Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1932-04-26 · Heft 33-34 (26.4.1932) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVII (1932)
Issue
Heft 33-34 (26.4.1932)
Date
1932-04-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2651273-2653348-2653386--22944-2681238
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 160 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 33/34, 26. IV. 1932 Geschehen leisten kann. Die zwölf Jahre der Nachkriegs, geschichte bilden ein eigentümliches Kapitel. Es ist offenbar, daß die meisten der durch den Krieg aufgeworfenen Probleme bis heute ungelöst sind, und man sieht kaum irgendwo Personen oder Mächte, die die Fähigkeit besäßen, Lösungen zu finden und durchzusetzen. Es war der gewaltige Irrtum einer ganzen Generation, in den Jahren 1918—1920 zu wenig dynamisch zu denken. Man verstand noch nicht, daß der große Krieg nicht ein Abschluß, sondern ein Anfang war. Und aus diesem Mißverständnis leitet sich vielfach die heutige Ratlosigkeit her. Auch der Zionismus ist davon nicht verschont geblieben. Die Mehrheit der Zionisten meinten, daß 1917 oder 1920 irgend etwas Definitives geschaffen wurde, und wer nachher noch so eindringlich darauf hinwies, daß wir erst am Anfang stehen, die Aufgabe vor uns liegt und in der Auseinandersetzung mit den realen Kräften besteht, der predigte tauben Ohren. Es ist das unvergängliche Verdienst Dr, Weizmanns, daß er, statt nach dem Wunsche mancher Ratgeber Jahre in unfruchtbaren politischen Diskussionen zu verlieren, auch unter schweren Bedingungen die Kräfte des Aufbaus in Bewegung gesetzt hat. Man braucht nur an das Pandämonium erfolgloser internationaler Konferenzen zu denken, die die ganze Nachkriegszeit bis auf den heutigen Tag ausfüllen und noch keinem Problem beizukommen vermochten, um zu verstehen, was es bedeutet hätte, wenn der Zionismus sich auf den diplomatischen Konferenzweg begeben hätte. Der Zionismus hat, ohne hundertprozentige Garantien, die Arbeit begonnen. Alle, die die Festlichkeiten dieses Frühjahres in Palästina miterlebt haben, werden bestätigen, daß von 1920—1932 ein imponierender und lebensfähiger Bau geschaffen wurde, eine Realität, der das Judentum unserer Zeit nichts annähernd Gleichbedeutsames an die Seite zu stellen hat. ♦ Aber was die Politik betrifft, 80 stehen wir fraglos in einer schweren Krise des jüdischen Empfindens. Die Ernüchterung ist groß. Das mag an äußeren Faktoren liegen, aber nicht n u r an ihnen. Zum Teil rächt sich hier das System der Uebertreibungen, das aus der Vermischung von Politik und Propaganda resultierte. Haben doch die jüdischen Massen vielfach eine besondere Genugtuung aus der Vorstellung geschöpft, daß das jüdische Volk eine Art ״Verbündeter“ Englands geworden ist, und über dieser mehr sentimentalen Einstellung wurde völlig vergessen, daß es sich um ein sehr kompliziertes Problem handelt und daß die Sache auch eine andere Seite hat, die etwa durch den Ausspruch eines führenden Moslems charakterisiert ist: ״Wer ist Balfour, daß er unser Land einem anderen geben kann?