Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1931-11-06 · Heft 86 (6.11.1931) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVI (1931)
Issue
Heft 86 (6.11.1931)
Date
1931-11-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2651273-2653252-2653333--22663-2680914
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

Seite 514 JÜDISCHE RUNDSCHAU Der Winter der Not Aufruf der ZenlralwohlfahrissteU«! Am 1. November 1931 traten der geschäftsführende Vorstand der Zentral wo 11 lfahrtsstelle der deut- £h e nj ud e n und der Reichsvorstand der Hauptstelie für j ü di sehe Wanderfürsorge und Arbeit«־ nach weise in Berlin unter Vorsitz von Dr, Bacck und Dr. Osicar^ Cohn zu Sitzungen zusammen, welche aus dem Reich zahlreich besucht waren. Im Mittelpunkt der Erörterungen der Vorstandssitzung der Zentralwohlfahrtsstelle stand ein N otprogra 111 m der jüdischen Wohlfahrtspflege, das Gegenstand einer eingehenden Aussprache war, die mit der Annähme einer Entschließung endete, in der es 11. a. heißt: ״Der geschäftsführende Vorstand der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden richtet im Anschluß an das ihn» vorgelegte Notprogramm an die jüdischen Gemeinden den dringenden Aufruf, auch und gerade in diesem Jahre der Not daran festzuhalten, daß •die jüdische Wohlfahrtspflege eine primäre, lebensnotwendige Pflichta u f g a b e der jüdischen G e s ,1 m f 11 e i t und der j fi - dfsehen Gemeinde ist. Ist eine Etatseinschr311 ki!ng notwendig, so darf sie unter keinen Umständen die Wohlfahrtspflege stärker als andere Positionen treffen.,.. _ Der Vorstand stellt fest, daß die tätige Mitwirkung der jüdischen Wohlfahrtspflege in der allgemeinen deutsehen Winterhilfe überall durch ge führt ist, und unterstützt diese Mi Wirkung aufs stärkste. Die Zeritralwohlfahrtsstellender deutschen Juden fordert i m gegenwärtigen Notjahr zu besonderen Opfern für die allgemeine und für die jüdische Not auf. Sie ruft auf zu stärkster persönlicher Hilfe, stärkster Zusammenarbeit, stärkster Opferbereitschaft“' In gemeinsamer Sitzung behandelten die Vorstände beider Stellen die Frage der Errichtung einer Wirtschafts־ stelle (Wirtschaftsinstitut). Fenier befaßte sich die gemein- *tmt Sitzung mit dem Stand und dem Ausbau des j ü d i - sehen Darieh nskassenwesens. Es wurde beschlossen, alle Energien einzusetzen, um den weiteren Ausbau, und zwar vor allem von Bezirksdarlchnskassen in allen Trilen des Reiches vonvärtszutreiben. -- Die sich anschließende Sitzung des Reichsvorstandes der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge und A r b e i t s n a c h \v c i s e befa fite sich mit den durch die gegenwärtige Situation gestellten besonderen Aufgaben. Der Vorstand nahm 11. a. Kenntnis von den nunmehr abgeschlossenen Vorarbeiten zur Errichtung der jüdischen Arbeiterkolonie, die durch die Unterstützung der Reichs- und Staatsbehörden, sowie der Landesverbände jüdischer Gemeinden nunmehr in nahe Wirklichkeit gerückt ist. Aus der Gemeinde Sitzung der Berliner Repräsentanten •Versammlung In der Sitzung vom 5. d. M. rügte der Vorsitzende R.-A. Stern die Berichterstattung einzelner Blätter, weil in ihnen angeblich persönliche Angriffe gegen einzelne Mitglieder des Vorstandes und der Repräsentanz enthalten gewesen seien. Wenn sich das wiederholen sollte, erklärte R.