Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVII (1932)
- Issue
- Heft 68 (26.8.1932)
- Date
- 1932-08-26
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 326 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 68, 26. VIII. 1932 tischen“ Wahlrechtes als Grundlage des wirklich repräsentativen Charakters des Kongresses ist eine Fiktion. Dr. Kalium Goldmann hat in seinem Schlußwort ausgezeichnet dargelegt, daß wir in eine neue Weltepoche eingetreten sind. Aber wenn dies wirklich der Fall ist, dann sollte die neue jüdische Politik nicht die alten Methoden, die bereits stark abgebraucht sind, neu aufwärmcn. Nichts anderes geschieht aber, wenn man einen neuen Aufguß des veralleten ost jüdischen Parteigetriebes veranstaltet. Schon bei dieser Konferenz, die doch ganz unverbindlich und etwas zufälli g zusammengesetzt war, entspannen sich Parteikämpfe um Sitze im Präsidium und in irgendwelchen Komitees, die z. B. dadurch beigelegt, wurden, daß inan ein achtzehngliedriges Präsidium wählte, um alle Prestige-Ansprüche zu befriedigen. Wenig produktiv ist cs unseres Erachtens auch, daß! die Konferenz beschlossen hat, der Weltkongreß müsse aus ״allgemeinen, geheimen und proportionellen Wahlen“ hervorgehen, wobei jedem Achtzehnjährigen das aktive Wahlrecht gegeben wird. Nach den bisherigen Erfahrungen muß bezweifelt werden, daß durch eine solche Ueberspannung des formal-demokratischen Prinzips ein vernünftiges Resultat Zustandekommen kann. Wenn der Kongreß sich z. B. von vornherein auf Proportionalwählen festlegt, so heißt das nichts anderes, als daß die alte Parteien-Struktur innerhalb des natio - nalenJudcntu in s (denn es handelt sich ja nur um das nationale Judentum unter Ausschaltung der Nieht-Nationalen)jgeradezu verewigt wird. Was heute nötig wäre, ist der Eintritt neuer Persönlichkeiten und neuer Führer in die jüdische Politik. Gewiß sollen Wahlen sein, aber sie sollten sich auf Menschen beziehen und nicht auf L i s t e n. Die Erfahrungen der sogenannten Demokratie des Nachkriegs-Europa müßten ausreichen, um auch im jüdischen Leben die Vergötzung des Listensystems zu beseitigen. Die Kongreßbewegung sollte die Möglichkeit einer neuen Auslese bieten. Jüdische Gruppen und Persönlichkeiten sollen Menschen wählen, die etwas zu vertreten haben und zu denen sie Vertrauen haben. Es ist doch eine neue Generation herangewachsen, und auf den Parteilisten erscheinen immer nur die allbekannten Namen. Der Kongreß hätte sich ein außerordentliches Verdienst erwerben können gerade dadurch, daß er geholfen hätte, die veraltete Parleien-Struktur zu überwinden. Es sollte noch jetzt dem Organisations-Komitee nahegelegt werden, die früheren Beschlüsse in diesem Punkt zu revidieren und die Möglichkeit zu eröffnen, daß, wenn ein Kongreß organisiert wird, ohne jede Vorbedingung möglichst weite Kreise des jüdischen Volkes zu ihm Zutritt haben und keine Prestige-Momente der bisherigen jüdischen Parteien in den Vordergrund treten. Der ״Jewish Chronicle“ hat in seiner Kritik der Genfer Konferenz die These aufgestellt, daß die jüdischen Probleme jedes einzelnen Landes am Besten van den jüdisehen Bürgern des Landes selbst durch Verhandlungen mit ihren Regierungen gelöst werden können, und hat nur die Einschränkung gemacht, daß die Judenschaften jener westliehen Staaten, die führende Mitglieder des Völkerbundes sind, auf ihre Regierungen einwirken können, damit sie verhindern, daß in anderen Staaten, die Völkerbundsmitglieder sind, die Rechte der Juden verletzt werden. Aus diesem Grunde, so meint der ״Jewish Chronicle“, sei weder die führende Teilnahme von Juden der Vereinigten Staaten, die in Genf keine Stimme haben, zweckmäßig, poch könne ein jüdischer Weltkongreß direkt einen Status vor dein Völkerbund haben, der nur Staaten zugänglich ist. Wir glauben, daß diese Einwendungen nur zum Teil richtig sind. Der Völkerbund ist, gerade infolge