“ Nun sind die allzu naiven Träume zerstört worden, und die Folge ist eine teilweise recht erbitterte Stimmung gegen den einstigen ״Bundesgenossen“. Vielfach führt dies zu einer völligen Verzerrung der tatsächlichen politischen Situation. Es greift eine Unüberlegtheit um sich, die den Zionismus in eine,peinliche Lage bringen kann. Wir denken dabei nicht einmal an Jabotinskys Auslassungen, der neuerdings die Engländer als ein Gesindel von Fremdlingen, die in Palästina eigentlich nichts zu suchen haben, bezeichnet, aber auch außerhalb des Revisionismus spricht man von einer ״englisch-arabischen Allianz gegen den Zionismus“, und man findet in zionistischen Zeitungen die eigentümlichsten Denkblüten, so z. B., wenn eine zionistische Zeitung meint, die Araber vor Englands Falschheit warnen zu müssen und ihnen rät, sich doch von diesen falschen Freunden zu befreien; als ob nicht die Araber eine Befreiung von England, d. h. Aufhebung des Mandates, geradezu in ihr politisches Programm gestellt hätten, während die Juden es sind, die ein Interesse an Englands Verbleiben haben und die sich den Luxus, für die ״Absetzung“ Englands in Zeitungsartikeln einzutreten, nur leisten können, weil sie wissen, daß England Palästina nicht verlassen wird. Mit so unbedachtem Verhalten ist also der zionistisehen Sache nicht gedient. Wenn man aber schon England loswerden will, dann sollte wenigstens die Erkenntnis, daß ein Ausgleich mit den Arabern gesucht werden muß, damit beide der Vormundschaft allmählich entwachsende Völker die gemeinsame Heimat zu einer Stätte des Wohlstandes und der Kultur aufbauen können, sich durchsetzen. Aber auch bei denen, die in allgemeinen Redewendungen für dieses Programm eintreten, ist man weit entfernt, sich konkrete Vorstellungen darüber zu machen, wie ein solcher Ausgleich aussehet! könnte. Man begnügt sich mit einer negativen Haitung. So z. B. wurden die sogenannten ״Abbas Hihni- Vorschläge“, ganz abgesehen von der Frage ihrer Echtheit, im jüdischen Lager einmütig abgelehnt. Besonderen Anstoß hat der Vorschlag zur sogenannten ״Kantonisierung“ Palästinas hervorgerufen, worunter man die Abgrenzung jüdischverwalteter und arabischverwalteter Zonen Palästinas versteht. Dieser Gedanke ist nicht erst durch den indischen Journalisten, der die Vorschläge in die Presse brachte, entdeckt worden. Eine gewisse Vaterschaft hat mit Recht in einem kürzlich im New Yorker ״Tog“ erschienenen Artikel der Herausgeber des ״Doar Hajom“, Ittamar Ben Awi, für sich in Anspruch genommen. Der Erfinder dieses Projektes, der auch der Bezieht«- gen zum ״Brith Schalorn“ nicht verdächtig ist, ist also in weit rechtsstehenden Kreisen zu suchen. Ben Awi betont in seinem Artikel, daß auf die Dauer an eine friedliche Besiedlung des Landes nicht zu denken ist, wenn die beiden Bevölkerungselemente nicht zu einer Verständigung kommen. Nicht nur die Ereignisse des Jahres 1929, die er anführt, bestätigen diesen Satz, sondern man könnte auch ein Ereignis aus der jüngsten Zeit zum Beweise anführen. Wie die in den palästinen- Stichen Zeitungen veröffentlichten ausführlichen Berichte über die gerichtliche Untersuchung des Todesfalles Srul Wolff, der in Jerusalem mit durchschnittener Kehle aufgefunden wurde, beweisen, handelt es sich hier tatsächlich um den Selbstmord eines offenbar geistig nicht normalen Sonderlings. Die Atmosphäre Palästinas ist aber so, daß der absonderliche Selbstmord eines aus Kalifornien über Australien nach Jerusalem gekommenen Mannes um ein Haar eine schwere Panik und vielleicht ein Gemetzel und Blutbad hätte auslösen können. Eine solche Lage, wo der kleinste Funke das Pulverfaß entzünden kann, darf man wohl mit Recht als anormal und auf die Dauer unerträglich bezeichnen. Der Gedanke liegt nahe, daß ein Wandel geschaffen werden muß. Aber wie? Ben Awi hat seine Gedanken über das jüdisch-arabische Problem in einem Buch veröffentlicht, das im vorigen Sommer in französischer Sprache erschienen ist und den charakteristischen Titel führt ״L ׳ E n cl a v e“ (Les Editions Rieder, Paris). Er meint die ״jüdische Enklave“ in dem großen Gebilde einer arabischen Föderation, für das er