Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVII (1932)
- Issue
- Heft 17 (1.3.1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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1 Seite .82 Aber der Ausdehnung des Verwirkllchungsbereichs;uif den ganzen» unverkürzten» ungeteilten Umfang der menschlichen Existenz wird hier ein elementarer Widerstnnd geleistet, dessen Beseitigung anstreben wollen sinnlos wäre. Ich ״negiere“ also die Galuth wie in keinem anderen lebensbelang, so auch in diesem persönlichsten und wichtigsten nicht. Aber ich ״bejahe“ sie eben als Galuth, d. h. als das unüberwindlich fragmentarische, uniiberwindlich auf geteilte und doch eben für den in ihr Lebenden schicksalsinnhaft gegebene, aufgegebene, zur Heiligung gegebene und aufgegebene Jetzt und Hier. Jecheskel erfährt am Euphratkana!, daß auch hier wie auf dem Zion Manifestationsstätte Gottes ist Aber wenn er die Auferstehung schauen soll, wird er in das Land Israel entrückt. Die ״Jfidisdie Republik״ in Biro-Bidsdian Die kommunistische Partei versteht besser als irgendeine andere Macht oder Gruppe der heutigen Welt die Kunst der Propaganda. Sie weiß überall das richtige Schlagwort des Momentes herauszuspüren, und wenn sie ein Programm für eine unterdrückte Gruppe oder ein Volk aufstellt, so kann man sich darauf verlassen, daß dies ein Beweis für die in dem betreffenden Volk wirklich vorhandene Sehnsucht ist. In einer Welt, wo gegen berechtigte Forderungen alles blind und taub zu sein scheint, ist eine Macht, die die große Bedeutung der Sehnsucht von Millionen Menschen zu würdigen weiß, gewiß als weitsichtig anzuerkennen. Was die Juden betrifft, so hat die kommunistische Partei frühzeitig erkannt, daß die Nationalisierung des Judentums in den letzten 30 Jahren so stark fortgeschritten ist, daß man, um die jüdischen Sympathien in größerem Maßstab für sich zu gewinnen, den Juden nationale Ziele in Aussicht stellen muß. Es ist besonders interessant, dieses Symptom des Wandels der Zeiten zu beobachten, denn noch vor einigen Jahrzehnten vermochten Regierungen mit nichts die Sympathien der Juden so sehr zu gewinnen wie mit dem Versprechen, ihre Nationalität zum Verschwinden zu bringen. Zumal seit der internationalen Anerkennung der zionistischen Ziele durch Balfour-Deklaration und Palästinamandat war es klar, daß eine Gegenaktion zur Gewinnung der jüdischen Freundschaft nur durch Proklamierung eines konkurrierenden Zieles bewirkt werden könnte. Da aber auf dem Boden der Sowjetunion kein Ort liegt, der dem jüdischen Volke hei- Iig und mit ihm historisch verbunden wäre, ergab sich die Notwendigkeit, rein abstrakt das Ziel eines ״jüdischen Staatswesens“ aufzustellen und gleichzeitig den Zionismus als ״reaktionäre“ Bewegung scharf zu bekämpfen. Wir haben hier die Erneuerung eines in unserer Geschichte wohlbekannten Gegensatzes, nämlich des Gegensatzes zwischen Zionismus and Territorialismus. Diesen Konflikt gab'es lange, bewxr eine Sowjetunion existierte. Er.