Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVII (1932)
- Issue
- Heft 65 (16.8.1932)
- Date
- 1932-08-16
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 6% 16. VIIT. 1932 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 313 Zionismus und religiöser Liberalismus In der Zeit vom 5. bis 9. August tagten fm Haag und in Amsterdam Konferenzen des Weltverbandes für das liberale Judentum. Im Rahmen der Veranstaltungen wurde am 7. August in Amsterdam eine ״Round Table-Konferenz“ über dis, Thema; ״Richtige und schädliche Art der A i 1׳ i m i i a t i o n “ abgehalten. Was der Name ״Round Tablc-Konff '!z“, statt einfach ״Diskussion“, bedeuten soll, ist n'״'״‘ ' if. r. Denn unter ״Round Table-Konferenz“ versT?uT"*1n.. s 1 e Verhandlung der Vertreter zweier oder mehrere; genfer 7^er Gruppen zur Beilegung strittiger konkrefer Angelegenheiten, Offenbar will man andeuten, daß Zion i s t ן n und Nichtzionisten sich hier zusammen- י י./. י ׳ Ueber den Verlauf der Diskussion entnehmen wir dem ’־icht der JTA: Die Debatte wurde durch R.-A. Heinrich Stern (Ber-!in) eingeleitet, der die richtige Art der Assimilation als Anpassung der jüdischen Gemeinschaft an ihre Umwelt z u dem Zwecke, das besondere eigene Leben besser aufrechterhalten zu können, definierte. Schädlieh werde die Assimilation, wenn sie dieses Ziel nicht erreiche. Das fortschrittliche Judentum habe sich als die beste Schutzwehr gegen die schädliche Art der Assimilation erwiesen, denn cs habe die Organisation des jüdischen Lebens und jüdischer Aktivität auf moderner Basis ermöglicht. Die gefährlichste Art der Assimilation, mit der das europäische Judentum heute zu kämpfen habe, sei die sogenannte ״rote Assimilation“. Die religiösen Juden hätten die Pflicht, gegenüber denjenigen, die an Diktatur und brutale Gewalt glauben, das jüdische Ideal der Zeclokoh, den Wiederaufbau der Gesellschaft auf der Grundlage menschlicher Verbrüderung unter dem geistigen Antrieb von Idealen, zu verkünden. Die Jugend müsse gelehrt werden, daß die Religion, weit entfernt davon, eine Feindin sozialer Gerechtigkeit zu sein, vielmehr die Quelle bilde, aus der die Jugend Kraft für die Erreichung ihrer sozialen Ideale schöpfen könne. Unser Gesinnungsgenosse Simons (Haag) gab seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß die Führer des Welt- Verbandes auf einer jüdisch-liberalen Tagung das Problem der Assimilation zur Diskussion gestellt haben, ln dem Kampfe gegen die schädliche Art der Assimilation seien Zionismus und liberales Judentum aufeinander angewiesen. Seiner Meinung nach benötige das liberale Judentum als Basis seiner Entfaltung jene soziologischen Vorbedingungen, die der Zionismus schaffen könne, andererseits sei das liberale Judentum auch für den Zionismus notwendig, da der Aufbau des Judenstaates auf der Grundlage des alten Gesetzes undenkbar sei. Herr Simons sprach sein Bedauern über die Konflikte zwischen Zionismus und liberalem Judentum in der Vergangenheit und die Hoffnung aus, daß bei gutem Willen auf beiden Seiten in Zukunft eine Zusammenarbeit möglich sein werde. Rabbiner Dr. Norden (Elberfeld) führte aus, eine Zusammenarbeit von Zionismus und liberalem Judentum sei nicht nur möglich, sondern auch von größter Bedeutung, insbesondere in Deutschland. Wenn