 17. September, im großen Saal des Lehrer-Vereinshauses. Nach dem Frankfurter Delegiertentag wird die größte Ortsgruppe Berlin sogleich mit einer starken großzügigen Propajjandaaktlon vor die Oeffentlichkeit treten, um wenige Tage darauf auf der zweiten Berliner zionistischen Stadtkonferenz in sorgfältigen Beratungen den genauen Aktionsplan für die Wintersaison zu beraten. Am 18. September ist eine hebräische Jugendtagung für Deutschland nach Berlin einberufen, am 19. September ist die Landeskonferenz des Deutschen Hechaluz, und in derselben Zeit beginnt die Rosch Haschanah- Aktion des Keren Kajemeth Lejisrael. Auf der zionistischen Kundgebung wird Dr. Nahum Goldmann ein Referat ״Unsere zionistische Aufgabe“ halten. Einleitend wird N. Lewin eine kurze hebräische Rede ״Arbeit — Boden — Sprache“ halten. Zum Schluß wird der hebräische Sprechchor einige Darbietungen zeigen. Die zweite zionistische Stadtkonferenz am 25. September wird wiederum alle aktiven zionistischen Arbeiter Berlins vereinigen. Als Tagesordnung ist vorgesehen: 1. ein Referat von Dr. Werner Bloch: ״Von der ersten zur zweiten zionistischen Stadtkonferenz“, ein Referat von dem Vorsitzenden der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Kurt Blumenfeld, zu den entscheidenden Fragen der heutigen zionistischen Arbeit. Es folgt die Generaldebatte. Die Nachmittagssitzung wird durch ein Referat von Dr. Elias Auerbach: ״Palästina von Heute in unserer zionistischen Arbeit“ eingeleitet werden. Die Stadtkonferenz wird wiederum die Aufgabe haben, eine fähige zionistische Arbeitskommission für Berlin zu wählen, um den großen Aufgaben, die in dieser Zeit der Zionistischen Organisation harren, gerecht zu werden. Bedenklicher Vorfall. Wie uns aus Würzburg berichtet wird, haben Angehörige der assimilatorischen K.-C-Verbindung in einem jüdischen Restaurant Ankündigungen des Jung-Zionistischen Arbeitskreises mit Hakenkreuzen (!) beschmiert. Auf eine höfliche Interpellation des Jung- Zionistischen Arbeitskreises kam nach 14 Tagen folgende Antwort: ״Wir bestätigen den Empfang Ihres Briefes vom Juni. Mit waffenstudentischem Gruß: Rheno palasia Verbindung im K. C.“ Zugleich forderten die K. C.'er von dem Restaurateur, in Hinkunft den Anschlag der Bekanntmachungen des Jung- Zionistischen Kreises zu verweigern. Dieser Vorfall bedarf wohl keines Kommentars. Es wäre nur zu wünschen, daß auch die Leitung des K. C. sich damit beschäftigt. Vielleicht äußert sich auch die ״C. V.-Zeitung“ darüber, was sie von diesem Streich von Mitgliedern einer dem C. V. eng verbundenen Organisation hält. _____ Alle jüdischen Kolonisten von Kfar Uriah, einem Dorfe, das während der Unruhen im Jahre 1929 zerstört worden war, tauschen ihren Boden gegen einen anderen, in der Nähe von Ramieh ein, den ihnen ein arabischer Effendi anbietet. Der neue Boden der Kolonie Kfar Uriah umfaßt ein Areal von 1600 Dunam, wovon die Hälfte Citrusboden ist.

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