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Jüdische Rundschau · 1932-07-29 · Heft 60 (29.7.1932) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVII (1932)
Issue
Heft 60 (29.7.1932)
Date
1932-07-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 60, 29. VIT. 1932 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 289 Prcssesdiau Die ״Frankfurter Zeitung“ veröffentlichte vor einigen Tagen einen Bericht über die judenfeindlichen Ausschreitungen in Neustadt in der Pfalz. Dieser Bericht war der Zeitung von jüdischer Seite zur Verfügung gestellt worden. Nationalsozialistische Blatter und das Bürgermeisteramt Neustadts stellten darauf Einzelheiten des Berichtes richtig. Die ״Frankfurter Zeitung“ sah sich im Anschluß an die Richtig- Stellung zu nachstehenden Bemerkungen veranlaßt: ״Wir möcnten dazu bemerken, daß uns die Unterlagen nicht von einem Berichterstatter der ,Frankfurter Zeitung‘, sondern von einer Stelle übersandt wurden, die uns bisher als sorgfältig und vertrauenswürdig bekannt war. Sie hat, wie uns scheint, der Auf* klärung einen schlechten Dienst geleistet, indem sie die Wahrheit mit irreführenden Uebertreibungen vermischte. Der Tatbestand wie er nunmehr feststeht — die maßlose Hetze gegen die jüdische Bevölkerung, ohne daß diese auch nur einen Vorwand dafür geliefert hatte, ist an sich verwerflich genug und kann durch ausschmückende Phantasie höchstens abgeschwächt oder verwirrt werden.“ * Die ״Tägliche Rundschau“, Berlin, vom 21. Juli veröffentlicht unter den Schlagzeilen: Der politische Rückzug der deutschen Juden, Wieder ״Schutzbürger“ nachstehende Ausführungen, die trotz ihrer Schiefheit in Einzelheiten verdienen, von den deutschen Juden beachtet zu werden: ״Durch die nahezu ausschließliche Identifizierung von Judentum und Liberalismus wurden die deutschen Juden in der liberalen Zeit deutscher Geschichte zu wesentlichen Faktoren der praktischen Politik. Erinnert sei an die große Rolle, die Ballin und Rathenau unter dem letzten Kaiser spielten, erinnert sei auch an den Einfluß jüdischer oder aus jüdischer Tradition stammender Kreise in den liberalen Richtungen der Nachkriegszeit, die sich ja nicht auf die Deutsche Volkspartei oder die Staatspartei beschränken, sondern auch innerhalb der Sozialdemokratie und im deutschnationalen Lager zu finden sind. Das Judentum hatte sich für den Liberalismus entschieden und erntete zunächst auch seine Erfolge. Es war natürlich ganz folgerichtig, daß die Selbstvernichtung und völlige Ausschaltung des Liberalismus sehr wesentlich zu Lasten des Judentums ging. Daß diese Aus- Schaltung der liberalen Kräfte endgültig ist, kann kaum bezweifelt werden; vielleicht ist die Nichtbeteiligung der Deutschnationalen an den mecklenburgischen oder oldenburgischen Regierungen auch so zu verstehen, daß die Nationalsozialisten auf jeden Fall auch die teilweise liberalen und durch Hugenberg stark liberalisierten Deutschnationalen (die sich jetzt zu Vorkämpfern des Individualismus machen) vernichten möchten. Die Niederringung des Liberalismus ist auf politischem Gebiete vollständig. Trotzdem muß der Kampf gegen den Liberalismus weitergehen, weil er im Wirtschaftsleben noch sehr stark ist und auf dem Gebiete der Weltanschauung durchaus noch vorherrschend ist. (Man denke an Rosenberg!) Interessant ist nun die Reaktion der Juden auf die Ausschaltung des Liberalismus. Die vereinsmäßige Führung ist so sehr mit der liberalen Welt verfilzt, daß sie sich nicht mehr lösen kann. Deshalb wird das ״Berliner Tageblatt“ immer noch nicht preisgegeben, obwohl es nicht nur das schlechti'nformierteste Blatt, sondern auch das zurückgebliebenste des ganzen Reiches ist. Unabhängig vom C.V. (Centralverein deutscher Bürger jüdischen Glaubens) verlassen die Juden in Scharen die liberalen Parteien Dingeldeys una des früheren Finanzministers Dietrich, auf die wir ja nie gut zu sprechen waren. (Das liegt jedoch nicht an persönlichen Vorurteilen oder parteilichen Reibereien, sondern an der Er- JfHhtniC daß a!ti ' LiberalKItiiii; utfd Individuatltiitil «« Völker zugrunde gehen.) Die Juden entscheiden sich ern großen Teil für das Zentrum. Was bedeutet das? In kurzen Worten: Die Juden wurden ״Schutzbürger“ des Zentrums, wie sie vor der Emanzipation Schutzbürger der Fürsten gewesen waren. Sie verzichteten auf eine eigene deutsche Politik, denn das Zentrum wird jüdische Führer nur zur Herrschaft gelangen lassen, wenn sie treue Katholiken geworden sind. Das Judentum scheint sich also tatsächlich ausschalten und den Zustand wiederherstellen zu wollen, der vor 1815 bestand. Damit hat — ohne Freude oder Kritik sei das festgestellt! — der Antisemitismus seinen ersten Erfolg errungen. Der Gegner verzichtet und sucht Schutz.“ ״Daily Express“, London, ein Blatt, das früher mit der Hitlerbewegung sympathisierte, bringt einen ״P e r i s h J u d e a“ (Juda verrecke) überschriebenen Leitartikel, in dem es heißt: ״Die antijüdische Kampagne der Hitleristen erhebt sich nun zu einem Crescendo blinder Wut. Jüdische Geschäftsleute und Handwerker werden boykottiert, jüdische Arbeiter werden hingeopfert, jüdische Bürger verdroschen und jüdisches Eigentum sabotiert. Der Hitlerismus ist im Verlauf seiner Gewalttaten ein Moloch für die Juden geworden. Welchem Zweck kann diese wilde Verfolgung dienen? Deutschland schreit nach einer Politik, die es retten soll, nicht nach einem Pogrom. Juda verrecke! ist das Schlagwort der Hitlerianer. Erringen sie die Vorherrschaft, dann wird es die Grabinschrift Deutschlands sein. ״Daily Telegrap h“, London, veröffentlicht einen Leitartikel seines Berliner Sonderberichterstatters P.Gordon Walker, in dem konstatiert wird, daß wilder Neid den Juden gegenüber stets ein Zeichen wirtschaftlicher Depression in Europa war. Die rechtsstehenden Parteien bezeichnen die Juden mit einem zum Teil aus der Vergangenheit übernommenen hysterisehen Haß als Feinde des Landes. Unter der Devise des in den Programmen der rechtsstehenden Parteien betonten Christentums sollen gleichzeitig Juden und marxistische Sozialisten, die Atheisten sind oder zumindest als solche gelten, ausgeschaltet Werden. Der durchschnittliche Nazi erwartet von Hitlers ״Dritfern Reich“ die Beseitigung von Arbeitslosigkeit und Steuern. Wie soll dies erreicht werden? Hauptsächlich durch Nichtanerkenntmg der Schulden, Enteignung der Juden und Autarkie. Der Artikel wendet sich gegen die Brutalität der nationalsozialistisehen Taktik, für die als Beispiel angeführt wird, daß in einer Weinhalle ein Mann, der ein christliches Mädchen, das sich dort mit einem Juden befunden hatte, niederschlug, mit Heilrufen begrüßt wurde. Wie die Ita erfährt, bereitet der High Commissioner ein Gesetz vor, welches die Heirat von Jugendlichen unter sechzehn Jahren verbietet. Der High Commissioner hat sich bereits in dieser Angelegenheit mit den Führern der religiösen Gemeinschäften in Palästina in Verbindung gesetzt. Der Jüdische Pfadfinderbund Deutschlands veranstaltete am 23.. und 24. Juli in Frankfurt a. M. seine