Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVI (1931)
- Issue
- Heft 94 (4.12.1931)
- Date
- 1931-12-04
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite S53 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 94, 4. XII. 1931 abstrakten Theorie abgeben und die nationalen Bin• düngen anerkennen muß, so sind es auch hier vor allem die Juden, die für sich und von sich aus gesehen die Aufhebung aller geschichtlichen und blutmäßigen Unter־ schiede dekretiert sehen möchten. Wir können uns vorstellen, daß auch der Kommunismus der jüdischen nationalen Idee respektvolle Anerkennung zollen könnte; immer aber waren es Juden, die aus Angst, ihren Platz zu verlieren, besonders fanatisch gegen alle jüdischen Erhaltungstendenzen kämpften. So sind es auch heute jüdische Kommunisten, die die Parole vom ״Untergang des Judentums“ ausgeben und sich gar nicht genug tun können in ekstatischer Bejahung dieses Untergangs; eine perverse Erscheinung der Weltgeschichte, die wir bei keinem anderen Volk finden; bei uns ist sie eine permanente Begleiterscheinung unserer Geschichte, gar nicht so neu, wie diese selbstgefällig auftretenden Agitatoren meinen; eine Erscheinung, die gar nicht* mit der Frage Kapitalismus oder Kommu* nismus zu tun hat, sondern einfach eine neue Form des jüdischen Selbsthasses und der jüdischen Selbstflucht, die noch niemals zu einer Erlösung geführt hat, wohl aber oft abschreckend Anlaß gab zu einer Selbstbesinnung und Aktivierung derjenigen Teile des Volkes, die sich schicksalhaft und unabänderlich in einem bestimmten Blut- und Traditionszusammenhang wissen und aus diesem in ihnen glimmenden Funken neues Leben schaffen wollen. * Auch zur Zeit der Makkabäer gab es solche Juden, die fasziniert von einer lockenden Kulturwelt dem Judentum den Rücken kehrten, auch sie sprachen schon vom ״Untergang des Judentums“ und denunzierten diejfenigen Juden, die sich dem Gebot des Fremden nicht beugen wollten. Dieser Kampf um Assimilation oder Bestand hat den Zionismus immer mehr interessiert als die Staatengründung der Makkabäer und ihr moralisch vielfach anfechtbares, stark zur Assimilation hinneigendes Königshaus. Ursprünglich war es der Aufstand der Bergbewohner gegen die Stadt, der Hüter alter Zucht und Sitte gegen die Korruption der von fremden Ein* flössen zerfressenen dekadenten Oberschicht. Darum glauben wir, daß unser verehrter Mitarbeiter Dr. Maybäum, der in unserer heutigen Nummer dem Makkabäef-Aufstand eine interessante historische Studie widmet, die zionistische Auffassung des Makkabäer-Festes kaum trifft, wenn er auf das Ephemere des Makkabäer- Reiches hinweist. Der Historiker kann da gewiß zu Resultaten kommen, die von landläufigen Ansichten abweichen. Aber auch von den Makkabäern gilt dasselbe, was Achad Hääm einmal von Moses gesagt hat: Nicht auf die historische ״Richtigkeit״ kommt es an, nicht daftuf, was die MÄkabäer wirklich waren, sondern darauf, was die Volkaphantasie aus ihnen gemacht hat und in welchem Sinne sie sich geschichtlich im Geiste des Volkes auswirken. Und im Sinne dieser ״höheren״ Wahrheit glauben wir, daß zwar nicht die späteren häsmonäische« Könige, aber die ersten häsittoniischen Rebellen mit Recht als geschichtliche Symbole gelten. Auch der Hasmonäer-Aufstand war eine ״Instinkt-Bewe• gung“ des Volkes zu seiner )*elbsterhaltung, und der Zionismus war in seinem Kern, nämlich dort, wo er von Massen getragen wurde, im Osten, gleichfalls eine solche Instinkt-Bewegung, in der im Grunde die irrationalen Elemente dominierten. Martin Buber hat vor fast 30 