Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVII (1932)
- Issue
- Heft 25-26 (1.4.1932)
- Date
- 1932-04-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 25/2«, 1IV. 1932 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 123 Sokolow über arabisch - jüdische Beziehungen Das Organ der amerikanischen Zionisten ״The New Palest ine“ ist wegen der finanziellen Schwierigkeiten, in denen sich die Zionistische Organisation Amerikas befindet, mehrere Monate nicht erschienen. Im März wurde nun damit begonnen, an Stelle dieser Wochenschrift ein vierseitiges Nachrichtcnbiatt ״The New Palestine News Bulletin“ herauszugeben, ln der Einleitung sprechen die Herausgeber die Hoffnung aus, das Blatt in dieser eingeschränkten Form wenigstens bis zur nächsten Convention (Delegiertentag) im Juni aufrerbt/iierbalien. In der ersten Nummer dieses erneuerten Blattes sind eine Reihe von Erklärungen Sokolows zum arabisch-jüdischen Problem abgedruckt. Bei einem Bankett, das zu Ehren der beiden englischen l.abour-Füiirer Sir Norman An gell (dem bekannten Pazifisten) und Porti S n e 11 (ehemals Mitglied der Shaw-Kommission) gegeben wurde, hielt Sokolow eine Rede, in der er als Erwiderung auf Snells Bemerkung, die Zionisten mitItten dem arabischen Problem mehr Aufmerksamkeit zuwenden, seinen Standpunkt in dieser Sache darlegte, Sokolow betonte dabei die Friedensliebe des Zionismus, der in keiner Weise gegen die Araber gerichtet sei und vertrat — ähnlich wie in seiner Züricher Rede vorn Septemher 1920 — die Ansicht, es gebe in Zusammenhang mit Palästina kein Araber-Problem, aas ״Zion der Araber“ liege im Hedschas und sei bereits ein arabisches Königreich, Irak sei ein freier arabischer Staat geworden und dasselbe stehe in Syrien bevor, das viel reicher ist als Palästina. Palästina aber sei den Juden gegeben worden, die strengstens darauf achten werden, daß 'weder arabische noch christliche oder andere Interessen vcrld/t werden. Weiter führte der Redner aus, wie sehr die zionistische Siedlung zu einem Segen für die arabischen Nachbardörfer geworden ist. An anderer Stelle des Blattes ist eine nach Bekanntweiden der sogenannten ,,Abbas Hilmi-Vorschläge“ abgegebene Erklärung Sokolows wiedergegeben. Darin heißt es u. a : ״Mein Wunsch ist, den Sensationsgerüchten, die über das amerikanische Judentum ausgegossen wurden,, entgegenzutreten. Es besieht nicht der geringste Grund, anzunehmen, daß ein solcher Vorschlag von der Jewish Agency oder der Zionlstischen Organisation irgendwie in Erwägung gezogen wird. Es ist natürlich absurd, einen Plan ernst zu nehmen, der darauf abzielt, das ohnehin kleine Palästina in noch kl ei- Jtere Einheiten zti teilen. Die Zukunft Palästinas hängt davon ab. wie weit alle Elemente irn Lande bereit sind, auf eia gemeinsames Ziel hin zusammenzuarbeiten. Die Dokumente, die man als einen Plan arabischer Führer ausgibt, haben sich als ein von unbekannten Abenteurern ausged a c h t e r Schwindel erwiesen. Es wurde gesagt, das zionistische Dementi hinsichtlich der Verhandlungen über die Einteilung Palästinas in Kantone sei eine diplomatische Geste, Darauf ist zu antworten, daß die zionistische Bewegung keine Geheimpolitik treibt, sondern daß ihre