erste Reichsführertagung. Auf Veranlassung der Behörden mußte die Abhaltung eines Jugendlagers in diesem Jahre unterbleiben, da eine Garantie für die Sicherheit nicht zu übernehmen war. Nach einer Erklärung des Bundes wird ״diese Tatsache, kennzeichnend für den Emst der Situation der jüdischen Jugend in Deutschland, den Verband und die Bundesleitung zu noch größerer Aktivität und Verantwortlichkeit anspornen“. Professor Hermann J a c o b i in Bonn, der Altmeister der deutschen Judenforschung, beging kürzlich das Fest des diamantenen DoktorjubiläumSi Israel in Aegypten Am Unfverslty College zu London fand unter dem Vorsitz des Feldmarschalis Lord A11 e 11 b y am 18. Juli ein Vortragsabend statt, an dem Prof. A. S. Yahuda über das Thema ״Der Aufenthalt Israels in Aegypten im Lichte von Denkmälern und Sprache“ referierte. Der Vortrag fand mit Unterstützung der British School of Egyptian Archeology statt, ln seiner Eröffnungsansprache wies Lord Allen by darauf hin, daß Prof. Yahuda vermutlich der erste sei, der die wissenschaftlichen Ergebnisse der Ansgrabungsarbeiten durch den Nachweis ergänzt habe, daß linguistische Bibelforschung die biblischen Berichte bestätigt. Es sei festgestellt worden, daß z. B. die Geschichte von Joseph, die von vielen bis in die letzte Zeit als Parabel oder Legende betrachtet worden sei, offenbar von Männern geschrieben wurde, die mit dem Gegenstand vertraut waren und die Tatsachen auf Grund eigener Erinnerungen dargestellt haben. Dr. Yahuda führte in seinem Vortrag aus, der Aufenthalt Israels in Aegypten sei von den frühesten Zeiten an als Schlüssel zur Geschichte Israels betrachtet worden, und der Auszug aus Aegypten sei vom jüdischen Volk stets als der Anfang seines nationalen Seins und seiner religiösen Erlösung gefeiert worden. Das ״auserwählte Volk“ habe es nicht verschmäht, seine jahrhundertelange Verbundenheit mit einem fremden Lande als die erste und wichtigste Phase seiner Geschichte in Erinnerung zu behalten. Kein Volk könnte eine derartige Episode erfinden. Die Tendenz der modernen Bibelkritik sei jedoch dahingegangen, die auf die Zeit vor dem Königtum bezüglichen Angaben der Bibel als unhistorisch und unverläßlich außer acht zu lassen und insbesondere die Erzählungen des Pentateuchs über die Patriarchen, die ganze Periode des Aufenthalts in Aegypten und die Wüstenwanderung ins Gebiet der Fabel zu verweisen. Auch viele Aegyptalogen hätten diesen Gesichtspunkt geteilt und behauptet, der Autor der Erzählungen über Joseph und den Auszug aus Aegypten habe Jahrhunderte nach dem ״angeblichen“ Auszug gelebt und keinerlei aus erster Quelle geschöpfte Kenntnis ägyptischer Verhältnisse besessen. Dr. Yahuda legte dar, daß die jüngsten archäologischen Entdeckungen diesen Annahmen durchaus widersprechen. Die in Ur von Dr. WoIIey vorgenommenen Ausgrabungen hätten die Richtigkeit der frühen Patriarcljengeschichte erwiesen und die Entdeckungen Prof. Garstangs in Jericho hätten gezeigt, daß die bisher von den Kritikern als bloße Legende befrachtete Erzählung des Buches Josua eine wirkliche historische Begebenheit betreffe. Die vergleichende Sprachforschung, führte Dr. Yahuda weiter aus, sei ebenso wie die Archäologie von hoher Bedeutung für den Nachweis des Alters und der Authentizität der Bibel. Eine linguistische Durchforschung des Pentateuchs weise unmißverständlich auf einen engen Kontakt zwischen Israel und Aegypten hin; der Einfluß des Aegyptischen sei selbst in jenen Teilen des Pentateuchs, die einen