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Jüdische Rundschau · 1932-05-24 · Heft 41 (24.5.1932) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVII (1932)
Issue
Heft 41 (24.5.1932)
Date
1932-05-24
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 41, 24. V. 1932 I Seite 195 Presseschau Um den French Bericht Der Londoner ״Jewish C h f o n i c 1 e“ will aus zuverlässiger Quelle erfahren haben, daß der High Commissioner für Palästina, Sir Arthur Wauchope, die Absicht hat, den Bericht des palästinensischen Landentwicklungsdirektors French weder der Jewish Agency noch der arabischen Exekutive zu unterbreiten, noch ihn zu veröffentlichen, sondern ihn ad acta zu legen. Der High Commissioner sei davon überzeugt, daß eine Verwirklichung der Vorschläge im French- Bericht unfair nicht nur gegenüber den betroffenen Ocmeinschäften, sondern auch gegen Palästina als Ganzes wäre, da eine solche Verwirklichung die allgemeine Entwicklung verzögern und insbesondere das Tempo des landwirtschaftliehen Fortschritts hemmen würde. Der High Commissioner sei der Meinung, daß eine Durchführung der von French vorgeschlagenen Beschränkungen der Bodenübertragung usw. die Privatinitiative hemmen und überhaupt das öffentliche Wirtschaftsleben drosseln würde. ״Jewish Chronicle“ gibt einen lnhalt des French-Berichtes wieder, der sich im wesentlichen mit der Wiedergabe der palästinensischen Arbeitertageszeitung ״Dawar“ (s. vorige Nummer der ״J. R“) deckt, und fügt noch hinzu, daß French seinem Bericht einen Entwurf zu einer Verordnung betreffend Einschränkung des Bodenkaufs angefügt hat. Als einer seiner Vorschläge wird auch erwähnt, daß in jüdischem Besitz befindlicher Boden für Ansiedlung von Ara bern gepachtet werden soll, da die Juden eine übermäßige unbenutzte Bodenreserve haben. * Zum Plan eines Weltkongresses Die durch den Beschluß des American Jewish‘ Congress aufgerollte Frage eines jüdischen Weltkongresses, zu der auch die ״Jüdische Rundschau“ in ihrer letzten Nummer Stellung genommen hat, hat in der jüdischen Presse verschiedenartige Resonanz hervorgerufen. ״Jewish Chronicle“ (London) spricht sich im Leitartikel der Nummer vom 20. Mai fegen die Einberufung eines solchen Kongresses aus. Für ie Erleichterung der wirtschaftlichen Judennot wäre eine Konferenz der großen jüdischen philanthropischen Gesellschaften nützlicher, und in politischer Beziehung dürften die Judenheiten der einzelnen Länder selbständig mehr erreichen als eine jüdische Weltinstanz. Da außerdem die Judenfrage äußerst vielseitig ist, müsse man befürchten, daß auf dem Kongreß keine Uebereinstimmung zu erzielen wäre, und ein solches Fiasko würde besonders bedauerlich sein. Nach Meinung des ״Jewish Chronicle“ ist der Vorschlag dieser Weltkonferenz großenteils auf persönliche Ambitionen von Dr. Stephen Wise zurückzuführen, der sich durch diese Aktion zum Führer des amerikanischen Judentums aufwerfen will, nachdem durch den Tod von Marshall dieser Führerplatz vakant ist. Das Organ der Union österreichischer Juden ״Die Wahrheit“ (Wien) spricht sich in seinem letzten Leitartikel für einen jüdischen Weltkongreß aus, falls dieser sich darauf beschränkt, eine Zusammenarbeit der jüdischen Abwehrvereine zu organisieren und sich ausdrücklich nur den Schutz der bürgerlichen Rechte der Juden zum Ziele setzt unter Ausschluß aller Momente, die innerhalb der jüdischen Parteien und Richtungen strittig sind. Der Chefredakteur der