eintritt. In der Idee eines ״größeren Palästina“ und in dessen Rahmen einer Nachahmung der Sonderstellung des Libanon im Rahmen Syriens, erblickt Ben Awi den Ausweg und die Brücke zu einer jüdisch-arabischen Bundesgenossenschaft. Natürlich gibt es Einwendungen gegen solche Ideen, und ihrer Verwirklichung stehen sicherlich gewaltige Hindernisse im Wege, aber warum eine Diskussion darüber zionistische Ketzeret sein soll, ist uns besonders dann nicht verständlich, wenn kein a n - derer Gedanke entgegengestellt wird. Niederbrüllen und beleidigen ist doch kein Argument. Denn darin hat Ben Awi, mit dem wir selten iibereinstimmen, fraglos recht: man sollte die Frage des jüdisch-arabischen Ausgleichs auf die Tagesordnung setzen, bevor wieder dritte Mächte mit Ueberraschungen eingreifen oder bevor die gegenseitige Erbitterung wieder zum Kulminationspunkt gestiegen ist. * Gegenwärtig freilich sind diese Fragen der ״höheren“ Politik weniger aktuell als ganz konkrete Tatsachenfragen, die sich im Zusammenhang mit dem jetzt zentralen Ereignis der Palästina-Politik, dem bevorstehenden French- Bericht, ergeben werden. Die Aufgäbe des Herrn French ist keine leichte. Denn abgesehen von der Ansiedlung der ״durch jüdische Bodenkäufe landlos gewordenen Araber“ wird er sich wahrscheinlieh über das gesamte Bodenproblem Palästinas äußern. Und da ist der gegenwärtige Moment der denkbar ungünstigste. Palästina steht im Zeichen einer Dürre, wie sie seit Jahren nicht erlebt wurde. Die bevorstehende Ernte wird auf ungefähr ein Drittel des sonstigen Ernteertrags geschätzt. Am schlimmsten ist die Lage der Fellachen in den Gebirgsdörfern, wo eine buchstäbliche Hungersnot zu erwarten ist. Nicht nur die arabischen Zeitungen, auch die offiziellen Regierungsberichte schildern die Lage sehr pessimistisch. Damit wird, auch wenn die von der arabischen Presse als möglich bezeichneten Hungerrevolten nicht eintreten, die Frage der Gebirgsfellachen, die bekanntlich schon Simpson beschäftigt hat, auch für French aktuell werden. Es würde zu weit führen, wollten wir hier diese Frage ausführlich erörtern. Nur eines sei angedeutet: als Ausweg für den Landmangel Palästinas pflegt man auf die weiten Gebiete Trans jordaniens hinzuweisen, und es ist nicht unwahrscheinlich, daß vielen sogar hochgestellten Transjordaniern eine dichtere Besiedlung durch Juden oder palästinensische Araber insgeheim erwünscht wäre. Aber auch dieser Aktion stehen gewaltige politische Hinderrrsse entgegen, die Wohl nicht anders als im Rahmen einer Gesamtbereinigung des jüdisch-arabischen Verhältnisses zu beseitigen sind. Auch hier besteht also das Bedürfnis nach neuen Konzeptionen, neuen Ideen, weitschauender Realpolitik. Ohne diese werden wir in den entscheidenden Punkten nicht weiterkommen. * Das jüdische Palästina erlebt heute eine Periode des Aufschwungs. Noch nie ist — wozu auch die besonders finstere Lage im Galuth beiträgt — mit solchem Hochgefiihl Peßach in Erez Israel gefeiert worden wie diesmal. Dies wäre ein richtiger Moment, um sich auf die tieferen Lebensnotwendigkeiten des Landes zu besinnen. In Zeiten jüdischer Depression pflegt man zu sagen, man könne nicht für jüdisch-arabische Verständigung eintreten, weil dies von den Arabern als ״Zeichen der Schwäche“ gedeutet würde. In einer Zeit des Aufschwungs, der — im Kontrast zu den arabischen Agrarnöten besonders augenfälligen — wirtschaftlichen Hochblute, im Bewußtsein der jüdischen Stärke, sollte (womöglich noch vor der Publikation des French-Bericfttes!) die Initiative zur Einleitung einer Periode der palästlnensischen Stabilität von jüdischer