Politik von autorifativen Körperschaften öffentlich bestimmt wird. Das jüdische Volk begrüßt alle Anstrengungen, die auf die Förderung des Aufhaus Palästinas gerichtet sind. Sein Entschluß und sein Programm sind auf Zusammenarbeit mit der arabischen Bevölkerung Palästinas gerichtet. Bis heute aber hat keine autoritative arabische Körperschaft zu verstehen gegeben, daß sie bereit wäre, an einer Round Table-Konferenz mit jüdischen Vertretern zur Lösung von Fragen gemeinsamen Interesses tcilmnehmen. Die Jewish Agency hat hinsichtlich der Gestaltung der Beziehungen zu den Arabern ein definitives Programm. 'Es ■geht-auf Förderung von Harmonie und gegenseitigem Verständnis hinaus. Aber die Basis eines solchen Verständnisses muß die Anerk e n ti u n g des Palästina-Mandates und des J ü - dischen Nationalheims, das der Eckstein des Mandates ist, sein. Wir sind jederzeit bereit, mit den Arabern über Einzelheiten der Interpretierung der Klauseln zu verhandeln, aber es kann keine Zweideutigkeit hinsichtlich des Jüdischen Nationalhcims als solchen geben. Der Weg ist offen für Zusammenarbeit mit den Arabern in der landwirtschaftlichen und industriellen Entwicklung des Landes, an deren Segnungen die arabische Bevölkerung größtmöglichen Anteil haben sollte und auch schon hat.“ American Palestine Campaign New York,?*, Mürz. CI• T. A.) Die Eröffnung des diesjährigen American Palestine Campaign in der New Yorker Stadthalle gestaltete sich zu einer imposanten Kundgebung. Die Redner des Abends, Nahum Sokolow, Dr. Nahum Goldmann, Louis L i p s k y, Morris Rothenberg, Richter Julian W. Mack und Richter William M. Lewis, fanden enthusiastisehen Beifall der zahlreichen Zuhörerschaft. Der Reform-Rabbiner Samuel Shulman erklärte in einer Ansprache, er wolle nun mit den Palästina-Freunden für das jüdische Aufbauwerk Zusammenarbeiten. Das Aufkommen des barbarischen Hitlertums in Deutschland habe ihn bewogen, sich zum Palästinawerk zu bekennen. Viel gefeiert wurde Frau Felix Warburg, die Tochter Jakob Schiffs, die eine Ansprache des am Erscheinen verhinderten Felix Warburg verlas und mitteilte, daß ihr Mann 50000 Dollar zur diesjährigen Campaign beisteuert Nathan Straus (der Sohn des verstorbenen Philanthropen), der im Campaign- Committee für Groß-New York den Vorsitz führt, spendete 10 000 Dollar. Im ganzen wurden an diesem Abend 150000 Dollar aufgebracht. Für Tozereth Haarez. Ein Komitee zur Abhaltung einer Weltkoiifereiiz für. Tozereth Haarez sendet uns einen längeren Aufruf, worin mitgefeilt wird, daß die Absicht besteht, während der Levante-Messe in Tei-Awiw eine Weltkonferenz f ü r d i c P r o p a g a n d a d e s A b s a t z e s j ü d i s c h e r P a - lästina-Prod’ukte zu veranstalten. Alle jüdischen Gerneinden der Welt und alle Juden, wo immer sie leben, können durch den Kauf palästinensischer Produkte das Wachstum des jüdischen Nationalheims in Palästina wesentlich fördern. Für die Teilnahme an der Konferenz sind keinerlei formelle Bedingütigen gesetzt, jeder Palästina-Besucher, der sich für die Sache interessiert, kann an der Konferenz teilnehmen. Nähere Ausküufte erteilt das provisorische Büro in Paris XVI, 9 bis rue Vineuse und das Organisationsbüro in Tel-Awiw, P. O. B. 