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Jüdische Rundschau · 1932-01-22 · Heft 6 (22.1.1932) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVII (1932)
Issue
Heft 6 (22.1.1932)
Date
1932-01-22
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 26 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 6. 22.1.1932 satz cuius regio eins religio aufrechterhalten werden kann, so wenig können große Staatsvölker dem Grundsatz■ cuius regio eius natio huldigen. Ein anständiger Staat darf von keinem Bürger Heuchelei und Charakterlosigkcit verlangen, er wird Menschen, die ihrem Wesen in ihren Lebensäußerungen Rechnung tragen, nicht mißtrauen können. Die Juden erstreben in Deutsch- Iand keineswegs die Stellung einer ״nationalen Minderheit“, aber sie müssen verlangen, daß ihre geschiehtlieh und blutmäßig bedingte Sonderstellung respektiert, ja für die deutsche Staatsgemeinschaft fruchtbar und nutzbringend gemacht wird. Es besteht kein Wider- Spruch zwischen nationalem Judentum und vaterländischer Verbundenheit. Wer sich selbst die Treue hält, trägt die wichtigste Voraussetzung für gutes Bürgertum in sich. Der Zionismus steht in fortwährender Auseinander- Setzung mit den Zeitströmungen, mit den das Judentum bedrohenden und verächtlichmachenden Judengegnern, sowie mit den antizionistischen Kräften innerhalb des Judentums. Nicht in serviler Unterwürfigkeit, nicht mit Loyalitätsbeteuerungen, sondern in Würde und Offenheit will er diese Auseinandersetzung führen. Mit Ungeduld und mit Gewalt kann man so schwierige, durch jahrhundertelange Verbindungen und Entwicklungsprozesse entstandene Probleme ebensowenig lösen wie durch die Vogel-Strauß-Politik des Nicht-Sehen-Wollens oder durch Ableugnung des Bestehens dieser Probleme. Wir verlangen volle Gleichberechtigung und Anerkennung unserer Menschenwürde im Staatsleben, nicht ״obwohl“ wir Juden sind, sondern im vollen Bewußtsein dieses Sachverhalts. Und wir selbst sind bemüht, durch den Zionismus die Lösung der heute die Welt bedrückenden Judenfrage anzubahnen. Darum können wir auch für den Zionismus Interesse von Nichtjuden bean- Sprüchen. Es soll in Deutschland nicht so sein, daß der nächste Nachbar oft nicht weiß und versteht, was ein Jude denkt und will, und daß man die phantastischsten Legenden konstruiert über Dinge, von denen nichts verheimlicht wird, die klar zutage liegen für jeden, der sehen und hören will. Die zionistische Bewegung hat ein konkretes Ziel: die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina. Der Zionismus will in friedlicher Arbeit Juden in Palästina ansiedeln und den jüdischen Menschen durch Einordnung in ein eigenes Gemeinwesen von dem Druck der Verfolgungen befreien, ln Palästina leben heute J75 000 Juden, von denen 100 000 in den letzten zehn Jahren ins Land gekommen sind. Es ist eine Weltorganisation geschaffen worden, die überall organisierte Mitglieder hat und hinter der Millionen von Juden stehen. Es gibt in Palästina jetzt etwa 120 jüdische Siedlungspunkte auf dem Lande. 30 000 Juden haben sich im Laufe der letzten zehn Jahre in Dörfern niedergelassen; sie haben großenteils bessere Lebensbedingungen aufgegeben, um sich aus eigener Kraft durch ihrer Hände Arbeit eine menschlich gesündere Existenz zu schaffen. Durch die vernachlässigte Land erschlossen und kann bei Aufwendung entsprechenden Kapitals Raum für viele Tausende neuer Ein- Wanderer bieten. Das Interesse am jüdischen Siedlungswerk zeigt sich auch darin, daß nach dem Krieg etwa 800 Millionen Mark von jüdischer Seite in Palästina investiert worden sind, von denen über 160 Millionen Mark von Juden in aller Welt als Spenden für öffsntliche Fonds und Einrichtungen gegeben wurden. Zugleich mit dieser äußeren Entwicklung hat sich dort ein kulturelles Eigenleben überraschend schnell ausgeprägt, und das Interesse