Jerusalemer hebräischen Tages- Zeitung ״Doar Hajom“, Ittamar Ben-Avi, appelliert in einem Artikel an die in Palästina akkreditiert(^ JCgisulti Beutsehlanii, Polens, Runfänieni uhd anderer Staaten, ’ in denen die Judenfrage akut ist, bei ihren Regierungen durch- Zusetzen, daß ein Kongreß zur raschen und gründlichen Lösung der Judenfrage einberufen wird. Ben-Avi glaubt, daß die großen Staaten der Welt mit Zustimmung des Völkerbundes eine Lösung des kompliziertesten Teils der Judenfrage darin sehen werden, daß Hunderttausende Juden in Palästina angesiedelt werden und daß diese Staaten eine solche Lösung finanziell und politisch unterstützen werden. Die Bilanz der Levante-Messe Der Zeitung ״Industrie und Handel“ (Berlin) wird aus Tel-Awiw berichtet: Das Ergebnis der Preisverteilung für die' Levantemesse hat bei den nichtenglischen Ausstellern Un- Zufriedenheit hervorgerufen, die sich durch die Art der Prämiierung benachteiligt fühlen. Es besteht die Absicht, dieser Stimmung in einer Eingabe an die Palästinensischen Handelskammern Ausdruck zu geben. Fast sämtliche Preise sind an britische Unternehmungen gefallen, während andere Aussteller mit ersten Preisen nur dann bedacht wurden, wo keine englische Konkurrenz vorhanden war, oder wo es angesichts der hervorragenden Qualität des ausgestellten Produktes nicht zu umgehen war. Diese einseitige Stellungnahme ist auf die An- Wesenheit zahlreicher Regierungsbeamter in der Jury zurückzuftihren, die auf diese Weise versucht haben, den ״Buy- British-Gedanken“ (kauft englische Waren!) in Palästina zu fördern. Im allgemeinen hat die Messe, von dem Ausbleiben der arabischen Bevölkerung abgesehen, den Erwartungen einigermaßen entsprochen. Die Bilanz der Besucherzahl schließt mit 280 000 ab. Während die Höhe der Umsätze halboffiziös auf 200 000 Pfund angegeben wird, beläuft sie sich nach Schätzungen aus palästinensischen Handelskreisen nur auf ungefähr 100 000 Pfund. Der Hauptteil der Aufträge ist auf in Palästina hergestellte Produkte, auf Textilwaren, Orangen, Fruchtsäfte und Seife entfallen, die meistens von syrischen und ägyptischen Käufern erteilt worden sind. Die europäischen Aussteller haben keine bedeutenden effektiven Verkäufe getätigt, aber eine Reihe von Verbindungen mit palästinensischen, syrischen und cyprischen Abnehmern angeknüpft, die wahrscheinlich auch zu Ab- Schlüssen führen werden. ״Ichud“ In der Tschechoslowakei. In Brünn fand soeben die Einigungskonferenz zwischen den tschechoslowakischen Mitgliedern der Poale Zion und den anderen zionistisch-sozialistisehen Gruppen statt. Die Konferenz beschloß die Gründung einer gemeinsamen Partei, die provisorisch den Namen ״Jüdische Sozialdemokratische Arbeiterpartei Poale Zion, vereinigt mit zionistisch-sozialistischen Gruppen“ tragen wird. Die Mitglieder dieser Partei gehören dem zionistischen Landesverband nicht an. Die Partei führt eine selbständige Lan* despolitik gemeinsam mit den anderen sozialistischen Parfeien, doch wird für ein gemeinsames Vorgehen mit jüdischbürgerlichen Gruppen die Tür offengehalten. Die Konferenz nahm ein Budget in Höhe von Kc. 70 000 an, beschloß die Ausgestaltung der Parteipresse und wählte eine Leitung, der u. a. Siegfried Keßler, Dr. Adolf Grünfeld, Dr. Hugo Herrmann, Karl Baum, Eldad Lindenbaum, Dr. Karl Teller, Dr. Eduard Drachmann, Dr. Oskar Neumann angehören. Die Tagung beschloß, für die beschleunigte Schaffung eines Territorialverbandes einzutreten. JÜDISCHE