21. ״L’Opinion Juive“ veröffentlicht einen ״Antisemitismus und Demokratie“ iiberschriebenen Artikel des früheren Iranzösischen Ministerpräsidenten Paul Patnleve, in dem es u. a. heißt: Antisemitismus ist ein Barometer, das den Stand der Zivilisation eines Volkes anzeigt: je höher die antisemitische Bewegung ansteigt, um so tiefer sinkt der Zivilisationsstandard. Das Anwachsen des Antisemitismus unter einem Volk, das sich zu den Zivilisierten zählt, bedeutet ein Zu r ii c k si n k en in die Barbarei. Das tschechoslowakische Innenministerium hat durch einen Erlaß das Tragen von Hakenkreuzabzeichen auf dem ganzen Gebiete der Republik verboten. Beginn einer neuen Alifah 2200 Palästina - Touristen aus Polen Der Vorsitzende der Jewish Agency in Polen und der Polnisch-Palästinensischen Handelskammer, Leon Levite, machte in einer Pressekonferenz Mitteilungen über das gesteigerte Interesse der polnischen Juden ati Palästina, über das unser Warschauer Korrespondent in der vorigen Nummer der ״J. R.“ berichtet hat. Herr Levite sagte 11. a.: Wir hatten bei der polnischen Regierung um verbilligte Reisepässe für 1250 Touristen nachgesucht und glaubten, daß so viele Passe auch nicht annähernd beansprucht «׳erden würden, aber heute schon sind mehr als 2200 Juden nach Palästina abgereist und immer noch besuchen uns Abordnungen von Touristengruppen mit der Bitte, weiter Exkursionen zu organisieren. Es fehlt fast schon an Schiffsraum für einen so großen Touristenstrom. Außerhalb des Rahmens all dieser Exkursionen begeben sich isoliert mehrere reiche Kaufleute und Industrielle nach Palästina. Man müßte kurzsichtig sein, um nicht zu sehen, daß diese Touristenströme mehr bedeuten als eine saisonmäßige Tonristenbewegung; sie sind deutliches Symptom einer neuen großen Ali ja h. Die immer schwieriger werdende ökonomische Lage der Juden in den verschiedenen Länden! veranlaßt Tausende Juden, eine Uebersiedlung nach Palästina, wo aut keinem Felde noch die wirtschaftlichen Möglichkeiten erschöpft sind, in Erwägung zu ziehen. In diesem Sinne sind die heutigen Touristen Vorposten der neuen, der fünften, Alijah. Die Aussichten dieser fünften Alijah sind weit besser als die der 1925 in Angriff genommenen vierten Alijah. Damals war das Land für die Aufnahme einer neuen Immigration nicht vorbereitet. Heute hat sich vieles geändert: es gibt bessere Verkehrsmittel, das große Ruthcnbergsche Elektrizitätswerk, vergrößerte und verfeinerte Orangenkultur, erweitertes und verbessertes Kreditsystem, verbilligten Häuserbau (um die Hälfte billiger als 1925) u. a. in. 1925 mußten jüdische Wirtschaften aus Kreditmangel untergeben, heute erhält man in Palästina Kredite zu 6 bis 8 0/0. Die Jewish Agency in Polen ist bestrebt, den Zug nach Palästina systematisch zu regeln. Zwar hat die Palästina-Regierung den Vermögcnszenstis für Mittelstandseinvvanderer von 1000 Pfund auf 500 Pfund herabgesetzt, dafür aber müssen die Einwanderer Vorkenntnisse in dem Fach nachweisen können, dem sie siejt iri Palästina widmen wollen. Beste Aussichten bestehen für Handwerker und Kleinindustrielle. Auf Initiative der Jewish Agency in Polen ist jetzt eine Aktiengesellschaft Pol-Orient in Bildung begriffen, die