die liberalen Juden ihren Idealen treu sind, so dürfen sie die Zionisten, die ihre religiöse Auffassung teilen, nicht aus ihren Reihen ausschiießen. Andererseits müßten jene Zionisten, die in ihrer eigenen Lebensführung die Orthodoxie ablehnen, aufhören, das liberale Judentum anzugreifen. Der liberalen Bewegung in Holland falle eine wichtige Rolle in dieser Versöhnungsarbeit zu. Von den übrigen Rednern erwähnen wir Claude Monte- Tiare, Rabb. Dr. Samuel (Essen), unseren Oesinnungsgenossen Rev. Perlzweig (London), Lilv H. Montagu, Dr. Gottschalk (Köln), Herrn Lisser u. a., nach deren Ausführungen der Vorsitzende, Rabbi Mattuck, das Ergebnis der Aussprache zusammenfafite. Er stellte fest, daß Uebereinstimmung darüber erzielt worden sei, daß dem liberalen Judentum im Kampf gegen die schädliche Art der Assimilation eine besonders wichtige Rolle zufalle. Wir haben schon öfter darauf hingewiesen, daß zwar im deutsch-jüdischen Gemeindeleben Liberale und Zionisten in scharfer Gegnerschaft einander gegenüberstehen, daß aber der Zionismus als solcher in religiösen Streitfragen neutral ist und in seinen Reihen sowohl religiös-konservative und orthodoxe als auch religiös-liberale Juden hat. Der jüdische Liberalismus wird von uns nur soweit bekämpft, als er ein Schrittmache׳• der Assimilation ist, die er ja ursprünglich auf sein Programm geschrieben hat. Wir verkennen nicht, daß sich in den letzten Jahren die Lage im Liberalismus geändert hat. Die sterile Form des assimilatorischen, liquidatorischen Liberalismus weicht immer mehr einem Liberalismus, der sich der Notwendigkeit eines jüdischen Volkes als Voraussetzung jeder jüdisch-religiösen Richtung bewußt ist. Diese Wandlung zeigt sich am deutlichsten in der jungen Generation liberaler Rabbi 11 er, vor allem in A m e r i k a und zum großen Teil in Deutsch-!and. Wenn jetzt die Liberalen selbst von ״schädlicher Form der Assimilation“ sprechen, so ist damit vielleicht ein A n - f a n g.einer besseren Erkenntnis gemacht; man darf aber dabei mdht stehen bleiben und muß die jüdischen Realitäten sehen wie sie sind. Gerade die deutschen Liberalen haben da noch viei umzulernen. Der Liberalismus hat nur dann eine Zukunft, wenn er an den jüdischen V o 1 k s gedanken anknüpft. A.-C. und Makkabi. Wir erhalten folgende Mitteilung: Das Zionistische Aktions-Comite hat in einer s-iner letzten Sitzungen nach einer sehr wirkungsvollen Ansprache des Vorsitzenden der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Kurt B1 u in e n f e 1 d , in der er auf die Bedeutung des Makkabi für die zionistische Arbeit aller Richtungen hinwies, eine dahingehende Resolution angenommen. Die Resolution, die das Gelingen der Makkabiah mit Befriedigung konstatiert, wurde von allen Parteien einstimmig angenommen. Am Abend zuvor wurde der Film, den die Londoner Bar- Kochbaner von der Makkabiah gedreht hatten, vor Mitgliedern des Aktions-Comites aufgeführt. Mas Mitglied des Präsidiums, Dr. A. Rosenfeld, hielt eine Ansprache und appellierte an die Mitglieder des Aktions-Comitds, dem Weltverband sowie auch allen Makkabi-Landesorganisationen jegliehe moralische und materielle Unterstützung zu gewähren. Der Vorsitzende des Aktions-Comites, Herr Leo M o t z k I n , dankte sowohl dem Vertreter des