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Jüdische Rundschau · 1932-02-05 · Heft 10 (5.2.1932) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVII (1932)
Issue
Heft 10 (5.2.1932)
Date
1932-02-05
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 48 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 10, 5. II. 1932 in einem anderen Sinne wiedcrhcrstellen; und wie im Jahre 1925 ganz Palästina und die gesamte Touristik nach Palästina sich •um die feierliche Universitätseröffnuruz gruppierte, so stehe im Frühjahr 1932 die Heia« nach Palästina im Zeichen der Makkabiah. ZeitstfirlHenscbau In der ״Zeitschrift für Völkerrecht'1 XVI, Heft II, veröffentlicht Ernst Marcus einen überaus interessanten und instruktiven Aufsatz ״Zur Theorie und Praxis des Mandatssystems“, Mit Recht weist der Verfasser auf den großen Unterschied hin, der zwischen A-Mandaten und anderen (R- und C-) Mandaten besteht und es schwer macht, alle diese Gebilde unter eine einheitliche Kategorie zu bringen. Aber auch zwischen den einzelnen A-Mandaten bestehen gewaltige Unterschiede, die das ganze Wesen der Institutionen betrefien; man denke mir an die Bestitnmungen über das Jüdische National heim im Palästina- Mandat, die dieses Mandat in die Nähe der B-Mandate rücken. Der Verfasser beklagt die unpräzise Fassung des Art. 22 des Völkerbundpaktes, die wohl aus der Vorgeschichte des Völkerbundes zu verstehen ist, aber die exakte juristische Interpretation des Mandatssystems außerordentlich erschwert. Den zweiten Teil des Aufsatzes nimmt eine vielen Lesern gewiß sehr willkommene Bibliographie der wichtigsten Schriften über das Mandatssystem in Anspruch. Kleinere Arbeiten werden nur aus dem deutschen Sprachgebiet erwähnt, wobei der Wunsch ausgedrückt wird, daß eine umfassende Bibliographie von einem der großen Institute für Völkerrecht bald veranlaßt wird. Marcus versteht es, die einzelnen Werke und Schriften mit wenigen Sätzen treffend zu charakterisieren, so daß sein Ueberblick eine vorzügliche Orientierung gewährt. Von ausländischen Werken weist er besonders hin auf das Buch des amerikanischen Staatsrechtlers Wright über (las Mandatssystem, sowie auf eine Reihe französischer und englischer Werke (Van Rees, Bcntwich). In einer Nachbcmerkung über die Praxis des Mandatsrechtes betont der Ver* fasser, daß die Mandatskommission gezeigt hat, daß sie es mit ihren Aufgaben ernst nimmt; sie paßt sich in immer geschickterer Weise ihren Funktionen an. Dabei erwähnt der Verfasser die Herausarbeitung ״eines Rechtsprinzips, dem heute alle Kolonialmächte beipflichten: Die für weiße Siedlungen notwendigen Gebiete dürfen nirgends den Umfang des zur Ernährung der eingeborenen Bevölkerung unerläßlichen Ackerlandes über Gebühr beschranken‘1. Es ist für Zionisten besonders belehrend, daß hier in einer staatsrechtlichen Arbeit auf die allgemeine Geltung dieses Satzes hingewiesen wird, dessen — freilich vielfach irrige — Anwendung auf Palästina zu schwierigen Auseinandersetzungen geführt hat, * Die Zeitschrift ״Der Orient1', herausgegeben von Dr. Lepsius, Deutsche Orient-Mission, Potsdam, Roonstraße 13, widmet ihr 6. Heft (Dezember 1931) Palästina. Der leitende Aufsatz ist von Pfarrer Emil Lind (Speyer) geschrieben, dessen vorzügliches Palästina-Buch wir kürzlich angezeigt haben. Dr. und teilt seine Betrachtungen über ländliches Volksleben