der Nicht- Beteiligung der Vereinigten Staaten, heute nicht das einzige Instrument internationaler Politik. Die Solidarität des Weltjudentums in Zeiten der Gefahr ist eine durchaus natürliche, allen Einsichtigen verständliche Angelegenheit. Die Böswilligen werden für Lügen und Verleumdungen immer Stof! genug finden, auch wenn die Juden sich nicht organisieren. Die antisemitische Vergiftung durch die Märchen von ,,jüdischen Geheimverbänden“ ist viel gefährlicher als die Diskussion der Judenfrage auf Konferenzen, die iiii vollen Licht der Öffentlichkeit tagen. Seit den Tagen der Alliance Israeli(« Universelle ist der Gedanke der Organisierung der jüdischen Gesamtheit immer wieder aufgetaucht, aber niemals wirklich realisiert worden. Der ״Jewish Chronicle“ hat gewiß ein Recht, die Genfer Veranstallung zu kritisieren, wenn sie ihm unzulänglich erscheint, aber er sollte nicht das Kind mit dem Bade ausschütten und die Idee einer Organisierung der jüdischen Kräfte schlechthin ablehnen. Was schließlich den Status vor den Völkerbund betrifft, so ist daran zu erinnern, daß es bereits eine jüdische Instanz gibt, die vom Völkerbund anerkannt ist: die Je wish Agcncy for Palcstine. In Wahrheit ist die Jcwish Agency, deren oft besprochene Unvollkommenheit wir gewiß sollen, der einzige existierende Nuclcus einer jüdischen Weltorganisation. Unter den Veranstaltern der Genfer Konferenz befinden sich eine Reihe von Persönlichkeitcn, die der erweiterten Jewish Agency den Vorwurf machen, sie sei nicht repräsentativ genug und habe nicht vermocht, weitere Kreise zu erfassen. Wenn man auf dem Gebiet der Palästina-Arbeit diesen Vorwurf erhebt, dann müßte man eigentlich dort, wo der ganze Umfang jüdischer Galuthfragen zur Erörterung steht, viel mehr darauf bedacht sein, die Beteiligung aller Kreise des jüdisehen Volkes zu sichern, als es in Genf der Fall war. Denn wie die Dinge nun einmal liegen, erreicht man eine solche Beteiligung nicht durch ein ״Manifest“. Dagegen scheint uns der Gedanke erwägenswert, ob nicht die Jewish Agency zu einer Körperschaft ausgebaut werden kann, die alle jüdischen Fragen der Gegenwart autoritativ behandelt Die rapide Entwicklung der letzten Jahre hat die Judenfrage so akut werden lassen, wie noch zur Zeit dei: Gründung der Jewish Agency niemand vermutet hätte. Der Zusammenhang zwischen Palästina und Judenfrage ist für jeden, auch für die nichtzionistischen Agency-Mitglieder, heute offenkundig geworden. Für die neue Wirklichkeit, die hinter dem Vorhang der althergebrachten Formeln und Parteistruktur schon vorhanden ist, hat unsere Sprache, unser Denken, unser innerjüdisches Lehen noch nicht die richtigen Ausdrucks formen gefunden. Nur ein kühnes Ergreifen dieser Wirklichkeit ohne Bindung an veraltete und überlebte Dogmen, kann uns weiterbringen. Die Jewish Agency könnte ein Instrument jüdischer Politik werden, wie es der Moment erfordert. Freilich hängt alles davon ab, ob sich die geeignete Führerpersönlichkeit bietet, die im ganzen Volke eine Autorität besitzt, die man nicht durch Resolutionen schaffen kann. Die Genfer Konferenz hat gezeigt, daß für eine Organisation der geplanten Art die Parole eines Zieles nicht ausreicht, um eine breite Basis zu schaffen. Es bedarf vielmehr eines bestimmten Inhalts, der sich in einem konkreten Werk manifestiert. Wo eine gemeinsame Arbeit in den Vordergrund tritt-, ist eine Kooperation auch gesinnungsmäßig getrennter Elemente möglich, wo aber diese Arbeit fehlt, entsteht die Gefahr uferloser Diskussionen um Gesinnungsmomente, in denen eine Einigkeit doch nicht zu erzielen ist. Die Meinung^ daß innerjüdischo Kämpfe durch Resolutionen ausgetragen werden können, bei denen auf dem Schlachtfeld der Abstimmung Sieger und Besiegte einander gegenüberstellen, .ist eine der Fiktionen unseres jüdischen Lebens. Die revolutionäre Bedeutung der Jewish Agency und des Palästinawerkes besteht