-ist•׳wir dadurch modifiziert worden, daß durch den Kommunis» mus das ideelle Ziel der ״Verwirklichung des Sorialismus“ mit dem Gedanken des ״Nachtasyls“ (Nordau) kombiniert wurde. Aber auch der Gedanke einer ״jüdischen Republik“ innerhalb der Sowjetunion hat bereits eine Geschichte. In seinen ersten Stadien führte er den Namen ״K ri m-Projekt“, und nichts ist charakteristischer für das Schicksal dieser Bestrebungen, als die Tatsache, daß dieser Name, der 1925 die Parole zu erbitterten Kämpfen innerhalb des Judentums (Insbesondere in Amerika) abgegeben hat, heute bereits vergessen und jüngeren Adepten dieser Judenstaats-Idee vermutlich ganz unbekannt ist In zionistisehen Kreisen war die Stellungnahme zu diesem Projekt schon 1925 geteilt, ln Deutschland überwog bei den Zionisten die Meinung, daß die Reproduktivierungsbestre- Hungen der Juden in der Sowjetunion als eine Erleichterung der jüdischen Lage positiv bewertet werden müsse und daß daher das ״Krim-Projekt“ von Zionisten um so weniger bekämpft werden sollte, als sich die damit verbundenen, als Gegenstoß gegen den Zionismus gemeinten Judenstaats-Hoffmjngen ohnedies bald genug als Irreführung erweisen werden. Dies hat sich auch bewahrheitet. Aber die unermüdlichen Sowjetpropagandisten ruhten nicht Zwar verstummte das Gerede von einer ״jüdischen Republik in der Krim“, aber es tauchten neue Parolen eines jüdischautonomen Bezirkes in der Ukraine auf. Später wurde plötzlieh der neue Name Biro-Bidschan ins Volk geworfen. Man glaubte zunächst an einen Witz, aber die Sowjet Propaganda hielt an diesem Projekt fest und ihrer unermüdliehen Aktivität ist es gelungen, sogar das Wort Biro- Bidsehan populär zu machen. Am eifrigsten sind dabei natiirlieh die jüdischen Kommunisten, die heute bereits eine Art Legende von Biro-Bidschan geschaffen haben, sich bemühen, dieses Land in den Köpfen und Herzen der Juden a n die Stelle Zions zu setzen und zu diesem Zweck alle Methoden der zionistischen Palästinapropaganda, soweit es drh dabei um praktische Kolonisationsfragen handelt (denn Gesthichfs- und Gefühlswerte lassen sich natürlich nicht so leicht übertragen) getreu zu kopieren. Der momentane Stand dieser Propaganda ist der, daß man an dem Biro-Bidschan- Projekt als kommunistischem Judenstaats-Projekt festhält. Natürlich wäre vom zionistischen Standpunkt auch gegen eine Ansiedlung von mehreren tausend Juden in Ostsibirien, falls sie technisch möglich ist, nichts einzuwenden, und als Nationaljuden begrüßen wir gewiß auch eine dieser Siedlung verliehene Autonomie; aber daß die kommunistische Propaganda diese Siedlung als einen Gegenspieler von Palästina behandelt wissen will, ist natiirlieh aus tausend Gründen, die nicht dargelegt zu werden brauchen, zurückzuweisen. Was ist nun eigentlich in Biro-Bidschan geplant? Kommunistische Propagandisten sprachen von Zehntausenden von Juden, die alljährlich dort angesiedelt werden sollen, ja man stellte dieses Gebiet sogar als das günstigste Einwanderungsland für arbeitslose Juden anderer Länder dar. Sogar in Deutschland wird mit der Behauptung, man würde etwa zweitausend Juden aus Deutschland noch in ׳diesein Jahre nach Biro-Bidschan bringen und dort ansiedeln, für die Sache Stimmung gemacht. Der Zweck ist klar, man will mit dieser Propaganda von des deutschen bür- «׳erlichen luden Geld bekommen, und cs soll JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 17, l HL 1932 auch wirklich an einzelnen Orten, z. B. des Rheinlandes, getagen sein, wobei die Hoffnung der deutsch-jüdischen bürgerlichen Assimilanten, auf diese Weise die Ostjuden losz uw erden, eine Rolle spielen soll. Wenn auch einige jüdische Kommunisten aus Reklamegründen nach Rußland gebracht werden, so ist doch ohne weiteres klar, daß an eine wirkliche jüdische Auswanderung nach Sibirien nicht zu denken ist. Die JTA. verbreitet