-A. Stern, so werde er von seinem Hausrechte Gebrauch machen und den Vertretern der betreffenden Zeitungen die Teilnahme an den Sitzungen verwehren. Einerlei gegen wen diese Warnung gerichtet war, wir halten sie für einen unbefugten Eingriff in das Recht, der Presse, an den öffentlichen Sitzungen der Re- »präsentanz teilzunehmen. Das Hausrecht des Vorsitzenden in allen Ehren! Es kann sich aber nur auf Vorgänge im SitZungssaal erstrecken. Was außerhalb des Saales in Wort und Schrift von Nichtmitgliedern der Repräsentanz gesagt wird, unterliegt nicht mehr seiner präsidialen Entscheidung. ln der Sitzung, über die noch ausführlicher berichtet werden soff, brachte die Fraktion der Jüdischen Volks- Partei nachstehende dringliche Interpellation ein: ״In der Berliner Chronik des ,Hamburger Israelitischen Familienblattes' vom 5. November hat ein Mitglied des Gemeindevorstandes, Herr Moritz Rosenthal, einen Aufsatz mit zahlenmäßigen Angaben über den Stand der Gemeindefinanzen veröffentlicht. Wir fragen den Gemeindevorstand an: 1. Ist die Veröffentlichung des erwähnten Artikels mit Wissen und unter Zustimmung des Gemeindevorstandes oder einzelner seiner Mitglieder erfolgt? 2. Wie stellt sich der Gemeindevorstand zu dem groben Vertraue n sbruch, der in der Veröffentlichung vertraulichen Materials zu parteipolitischen Zwecken besteht? 3- Was gedenkt der Gemeindevorstand zu unternehmen, um die kreditschädigende Wirkung dieses Artikels für die Gemeinde abzuwenden?" Die Interpellation wurde auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung gesetzt• Hochschulantfscmiitemus In Polen. Ar! den Universitaten in Krakau und in Warschau hat der in Mitteleuropa übliche Hochschulantisemitismus ln den letzten Tagen besonders aggressive Formen angenommen. In Krakau war der Ausgangspunkt die medizinische Fakultät und der Anlaß der alte Vorwurf der christlichen Mediziner, daß keine jüdischen Leichen zu Sezierzwecken bereitgestellt werden und daß die jüdischen. Studenten ihre Studien an christlichen Leichen vornehmen. Die Unruhen dehnten sich in Krakau bald auf die anderen Fakultäten aus und rs kam zu schweren Tumulten gegen die jüdischen Studenten, in deren Verlaut' jüdische Studenten und Studentinnen schwer ’,־erlctzt wurden. Die Universität mußte bis auf weiteres geschlossen werden. Auch in der Warschauer Univejsität kam es zu Prügeleien. Zahlenmäßig überlegene Haufen nationaldemokratischer polnischer Studenten überfielen ihre jü־ discher» Kollegen. Diese ersten Zusammenstöße bildeten den Auftakt zu einer anscheinend von langer Hand vorbereiteten Aktion, welche alle Fakultäten der Warschauer Universität erfaßte. Sowohl in Krakau wie auch in Warschau vollzieht sich die Bewegung der Antisemiten unter der Parole des Numerus Clausus, ln Krakau demonstrierten die antisemirischen Studenten, zogen vor das jüdische Studentenheim, wo sic mehrere Fensterscheiben einschlugen. Protest- Versammlungen der jüdischen Studenten in Krakau und in Warschau nahmen einen stürmischen Verlauf und wurden von der Polizei aufgelöst, in Krakau, weil sich eine Deputation der jüdischen Studenten ins Rektorat begeben wollte, in Warschau, weil es in der Diskussion der jüdischen Protestversammlung zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Zionisten und Bundisten kam. Es hat den Anschein, daß die nationaldemokratische Parte! Polens im Bestreben, das Pilsudski •Regime zu stürzen, in stärkerer Weise als bisher das antisemitische Motpent betont und die Bewegung gegen die Regierung zunächst an den Universitäten aufflammen läßt Bezeichnend ist, daß in Krakau die gesamte Presse mit Ausnahme des sozialdemokratischen P|rft10rgahs den jüdischen Studenten die Schuld an den Exzessen zuschreibt (1) und erklärt, daß die Juden provoziert hätten. Vermischles Freie Jüdische Volkshochschule Berlin. Der erste kontradiktorische Abend der Freien Jüdischen Volkshochschule über ״Die Bekämpfung des Antisemitismus“ findet am Montag, dem 9. November, abends 8 Uhr, im Logenhaus, Kleiststr. 