darin, daß hier die Sache über das Wort gesiegt hat. Und schon aus diesem Grunde scheint uns die Jewish Agency auch als Trägerin der Aufgaben eines jüdischen Weltkongresses geeignet, weil in ihr die Gefahr des Auseinanderredens gebannt wird durch die verbindende Kraft des sichtbaren \V e rkc s Palästina. Die Fragen, die durch die Genfer Konferenz in Angriff genommen worden sind, müssen weiterbehandelt werden. Die Genfer Konferenz hätte dann das große Verdienst, die Dinge ins Rollen gebracht und eine Aktion herbeigeführt zu haben, die von unmittelbarerer Wirkung sein kann als ein noch im ungewissen liegender Kongreß im Jahre 1934. Die Revolution im Verkehrswesen (Von unserem palästinensischen Korrespondenten.) gl. T e 1 - A w i w, im August 1932. Die Eingliederung *Palästinas in den Weltverkehr und die Erschließung des Landes im Innern ist während der letzten 15 Jahre mit großen Schritten vorwärts gegangen. Der Weg dieser Entwicklung war keineswegs einheitlich. Nachdem dl« deutschen Plane def BagdädWJahtt 1dtJreft den Weltkrieg zuschanden gemacht waren, traten andere Projekte auf den Plan. Derselbe Krieg brachte dem Lande das erste Eisenbahnnetz, von den Engländern im Hinblick auf strategische Zwecke hergestellt und später aus palästinensischen Steuern bezahlt. Man kann behaupten, daß ohne diese strategischen Rücksichten und bei einer topographisehen Berücksichtigung der Landesverhältnisse man kaum an die Erschließung des Landes durch die Schienen geschritten wäre. Bei der Kleinheit der zu überwindenden Entfernungen, dem ungleichen, auf- und absteigenden Gelände und der durch die Entwicklung der Zivilisation entstehenden Not- Wendigkeit, auch kleine Orte an das Verkehrsnetz anzuschließen, empfahl sich der asphaltierte Auto weg eher als der Schienenstrang. Aber die Eisenbahn war nun einmal da, sie wurde bezahlt und mußte in Betrieb gehalten werden. Das Eisenbahndepartement der Palästinaregierung hat es mit seiner Aufgabe nicht leicht gehabt. Es hatte einzelne Zweige in Betrieb zu halten, bei denen die geringe Frequenz eine Rentabilität in naher Zukunft sehr unwahrscheinlich machte. Und auf den großen Strecken, wo auf eine große Frequenz zu rechnen war, erschien sehr bald das Auto als ein gefähr• licher Konkurrent. Die Motorwagen vermehrten sich mit großer Schnelligkeit noch in einer Zeit, wo die Chausseen viel zu wünschen übrig ließen. Denn sie beförderten ihre Passagiere zu jeder Tageszeit, so daß man nicht von dem Eisenbahnfahrplan abhängig war, und sie waren bald rascher als die Lokomotiven. Der gesteigerte Autoverkehr brachte die Forderung nach guten Wegen. Die Regierung steht im Hinblick auf die Bilanz des Eisenbahndepartements dieser Forderung nicht sehr freundlich gegenüber. Auf bestimmten Linien wurde der Straßenbau von der Administration eher aufgehalten als beschleunigt, weil sonst die Konkurrenz der Autos zu rasch erstarkt wäre. Eines der wichtigsten Beispiele für diese Taktik ist die Straße Haifa—Tel-Awiw (bzw. Jaffa), die seit Jahren mit einer so geringen Geschwindigkeit vorrückt und im Bau so oft unterbrochen wird, daß ein geregelter Autoverkehr zwischen diesen beiden wichtigen Zentren zurückgehalten wird. Aber schließlich lassen sich die Wagen nicht zurückhalten. Vor einiger Zeit ist eine feste Autobuslinie mit geregeltem Fahrplan zwischen Haifa lind Tel-Awiw eröffnet worden, die den nicht vollendeten Teil des Weges auch so überwindet. Und dieses fait accompli wird zu einer Beschleunigung in der Vollendung der Straße beitragen. Unterdessen dringt das Auto auch in die Nebenwege, wohin die Eisenbahn nicht gelangt, und der Autobus bringt auch die entferntesten arabischen Dörfer in Verbindung mit der Stadt und damit mit dem Markt und den städtischen Bedürfnissen Daß überall, wo eine neue jüdische Siedlung entsteht, auch das Auto sofort als Begleiter erscheint, ist selbstverständlich. Und auf das Auto folgt