in Palästina in drei Teile: 1. Bei den Beduinen, 2. bei den Fellachen, 3. bei den Chalitzim. Das kurze Kapitel über Chaluzim zeigt freundliches Verständnis für die besondCre Situation und besonderen Aufgaben dieser Menschen. Ein Beitrag des bekannten Palästina-Fachmannes Oberstudiendirektors Eberhard befaßt sich mit dem Nationalitäten- Problem im heutigen Palästina. Der Verfasser schildert den jüdischen und arabischen Standpunkt mit großer Objektivität und kommt zu dem Resultat, daß das Land für beide Völker genügend Raum und Lebensmöglichkeit bietet. Die Schlüssel• frage der ganzen zionistischen Politik sieht der Verfasser in der Beziehung der Juden zu den Arabern. Es komme darauf an, daß die Juden erkennen, daß das Palästinaproblem keine ״reine Judensache1' ist, sondern daß sich hier zwei Nationalbewegungen begegnen. Wenn auch heute die extremen Araber große Schwierigkeiten bereiten, erblickt der Verfasser doch die künftige Lösung in einem Zusammenwirken der beiden Völker, ohne freilich die tragischen Komplikationen zu verkennen. ♦ Das letzte Heft der ״Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland“ enthält eine Reihe von interessanten Beiträgen, von denen wir nachstehende erwähnen: Otto Kluge, ״Die hebräische Sprachwissenschaft in Deutschland im Zeitalter des Humanismus“; Julius Brutzkus, ״Der Handel der westeuropäischen Juden mit dem alten Kiew“; A. Eckstein, ״Zur Geschichte der israelitischen Kirchenverfassung in Bayern“; Guido Kisch, ״Dissertationenliteratur zur Geschichte der Juden aus den Jahren 1922 bis 1928“; Viktor Kurrein, ״Die Mesnerin von Enns“; Salo Baron, ״Zur ostjüdischen Einwanderung in Preußen“; Miszellen, Buchbesprechungen, Bibliographische Notizen von Heinrich Löwe. ״Haschoiner Hazair“, das hebräische Zcntralorgan der Weltorganisation des ״Haschomer Hazair“, feiert, wie uns geschrieben wird, mit dem vorliegenden hundertsten Hefte das Jubiläum seines fünfjährigen Bestandes. Von einem kleinen üblichen Jugendblatt, deren es in den letzten Jahren unzählige gab, ist der ״Hasehomer Hazair" zum leitenden Organ einer Jugendbewegung geworden, die sich trotz politischer Grenzen und geographischen Entfernungen um eine gemeinsame Idee geschart hat und zu einer organisatorisch und ideologisch fundierten Bewegung wurde. Vom Dringen und Stürmen, von ihrem ernsten Bemühen um die Fragen des Erziehungsweges und nicht zuletzt von ihrem unerbittlichen Ringen um neue Lebensgemeinschaftsformen legen die hundert Blitter des ״Haschomer Hazair“ beredtes Zeugnis ab. Die Jubiläumsnummer beinhaltet einleitende Betrachtungen zur Geschichte und Entwicklung der Zeitschrift und größere Abhandlangen über: ״Die Schicksalsfragen des Zionismus“, ״Die antizionistische Front und die jüdische Gegenwart“, ״Marxismus, Sozialismus und das Judentum“, ״Der Reformismus als Weg und Ziel“, ״Die Krise des Kapitalismus“ und über: ״Palästina, der Nahe Orient und die internationale Politik“. Kleinere Beiträge behandeln aktuelle Fragen und die Nummer schließt mit reichhaltigem Material zur Lage in Palästina und in der Bewegung. Die Jubiläumsnummer ist durch die Bundesleitung der deutschen Landesorganisation des ״Haschomer Hazair“, Berlin NW 40, Thomasiusstr. 