Makkabi-Weltverbandes, Dr. Rosenfeld, als auch den Londoner Bar-Kochbanern für die Filmaufführung, die einen Eindruck von der Größe der Makkabiah vermittelt hat. Professor Graham Wallas, der berühmte englische Soziologe, der soeben in England im Alter von 75 Jahren gestorben ist, war auch ein Freund und Bewunderer des Zionismus. Graham Wallas, dessen besonderes Gebiet die politische Psychologie war, hat im Zionismus den Versuch gesehen, eine neue Art Nationalismus in der Welt zu repräsen- Vieren. ln diesem Lichte sah er das jüdische Volkstum und auch das spezielle politische Probien! Palästinas. Wenn auch in manchen zionistischen Kreisen seine Aeitßerungen als zu ״achadhaamistiseh“ angefochten wurden, so ist doch an seiner echten Sympathie für die Sache des jüdischen Volkes nicht zu zweifeln! XXIV. Delegiertentag der Z.V.LD. Tagesordnung Sonntag, den 11. September 1932s Eröffnungssitzung: 10 —13 Uhr. Eröffnungsansprache des Vorsitzenden der Z.V.f.D. Begrüßungen. Referate: Dr. Nachum Oofdmann: ״Das jüdische Volk in der Weltkrise“. — Kurt Blumenfeld: ״Die zionistische Aufgabe im heutigen Deutschland“. Zweite Sitzung: 15—19 Uhr. Generaldebatte. Wahl der Kommissionen. Dritte Sitzung: 21 Uhr. Referate: Prof. Dr. S. Brodetsky (London), Mitglied der Exekutive: Politischer Bericht. — Dr. Arthur Ruppin (Jerusalem): ״Neue Entwicklungsphasen des Palästinaaufbaus“. — Heinrich Margulies (Tel-Awiw): ״Die Privatwirtschaft in Palästina und ihre Aussichten“. Montag, den 12. September 1932: Vierte Sitzung: 10—13 Uhr. Fortsetzung und Ab- Schluß der Generaldebatte. Palästina-Debatte. Fünfte Sitzung: 15—20 Uhr. Fortsetzung und Ab- Schluß der Palästina-Debatte. Berichte der Kommissionen. Wahlen. * Die Delegierten werden dringend gebeten, ihre Reise so einzurichten, daß sie unter allen Umständen noch am Montag Abend an einer Internen Sitzung teilnehmen können. Wahlvorschriften. 1. Der Schlußtermin tOr die Ablieferung der Sehek e 1 und L a n d e s b e i t r i g e für die Mitglieder der Gruppen, diedieWahlber#chtigung zum Delegiertentag erwerben wollen: 18. August d. J. 2. Wahltermine: 25. August bis 1. September. Wahlen, die vor oder nach diesem Termin vorgenommen werden, sind ungültig. Unterbringung. Alle Gesinnungsgenossen, die die Absicht haben, am Delegiertentag teilzunehmen, werden dringend gebeten, dies rechtzeitig dem Wohnungsbüro des Delegiertentages (Adresse: Rechtsanwalt Heinrich Rosenblum, Frankfurt a. M., Günthersburg-Allee 48) mitzuteilen. Es stehen Hotelzimmer zu Vorzugspreisen von 6,50 M., 6 M., 4,50 M. und 2,50 M. pro Bett inkl. Frühstück und Bedienung zur Verfügung. Außerdem können eine größere Anzahl kostenloser Privatquartiere beschafft werden. — Bei allen Bestellungen ist Ankunft und Aufenthaltsdauer anzugeben und auch mitzuteilen, ob Zimmer mit 1 oder 2 Betten gewünscht werden. Delegfertenmandate. Zur Uebemahme eines Mandats von Gruppen, die nicht in der Lage sind, eigene Vertreter nach Frankfurt zu entsenden, hat sich bereit erklärt: Josef Hirsch (Berlin). Zionistische Vereinigung für Deutschland n111111111111111i111111!11i1111111nn111111111n11i11[1111111111nnm1n1n1111111111nn111111n111n11111111111111111111111111!1111111n111111M!111u1111 Die jüdische Weltkonferenz in Genf (Telephonischer Eigenbericht der ״Jüdischen