Jahren in einem Aufsatz, der heute vielen wahrschein• lieh schon unbekannt ist, gezeigt, wie aus den Strömen där Haskäla (Befreiung des Gedankens) und des Chassl* dismus (Befreiung des Gefühls), die beide in ihrer Art gegen den Rabbinismus revoltierten, der jüdische Nationalismus entstanden ist, als die neue Form jüdischen Dasäins, nachdem unter dem Ansturm Europas das Ghetto zusammengebrochen war. Daher kommt es auch, daß sich so häufig im Zionismus religiöse und politische Gedankengänge berühren, wodurch oft tiefe Mißver* stindnisse entstehen. Gegen diese Vermischung politischer und religiöser Kategorien wendet sich Df. May* bäum mit Recht. Die Trennung von Religion und Politik ist aber nicht nur aus theologischen Erwägungen ge* boten, sie ist heute auch ein wichtiges aktuelles Erfordernis. Denn es gilt, eine Frage zu klären, die sich als schwerste Gefährdung unserer nationalen Ziele erweist. Gerade der irrationale, religiös-nationale Charakter un* serer Bewegung legt es nahe, in Verbindung mit ihr auch an religiöse Werte zu denken, die zugleich zu Symbolen nationaler Herrlichkeit umgedeutet werden. Am Makkabäer-Fest gedenken wir der Heiligung des Tempels. In vielen unserer Gebete ist die Wiederherstellung Zions eng verbunden mit der Bitte um Wiederaufrichtung des alten Heiligtums. Dies ist zu einer gefährlichen Waffe gegen den Zionismus gemacht worden. Gerade in diesen Tagen erleben wir ein neues Aufflackern der Propaganda, die mit der Behauptung arbeitet, die, Juden wollte« die moslemischen Heiligen Stätten Wegnfehmen. Am T. Dezember, in der Chänukkah- Wöche, findet in Jeruslfem der moslemische Kongreß statt, auf dessen Protramm als einer der Hauptpunkte die ״Sicherung def Heiligen Stätten des Islam in Pa* listina“ stellt. Im Sinne der Veranstalter ist wahrscheinlich dieser Punkt der Hauptzweck der Konferenz. Man braucht nicht davon auszugehen, daß die Ini* tiatoren dieser Bewegung von vornherein mala fide sind. Wir haben in der vorigen Nummer eine Aeußerung des ״Felestin״ wiedergegeben, der fragt, wie denn die Bittgebete um Wiederherstellung des Tempels zu ver* stehen seien, wenn nicht so, wie die Moslems sie intergjretieren, Und wer Jerusalem kennt» der weiß daß der Tempelplatz mit seine« beiden Moscheen in der Tat ln einem Maße, wie dies bei wenigen anderen Städten der Welt der Fall ist, Mittelpunkt und Wahr- Zeichen der Stadt bildet.* Wird, wenn das Uebergewicht in der Stadt und vielleicht im Lande jüdisch ist, dieses Wahrzeichen moslemischer Besitz bleiben können? — so fragen sich die Moslems. Anläßlich des Chanukkah- Festes 5689 schrieben wir in der ״Jüdischen Rundschau“ vom 7. 12. 1928 im Zusammenhang mit dem damals begonnenen Klagemauer-Disput: ״Es mag für manche verführerisch sein, aus der Stimmung des Augenblicks heraus eine Analogie zu ziehen, zumal seit Beginn der zionistischen Bewegung die Makkabäer-Zeit als Vorbild beschworen wurde. Nichts wäre falscher. Zur Makkabäer-Zrit saßen wir im Lande und der fremde Eroberer zwang uns, den Tempel zu schänden; damals war der Tempel das Symbol der nationalen und geistigen Unabhängigkeit, daher das Ziel des jüdischen Feldzugs. Das Ziel unserer nationalen Erhebung Ist nicht die Wiedergewinnung eines Heiligtums, das nicht mehr existiert, sondern die Schaffung eines neuen Heiligtums aut dem schöpferischen Wirken und erdverbundenen Leben des befreiten Volkes heraus. Die Klagemauer ist nur die Stätte der Erinnerung, eine Stätte des Klagens, das zwar durch die Intensität des Erlebens alter Zusammenhinge ergreift, aber weder national noch