4, zu beziehen, wo auch Abonnements entgegengenommen werden. Probehefte werden auf Wunsch zugeschickt. _ Reform der Stadtverwaltung Jerusalem? Der Jerusalemer Korrespondent von ״The Near East and India“ berichtet über die jetzt in palästinensischen Regierungskreisen geprüften Pläne über eine Reorganisation der Jerusalemer Stadtverwaltung. Es wird darauf hingewiesen, daß seit dem Rücktritt der jüdischen Stadträte vor zwei Jahren die Stadt Jerusalem, deren Einwohner zu 57 0/0 Juden sind, ohne jüdische Vertretung ist. Der Waad Leumi habe vorgeschlagen, die einzelnen Verwaltungsbezirke der Stadt zu trennen, so daß die westlichen und nördliehen Stadtteile unter jüdischer Verwaltung wären, die östlichen und südlichen■ würden weiter dem moslemischen Bürgermeister unterstehen. Diese Distrikts-Verwaltungen sollten dann gemeinsam einen zentralen Stadtrat bilden, meine Nadirichten Lord Reading, der nach dem Eintreffen aus Palästina in Aegypten schwer erkrankt war, befindet sich auf dem Wege zur vollen Wiedergenesung. Der Preis der Jaffa- Orangen in Liverpool ist iti der vorigen Woche auf 15—17 sh pro Kiste gestiegen. Infolge des ungenügenden Regenfalles teilt die J e r u - salemcr Stadtverwaltung jetzt schon mit, daß nach dem 1. Mai außerhalb des Stadtgebietes kein Wasser aus der Wasserleitung geliefert werden wird und daß nach dem 1. April die Benutzung von städtischem Wasser zu Bauzwecken oder Gartenbewässerung auch innerhalb des Stadtgebietes nicht gestattet ist. In dem Dorfe Dabiet el Carmel in der Nähe von Haifa stürzten in einem Hause Dach und Decke ein und begruben acht Mitglieder einer in dem Hause wohnenden arabischen Famific unter sich. Sechs Mitglieder der Familie wurden gctötet, zwei konnten lebend aus den Trümmern gezogen werden. Bei der Abstimmung über das Budget der Jüdischen Gemeinde in Warschau, das über 5 Millionen Zloty beträgt, blieben die zionistischen Vertreter der Sitzung der Repräsentanz zum Zeichen des Protestes fern. Die Stadtverwaltung der Brüsseler Vorstadt Ander-!echt, die eine zahlreiche jüdische Bevölkerung besitzt, beschloß, bei dem in diesem Stadtteil befindlichen belgischen Museum für Archäologie und Folklore eine hebräischjiddische Abteilung zu schaffen. Soeben erschien: ir. 8 der jMMie der joeiscnee Rundtcnar Dr.aujtsuKrolanHsr: zum Problem des neuen deutschen Nationalismus Eine zionistische Orientierung gegenüber den nationalistischen Strömungen unserer Zeit. * Preis 0.80 RM. zuzüglich 0.10RM. für Porto, Zu beziehen gegen Voreinsendung des Betrages durch: ״Jüdische Rundschau“ Berlin W IS / Meinekestraße 10 Postscheck - Konto: Berlin Nr. 17392 Die Jaden in Schanghai ln Schanghai, das jetzt im Mittelpunkt der ostasiatischen Kämpfe steht, existiert eine zahlreiche jüdische Bevölkerung, die sich aus verschiedenen Gruppen, den indischen Juden, den sogenannten Bagdad-Juden, den aus England und den westeuropäischen Ländern und den aus Rußland ein gewanderten Juden, zusammensetzt. Als Generaltnajor Sir John Duncan, der Befehlshaber der englischen Vertekiigungstruppc im Jahre 1927, im Januar 1928 nach London zurückgekehrt war, sandte er an die in Schanghai erscheinende jüdische Zeitung ״fsrael’s Messenger" eine Botschaft, in der er der jüdischen Gemeinde in Schanghai den Dank dafür ausspricht, daß sie ihn in der Aufrechterhaltung der Ordnung so wesentlich unterstützt hat, und ihr die besten Wünsche für die Zukunft zum Ausdruck bringt. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts bildete sich eine jüdische Niederlassung in Schanghai. Es waren zuerst Juden aus Indien, später kamen auch euroläische Juden dorthin. An der Wende des 19. und 20. Jahrmnderts setzten sich Juden in Charbin in der Mandschurei fest. Nach dem Weltkriege wurde Charbin, wo zahlreiche Juden aus Rußland und Sibirien Zuflucht fanden, zum größten jüdischen Zentrum in China. Von dort aus verbreiteten sie sich auch nach anderen Städten der Mandschurei, und zwar nach Chailar, Tsitsikar, Mukden und Dairen (russisch Dalni, nördlich von Port Arthur), ferner nach Tientsin, Han-kou. Eine kleine Gemeinde besteht auch in Hongkong. Die iüdische Bevölkerung in Schanghai nahm ebenfalls im 20. Jahrhundert an Zahl zu. Im Jahre 1921 wurde die gesamte jüdische Bevölkerung in China (außer den alteingesessenen in Kai-fung-fu) auf 12000 Personen geschätzt. Nach privaten Schätzungen betrug die Zahl der Juden in der Provinz Mandschurei im Jahre 1929 etwa 16000, wovon ca.. 13 000 auf Charbin entfielen. Die in der nördlichen Mandschurei lebenden Juden sind größtenteils russische Staatsangehörige. Prof. Lessing in Hannover feierte dieser Tage seinen 60. Geburtstag. Lessing ist eine sehr eigenartige und auch umstrittene Persönlichkeit, der man nicht gerecht werden kann, wenn man sich nicht in das philosophische Werk des Gelehrten vertieft. Er hat bereits vor Spenglers ״Untergang des Abendlandes“ im Jahre 1915 ein Werk mit dem Titel ״Untergang der Erde am Geist“ veröffentlicht, worin er auch die Eigenart orientalisch-asiatischen Geistes gegenüber dem europäischen kennzeichnet. Seine stürmische Intellektualität stieß den jungen Gelehrten schon frühzeitig auf das Problem seines eigenen Judentums, das er zunächst durch die Taufe zu lösen glaubte. Bald darauf sah er jedoch seinen Irrtum ein und kehrte zum Judentum zurück, ja er schloß sich mit seiner aus preußisch-christlichem Adel stammenden Frau dem Zionismus an, den er später in eigentümlicher Weise mit dem Sozialismus zu verschmelzen suchte. Lessing hat selbst in einem autobiographischen Essay (Sonderheft der Zeitschrift ״Junge Menschen“) seinen Werdegang geschildert. In der letzten Zeit hat er überaus Interessantes und Wesentliches zur Charakteristik des losgelösten jüdischen Intellektuellen und damit zum Problem der persönlichen Judennot in seinem Buche ״Jüdischer Selbst ha ß“ (Jüdischer Verlag, Berlin) geschrieben. Dieses Buch, das die Bibliographien von sechs prominenten europäischen Juden enthält, zeigt die Tragödie des Juden, der, von seinem Mutterboden losgelöst, sich auf der Flucht vor sich selbst und seinem Judentum befindet. Aus dieser tiefen Schau des jüdischen Problems ist Lessing in seiner zionistischen Anschauung bestärkt worden. Im vorigen Jahr hat er Palästina besucht und in zahlreichen Zeitungsauf־ Sätzen und Vorträgen über das neue jüdische Leben berichtet. Lessing Jiat sich auch innerhalb der zionistischen Kreise viele Freunde' erworben, die seinen scharfen Geist und seinen persönlichen Mut hoch schätzen, und so wenden sich ihm zu seinem 60. Geburtstag auch im zionistischen Lager die Sympathien zu. Vermischtes Jüdische Gemeinde Berlin. Die nächste Sitzung der Repräsentanten-Versammlung findet am Donnerstag, dem 11. Februar, abends 7 Uhr, statt. Jüdische Schule, Klopstockstraße 58 (1 Minute vom Bahnliof Tiergarten). Anmeldungen für Schule und Kindergarten am Montag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag jeder Woche von 12 bis 13 Uhr hei der Schulleiterin Frau Nathan. — Kinder, die einen weiten Schulweg haben, können von den verschiedenen Sammelstellen aus regelmäßig in Begleitung von Lohrerinnen hin- und zurückfahren. Frauen-Arbeltsgemeinschalt für Palästina. Im Hause von Frau Dr. Etnily Halpern findet am Sonntag, 14. Februar, nachm. 