der Allgemeinheit am jüdischen Palästina beruht nicht zuletzt darauf, daß die soziale Struktur und die kulturelle Geschlossenheit des jüdischen Lebens in Palästina naturgemäß nirgendwo im jüdischen Leben anderer Länder ein Analogon findet. Das Jüdische Nationalheim ist völkerrechtlich durch das Palästina-Mandat von 1922 garantiert worden. Im Namen des Völkerbundes übt England das Mandat der Verwaltung aus. Alle dem Völkerbund angehörigen Staaten haben die gleiche Möglichkeit zur Einfuhr ihrer Erzeugnisse. Die deutsche Einfuhr nimmt in den letzten Jahren den zweiten (früher sogar ersten) Platz ein, und es ist kein Zweifel, daß große Steigerungsmöglichkeiten für die Einfuhr deutscher Waren bestehen, zumal Deutschland auch palästinensische Produkte (die vorzügliehen, jetzt auch sehr billigen Jaffa-Orangen und Grapefruit) aufnimmt. Bemerkenswert ist die Tatsache, daß in der Einfuhr von Büchern Deutschland weitaus an erster Stelle steht, ein Zeichen, daß gerade deutsche Kultur in diesem Lande jüdischer Siedlung starke Resonanz findet. Palästina wird im Vorderen Orient im Laufe der nächsten Jahre eine immer größere Rolle spielen. Haifa wird zum größten Hafen des östlichen Mittelmeeres ausgebaut, die schnellen Verbindungen mit dem Irak und mit Aegypten erhöhen die wirtschaftliche und politische Bedeutung des Landes. Schon heute ist Palästina der Verkehrsknoten- Punkt für den Flugverkehr zwischen Europa und dem Orient. Die jüdischen Siedler, die mit Aegypten, Syrien und dem Irak erhebliche Handelsbeziehungen unterhalten, werden in immer höherem Maße ein wichtiges Bindeglied zwischen Europa und dem Vorderen Orient bilden. In Erkenntnis der Bedeutung des jüdischen Palästinawerks hat sich am 15. Dezember 1926 das ״Deutsche Komitee Pro Palästina“ gebildet, dem deutsche Politiker aller Richtungen sowie Wissenschaftler und Künstler angehören, ein Zeichen für das vom Partebiandpunkt unabhängige Interesse an der von uns vertretenen Sache. Folgender Leitsatz enthält den wichtigsten Teil des Programms des Pro Palästina-Komitees: ״Das Deutsche Komitee Pro Palästina zur Förderung der jüdischen Palästinasiedlung wird in der Ueberzeugung, daß der Aufbau der im Palästinamandat vorgesehenen Heimstätte für das jüdische Volk als ein Werk menschlicher Wohlfahrt und Gesittung Anspruch auf die deutschen Sympathien und die tätige Anteilnähme der deutschen Juden hat, bemüht sein, die deutsche Oeffentlichkeit über das jüdische Kolonisationswerk in Palästina aufzuklären, die Beziehungen zwischen Deutschland und Palästina zu pflegen und allgemein die Erkenntnis zu verbreiten, däß das jüdische Aufbauwerk in Palästina ein hervorragendes Mittel für die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung des Orients, für die Ausbreitung deutscher Wirtschaftsbeziehungen und für die Versöhnung der Völker ist.“ Eine kritische Würdigung der zionistischen Bewegung ist nur möglich auf Grund sachlicher Informationen über die geistigen Grundlagen der Bewegung, über das in Palästina geschaffene Werk und über seine Zukunfts- Chancen. Die Monatsausgabe der ״Jüdischen Rundschau“ soll auch Femerstehenden eine Orientierung hier• über erleichtern. In ihr werden allmonatlich eine Reihe von Artikeln und Darstellungen, die im Verlauf des Monats in der (zweimal wöchentlich erscheinenden) Normal-Ausgabe veröffentlicht wurden, gesammelt; und zwar werden solche Beiträge ausgewählt, die über die bloße Tagesaktualität hinaus grundsätzliche Darlegungen oder allgemeine Schilderungen enthalten. Wir wollen also den Lesern der Monatsausgabe Einblick gewähren in das wirkliche zionistische Leben und Denken. Die ״J. R.