religiös schöpferisch ist. Der Tempelplatz ist im unverrückbaren Gang der Geschichte an Andere übergegangen, die seit 1200 Jahren dort ihr Heiligtum haben. Der Zionismus will dieses Heiligtum nicht antasten. Palästina, dieses Land, das drei ReUgionen geheiligt ist, ist ein einzigartiger Ort. Die Probleme, die es aufgibt, können nicht von heute auf morgen gelöst werden, aber wir sind uns der Tatsache bewußt, daß heute im Lande mehrere legitime Ansprüche neben einander bestehen, während der Gewaltakt des Antiochus illegitim war. Heute müssen wir einen Ausgleich der rivalisierenden Interessen finden, um unseretwilleit und um des Landes willen, das wir lieben." Wir haben dem heute nichts hinzuzufügen als den Wunsch, daß diese Kontroverse, die von unsern Gegnern wieder begonnen wird, schleunigst definitiv aus der Welt geschafft werde. * Wir begehen das Makkabäer-Fest in einer Zeit der Bedrängnis, aber mit dem Willen zu neuem Aufbau. Die Diagnose der Judenfrage, die der Zionismus vor 30 Jahren gestellt hat, ist heute als unanfechtbare Wahrheit im Gesamtbewußtsein anerkannt. Daß die zionistische Botschaft damals von der Mehrheit der Juden der Westländer nicht gehört wurde und daß man in den falschen Bahnen der Assimilation weiterwandelte, hat uns in die heutige schwere Not gebracht. Wäre vor 30 Jahren das ganze Judentum geschlossen für die zionistische Lösung eingetreten, dann hätte die Judenfrage heute ein ganz anderes Gesicht. Aber heute wenigstens sollte es kein Zögern mehr geben. Es ist an der Zeit, die Augen zu öffnen, die alten Täuschungen und Irrtümer abzusehüttiln und mit etwas Lieb« zufn Schicksal, Amor fati, in den Reihen des eigenen Volkes den Weg zu suchen. Wenn heute noch die Juden nicht erkennen, daß ihre Theorien falsch waren, daß der erlösende Fortschritt nicht kommt, daß wir uns von Jener für die Juden relitiv günstigen Epoche des Liberalismus, des Individualis* mus, der freien geistigen politischen und Wirtschaftliehen Betätigung, mit rapiden Schritten immer mehr entfernen, dann wäre In der Tat wenig Hoffnung für die Zukunft des Judentums. Wir glauben aber, daß diese Erkenntnis heute reif ist, und darum rufen wir die Juden ins zionistische Lager, zu der Bewegung, die allein eine jüdische Zukunft sichern kann. Es gab unmittelbar nach dem Krieg eine Zeit, wo sich viele Mitläufer um die zionistische Fahne scharten, geblendet von den großen äußeren Erfolgen des Zionismus, die in einer nicht immer wählerischen und von den verantwortlichen Instanzen gar nicht kön* tröllierbaren Propaganda noch übertrieben wurden. Ein Teil dieses Zulaufs war sicher nicht sehr wertvoll und nicht sehr ernst, und wir konnten beobachten, daß solche Elemente sich wieder schnell abwandten, wenn es schlechter zu gehen schien. Heute ist die Situation ganz anders. Der Zionismus steht in schwerem Kampf, auch ef ist furchtbar hart betroffen durch die Wirtschaftliehe Vernichtung eines großen Teiles des jüdischen Volkes, er hat mit politischen und materiellen Widerständen zu tun, aber auf def änderen Seite zeigt sich besonders deutlich seine elementare Notwendigkeit. Und wenn heute Juden verstehen, daß sie gar keine andere Möglichkeit haben als die der nationalen Selbsthilfe, dann glauben wir, daß die aus solcher letzter innerer Not- Wendigkeit zu uns gekommenen Menschen uns fester verbunden sind als die durch äußere Versprechungen angelockten. In der großen Auseinandersetzung der kotnmenden Tage, die nicht nur um eine Neu-Regelung der Wirtschaftsverhältnisse, nicht nur um die Frage der Oesellschaftstmktur, sondern