RUNDSCHAU Fusion der palftsttnensischen Elektrizitätswerke? Rothenberg soll Jerusalems Wasserversorgung übernehmen Der Jerusalemer Korrespondent der Berliner Zeitung ״I n - dustrie und Handel“ meldet: ״Die fehlgeschlagenen Versuche zur Wasserbeschaffung für Jerusalem haben die Stadtverwaltung allein bei dem Objekt von Ain Farah etwa 20 000 Pfd. gekostet; es wird nun das Gerücht von der Vergebung der Jerusalemer Wasserleitung an die Palestine Electric Corporation (=־= Ruthenberg-Gesellschaft — Anm. d. R. ״Jüd. Rundsch.“) laut. Im Zusammenhang damit heißt es, daß auch die Konzession für die Belieferung der Stadt mit elektrischer Kraft aus den Händen der bisherigen Inhaberin, der Jerusalem Electric and Public Service Corporation in die Hände der Palestine Electric Corporation übergehen wird. Zu diesem Zweck soll eine Aktien-Emission der Palestine Electric stattfinden, um das Aktienpaket der Jerusalemer Gesellschaft umzuwandeln. Nach der Fusion soll das palästinensische Hauptbüro der Palestine Electric, das sich augenblicklich in Haifa befindet, nach Tel-Awiw verlegt werden.“ Der Relchsverband vor der Verwirkllchnng Frankfurt a. M., 23. Mai. (j.T. A.) Im Anschluß an die Sitzung des Engeren Rates des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden fanden in Frankfurt a. M. unter dem Vorsitz des Kammergerichtsrats Leo Wolff vertrauliche Beratungen der Vertrete r der einzelnen Landesverbände statt, die zur Schaffung des ״R e i c 11 sverbandes der deutschen Juden“ führen sollten. Die Tagung war von allen Landesverbänden außerordentlich stark besucht. Nach langwierigen Beratungen kam eine Verständigung zwischen den Vertretern des Preußenverbandes und den der anderen Landesverbände, insbesondere der ״Arbeitsgemeinsehaft der süddeutschen Landesverbände“, zustande. Es wird ein Entwurf im Anschluß an den von der Kornmission des Preußischen Landesverbandes unterbreiteten Vorschlag ausgearbeitet, der in etwa vier Wochen in einer neuen Beratung erörtert werden soll. Ein Zweikammersystem soll eingeführt werden, wobei in der einen Kammer die Reichstagung entsprechend der Seelenzahl der einzelnen Verbände zusammengesetzt wird, während das zweite Organ derart beschaffen sein wird, daß eine Majorisierung der anderen Verbände durch den Preußenverband ausgeschlossen ist. GrnndstelnlegDng des Jüdischen Sporthetmes Von Dr. Fritz Ullmann, Karlsbad. Die jüdischen Sport* und Turnvereine für die C. S. R., Makkabi und Bar Kochba für Deutschland haben durch Intensivste Arbeit es zuwege gebracht, daß die letzte Ausschußsitzung vom 22. 5. 1932 den Beschluß fassen konnte, die Grundsteinlegung für das jüdische Ski* und Sportheim auf dem Keilberg für den 29. 5. 1932 anzuberaumen. (Näheres siehe im Artikel von Dr. Holzer, ״|. R.“ Nr. 37.) Wenige Monate nachdem der Plan der Schaffung eines Heimes für die jüdische Jugend gefaßt wurde, wird auch schon an die Ausführung geschritten. Große Werbearbeit steht noch in den nächsten Wochen diesem Ausschüsse bevor, der noch In diesem Sommer de« Bau ־d« ffcmtes ומד &»de 'ftlirew will; Alle Freunde der jüdischen Jugend und alle Freunde des Sportes sollen daher zur ärundsieinlegung dieses ersten Makkabiheimcs am 29. 5. 