10, statt. Referenten: Rabbiner Dr. Gold mann (Leipzig),Dr. Jakob Klatzkin. Karten ä M. 1 an der Abendkasse: Studenten, Mitglieder von Jugendvereinen und fugendliehe 50 Ermäßigung. Konzert des jüdischen Vokal-instrumental-Quartetts. Am Sonntag, dem 8. November, abends 8 Wir, findet im Bcchsieln- Saal (Linkstr. 42) das erste Konzert des neugegründeten jüdischen Voknl-Instrumental-Ouartefts statt, das sich aus der bekannten Sängerin Maria Rapn-Janowskr, sowie den Herren Herrn. Körner, Heinz Wigand und Herrn. Weil zusammensetzt. Dieses Ensemble hat sich die Pflege und Verbreitu 11g des Volksliedes in kammermusikatiseber Neuhearheitung zur Aufgabe gesetzt. Am Sonntag gelangt zum Vortrag ״Das Jüdische Lied“, und zwar Uraufführungen von Nadel, Jacob!, Zeller, Moritz, Blacher, Sternberg u. a. Hebräische Lehranstalt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. In sämtlichen Stufen und Klassen können Teilnehmer Aufnahme finden, insbesondere in den Anfängerklassen für Erwachsene (Voraussetzung für die Aufnahme ist die Kenntnis des Lesens): a) Mittwoch, 1930—21 Uhr, Klopstockstr. 58, Lehrer Herr Alexander Barasch: b) Montag, 1630—18 Uhr, und Donnerstag, 17—18.30 Uhr, Klopstockstr. 58, Lehrer Herr Dr. Moses Goldmarin. Schüler im Alter von 12—15 fahren können bei einigen Vorkemitiiissen (Fähigkeit des Verständnisses ganz leichter Er- Zählungen) in einer Sonderklasse für Schüler Aufnahme finden. Unterrichtszeit: Montag, 16—1730 Uhr, und Donnerstag, 17 bis 18.30 Uhr, Klopstockstr. 58. Lehrer Herr Nachum Levin. Für Erwachsene mit einer besonders guten Kenntnis des Hebräischen kommt ein Kursus für Stilistik (mit praktischen Uebungen) und neueste Literatur in Betracht, der Dienstag, 19—22 Uhr, in der Großen Hamburger Str. 27 abgehalten wird. Lehrer Herr M. E. Jemenskv. - Sprechzeit des Sehulleiters N. Berggrün: Montag und Mittwoch, 193020,30־ד Uhr, Gr. Hamburger Str. 27; Dienstag, 19—20 Uhr, und Donnerstag, 21.30 Uhr, Kfopstockstraße 58. Tel. Auskunft: H 5, Brabant. 501 (2—3 Uhr). Wohlfahrtsvorstellung zugunsten der erwerbslosen jiidischen Jugendlichen. Am Dienstag, dem 10. November, abends 9 Uhr, findet eine Vorstellung des Kabarett ״K a f t a n“ im Logenhaus, Kleiststr. 10, statt, deren Gesamtertrag dem Heim für erwerbslose jüdische Jugendliche zugute kommt. Sämtliche mitwirkenden Künstler haben für diesen Abend auf ihre Gage zugunsten des angegebenen Zweckes verzichtet. Karten zu 3, 2 und 1 M. ausschließlich durch den Reichsausschuß der jüdischen fugendverbSnde, Charlottenburg, Kantstr. 158 (Bismarck 1065), und alle ihm angeschlossenen Jugendbünde. Jugend wirbt für das Alter. Am Sonntag, dem 8. November, vormittags 11 Vs Uhr, findet in der Alhambra, Kurfürstendämm 68, eine Kinder-Kinpvorführung zugunsten der J ü - dischen Altershilfe Groß-Berlin E. V. statt Karten zum Preise von 1, 1,50 und 2 M. im Büro der Jüdischen Alters* hilfe, Augsburger Str. 39, und an der Vormittagskasse. Der Jüdische Frauenbund, Verband Berlin (Bezirksgruppe Schöneberg) eröffnet am 1L November in der Münchener Straße"37, pari links, eine ״Warme Stube". Erstes jüdisches Schwimmfest fn Berlin. Am 22. November, ab 3 Uhr nachmittags, veranstaltet der Sch wimm-Klub Bar Kochba im Stadtbad Neukölln, Ganghoferstr. 