ein Weg utid auf den Weg eine ausgebaute Chaussee. Das Wegenetz ist heute nicht überall gleich dicht. Die Bezirke, in die die jüdische Kolonisation nicht gelangt äst, zeigen sehr viel weitere Maschen. So ist der Süden und ein Teil des Nordens noch relativ unerschlossen. Erst eine Verdichtung der Bevölkerung auch in diesen Gebieten wird einen Ausbau der Straßen bringen. Bisher hielt die Eisenbahn ihre unbestrittene Herrschaft auf den langen Strecken; also vorwiegend im Auslandverkehr. Wer nach Aegypten wollte, benutzte die Bahn; denn die lange Strecke, die zum Teil durch ganz dünn besiedelte Gegenden oder durch Wüste führte, wurde von Autos nicht befahren. Die Verbindung Cantara—Haifa, also von der Südgrenze bis zum wichtigsten Hafenplatz, war denn auch auf Auslandsverkehr und für längeren Aufenthalt cingerichtet, mit Schlaf- und Speisewagen. Jetzt geht das Auto daran, auch diese Festung der Bahn zu stürmen. Es ist eben eine Autolinie zwischen Jerusalem und Kairp in Vorbereitung. Es werden Probefahrten gemacht, die Kon- Zession ist bereits erteilt worden, und damit wird die Beförderung schneller. Ein neues Band knüpft die beiden Nachbarländer, Palästina und Aegypten, enger aneinander. Von großem Interesse Ist die Eröffnung einer zweiten großen Ueberlandlitiie, die ebenfalls in die letzten Wochen fällt. Sie hat mit dem Wettstreit zwischen Auto und Bahn nichts zu tun, sondern bildet eine grundlegende Neuerung. Eine Verbindung zwischen Jerusalem und Bagdad gab es bisher nicht auf direktem Wege, wenn man von der Flug'• Verbindung absieht, die jedoch nur wenig benutzt wird und eher für die Verbindung Europa—Asien als Palästina—Irak Bedeutung hat. Wer von Palästina nach dem Irak wollte, ging bisher über Syrien. Entweder mit dem Auto oder (seltener) mit der Bahn nach Damaskus und von dort mit den großen Wüstenautos nach Bagdad, wo sich auch die Linie nach Persien anschließt. Jetzt wird der Versuch gemacht, Syrien aus der Route auszuschalten. Die Autos fahren von Jerusalem aus über Amman, die Hauptstadt Transjordaniens, und dann direkt nach Bagdad, wo sich ebenfalls eine Linie nach Teheran anschließt. Die Wagen befördern sowohl Passagiere wie auch Post und Fracht und machen ihren Weg in dreißig Stunden, so daß eine Zeitersparnis erzielt wird. Die Autoverbindungen Jerusalem — Kairo einerseits und Jerusalem —Bagdad anderers e i t s sind — wenn sie sich bewähren — von großer Bedeutung für den engeren Anschluß Palästinas an die Nachbarländer, der sich im Laufe der wirtschaftlichen Entwicklung stärken muß, auch wenn man von politischen Kräften, die in diesem Sinne wirksam sind, absicht. Die Annäherung des Landes an den europäischen Verkehr ist unterdeß im Verhältnis noch sehr viel rascher vor sich gegangen. Verschiedenste Schiffahrtslinien haben im Ausbau der Verbindung miteinander gewetteifert, die Verbindung rnit den Häfen Europas ist rascher, bequemer und billiger geworden. Das gilt sowohl für den Personen-, wie auch für den Güterverkehr. Verschiedene technische Fragen, die mit der Verschiffung leicht verderblicher Waren verbunden waren, gehen unter dem Einfluß des sich entwickelnden Orangenexports rasch ihrer Lösung entgegen. Vor allem wird die Zeitspanne, die zur Ueberwindung der Entfernung nötig ist, immer geringer. Braucht man doch auf dem Flugwege von Berlin nach Tiberias nicht mehr als zwei Tage. Und die Entwicklung des letzten Jahrzehnts hat uns bewiesen, .daß Beförderungsmittel, die am Anfang nur wenigen Reichen zugänglich sind, im Laufe der Zeit von weiteren Volksschichten in Benutzung genommen werden. Die Erschließung des Landes im Innern einerseits, sein Anschluß an den Weltverkehr andererseits und schließlich seine engere Verbindung mit den Nachbarländern schreitet immer weiter vorwärts. Sie wird nicht rein von Handelsinteressen getragen, noch weniger vom Standpunkt des Volkswirtschaftlichen Gemeinintercsses. Unternehmergewinn