das Ziel hat, Palästina-Produkte in Polen abzusetzen. * Jerusalem, 29. März. (J. T. A.) Zu Ehren der zahlreichen aus Polen eingetroffenen Touristen veranstaltete die Jewish Agency einen Empfang, der von H. Farbstein geleitet wurde. Ansprachen hielten dann der polnische Generalkonsul in Palästina, die Mitglieder der Exekutive der Jewish Agency, Emanuel Ne 11 man und Dr. Arlosoroff, der Direktor des Keren Hajessod, Dr. Arthur H a n t k c , und Rabbi Ostrowski im Namen des Waad Leumi. Im Namen der Touristen erwiderten der Präsident der Zionistischen Organisation Galiziens, Dr. Schmorak, das Mitglied der polnischpalästinensischen Handelskammer, Löwenfrisch, der Chef der Warschauer polnisch-jüdischen Tageszeitung ״Nasz Przeglad“, Wagmann. Preußische Landesverbandstagnng Offiziell wird mitgeteilt: Am Sonntag, dem 3. April d. J״ nachmittags gegen 3 Uhr, tritt der Verbandstag des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden im Plenarsaal des ehemaligen Herrenhauses ln Berlin zusammen. Der Verbandstag wird sich In erster Linie mit der Aufstellung des Haushaltsplans für das kommende Geschäftsjahr zu beschäftigen haben. Daneben umfaßt die Tagesordnung auch andere wichtige Punkte, darunter die Schaffung einer Reichsorganisation der deutschen Juden. Die Verhandlungen sind öffentlich. Hitlers Antisemitismus. Der ״Völkische Beobachter“ vom 30. März ist dem ״Menschen Adolf Hitler“ gewidmet. Das Blatt enthält auch einen von der Nationalsozialistischen Korrespondenz verbreiteten Artikel von Dr. Joseph Goebbels, 1'n weichem auf die ״Juden- und Marxisten-Presse“ geschimpft wird, die Hitler als ״wütenden Judenfresser und sinnlosen Radaumenschen“ darstelle. ״Wenn Hitler“, schreibt Goebbels, ״gegen die Juden kämj!ft, dann nicht, weil er einem öden und geistlosen Antisemitismus huldigt, sondern weil er im Juden das Sinnbild des deutschen Verfalls erkannt hat“. DAJOS BELA Freymuth Syncopators «pl«l«n auf dam BALL der Jüdischen Volkspartel Dr. S. Hildeaheimer Sammy Gronemann kentarian» Blandina Ebinger * Eugania Heilbrunn-Lopez Leo Gollanin Fritz Grünbaum * Willi Prager Joseph Schmidt wirk•״ mit im KABARETT zu Gunsten der Selbsthilfe erwerbeloeer jüdischer Jugend Sonnabend, S. April in allen Krollsglen. Anfahrt Gr. Quam!!•«. Eintrittskarten t Vorvarkauf RM. 3,SO / Abendkasaa RM. 3,50. Vorverkauf: Kaufhaua das Wartens ״ Hermann Tietz, Leipziger Straße und Afsxsndarpfstz - Beta A Beek, Leipziger Strafte 37 und TauentzlenatraSa 7b- Bar Koehba-Hakoah, Oranienburger Strafte 80/83 - Z. V. f. 0״ MelnekeatraSa 10. Tlechbestellungen nur Ballbüro, Schlüteretrafie 60, Tal.: C1 SUInplatz 2388. Tombola-Hauptgewinne: 1 komplette» Herrenzimmer, kaukae. NuBbäum, gestiftet von der Firma Mffbsl-Kroll, ain Nora-Dreiröhren-Kraft- Verstärker mit Lsutsprechsr, gestiftet von den Nora-Radiawerken, eine SehnellnEhmeechlne, gestiftet von dar Firma Leu!