assyro-babylonischen Einfluß zeigen, feststellbar; vollends spiegeln die Erzählungen über Joseph und den Auszug in größter Klarheit den Geist der ägyptischen Umwelt wider und zeigen deutlich Spuren des ägyptischen Einflusses auf die Sprache. Dr. Yahuda gab einige Beispiele ägyptischer Worte und Satzbildungen in den biblischen Texten. Es gebe eine enge ägyptische Parallele für die Erzählung von Joseph und Potiphars WeiW ferner lasse sich das Gefängnis, in das Joseph geworfen wurde, nach den in der Bibel angegebenen Einzelheiten als eine bekannte ägyptische Festung, in der politische und andere Schwerverbrecher eingekerkert wurden, identifizieren. An Hand von Abbildungen zeigte Dr. Yahuda, wie genau die biblischen Beschreibungen sind und daß di® Erzählung von Pharao• Traum und seine Auslegung durch Joseph einen durchaus ägyptischen Hintergrund und eine außerordentliche Vertrautheit mit ägyptischen Verhältnissen und ägyptischer Ausdrucksweise verraten. Die in der Bibel angeführten Einzelheiten über die Joseph erwiesenen Ehrungen stimmen völlig mit ägyptischen Bräuchen überein; ägyptische Grabinschriften beweisen ebenfalls die Genauigkeit der biblisehen Erzählung. Auch die Schilderung der Vorbereitungen zur Bestattung Josephs verraten eine innige Vertrautheit mit ägyptischen Begräbnisbräuchen und Bestattungsordnungen. So stimmt die Angabe, daß für das Einbalsamieren des Leichnams 40 Tage erforderlich sind und daß die Aegypter eine 70tägige Trauer nach Jakob hielten, genau mit den damaligen Gebräuchen bei Einbalsamierung und Trauer im Falle des Ablebens hochgestellter Persönlichkeiten überein. Der gesamte biblische Abschnitt enthalte eine Unmenge von Anzeichen dafür, daß der Autor eine Kenntnis ägyptischer Bräuche und der ägyptisehen Sprache aus erster Quelle besaß. Jede Entdeckung in Palästina, Syrien, Mesopotamien und Aegypten habe die biblisehen Angaben bestätigt, und nun werde dieser archäologische Nachweis auch noch durch die Ergebnisse der linguistischen Forschung bestätigt und ergänzt.. Sir Flinders Petrie hielt ein Schlußwort, in dem er dem Vortragenden dankte und die Ansicht äußerte, daß die Anfange der Niederschrift der Josephs-Erzählung in der Zeit der Hirtenkönige zu suchen seien. Er stützte diese Ansicht auf die» biblische Angabe, den Aegyptern seien Hirten verhaßt. In der Zeit des Auszugs, zwei Jahrtausende nach den Hirtenkönigen, sei jede Erwähnung dieses Regimes ״Tabu“ gewesen. Hickls Illustrierter Jüdischer Volkskalender, 32. Jahrgang, für das Jahr 1932/33. Herausgegeben und redigiert von Hugo Gold. Jüdischer Buch- und Kunstverlag, Brünn, Rennergasse 20; Prag, Vitkova 3a. Der 32. Jahrgang dieses bekannten Jahrbuches enthält u. a. folgende Beiträge: Rabb. As. M. Glaser una Prof. Dr. B. Bretholz, Brünn: Ein auf Mähren bezügliches Gutachten aus dem 13. Jahrhundert. Dr. Theod. Haas, Brünn: Die Aufteilung der Judensteuern in alter Zeit. Prof. Dr. Sam. Kraus, Wien: Jüdische Gedanken im Altonaer Museum. Rabb. Dr. Felix Kanter, Zwittau: Jüdische Witze. Prof. Dr. Berthold An unsere Leser! Wir bitten unsere Leser, sich bei allen Gelegenheiten unseres Inseratenteils zu bedienen and erklären una bereit, bei direkter Zuweisung von Familienanzelgen, Stellenangeboten, Kauf- und Verkauf gesuchen einen Sonder ■Rabatt von 25% einzuräumen. Für Stetleagesacbe behalten unsere bisherigen Ananahmepreiae (50% Rabatt) Geltung. Bei Aufgabe von Gelegenheitaanzeigen bitten wir, diesen Gutschein mit einznseuden. Jüdische Rundschau InseraienabtAiliins Berlin