und strategische Rücksichten (Haifaer Hafen, Eisenbahn, Flugwesen!) haben in diesem Prozeß eine große Rolle gespielt und spielen sie auch heute. Aber gewissermaßen als ״Bei- Produkt“ bleibt doch eine Besserung der Verkehrsverhältnisse, ein engerer Kontakt zwischen den Landesbezirken, den Ländern, den Kontinenten zurück. Die Zeiten sind vorbei, wo Palästina weit von Europa entfernt schien, wo eine _ Reise von Jerusalem nach Jaffa eine Unternehmung für einen vollen Tag und eine Fahrt nach Bagdad ein Abenteuer darstellte. Palästina ist in engem Kontakt mit der Welt. Der ZasammeaschloB der zionistischen Arbeiterverbände Dan z ig , 22. August. (J.T. A.) In den letzten drei Tagen haben in Danzig die beiden zionistischen Arbeiterverbände Poale Zion und Zeire Ziou-Hitachduth, jede für sich, Beratungen abgehalten, die dem Zusammenschluß dieser beiden Verbände zu einem einzigen zionistischen Arbeiterverband gegölten haben. Am 22. August, nachmittags, traten die Führer der beiden Verbände zu einer gemeinsamen Konferenz zusaramen. Ben Gurion, der Führer der Poale Zion und des Allgemeinen Jüdischen Arbeiterverbandes Palästinas, eröffnete die Vereinigungskonferenz mit einer Ansprache, in der er mitteilte, daß sowohl die Weltkonferenz der Poale Zion als auch die der Zeire Zion-Hitachduth fast mit Einstimmigkeit beschlossen haben, die Vereinigung der beiden zionistisehen Arbeiterverbände zu vollziehen. Er gedachte der verstorbenen fünf großen zionistischen Arbeiterführer, die die Grundlage der nunmehr vereinigten Weltbewegung der zionistischen Arbeiterschaft geschaffen haben: B. Borochow, J. Ch. Brenner, A. D. Gordon, Joseph Trumpeldor und Dr. Nachman Sirkin. Der Leiter des bisherigen Büros des Weltverbandes Hitachduth, Dr. Tartakower, verlas sodann die Einigungsforme!. Auf der Konferenz wurden Begrüßungsschreiben verlesen vom Direktorium des Keren Hajcssod in Palästina, von der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, der British Labour Party, den sozialistischen Parteien Hollands, Frankreichs, Belgiens, Oesterreichs, der Tschechoslowakei und anderer Länder, aer Histadruth (Allgemeine Arbeiterpartei Palästinas), des Brith Hanoar (Weltverband der jüdischen Jugend) u. a. m. Nach Wahl der zentralen Leitung der vereinigten Welt- Bewegung der zionistischen Arbeiterschaft wurde die Vereiuigungskonferenz geschlossen. Das neue Gesicht Palästinas. Der Berliner KKL-Zentrale sind auch in diesem Jahre wie immer von den Palästina-Touristen Fotos zur Verfügung gestellt worden. Diesmal aber nicht Kopien, sondern Leica-Films, und zwar in einer riesigen Anzahl. Unter den heutigen Umständer! ist es dem KKL finanziell unmöglich, von etwa 300 Aufnahmen Vergrößerungen auf 18x24 machen zu lassen. Hier liegt also ein nicht verwertbarer Schatz besten Propaganda-Materials, denn diese Bilder geben in ihrer Gesamtheit einen überwältigenden Eindruck von dem völlig neuen Antlitz, das Palästina seit 1929 bekommen hat, durch die mächtigen Steinbauten in den Kolonien des Emek, die neuen Orangen-Kolonien, das neue Haifa, die vollendete Ruthenberg- Station usw. Wir möchten schon auf dem Frankfurter Delegiertentag und der Berliner Stadtkonferenz diese Bilder ausstellen, und ich bitte Gesinnungsgenossen, die besonderen Sinn für Propaganda haben, um Sonderspenden, ferner in Berlin wohnhafte Gesinnungsgenossen, die Vergrößerungsapparate besitzen, um Uebernahme einiger Vergrößerungen. Die Sache eilt sehr. . Dr. Ernst Mechner. Simon Dubnow: Jüdische Geschichte, für Kinder erzählt. In Berlin ist soeben in jiddischer Sprache ein neues Buch von Prof. Simon Dubnow unter dem genannten Titel erschienen. Das Buch, 288 Seiten stark, ist reich illustriert (70 Bilder und Karten), stark gebunden und für den Gebrauch an Schulen sowie als Jugendbuch gedacht. Das Werk ist im Buchhandel, bei jüdischen Schulorganisationen und Kulturgesellschaftcn erhältlich.