1932 zum Waldschlößchen bei Böhm. Wiesenthal kommen. In schlichter Form soll die Grundsteinlegung, an der der Ausschuß und die Vereine von Chemnitz, Berlin, Leipzig, Prag, Karlsbad, Komotau, Brüx und Teplitz teilnehmen werden, vor sich gehen. Am selben Nachmittag findet 1'n Sankt Joachimsthal Im Radium-Hotel um 3 Uhr ein abschließender Tee-Nachmittag statt, bet dem die Herren Abg. Dr. Goldstein aus Prag sowie Dr. Leiewer, Präsident des Makkabi-Weltverbandes, Berlin, sprechen werden. Möge dieses schöne Werk gelingen, dieses Heim ein Heim der jüdischen Jugend, ein Haus der jüdischen Erneuerung und ein Sammelpunkt des jüdischen Sportes werden. Bücherspenden für die Jüdische Natlonal-Bibliothek, Frau S. Preciado in Bukarest, die erst vor kurzem einen Fonds zur Schaffung architektonischer Werke auf den Namen ihres verstorbenen Sohnes jonah Jonel Preciado der Bibliothek übergeben hatte, hat nun auch die Büchersammlung des Verstorbenen der Bibliothek übersandt. Die Sammlung umfaßt eine Reihe von Zeitschriften aus dem Gebiete der Architektur und Kunst sowie über 200 gutgewählte Bücher aus diesen Gebieten. Eine zweite Sammlung von Werken über Architektur wurde der Bibliothek von Herrn E. J. Levy in Kairo übersandt. Es handelt sich dabei um über 100 Bände in französischer, englischer und deutscher Sprache. Die meisten Bücher sind wertvolle Standard-Werke über Architektur. Die Sendung enthielt ferner eine große Zahl von Werken allgemeinen Interesses. — Der Deutsche Verband zur Förderung der Universität Jerusalem in Berlin (Prof. Citron), sandte wiederum fünf Kisten mit Büchern und Zeitschriften an die Bibliothek. Die Hauptspender dieser Sendung waren Dr. Julius Misch und Frau Dr. July Zadek, Berlin. Dr. Misch sandte zwei Kisten mit Zeitschriften, Büchern und Separatabdrücken aus dem Gebiete der Zahnmedizin, die er regelmäßig der Jüdischen National- und Universitätsbibliothek überfibt. Frau Dr. July Zadek sandte über 80 Bände der beiden ertschriften ״Neue Zeit“ und ״Sozialistische Monatshefte“ aus dem Nachlasse ihres verstorbenen Mannes, Dr. Ignaz Zadek, Berlin. — Das Warschauer Komitee der Bibliothde, welches seine Büchersammlungen für die Bibliothek unermüdlich fortsetzt, sandte wiederum etwa 1000 Bände. Durch die aktive Mitarbeit des Komitees ist es der Bibliothek möglich, fast alle Veröffentlichungen in hebräischer und jiddisener Sprache, die in Polen erscheinen und die für die Bibliographie der von der Bibliothek herausgegebenen bibliographisehen Vierteljahrsschrift ״Kirjath’ Sepher“ notwendig sind, zu erhalten. Die Sendung war, wie alle früheren des Warschauer Komitees, mit außerordentlicher Sorgfalt zusammengestellt. Das Komitee der Bibliothek in Kopenhagen überwies zwei Kisten mit Werken hauptsächlich aus dem Gebiete der Natur- Wissenschaft. Auktion jüdischer Kultgeräte. Hugo Helbing, Frankfurt/M., versteigert am 14. Juni eine Sammlung alter jüdischer Kultgeräte. Der Katalog bringt zunächst eine Reihe von silbernen Thoraschildern, die zum Teil vergoldet sind, meist aus dem 18. Jahrhundert. Es folgt eine Anzahl von Thorazeigern in verschiedensten Ausführungen, Bessomimbüchsen (darunter eine Lissabonner Arbeit des 18. Jahrhunderts), ein Sederschälchen, rnehrere Kiduschbecher, eine Schüssel zum Priesterwaschen um 1700 usw. Der illustrierte Katalog ist zu beziehen durch Hugo Helbing, Frankfurt a. M״ Bockenheimer Landair- & Palästina «Abend in Stockholm Von unserem Stockholmer Korrespondenten. Stockholm, Anfang M»L Die hiesige Zionistische Vereinigung und der KKL ver-! einigteil sich vor einigen Tagen zu einem großangclegten Pa-j lästina-Abend in Stockholm, der von neuem erkennen ließ, daß1 der zionistische Geist die