“ ist hauptsächlich für Zionisten geschrieben, und unsere Leser haben also einen Ausschnitt aus der zionistischen Gedankenwelt vor sich. Wir glauben, daß gerade dieses Kennenlernen einer Bewegung, wie sie wirklich ist, für diejenigen, die sich unvoreingenommen informieren und eine Sache nach allgemeinen Wertmaßstäben beurteilen wollen, von einigem Reiz sein wird. Aus der Vielgestaltigkeit des Ausblicks, aus der offenen Besprechung von Fortschritten und Rückschlägen kann der außenstehende Betrachter fühlen, daß der Zionismus nicht eine konstruierte künstliche Angelegenheit, sondern eine Sache des Lebens ist. Die Judenfrage ist heute so stark im Mittelpunkt deutscher Diskussion, sie ist so sehr umstritten und wird meist so sehr verkan nt und verzerrt, daß es auch für Nichtjuden wichtig sein muß, zu erfahren, wie Juden, die keine bloße Apologetik treiben, sondern ihr Schicksal aktiv gestalten wollen, darüber denken und was sie tun. Diese Kenntnis zu erleichtern, dazu möge unsere Monatsausgabe dienen, und wir werden uns besonders freuen, wenn wir direkte Beweise erhalten, daß unser Versuch nicht vergeblich war. * An BBsere Leser! Wir bitten unsere zionistischen Freunde, uns Adressen von Nicht jaden ans ihrem Bekanntenkreis, die als Emplänger der Monatsausgabe in Frage kommen, mitzuteilen. Es handelt sich um Menschen, die für den Zionismus zu inter• essieren und darüber zu informieren aus irgendeinem (mügliehst anzugebenden) Grunde den Einsendern wichtig scheint. Die Monatsausgabe ist im Handel nicht zu haben, sondern lediglich für den erwähnten Zweck bestimmt. Bel Aufgabe der Adressen bitten wir um möglichst genaue Angaben über die betreffenden Personen. Herbert Samael mahnt zu Optimismus London, 19. Januar. (J.T.A.) Der englische Innenminister und frühere High Commissioner für Palästina Sir Herbert Samuel gab zu Ehren des in London weilenden Mitglieds der Zionistischen Exekutive H. Farbstein einen Tee. Farbstein schilderte die Proteststimmung, die die faktische Ein- Stellung der jüdischen Einwanderung nach Palästina bei der jüdischen Bevölkerung in den osteuropäischen Ländern hervorferufen hat. Herbert Samuel erklärte, das jüdische Volk ürfe seinen Optfinis .»tieill'Ti־! 'Tasffcf »fw.*«*. J־ ■*/_-» ־ auch Btcnt den Uiauoen, aalt sehen Volke hinsichtlich Pallsi gen erfüllen werde. ABtfsemfffsche Brafalititt in Balgarien Sofia, 18. Januar. (J.T. A.) Der antisemitische Terrorist Dimiter Kalpakts chieff, Mitglied der Terroriaten-Organisation ״Rodna Zastita“, der vor einiger Zeit einen jüdischen Fuhrmann und einen jüdischen Arzt in einen Hinterhalt gelockt und mißhandelt hatte, erklärte nach seiner Verhaftung, er habe nur aus Haß gegen die Juden gehandelt, und habe durch diese Handlung seinem Vaterlande dienen wollen. Er habe bereits Vorbereitungen getroffen, den Präsidenten des Zentralkonsistoriums der Judenheit Bulgariens, Oberst A. Tadger, und den Präsidenten der Jewish Agency-Sektion in Bulgarien, M. Farchi, zu entführen. Die Polizei stellte fest, daß Kalpaktschieff in einem unterirdischen Minengang Ketten und Holzgestelle zur Fesselung von zu entführenden Personen vorbereitet hatte. Ein Helfershelfer von ihm, Radan Radeff, wurde ebenfalls in Haft genommen. Das bulgarische Palästina-Komitee veranstaltete in Sofia eine Kundgebung, in der gegen den antisemitischen Terror protestiert wurde. Alle Teilnehmer, ausnahmslos nicht jüdische Bulgaren, erklärten, daß die Taten der Rodna Zastita dem guten Ruf Bulgariens abträglich sind. Es wurde eine Kommission, bestehend aus dem Präsidenten des Palästina-Komitees General a. D. A. Nikiphoroff, dem Vizepräsidenten Dr. K. Stanischeff, dem früheren Minister Grigor Wassileff, Dr. Penakoff und Tr. Triphonoff, eingesetzt, um dem Antisemitismus entgegenzuwirken. ״«״* «!c»t Y«Hr11eren und tngiana die gegenüber dem *jüdl- Inas übernommenen Vefpfltchtuft- Katholizismus und Palästina. ״Ecclesiastica“, das in Freiburg (Schweiz) erscheinende ״Organ der katholischen Informations- und Presseagentur“ (Kipa), das regelmäßig