jetzt ein Interview ihres Moskauer Vertreters mit dem Präsidenten der Sowjetunion, Kalinin. Was Kalinin hier sagte, wird manchen naiven Leser überaus befremden, und ein eigentümliches Licht auf das Biro-Bidschan- Projekt werfen. Es scheint nämlich, daß man sich von der Kolonisation selbst keinen großen ErfoJg mehr verspricht und darum dem Projekt einen neuen Sinn unterlegt■ Nicht mehr die Rettung tausender jüdischer Existenzen und ihre Ueberführung in produktive Berufe ist jetzt der Hauptzweck, sondern die prinzipielle Verleihung einer staatsrechtlichen Form an die jüdische Nationalität Sowjetrußlands. Diejenigen assimilatorischen Kreise, die in Westeuropa und Amerika die jüdische Kolonisation Rußlands als ״rein wirtschaftlich phifanthropischcs Unternehmen“ unterstützt haben und sic dem ein nationales Judentum postulierenden Zionismus gegenüberstellten, werden jetzt eines besseren belehrt. Auch Sowjetrußland vermag• nur durch einen Appell an den riationalett Selbsterhaltungstrieb die«: jüdische Aktion durchzuführen. Aber zugleich enthüllen sich die winzigen Dim c 11 s i o n e n der neuen jüdischen Republik. Hören wir, was Kalinin zu sagen hat: Laut Beschluß des ZentraJ-Exckutivkomitees, sagte Kalinin, soll sich in Biro-Bidschan die Gründung einer jüdischen Republik spätestens Ende 1933 vollziehen. Nicht ausgeschlossen ist es, daß die Gründung noch vor diesem Endtermin geschieht. Es ist nicht notwendig, damit zu warten, bis die Juden in diesem Territorium die Mehrheit der Bevölkerung bilden. Die Krim z. B. ist eine tartarische Republik, obwohl die Tartaren dort nur 20 ״ö der Ge- Samtbevölkerung ausmachen. Warum sollen nicht Russen, Ukrainer und andere Nationalitäten ebensogut in einer jüdis c h c 11 Republik leben, wie Juden ln der Ukraine, in Weißrußland und in anderen nichtjüdischen Republiken leben. Werd c n 10000 bis 13 (WO Juden in Biro-Bidschan k o nzentriert sein, dann wird die Vorbedingung der Proklamierung von Biro-Bidschan als jüdischer Republik gegeben sein. Die Gründung einer jüdischen Republik iri Biro-Bidschan, fuhr Kalinin fort, wird nicht allein für die 50 000 oder 100000 Juden, die sich in den nächsten Jahren dort ansiedeln werden, sondern auch für die etwa drei Millionen in der Sowjetunion und, in einem gewissen Maß«, auch für die Juden in anderen Ländern von großer national politisch er Bedeutung sein. Nach einer Pause von vielen Hunderten Jahren werden die Juden wiederum ein Staatsvolk werden. Sie werden ihre Vertreter im Zentral-Exekutivkomitee und in anderen hohen Regierungsorganen haben. Bis jetzt figurieren die Juden in den Regierungsäratern nicht als Vertreter der jüdisehen, sondern der allgemeinen Bevölkerung. Haben die Juden eine nationale Republik, so werden die Vertreter dieser Re- Jublik — auch wenn der eine oder der andere derselben nicht ade sein sollte — als jüdische Repräsentanten gelten. Die Proklamierung der jüdischen Republik, sagte Kalinin, ,״erweckt 1<־» den, .