W 15. MeinfkestraBe « König, Brünn: Der nackte Dalies. Siegmund Urabin, Qablonz:j Der Tod des Abtrünnigen. Dr. Leo Goldhammer, Wien: Der Zerfall der jüdischen Familie, Rabb. Dr. M. Enten, Kosice: Du sollst das Bocklein nicht in der Milch seiner Mutter kochen. Oberrabb. Dr. Lewy, Brünn: Erwiderung. Oberkantor Armin Wilkowitsch, Eger: Die Unzertrennlichen. Chajim Bloch, Wien: Ein jüdischer Abraham a Santa Clara. Dr. M. Grünfeld, Brünn:! Ber! Korallenbaum schlichtet den Streit in der Kehilla. Dr.] Max Steif, Brünn: Der jüdische Prediger im Urteil seines Publi-j kums. Dr. A. Postier, Kiel: Versuche und Vorschläge zur Be-j Siedlung Palästinas vor 70 Jahren. Rabb. Dr. Heinrich Flesch,! Dolni Kounice: Der Streit Emden Eibenschütz und die mähr,1 Rabbiner. Josef Schön, Tachau: Sagen von Nachum Tachau. Jaroslav Rokycana, Prag: Das Katechumenhaus usw. Preis kartoniert M. 2,50. Vermischtes Brlth-Haolim. Die Bundesleitung des Brith-Haolim hat auf Grund der neu eingetretenen Verhältnisse in Deutschland beschlossen, den Bundestag, der vom 1. bis 4. August in Magdeburg stattfinden sollte, abzusagen. An Stelle dessen findet vom 4. bis 7. August (nicht, wie irrtümlich in der vorigen Nummer der ״Rundschau“ stand, vom 1. bis 7.) in Berlin eine Tagung des Bundesrates statt, auf der die wichtigsten Fragen des Bundes einer Klärung und Entscheidung zugeführt werden sollen. Wir sind überzeugt davon, daß, obwohl der Bundestag nicht stattfindet, die Arbeit im Bunde mit unvermindeter Aktivität weitergeführt werden wird. Haschomer Hazair (Berlin). Im Mittelpunkt der Sommerarbeit stand die Vorbereitung auf die beiden Sommerlager des Bundes und die Weidah Arzith. Das dreiwöchentliche Jüngereniager fand auf einer Ostseeinsel in der Nähe von Wismar statt. Es stand unter dem Motto ״Juden in der Wüste“ als Symbor'der heutigen Lage des jüdischen Volkes und ihrer historischen Parallele. Man beschäftigte sich mit jüdischen Fragen, mit der hebräischen Sprache. Diese Arbeit wurde umrahmt von׳ körperlicher Ausbildung, Kennenlernen der Natur und Einprägung der Werte der Zofiuth. Das Lager litt infolge der unsicheren politischen Lage an schwacher Beteiligung und manchen Schwierigkeiten in der Durchführung, aber dennoch hat es der Jüngernschaft des Bundes viele Anregungen gegeben. — Das zweiwöchentliche Mittlerenlager findet zurzeit in der Nähe von Karlsbad statt. Im Mittelpunkt dieses Lagers steht auf der einen Seite die Beschäftigung mit der Judenfrage und der besonderen Einstellung unseres Bundes zu ihrer Lösung, andererseits das Eindringen in die allgemeinen Probleme der Gesellschaft und die besonderen Fragen der Kibbuzbewegung, in die spezifischen Werte, die die Weltbewegung Haschomer Hazair und ihre Kibbuzbewegung in Erez Israel, der Kibbuz Arzi, geschaffen haben. Diese Klärung soll unsere Menschen befahlgen, unbehelligt von faschistischen oder kommunistischen Abweichungen ihren geraden chaluzischen Weg zu gehen, den Weg zur Verwirklichung des Zionismus und des Sozialismus in Erez Israel. — Das Mittlerenlager wird seinen Abschluß in der ersten Weidah Arzith (Bundestag) des deutschen Bundes finden( Dieser Weidah kommt eine besondere Bedeutung zu, da auf ihr beschlossen werdet soll über die Frage des Anschlusses an die Weltbewegung und über den ideologischen und erzieherischen1 Weg des Bundes. Die Weidah findet vom 31. 7. bis zum 3. 