3 (U-Bahn Rat* haus Neukölln), Meisterschaftskämpfe des Gesamt- Klubs Bar Kochba-Hakoah. Rahmenkämpfe und Schaunummem vervollständigen das Programm. Karten zu 0,50 bis 1,50 M. (Jugendliche 0,30 M.) im Makkabi-Büro, Meinekesfr. 10, und Bar Kochba, Oranienburger Str. 60/63. Der Keren Kaiemeth Leiisrael veranstalte! am Montag, dem 9. November, 4 Uhr nachmittags, in der Villa D’Este, Hardenbergstr. 21/23, eigen Bridgenachmittag. Karten zu 1.50 M. sind im Berliner KKL-Büro zu haben. Bismarck 7165, Apparat 45. Lehrgänge für jüdisch-soziale Ausbildung und Fortbildung. Am 15. November beginnt der IV. Lehrgang für jüdisch-soziale Ausbildung und Fortbildung. Wir entnehmen dem Vorlesungs- Verzeichnis folgende, sehr interessante Vorlesungen: Die sozialen Lehren im Judentum (Rabb. Dr. Max Wiener), Einführung in die jüdische Wohlfahrtspflege (Dr. Friedrich Ollend orf f), Einführung in die jüdische Sozialpolitik (Dr. Max Kreutzberger) und Milieukunde der jüdisch-sozialen Arbeit (Dr. Georg Lubinski). In der zweiten Hälfte des Wintersemesters (ab Anfang Januar) wird Ministerialrat Dr. Wittelshöfer über ״Das Fürsorgerecht in der Krisenzeit“ lesen und Dr. Lamm in ״Die praktische Arbeit des jüdischen Wohlfahrts- und Jugendfürsorgeamts“ einführen. Die Kurse, die von der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums und dem Wohlfahrt®- und Jugendfürsorgeamt der Berliner Jüdischen Gemeinde veranstaltet werden, finden in den Räumen der Zentralwohlfahrtsstelle, Charlotten bürg % Kantstr. 158, statt Die Teilnahme ist unentgeltl!ch. — Zur Eröffnung des Lehrgangs hält am Sonntag, dem 15. November, vormittags 11 Uhr, im Vortragssaal der Svnagoge, Fasanenstr. 79/80, der Hamburger Professor Dr. William Stern einen Eröffnungsvortrag (mit Ausspräche) über ״Die neuere Psychologie' und ihre Ergebnisse für die Jugendarbeit“, auf den wir besonders aufmerksam machen. (Eintritt unentgeltlich.) Radio. Am Montag, dem 9. November, 4.30—5 Uhr, spielt Alice Jacob- Loewenson in der ״Funkstunde“ u. a. Klavierstücke des holländisch-jüdischen Komponisten Max Vred e n b u r g , eine Auswahl aus der ״Kindersuite" von J. Achton und eine Sonatine von Alice Jacob-Loewenson. Alle Werke sind Erst- und Uraufführungen. * Damenkomitee des Bcth-Am IwrI. Vor einigen Wochen wurden einige Damen der hebräischen Gesellschaft in Berlin zu einer Besprechung im Beth-Am geladen. zwecks Gründung eines Damenkoroitees im Beth-Am. Aufgaben des DamenHomitces sind u. a. Förderung der hebräischen Bewegung in Berlin und in Deutschland, wie die verschiedenen Tltigkeitszweige, die mit dem Beth-Am Iwri in Berlin verknüpft sind. Aus der regen Aussprache der eingeladenen Damen ergaben sich auch mehrere positive Ergebnisse. Es wurden einige Kommissionen gewählt, die entsprechende Funktionen im Beth-Am übernommen haben: eine Konzert- und Klubkonupission und eine Finanz- und Werbekommission. Der allgemeine Eindruck geht dahin, daß der neu gebildete Kreis am Beth-Am eine größere Werbetätigkeit sowohl im personalen-wie im finanziellen Sinne entwickeln wird, und durch diesen Kreis wird die hebräische Arbeit in Berlin eine bedeutende Förderung erfahren. In die obenerwähnten Kommissionen wurden die Damen: Grüngard, Koigen, Groneroann, Krupnik, Dr. Taubes, Tarczyner, Pines, Wittenberg gewählt. Als Sekretärin des Damenkomitees wurde Frl. Lea Kahan, Charlottenburg, Dahlmannstr. 