־«סע Juden Staategefühl. Ein Sfaatevolk sein, gleichberechtigtes Mitglied unter anderen selbständigen Völkern in der Sowjetunion, ist bewußtes oder noch im Unterbewußtsein schlummerndes Ideal eines großen Teiles der Juden. Das Hereinströmen von ausländischen Juden nach Biro-Bidschan und die stets anwachsenden Gesuche von Juden aus kapitalistischen Ländern, ihnen die Einwanderung nach Biro-Bidschan zu erlauben, ist nicht nur darauf zurückzuführen, daß diese Juden unter der Wirtschaftskrisis, unter Faschismus und Antisemitismus leiden, sondern auch darauf, daß die Aussicht, an dem Aufbau der j ü d i s c h e n nationalen Republik mitarbeiten zu können, eine Lockung für sie darstellt. £ Im Zusammenhang mit den häutigen Versuchen der ״Geserd“, in Deutschland unter der Vorspiegelung, es handle sich um eine rein philanthropische, parteimäßig nicht gebundene Aktion, Geld zu sammeln, werden wir aus Leserkreisen auf folgenden Beschluß vom Dezember 1930 aufmerksam gemacht, der klar die Verbundenheit von ״Geserd“ und Kommunistischer Partei zum Ausdruck bringt: ״Die Geserd ist In eine Internationale Massengesellschaft arbeitender Elemente mit einem festen proletarischen Kem verwandelt worden, die durch ihre praktische und operative Arbeit bei der Verwirklichung der nationalen Politik der Partei in bezug auf die jüdischen Massen mitwirkt, den Kampf gegen den jüdischen Nationalismus und Antisemit(»- mus führt, die Durchführung der allgemeinen Aufgaben der Partei in ihrer sozialistischen Aufbauarbeit verhütt.“ In aller Hüne Felix M. Warburg, der seit der Begründung des Americau Joint Distribution Committee im November 1914 Präsident des Committee war, hat dieses Amt niedergelegt. Zu seinem Nachfolger wurde Herr Paul Bacrwald, der seit der Gründung des Committee dessen Schatzmeister war, gewählt. Die Jahresversammlung des Joint wird am 26. und 27. März in New York stattfinden. Dr. W e i 1 ni a n n wurde bei seiner Ankunft aus Kapstadt in Johannesburg ein großartiger Empfang zuteil. Mehr als 10000 Personen hatten sich am Bahnhof zu seiner Begrüßung eingefunden. Die umliegenden Straßen waren überfüllt Die Tagespresse Johannisburgs würdigt die Persönlichkeit Dr. Weizmanns und den Zweck seines Aufenthalts. Die Witwatersrand University hat beschlossen, Dr. Weizmann ein Ehrendoktorat zu verleihen. Im englischen Unterhaus richtete Colonel Wedgwood an den Außenminister die Frage, ob ihm seitens des britischen Gesandten in Bukarest Informationen über antisemitische AusschreitungeninMoldaviainder Nähe von Jassy zugegangen sind und ob er von der für die jüdische Minderheit in Rumänien wachsenden Gefahr Kenntnis habe. Unter- Staatssekretär im Außenministerium, Captain Eden, antwortete, der Gesandte in Bukarest ist um einen Bericht ersucht worden. Prof. Franz Oppenheimer hält gegenwärtig in Jerusalem eine Vortragsserie über das Thema: ״Weder Kapitalismus noch Kommunismus“. Schon am ersten Abend war der Andrang im großen Saal der Bne Brith-Loge so groß, daß das Komitee für die nächsten Abende einen größeren Raum mieten mußte. Colonel F. H. Kisch, früherer Leiter der Zionistischen Exekutive in Palästina, der, wie schon mitgeteilt, vor einigen 'lagen wieder nach Palästina gekommen ist, plant sich dauernd in Jerusalem nieder׳zulasscn und hier ein Büro zur Beratung bei Investierungen usw. zu errichten In Palästina vor da* Makkabiah Von Hans Friedenthal Oer Puhrc.r des Maklmbi-WeJltmrbmidm stellt um nach seiner Rückkehr am Palästina nachstehend* interessante Schilderung zur Verfügung. Red. Das Tagesgespräch in Palästina ist die Makkabiah. In allen Autobussen, in Privathäusem, in den Cafes spricht man von dem bevorstehenden Ereignis. Wohl selten hat die Jugend des Landes mit so viel Freude und innerlicher Anteilnahme einer zionistischen Veranstaltung entgegengesehen wie dieser. Alles spürt, daß diesmal die zionistische Jugend das Wort