Rundschau“.) s. n. G e n f, 15. Aqgust. Die jüdische Weltkonferenz wurde am 14. August unter Teilnahme von etwa 100 Delegierten aus 19 Ländern eröffnet. Aus Deutschland waren 15 Vertreter an gemeldet, von denen jedoch bei der Eröffnungssitzung nur fünf anwesend waren, nämlich Moses Goldmann für den Ostjudenverband, Kareski und Dr. Hans Klee für die Jüdische Volkspartei, Moses Waldmann (Z.V.f.D.) und schließlich Dr. Nahum Goldmann, der dem engeren Organisationskomitee angehört. Die Pressetribüne ist dicht besetzt, unter den Vertretern der jüdischen Presse befindet sich auch Dr. Alfred Wiener als Korrespondent der C.-V.-Zeitung. Auch ein Mitglied der Informationsabteilung des Völkerbundes ist anwesend. Den Vorsitz der Konferenz führt Dr. Stephen W i s e. Es sind zahlreiche Begrüßungen jüdischer und nichtjüdischer Persönlichkeiten eingeiaufen. Hervorzuheben ist eine Botschaft des Senators Bor ah, worin es u. a. heißt: ״Kein Volk kann Achtung für ein anderes Volk besitzen, das die Beobachtung von Grundsätzen ablehnt, die es für sich selbst in Anspruch nimmt.“ Unter den jüdischen Begrüßungen befinden sich u. a. Grüße von Dubnow und Georg Bernhard, die für Einberufung eines jüdischen Weltkongresses eintreten. Der erste Sitzungstag war ausgcfiillt durch Referate von Dr. Nahum Gold mann und Stephen W i s e sowie die anschließende Aussprache. Dr. Goldmann machte Vorschläge bezüglich der künftigen Organisation der geplanten Arbeiten. Dr. Stephen Wise kam in seiner Rede auch ausführlich, auf die Lage der Juden in Deutschland zu spredhen. Wenn auch, so führte er aus, das Hitlertum heute im fVormarsch ist, so könne dies doch nicht das letzte Wort! des Deutschtums sein. Das deutsche Volk wird durch Sciillcr und Lessing mehr repräsentiert als durch Hitler und Goebeels. Der Redner gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß die habe Million deutscher Juden nicht aus Deutschland vertrieftgn werden könne, sie werde auch nicht von dem Anteil an dem deutschen Leben, der ihm gebührt, ausgeschlossen werden können. In der Debatte sprachen Dr. Meyer Ebner (Rumänlen), Dr. Schmorak (Galizien), Kareski (Deutschland), Tannenbaum (Wien), Stricker (Wien), Dr. Emil Margulies (Tschechoslowakei). Großen Eindruck machte die Ansprache eines nichtjüdischen Amerikaners, Prof. Hudson von der Harward-Universität New York, welcher bei der Friedenskonferenz in Versailles die Minoritätenverträge redigiert hat. Der Redner sprach über das natürliche Lebensrecht der Minderheiten und forderte die Konferenz auf, energisch für die Rechte der Juden einzutreten. Am Ende der gestrigen Sitzung wurden zwei Kommissionen, eine für Politik und eine für Organisationsfragen, eingesetzt. Die Konferenz ist besonders aus dem Osten Europas stark beschickt, unter anderem sind die Präsidenten der Gemeinden von Warschau, Krakau und Lemberg (sämtlich Nichtzionisten) anwesend. Der Londoner ״Observer“, der am 14. d. M. der Konferenz einen Artikel widmet, bringt sie irrtümlich mit der Palästinafrage in Verbindung( Presscsdiau Von dem Christen Ernst Weipler zur Rede gestellt, erklärt etzt Dr. Max Naumann in der ״D. A. Z.“ im Anschluß an den (von uns in der ״J. R.