alle Kundgebungen des Vatikan publiziert, widmet In seiner Nummer vom 16. Januar dem mohammedanischen Weltkongreß ln Jerusalem eine Betrachtung, worin es heißt: ״Es dürfte aber auch für die Christen unschwer ersiehtlieh sein, welche Gefahren aus einer Weltbew egung des Islams dem Christentum und seinen Interessen erwachsen können und erwachsen werden, sobald er seine Kräfte neu gesammelt hat, um gegen das morsch gewordene christliche Abendland vorzugehen. Die Erklärung eines Mohammedaners an seinen christlichen Freund anläßlich des Kongresses, sofern dazu Weisung erginge, würde er ohne Wimperzucken ihn beseitigen, ist typisch.“ — Im An- Schluß an diese Bemerkung druckt die Zeitung die Stellungnähme der ״Jüdischen Rundschau“ zu dem moslemischen Kongreß sowie die anderen von uns gebrachten In formationen kommentarlos ab. Hebräische Stenographie. Soeben erschien ein hebräischstenographisches Kürzungsverzeichnis unter dem Namen ״Elef kizure milim lisstenografia iwrit“. Das Vernichnis enthält 1000 Kürzungen für häufige Worte und Wortverbindungen im Hebräischen. Verfasser ist J. Maimon, der Anfang 1930 einen Lehrgang der hebräischen Stenographie, begründet auf dem System der International-Stenographie von Generalmajor Felix von Kunowski, herausgegeben hat. Der Verfasser hat seit dem Jahre 1924 unzählige Vorträge und Protokolle verschiedener Konferenzen stenographisch aufgenommen. Er war auch beim 16. Zionistenkongreß in Zürich und beim 17. Zionistenkongreß in Basel als Aufnahmeredakteur der ״Kongreßzeitung“ für hebräische, jiddische und deutsche Reden $äti& Schekelaufruf Die Zionistische Exekutive veröffentlicht einen Schekelaufruf für das laufende Jahr, in dem es u. a. heißt: Vor einem halben Jahrhundert schon haben die Vorläufer des heutigen Zionismus, die Chowewe Zion, in einer der heutigen sehr ähnlichen Situation dem jüdischen Volke den Weg zur Rettung gewiesen: nationale Besinnung, Selbsthilfe, Regeneration und Produktlvlerung des Volkes aurch den Aufbau der Nationalen Heimstätte In Erez-Israel. Nur so kann unser Volk In die Lage versetzt werden, ein freies schöpferisches Leben zu führen und mit allen Völkern als ein Ihnen gleichwertiger Faktor an der Erreichung höchster Ideale der Menschheit mitzuwirken. Der von Theodor HerzI begründete politische Zlonlsmus hat diese Ideen vertieft und ausgebaut und für deren Verwirklichung ein machtvolles Instrument geschaffen — die Zionistische Organisation. Der Zionismus hat detti jüdischen Volke sein geschichtliches Ideal, seinen Lebensglauben wiedergeschenkt, er hat in Palästina den Grundstein für ein Gemeinwesen gelegt, auf das jeder Jude mit Liebe, Stolz und Hoffnung blicken, und dem auch die große nichtjüdische Welt die höchste Achtung nicht versagen kann. Dieses Werk in Palästina allen Stürmen zum Trotz zu erhalten, zu festigen und in stetiger, zäher Arbeit zu erweitern, ist die höchste Aufgabe der Zionisten in der ganzen Welt. Die wesentlichste Voraussetzung für das Gelingen all dieser weitverzweigten Anstrengungen Ist eine starke zionistische Or* ganlsation. Denn nur eine immer wachsende, Massen des Volkes und der Jugend in ihren Bann ziehende Organisation kann die Autorität, die moralische, politische und materielle Kraft besitzen, alle Schwierigkeiten des Moments zu überwinden und das Werk des Aulbaus vorwärts zu führen. An Euch, Zionisten, ergeht daher der Ruf: Legt erneut das Bekenntnis zu Eurer Organisation ab, Indem Ihr den Schekel, das Symbol Eurer Verbundenheit mit dem Zlonismus, erwerbt und so der Zionistischen Organisation die Mitte! ihrer organisatorischen, propagandistischen und politischen Arbeit sichert. Entrichtet und sammelt den Schekel! Stärkt und vergrößert die zionistischen Rethen! * An die Zionistischen Ortsgruppen und Scheketvcrtraucnslcutc Unter Bezugnahme auf den Aufruf der Exekutive