Seite ausgehen. R y Me nächste Nummer der Jüdischen Rundachatt erscheint wegen der Feiertage am 3. Mai 1932 Palästina •Debatte im Unterhaus Fttr freie JAdltche Einwanderung — Kritik der Palästina-Beamten In der Sitzung des englischen Unterhauses vom Freitag, dem 22. April, gelangte Im Rahmen der großen Budget-Debatte der Etat de * Kolonialmlnlsteriums zur Behändhing. Einleitend hielt der Kolonialminister Sir Philip Gun- 1 i f fe-Li 81e r ein Referat über die Lage in den einzelnen Kolonien, ohne sich jedoch mit den Mandatsgebieten ausführlieh zu befassen. Lediglich am Schlüsse seiner Rede wies er auf die große Leistung hin, die England in Irak vollbracht hat, das dank der englischen Verwaltung nunmehr selbständig wird und damit aus dem Interessengebiet des Kolonialministeriums ausscheidet, lieber Palästina hat der Minister —- soweit aus dem Bericht der ״Times“ ersichtlich ist — überhaupt nicht gesprochen. Dennoch nahm Palästina in der Debatte einen verhältnismäßig breiten Raum ein. Insbesondere der Vorsitzende des Parlamentarischen Pro Palästina-Komltces, John B u cha n , konservativer Inhaber des Parlamentssitzes für die schottischen Universitäten, rollte die Palästinafrage in ihrem ganzen Umfang auf. Nach ihm sprach noch €01. Wedgwood, der jüdische Abgeordnete Barnett Jänner und als Vertreter der Regierung der Unterstaats- Sekretär Sir Robert Hamilton. John Buch an führte ungefähr folgendes aus: ln Palistina sollte unsere Haltung weder pro-jüdisch noch pro-arabisch sein, sondern einfach pro-britisch (Beifall). Es war unsere Aufgabe, unsere Arbeit dort so zu führen, daß wir unser Ehrenwort erfüllen und Frieden und Wohlstand beider Völker sichern, denen beide wir Versprechungen gemacht haben, Unsere Verpflichtung war es, ein Nationalheim für diejenigen Juden, die nach Palistina zurückkehren wollen, vorzuBereiten, und dies schließt freie Immigration Im Rahmen der ökonomischen Fassungskraft deä Landes ein. Es darf auch keine künstlichen Hindernisse für die freie und vernünftige Entwicklung der Juden geben. Darüber hinaus müssen wir für diese Immigranten Sicherheit von Leben und Eigentum schaffen. Das war gewiss keine leichte Aufgabe. In den letzten zwölf oder dreizehn Jahren haben wir fraglos viele Fehler in unserer Palästinapolitik gemacht, und es ist von größter Wichtigkeit, daß diese Fehlgriffe jetzt korrigiert werden. Redner glaubt, daß heute beide Völker in Palästina bereit wären, die Vergangenheit zu vergessen und die Gegenwart und Zukunft mit unvoreingenommenen Augen zu sehen. Die Anstrengungen der Juden waren heroisch. Wie ich höre, sagte der Redner, zeigt Palästina in diesem Moment sowohl industriell als auch landwirtschaftlich wachsende Prosperität, und dies sollte sich sicherlich in den Ziffern der Emmigrationsquote ausdrücken, denn nur auf diese Weise könne England das Mißtrauen, welches leider in den letzten Jahren •tn der Judenheit entstanden ist, überwinden. Redner forderte zum Schluß, daß matt die von French geführte Landentwicklungskommission anweise, sich auf ihren genau umschriebenen Aufgabenkreis zu beschränken, und sich nicht in die eigentlichen Streitfragen einzumischen; eine solche Einmischung anderer Kommissionen in der Verangenheit habe England nur Unannehmlichkeiten bereitet, r schloß mit der Versicherung, daß nach seiner Meinung niemals eine bessere Möglichkeit für die Zusammenarbeit der»beiden Völker bestand als in diesem Moment. €01. Wedgwood befaßte sich vor allem mit dem Verhalten der englischen Beamten in Palästina und erklärte, Englands Vertreter In Palästina verraten Englands eigene Sache. Alles komme