• Littauer, ein Vorwerk-Tournay-Teppietl, geatmet von der Firma Fischer & Wolf G. m. b. H. Purim in Tel-Awiw Das Purim-Fest hat in Tel-Awiw, wie die dortigen Zritun• gen berichten, einen überaus festlichen und gelungenen Verlauf genommen. Die Stadt Tel-Awiw war so überfüllt, daß zahlreiche Besucher absolut keine Schlafgelegenheit finden konnten. Ale Hotels und Gasthöfe versuchten durch Notbetten Platz zu schaffen. Der ״Palestine Lloyd“ improvisierte auf dem Platz hinter der Stadtverwaltung ein großes Zeltlager, das für 3110 Personen Platz bot. Am 22. März begannen die Feierlichkeiten und Umzüge in der ganzen Stadt. Auch die Abendveranstaltungen waren sämtlich überfüllt. Für den Fröffnungsabend am 22. März wurden für die verschiedenen Balle und Unterhaltungen 6000 Karten verkauft. Ununterbrochen rollten Automobile in die Stadt, abgesehen von den Extrazügen der Eisenbahn. Die Fahrzeuge reichten nicht aus, so daß alle möglichen Notfahrzeuge in Betrieb genommen werdet! mußten. Die Stadt prangte im Schmuck der Fahnen und Blumen und die Straßen waren gedrängt voll mit kostümierten und maskierten Personen. Außer Palästinensern aus dem ganzen Lande nahmen sehr viele Touristen aus allen Ländern an den Festlichkeiten teil. Was sich am 22. März zwischen 6 und 8 Uhr abends in den Straßen Tei-Awiws abspielte, hat — wie ״Dawar“ bervarhebt — Tel-Awiw noch nicht gesehen. Es war ein ununterbrochenes Tanzen, Singen, Musizieren, eine berauschende Festesstimmung. ״Dawar“ schreibt: ״Diesem Rausch, der ohne Wein entstanden war, konnte sich niemand entziehen. Es war, als ob unter der Schwelle des Bewußtseins ein Gedanke diese ganze gewaltige Menge erfüllte: Neue Lebenskraft zu schöpfen für die Tagesarbeit, die־nach dem Fest beginnt und zur Ueberwindutig aller Hindernisse." Innerhalb des Purim-Trubels fanden auch eine Reihe von Empfängen für die große Touristengruppe aus den einzelnen Ländern, insbesondere aus Amerika und Polen statt. Der Purim- Umzug mit all den verschiedenen satirischen Figuren und Dekcvrationen fand begeisterte Resonanz in den vollgestopften Straßen. Besonders hervorgehoben wird die Darbietung der Jemeniten, an der diesmal '400 Personen teilnahmen. Die Spitze des Zuges bildete eine symbolische Darstellung der verschiedenen Alijoth (Einwanderertypen).!11 der Masse der Zuschauer befanden sich auch viele T ausende Araber, und zwar sowohl vornehme Araber, die in Privatautos angefahren kamen, als auch Fußgänger bis herunter zu zerlumpten Gestalten. Es ist bemerkenswert, daß trotz des ungeheueren Menschenandrangs und des großen Trubels an keiner einzigen Stelle die Ordnung gestört wurde. Es kam zu keinem Zwischenfall und zu keiner Verhaftung. Amerika and der HiUerlsmns Reverend S. McCrea Cavert, Generalsekretär de« Bundesrates der christlichen Kirchen Amerikas, gab in_ der Schlußsitzung des Seminars für Freundschaft zwischen Christ«! und Juden in Washington der Entrüstung des amerikanischen Volkes darüber Ausdruck, daß in Deutschland der Judenhaß zum Programm einer politischen Partei erhoben wird. Diejenigen Amerikaner, die einflußreiche persönliche Freunde in Deutschland oder Beziehungen zu deutschen Organisationen haben, sollten diese wissen lassen, welchen Eindruck der deutsche Judenhaß im Ausland macht, — sagte Cavert Auch Reverend Dr. S. Parkes C a d m an veröffentlicht eine ähnliehe Erklärung. Im Anschluß an diese beiden Erklärungen veröffentlichen der Ehrenpräsident des American Jewish Congress, Rabbiner Dr. Stephen S. W i s e, und der Präsident des Congress, Bernhard Deutsch, eine