bitten wir alle Ortsgruppen und Schekelvertrauensleute wiederholt und dringend darum, die Schekelsammlung jetzt mit aller Energie aufzunehmen und uns laufend von dem Ergebnis der Sammlung zu unterrichten. Wir sind gern dazu bereit, die Schekelarbeit an den einzelnen Orten durch Zusendung von Schekellisten aus früheren Jahren, durch Bereitstellung von Schekelaufrufen u. dgl. an Orten, wo man sich von einer Versendung derartiger Aufrufe einen Erfolg verspricht, zu unterstützen. Die nächsten Wochen müssen in erster Linie für die Scheke 1 samm 1 ung ausgenutzt werden. Die Landesschekelkommission. Postscheckkonto: Z.V. f. D. Berlin Nr. 8091. Volksbank Iwria, N 54, Rosenthaler Str. 55. In aller Kürze Am 16. Januar um Mitternacht wurde in Balfouria n Emek Jesreel der Kolonist Joseph Burstein vor der ür seines Hauses, das ungefähr 50 Meier von der Straße ifuleh—Nazareth entfernt gelegen ist, von unbekannten 'Stern durch Schüsse in den Kopf getötet, dan fand eine nach Dschenin führende Fußspur, die mogcherweise von den Mördern herrührt. Als der Täterschaft erdächtig wurden in der Nähe von Dschenin sieben iraber verhaftet. Man zweifelt nicht daran, daß es sich un einen Raubversuch handelt. Gleichzeitig werden eine Reihe von anderen Mo r d - a t e n aus Palästina berichtet. So wurde ein ermordeter Araber n einer arabischen Orangenpflanzung bei Jaffa und ein anderer m Wadi el Lasum (Distrikt Dschenin) auf gefunden. Im febroner Distrikt wurde ein Araber unter dem Verdacht, einen :nderen Araber ermordet zu haben, verhaftet. Von einem!armlos verlaufenen Raub versuch berichten die palastinenischen Zeitungen: Ein Lastauto mit Orangen wurde auf der Straße Jaffa—Jerusalem von einer bewaffneten Bande anrehalten. Als sich aber ergab, daß das Auto nur Orangen uhrt, ließen die Straßenräuber es ungestört weiter passieren. Nach den jetzt veröffentlichten Zahlen wurden im ganzen S624 illegale jüdische Einwanderer registriert, die mf Grund der Amnestie nun das Aufenthaltsrecht in Paästina erworben haben. Das von Julius Rosenwald hlnterlassene Testament berifft ein Vermögen von 20 Millionen Dollar, davon sind 11 Mül. Dollar zur Fortführung der von Rosenwald geschaffenen Wohl- [ahrtswerke bestimmt. Die Regierung der Sowjetunion hat dem im 50. Lebensjahre;erstorbenen jüdischen Kommunistenführer und Mitorganisator ier Bewegung für Einreihung der luden in die Arbeitsfront Rußlands, Jurij Larin (richtiger Name: Michael Lurje), ein Zierliches Staatsbegräbnis gewidmet. Die Urne wurde m die Kreml-Mauer dicht an Lenins Mausoleum eingemauert. Der Ausschuß für Einwanderungsfragen des imerikanischen Senats stimmte einem Gesetzentwurf zu, woaach Männer oder Frauen von amerikanischen Einwohnern mBer der normalen Einwanderungsquote in das Land kommen dürfen. Dies würde eine Erlösung für Tausende Juden und Jüdinnen in den osteuropäischen Ländern sein, deren Gatten haben. In den Jahren 1921 bis 19») sind unter Insgesamt 4107 209 Einwanderer 339054 Juden in die Vereinigten Staaten gekommen. Die österreichische Bundesregierung hat soeben die seit langem angekündigte Gesetzesvorlage betreffend das aut der Basis der ״Studenten-Nation®beruhende Studentenrecht im Parlament eingebracht. Wie die Wiener ,,Arbeiter-Zeitung“ berichtet, überfiel eine Sturmstaffel der Nationalsozialisten eine Gruppe judischer Pfadfinder, die am Sonntag aut einer Wiese im Wiener Wald eine Sportübung veranstaltete, und mißhandelte die Mitglieder der Gruppe zum Teil sehr schwer. In Prag verstarb im Alter von 63 Jahren der hervorragende russische Dramatiker und Publizist Eugen Tschirikow, dessen Drama ״Die Juden“ mehrere Jahre lang viel gespielt wurde. Das Drama schildert einen Judenpogrom und den Kampf der jungen Juden um Gleichberechtigung, Tschirikow war Nichtjude,

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