“ Nr. 64 zitierten) Briefwechsel, er habe mit seinem Lob nicht den Nationalsozialismus gemeint, sondern die über die Nazi-Kreise hinausreichende nationale Volksbewegung. (Den Anschluß an die Nazis kann er ja auch nicht gut empfehlen, da sie ihn nicht aufnehmen werden.) Im ״Angriff“ war ein Hetzartikel gegen den ״Juden“ Georg Bernhard veröffentlicht, der nicht anders als als Morddrohung bezeichnet werden kann. Das 8״-Uhr-Abendblatt“ erklärt, daß die Behörden, die solchen Terror zulassen, für die Folgen verantwortlich sind. In der ״Literarischen Welt“ veröffentlicht Herbert Eulenberg ein ״Imaginäres Interview“ mit S h v 1 o c k über den Antisemitismus. Darin läßt er Shylock mit Bezug auf den heutigen Antisemitismus in Deutschland sagen: ״....Wenn ich von einem genau weiß, daß er ein Judenfeind ist, und wenn er mir sogar, wie es jetzt bei Euch in Deutschland gern geschieht, sein Hakenkreuz dicht vor die Nase hält, so ist mir das noch lieber, als wenn einer hinter meinem Rücken tuschelt und Schlingen legt und rings im ganzen Lande die Brunnen vergiftet.“ — Die Assimilation sei inaktuell, da ja die Deutsehen selbst sie nicht wollen. Das Ende des Gesprächs ist recht pessimistisch: Der Antisemitismus und das daraus entstandene ״Rachegefühl“ Shylocks werde nicht verschwinden, bis ״alle Leute Lessinge geworden sind“. ln der von Friedrich Wilhelm Förster herausgegebenen Zeitschritt ״Die Zeit“ (Zeitbücher-Verlag, Berlin-Baumschulenweg) befaßt sich Karl Loewy, Haifa, bei der Besprechung eines Buches von Otto Korbach ״Offene Welt“ mit dem Probl cm der idealistischen Kolonisation, für das er als Beispiel die zionistische Siedlung in Palästina heranzieht. Loewy glaubt, daß die Chaluzsiedlung im Emek Jesreel den Beweis erbracht habe, daß idealistische Antriebe nicht auf die Dauer wirksam erhalten werden können. Obwohl die ausführliche Behandlung gerade des Palästina-Problems in diesem Zusammenhang interessante Gesichtspunkte ergibt, glauben wif doch, daß die Darlegungen von Loewy in vielen Punkten an* fechtbar sind. — In demselben Heft der Zeitschrift finden wir einen interessanten Aufsatz von Professor Dr. Robert Saitschick über ״Paul de Lagarde und die deutsche Fraffe“, wo er auch einen Abschnitt Lagardes Auffassung der Juden* frage widmet. Es ist interessant, daß Prof. Saitschick, de* selbst ostjüdischer Abstammung und zum Christentum übergetreten ist, sich mit Entschiedenheit gegen Lagardes Forderung einer zwangsweisen Assimilation der Juden wendet, dabei kommt Saitschick zu folgender gelungener Formulierung: ״Wenn die Juden nur eine Nation sind, so sind sie es doch in Deutsch- 1and nicht anders als etwa die Polen und die Wenden, deren Assimilierung ihnen selbst überlassen werden muß, d. h. ihrer Einsicht und ihrem guten Willen. Seltsam ist es, daß Lagarde die halsstarrige Abgeschlossenheit, die die Propheten des Alten Bundes ihrem Volke vor hielten, den Deutschen als Aufgabe stellt, und daß er wohl von den Juden!das Brechen des Willens im Kreuze, nicht aber auch von den Germanen dasselbe fordert.