41/3 Uhr, ein Musiknachmittag statt. Mitwirkende: Frau Paula L i n d b e r g (Alt), Frau Erich Mendelsohn (Cello), Fräulein Sarah Wittenberg (Klavier). Es werden Werke von Scarlatti, Vivaldi, Moussargsky, Chopin usw. zum Vortrag gebracht. Karten zum Preise'von 5 RM. im Büro der Frauen-Arbeitsgemeinschaft, Meinekestr. 10. ßism. 7165. Der Reinertrag wird zugunsten der Frauenarbeit in Palästina verwandt. Eugen Taizlin, der junge jüdische Pianist, konzertiert am 9, Februar im Beethovensaal mit Werken von Bach, Liszt, Chopin. Die Deutsche Kunstgemeinschaft Berlin eröffnet am Sonnabend, dem 6. Februar, mittags 12 Uhr, eine Ausstellung von ״Meisterschülern deutscher Kunsthochschulen“, und zwar zunächst die der Akademien Dresden, Karlsruhe und Stuttgart. Max Janowskf, der Sohn der bekannten Konzertsängerin Maria Rapp-Janowskaja, gibt Donnerstag, den 11. Februar, abends 8(4 Uhr, in der Hochschule für Musik, Fasanenstr. 1, einen Klavierabend unter Mitwirkung von Luba Schirman (Gesang). Das jüdische Vokal-lnstrumental-Quartett unter Mitwirkung von Maria Rapp-Janowskaja hat in Hamburg und Leipzig Konzerte gegeben, die ״das jüdische Lied“ behandelten und einen außerordentlichen Erfolg bei Presse und Publikum erzielten. Die lokale Presse hebt die großen künstlerischen Qualitäten der Darbietungen hervor. Zeire-Misrachi. In dem Berliner Zeire-Misrachi hat sich dieser Tage ein Arbeitsausschuß gebildet, der einen Wiederaufbau der Berliner Gruppe vornehmen will. Alk jungen Zionisten, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und die Verwirklichung des Baseler Programms auf der Grundlage des jüdischen Religionsgesetzes erstreben und an einer Mitarbeit Interesse haben, wollen ihre Adresse dein Berliner Zeire-Misrachi, Berlin N 24, Monbijouplatz 10, mitteilcn. Sozialistische Jüdische Arbeiterjugend. Die unter diesem Namen seit einigen Wochen arbeitende Organisation ist sowohl in ihrer Ideologie wie in ihren Arbeitsmethoden der ״Freiheit“ in Polen sehr ähnlich. Sie steht auf dem Boden des Poale- Zionismus, als konkretestem Ausdruck des sozialistischen Arbeiterzionisinus. Sie schult ihre Chawerim sowohl im Geiste der persönlichen Verwirklichung in Erez Esrael wie für die Vertretung der Interessen der arbeitenden jüdischen Jugend im Galuth. Es bestehen bereits vier Gruppen, die im Heim der SJAJ, Artilleriestr. 6, Montag, Mittwoch und Sonnabend abends Zusammenkommen. An dieser Arbeit Interessierte werden gebeten, entweder einen der Gruppenabende zu besuchen, oder ihre Adresse an Chawer E. Bromberger, p. Adr. Sekretariat Poale Zion, N 24, Auguststr. 17. Tel.: D2, Weidendamm 3985, .HUt,ZUtettep.L .4 ..a.״׳ י. •:יי.״.... , . :׳.r0. ■... Das Heim für jugendliche männliche Erwerbslose in der Auguststr. 14/15 erfreut sich eines immer stärkeren Besuches. Fast 100 Jugendliche suchen das Heim täglich auf, unterhalten sich, werden dort verpflegt und weitergebildet. Dank der Unterstützung der Reichsarbeitsverwaltung sollen in den nächsten Tagen systematische Fortbildungskurse für erwerbslose kaufmännische Angestellte und Lehrlinge mit folgenden Fächern abgehaltcn werden: 1. Kaufmännisches Rechnen. 