hat und daß hier etwas geschieht, was man als ein Novum in der Gcschichte des Zionismus bezeichnen kann und das vielleicht stärker als manches andere das Schlagwort von der jüdischen Renaissance mit Leben erfüllt. Nunmehr haben auch unsere zionistischen Instanzen und Behörden erkannt, daß hier eine Möglichkeit zionistischer Lebensäußerung ersten Ranges vorliegt, und Jewish Agency, Waad Leumi und die anderen bemühen sich, mit Rat und Tat mitzuarbritcu. An dieser Stelle sei vor allem Herrn Jehoschua Oordon vom Politischen Department der Exekutive gedankt, der mit beispielloser Begeisterung sich, für die Orgaiiisationsarbcit einsetzt. Nachdem es gelungen ist,‘ den High Com mi ssi on c r zur U ebernah nie des Protektorats zu gewinnen, hat auch die englische Admiuistration in Palästina Interesse an der Sache bekommen, und es ist zuziigeben, daß die englischen Behörden sich außerordentlieh entgegenkommend zeigen. Die britischen Polizei- und Militär-Sport-Tcams werden sich am sportlichen Programm der Makkabiah beteiligen. Auch die arabischen Sportklubs aus Aegypten, Syrien und Palästina wurden eingeladen. Eine Antwort ist bisher noch nicht erfolgt, jedoch ist anzunehmen, daß die arabischen Clubs aus Palästina nicht kommen werden. Auf jeden Fall haben wir in würdiger Form die Möglichkeit gcgeben, zu einer Besserung der Atmosphäre im Lande beiztitragen. Die schwierigste Frage der Makkabiah — der Sportplatzbau — konnte in günstigem Sinne gelöst werden. Durch die Mittel der Bausteinaktion des Makkabi-Weltverbandcs und mit Unterstützung der nationalen Fonds ist es gelungen, am Jarkon einen geeigneten Platz zu finden und den Bau sofort zu beginnen. Die Stadtverwaltung in Tel-Awiw haftet für die rechtzeitige Fertigstellung. Von den Tribünen des Sportplatzes wird der Blick über den ins Meer mündenden Jarkon, die Dünen und das weiße an der Küste sich entlangziehende Tcl-Awiw schweifen. Für über 6000 Personen Sitzplätze und dieselbe Anzahl Stehplätze werden vorhanden sein. Ein großes Spielfeld wird von einer 450 m langen Aschenbahn umgrenzt, und wenn cs auch nicht das Stadion sein wird, das als Endziel für Tel- Awiw erträumt ist, so darf man mit dem Ersatz vorläufig recht zufrieden sein. Die Stadt baut eine Chaussee bis an den Sportplatz, die Mitte März beendet wird. Die große Sympathie, die der Makkabiah entgegengebracht wird, zeigte sich bei einer Aktion der T e I-A wiwer Stadt - Verwaltung, die sich mit einem Aufruf an die Bevölkerung wandte, für die auswärtigen Sportler Privatquarticre zur Verfügung zu stellen. Im Laufe von wenigen Tagen waren über 900 Quartiere zur Verfügung, eine Zahl, die sich noch sehr erhöhen wird und deren Bedeutung erst dann zu verstehen ist, wenn man weiß, daß die Wohnungen in Tel-Awiw klein sind, und daß man im allgemeinen nicht über leerstehende Gastzimmer verfügt. Gar nicht einfach ist die Frage der Vcrpflegung der Teilnehmepaus dem in- und Ausfinde. Wafer ,)18*11' jgrÄfte MasaKhküehea äber die entsprechenden Räumlichkeit«», um Hungerte-von Menschen ״ataf einmal zu verköstigen. Kleinere und größere Restaurants und Speisehäuser sind in größerer Zahl vorhanden, und es Ist wahrschcinlich, daß man durch eine Kombination mit diesen und den Küchen der WIZO diese Frage befriedigend regeln wird. In großzügiger Weise sind die Ausbootung der Teilnehmer, ihre Beförderung in die Quartiere, die Verteilung auf diese und alle hiermit zusammenhängenden