8. in Budau, Post Luck bei Karlsbad, (Gasthaus Phlug), statt Auf der Tagesordnung stehen Referate über folgende Fragen (an die sich die Aussprache anschließt): Der Zionismus, sein Kampf und sein Werk (2w§ Ben-Koben); Der ideologische Weg des Bundes (Arthur Israelowitz); Fragen der Hachscharah, unsere Stellung im Hechaluz (Adolf Schiff); Die erzieherischen und gesellschaftlichen Funktionen des Bundes (MilekGoldschein): Der KKL, seine erzieherischen und sozialen Werte und unsere praktische Anteilnahme (Hellmuth Bers); Rechenschaftsbericht der Bundesleitung und Ausblick für die zukünftige Arbeit (H i1 d e F e b 1 o w i c z). Kartell Jüdischer Verbindungen. Das Camp des Kartells Jüdischer Verbindungen, das vom 2. bis 4, August in Geisa (Rhön) stattfinden sollte, ist wegen der gespannten politischen Lage abgesagt worden. Billige Reise nach Palästina. Die nächste billige Reise findet am 31. August von Triest statt. Anfragen und Platzbesteliungen an: Palestine & Orient Lloyd, Vertretung Berlin, Atlantic Express GmbH., Berlin N 24, Friedrichstr. 121; Tel. Norden 2455/56. Gottesdienste. Freitag, den 29. Juli, abends: In allen Synagogen mit altem Ritus, Syn. Köpenick und Alterversorgungsanstaiten: 7.30 Uhr; in den Synagogen mit neuem Ritus (außer Syn. Prinzregentenstraße) und Syn. Schmargendorf (Altersheim), Berkaer Str. 32: 7.00 Uhr; Syn. Prinzregentenslr.: 7.15 Uhr. Predigt: Syn. Friedenstempel: Dr. Prinz. — Sonnabend, den 30. Juli, morgens (Neumondweihe): Alte Synagoge und Synagoge Pcstalozzislralie: 8.30 Uhr; andere Synagogen mit altem Ritus und Alterversorgungsanstallen: 9-00 Uhr; Friiligottesdienst: Syn. Rykestraßc und Kottbuser Ufer-Ahawaa Reim: 6.1)5 Uhr; Synagogen mil neuem Ritus: Frühgottesdienst (außer Synagoge Friedenstempel): 7.30 Uhr; llauptgottesdienst: 10 Uhr; Syn.'Friedenstempel: 9.30 Uhr; Synagoge Köpenick: 9.45 Uhr; Synagoge Schmargendorf (Altersheim); 10.00 Uhr. Predigten: Alte Synagoge: Dr. Freimann; Synagoge Kaiserstraße: Dr. W. Lcwy; Synagoge Rykestraßc: Rab- Diner Flattau; Synagoge Kottbuser Ufer-Ahawas Reim: Dr. Bleichrode; Synagoge Münchener Straße; Dr. Koretz; Synagoge Grünewald; I)r. Cohn. Sabbat-Ausg.ing: 8.55 Uhr. Gottesdienst an den Wochentagen: abends in allen Synagogen: 7.30 Uhr; morgens: Alte Svnagog«, Syn. Kaisers! raße und Rvkestraße: 6.30 Uhr, übrige Synagogen mit altem Ritus und Synagogen mit neuem Ritus: 7.00 Uhr. Gottesdienst des Beth Hamidrasch, RosenthnW Str. 55, begründet vom Misrachi, Freitagabend und Sonnabend. Zeiten wie in den Gemeindesynagogen mit altem Ritus. Sonnabend, den 30. Juli, um G.30 Uhr, findet ein Schiur Traktat Bern von llorrn Lißmann statt. Arbeitsnachweis. Die Sprechstunden sind ab 1. 8. 1932 wie folgt: Berufsberatung für Mädchen: Montag und Donnerstag von 10—1 Uhr; Berufsberatung für Knaben: Dienstag und Freitag von 10—1 Uhr; Sondersprechstunden der Berufsberatung: Dienstag von 3—5 Uhr (Freiwilliger Arbeitsdienst, Berufswechsler); Berufsberatung für Bewohner des Westens una der westlichen Vororte: Donnerstag von 3—6 Uhr, Fasanen- Straße 79. Weibl. gewerbliche Abteilung (Handwerkerinnen, ungel* Arb.) täglich, außer Mittwoch, von 12—1 Uhr. Berliner Kalender Klub Junger Zionisten. Sonntag, den 81. Juli, Fahrt Saubucht—Bismarckturm—Großes Fenster. Treffpunkt: '91/2 Uhr präz. Bhf. Grunewald, — Dienstag, den 2. August, abends 81/3 Uhr, zwangloses Beisammensein im Haus am See, Pichelsdorf, Straße am Pichelssce. Snif Hechaluz. Sonnabend, den 30. Juli, fallen die Sichoth aus. 4848482323232348535348235348530048485323535323484823235348485348482323485353232323485323235323485353

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