5, ernannt. Der Erfolg der Tätigkeit des Damenkoroitees zeigte sich bereite in dem großen Konzert des Beth-Am am 17. Oktober d. J. Eine Reihe von Konzerten wird für den Winter in Aussicht gestellt. Jüdische Frauen, die am Hebräischen Interesse haben, möchten sich an das Sekretariat des Beth-Am wenden (Tel.: Bismarck 1789) oder an die Sekretärin des Komitees. Nr. 86, 6. XI. 1931 Verband der ostjtldischen Vereine hi Berlin. Die Büroräume des Verbandes befinden sich jetzt Berlin N 54, Rosent h a I e r St r. 49, I. Sprechstunden für Petenten fn Rechte- Schutzangelegenheiten finden vorläufig Sonntag, Dienstag und Freitag von 10—1 Uhr statt. Jeden Montag und Donnerstag von 6y» bis 8 Uhr werden dortselbs^ juristische Beratungen seitens eines Rechtsanwalts unentgeltlich erteilt. Das Lvrlkprelsausschrelben der ״Kolonne“ ist bis zum 10. Dezember d. J. verlängert worden. Nähere Bedingungen sind aus dem soeben erschienenen Heft 5 der ״Kolonne , Ver* lag Wolfgang Jeß, Dresden, zu ersehen. , Düsseldorf. Die hiesige Ortsgruppe begann ihre Winter* arbeit am 15. Oktober mit einer Mitgliederversammlung. Der Abend war gut besucht und ein Beweis für das Wiederaufleben der Ortsgruppe. Dr. Georg Landauer sprach über ״Die gegenwärtige Lage des Zionismus“. Er gab einen umfassenden Bericht über alle gegenwärtigen zionistischen Fragen. Anschließend legte Harry Bein als 1. Vorsitzender der Ortsgruppe das Programm unserer Winterarbeit dar. In diesem Winter wird alle 14 Tage eine Art ״Klubabend“ stattfinden. Dieser soll den hiesigen Zionisten Gelegenheit geben, sich über aktuell-zionistische und deutsch-üidische Fragen auszusprechen. Der erste Klubabend fand am 29. Oktober statt Dr. Ludwig Löwenstein und Referendar Walter Stiel sprachen über ״Unsere Stellung zu den Nichtjuden“. In der Diskussion kam allseitig die Ueberzeugung rum Ausdruck, daß die Stellung der Juden im Galuth, gleichviel, ob sich die politische Ent- Wicklung nach rechts oder links auswirken würde, in Zukunft noch schwerer würde. — Der nächste Klubabend findet am 26. November statt. — Am 12. November wird hier Dr. Nahura Gold mann in öffentlicher Versammlung in der Tonhalle über ״Weltkrisis und Judenschicksal“ sprechen - Arbeitsnachweis. Wir machen erneut auf die jüdische Be• rufsberatung und Lehrstellenvermittlung aufmerksam. Es ist zweckmäßig, sich zum nächsten Schulentlassungstermin bereits heute wegen einer Lehrstelle anzumelden. Ratsam ist es, zum ersten Besuch der Beratungsstelle Schulzeugnis, Lebenslauf und etwaige Bastelarbeiten mitzubringen. Die Sprechstunden sind: Auguststraße 17 (Tel.: D 2, Weidend. 5936), Knaben: Dienstag u. Freitag von 10—1 Uhr; Mädchen: Montag u. Donnerstag von 10—1 Uhr; Fasanenstr. 79, Synagogen״eblude (Tel. J 1, Bismarck 714), für die Bewohner des Westens, Knaben und Mädchen: Donnerstag von 3—6 Uhr. Wir haben zurzeit gute kaufmännische Lehrstellen in größerer Anzahl vor• gemerkt und bitten Interessenten für solche Stellen sich bei uns zu melden. Ebenso haben wir eine Anzahl Tapezierer- und Schlosserlehrstellen vorgemerkt, für die wir noch einige Lehrlinge suchen. — Jüdische Jugendliche, sucht rechtzeitig die jüdische Berufsberatung auf! Jüdische Arbeitgeber, meldet jede freiwerdende Stelle der jüdischen Lehrstellen Vermittlung. Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Arbeitsnachweise, Abteilung: Berufsberatung, Berlin N 24, Auguststr. 17 (Tel. D 2. Weidendämm 5936) Berliner Kalender Gruppe Nord-West der B. Z. V. Montag, den 9. November, abends 9 Uhr, im Cafe Lochau, Altonaer Str. 34. Jour fix. Gruppe West der B. Z. V. Montag, den 9. November, abends 8(4 Uhr, bei Ludwig Majer, Lutnerstr. 46. Redakteur I. KHnow spricht über ״Da« russische Judentum und die Sowjetwirklichkeit“. Rezitationsabend Ludwig Hardt. Dienstag, den 17. Novembet, abends 830.Uhr präz., im Schillersaal (atu Knie). Karten zum Preise von M. 1, .2 und 3 ab 9. November im Büro der B. Z. V., Meinekesfr. 