darauf an, andere Beamten vom besten Typ des englischen Kolonialbeamtentums nach Palästina zu entsenden. Während Wedgwoods Rede kam es wegen seiner scharfen Kritik der englischen Beamtenschaft zu Zwischenrufen. Admiral Taylor forderte Wegwood auf, seine Beschuldigungen gegen die britisch-palästinensische Polizei zurückzuziehen, worauf Wedgwood erwiderte, er könne nichts zurückziehen, denn drei Judenmassakers seit Beginn der englischen Herrschaft hätten seine Behauptung erwiesen. Barnett Jänner, der zionistische Abgeordnete, von Whitechapel, forderte den Kolonialminister auf, den im Briefe Macdonalds an Dr. Weizmantt enthaltenen Versprechungen durch positive Maßnahmen gerecht zu werden, und betonte, daß, welche Leistungen immer in Palästina vollbracht wurden, diese nicht der englischen Kasse zur Last fielen, sondern ausschließlich durch die jüdischen Anstrengungen ermöglicht worden sind. Der Unterstaatssekretfir für die Kolonien Sir Robert Hamilton umriß die Situation Palästinas in den letzten Jahren. Er gab zu, daß die Ereignisse dazu angetan waren, diejenigen zu enttäuschen, die ein schnelleres Tempo der Ent- Wicklung erwarteten. Allein die Rücksicht auf die Absofptionsfähigkeit des Landes mache gewisse ßeschränkungen notwendig; eine plötzliche Oeffnung der Tore für neue Einwanderung würde nutzlos sein, wenn nicht für die Neuankömmlinge Beschäftigung gefunden wird. Es sei darum am besten, wenn man die Angelegenheit der Einwanderung dem High Commissioner und der Jewish Agency überläßt, die gemeinsam die Zahl der von Zeit zu Zeit zuzulassenden neuen Arbeitereinwanderer bestimmen. Naturkunde in hebräischer Sprache. Seit Beginn dieses Jahres erscheint in Palästina eine Monatsschrift ״H a t e w a Wehaaretz“ (״Natur und Land“), die allen Fragen der Naturwissenschaft gewidmet ist, insbesondere aber Natur und Geographie Palästinas behandeln soll. Der Herausgeber. Uria Felrimann, hat sich ein Ziel gesetzt, das sicherlich für die palästinensische Jugend, darüber hinaus aber für weite Kreise des Publikums in Palästina und auch außerhalb Palästinas von großer Wichtigkeit ist. Der palästinensischen Jugend, die ja Verhältnismäßig wenig belehrenden unpolitischen Lesestoff in periodischer Form zur Verfügung hat, wird hier in leichtfaßlieber Form eine Einführung in verschiedene Fragen der modernen Naturwissenschaft, sowie Biographien berühmter Naturforscher ttsw. geboten. Für den außerpalästinensischen Leser, der in bezug auf Allgemeinbildung größere Möglichkeiten hat, sind natürlich besonders die Beiträge interessant, die sich spezieh mit Palästina befassen. So enthalten die beiden ersten bisher uns vorliegenden Helte eine Wiedergabe der Antritts- Vorlesung des neuen Professors der Zoologie an der Universität Jerusalem, Dr. Bodenheimer, ferner Aufsätze über die Geologie Palästinas von Picard, Uber den Dschoian von Sukenik, einen Bericht über botanische Streifzüge durch Syrien, ferner, was besonders dankenswert ist, regelmäßige Monatsübersicnten über die Veränderung der Fauna und Flora Palästihas in dem betreffenden Monat, also z. B. über die Eigentümlichkeiten des palästinensischen Januar im ersten Heft, des Februar im zweiten Heft, Die Zeitschrift ist gut gedruckt und mit Bildern ausgestattet und verdient das Interesse eines weiten Leserkreises, wobei überdies Gelegenheit zur Erweiterung der hebräischen Spraehkenntnisse auf einem bestimmten Spezialgebiet gegeben Ist. Das Abonnement kostet vierteljährlich 1 Dollar. Adresse: Uria Feldmann, Hatewa Wehaaretz, Mertdelestreet 4, Tel-Awiw, Palästina

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.