Fragen organisiert worden. Während der drei Sporttage in Tel-Awiw ist die ganze Stadt in Distrikte eingeteilt worden. Jeder Distrikt hat ein eigenes Quartieramt und seine Distriktsleiter, die der Palästinensische Makkabi stellt. Die Ankommenden werden in Autobussen, die ihre Gruppennummern tragen, in ihre Quartiere befördert. Radfahrer des Makkabi und Scouts besorgen die Verteilung nach Quartierkarteii. Der ״Generalstab“ hat seinen Sitz im Bctli Alijali und wird einen bis ins kleinste ausgearbeiteten Distriktsplan zu seiner Verfügung haben. Auskunffsstellen und Poststellen werden geschaffen. Reiter des Makkabi werden mit Trompctensignalcn in den Straßen den jeweiligen Beginn der Sportveranstaltungen ankündigen und zum Sammeln rufen. Die Stadtverwaltung von Tcl-Awiw macht jedem Teilnehmer einen Stadtplan zum Geschenk, auf dem sein Quartier genau eiligezeichnet sein wird. So ist nach menschlichem Ermessen dafür Sorge getragen, daß die Ankommenden von einem gut funktionierenden urganisationsapparat aufgenommen werden. Der Höhepunkt des Sportfestes, über das ja vcrschiedentlieh schon berichtet wurde, wird die feierliche Verpflichtung auf die Gesetze der Makkabiah sein, die in Anwesenheit des High Commissioners und aller jüdischen und nichtjüdischen Bchörden sowie der Konsuln aller in Palästina akkreditierten Staaten auf dem Sportplatz vor sich gehen wird. Die Organisierung der Rundfahrten im Lande, bei denen die wichtigsten Siedlungspunkte berührt werden, liegen in Händen des Palestine Lloyd, der Hand in Hand mit dem Makkabi arbeitet. Die Führer der Gruppen werden Mitglieder des Palästinensischen Makkabi sein. Ein großes Lager der jüdisehen Scouts wird neben dem Sportplatz in Tel-Awiw errichtet werden. Die Kolonie Rechoboth baut zwei moderne Tennisplatze mit Tribünen; dort werden in der Hauptsache die Tcnniswcttspiele ausgetragen werden. Der teilweise fertiggestellte Hafen in Haifa wird die Schwimmer fiir ihre Wett- Kämpfe empfangen, so daß in allen Teilen des Landes die Makkabiah ihre Kreise ziehen wird. Der Hauptträger der Arbeit ist der Makkabi im Lande, dessen Menschen mit letzter Hingebung für die große Sache arbeiten und die Gewähr bieten, daß das Werk sich vollenden wird. Nur noch vier Wochen trennen uns von der Makkabiah, und jene fieberhafte Tätigkeit hat eingesetzt, welche in den letzten Momenten vor einer großen Aktion zu erscheinen pflegt. Unter beispiellosen Schwierigkeiten, mit beschränktesten Mitteln, während schwerster politischer und Wirtschaftlieber Wirren hat der Makkabi-Weitverband die Vorarbeiten geleistet. Viel hängt vom Gelingen der Makkabiah ab, und wir hoffen, daß neue zionistische Impulse diese Aktion krönen und die Jugend mit neuem Glauben an die Unzerstörbarkeit unserer Hoffnungen erfüllen werden. Bei einem Bankett, das anläßlich der Rückkehr Bentwichs nach Palästina im King David-Hotel in Jerusalem stattfand, sagte Bentwich in seiner Rede, die Fortschritte Palästinas in diesen 14 Jahren seien ohn e Beispiel in allen übrigen Ländern. Die luden müssen, ohne sich durch irgend etwas abschrecken zu lassen, dieses Werk fortsetzen. Interzssant war auch die Rede der Frau Bentwich, die erklärte, man dürfe sich nicht durch das stereotype Lächeln ihres Mannes täuschen lassen; in Wirklichkeit sei er ein Mann von großem Eigensinn, der zu Ende führt, was er einmal Beschlossen hat. Beide drückten »b״* Freude aus, wieder in Palästina zu sta.