“ Kurze Nachrichten An der üblichen Wallfahrt zur Klagemauer in Jerusalem am 9. Aw, dem Tage der Zerstörung des Tempels, beteiligten sich in diesem Jahre etwa 15 000 Juden. Der Aufmarsch der Massen vor der Klagemauer vollzog sich in vollkommenster Ordnung. Es ist weder an der Mauer selbst, noch in anderen Teilen Jerusalems zu irgendwelchen Zwischenfällen gekommen( Die zum Zweck der Vereinigung der sozialistisch-zionistisehen Weltverbände Poafe Zion und Hitachduth einberufene Konferenz wird am 20. August in Danzig abgehalten werden. Am 18. August finden gesonderte Weltkonferenzen beider Verbände statt. Wie der JTA. mitgeteilt wird, hat das Präsidium der arabischen Exekutive beschlossen, den French-Bericht abz u 1 e h n e n , weil er auf dem von den Arabern nicht anerkannten Brief MacDonalds an Dr. Weizmann beruht. Für Anfan|r September wurde eine Plenarsitzung der arabischen Exekutive einberufen, um {Jen endgültigen Text der Antwort zu redigieren. Wie die JTA. erfährt, sieht der neue Entwurf des Gesetzes über die Organisation der Stadtverwaltungen in Palästina das Wahlrecht in die Gemeindevertretiyigen auch für Personen, die nicht die palästinensische Staatsbürgerschaft besitzen, vor. Dadurch würde in Jerusalem eine jüdische Mehrheit in der Stadtvertretung gesichert. 1931.) Der Yersii-hmiiigsbestanJ Hude 1931 umfaßt 795 707 Policen mit HM. 1 030 522 600,— verliehener Summe und RM. 1787 780,— jährlicher Benin. Der Rciimitvarha gegenüber dem Vorjahre beträgt HM. 111034091(7,3 0/״) an Vcrsidieriingsknpital und UM. 486016,— (39 0/0) an versicherter Jnhrosrenle. Die Prämiencinnahmo ist um UM. 15 093511,83 (21 ״״) auf HM, 90 152405,29 erstiegen. Die Erträgnis»(‘ der Kapitalanlagen haben sich auf HM. 14 557 189,21 belaufen. Der Grundbesitz׳, der Oesrllschaft im Gesamtwerte von HM. 44 482 070,02 umfaßt 85 Realitäten irn Deutschen Reich, in Oesterreich, in der Tschechoslowakei, in Frankreich, Belgien, Italien, Ungarn, Jugoslawien, Polen, Rumänien, Bulgarien und Aegypten. Der Wertpapierbesitz beträgt RM. 127 604 567,51, wovon Reichsmark 120 840 541,23 auf festverzinsliche Anlaeewerto, RM. 985 830 60 auf Anteile von Notenbank«״, RM. 703 806,61 auf diverse Aktien und MM. aU/4JoJ)17 aut Beteiligungen an Versicherungsanstalten entfallen.' Die Hypothekardarlehen haben sich auf KM. 13 653 851,42 und die Darlehen auf eigene Policen auf RM. 25 040 455,27 erhöht. Die «samten Gewährleistung«,״״(.! der Gesellsciiaft betragen Reich,- mark 281 270 ( 91,31. Durch die Gruppenverucheruiij׳, die vom Phönix in Verbindung mit der Metropolitan Life Insurance Commny in New York betrieben wird, ist bisher 40 957 Angestellten und Arbeitern Versicherungsschutz für ein Kapital von rund Reichsmark 81000 000,-— gewährt worden. Die Riickversicherungsverträge der Gesellschaft lind nach einer vorsichtig hemessenen Erhöhung de! Eigenbehaltes Langfristig neu geregelt worden, und zwar derart, daß sich die Rückversicherung in erster Linie annähernd gleichmäßig auf die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft in München, die Prudontial Aisurance Company Ltd. in London, die Legal and General Assurance Süciety Ltd. in London und die Compagnie d’Assurancos Gäniralei in Paris verteilt. Nach Abrechnung der an die Versicherten ausgeichütteten Gewinnanteile ergibt die Jahresrechnung einen Ueberschuß von RM. 461 858,98 (im Vorjahre RM. 45S 070,78). Hieraus erhalten die Aktionäre eine Dividende von 5 °/0 (im Vorjahre 8t/g 0/0); der Reit wird den Kapitalreserven zugeführt. Im ersten Halbjahr 1982 wurden 58 140 Policen über RM. 125 672 905,— Versicherung!- lumme neu aulgefertigt.