Juden in Schweden immer mehr fes-j seit und positive Resultate hervorbringt. Die Initiative hierzu' hatten die 8 schwedischen Teilnehmer der Palästina-Reise der' Makkabiade gegeben, von denen einer, Herr Simon B r i c k ,! ein ausführliches begeistertes Referat über seine Reiseelndriickc' in Ercz Israel gab. Herrn Bricks interessante und sehr anschaulich geschilderte Paliistinabilder hatten bei dem außergewöhnlich zahlreich erschienenen Auditorium wärmsten Bei-‘ fall ausgelöst, und so mancher der Anwesenden äußerte den Wunsch, eine so erlebnisvolle Palästinareise mitmachen zu körtnen. (Im übrigen brachte das hiesige schwedische Sportorgan ״Idrottsbladet“ einen ausführlichen Bericht über die Resultate der Festspiele und bemerkte die ausgezeichneten sportlichen Leistungen aller Teilnehmer.) —- Nach diesem Referat ergriff־ der Vorsitzende der Stockholmer Zionist. Vereinigung, Herr Dozent Hugo Valentin, das Wort, der eine Rundreise durch Skandinavien unternommen hatte, um die zionistische Bewegung der verschiedenen nordischen Linder zu studieren., Er sprach zuerst von Helsingfors, wo Rabbiner Feder*: busch mit Erfolg versucht, die finnischen Juden für den Zionismus zu gewinnen, ln Oslo ist der kürzlich aus Berlin nachl dort gekommene Rabbiner Samuel (Mitarbeiter der ״J. R.“), der in hervorragender Weise speziell die Jugend Norwegens für die zionistische Idee begeistert und schon sehr positive Resultate erzielt hat. In Kopenhagen, wo Valentin selbst einen Vortrag hielt und mit Prof. Lcssing zusammentraf, setzt sich u. a. der bekannte Schriftsteller und Poet Henri Nathanson für die Bewegung ein, der auch bei den dänischen Nichtjudenf ein hervorragendes Ansehen genießt. Als besonders aktiv arbeitend wurde noch Herr Leop. Landau erwähnt, ein kürzlieh nach Dänemark gekommener Deutscher (Korrespondent der ״J. R,“). ״Aber“, schloß Valentin seinen interessanten Bericht, ״am zionistischsten ist doch Stockholm!“ Hoffen wir, daß die anderen skandinavischen Länder sich diesem G-eiste bald anschließen. Man ist jedenfalls auf dem besten Wege dazu, mit dieser Ueberzeugung verließ jeder diesen äußerst anregenden Abend. . , . Nicht unerwähnt möchte ich noch einen Namen lassen. Herrn Dr. Josef Zacharias, den Vorsitzenden des Keren Kajemeth. Seit seiner Führung hat der Fonds erstklassige materielle sowie geistige Resultate aufweisen können; sowohl ihm wie Valentin gebührt der aufrichtigste Dank der Zionisten: Schwedens. ״J u d i sk Krönika“ nennt sich eine soeben erschienene Zeitschrift in Stockholm, die als Verbandsorgan des Skandinavisehen Jüdischen Jugendverbandes gedacht ist und achtmal jährlieh erscheinen wird, unter der Redaktion des Herrn Daniel B r i c k. Die journalistischen Kenntnisse des Redakteurs verhelfen dem Blatt zu einer auf hohem Niveau gehaltenen Zeitschritt, die bestimmt den Anklang der skandinavischen Leser- Schaft finden wird. H. Ritter* Frauen berichten ans Palästina Die Frauen-Arbeitsgemeinschaft für Pa* lästina hatte ant 12. Mai zu einem Palästina-Abend ringeladen, der sehr eindrucksvoll war. Drei Frauen, die daj,GJtick' Berichte, die sich za einem Bilde abrundeten. — Als erste FrSt*- lern Frieda Wein reich, die Sekretärin der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Jaden. Ihre Sachkenntnis befähigte sie, die palästinensischen oiiiriittingeit für soziale Fürsorge, für Kinder, Krank'!