2. Buchführung. 3. Staatsbürgerkunde und Rechtskunde des täglichen Lebens. 4. Maschineschreiben. 5. Schriftverkehr und Deutsch. 6. Stenographie. 7. Warenkunde. 8. Kunst- und Lackschrift. Wahlfächer sind: Französisch, Englisch, Hygiene. Der Unterricht soll an den Wochentagen von Montag bis Freitag in der Zeit von 21/2—7'/* Uhr in besonderen Räumen in der Auguststraße 14/15 stattfinden. Der Unterrieht wird von Fachkräften geleitet. Lehr- und Lernmatenal werden unentgeltlich zur Verfügung gestellt. — Männliche Erwerbslose im Alter von 14-25 Jahren, die an den Kursen teilzunehmen wünschen, werden gebeten, sich schriftlich bei dem Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände, Berlin-Charlottenburg, Kantstr. 158 oder mündlich bei dem Leiter des Erwerbslosenheimes, Auguststr. 14/15, zu meiden. Auktion alter jüdischer Kultaegenstinde. Am 12. Februar findet bei Hugo Helbing, München, 1m Rahmen einer Auktion von altem Kunstgewerbe und von Gemälden alter Meister die Versteigerung einer reichhaltigen Kollektionjudischer Kultgeräte für Synagoge und Haus statt. Unter der Reihe der Thoraschilder ist vor allem die Arbeit des Mathaus ׳*יpiff, Augsburg, Anfang 18. Jahrhundert, hervorzuheben, um 1763 fertigte Samuel Bardet, Augsburg, die beiden Rimonim in Rocailleform. Im Osten, vorwiegend im ausgehenden 18. Jahrhundert entstanden zwei reiche große Thorakronen, die verschiedenen Thoraschilder, die manchmal dazugehörigen Weiser und die Estherrollen. In den verschiedensten Gestaltungen treffen wir Chanukkahleuchter in Silber und Silberfihgran, Becher für den Sabbath und die Beschneidung, die reizvollste und größte Abwechslung waltet aber in der Formung der Gewürzbüchsen; es gibt Türmchen, Vögel, Fische, Bienenkörbe, Kugeln, Früchte, Blüten und Blumen. Zum Schluß seien noch die meist datierten, prachtvoll gestickten Thoravorhänge (einer davon mit passender Chuppabdecke) erwähnt, die frühestens um 1700 entstanden, die meisten dem 18. oder frühen 19. Jahrhundert angehörend. Der illustrierte Katalog erschien Ende Januar und ist durch die Firma Hugo Helbing zu beziehen, die jede weitere, die Auktion betreffende Auskunft gerne erteilt. Dr. A. Percikowitsch, Al-Harizi als Uebersetzer der Makamen Al-Hariris. Ein Beitrag zur Geschichte der Literatur- Übertragungen. Preis 6 RM. (Verlag B. Heller, München.) Das Hauptwerk eines der bedeutendsten Vertreter der arabischen Literatur, die Makamen Al-Hariris, wurden durch ihre Uebersetzung, die der hebräische Dichter Al-Harizi im Anfang des 13. Jahrhunderts anfertigte, in die hebräische Literatur eingeführt und dieser damit eine neue, für Jahrhunderte bedeutsame Dichtungsform vermittelt. Die Technik dieser Ueber- Setzung wird nun in der vorliegenden Arbeit dargestellt und durch zahlreiche Beispiele sowie den vollständigen Text eines Abschnittes der Dichtung samt deutscher Uebersetzung veranschaulicht. Abgesehen von ihrer Bedeutung für die Kenntnis der Persönlichkeit Al-Harizis gibt die Arbeit wichtige Beiträge zur Geschichte des hebräischen Schrifttums und zum Problem der Literaturübertragung im allgemeinen. Für Hebraisten, Orientalisten und Literarhistoriker ist die Arbeit von großer Wichtigkeit.

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