Kundgebung, die u. fc -Äiglt Wir haben keineswegs das Recht, uns mit der inneren Politik Deutschlands zu befassen. Aber die Amerlkaner sind als aufrichtige Freunde Deutsch- Jands tief betroffen über den antisemitischen Rassefeld züg, *den Hitler in Deutschland führt. Das Hitlertum mit seinem antisemitischen Evangelium bedeutet für die öffentliche Meinung in der Welt den Wiederausbruch mittelalterlicher antisemitischer Barbarei. Der American Jewish Congress glaubt, daß das deutsche Volk, als eines der großen freiheits» hebenden und die Gerechtigkeit hoch haltenden Völker der Erde, ein Programm zurückweisen wird, das gegen einen Tal seiner Bevölkerung gerichtet ist. Für alle Fälle sollen die deutschen Juden wissen, daß die Juden überall in der Welt den Gang der Entwicklung in der deutschen Republik beob* achten und daß wir, was immer geschehe, entschlossen sind, ihnen zur Seite zu stehen. In aller Kürze Der High Commissioner von Palästina hat für den 30. März alle Bürgermeister der Städte und Dörfer in Palästina und auch die Präsidenten der Stadträte zu einer Beratung eingeladen, in der der Entwurf des neuen Munizipalitätsgesetzes erörtert werden soll. Dr. S. Brodetsky und Emanuel Neu man waren am 25. März beim High Commissioner Sir Arthur Wauchope zum Lunch. Die Unterredung soll in kurzem ihre Fortsetzung finden. Brodetsky und Neuman wohnten in Tel-Awiw der Schluß- Sitzung des Rates der Allgemeinen Zionisten Pa- 1 ä s t i n a s bei und referierten in dieser Sitzung über politische und praktische Aufbaiifragen. Dr. B. Hexter, Mitglied der Jewish Agency-Exekutive, ist zu kurzem Aufenthalt in Berlin eingetroffen. Unter den Touristen, die in der letzten Zeit in Palästina eingetroften sind, befinden sich, wie wir den palästinensischen Zeitungen entnehmen, u. a. Dr. Jakob Klatzkin, Davis Trietsch, der Dichter Jakob Kahan, die Führerin der ״Hadassah“ in Amerika Mrs. Silvermann, von deutschen Zionisten 11. a. Dr. Krojanker und Dr. Landsberg. Am 20. März hat das Ruthenberg-Kraftwerk am Jordan (Naharajim) zum erstenmal elektrischen Strom nach Haifa, Tiberias und eine Anzahl jüdischer Kolonien in Schornron geliefert. Tags darauf erhielt auch bereits Petach Tikwah und Tei-Awiw Strom aus Naharajim. Der junge Lord M e 1 c h e 11 ist in Jerusalem eingetroffen und wird Ober die Zeit der Makkabiah hinaus in Palästina verbleiben. Er wohnt zusammen mit seiner Schwester, Lady Erleigh. der Schwiegertochter des Marquis of Reading, in der Mcichett-Villa zu Migdal. Bei einer Explosion der Pumpanlage bei den Wasserwerken von Wadi Fawar, einer der Quellen der Wasserversorgung Jerusalems, wurden drei arabische Arbeiter getötet. DieSpanischeAkademlehatin ihrer letzten Sitzung auf Antrag von Senor Rodrigez Marin, dem bedeutendsten Cervantes-Forscher, Bialik, den hebräischen Don Quichote- Uebersetzer, zu ihrem korrespondierenden Mitglied gewählt. Der Direktor der Züricher Nerven-Poliklinik, Prof. Dr. M. Minkowski, wurde von der Hebräischen Universität in Jerusalem eingeladen, dort Vorlesungen zu halten. Er begibt sich in diesen Tagen nach Jerusalem. — Prof. Minkowski wurde von der Deutschen Akademie der Naturforscher zu Halle anläßlich ihrer Goethe-Feier zu ihrem Mitglied ernannt