■ und Frhoiimgsbedurnige zu beurteilen, — das,* was dort geleistet und was noch mehr erstrebt wird. So unter Leitung von Miß Szold eine Zusammenfassung der vielen noch bestehenden Einzelinstitutionen. Vor allem erfreut das hoffnungsvolle Werden, die hingebungsvolle freiwillige Arbeit und die dadurch bewirkten geringen Kosten im Vergleich mit. Deutschland. — Die zweite Rednerin, Frau Byk, ist mehrere Monate in einer Moschawsiedlung bei Haifa gewesen. Sie gab eine freudig bewegende Schilderung des Lebens dieser Opferfrohen Menschen, ihrer schweren Arbeit, ihres hilfreichen Gemeinschaftsgefühls, ihres Schabbat und ihrer Abendstunden. Eindrucksvoll war die Darstellung einer Abendfahrt nach Rechowoth zu einer Aufführung der Habimah, auf Leiterwagen unter dem Schutz einiger Schomrim. ״Und so verbringt, umrungett von Gefahr, hier Mann und Frau und Kind ihr tüchtig Jahr.“ Die wundervolle Fürsorge für die Kinder überall im Land ist wohl allbekannt. — Die dritte Rednerin, Frau Jenny Blumenf e 1 d , die schon mehrmals im Lande gewesen ist, wies auf den Fortschritt hin, den alles im Lande in den letzten zwei Jahren gemacht hat, die sehr erhebliche Vergrößerung der Orangenplantagen, die neuen Viertel und Straßen in Jerusalem, Tel-Awiw und Haifa, die rege Bautätigkeit. Als großes Erlebnis das Purimfest in Tel-Awiw, ein wahres Volksfest ohne Alkohol, das künstlerischen Sinn und Witz und keine Roheit zeigte. Daran schloß sich die Makkabiah, zu der zweitausend Sportler ins Land kamen, und wiederum als größter Eindruck die Sportler des Landes selbst — tozereth haarez — Gestalten voll Kraft und Schönheit. Frau Blumenfeld hat auch den Beginn der Levante-״Messe noch aniterlcbt und konnte von deren schönen und imposanten Bauten und den zahlreichen Besuchern erzahlen, unter denen auch viele Araber waren, ebenso wie sie am Purimfest im Straßenbilde Tel-Avviws nicht fehlten. — Nicht wiedergeben läßt sich die Wärme, mit der die drei Frauen von dem seelischen Erlebnis und von der Schönheit des Landes sprachen. Die Zuhörerinnen gingen fort mit dem erhebenden Gefühl, an dem Wunder des Werdens in Erez Israel ein wenig Anteil bekommen zu haben. Kompositions-Konzert James Rothstein. ln den Dienst dieses leider sehr verkannten Komponisten stellten ihre reife Kunst: Leo Gollanin, Alfred Wittenberg, Armin Liebermann, CarK Fäcknitz und ihr junges vielversprechendes Können Gizi Deutsch. Das Programm war zu reichhaltig. Es ragten als bedeutendste kompositorische Leistungen die beiden Goethesehen Kophtischen Lieder, namentlich das zweite Stück und die wahrhaft echten Duette ״Kußlehre“ und ״Eile der Liebe“ hervor. Vom uraufgeführten Trio gefielen mir besonders die beiden letzten Sätze. Ueberall aber wetterleuchtete eine tragisch gestimmte Seele, und wenn Oollanin mit dem köstlichen Zauber seiner unvergleichlichen Vortragskunst ״chatossenu hu jimchol“ in unsere Herzen sang, dachten wir an das schwere Geschick der Kunst und des Lebens um uns her. Wann erscheint endlich ein Auswahlband Rothsteinscher Kompositionen? Una wann werden seine besten Lieder viel und gut gehört werden? Die Kophtischen Lieder sind (seit einem Jahrzehnt, wenn ich nicht irre) immer noch Manuskript. Arno Nadel. Habilitation. Dr. phll. Gottfried F r a e n k e 1 aus München, der Sohn von Justizrat Emil Fraenkel, hat sich in der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Frankfurt a. M. für das Fach der Zoologie und vergleichenden Physiologie der Tiere hafcüitieeL

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