um das Wort des Geistes, um Glauben und Berufung der Menschheit gehen wird, muß das jüdische Volk auf seinem Platz stehen. Dieser Platz aber, geschichtlich und geistig eindeutig bestimmt, kann, so viele Juden es auch anderwlrts geben mag, nur Erez-israei sein. Alte müssen mithelfen, dafür zu sorgen, daß es da ist, wenn sein Tag anbricht. R. W. Der High Commission et für Palästina, General Arthur Wauchope, empfing die Mitglieder der Exekutive der Javvilh Agency, Dr. Chaim Arloeoroff, Dr, Henri Berkson, Dr. B. Hexter und Dr. Werner Senator. Die Besprechung hatte nur formellen Charakter. In den nächsten Tagen soll die erste sachliche Besprechung mit Dr. Arlosoroff statt finden. Die Boykottbewegung In Polen Warschau, 1. Dezember. (J. T. A.) Der von der Hauptleitung der nationaldemokratischen Partei In einem Aufruf an die polnische Bevölkerung proklamierte a rt t i - jüdische Boykott ist in Warschau und in den Provinz- Städten in vollem Gange. In den Warschauer Stadtvierteln Neue Welt, Krakauer Vorstadt und Marschalkowska fanden turbulente Szenen statt. Größere Gruppen nationaldemokratischer Studenten blockierten die Eingänge zu den jüdischen Geschäftsläden und hinderten die Käufer am Betreten der Läden. Es kam zu Zusammen- Stößen zwischen den Studenten und den Kaufleuten. Auf Interventlon des Kaufmännischen Vereins griff die Polizei ein und nahm mehrere Boykotthetzer fest, die aber nach Abnahme der Personalien wieder auf freien Fuß gesetzt wurden, woraufhin sie die Boykotthetze wieder aufnanmen. Viele jüdische Gcschäfte wurden durch große Aufschriften ״Zjed“ (Jude) in Oelfarbe kenntlich gemacht. Eine andere Form des Boykotts ist die, daß christliche Geschäfte, um die christlichen Käufer an sich zu ziehen, das Boykottzeichen des antisemitischen Vereins ״Rozwoj“ mit der Aufschrift ״Gleich zu Gleich“ aushängen. Allein in Warschau haben weit mehr als 2000 Christ-!!ehe Läden das Rozwoj-Zelchen ausgehängt. ״Gazetta Warszawska“, das Hauptorgan der Nationaldemokraten, warnt den Kaufmännischen Verein davor, dem Druck der Juden nachzugeben und die christlichen Kaufleute zur Wegnahme des Rozwoj-Zeichens zu veranlassen. Auch in W11 n a und in anderen größeren Städten Kongreß- Polens und Ostpolens treffen Meldungen Ober eine heftige Boykott-Agitation ein. * Der Präsident der Warschauer Jüdischen Gemcindc, der Agudah-Führer Mazur, hat den Vorstand der Gemeinde zu einer Sondersitzung einberufen, die zu der Protestbewegung der amerikanischen Juden gegen die antisemitischen Unruhen und den Boykott in Polen Stellung nehmen sollte. Präsident Mazur schlug vor, nach Amerika zu telegraphieren, daß die beklagenswerten Hochsehukxzesse lediglich die Aktion eines Teiles der polnischen Jugend darstelle und daß die Ausschreitungen auf die Propaganda einer einzigen polnischen Partei, der Nationaldemokraten, zurückzuiühren sei. Nach einer Debatte, in der sich u. a. die Zionisten gegen dies Telegramm aussprachen, wurde mit 7 gegen 5 Stimmen beschlossen, über die Angelegenheit zur Tagesordnung überzugehen. Der jüdische Medizinstudent Henryk Goldmann, der während der antisemitischen Studentenausschreitungen in Krakau bei der Verteidigung zweier jüdischer Studentinnen von den antisemitischen Studenten mörderisch geschlagen wurde, Ist an Herzschlag gestorben. Der Staatsanwalt ordnete die Obduktion an, um festzustellen, ob der Tod als Folge innerer Verletzungen, die ihm während der Schlägerei zugefügt wurden, eingetreten ist. New York, 1. Dezember. <J.T.A.) Nachdem bereits in New York und einer Reihe anderer großer Städte