10 (Bism. 7165), Böte & Bock und Wertheim. Frauen-Arbeitsgemeinschalt für Palästina- Studiengruppe West-Wilmersdorf: Dienstag, den 10. November, nachmittags 4* 1•'ן Uhr, Zionistische Geschichte, Leitung Frau Henny Frank. Bei Frau Frank, Düsseldorfer Str. 73 (an der Uhlandstraße). — Gruppe Lichterfelde: Der im Rahmen des Palastinakurses auf Dienstag, den 10. November, angesetzte Vortrag von Herrn Sereni mußte auf Dienstag, den 24. November, verschoben werden. Der regelmäßige Palästinakursus findet Dienstag, den 10. November, abends 8Va Ohr, bei Frau Jacobus, W., Ansbacher Str. 24/25, statt. Gäste willkommen. — Gruppe Nord und Ost: Montag, den 9• November, abends 8 Uhr, Arbeitssitzung. Im Gemeindehaus, Rosenstr. 2/4. — Montag, den 16. November, abends 81/3 Uhr, Palästinakursus. Leitung Herr Dr. Georg Wöllstein. Im Gemeindehaus, Roscnstr. 2/4. Gaste willkommen. Klub junger Zionisten. Dienstag, den 10. November, abends 83/4 Uhr, Meinekestr. 10, spricht Dr. Steinberg über ״Der jüdische Sozialismus“. Einge,uhrte Gäste willkommen. Klub Massad. Sonnabend, den 7. November, 20/4 Uhr, in den Räumen des Beth-Am Iwri, Kurfürstendamm 61: Chassidischer Abend unter Mitwirkung des Forschers des Chassidismus Herrn Dr. Horoditzky. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten. Gäste willkommen. Misrachl, Berlin. Sonnabend, den 7. November, abends 8(4 Uhr, in den Sophiensälen, Sophienstr• 17/18, Vortrag des Herrn Dr. A. Barth über: ״Neuaufbau und Arbeit des deutsehen Misrachi in der nahen Zukunft“. Jüdische Jugendvereinigung Osten- Jugendheim, Frankfurter Allee 40 (Hof links). Mittwoch, den 11. November, abends 8 Uhr, Jüdisch-Geschichtlicher Vortrag von David Atlas: ״Der Makkabäeraufstand“. Jüdische Volkspartei. Mittwoch, den 11. November, abends $r, Uhr, im Bezirk Friedrichshain, Landsberger Allee 24 (Schultheiß-Patzenhofer): Versammlung. Thema: ״Wie ist Frieden in unserer Gemeinde möglich?“ Referent: R.-A. Dr. Alfred Klee. Brfth-Haolim, Berlin. Sonnabend, den 14. November, 8 Uhr, in der Aula der Jüdischen Volksschule, Kaiserstraße 30; Feierstunde. Aus dem Programm: Sprechchor, neue Lieder des Brith-Haolim, Chor, Szene, Ansprache. Die gesamte Jugend, alle Freunde des Brith-Haolim, sind herziiehst eingeladen. Karten im Vorverkauf: Büro der Bundesleitung, Meinekestr. 10, Gartenhaus part. Beth-Am Iwri. Sonnabend, den H. November, S'/j Uhr abends, gemeinsam mit dem Hebräischen Jugendrat und dem Hebräischen Studentenklub ״Massad“, Gedenkfeier zum 10. Todestag von Micha Josef Bin Gorion (Berditschewski). Ansprachen werden u. a. halten: Dr. Simon Bernfeld Dr. Z. woyslawski und Dr. S. R a w i d o w i c z. Herr jehuda Tschertock liest aus den Werken und Brie len Bin Gotions. Im Konzert-Teil: Geige — J. Tschertock. Eintritt 0,50 M., Mitglieder von Jugendbünden 0,20 M., Mitglieder des Beth-Am frei. — Am Sonntag, dem 15. November, treffen sich alle hebräischen Schriftsteller, Mitglieder des Beth-Am, wie die Jugendbünde am Grabe Bin Gofions auf dem Friedhof Weißensee. Zeit- und Treffpunkt: 12 Uhr mittags am Eingang dps Friedhofs Weißensee (Alte Halle). Der Besuch am Grabe Bin Gorions durch das hebräische Publikum Berlins soll eine Ehrenbczeugung für das Andenken des großen Dichters bedeuten. Der Palästina-Jubiläumsball des Keren Kajemeth Lejisraei findet am Sonnabend, dem 19, Dezember, bei Kroll statt

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.