der Vereinigten Staaten Protestkundgebungen gegen die antisemiti- Sehen Ausschreitungen und die Boykotthetze in Polen stattgefunden haben, wurde gestern in der Carnegie Hall zu New York eine vom American Jewish Congreas einberufene und von sehr vielen tausenden Juden und Nichtjuden besuchte Ver- Sammlung abgehalten, in aer zu der Lage der Juden ln Polen Stellung genommen wurde. Hauptredner waren neben einer Anzahl jüdischer Führer der nlchtiüdisehe Anwalt und Politiker George Battie und der Generalsekretär des Amerikanischen Komitees für die Rechte nationaler Minderheiten, Henry Takinson. Es wurde beschlossen, die amerikanischeRegierung zu ersuchen, bei der polnischen Regierung zu intervenieren, daß sie den Angriffen auf Juden und der antijüdischen Boykotthetze Einhalt gebiete. Warschau, 1. Dezember. (J. T. A.) Der Verband zionistischer Akademikervereine sandte eine Petition an die Jewish Agency mit der Bitte, die Hebräische Universität in Jerusalem sobald wie möglich zu einer normalen Universität auszugestalten, die den aus europäischen Universitäten vertriebenen Studierenden eine Zufluchtsstätte sein könnte. Die ״Liga der jüdischen Frauen“ in Genf veransfaltete eine Protestkundgebung gegen die Ausschreitungen an den polnischen und österreichischen Hochschulen. Das Programm der Moslemischen Konferenz Wie der Londoner ״Times" telegraphiert wird, ist am 29. November der offizielle Vertreter des Imam von Jemen zur Teilnahme am moslemischen Kongreß in Jerusalem eingetroffen. Der Korrespondent der ״Times“ stellt ferner fest, daß angesichts der Ausschaltung der Kalifats-Frage von der Tagesordnung sich in jüdischen Kreisen in wachsendem Maße die Befürchtung geltend macht, daß die Tätigkeit des Kongresses so gut wie ausschließlich dem K ampfgegendenZionismus gewidmet sein wird. Schaukat Ali und fünf andere Moslems sind, einem Telegramm der ״Times“ zufolge am 1. Dezember in Ale xandrien eingetroffen und begaben sich nach kurzem Aufenthalt in Aegypten zur Teilnahme an dem moslemischen Kongreß nach Jerusalem.. Wie ״Felestin״ berichtet, hat die Regierung sich an die Organisatoren des Kongresses mit der Aufforderung gewandt, Garantien zu geben, daß der Kongreß sich nicht mit Fragen befassen wird, die die Interessen befreundeter Mächte berühren, womit offenbar gemeint ist, daß keine politischen Probleme des Islam behandelt werden sollen, bei denen 11 a - lien oder Frankreich betroffen sind. Man muß sich daran erinnern, daß erst vor einigen Monaten die palästinensischen Moslems unter Führung des Mufti eine große Protest-Kampagne gegen das Vorgehen der Italiener in Lybien arrangiert haben. Der Mufti will gerade durch derartige Aktionen seine Führerstellung im Gesamtislam demonstrieren. Die Veranstalter des Kongresses haben der Regierung hierauf eine authentische und endgültige Tagesordnung vorgelegt, die fünf Punkte enthält: 1. Schutz der Heiligen Stätten des Islam in Palästina; 2. Die moslemische Universität in Jerusalem; 3. Fragen der Hedschat-Bahn! 4. Die Förderung der islamisehen Kultur; 5. Die Bekämpfung des Unglaubens im Islam. Konstantin Opel, 1. Dezember. (J.T. A.) Der fürklsche Deputierte Mehrned Assim schreibt in der Zeitung ״Vakti“: ״Da sieh der Moslem-Kongreß nicht im Zentrum der Moslems, sondern in dem unter englischem Einfluß stehenden so z. B. das 2!fel, das Zentrum des Islam von Mekka 11 aTh Jerusalem zu verlegen und das Kalifat zu erneuern. Das türkische Volk, welches das Kalifat zerstört hat, betrachtet den Kongreß, der es erneuern soll, als eine Ak*»on gegen ״dis ja!0dpgn«Jheke,»*“